Einzelbild herunterladen
 

Ufifsliatowr T

®wlau Lanzgass« 21 A BW

* <w ^». : ÄJ^ , S!n^?k b S bs j 4 S^ SMWt * s - Wöchentlich 6 Ausgaben.

_ Lanz-ass« 21

JtAllUttlCItf*«

_ motjens bis 6 Uhr abenbs, saftet Sonntags.

P-ftichecklaat»: Frankfurt a. Bi. Rr. 7416. ,

:3m Bering abgrholl: Mk. moo., m den Ausaadestellen: TOf. 19700 _ hi,v* hi. Tr»n«

ms Haus gebracht Mk. rooou.- monatlich. Die Bezugspreise sind freibleibend i

N'd"-n an: der Der,ag die Ausgabestellen, dke ^rZger 'und alle P°stansts,?en - L°°Wen BetriebsJt6rangen oder Streifs haben die Bezieher keinen 'Anspruch aus' ' des Blattes oder Erstattung des entsprechenden Entgelts.- - p 1 auT

Fernruf:

Tasblatthaus» Rr. 6850-53.

Don 8. Uhr morgens bis 8 Uhr abends, außer Sonntags. '' ' Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7485.

Finanz, und Lustbarkeits-AnzAgen Mk. 988 .-, auswärtige I'' örtliche Reklamen Mk. 1800.. auswärtige Reklamen Mk. 2700 . für die einsvaltiae deren Raum. Alle Zeilenpreise sind stets freibleibend: Erhöhungen mit sofortiger

für An,eiaei?»nd°MeNsm!^^^ ^trägen ohne besondere Mitteilung. Platz, und Datenvorschriftm l Anzeigen und Reklamen ohne Verbindlichkeit. Schluß der Anzetaen-Annabme: 10

Amerika und der Völkerbund.

Dl« aene Renierm» in Enaland sirrbt mit allen Kräften

den Völkekknmid in ein geeignetes Instrument ihrer Europäischen Politik tu verwandeln. Amerika und bei ge­nügendem Wotzlverhalten auch Deutschland sollen in ihn einLeroaen werde», damit man ihm die Kontrolle über die belebte» Gebiete in Deutschland und über dessen Finanz- wefen anvertvauen kanp. Man dari unter diesen Umständen mit neuen Bemübunsen der britischen Diplomatie rechnen, Amerika «um baldiaen lkiattitt i« dem Völkerbund zu be wegen.

Den n d ie öffentliche Meinung i» den Vereintsten Staaten «nrch noch nach wie vor von einer starken Abneigung gegen den bestehenden ..Völkerbund" befangen ist. so beschäf­tigt doch die Idee eine« echten Völkerbundes fast alle Kreis« de« amerikanischen Volkes auf das lebhafteste. Alle Parteien in der Union treten für eine Schlichtung internationaler Streitigkeiten durch Schiedsgerichte ein. Als der Weltkrieg zu Ende sing, glaubten kehr viele Amerikaner, daß das Zeit­alter der Kriege endgültig abgeschlossen sei. Der Versailler Frieden und die Art und Weise, wie die ..Völkerliga" zu­stande kam. enttäuschte. In den Wablkämofen trat zwar d-e demokratische Partei für den Anschluß an den Völkerbund ein. aber die remiblikanisch« Pariel konnte deshalb diesen um so rücksichtsloser als die ..Wilson-Liga" brandmarken, die Wnerika, wenn es ihm bei trete. nur in einen neuen eurenöischrn Krieg verwickeln könne. Es entstand eine grohe Verwirrung unter den Wählern. Mancher, der sein Leben lang republikanisch gewesen war. stimmte nun für die. demo- krntische Bartel, weil er Amerika für moralisch verpflichtet hielt, dem Völkerbunde beizutreten. Die Redner der revu- blikanischen Partei überzeugten aber eine grobe Mehrheit der Wähler, dah man gerade um einer zu erstrebenden ernst­haften Vereinigung der Nationen im Interesse des Welt­frieden, dem schon entstandenenVölkerbünde" fernbleiben müsse. Der bei der Brässdentenwahl für Harbins stimmte, tat es meist in der Meinung, dah er daprit für die Liga ein- «etreten lei. die ..die Liga" werden würde. Nur verhältnis- mäbig wenig« rndikale Revublikaner gaben stch als unver­söhnliche Gegner irsrndwelcker Verbindung mit irgendeiner europäischen Nation oder Gruppe von Nationen. So weit es stch dabei um Iren bandelte, bekämpften ste auf das bact- näckiafte. jede Anregung für ein Zusannnensehen mit Eng­land. In der groben Mehrheit, mit der er gewählt worden war. sab Präsident Harbins zunächst ein Mandat, dem Völkerbünde und allen Vereinigungen und Konferenzen, bei denen «s stch um die Löstm« von europäischen und östlichen Fragen barrdelt«, sernrubleiben.

