Verlag Longgass« 21
^lagblanhau»-.
Seschäftszeit: 8 Uhr morgens bis «Uhr abend», anher Sonntag: ^ Pvftichecklonlo: Franlfuri a. M. Nr. 7405.
Wöchentlich
B«ua»pretle: ‘lm «erlag adgebol, SS Blilliarden M.. in den Ausgabestellen I SS Milliarden M-, durch »NTlüger ms L>aus gebrach, 1U0 äRiUiarben M,, oom It-,J7 pioueinb«. - B-jUgsdeliellungen nehmen an: der «erlag die Ausgabestellen, di« Tröger und all« Postanstalten. — In Füllen höherer S.ewalt, Betriebsstörungen oder Streiks haben die Beste der kernen Anspruch aus l>,eseruna des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreifes. ' «wtnnnnnniinnoaoanoi :e
6 Ausgaben
Fernruf:
^ragblatthan»" Nr. S6SS-SS.
Dons Uhr morgens dis « Uhr abends, allster Sonntags. - Pasifcheckkonio: Frankfurt a. M. Nr. 7415._
«nzeiaenpreile: Lrtliche Anzeigen 25 Milliarden M.. Finanl-Arneigen « lvdliiarden M--Lu«d<»rk^ts- An^eigen'ss M>ll,arden «i7°uswür.ig-Anzeigen « Milliarden M örtlich- Reklamen 75 Mistard n M. auswärtige Reklamen Itö Milliarden Al. für die einfpaltige Kolonel, eile. Alle Zeiesrein^nno
freibleibend i Erhöbungen mir fororliger Wirkung auch bei allen lausenden Ruftragen • g °'*^ Maagg a Mitteilung — Schluß der Anzeigen-Annahme, 10 Uhr oomuttags. oooooocooseseeeeae«»
Berlin« Abteilung der Wiesbadener Tagblatts: Berlin-Wilmersdorf, Laubacherstrahe 35, Fernsprecher: Rheingau 2188.
Nr. 259.
Freitag» 16. November 1923.
71. Jahrga-lg.
Neue Beratungen.
äs. Berlin. 16. Nov. (Drahtmeldung unserer Berliner Abteilung.) Der Streik der Berliner Buck/örucker ist zusammengebrochen. Eine kleine Rückzugskanonade soll die vernichtende Niederlage verhüllen, dle die streikenden erlitten haben. Wichtiger als alle Phrasen ist aber jedenfalls der Beschlutz der !u.r.l-- vorstände der graphischen Organisationen. Den ttvvrucy des Streiks zu empfehlen. Dieser Ausgang konnte für niemand überraschend kommen. Der Berliner, der heute ubenh, nachdem der „Tag" un-d die o 9*
schon gestern mit Notausgaben herauskommen konnten, wieder sein gewohntes Blatt zur Hand nehmen, kann wird erkennen, daß die politische Entwickelung rn, der Zwichenzcit ebensowenig sich eine Ruhepause gegönnt hat wie etwa die Abwärtsentwickelung der Mark.
Die nachrichtenhungrigen Zeitungsleser werden erkennen. datz
die Auseinandersetzungen zwischen den Alliierten,
nachdem Amerika die Beteiligung an der Sachverständigenkonferenz abgelehnt hat. weitergehen werden. Baldwin hat gestern im Unterhaus eine sehr oeut- liche Warnung ergehen lasten. Es wäre freilich voreilig aus dieser Auseinandersetzung zwischen den Alliierten irgendwelche Schlüste in bezug auf Das wertere Schicksal von Rhein und Ruhr zu zl^en. Man wird aber bei den entscheidenden Berliner Beratungen über
das Rhein- und Ruhrproblem
natürlich an der Entwicklung, die die grohe Politik genommen hat, nicht vorübergehen können. Inzwischen werben die Beratungen über die Frage Des de- setzten Gebietes in Berlin weitergefuhrt. Das Reichs- kabinett hat gestern den Beichlutz gefaßt. 100 Millionen Rentenmark von dem ihm zur Verfügung stehenden Kredit von insgesamt 900 Millionen Rentenmark ,ur weitere Zuschustzwhlungen an das besetzte Gebiet bereit zu stellen Wenn der '..Vorwärts" beute morgen das so an siegt, als bedeute Dies eine Schwenkung der Politik der Reichsrepierung. so ist Diese Auslegung irrig. Es ist von Anfang an betont worden,' datz die Zuschüsse noch eine kiirze Zeit, nämlich Dis etwa 26. November. geleistet werden könnten, und es ist auch hier bereits darauf verwiesen worden, datz nach den öerech- nunaen des Reichsfinanzministeriums für diese zehn Ptnw 100 G,^Millionen erforderlich wären. Diele Summe ist nachdem nach der Herausgabe van Rentenmark der Druck von Papiermark ohne D-'cknna eingestellt werden mutz, nur zu beschaffen durch Bereitstellung einer entimechenden Deckung, nämlich jener
IVg Millionen Rentenmark,
wenn auch die Unterstützung selbst nicht in Renten- mar» zur Auszahlung kommen wird. Da dis Rhein- landkrmmistion einen Beschlutz über die etwaige Zulassung für Das besitzt? Gebiet noch nicht gefatzt bat. Anders lautende Meldungen sind offenbar auf mitz- -verstoidenc Nachrichten d-r ausländischen Preste zurückzuführen, die in Wirklichkeit nur besagten, datz, wenn diese Frage in der Rbeinlnidkommistion zur Bernd,,na kommen sollte, der belgische und der englische Vertreter für die Zulastung der Rentenmark im besetzten Gebiet stimmen würden.
