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Montag, 24. September 1923.

Nr. 223. Seite lt

^Unterhaltung6 /Beilage

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Naturkatastrophen und Geistes- revolutionen.

Von Dr. Friedrich Spreen.

Die gewaltigen Naturkatastrophen. wie wir deren soeben eine besonders furchtbare in Japan erlebt Haben, buben Len Geist der Menschen stets auf das tiefste beerrnlüst und rn primitiven Zeiten jene mythologischen Vorstellungen ent­stehen lassen, die in dem Weltuntergangs sagen ihren Aus­druck fanden. Alle die Bilder, die da von Sintfluten. Welt­bränden. vom jüngsten Gericht usw. entworfen werden, sind in der Ausmalung der Einzelheiten von den Eindrücken be­einflußt. die man bei Erdbeben. Vulkanausbrüchen. Sturm- fluien ulsw. mit Entlehen erfahren hatte. Als die Mensch­heit im Denken weiter fortschritt, wirkten solche Katastrophen nicht wemger heftig auf die Gemüter ein. aber man sucht« sich nun mit diesen ungeheuren Naturerschernumgen philo­sophisch abzu finden und ihnen mit der Kraft eines erkennen­den Geistes zu begegnen. Derartige Versuche, diese grouen Unglücksfälle der Natur" in das Weltbild einzuordnen, fin­den wjr schon im Mittelalter, entschiedener rn der Renaissance, so bei Giordano Bruno, am bedeuWamsten rn dem ..philosophischen" 18. Jahrhundert. So sind durch die Revolutionen" der Erde Revolutionen des Geistes entfesselt worden, indem kühne Denker sich im Anblick dieser blind wütenden Naturgewalten von Vorurteilen frei machten und zu einer köderen Betrachtung der Dinge aufschwangen. Das wichtigste Beispiel für diesen Zusammenhang sind di« philo­sophischen Streitigkeiten, die durch das Erdbeben von Lissa­bon. das im November 1755 zwei Drittel der Stadt und 30 000 Menschen vernichtete, hervorgerufen wurden.

Unsere Zeit, die weniger eifrig den Rätselfragen der Menschheit zugewendet ist. kann sich schwer vorstellen, welch eine ungeheure Erschütterung der Gemüter dies Erdbeben hervorrief. Während ähnliche Katastrophen der neuesten Zeit, etwa der Ausbruch des Mont Pelö. der Untergang San Francisros' oder MeUnas, kaum irgend welche Spuren in den Denksystemen hervorgeiufen haben. Iahen sich durch die­ses Erdbeben die reifsten Denker jener Epoche veranlagt, ihre Lehvnsnnschauung erneut zu prüfen und . neue kühne Ideen zu fallen. Diese Katastrophe, die so jäh einen blühen­den Landstrich in eine Wüste verwandelte. war ja wie ein Hohn gegen die Philosophie, die damals die Gemüter be­herrschte - gegen den Optimismus von. Leibniz. War das nun jene bestmögliche dieser Welten, die unsere Erde nach der Anschauung des deutschen Denkers darstellen sollte? Ein allgemeines wikdos ..Rein" schallte dem entg.e.gen und di« ersten starken Zweifel an der Modevbilosewhie stiegen auf. Die Aufregung, die das Erdbeben von Lillabon bis in die Kreise des Volkes und der Kruder hervorrief. ist uns am heften von Eoetbe im Anfang von ..Dichtung und Wahrheit' geschildert worden. Er spricht von demungeheuren Schrecken", der sich ..über die in Frieden und Ruhe schon ein- gewohnte Welt verbreitete". Die Schilderung des Erdbebens ist in dem etwas kindlichen Stil gsbalten. in dem sie dem Knaben Goethe sich darbieten mochte und wie sie ibm Bettina von Arnim vorerzählt hatte.Der klein« Wollaang batte keine Ruhe mehr!" schreibt Bettina nach den Erzählungen von Goethes Mutter in ibrem ..Briolwochsol mit einem Kinde".Das brausende Meer, das in einem Nu all« Schiffe niederschluckte und dann hinaufftiea am Ufer, um den unge­heuren königlichen Palast zu verschlingen, die hohen Türme, die zuvörderst unter dem Schutt der kleineren Häuser begra­ben werden, die Flammen, die überall aus den Ruinen her­aus. endlich zufammenschlagen und ein grobes Feuermeer verbreiten, während eine Schar von Teufeln aus der Erde hervorsteigt. um allen histein Unfug an den Unglücklichen aus- zuüben machten ihm einen ungeheuren Eindruck." Bettina erzählt auch, wie die Allgemeinheit sich mit diesem Schrecknis abzufinden luchte:In den Kirchen hielt man Dußprediaten. der Paust schrieb ein allgemeines Fasten aus. Die Bibel wurde angeschlagen. Gründe für und wider behauptet: das alles beschäftigte den Wolfgang tiefer, als einer ahnen formte." Auch Goethe selbst spricht inDichtung und Wahr­heit" von den geistigen Umwälzungen, die stch daran schlossen: ..Die Gottesfürchligen liehen es nicht am Betrachtungen, die Philosophen nicht an Trostgründen, an Strafpredigten die Geistlichkeit nicht fehlen."

