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Samstag. 10. November 1323.

Wiesbadener Tagblatt.

Nr. 251. Sette 13.

f

Unterhaltung^

öeö 'Wieößabenet 'Zagßfottö.

Die Zeit.

Don Heinrich Lei».

Mab. kurzfristig »wischen Geburt und Tod. »echaucht. ^

m kleinste Atome. Stunden weben vorber mit Zemermua» und Rui der Uhr. Durch Nackt und Ltckt ilatternste mrm« in derselben einiönnigen ucoige der Zackten. Xmxanaß ruhelosen Schwingen des Pendels. .. „ . raschelt

Und Kalen devdlätier ,allen. Wie welkes Untö tameii. Tage. d:e im Dunkel starben. Nächte, aus denen Ltcht emoor wuchs. Aus wiiilerstarren Alten Zinsen KEen. MU

ss> rätäääi:: u»

ernLuntE Schlafen. Zwischen Geburt und Tod «m

“ist!S'ÄuJw»«i*»t««. 5 *™*. m*

bte Minuten sich hetzen, di« Stunden langsamer nachoolterm wie der" Zeiser tagtäglich im Kreise flieht und unabaistg

wandernd dock immer d:«,«lbe .Bahn uberstrmft. w» »der

Tan die aleicken Stunden abbaipelt. So »t Mevckenoaiern vergänglich und ewig. Der Mensch ist ein gefangen in die

ßUWs Är ä 1 »«

^^^ie^Jtun&cnMn "der schwebend goschlollenen Kette ihres Fluges wie verschieden find sie dem Gofübl. W» verschlcden mibt das Herz die mechanische G>l«t» totmtgkeltder feiger drebung Stunden der Freude, wie bald verwebt! Sonnen flecke der Erinnerung. Einen Hauch zurucklassend wre Dun von köstlichen Blüten. Und dann, lanswm uu-^ebenddie Dauer des Wartens, der Ungewisbert. der Sorge. Furcht und Schnrer» klammern kick' »ab an den Änk habtneilenden Zeiger. Ins Ungemeven« dehnen stck b» Stunden m dunkler Ein'amtcit einer Nackt: als >«t das Llcht nun wrrkllch tot uind ewige Finsternis hereingabrochen. n;„~ r

Die Stunden rollen ab. wie eine Schuur durch dre Finger läuft die dnrchtnüoit i» mit gleichmasigcn Knoten. Und dieses Band gleitet immer, längst 'st bcr Anfang vorloren. es aleitet fort bis auck das End« aus den Händen rutscht. Und redcs Stück Schnur zwück-en den Knoten bedeutet ern« Zeit­spanne. durchlebt mit Erwartung. Gluck und Unsedt^^Ä"^ k 7 iic; Ken ^iraern ge 1 oft . kommt üe TMininwT zurück. Das ^eben RwiecinBuck. das man »u durchblättern ans-langen. Höher wächst der Stob umgeschlagener Blatter zur, Hinken.

Den Schluß der Geschickte.a-ber. di« das Duck «rzablt. zu willen, greift die Reckte schon in die letzten ttemden Serckn: wie ein neugieriger Leser gern das Stck« zuerst haben mochte. Wunderbar vielgestaltig der Inhalt. Da, sind Dogen, dre man lieft mit kloofenden Adern .u«d sturmendemHerzen.

hin» TTinn Dorbenß lindert irnb ntun luineil

™'cf Mät? t rn7ann Unt. bi 1 solltest dock jede Seite gut Achtem wäre e- °uck ,» schmerzlicher Lehr«, denn nur em- mal hast du Zeit, dies Buch zu leien. Mensch: Das Buck

^'"und'w'ie^mmer durchlesen, unaufmerksam oder ver- ständig mit Freude oder Unlust, im lebten Grund« hat rede Seite des Lebensbucktes den gleichen Zettwert. Gle'chm''hia ist allen Leben in die Zeit geschlossen, ln den Kreis Ilbr- zeigers in den geschlossenen Kran,, non Togen Wochen und Monaten des Kalenders. Bis lein Weg durchmessen, bis unter der letzten Seite des Lebensouches der Schhibltnch ge» »oaen ist Die Zeit aber flieht weiter, wenn der,Einzelne aus dem Kreis geschieden. Tod ist Tribut desDergona'chen. der Ewigkeit gezollt. Zeit mündet zurück in Unendlichkeit.

