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Freitag, 20. Juli 1923.

Wiesbadener Nachrichten.

Zum Ferienbeginn.

Die großen Schulferien Emen beute ihren Anis-ang. Damit beginnt die schönste Zeit der Fugend, dre Tage, um welche das ganze Jahr über gewartet wird. Ferren! M" diesem Wort verknüpft sich wühl noch für alle, die der»ule längst entwachsen sind, die Erinnerung an eine herrlich >ci »one Zeit des süßen Nichtstuns, der schrankenlosen Frerbert rn der sommerlichen Natur. Wenn auch die heutigen Zertverba.lt- nisse manche Hemmungen veranlassen, so bann die Jmiend doch die goldene Zeit zu ihrem Büsten ausuutzen. Und wo ist ein Schulkind, das nicht der Erholung bedürfte rn viufem Jahr? Freilich, in derselben Ausdehnung wre fruher rst es nicht möglich, allen Kindern einen Landaufenthalt mr dre Ferientase zu verscha-ifen. Wer sowohl die Etadtvemval- tuna. als auch einzelne Wobltätiskeitsvereine haben es er­möglicht. daß wenigstens denen, die es am notwendigsten haben, ein kurzer oder längerer Aufenthalt aus dem Land gewährt werden konnte. So sind schon vor einiger Zeit e twa 50 Wiesbadener Knaben und Mädchen zu deutschen Lands­leuten in Siebenbürgen gereist: auch in der Schweiz konnte ein« große Anzahl deutscher Kinder untergelbracht werden. Und auch allenthalben in Deutschland, so z. B. in Bayern, in Pommern und Ostpreußen. haben sich eine große Amsahl 'Landleute bereit erklärt. Kinder aus den Großstädten, be­sonders auch aus unserer Gegend, für die Dauer der Ferien auszunehmen. Wer auch diejenigen, für welche ein Land­aufenthalt nicht möglich ist. können in der herrlichen Um­gebung unserer Stadt Erholung finden. Da sind vor allem di« Feriensvaziergänge zu erwähnen, die auch in diesem Jhahr wieder veranstaltet werden und am Montag beginnen. In kleineren Gruooen werden die Schulkinder unter Aussicht Erwachsener täglich in di« Wälder rund um Wiesbaden ge­führt. wo sie Gelegenheit haben, sich im Freien zu tumm eln, bei fröhlichem Spiel Erholung zu finden. Das Luft- und Sonnenbad sowie die Strandbäder von Biebrich und Schwer­stem dürften an warmen Tagen besonders das Ziel der cilte- ren Schüler sein. Möchten alle, denen die Sorge für unsere Fugend, für das kommende Geschlecht, am Herzen liegt, ihre ganze Kraft daransehen, der Jugend alle Möglichkeiten zu eröffnen, die der körperlichen Erholung und Ertüchtigung dienen. Dann werden unsere Schüler und Sckülerivmen fröhliche Ferien haben und nach dem Wlauf der schulfreien Wochen mit frischen Kräften, geistig und körperlich erneuert, den Anforderungen der Schule gegenüberstehen. W.

Eemüsenachkulturen im Spätsommer und Herbstc.