^lm übrigen werden natürlich die Verhandlungen über Das Rbein- und Rubrproblem weitergeführt werden, nachdem inzwischen die Mitglieder des 15er- Auslschnstes v"n dem französischen Oberkommisiar D i r ä r d empfangen worden sind. Anscheinend sind aber bei diesen
Koblenzer Beratungen
positive Resultate mcht erzielt worden. Auch der A u s- w artige Ausschutz bar sich eingehend mit diesem Problein befatzt. Sbine Sitzung ist auf Montagnachmittag vertrat morden. Diese Vertagung wurde notwendig mit Rücksicht auf die für Samstag vorgesehenen Beratungen des lber-Ausschnstes und eine
Konferenz der Ministerpräsidenten, denn es erscheint zweckmätzig. zunächst Die am Dienstag eingeleiteten Besprechungen des 15er-Ausfchusics am Samstag zu Ende zu führen und sie Dann m Aus- , wärtiaen Ausschutz mit zur Erörterung zu stellen. uns für Dienstaa vorgesehene R e l ch s t a g s s r y u n g ^urch >ie Vertagung des Auswärtigen Aus- schnsies keine BeränDerung. In Kreisen, die der Regierung nahestehen, betont man im übrigen immer wieder datz man wohl auf wir rchaftlichem und auf finanziellem Gebiet dem Rheinland und dem Ruhr-
ßeMcC besondere Rechte einräumen
könne. de°- „gxx xjpe weitere Autonomie nicht geduldet werden könne.
MsetzW der LeistliliW für das beschle EeM? ^ b!ü kkev Wk §Ckl!k ßiü Qiiüi ö öM.
“ * ' - ' Paris, 16. Roo. (Eig. Drahtbericht.) Die gestrige
Berlin. 18. Nov. (Eig. Drahtberickt.) Das Reichs- kabinett bat beschlossen, von dem gesamten Kredit. D>: dem Reich in Höhe von 988 Millionen Rentenmark oo i der Rentenbank zur Bersiigung gestellt worden ist. den Betrag von 108 Millionen Rentenmark iur «nr Fortsetzung der ReichszuschiUIe in den besetzten Gebieten, insbesondere der Erwerbslosenfürsorge- zu verwenden.
Köln. 15. Nov. Der 15er-Ausschutz Der politiichen Parteien und Der Berhandlungsausschutz des W'rr- schaftsausschnsies für die gesamten besetzten Geocete haben telegraphisch beim Reichspräsidenten und beim Reichskanzler Einspruch gegen eine etwaige unterschiedliche Behandlung Der EruPros- loten im besetzten und unbesetzten Gebiet eingelegt und auf die katastrophalen Folgen hingewiesen.
Die Mtelinmk ble'b! im besetzten Gebiet verboten.
Mainz, 16. Nov. Das „Echo" teilt mit: Verschiedene Zeitungen Des Kölner Bezirks haben eine Notiz veröffentlicht, die Interalliierte Rheinlandkommchion babe die Zulassung der Rentenmark im besetzten Gebiet gestyttet. Diese Meldung^, ist vollständig falsch. Das in Frage kommende Gesetz ist der Interalliierten Rheinlandkommisiion niemals unterbreitet worden. Die Verbreit ung der Renten m a r I ist im besetzten Gebiet bei Strafe sofortiger, Einziehung und gerichtlicher Verfolgung verboten.
Der Plan einer rheinischen Wahrung.
Paris. 15. Nov. Poin.carü batte, gestern nachmittag Besprechungen mit dem K r i r g's m i n i st e r uns dem Finaozm-nister. Der Finanzminister war begleitet von Finanzsachverständigen und dem Direktor des Erädit Lyonnais. Schweitzmitb. Man glaubt zu wissen datz versckiedene finanzielle Matznabmen bezualuh des Nuftr- untcrnebmens ins Auge geintzt wurden, darunter namentlich der Plan einer rheinischen Währung
Die Vertreter des Rheinischen Provinziallandtags bei der Nheinlandkommisiion.