D»r Mensch selbst ist «in Gebilde aus Zeit. Zeit ist der Lebens«off seines Blutes, die Soannkroft seiner Muskeln. Feder N'ag schlägt ein kleines Brockcken ab von dem Gestern Heines Ladens Verrinnende Zeit lebt stck um.in Emvf'nden

und Tun Zeit ist dos Kostbarste, einzig Unwiederbringliche, wenn einmal verloren. Recht um Geld »"rvckzugewInnen nickt mit Mackt zu erobern. Ihre Künder bat ste ausgestellt

ck den Taumel der Wünsche und Erwartungen: Stumm

mabnend der Kalender. Auickrillend mit Uirrendem Ruf die Uhr. — .__

Dichterspuren.

Don Walter v. Rummel (München).

3 * dickten Schneetreiben der Zeiten versinkt für uns Rackaeborene das meiste dessen, was da einmal früher ge» wescn Nur dort, wo ein Macktiger dieser Erde mit Porno.

und lautem Getön aus drc.ten Seerslrahen.dadln. kipicraen Manama! <lucb boxt, wo ein föro&er ttn bß-n

Erst die'späte Nachwelt voll gewürdigt, still und eirliam. vom «osten Haufen unbeachtet' oder vom Dübel und seiner Mit» weU angefeindet. seines.Wegs 'tobt man auf baw-

vjyrrwhu (fieletle aul eine vom FloacnfM ver ^avr-e iwn R!£lkKahrte Oft nur. durch Zufall und ganz UN. erwariet So fand ick auch einmal rm alten Königreich Arelat Spuren längst dahingegangener Dichter. Das erstemal im va- ^onkor. im Höll-Ntal. Es ist nicht sehr abseits von d"r untersten Rbon« zu suchen, nabe der El. Remu. dem Ge- lnirtsorl des Astrologen Noltra.bo.inus. noch naber be^ ben ausgedehnten Ruinenfeldern des früher glanzenden und rveitberühmten Beincklostes der Grafen von Baur. Da heben stcb steile w"ibe Wände emvor. abenteuerlich geformter und vom nächMcken Wind da her gefegter Wolke nivuk bat stck. zu bo rtem" starren den Fels verdicktet. Ungeheuer wild« Dracken und greulich« Fratzen iurntgen hervor und drobem an? die nuten Leute im Tal stck hinabzuiturzen. Und das o»v» Sel^ame davon: Über all dem wrldeir Teufels- und Herenwcrk steht ganz brav und bieder die warme Sonn« der Provence Ste'n und Fels sind von einer blendenden, fast uub^l'chen Helle Das Auge schmerzt, wenn es allzu lang« dwroüf rerweist Wenn wir hier llllv Jahne zuruckseben 'o LA" mir Da^te Don Ort zu Ort. von Land zu Land ,st de? aus Floren, für immer vertnivbene Dichter, stets das H.!mweb nach der verlorenen Vaterstadt mit stch berum-

L"-7LL>'-m Ef-" x- Z «7 «-'A -b»

manches^abn^seines"Lebens nickt mehr ganz 'zu erkennen ^rmÄn Abe o viel willen wir dock, dah er einmal wohl ,np hiO, 1110 als reifer Mann, im Sollental ge»

KÄL SfwihS«.

