Eomstag, 1. Dezember 1923.
Wiesbadener Tagblatt.
Nr. 271. Seite 15.
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bed 'ZDieööabemt 'XagbtatU.
Der galante Herr Uli.
Humoreske von Karl Lütge.
lllrich Staufien konnte es nickt überleben, bah ihm neu- lrck tastaalick aus seinem Eeschäftsweg ein unbeschreiblich hübsches. sauber gekleidetes junges Fräulein begegnet«, das " !omt nie bemerkt batte. Es wäre ihm bestimmt aufge- fallen: denn dafür beah er Augen.
Es konnte natürlich bei der Veranlagung des Herrn Uli nackt ausbleiben. bah er alsbald mit der Unbekannten anzu- knuoien versuchte — und siebe da: das unbeschreiblich hübsche, tunge Fräulein zeigt« sich bei weitem nicht so spröde. wie Ulrich Siauffen insgeheim befürchtet batte . . .
Die Gelegenheit bot sich im Tbeater. einem Ort. der solcherlei Anbandelungen von jeder äußerst entgegenkam. Selbstverständlich ging man nach Schlug der Vorstellung zusammen. Am Hauotausgang wartete wobl die Mutter der jungen Dame: aber aus Berechnung vergaß die brave Tochter dies und ließ sich von Herrn Uli durch einen der Nebenausgange subren und nach Hause begleiten.
Andern Tags nickten sie sich schon vertraut zu. als sie sich begegneten.
Und dann sab Herr Uli wenig später bei der movgend- lrchen Begegnung dem Fräulein Theresa ein Tbeaterbillett für den Abend. Aus diele Weis« iah mau sich neuerlich, konnte sich auswrechen und einander wiederum ein Stücklein näber kommen.
_ Ulrich Staunen kannte sich kaum wieder. Er lvielte den zärtlichen Liebhaber mit einer Grazie, war dermaßen galant und verschwenderisch. wie es weder seiner Natur, noch eigentlich seinem Geldbeutel entsorach. Aber man mutzte dem zu» mite halten, datz die Augen Fräulein Tberesas ein gar gefährliches Leuchten besetzen und immer in Augenblicken, wenn Herr Uli be,onders freigebig war. gar zu sütz und schelmisch zugleich blitzen konnten.
Es darf nicht verschwiegen werden, datz der Ruf des Hern, Uli sonst nicht der allerbeste war — ja. datz man ihn einen flatterhaften Menschen, einen leichtfertigen Schuldem wacher biem Und das war durchaus nickt Verleumdung Trotz aller Vorsicht der kleinen Handwerker. di« er mit Vor, liebe beehrt«, gelang es ihm hier und da. Kredit zu erhalten der !o oft ehrenwerteren Männern und langjährigen Kunden unter Hlmvcrs auf die Zeitverhältnisse abgeschlagen worden war.
Aber bei Fräulein Theresa ^i«te sich Herr Uli. wie ge-
00 I! eu I e 1 an J )er t?' besiegen Seite. Das bewies am deut Ircksien der lolaend« Vorfall:
Wieder hatte Fräulein Theresa von ihrem guten Freund dem, Herrn Uli. ein Tb-aterbillett erhalten — un>d war naturlrch auch zur Vorstellung pünktlich und fröhlich wie imirer erschienen. Doch ihre Fröblichkeiit ging vlötzlich in jähes Erschrecken über.
..Was haben Sie?" fragte lllrich Stau-ffen teilnahms-
voll.
..Ich mutz meine Geldtasche verloren haben. Sch babe sie bestimmt >n die Handtasche gesteckt. Und nun isi sie fort."
„ . ..5attnt Sie viel Geld?" erkundigt« sich vorsichtig und betroffen Herr Uli. >
..Ja. Leider. Ich bade für meinen Vater eine Rechnung ein kassiert und verabsäumt, es ibm abzuliefern. da ich sonst zu wät ins Tbeater gekommen wäre und Cie hätten warten nrusien."
Ulrich Staufien batte sich zn einem großen Ent,Kluß durchgerungen und meinte letzt, mit einem Versuch, di« Angelegenheit von der humoristischen Seite aufzusassen:
..Da bin ich allo bis zu einem gewissen Grad mitschuldig an dem Verlust. Fräulein Tbereia?"
Die junge Dame blickt« verwirrt auf.
..So war es dock nickt gemeint!"
Ihr Begleiter klonfte auf seine Brieftasche, v Dieser sinnfällige Beweis war so zu deuten, daß di« in der Brusitaiche iiesindliche Brieftasche wegen des beut« am Monatsletzten gezahlten Eebalts dich angefüllt fei und sich bereit halt«, in die Bresche zu springen.