Inzwischen ist di« Hardt nssche Regierung indessen von dieser Richtlinie schon Widerhall abgewichen. So vor allem durch di« Teilnahme an der Laulanner Konferenz. Nur das entschiedene Auftreten des amerikanischen Bevollmächtigten bat dort di« Kemal-Türkrn einzuschüchtern und England aus einer sehr bedenklichen Sackgasse beranszubringen gemuht.

Das Tis war damit gebrochen, und seitdem ist die Be­wegung Mr eine Anteilnahme am europäischen Ungelegen- beite» ln den Vereinigten Staaten ständig gewachsen. Sie hat vor allem zu einer engen Fühlung mit Grabbritannien geführt Um diesen-Kern soll stch allmählich der wirkliche Völkerbund amerikanischer Prägung gruppieren.

Die amerikanischen Verfechter eines ihren Idealen ent­sprechenden Völkerbundes berufen stch auf die Überzeugung der Mehrheit des Volkes der Vereinigten Staaten, dah die - isolierte Lage ihres Landes die Amerikaner befähige, inter- narioimle Fragen ohne jedes Mißtrauen, von dem andere, unter ungünstigeren Verhältnisse lebende Völker beherrscht stnd. zu beurteilen. Frei von Eroberungssucht und jedem Verlangen nach Vorherrschaft in anderen Teilen der Erde, seien st« als Teilnehmer an Beratungen europäischer Völker am besten in der Lage, diesen klar zu machen, dax moralische Faktoren bei internationalen Fragen mit in Betracht kommen sollten Das klingt gewih sehr schön, nur leider allzu illustonär! _

Ser NeUWfsWsM bei »mir.

Esse«. 2. Juli. Der über Duisburg verhängte Belagerungszustand ist auch ans die Städte Mülheim an. der Ruhr, Oberhausen und Hamborn verhängt worden. Die Städte sind sämt­lich isoliert, jeder Verkehr ist unterbunden. Die Zabl der bei dem Sprengstoffanschlag bei Duisburg ums Leben gekommenen belgischen Soldaten hat sich auf 18 erhöht. Eine Anzahl Verwundeter befindet sich in kritischem Zustand.

Die Durchführung der Repressalien.

Paris, 2. Juli. Havas berichtet aus Düssel­dorf, die Durchführung der von Lest Belgiern vor­gesehenen Repressalien habe bisher zu keinem ernsten Zwischenfall geführt. 25 Personen, die trotz der Verkehrssperre auf der Straße an ge­troffen wurden, feien festgenommen worden.

Mainz, 2. Juli. Heute morgen wurden die ver­brecherischen Anschläge auf Eisenbahnen im besetzten Gebiet durch einen Sprengungsversuch des Mainzer Tunnels, der den Hauptbahnhof Mtrinz mtt dem Bahnhof Mainz-Süd verbindet, fort- 6o>etzt. Auf der Nordseite des Tunnels (dem Haupt- bahnhof zu) waren zwei Bomben auf die vor- fpnngonde Brüstung am Eingang des Tunnels nieder- gelegt. Die «ine explodierte und ritz ein großes Loch m d,e Mauerung, die andere fiel auf die Gleise und explodierte nicht.

Mainz, 2. Juli. Zu dem heute vormittag 8 Uhr auf dem nördlichen Ausgang des hiesigen Eifenbahn- tunnels verübten Bombenanschlag wird initge- teilt, datz es sich um zwei Bomben handelte, von denen eine infolge Fehlwurfes auf der Fassade des -.unnels explodierte und dort Beschädigungen an- richtete. Die zweite Bombe fiel auf das Gleis und explodierte nicht. Vier Personen, die verhaftet wur­den, sind wieder freigelassen worden, nachdem sie ihr Alibi nachgewiesen hatten.

Berkehrssperre in Mainz.

Mainz, 2. Juli. In Anbetracht des Sabotage­aktes durch Bombenwurf haben die Be­satzungsbehörden folgenden Beschlutz gefaßt:

1. Der Verkehr der Personenauto­mobile, Motorräder und Fahrräder mit oder ohne Motor ist bei Tage und bei Nacht bis auf weiteres im Gebiete der Stadt Mainz (linkes Rheinufer), unter Einschluß der Vororte Mombach und Zahlbach, untersagt.

2. Der allgemeine Verkebr (Automobillastwagen und auch Fußgänger) ist bis auf weiteres von 9 Uhr abends bis 5 Uhr morgens im selben Gebiet untersagt.