Satansband durcheinander gewirbelten Blöckm und Trum mern in dem Eboos dieser Sviben uud in tev

zerriNen-ci, Schluckten das DorbUd zu ferner ergreuenden

Schilderung der Hölle gefunden bat. Svuren

Ein wenig rhoneaufwgrrs kommen wir am o,e vonren eines anderen. 88 ?aVe 'väter ««borenen ftnlienis»«n Dick- iers. Petrarca, ebenfalls emer Florentiner Fami,e ent­stammend. und aanz wie Dante

den Eltern verbannt, gelangt «c ails mrr AcktiaLriser nach

Avignon. Er ist noch ern ganz junser Mann, da desegner er beim Gottesdienst am Karfreitag zum erftenmal 'einer Laura. Laura von Noors, der Gemadirn des Serrn von Lade. Ein Blick, und er liebt ste.,lrebt ste ern ganzes t.«den lang liebt ste noch treuer und warmer als am ersten Tag. da" st« nickt mehr ist und längst, von.der schlimmen Best des Lahres 1348 dabingerarft. m stiller Kllchenkiaute »u. Amguon stch schlafen gelegt hat. Ähnlich wre Dantes Lrebe ru Beatrir überdauert die !«,ne oas frucke Grab der Gelievten. Petrarca, der Geleürte. der Kleriker, der Staatsmann urw Divlomat. bat. wenn uns,die Zewben. dle.wrr glauben noch deuten zu können, nickt trugen, rn Laura nicht dasrewe »euer zu cntzuniden vermoäit. das ibn felbit von der ersten Stunde an bei« und be'lig durckgtuhte. ickn halb verzehrte. Nur Freundin, nickt Celrebte rst vbm. Laura gewesen. Er aber umsing ste mit seinem ganzen Sem und allen lernen Eedan ken. mit der Liebe, deren nur der,Dickster fab«. m. emer Liebe, die in Wriklickkert zum. -anzttchen Tnt^en^ ver dämmt, aber mit einem Himmel in de-n Sternen mrd tauienv rostsen WollenliebesuNen begnadet ist. Er l°lgt »br und «r labt Avignon. Unweit vom Ecklog des Herrn von sav« siedelt er stck an. in der Einsamkeit stillen Bergtals, dickt am klaren, murmelnden Felsback, unter /mer vohen. ichwar»«« Steilwand. Nickls als ein niederes Häuschen nennt er leim Umfriedet von einem verwikderten Earten, wird es dem Fremden bente uock in Dorf Dauclui« gwtgt. Alles ist klein und decke wen. käst armlick. Aber der Dichter m re Er als io mancher mächtige Könl.g>>ner Zeit, wird »um Sald- gott in den weiten Landern, temer goldenen Traume. Und wird es ihm gar ,u ein'am rn seinem engen Tal. er vraumr nur etwas abwärts »u steigen und ist der lieden Ge>ellin die das Leben eines anderen te-rlt. ut dem Gelv'el seiner Wiinicke seiner Tag- und Nacksttraume nabe. Oder er kann zu einem anderen Schlotzaus der Höbe hinau, st eigen, dar seinem guten und treuen Freund. Pbili>vv von Cabastol »- einen ist Die Livbesböi« vc-n Baur und Avignon schien ihm schon« Fraucn »u Besuch. Beatrir von Aaoult ( »lm oon Pontev-.z. Isoarde von Roouc-rcuNle. Rirande von Puovert. die alle gern dem gekrönten.Langer buldtgen.

So manche andere Dichtenvur aus lenen Tagen li«ne stck im arotzen Reich Arelat noch auwecken, in den Swiosiern von Orange und Les Baur sowie an anderen, einstmals sc­herten Stätten des Landes. Kaiser Friedrichs II. und Rickmw Löwenberz lieben ..loa eautar pix-vvve-ilc^ und dickien wohl auch leibst m der Corache des Südens. Bertrand de Born, durch Ublands Ballade uns na berge» brackt. ist nur einer der so vielen ritterlichen Troubadoure des Landes. König RenS der Gut«, dem aller weltlick« Be- sttz unter den Hürden zerrinnt, verlätzt lvaar lein bobes schwanevweitzes Sckloh von Tarascon. sammelt ^ ^