Bei der lebten Bestellung, die im Hochsommer viorge- nommen wird, verwendet man nur Gemüsearten von mög­lichst kurzer Entwicklungsdauer, damit die Pflanzen bis zum Herbst ihre volle Ausbildung für die Küche erreicht haben. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert. F r ü h s o r len als Nachkulturgemüse anzubauen. Außerdem gibt es ja einige Sorten, die sich in besonders kurzer Zeit entwiö'eln. Bei den stark zehrenden Gemüsen. die als NaMrucht Wer- wendung finden sollen, muß eine gründliche Lockerung des Bodens vorgenvinmen werden. Wenn nötig, muß mit kiinst- lichem und flüssigem Dünger nachgeholfen-werden. Desvnldere Beachtung schenke man der Bodenbearbeitung mit der H acke, weil dadurch die Entwicklung gefördert wird. Nur bei s org- faltiger Behandlung wird man die zu erwartenden Erlange noch rechtzeitig ernten können. Besonders eignen sich Busch­bohnen und Scklatgemüse zu Nachkulturen. Mit großer 2 lus­sicht auf Erfolg kann selbst im Juli noch eine Nachsaat von Buschbohnen vorgenommen werden, die bis zum Eintritt der Fröste genügende Mengen grüner Bohnen liefert, und zwar eignen sich fast alle bekannten Buschbohnonsorten, die ja. an und für sich «ine kurze Lebensdauer haben und sich in den wärmeren Sommermonaten auch schneller entwickeln als die Frühfaaten. Don Kopfsalat sollte man stets Sehpflauzen vorrätig haben, um sie überall Hinsehen zu können, wo ein Plätzchen frei wird. Bon Endivien werden die Pflänzlünge im Juli auf die Beete gebracht. Feldsalat schießt in den heißen Sommermonaten leicht in Samen: er wird darum erst wieder von Anfang August an ausgesät. Nachaussaaten von Feldsalat können bis in den Oktober hinein erfolgen. Won Ende Juli bis Anfang August sät man Spinat in Abständen von 2 bis 3 Wochen, um immer ernten zu können. Svi nat und Feldsalat werden in Reihen gesät, uni die Entwicklung durch öfteres Hacken besser befördern zu können. Auch ma nche Kohlarten eignen sich zur Nachfrucht, besonders der Rosen­kohl. 'der. im Juli gepflanzt, sich bis zum Herbst gut au ;ge- hildet und viele Rosen in den Blattachseln anfetzt. Wenn die Bildung der Rosen noch nicht bis zum 20. September be­gonnen hat. fördert man sie durch das Ausschneiden der

(20. Fortsetzung.) Nachdruck vervoter u

Der unheimliche Gast.

Roman von Sven Elvestad.

Während Ingenieur Haller langsam durch den Garten schleuderte und sich dem Hofplatz näherte, wo der Wagm jetzt vorgespannt wurde, durchdachte er wieder und wieder die seltsame Situation und die auf­fallende Veränderung in Frau Alexandras Auftret en. Er kam zu folgendem Resultat: Der Mensch, der zu ihr eingedrungen war, während Gaarder sich auf seinem Rundgang befand, hatte ihr anfangs höchstes Entsetzen eingeflötzt. Als sie aber hörte, daß Gaar der und er sich näherten, hatte die Angst, daß ihr Mc:nn oder ein Fremder sie mit dem mystischen Besucher zu­sammen sehen konnten, ihren Schreck ganz verdrängt. Darum hatte sie ihm Gelegenheit gegeben, durch das Fenster zu entfliehen. Warum aber? Was hatte diesen plötzlichen Umschwung bewirkt? Erst hatte sie voller Angst um Hilfe geschrien, wie ein Mensch in äußerster Rot, darauf aber hatte der. Gedanke, d atz andere die Ursache ihres Schreckens sehen würden, sie noch mehr entsetzt ... Als Ingenieur Haller in sein en Betrachtungen bis hierher gekommen war, begriff er, daß ihm alles klar sein würde, wenn er wußte, u>er der mystische Fremde war. Dieser Fremde, der tot und doch lebendig war, denn datz er derselbe sei, d en Dr. Benediktsvn im Korridor D verschwinden s,rh, daran zweifelte er nicht mehr. Auch war es-ihm ki'.ar, datz es dasselbe Wesen gewesen, dem Gaarder nachts begegnete, übrigens war mit Gaarder dieselbe m erk­würdige Veränderung vorgegangen wie mit Frau Alexandra. Erst das Entsetzen über den Menst hon oderdas Wesen", seine Hilferufe und sein heftiger Wunsch, daß man ihm beistehen möge und bann seine Angst, datz andere Einblicke in das Geheimnis bekommen könnten.