3. Alle öffentlichen Geschäfte müssen um 9 Uhr abends geschloffen sein.

4. Gegenwärtige Verfügung findet keine An­wendung: .

a) auf das Personal, das der Hohen Kom- nnfsron angehört,'

b) auf die französischen Staatsangehörigen und auf die Personen, die denjenigen Mächten angehören, die an der Besatzung beteiligt sind'

c) auf die öffentlichen Geschäfte, deren In­haber oder Leiter französische Staatsangehörige oder Angehörige der an der Besa^mg stch be­teiligenden Mächte sind.

Diese öffentliche Geschäfte können unter der ausdrücklichen Bedingung offen bleiben, daß sie nach 9 Uhr abends kejine andere Person empfangen als das Personal, das der Hohen Kommission oder dem Besatzungsheere angehört die französischen Staatsangehörigen und die An­gehörigen der Mächte, die an der Besatzung be­teiligt sind.

Die Grenzsperre zwischen dem besetzten und unbesetzten Gebiet.

Mainz. 2. IM. Nach einer Verorldmmc« der Inter- allnettm Rh einig ns komm ifsion vertieren alle an Ä e - Staatsangehörige wussebänidfgte Erlaubnisschein« mrt W-rkung vom 1. Juli. Mitternacht ab. ihre Gültig! k e i t. Allen deutlichen Untertanen ist das Wevschreiten' der Grenze des besetzten Gebiets untersagt mit Ausnahme des A^N-^^sverkehrs und , zur Erledigung dringender Fam^enanigelegeMeiten. DiÄe Verfügung bleibt 1« Tage rn Kraft Vom 16. IM ab können neue Grenz- pafsterf Seine ausgestellt werden und die Grenzkarten erhalten wieder ihre Gültigkeit. Die ausnahmsweise zwi- !-ä>en oeim 2. uno 15. Julli krrsgeste'llten GvemvMi erMk'tne werden mrl einem roten Öuerstrich verleben.

Der Papst gegen die Sabotageakte.

Rom. 2. Juli. Der Papst bat den Nuntius in Berlin gebeten. ^ Unverzüglich bei der Neichsleitung vorstellig zu werän' Attentate für die Zukunft verhindert

Besorgnis in England.

London. 2. Juli. Die letzten Ereignisse im Rubr- gebiet sind hier mit größter B e s o r g n i s zur Kenntnis genommen worden. Zu dem Attentat auf einen belgischen Zug schreibt dieSunday-Expretz", datz die Attentate sich seit der Hinrichtung Schlageters vermehrt hätten, datz aber der Ausbruch des gewalt­same!' Widerstandes zusammen mit der verzweifelten Wirtschaftslage Deuffchlcmds unzweifelhaft zu einer Katastrophe führen müsse.

DerObserver" erklärt, die Urheber hätten gegen das Vaterland ein ebenso großes Verbrechen begangen wie gegen die Opfer. Darunter zu leiden hätten nur u n s ch ti i d i g e Deutsche, der passive Widerstand werde zu einec Gefahr', wenn Gewalt mit Gewalt er­widert werde. Er sei nicht nur ein Verbrechen, sondern auch ein Fehler.

Eine e» eti fMetige Me nt eie Wate.

.e®®? 0, 2. Juli. DasEcho de Paris" macht darauf ffeeÄ bi* Entente heute ein« ernste und

1 e 1 J.® e Woche beginne. Drei Angelegenheit';» dre »nr..Debatte stünden. Seit drei Tagen beschtzf- diap iranzcuüche., englische und spanischje Sachperstän- m ü u Schicksal von Tanger zu bestimmen, triei.n fL Verhandlungen seien nicht sehr ermutigend ge- werde m E e n f eine zweite Debatte im erofstwt. über bie Soarfrage. Es bandle einer^Regremngskommlsswn einen Proreh zu aiiriifw' flLH? 1 kinen. Mchcheidenden Einfwh

SeeiffA* RA darum, für Januar die Einsetzung ^<»w m l s s I o n vorzubererten. in der irgend riL Ä*, » Pastdent. der ^bem französtschen Mniste- £ om -Wtj5 a aJ t ' a r feindlich gesinnt sei. dre franzostsche Ausbeutung zum Nutzen di- 'udem er aber gleichseitig auch