Kreis von gleickgÄtimmten Menlcken um stck. von Dichtern. Literaten, geistig bocksstebenden Leu en und von lchonen Frauen gibt ein frohes, farbenprächtiges Fest am.das an- deh und agt stck - ein seltener Pbisosovb^ unter den K^-ih. der End«-> d°h solck Da'ein b-st-r. lebeus-und er­strebenswerter ist als der Kampf um Land. Mockt und Herrischast. ein Kamvi. den iene barte, grausam« Ze,t nn. allen Di'tteln und nickt zulebt mit Gift urvd Dolck fübrte Da er läckelnd und freiwillig ent'agte war « dem allen ent Koben, konnte, von niemand mehr, behelligt. al-Fretester der Freien ein Leben ganz nackt !einem Geschmack und semer

^'^Datz Ä« Zeit, wo Kaiser. Könige und DäoNe dir Dichtung und die Dichter mit Io hohen Ehren überschütteten, stck viele, manck Unberufener, aber doch auch io manche Be- rulkne in den Kreis der Sänger stellten, ist wobl begvoislick. Mag das meiste an Liedern, an Sagen und Mären für uns immer verklungen sein, schürfte man tiefer es war« im Königreich Arelat wobl noch lo mancher un^bekannte Schatz zu bsben manche bisher begrabene DrLtevsvur wiederzu- finden.

Der Teich und die Arote.

Don Lila Honrotv-voewe.

Zwilchen grünen Wielen lag der Teich. Hobes Schilf wuchs an seinen Usern. Weiden kühlten lhr« treten Zwe.ge

^Mie bin ick glücklich", dachte der Teich. ..die Sonne, der Mniliv ste ioiegcln lick in mir. die goldenen Libellen, die Sä. bK»™ «sAat «»-»»in i(6 ffiiMrWuin. JBn

**“ SÄ'ÄÄ'mS'ii«-. kette Me *te ---

Sumoi bervorkrcck. ..an mir haben Sie ein wertvolle­res Bild als an dem ganzen flatterhaften Gostndel von Li bell cm Wolken und Sonnen'ckem. All das kommt und ä tnät Sie zurück. Dagegen bin lch senbaft. ich nabe bwr ^in Domizil, an mir haben Sie etwas Dauerndes." bxn E^as Daurrnd-s?" l«te der Teich traumer.ck daran i«,h-"lch nie gedacht. Das ist ia gerade mein Gluck, dah dies Leben in meinem Bild vorüberzioht. - datz ich in mein« Kill- dM bunten Wechsel trage, die ewige Be»

wegum^' . kein« moralischen Grundsätze", sagte

»tstiä die Krö'e ..aber Bewegung bin. Bewegung her. ,ck fin tote ll-tSte Anwohnerin hier bei Ihnen und wünsche ge»

fpUBen. ju Eden.' ^ r c t(f, war sehr versöhnlich. ..kommen

xtzren Sols, lo weit sie konnte. Aber ste «-rn^chte nicht Mer das Schilf des Ufers hinwegzusehrn. vermute mr. u nickt", meinte mitleidig der Teich.

müh ck denn tun?" fragte die Kröte.

’Ä Sie tun Müllen?" - der Teich war ganz verwun- x..»"^Sie müllen fliegen -- über mir schweben wie Wol- L und Sonnenschein, wie die goldenen Libellen und dre

schnellen Dog^. mich lustig machen", rief erbcsst die

Kröt?Ä "oritzte Gift - -warten Sie. ick svrrnge Ihnen

""^ie^mücht-^mn'gewalKge? Satz und lvronginden T-ich^binein Land und Scklamm aufrührend. datz der klare

ex>in gJX ^"ne^S* V &\M am Grund d« TA be> i«' den Schlamm. ..nun ist cs aus. Was ,?> nrckt ver- B& •»* M{t b-b-. «EN n« M

nun in dem Sckmutzwaller besehen. _ _ _ _ _

iC. tIT* statte ein paar erschreckt« Atemzüge getan.,als

SS.