Fräulein Tberessa sckien diesen sinnigen Wink zu versieben und lächelte unter Tränen.
Herr llli aber fragte ganz obenhin:
.Wieviel war es denn? Ich lege es gern eine Weile aus . . ."
Nun — die Summe war nicht allzu klein. Mer Herr Uli verzog das Gesicht nicht. Nach der Vorstellung gab er woblabaezählt den Betrag dem Fräulein, das aus diesem freudigen Anlaß mit ibm ein KnAeebaus besuchte und ungleich liebenswürdiger war. so datz Herr Uli di« schönsten Hoffnungen hegte.
Nur über ibren Namen und über ibr« Familie ließ sie sich auch beute nicht aus. io lebr Herr Uli gerade über diesen Vunkt einige Klarheit gewünscht hätte. Es hieß also, in dieser Hinsicht Nock etwas zu wartn . . .
Fräulein Tbereia mußte aufbrecken.
Wie immer aeleifete sie Herr Uli zu ihrer Wohnung. Doch es harrte lefner eine neue Enttäuschung: Der Kuß. den er glaubte ehrlich verdien! zu haben und auf d-n er bestimmt gehofft batte. ward ihm versagt — mit süßem, ver- beiißunasvollem Lächeln zwar. . .. aber doch versagt!
Mitzoestimmt schritt Herr Ulrich Staull-n heimwärts. Un> seine Mißstimmung wurde, was begreiflich isi. nicht behoben. als er am anderen Morgen folgenden Brief erbielt:
Sehr geehrter Herr!
Da Sie die Schubrevaraiuren wie die bezogenen neuen Stiefel meinem Vater trotz vieler Aufforderungen nickt bezahlt haben, unternahm ick es gestern, das Geld von Ihnen zu kassieren. Die Quittung liegt hier bei.
Indem ick n-ock bestens kür die gespendeten Theaterkarten und die mir gewordene Begleitung danke, die ich natürlich künftighin ablehnen mutz, verbleibe ick
hochachtungsvoll
Theresa Stadtler.
Herr Uli bat Fräulein Tberes« auf leinen Wegen nie mehr gesehen, soviel er auch nach ihr Ausschau hielt.
Das Wasser der Iugend.
Ein javanisches Märchen. Freie Erzählung von Mar Sagek.
Auf einem der Hügel Japans lebten vor langer Zeit ein armer Holzfäller und sein« Frau. Er waren alte, kinderlost Leute. Der Holzfäller ging an jedem Morgen in den Wald, um Bäume zu fällen oder Solz zu suchen, und so geschah es einst, daß er dabei tiefer in den Wald bineinge- net und vlötzlich eine fernher klingende Musik vernahm, eine Zauberhafte Musik Sie klang gedämpft und geheimnisvoll leise und hörte sich an. als ob fein« Menschenstimmen sich in das tiefe Summen der «lementarischen Welt mengten. Auch
war es, als ob das freundliche Gemurmel eines Backes oder das lustige Plätsckersoiel filScrner Wellen hinei-stönte.
.Der alte Holzfäller stand gebannt. Eine Sehnsucht er» sr«n ihn jöÄIires. und alle Armut und alle Not war verbellen Diele Musik im Wald ergrin ihn mit überwältigender Kraft! Und nach ehe er es recht bedacht, trugen ihn 'eine alten Fiitze. leibt und bebend geworden, der Richtung su. aus der das Klingen kam. Und die Musik tönte stärker und starker, und zog den armen, alten Holzfäller immer mach nger in ihr Tönen hinein. Er wußte vor Sehnsucht kaum, rvo er bin sollte. Dock da erkannte er. daß der Weg den er gekommen. ;u Ende war. und daß er vor einem klaren Waller stünde, einem Bächlein. desicn blanke Wellen wie Diamanten vielfarbig an der Sonne spielten. Zugleich verstummte die zauberhafte Musik. die ihn bierhergefübrt hatte und wundename Stille breitete sich über die Waldtiefe, die nie noch eines Menschen Fuß betreten haben mochte.
Den armen, alten Holzfäller ergriff nun namenlose Be- grer. Er wollte von dem Waller trinken. Es lchien so oec- lend. so erauickend so kristallhell! Und er beugte sich nieder und legte seinen Mund an die Flut und trank. Trank mit Algem Durst. Trank! — Welch ein Trank war dies! Dies Waller schmeckte dem Holzfäller, wie ihm der köstlichste Feuerwein nickt geschmeckt hätte! Jeder Schluck, den er tat. durchfuhr ibn mit zauberi'cker Gewalt und sckien ibm das Blut zu erneu ern! Jubelnde Kraft war plötzlich in ihm. freudigste Frische der Lebensfiille! Gesang und Lachen!