ynLnw-I Alldeutschtums schleifen lasse. Für den Frankrerch aut die Nichtkomvetenz des Völkerbundes berufen. Er Tet nicht berechtigt, eine Eneueie veranstalten. Im Januar habe er die Muchtbefugnisse des französischen Delegierten und seiw'r SU erneuern. Frankreich werde wohl dafür sor>8«n. i 0 öei diesem An Iah nicht unterliegen werde. Drle Dt'tte Debatte sei dre ernsteste. Der französische Botschafter werde heute nachmittag tnt Foreign Office das Pro- der französischen Politik, das er schon seit dem 11. -v^unk vorgelegt habe, präzisieren. Schon scheine es. man werfe «Frankreich vor. es wolle nur mündliche Aus- u s2 b wan verlange ein schriftliches 2) of um ent. Angenblkckllch herrsche em Einver­ständnis zwi>>ch«n London und Paris. Warum wolle man das durch dm Gerichtsvollzieher feststellen lassen^ Warum wolle man nicht zu weniger irreführenden, weniger starren urid weniger endgültigen diplomatischen Verhand- lungen schreiten, als zu deri Konklusionen non Sachverstün- digen? Boldwrn rnid seine Kollegen erklärten, sic seien über dre Haltung Frankreichs enttäuscht. Um den Preis einiger formalen Befriedigungen glaubten sie Frankreich zu dem Aufgeben. sein« Programms veranlassen zu können uL Weinland eingeleitet habe. Sie dürften sich nur n * en U » ni) ialschen Auskünfte wundern. Auch derMatin kommt beute nochmals auf den Artikel ^klart. dah er. verleugnet werde, wünschen, dah unverzüglich in einer jede Zweideutigkeit ausschliehenden Form Baldwin und w r dah sie rn keiner Weis« mit dem Urteil

des ..Observer uberemstimmiten und dah ste in keiner

Werse beabsichtigten, die Methoden anzuwenden, die das Blatt. arvgekuiidigt habe. Entweder man wünsche in der Downingstveet oder rm Foreign Office die französisch- en g l ische Entente wiederherzustellen m diesem Falle könne man nur durch ein« den verschiedenen Jdeun Rechnung tragende ^.Möglichkeit und durch vollkommene Loyalität, die. man für dre Diskussion der widerftveitenden Thesen mitbrmgen könne Ettolg erzielen. oder man SIise «ch entschlossen indlfrerent für die Aufnahme freund- schaMicher und vertrauensvoller Beziehungen, dann aber

man nicht zu der jämmer­lichen Prozedur seine Zuflucht nehme, die darin bestehe stch der ersten formalen Schwierigkeiten zu entledigen, um glauben m mackien dah Frankreich allein inttansigeant vor- gebe und Hindernisse bereite.

DasJournal" schreibt die Engländer seien sehr Le- E. m der Rubranaelegenheit anzuknüpfen, denn sie fühlten, dah Frankreich die Zügel in Händen halte und dah Fran k- -hs Erfolg si ch« rgestellt sei. Wir stnd geneigt, schreibt das. Blntt. ste aufzunebmen unter der Bedinvun«. dah.-bre Rückkehr uns nicht verhindert, die von unserer Aktwm erwarteten Ergebnisse zu realisieren. In. dem Frage­bogen haben d'.e Engländer versucht, das Terrain zu be­stimmen und uns so weit wie möglich auf ihre Grundlagen zuruckzuschraulben. Sie begnügen sich mit d-r Requirierung ker deutschen Schuld und halten an Deutschlands gutem Millen, fest. Wir aber stnd verpflichtet, auf dem Terrain zu bleiben. -

DieEre Nouvelle" sagt, der Artikel desOVserver" zeige deutlich, dah die öffentliche Meinung in Eroh- brltannien sich wirklich täusche. Man habe es nicht nur mit einem ne;,teilen Schmoller zu tun sondern^ auch mit einem Gegner, der Herausgeber sei. das dürfe man nicht vergessen Um den Frieden zu retten, um die Fttndseligketten der Deutschen zu entwaffnen und um der Ungeduld der Türkt Herr zu werden, sei es nötig, eine weitgehende inter­alliierte Debatte einzuleitrn.

Englands Absichten.

London, 2. Juli. Reuter verbreitet folgende In­formation des diplomatischen Korrespondenten des Observer": Wenn Frankreich es ablehnt, auf die Fragen Großbritanniens eine schriftliche Antwort zu erteilen, werde die brittsche Regierung wahrscheinlich öffenüich erklären, datz die derzeittge Politik Frank­reichs zum Ruin Europas führe und werde Set« Handlungen mit Deutschland auf der Grundlage des deutschen Reparationsangebotes vom 7. Juni einleiten. Wenn Frankreich ' es Mehnt, daran teilzunehmen, werde Großbritannien selbständig vorgehen. Möglicherweise werde eine Konferenz der neutralen Staaten eiu- berufon werden zum Zwecke, eine Einigung mit Deutschlmtd ohne Frankreich herbeizuführen

London, 2. Juli. Reuter meldet, in offiziellen Kreisen Londons sei man überrascht über die An- deutting, die brittsche Regierung sei entschlossen, eine sofortige Regelung mit Frankreich zu erzwingen. Von ermächtigter Seite wird festgestellt, datz es durchaus voreilig wäre, von einem ge­sonderten Vorgehen Englands Deutschland gegenüber zu sprechen.