^^'^s^lle^wuüde°Nar'^Uitd °däs stille Angesicht de» t lächelnd, ruhevoll Wolken und . Sonne, die Mek'L« die schnellen B-gel - d.e Schönheit

der Welt.

Erfassung der Sachwerte.

Don M. ©röter».

Ehrlichkeit war bei unteren Vätern «ine selbstverständ­liche Tugend. Das war einmal!

Heute ist die Ehrlichkeit ein Ausrahmezustand. den nur folten noch ein Menich über stck verhängt.

Zu diesen seltenen Menschen gehört auch die Famrlt« Klaumann. Und das kam io:

Im X-Eafs steht man noch beute befrackt« Kellner. Hort gute Künftlermustk und trinkt aus stlbernem Kafieegeck . Nun kann Herr Klaumann zwar kelnen ?r^ lecken wen er 'eine Monumentalaeftalt nickt in srnem solchen Kleilmngs stück unterzubringen vermag, er hört auch nicht gern Kum» lermustk. weil sein Ohr ausschllehlrch an? Borsemab en g^ eicht ist. aber, was tut man nicht alles, wenn einem zu Sau!« vier silberne Löffel am Dutzend und dt« stlbern« Kann« am Service fehlen. _ _ _

Also verkehren Klaumann« .im X-E^?' ^Desttzar na<b immer iritfii gielertt! bd 1 !» •bci'B t»Tn oöbrc 19^.3 öls Heu ner für ein Kaffeehaus mit KLnstlevmustk mck Stlbevgeschtrr nur noch gewiegt« Detektivs rn Frage kommen, denn, wer stch in Eeiabr begibt, kommt darin um. Autzeckem kmu» man als Wirt nickt misten, da, «'Anzüge laichen nickt nur auf Haascklullel und SchnuvNuch zug«- sckmitten find, denn das find persönliche, intern« Angelegen

solchen Anzug führt« aber Herr Klaumann imm« ins T-Eafs. und acht glänzende Eilbeilostvl unddrsi eben- iolcke Milcktövfcken. wohlverwahrt im heimumen Kumen- ichrcmk. vricien leine Zweckmötztgikeit und dokumentier «v Herrn Klaumanns moderne Aufwnung von der Erfastung

IculXiaB nun Herr Kkaumann wieder mit seiner Frmr im X-Eafs. ärgert« stck über dem. F.rackdesKellner^ve^ wüir'ckte die KvnstlermMk und lt«baugeli« mit den mokka- gefüllten Sachwerten. , <ljt .. .. ..

Da entdeckte Frau Klaumann vlotzlick mir ihren ckanen Augen — ste war eine geborene Falke (vermutlich.n«rd!« Elster damals noch nickt entdeckt) — am Nebentrick rnre häuslichen Nachbarn.Schulze mit ^En Klauimanins leeltck harmonierten, wie di« Mark mit dem Dollar, das bertzt er bestand zwischen ibnen ein« ..kleine Dnieren» . die von T« zu Tag stieg, trotzdem Herr Sckulze el^nfalls auf dt« Er fallung der Sachwerte schwor, und trotzdem, bei der 4rmr Sckmlze im Kück>rnschrank ebenfalls stlbern« Loffef und Mtlch- lövie die Taschenkonstrukiion der modernen Zeit priesen.