Goethe hat sein ganzes Leben hindurch diese Kindbeits- erinnerung nicht vergessen und konimt immer wieder auf das Erdhoben und leine Folgen für die geistige Entwicklung zu­rück. Noch 1830 vergleicht er die Julirevolution mit jener von 1755. indem er an W. v. Humboldt schreibt: ..Wie das Erdbeben von Lissabon fast im Augenblick seine Wirkungen au? die entferntesten Seen und Quellen spüren lieb, so sind auch wir von jener westlichen Explosion, wie vor 40 Jabren. unmittelbar erschüttert worden." Allgemein deutete man da­mals das Erdbeben als einen Vorläufer des 7jäbrigen Knaus. so Friedrich der Grobe selbst im 2. Kapitel seiner ..Geschichte des 7jährigen Kriegs", so Voltaire in seinem Jahrhundert Ludwigs XIV." überhaupt ist die philosophi­sche Bewegung durch den Geisteskamps zwischen Voltaire und Rousseau in Fluh gebracht worden. Voltaire, der bis dahin ein Anhänger des Loibnizscken Optimismus gewesen war. wurde durch die Zerstörung Liffabons in diesem Glauben er­schüttert und schrieb sein LehrgedichtDas Unglück von Lilla­bon". in dem er behauptete, das sich die Weisen geirrt hätten: es fei nicht alles mit auf dieser Erde, und man müsse fragen. wie ein gütiger Gott solches Unheil zulasten könne. Darauf antwortete Rousseau, da das Gedicht Voltaires das größte Aufsehen erregte, m einem eine vollständige Abhandlung bildenden Brief an Voltaire, in dem er die Verteidigung der beiden Philosophen des Optimismus. Leibniz und Pope, übernahm. Er betonte, daß di« Leiden des einzelnen zu der Zweckmäßigkeit des Ganzen gehörten: nicht Gott sei an dem Untergang Lilläbons schuld, sondern die Menschen, die in ihrem Vorwitz grobe Häuser erbaut hätten, anstatt in Erd­löchern und Hütten zn wohnen, wie es die Natur befehle. Auch den Unglücklichen bleibe noch die Hoffnung, daß alles wieder aut werde. Über solche Antwort machte sich Voltaire nur lustig und schrieb nun seinerseits die heftigste Satire gegen den Optimismus, die es gibt, nämlich feinen berühm­ten RomanEandide". in dem die Erinnerung an die Lilla- boner Katastrophe immer wieder deutlich anklinat. Infolge dieser Streitfrage kam es zwilchen Voltaire und Rousseau zum endgültigen Bruch, der besonders für denBürger von Genf" von entscheidender Bedeutung wurde.

Aber nicht nur die Leiden groben französischen Denker wurden in ihrer Entwicklung entscheidend durch das Erd­beben beeinflußt. sondern auch Deuttchlauds größter Philo­soph Kant nahm dazu das Wort. Er auverte stch zunächst in zwei Januar-Nummern der ..Königsberg,scheu Nachrich­ten" über das Ereignis, das alle Welt beschatt,«io. und gab

bebons. welches am Ende des 1756ften Jahres einen groben Teil der Erde erschüttert hat." Kant beschäftigte stch rn seinen Aufsätzen und in feinem Buch streng naturwrllenschafh lich mit der Entstehung der Erdbeben und vertrat die durch die spätere Forschung bestätigte Anschauung, daß die große Verbreitung des Lillaboner Unglücks durch Fortpflanzung der Erderfchiitterungen im Meer verursacht worden sei. In einer Schlußbetrachtung spricht er sich aber auch vom phuo- sovbischen Standpunkt über die Naturkatastrophen aus und tritt demsträflichen Vorwitz" derer entgegen, dr« solche Schicksale alsverhängte Strafgerichte" ansähen und stch air- inahten,die Absichten der göttlichen Ratschlüsse einzuseben und nach ihren Einsichten auszulegen". Die Menschen soll­ten durch solche Unglücksfälle zur Betätigung der Menschen­liebe angeregt werden und dadurch sich ab halten lallen, durch eigene Schuld Drangsale über die Menschheit zu bringen, wie es durch Kriege der Fall sei. Auch Kant deutet hier bereits auf den großen ljähriaeN Krieg bin. Er schließt damit daß .her Mensch nicht geboren ist. um auf dieser Schaubühne der Eitelkeit ewige Hütten r» bauen." ,