Paris, 15. Nov. Nach einer Havas-MelDung aus Düsseldorf fand gestern eine Verhandlung der vom Rheinischen Provinziallandtag in Barmen eingejetzten 5er-Kommission mit der Rheinlandkommisiion in Koblenz' statt. Die Vertreter der Rbeinlandkonnnii- sion hotten erklärt, Datz sie mit den Delegierten des Provinziallandtages über die von den Separatisten geschaffene Lage nicht verhandeln können. Was d',e Rückkehr der Ausgewiesenen und die F r e l- l a s s u n g der E e f a n g e n.e n betreffe, behalte sich die Koinmisiion das Recht vor, diese Frage in wohlwollende Erwägung zu zieben. soweit die Stimmung es erlaube. Die Frage der GelDbefchlagnahme sei endgültig geregelt, nachdem die Gemeinden die Pflicht übernommen hätten, für den Unterhalt der Trupp,m auH.ukommen. Die Oberkommislion werde ihr Möglichstes tun, um die Wirtschaftslage zu bessern und sie gäble dabei auf die Mitwirkung der deutschen Behörden. _
re MWM'M >1 m MlMM'e»?«.
Paris. 16 Nov. (Eig. Drahtbericht.) Im Pariser Ministerium des Äußern wird betont, datz die Du,sel- i--rfer Verhandlungen mit den Ruhrindustriellen gescheitert seien, weil S ti n n e s p oli i i lch e Beding r n g e n gestellt habe, die Frankreich u n- möglich a n n e h m e n könne. Nähere Angaben über diese Bedingungen waren zur Stunde nicht zu erhalten.
Nor-'s 16 Nov Der Sonderberichterstatter des ..In- tranü-eant" in Düsseldorf meldet beute datz General a>" noi?tte von Bans be-timmtc Instruktionen zune- »amen seien in d?neu er V o l l m a cb t erbatten babe. !-t-nnes und die mir ibm v-rbandelnden Industriellen zu ve?bastev falls die Berbandlunaen ^mit der In- aepieurkommissivn nickt durck eme glatte Zustimmung der n-cheruser, zu den franzd'sisck-belgiscken Bedingungen ihren Abicklutz fänden. . ^ ^
Iu autorisierten Kreisen m Paris wird nack.vava,- erklärt datz keinerlei derartige Instruktionen ausgegcben worden leien. ^
Strafaufschub für Krupp.
Düllrldorf. 16. Nov. Wie die Blätter melden, haben Krupp und die verurteilten Zechendirektoren Strafaufschub erhalten.
Fortsetzung der Plünderungen in Düsieldorf.
2-iiHeldorf 15 Nov. Die Plünderungen in der Stadt f lüiTfAt * o e i e te t Die Erwerbslosen Mltzban- d!üien"nu> mehr auch di« Familienangehörigen der Polizei, wem sie auf den Stratzen erkannt werden Auck vrol.- , UH scke Sunderlickaiten bilden stck.
Demarche des deutschen Geschäftsträgers v. Ho e sch bei den, Direktor der politischen Abteilung des 2nai d'Orsay, Peretti de la Rocca, wird dem „Perit Puristen" zufolge folgendermatzen dargestellt. Herr v. Hoesch erklärte im Namen seiner Regierung, datz die Rückkehr des Kronprinzen nicht das geringste mit der augenblicklichen nationalistischen Akrion zu tun habe und datz es sich nur um ein bedauerliches Zusammentreffen handele. Der Kronprinz habe bereits seit langem darum ersucht, nach Deutschland zurückkehren zu können. Die Anwesenheit des Kronprinzen stelle keine Gefahr dar. Herr v. Hoesch habe etwas ausweichend auf die Frage geantwortet, ob die deutsche Regierung dem K a i s e r eoentl. einen Patz geben würde. Das Blatt fügt hinzu, diese Demarche in einem derartigen Augenblick scheine zu beweisen, man wützte in Berlin gewisie äuhere Ereignisie zu vermeiden, die für die Berliner Regier rung ernste Schwierigkeiten schaffen könnten.
Die. Beratungen der Botschafterkonferenz vertagt.