Der Ingenieur verweilte bei dem Ausdruckdas Wesen", der just das Unwirkliche der ganzen Sache zu umfassen schien. In dem strahlenden Morgen, dem beginnenden Tag mit seinem Arbeitslärm wirkte dieser Ausdruck absonderlich und unbegreiflich. Der

_ Wiesbadener Tagblatt. _

Spitze. Wo Spätkobl wegen bei ander er Verhältnisse nickt bockkomnren kann, da können wir mit Frühkohlsorten, z. B. Heinemanns Juni-Rieien. nock eine gute Ernte erzielen, wenn das Setzen spätestens im Juli erfolgt. Vor allen Dru­sen ist aber der Grünkohl hier zu nennen. Seine Pflanz- zeit dauert bis in den August hinein, und als genügsames Pslanzenwefen kann er überall aus leere Beete gesetzt wer­den. Die besten Sorten für die Küche sind die niedrigen und mittelhoihen. Man pflanzt sie in Abständen von 50 bis 60 Zentimeter. E:n mehrjähriger Krauskohl, der im Juli ge­fetzt und im nächsten Herbst und dem darauffolgenden Früh­jahr gute Ernten bringt, ist der Pflückkohl. Ferner wird FriihlinigZschnittkohl im September in Reihen von 15 bis A> Zentimeter Abstand gesät und im nächsten Frühjahr wre Spinat geschnitten und verwertet. Setzvflanzen von Kohl­rabi müssen in einem richtig bewirtschafteten Gemüsegarten immer vorhanden sein. Nachzuchten müssen darum oft wieder­holt werden. Für das Pflanzen von Anfang bis Mitte Juli eignet sich vor allen Dingen die SorteRiese Goliath". Kleintreibende Sorten, wie z. B. Wiener Elaskohlrahi und ..Dreienbrunnen", können sogar noch Anfang August ge- pslanzt werden. In Gruben lassen sie sich bis in den Winter hinein aufbewahren. Wurzelgemüse geben vielfach noch gute Ernten. Besonders sind zur Aussaat int Juli die kleineren Karottensortcn. wie Pariser und Duwicker. zu vinpsebken. Si§ bilden sich bis zum Eintritt der kühlen Jahreszeit voll­kommen aus. Schwarzwurzeln werden dort, wo die Früh­jahrsaussaat bis zum Herbst keine verbrauchsfäbigen Wur­zeln gibt, schon im August in Reihen auf ein abgeerntetes Beet gesät. Winterrettich kann noch im Juli gesät werden. Radieschen werden erst wieder von Anfang August ab aus­gesät. wenn die kühlen und taufrischen Nächte beginnen. Sveiserüben. di« sehr lohnend stnd. werden leider noch zu wenig angebaut. Dieses leicht heranzuziehende. billige und bekömmliche Gemüse muß mehr beachtet und als Nachkultur auf abgeernteten Beeten besonders häufig angebaut werden. Als empfehlenswerteste Sorte seien ..Heinemanns weiße Winter" und ..Heinemanns Delikatest" empfohlen. Außerdem kann noch Porree bis in den Augnst hinein angevflanzt wer­den. Die allerfrüheste weiße Frühjahrszwicbel wird im August ausgMc. im Oktober in geringen Abständen aui Beete gepflanzt, überwintert und gibt im Mar des nächsten Jahres gänseeigroße Zwiebeln.

Ferienspaziergänge. Am Montag, den 23. Juli er., nachmittags 2 Uhr. versammeln sich die Schüler(rinnen). welch« an den diesjährigen Ferienspazievgängen teilnehmen, mit ihren Führern( innen) in dem Hof der Volksschule an der Bleichstraße bezw. in dem an der Kastellstraße zum ge­meinsamen Abmarsch nach der Nonnentrift.

Wasser-, Gas- und Sirompreiserhöhungen. Der Magistrat veröffentlicht im Anzeigenteil erhöhte Preis« für Wasser. Gas und elektrische Arbeit. Die Steigerung ist die Folge erhöhter Kohlenpreise. *

Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften am Mittel­rhein. Unter d«m Vorsitz des Geheimen Justizrats Dr. A l b e r t i (Wiesbaden) fand in Frankfurt a. M. in Gegenwart der Vertreter von Regierung und interessierten Körperschaften die diesjährig« Hauptversammlung der Er­werbs- und WirOchaftsgeniossenfchafton am Mittelrhein statt. Dem Jahresbericht zufolge gehören dem Verband gegen­wärtig 85 Kreditgenossenschaften und 20 gewerbliche Ver­bände an. Durch die Besetzung ist chas Verbandsgebiet ge­trennt. Der Borsitzende hob hervor, daß die Genossenschaf­ten für die künftige wirtschaftliche Neuordnung als kräftigste Stützen des wirtschaftlichen Lebens zu betrachten seien. Der- Landsanwalt Dr. Meyer (Berlin) bot in einem Vortrag «in umfafssndes Bild über die Genosseiffchaftsböwegunig un­ter ldom Einfluß der allgemeinen wirtschaftlichen Lage. Die großen Zahlen der Bilanzen zeigen di« Geldentwertung, aber eine Bilanz, auf Gruud der Goldmark aufgestellt, werde trotz aller Eewinnzahlen eineu Verlust der Substanz erkennen lassen. Die Geldflüssigkeit solle die Verbände zur Erhöhung der Anteile und zur Schaffung stiller Reserven anregen. Kleine Genossenschaften seien nicht mebr lebensfähig. Die Aufwertung der Mark in Goldmark in bezug auf Hypotheken kann auch Mr Folge haben, daß man die Rückzahlung der Kriegsanleihen ln Gold vom Reich verlangen werde, eine Frage, die für die Genossenschaften von größter Bedeutung sei. Der zerfetzenden Wirkung der augenblicklichen Verhält­nisse müßten sich die Genossenschaften mit Energie entgegen- stemmen. Der Revisionsbericht ließ die Notwendigkeit der regelmäßigen Nachprüfungen erkennen. Zum Vertreter des besetzten Gebiets wurde Revisor Seibert (Wiesbaden), zu dem des unbesetzten Gebiets Direktor Stauffer (Frankfurt) ernannt. Vorsitzender des Verbands bleibt Dr. Alberti (Wiesbaden). Zum Geschäftsführer für das Jahr 1923/24 wurde die Wiesbadener Bank gewählt.

Ingenieur wandte sich dem Hotel zu, das jetzt im vollen Tageslicht dalag, das große Hotel mit seinen Balkons, Türmen, Säulen und zahllosen Fenstern. Viele der Fenster starrten mit bleichen, herao- gelassenen Jalousien, vor anderen bewegten sich die gestreiften, mit Fransen besetzten Markisen in der Sonnenausgangsbrise. Er wußte jetzt, daß sich hinter den weitgestreckten Mauern ein düsteres Geheimnis barg. Dort wohnt ein Mensch, sagte er sich, eist leben­der Mensch, der ein kühnes und gefährliches Spiel spielt, ber dem der Einsatz vielleicht Leben und Tod bedeutet. Ein Mensch, wiederholte er halblaut, ein Fremder. . .

Im selben Augenblick bog eine zierliche Gestalt um die Ecke. Der Naturforscher Arran, in einem braunen Sportanzug, die Botanisiertrommel an einem Riemen über der Schulter. Er steuerte auf den Weg zu, der in. den Wald führte, schwenkte aber ab, als er des Ingenieurs ansichtig wurde.

Schon so zeitig unterwegs?" fragte er und blin­zelte ihm mit seinen merkwürdigen Augen hinter den Brillengläsern zu.

Die Frage gebe ich.Ihnen zurück", antwortete der Ingenieur,ich pflege meinen Movgenspazjergang stets so zeitig zu machen."

Sie waren im Garten, wie ich mir denken kann!"

Im Garten und ringsherum." Haller zeigte auf die Umgebung.

Arran betrachtete ihn eine Weile schweigend, während er auf seine merkwürdige, spöttische Weise lächelte. Fast schien es, als ob er sich darüber freute, dem Ingenieur einen Streich gespielt zu haben. Und als er nach einem kurzen Nicken den Ingenieur ver­ließ un'r sich dem Walde zuwandte, konnte man seinem Rücken ansehen, daß er sich vor Lachen schüttelte.

Während Arran im Waldesdickicht verschwand, dachte Haller:

Ich will sein Zimmer untersuchen, während er unterwegs ist, und wenn ich bei ihm einbrechen muß."

XVII.

Ingenieur Haller hatte aus der Fremdentafel ge­sehen, daß Dr. Arran Zimmer Nr. 122 in der zweiten

Nr. 167. Seite 3.