Außer diesen bedeutendsten Äußerungen zu dem Ereig­nis sind noch unzählige andere Schriften erschienen, die alle von Erschütterung der Geister und ihr Ringen um «inen festen Standpunkt offenbaren. Eine ausführliche Geschichte des ganzen Unglücks, das vom 1. November 1755 bis zum 30. Februar 1756 in immer neuen Erdstößen fortdauerte. gab KAbelin in einem fünfbändiacn Werk. Eine abschließende klassische Darstellung des Erdbebens von Lillabon hat Alexander v. Humboldt im ersten Band seinesKosmos" geboten, in dem er die Erdbeben von seinem universalen Standpunkt aus in die Kette des allgemeinen Natur- seschebens einreihte. __

THe Scrme.

Die Sonne bat geheime Furcht empfunden.

Als ihrem Sein der erste Abend kam.

Ms ich sie sah. wie bald ibr Schein verschwunden. Rief ihre Seele aus in Abschiedsgram:

Geschöpfe, betet, wachet im Gebet.

Auf daß ich wiederkebre. wenn es tauf".

Der Wind bat ihnen Ruf binabgeweht Und alle Wesen haben aufgeschaut.

Und sich gelobt, zu beten und »n wachen.

Dock als die erste Stunde hingerollt.

Erschien der Scklaf und überwand die Schwachen.

Die nie vollbringen, was ihr Geist gewollt.

Und als die Sonne kam und lab. wie tief Das Meer und das Eebirg im Schlummer lag.

Und rings die ganze Welt hin über Ich lief In einen schmerzlos neugebornen Tag.

Empfand sie bitter, daß in keiner Nacht Für sie gebetet wurde. Untergang.

Vernichtung. Sterben wandern unbewacht Und einsam am verstummten Meer entlang.

Lotte Tiedemanm.

kurz daraus «ine eigene Schrift heraus:Geschichte und

Natuibeichreibuug der merkwürdigsten Vorfälle des Erd-

Die Schreibmaschine.

Von Curt Scibert.

Sie hatten schon oft Geschälte miteinander gemacht, weshalb die gegenseitige Werkschätzung nicht eben hoch war. Nachdem aber jeder den anderen in mustergültiger Weise mehrfach übers Ohr gehauen hatte, waren sie sich menschlich näher gekommen. Sie wohnten nicht in derselben Stadt und hatten daher eine ziemlich lebhafte Korrespondenz.

Magnus Zuckerkandel harte einen Fehler, nämlich, eine geradezu unglaublich unleserliche Handschrift. Mer jeden dieser Briefe ärgerte sich sein Freund Desiderius Leimgefäß, da er sie stundenlang entziffern mußte Eines Tages jedoch wurde Magnus modern und schaffte sich eine Schreib­maschine an. Leimaefäß war recht erstaunt, als er den ersten lelbstgeschriehenen Brief seines Freundes erhielt. Aber der war noch schwerer zu lesen als die handschriftlichen. Denn Zuckerkandel hatte Ti cf, dauernd vertippt.

.mit einer solzcn Mazine zu schreizen. izt zwar

nicht zo leicht, aber ez mazt sich vornehmer und zieht bezzer auz."

'Leimgefäß mußte allerdings zugsben. daß dieser Brief heller au-Aah als die früheren, wenn auch noch viele Fehler drin waren. Aber das Tivoen war eben nicht in zwei Tagen zu lernen. Trotzdem beschloß er. sich auch ein« solche Maschine zuzulegen und bestellte sie bei steinern Freund Zuckerkandel. Tlmgehend traf das Nachnabmevaket ein. denn im Geldsachen trauten beide dem anderen nicht wett. Desiderius packte lle aus. Es war eine hübsche kleine Maschine, und er überlegte schnell, daß er auf Grund von maschinengeschriebenen Briefen mebr Kredit bekommen würde.

Sie machte sich sehr nett und vornehm auf seinem Schreibtisch. Aber, als er damit .schreiben wollte, ergaben sich einige Schwierigkeiten. Die Maschine befaß einen Buch­staben. der sich überall nordrängte. ein sogenanntes vorlautes zet. Wo man auch drückte, immer erschien es an der falschen Stelle, nur wenn man es mal brauchte, dann versagte dies« Type.