Paris. .15. Nov. Die Bo t!cka i te rkonierenz tagte beute nackmittag von 6.3V bis 8.50 Uhr. über D-e Verhandlungen wurde folgendes o f T 1 3 t «Ile Rom« muniau 6 ausa-geben: Nack langen Beratungen und
um es den Botschaftern zu ermöglscken, ihre Regierungen über das Ergebnis ihres Meinunasaustausckes zii inlor- mieren ist bescklosien worden, di« Diskussion bis Samstaa- vormittag zu v e r t a s e n. _ . „ ... ^
Paris. 15. Ncv. über die Beratungen der Dotschafter- konierenz glaubt der diolomatücke Redakteur der vaoas- ageniur zu willen, datz der b r > 1 > s ck e Botlchafter der Konferenz völlig« Aufklärung hinsichtlich der Instruktioneck geg.den bat. die er von seiner Vegierung erhielt. Nack dielen Instruktionen wünscht England cur keiner in Deutschland zu unternehmenden Demarche in der Frage dcr Rückkehr des Kronurinzen oder des Kallers teii- zunebmcn. Was di« interalliierte militärische Kontrolle anbetreüe sei die emrliscke Regierung gegen jede Sanktion. Sie wolle llcb iedock einer Demarche nnschlietzen. um di« Wiederaufnahme der Koirtrollooerackion herbeizufübre-n.
Eine Interpellation über die Kriegsbcschuldigten in der französischen Kammer.
Paris, 15. Nov. Der Abg B o n n et hat ein« J n ter- vellaiion über di« Ausführung d«s Art. 238 des Fne- ^-envne 'ira-Q*«? s von Versorg es über btt ^rtcusbcwu emgebrackt. Die Intervellation verweist, besonders auf de» ehemaligen Kaiser, den Kronvrinzen und auf Ludendorss. Die Jnieroellntion <vird wie die anderen bereits eingebrackten morgen zur Svracke kommen.
Abbruch des Berliner Buchdruckerftreiks.
Berlin. 16, Nov. Wie der „Vorwärts" mitteilt. baSrn die Berliner Ortsoarstände der g-rauhi'cken Organisationen in Riictsickt auf die in Aussicht gestellte Nückgangigmachung der Verhaftung von Führern der Berliner Buchdruclei und in Riictsickt auf die weiteren zentralen Verhandlungen über die Festsetzung der Löhne beschlossen, den Abbruch des Streiks im Berliner Buchdruckeruewerb«, zu emofehlen.
i^ie P l ctzdar u er so m m l u n. g der Gewertschanskommlsicon von Berlin und des Afa-Ortskartells beschäftigte sich gestern mit dem Eingreifen der M i l i t ä r b e h o r- den in den Buckdruckerstreik. Von den Kommu- nisten wurde eine Proklamation des General- streik-, als Protest gegen di« Verhaftungen gesockert. Der kommvuütische Antrag wurde nach längerer Debatte gegen eine starke Minderheit abaelebnt.
Der Streik der Berliner Mühlenarbeiter beigelegt.
Berlin. 16. Nov. Vorgestern waren die ^gesamten Arbeiter der Droh-Berliner Mühlen wegen Lobndiiierenzen in den Streik getreten. Da durch die Stllleoung der Berliner Mühlen eine Gefährdung der Vrotver'orgung dcr Stadt zu befürchten war. unternahm der Berliner Maaisttat Schritte zu E i n , gu n gso«r- handlungen beim Re-chsarbeitsminister. Als, diese Beckrechungen gestern mittag beginnen sollten erschien e,n Offizier des Wehrkreiskommandos und lieh zehn Vertreter der Streikenden aui Gtund des Verbots des Streiks in lebei swicktiaen Betrieben in Hast nehmen. Die Ver- dar dluniun nobmen trobbem ?ftrcn j^nfßnp. uno $hhjt untcx libirwacküng der Verhafteten durch Krnn,nalbeamt«! und führten zu einer Einigung über die Lochndifferenzen. Der S-re^k wurde darauf für aufgehoben erklärt und dre Arbeitervertreter aus der Schutzhaft entlasten.
Die- Münchener Universität wieder geöffnet.
München. 16. Nov. (Eig. Drahtbericht.) Die Münchener Universität mit ihren Anstalten wurde heute rmeder geöffnet, nack>dem deftallgemeine Studentenausschuß eine Erklärung" abgegeben halte, worin er das jeder akademischen Sitte hohnjprechende Bcchalten eines Teiles der Studentenschaft am 10. i'.nd 12. November auss schärfste mißbilligte.
Ein Ausruf der bayerischen vaterländischen Verbände.
München. 15. Nov. Die- vereinigten vaterländischen Berbäude Bayerns veröffentlichen einen Aufrus zur Eiillgllng und zur Sammlung des Geistes. Es beitzt in dem Aufruf. d>e leitenden Männer der> vaterlänidUcken Verbände hätten Schritte getan, um deren Einigung ber- b^izuiübrcn.