,‘ r ? s e L W* vom Trünke erhob und im Erbeben rein Antlitz im Wallersviegel schaute — o Wunder der Wunder, da war das nickt mehr des alten._ runzelvollen Holzfällers baristoppeliges Antlitz, v nein: das war eines Jünglings blühendes Ge stckt. schon und strahlend, beiter und frisch wie ein Maien- morgen! Der Holzfäller tanzte am Raten! Er warf sich zu Boden und lorang wieder auf die Beine! Er hüpfte wie ein Reh über Wurzeln und Buschwerk — die Kraft der Jugend war in ihm und er wußte es nun: er batte vom Waller der Jugend getrunken!
Er lief heim. Seine Frau, sc dachte er. die werde Augen macken! und er batte sich nicht geirrt! Denn als sie feiner ansichtig wurde, da machte sie Augen! Groß« Augen! Denn sif.. wollte, sie konnte es zunächst nicht glauben, daß der blühende Jüngling, der da vor ihr stand, ibr Mann sei. der arme alte Holzfäller, der sie am Morgen siech und schwach verlassen hatte' Und dock: er war es! Die Farbe feiner Augen war braun geblieben, wenngleich es nun ein glänzende«- frisches Braun war. das ihnen Frohsinn gab. und auch das Mutterzeichen an der Kehle, das sie an ihrem Mann gekannt batte, es war an der Kehle des Jünglings sichtbar! Ja. es war ibr rechter Mann, der nun vor ihr stand!
Und er erzählte ihr. was ihm geschehen sei. Wie er an lener Stelle des Waldes die Musik gehört, wie sie ihn in die Waldtiefe geführt, wie er das Waller der Jugend erreicht und wie er es endlich getrunken habe.
Die Frau hörte ibn kaum zu Ende. Dia Geschichte war zu außerordentlich. Das mußte man selbst gehört, gesehen und erlebt haben! Und so lief die Frau unverzüglich in den Wald, gleich als ob um jede Sekunde Zauderns schade wäre die man im Alter verbrächte.
Und siehe, auch sie hörte die Musik, als sie an die Stelle gekommen war. auch sie wurde in die Wakdestieie geführt und rum Waller der Jugend geleitet. Und sie ließ sich eilends nieder und trank, irank mit unersättlichem Durst, trank mit der ganzen Leidenschaft ihrer gierigen Natur von dem köstlichen Waste", das sie mit neuem, kräftigstem WM- gefuhl durchrann. Sie trank zuletzt in langsamen Zügen und verblieb an dem Waller der Jugend.
Der junge Mann dabeiw wartete und wartete. Er vermeinte jede Minute, seine Frau als stattlich holdes Mädchen wieder in die Hütte treten zn sehen, jung und strahlend wie er es ielber geworden war. Aber die Frau kam nicht
Stunden vergingen, der Nachmittag neigte sich — die Frau kam nicht.
D? machte sich der junge Gatte auf. um sie zu suchen. Am Waller der Jugend, so dockte er. werde er sie finden
Und er kam an da? magische Waller und suchte seine Frau. Aber da war keine Frau sehen. Rur die blanken Wellen spieaelten rubig und golden die abendliche Sonn« Er rief nach seiner Frau. Es kam keine Antwort. Sinnend stand er nun und Bangen ergriff ibn.
Da — borck! — ein leises, klagendes Weinen, ein dünnstimmiges Wimmern! Es drang heran! Und der junge Mann aina dem Laut nach und fand ein Kindlein am Ufer des Wallers liegen! Es war von den Kleidern, die er als diejenigen seiner Frau erkannt, überdeckt — er hob es auf und hielt es hock O Eott — das waren die Augen seiner Frau, das war ihre Rast. das ibr Mund, alles ins Kind- hakt« zurücksebildet! Kein Zweifel: fein« Frau batte sich m ihrer Unersättlichkeit am Wasser der Jugend zum Wickelkind zurückaetrunken'
Der iunge Mann stand entsetzt. Die Überraschung mar zu vlötzlich gekommen. Aber endlich fand er sich wieder. Jo er lächelte. Er nahm das Kindlein auf den Arm und trug es beherzt nach Haule.
..Man muß die Frauen als Kindlein nehmen!" sagte er sich. Denn er bette die Weisheit des Alters behalten.
Zukunft.
Don Thekla Skorra.