Das war eine peinliche Entdeckung, und Desiderius hatte bald heraus, daß er mit dieser Schreibmaschine keinen ein­zigen Brief an seine Kundschaft schreiben konnte. Er bat daher seinen Freund um Rücknahme der Maschine und Be­sorgung einer anderen.

.Maz hast Du sür eine Mazine? Mein« gebt

nicht. Wo man tizzt, kommt ein_(kann es nickst

finzen. es funzioniert ntzt) Schizze mir eine andere Marine, eine wie Du hazt, mit diezer ist nizzt anzu- fazzen."

Auch diesmal kam die Antwort sehr schnell.

Habe keine Maschine mehr", schrieb Zuckerkandel in seiner unleserlichen Handschrift.Meine ist jetzt Deine! Bin froh, das Tier los zu lein. Das , kommt immer von selbst, vielleicht kannst Du es ab-

schrauben?"

Leimgefäß ärgerte sich drei. Tage. Dann telegraphierte er an seinen Freund, er habe die Maschine mit 400 Prozent Gewinn verkauft. Wenn er schon nichts von dem Ding hatte, sollte sich wenigstens sein Freund ärgern. Der aber tele­graphierte zurück:

Meine war geklaut!"

Seit dieser Zeit wechseln die beiden Genossen keine Briese mehr.

Das Hoch;eitsgeschenk.

Dis Sonne sandte beute ein mi Des Licht. das den Augen nicht wehe tat. und ein Lüftchenzog durch di«|S« J*® Parks, daß Ate und Blatter mahnten es !er Mttsiter Frühling Auf einer Bank saßen zwei Herren. Ne schienen einander nicht zu kennen: denn sie sprachen- nicht zusammen und hingen ihren Gedanken nach.

Der Wind, der im Schatten der VA^V^mr-nck^bmck Bank ausgeruht zu haben schien, erhob sich v otzsich. braw durch das Geäst und fegte über das Gras der Wicke und dm Kies des Weges. Als sei er der Polizist des Parks. Io trreb er allerlei Abfälle, die Zufall oder Unachsiamimt ausden Weg geworfen batte, vor sich her. Er fegte sie»klammem So glitt auck> ein Zeitungsblatt dahm. uick es wäre and« Bank vorbeigewsht. hätte sich der altere d^ oechen Herren nicht schnell gebückt und es an sich gerillen. Eilas. llmnerk- li-ch war der neben rbm Sitzende nabergeiückt und Aelte min in das Blatt. Der Lesende schaute aut. Blutrot, wie ein er­tappter Sünder, schreckte der andere zurück.

Verzeihung!" sagte er stockend. , ..

Aber bitte . . schauens nur ruhig mit in di« Zeitung. Was der Wind einem zuträgt, ist Allerwelisbesitz.

Die neueste Ausgabe. Von beut morgen. u Und heute bin ich noch nicht sum Zeitungslcken gekommen.

So so . . .". sagte der andere.Daher stellt.sich von einem Tag auf den anderen die Welt auf den Korr. Nicht gerade m der Politik. Aber wirtschaftlich - -- Lesen Ne nur: Eisenbabntarife verzebn-fucht. ein Brief zwanzigfaches Porto, und alle Preise wringen. Kern Wunder! Denn in jedem Ding stecken doch dann zehnfach« Bahn- und fache Postspcken . . . Und die logenannten ..wertbsstandlgen Löhne".Was mich nur immer wieder wundert, ist der Mut mancher Jungleute, heute zu heiraten. Lesen Ne nur. Zwei Svaiten Jn-strat« von Ehekustlgen,!

Tja. Ich weiß. Und zwei Ebeluftige sind auch schuld daran, daß ick heilte noch nicht dazu gekommen.bin. mein« Zeitung zu lesen. Ich habe nämlich heute schon eine Hochzert

n! orfraeit 9 Und Sie waren gar Trauzeuge? Na. da sind Sie ia gleichzeitig Date gewesen?

..Aber . . . a'ber . . .. wo foemfen S\t bin! E>s war erne Hochzeit gut bürgerlicher Leute., Ein Detter von mrr . . .

Sie müsien mich nicht m itzveriteben. Ich meine Ne standen Pate bei eiinem imaginären Kmd. einem üinvoas nicht der Storch bringt, nein, das von der unidwen Zeit, ttt der wir leben, geboren wird. Es heißtSorge .