Run gibt es Menschen, die unsicher werden, wenn st« stch beobachtet fühlen. Das ist «in psyckologtsches Moment, das iedcr Arzt bestätigen, wird. , . ^

Darum hielt auch vlotzlick Herr Sckmlze d>« Sand vor den Mund und ,'Iüsterte gedämvft se,n«r 5«

Pöffet liegen, de Klaumann n gr'ckt . und Frau Klaumann stietz ihren Gatten unter dem u.ick an und raunte. Hermann, lab die Kanne stehen, de Schulze fvamrt! u Go kam ps dah. trotzdem die Klänge von Hvldachs ..Lenz durck dos Lokal wie Sonnenstrahlen fluteten, ei^ dumnfe Atmoivhäre über dem Klaumannick-en utzd ^ulzvckm, Territorialgebiet brüte» urck — d» Sachwerte unenas«

blivl^en.^ Steile verhängten Sckulzes den Ausnahme­

zustand der Ehrlichkeit über fick »ahlten und lrehen an Sack- wertem unerfatzt zurück, was der Kellner aufaetragen lE. zwei stlbern« Kannen, zwer stlbern« Losfel und »wer stlbern«

^^Da°aber lief das Mab aufgefneicherten Klaumannichen Komm" sagte Herr Klaumann zu '«mar Frau ^geborenen Falke, g'swaicnen Elster, »og zwei stlbeme Löstel und einen stlhernen R'ilcktovs aus den Sosentalchen hervor, wucktete ste aus den Tisch und bezahlte den Kellner. ..Was die können, können wir auch! ^ . ..

D«mit hatten auck Klanmanns den Ausnahmezustand der Ehrlichkeit über stck verhängt: ob und wann er wieder aufgehoben wurde, weih ich nicht, aber der Wut vom I»Caf< muh es willen. __

Der Wimpel.

Don Eurt Seibcrt.

über dt« S^rahe huscht eine Dam«. Sie bat eine Strick- sacke an. aus der ein langer Faden heraushangt, der weit hinter ckr im Wind flattert. Er st-bt aus wie ein Wimv-ll denn ste segelt 'cknell über Dlötze unb Emsten mck blerbt a» jeder Ecke irgendwo hängen. Zuerst bei einem di^n. al»- ren Herrn, an dessen unterem Paletotknopf der lang« Fade» sich sestgebakt hatte.

„Hovvla. entschuldigen Si«.

Sie hastet weiter. Dann kommt eine Frau mit eine« Hängekorb. In weitem Bogen gebt ste herum, a^r der Faden ist länger als ihre Berechnung. Der Korb steht mitten in der Luit. An beiden Seiten ziehen d» Frauen.

*** .DLll«i!°Ci?"dack^Ef! Wenn ha Eier drin aewele»

waren ja kein« drin, entschuldigen Sie.

Fort ti't die Dame mit dem Fadenwimvel. Ein iungcr -I«aonter Herr kommt ihr entgegen. Er olickt ste an. und ste ?'.Estsbr verr » - , <-twas langsamer gegangen,

bl'ck /bn an ^ ^ m rkr , w

CiU ur” hastet weiter. Sie bemerkt nickt, daß.der fliegend« -iL rÄMH utii die Kraaraitenvadel des lungen Herr« aemickelt hat"De?versuck't. loszukommen. Aber fofcknell a«dt die Sack. E und so läuft er hinter der Dame her. em» u-neNNi tzie ungewollte Berhindung »wi'cken stck und der

Schlietzlich zieht er di« Radel Heraus, aber ste bat stck iestgebakt. daß er endlich ungedul. dig mit dem FuH aufstampft.

In diesem Moment gibt .es e nen Ruck der Faden hat stck ae-lvannt Die Dame blerbt fteben. dock als ste den iungen eleganten Herrn stobt, ist ste gar nickt biste über Ste Störung Der dumme Faden batte stch diesmal an einem ganz vallablen Punkt festgeankert.

® Der iunge Herr tritt lanaiam naher, dt« Radel in der Hand die Dame im Auge. Doch eh« er etwas lagen kann, hui stch der Knoten gelöst umd er hält die Radel frei in der Hand Lana'am gleitet der Faden zurück und legt st» ivied«, an das Kleid. Langsam, etwas enttäuscht, zieht der jung« Herr seinen Hut. verbeugt stck und gebt seinen Weg zurück. Langsam, etwas enttäuscht, dankt die Dame für feinen Gruß und steht ibm nach. ... . 4

Dann «ist ste mit festem Griff den Fade« ab.