Jeden Morgen kam das alte Fräulein mit ihrer Katze die Trevve herunter: denn ibre Katze war ein sehr wohlerzogenes Tier und wurde an einem blauseidenen Bande gleich einem Hündchen geführt.
An jedem Morgen traf sie die junge Lebrersfrau: die iatie ibr Kleinstes auf dem Arm. die beiden Älteren am Rockzipfel. ..Wie gut ich s doch mit meiner Katze habe dachte das Fräulein dann jedesmal, wenn sie die Plackere, ab. Heute aber war die klein« Lehrersfrau ganz aufgeregt. Cie dielt ein« eben gekaufte Schiefertafel, an der ein lustiger, sunkelnagelneuer Schwamm tanzte, ordentlich triumvbierrnd in die Höbe. ..Morgen kommt mein Hannes in di« Schule. Ach. du liebe Zeit, wie einem das doch ist. wenn eins so den ersten Schritt tut ins Leben. Überbaust mit den Kinderchen — wenn man so vorwärts denkt ist das wcht wie ein Wechsel, den einem der liebe Gott ausgestellt hat auf die Zukunft?"
Früher als sonst schlich das alte Fräulein beute mit ibrer Katze davon. Oben in ihrem Stübchen schaute sie lange sinnend »i dem Fenster der Lehrersfrau hinüber, auf besten Simst sich die blau- und weißg-sitreiften Bettchen allzu dreist in der Morgensonne blähten.
.Reinlicher ist schon meine Katze, aber — meine Katze bat keine Zukunft!' Und dabei war's. als fchaure sie fröstelnd zusammen. Abgeschnitten fühlte sie sich von allem Werden, aller Zukunft.
Wie kalt es doch beute tu ihrem Stübcheu war. ..,
was sammeln die Menschen?
Don Egon H. Straßburger.
. _ Die wissenschaftlichen Resultate auf diesem Gebiet w"en hier nicht besprochen werden: diese Zeilen sind eine vandvoll Erfahrungen, die da und dort gemacht wurden und hier zu Papier gebracht werden.
„ Die Sammelwut oder, ästbeti'ch gesagt, das Sammeln. o*? 1 drin im Menschen und es äußert fick hinsichtlich des Alters der Ralle, der Kultur und des Temperaments verschieden.
Das Kind und die reife oder beller di« unreife Jugend. -- J ( y Tme -, n , um sich Beschäftigung zu machen. Unter 15 Jabren lat man einen Kraftüber'chuß und einen intensiven Betatigungstrieb zu verzeichnen. Kindergobirne sind ewig und immer in Betrieb, und was der Freund oder die Freundin sammelt, das will man oben auch erwerben und vesitzen. Der edle Wettlauf kann beginnen und das Sammelgluck breitet sich sonnig über die Seele deines oder d« anderen Kindes.
Der bcrangereifte Jüngling sammelt neben Briefmarken und Münzen die Locken und Schuhbänder der Ange- beteten. während diese seine schriftlichen Erfülle in ihren Aaritatenkasten logt. Es ist nicht ausgsschlollen. daß halb- verkohlte Strei.fhölzer. bandverziert, siogniert und numeriert, in einer Schacktol sich einfivden. Dank und Heil der Jungfrau, die ibre Sammelwut noch so keusch und rein zu« Ausdruck bringt.
.... Di« sitzengebliebcne Jungfer sammelt im Tierreick, sie halt sich Katzen. Hunde und Kanarienvöglel, oft auch Laub- frAcke und Salamander. Irgendwie und wo muß ihr liebe- bedürftiges Herz glücklich werden.
Die Ehe bringt andere Sammelfreuden. Di« junge Frau sammelt die Anwürfe der Familie, di« gegen sie gerichtet sind. Sie schreibt sie nieder, und ibr Schmer» löst sich in Tränen aus. Aber in der Sommerifrische, frei von Familienärgernillen. ^sammelt sie Pfifferlinge und eßbare Schwämme, während der trouisorgende Gatte in der Stadt Enfwbriingrn sammelt . .. da .... dort . . .. man kennt
diese Erfahrungen zur Eenidge! Kommt die Ealtin nach Hausse, so sammelt sie Beweise . . .. die Hauptsache: der Gatte versteht sich dann iellber so zu sammeln, daß er keinen Konsseguenzen ausgelimeit ist. . . Keine Frau soll oben zn lange in der Sommerfrische Schwämme sammeln.