.Sie haben recht: Heiraten heißtbeute nicht mehr nur sorgen", sondern Sorgen haben. Und nicht nur die zw nächst Beteiligten haben Sorgen. Auch unsereins muß sich den Kov? zerbrechen, weim der Freund^den Vuzfd Grs Leben" schließt. Zun, Beispiel: Was soll manschenken? Das Geschenk soll notwendig, nützlich. »wcckenUprechend und da- mit eines guten Emolangs sicher sim. Aber der Gew- beutel ist ein strenger Mabn-er. Jedes Stuck Glas oder Por-

^" N e^babm^recht!^ Worauf aber ist nun Ihre Wahl ge>

denken Sie: Ich habe dem jung«. Paar - mr. rm gewöhnliche Zeiten erzeugen ungewöhnliche Gedanken >ck> Hab' ibm ein Jahresabonnement auf die Zertuna geschentt. Zwölf Monatsbezugsguifcheine."

Die Bezugspreise steigen!

Gewiß. Aber was steigt nicht? Erhoben nicht Molkereien und Brauereien. Bäckereien und Meiereien alb wöchentlich ja alltäglich ihre Preise? Und ich backi.m «6 cm die Zeitungsvrei e. die bisher galten, denke, die GewiS- hckt daß die neuen Zuschläge stets nur ein Ausdruck des un. Umgänglich Notwendigen sind. Stecken nicht rn icder Zeitungsmimmer all die Preiserhöhungen iür die lsLcnsnot- weiid-men Dinge drinnen^ Wieviel menschsn,stehen rm Dienst der Zeitung? Der Mikchpreis und Bierprers. der Brotoreis uckd der Flekschpreis müßten -sich er-gentlich im Zertungsbe- zugsvreis genau ausdrücken. Aber tun sie s? ^ch^and bis­her noch immer, daß unsere geistige Nahrung am wohlfeilsten

mT leii haben recht. Es ist eigentlich auch von mir eine Dummheit gewcken. mein Blatt absubeckellen. Denken Sie mir: Gestern Lin ich eigens, um. den Wortlaut d« Ev Steu-ergefetze kennen zu lernen, ms Katieehaus gogansen-

.Na. da habm Sie ja sicher eine erkleckliche Zeitimgs-

sieuer^bemb,m Wirt will schließlich leben."

lN?anch!^Und sie'foll leben! Zu unser aller Seil!" R.-B.

Verachtet tritt die Märchen nicht.

Von Kurt Selling (Erfurt).

Abend ist es und die Dämmerung sinkt mäbli» her­nieder Und die Mutter sitzt ber dem groben Mickkorb,der nimmer leer werden mag. so rastlos auch die Mutterbande schaffen Müde vom Spielen und Spriugen in Hof und Garten'sind die Kinder hereingekommen. und bald klingt es bittend durch den Raum:Mutti, erzabl, doch was ^ Und die Mutter^ Wird sie die Kinder unwillig ver­weisen: .Ich habe m tun und keine Zeit!" oder wird sie mit m den Kleinen sagen:Kommt nur herbei. lÄdS et! feines ®Ä?WnK! Wird sich die Mutter die beste Gelegenheit, auf die Kinder rn lbrem Smne einz'.p wirken, entgehen lallen, oder mird sie den G.

Dock für ihre Kinder soll ja rede, Mutter immerZeit haben" (wie -bitter muß es auch das Knch dünken, wenn dies nickt der Fall ist!!, und so wird man bald beim schönsten Erzählen sein. Und eine Mutter wird., die seopferte Zeit nicht reuen denn Glch ein trauliches Dammersiundchen voll Märchenerzählen ist nicht nur für die Kinder eine unge­trübte Freude auch der Erzählenden witzd sie dazu werden, m einer Stunde friedlichen Rastens. in der einmal die grauen Alltagsforgen zu leeren Schemen und vergellen werden.

Ja. das Märchenerzählen bat es an sich. Gbickl^ch und - dankbar schauen die Augen der weltentrückt lauschenden Mädels und Buben zu uns auf. und so völlig erns suhlt man -sich in dem gemcknswmen geistigen Erleben all der vielen seltsamen Märchenwunder und -Taten: man sorgt sich mit dem Bangenden, wenn die schweren Prüfungen kommen, und ist dann froh niit dem Frohen, wenn zuletzt doch- noch alles ein gutes Ende findet.

Und dabei ist auch schon ganz unbemerkt das Mitleid mit dem Bedrängten in dem Kind erwacht. Das aber-st der Segen des Märchenerzählens, dre Beeiuslullung des Kindes zum Guten, die wir nutzen sollen. Besser als durch weise Lehren und Ermahnungen, können wir hier dem Kmd Liebe des Guten und VeraÄckeuung des Schlechten in lein Herz «..US «« tWt mernßtr.