Wiesbadener Viehhofmarktbericht. Amtliche Notie­

rung vom Donnerstag, den 19. Juli. Aufgetrieben waren:

8 Ockfen. 8 Bullen. 38 Kühe und Färsen. 109 Kälber.

42 Schafe und 196 Schweine. Marktverlauf: Bei lebhactem Geschäft in allen Mehgattungen wurde der Markt geräumt. An Preisen wurden (alles 1 Pfund Lebendgewicht) notiert: Ochsen: vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwerts im Alter von t bis 7 Jahren 30 000 bis 31000 M.. die noch nicht gezogen haben lunigejocht) 31000 bis 32 000 M.. junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 27 000 bis 28 000 M.. mäßrg genährte junge, gut genährte ältere 24 000 bis 25 000 M. Bullen: vollfleischige ausge­wachsene höchsten Schlachtwerts 26 000 bis 27 000 M.. voll- fleischige jüngere 24 000 bis 25 000 M.. mäßig genährte junge und gut genährte ältere 20 000 bis 22 000 M. Färsen und Kühe: vollfleischige ausgemästete Füllen höchsten

Schlachtwerts 31 000 bis 32 000 M.. vollfleischige ausge- mäftete Kühe höchsten Schlachtwerts bis au 7 Jahren 28 000 bis 29 000 M.. wenig gut entwickelte Fällen 26 000 bis 27 000 Mark, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte junge Kühe 22 000 bis 24 000 M.. mäßig genährte Kühe und Färsen 18 000 bis 20 000 M.. gering genährte Küb« 15 000 bis 16 000 M. Kälber: feinste Mastkälber 37 000 bis 38 000 M.. mittlere MM- und beste Saugkälber 36 000 bis 37 000 M.. geringere Mast--und gute Saugkälber 34 000 bis 35 000 M.. geringere SwmMlber 30,000 bis 31000 M. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 24000 bis 25 000 Mark, geringere Mafthämmel und Schafe 21 000 bis 22 000 Mark, mäßig genährte Hämmel und Schafe 16 000 bis 18 000 Mark. Schweine: vollfleifckige Schweine von 80 bis 100 Kilogramm Lebendgewicht 37 000 bis 37 500 M.. unter 80 Kilogramm 36 000 bis 37 000 M.. von 100 bis 120 Kilo­gramm 37 000 bis 38 000 M von 120 bis 150 Kilogramm 37 000 bis 38 000 M.. unreine Sauen und geschnittene Eber 33 000 bis 35 009 M.

Ein neues Gesetz über die patentamtlichen Gebühren

kann in der Geschäftsstelle der Handelskammer. Adelbeid- straße 23, eingesehen werden.

Umsatzkteuerpslichtige Mitgliederbeiträge. Vereins­beiträge stnd :m allgemeinen nicht umfatzsteuerpflichtig. können es aber werden, wenn sie eist Entgelt der einzelnen Mitglieder für Sonderleistnngen des Vereins darstellen. Ein Urteil des Reichsfinanzhofs erklärt als notwendig für die Umsatzsteuerpflickt. daß die Zablnngen nicht reine Mitglieds- beiträge stnd. die ohne besondere Gegenleistung entrichtet weiden. Es muß stck vielmehr um Entgelte für besondere Leistungen an das Mitglied handeln. In dem veranlaffen- den Fall handelte es stck um einen Kefselüberwackungsverein. Jedes einzelne Mitglied mußte Beiträge nach der Zahl und Größe der überwachten Kessel leisten. Wenn auch diese Zah­lungen als Jahresbeiträge bezeichnet werden, so stnd sie in Wirklichkeit doch eine Vergütung.

Neue Vorschriften für die Barfreimachung. Mer die

AUtemvelung mit dem Freistempel hat das Reichsvost- ministerium neue Bestimmungen ln die Dienstanweisung aus­genommen. Die damit zu bedruckenden Sendungen können auch innethalb desselben Orts bei geeigneten Postanstalten ohne Barfreimachungsmaschine eingeliefert weiden. Für die Beförderung von der Einliefernngsanstalt zu dem Frei- mackungspostwmt werden keine Gebühren erhoben. Die aus­wärts eingelieferten Sendungen werden mit der Briefpost befördert. Die Verpackung ist Sache des Auflieferers. Sie muß gut und fest sein, damit die Sendungen nicht Kniffe er­halten, die das gerade Durchlauifest d«rch die Maschine ver­hindern. Sie kann aber ans die einfachste Art vorgenommen werden. Die Poftanstalten sollen dabei den Auflieferern durch Überlassung von Post sacken ufro. an Hand gehen.