Um Vovwüise vom Publikum mir zu erfparem. sei gesagt. daß es auch Eheleute gibt, die fern von Pfifferlingen und schönen Frauen in stillen Stunden weMicherseits die Aussssvüchc ihrer Kinder sammeln, männlicherseits Meifen- köofe. Schnupftabaksdosen urid alt« Krawatten im Schrein bewahren.
Der alte Junggeselle sammelt die Siammtischwitze. di« er bei jeder unvallenden Gelegenheit »um besten gibt, diese schnurrigen verdreht-grotesken Männlichkeiten aber haben kein« besondere Vorliebe. Manchmal häuft er Lebensmittel an (» I» Hamster), denn welcher älter werdende Junggeselle glaubt nickt an das einstige Derbungernmüllen? Auf sich selbst angewiesen und auf seine Einfalt, wird er von keinem Lebewesen belehrt über den Lauf dieser Welt.
Das alte Ebevaar bat eine eigengestaltet« Sammelwut: es sammelt Medizin.... wo fänden sich nicht Kräuter- ertrakte gegen Magenverstimmung, wo keine Eboleratropfen. wo kein Aspirin, kein siegulin? Alten Leuten graust vor dem Tod trotz der wenig lebensverlockenden Zeit. Neben den Arzneien sammelt das modern geartete Altehevaar P>wievscheine.... angistgeauwlt...
Mas liegt dem Großvater und der Großmutter an Hogartbsschen Kunferstichen. was an Münzen, die nickt nm- zusetzen sind... Die alten Herrschaften haben andere Ideale: sie stehen heute in der Hausapotheke nickt weniger hoch im Preis als früher ein echter Tizian oder Menzel.
Der Loup.
Don Curt Seibert.
Endlich batte Herr Schleimich den gewünschten Kassierer gefunden, den er brauchte, um seinen Eouv landen zu können. Herrn Klavvisthenes, einen jungen Griechen. Er war in Arhen geboren, auf der Akropolis zwischen Parthenon und dem Standbild der Athene. Wenigstcns erzählte er so. „Werden denn auch Leute kommen", fragt« er zweifelnd. ..Haben Sie eine Ahnung! Keine Ahming haben Sie", sagte Schleimich. „Den größten Saal der Stadt babe ich gemietet, seit Wock'en ist groß« Reklame im Gang. Tausende werden kommen, um den berühmten Zauberkünstler Indien» »u sehen. Was ist Tagore gegen meinen Tomatopovamus? Ein kleines Häuflein ist er dagegen. Die Leute werde« indische Mystik. Zauberkraft und Fakirismus in einer Person bestaunen. Man wird von dem Erfolg erschüttert fern." „Warum haben Sie keinen Vorverkauf gemacht?"
„Das wäre »u viel der Umstände, außerdem wird der Saal !o wie fo übervoll —. Ein Dollar pro Person ist sicher nicht »u teuer. Sie werden leben, wir machen ein großes Geschäft!
Schleimich batte sich nicht getäuscht. Am Mend. als Tomatopovamus auftrat. trug man siebzehn ohnmächtige Frauen davon, ehe der erste an di« Kall« kam. Dort faß Klaooistbenes in akrovoischer Ruhe und kassierte von jedem einen Dollar oder den Gegenwert. Ein verschiebbarer Kurs- anzeiger hing hinter ibm. Je mehr Monischen kamen, desto höher stieg bei ibm der Dollar.
Endlich war der Saal Io voll, daß der bekannte Apfel aus Mangel an Raum an die Decke kletterte. Schleimich stand auf der Bühn« und rieb sich die Hände. Er schaute aut di« Uhr und dann durch das Guckloch auf die wartende Meng«. Noch 2 Minuten konnte er warten, dann mußte er ml die Ka«fe geben und das Geld einstecken. Denn in 16 Minuten ging iein Zug nach München. Und man konnte wirklich nicht von ibm verlangen, daß er der Leut« wegen die hier vergeblich auf den Zauberer warteten, leinen Zug versäumte, in oem er schon vor Tagen «in Scktlafwagen- couo« bestellt batte.
Als er «n die Kall« kam. war diese leer. Er sprvna schnell zur eeite. sonst hätte ihn der Schlag getroffen Da ibn aber die Soaldjener mißrrauisch anblickten und ihn sicker nickt berausgolallen hätten, lief er schnell auf die Dü-bn« und. verkündete den Ausfall der Vorstellung. Das Geld werde
Bei, dem ungeheuren Sturm auf die leere Kalle und dem «llgemnuen Durcheinander gelang es ihm. durch die Hinler-
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Inzwischen batte Klapptstbenes den Bahnhof erreicht k 2?? T n . konnte wirklich nicht von steinen Schleimich wartete und deshalb
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