Strafnachrichten werden nach einer amtlichen Zusam­menstellung mit ausländischen Regierungen auf Grund von Verträgen und Übereinkommen jetzt ausgetcmscht mit Bel­gien. Bulgarien, Deutsh-Ltsterreich, Frankreich für Elsaß- Lothringen. Griechenland. Italien. Liechtenstein. Luxemburg, den Niederlanden. Norwegen. Paraguay, der Schweiz. Spanien und der Tschecko-Slowakei.

' Verminderte Inanspruchnahme der Gerichte. Die

Inanspruchnahme der Gerichte hat im Jahr 1922 gegen das Vorjahr entschieden abgenommen, bei den bürgerlichen Recktsstreitigkeiten ohne Zweifel wegen der steigenden Kosten. Das Jahr 1921 hatte eine beträchtliche Vermehrung der Geschäfte gebracht. 1922 ist dagegen bei den preußischen Amtsgerichten die Zahl der gewöhnlichen Prozeße von h 783 972 auf 713 841 zurückgegangen, die der Mahstssachen von 1570 084 auf 1 367 235. die der Urkundenprozeffe von 9834 , auf 5324, ster Äufgebotsverfahren von 28 394 auf 20 701. Konkursverfahren von 1659 auf 552. Zugenommen haben dagegen die Sachen der freiwilligen Gerichtsbarkeit. Es stieg die Zahl der Urkunden usw. von 169 984 auf 237 211.

Etage bewohnte. Sein eigenes Zimmer lag auf dem­selben Gang, und er begab sich geradeswogs hinauf. Er hatte erwartet, Arrans Tür verschlossen zu finden, doch war sie offen. Mit einer gewissen Enttäuschung stellte es dies füst. Das Zimmer lag im Halbdunkel, da die dicken Vorhänge zugezogen waren. Die Tür zum Balkon stand offen und die Falten des Borhanges bewegten sich leise.im Luftzug; durch einen Spalt fiel ein kreideweißer Lichtstreifen auf den dunkelroten Teppich. /

Arrans Zimmer war eines der besten im Hotel, es besaß jeden Komfort, den ein erfinderisches Gehirn sich ausdenlen kann. Der Ingenieur drehte die Decken­beleuchtung an, eine Alabasterschale, die eine matte, gelbe Beleuchtung ausstrahlte. Darauf schloß er das Zimmer von innen ab und zog die Vorhänge von dem Alkoven zurück, wo das Bett stand und von wo eine Tür zu einem kleinen Baderaum führte.

Arran hatte es nicht einmal für nötig gehalten, feine Koffer abzuschließen, alles hier drinnen trug das Gepräge einer gewissen Sorglosigkeit und Unordnung, wie man es von Studentenbuden kennt. Das Reise­necessaire stand mit anfgeschlagenem Deckel auf dem Bett, Toilettengegenstände in Silber lagen im bunten Durcheinander,' Auf dem Toilettentisch lagen Flakons und Puderdosen, französische Parfiims und andere feine Essenzen und mehrere Schlipsnadeln aus Gold mit Brillanten Hier war der Bademantel. Pyjamas aus japanischer Seide, Pantoffel aus weichem Leder und eine lange Reihe Stiefel und Lackschuhe auf Leisten gezogen. Das ganze Interieur verriet, daß der Bewohner ein verfeinerter und verwöhnter Dandy war. Der Ingenieur stand eine Weile gegen das Ende, des Mahagonibettes gelehnt und betrachtete diese Sachen, zwischen denen er nicht ein einziges von den Dingen fand, die er suchte. Während er noch so stand, hörte er ein Geräusch, ein Rascheln der Portiere vor der Balkontür, und sofort wußte er, daß er nicht allein sei. Hastig wandte er sich um und stand Auge in Auge mit seinem Freund Dr. VenÄiiktson. Der Doktor lächelte. Er war vom Balkon gekommen und hatte schon eine Weile hinter dem Vorhang gestanden.

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