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Der Kampf um Deutschland. ! Eine Helle tzes ReWkanzlers in Minen.
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Fndencus Rex, an dessen für den Publikums- Seoruuch vergröberten Gebärden, an dessen Erena- ^Eltern und Geschützen geischichtsunkundige Lichtspielbesucher sich heute Trost holen, führte seinen Swbenjahrigen Krieg, weltgeschichtlich gesehen, nicht als der König eines gegen Europa kämpfenden Preußen, sondern (nachdem er zwischendurch der Verbündete Frankreichs gewesen war) als festländischer Degen Englands. Preußen focht an dem Ostflügel eines Weltkriegs, dessen Hauptbeteiligte England und Frankreich waren, und dessen politischer Schwerpunkt, ebenso wie sein Kampfpreis, schon damals gar nickt in Europa lag. Es ging um den Besitz der amerikanffchen Kolonien: und als Frankreich, nach dem Verlust dieser Besitzungen, Frieden schließen mußte, war auch Friedrich von Preußen gerettet. Natürlich kann man das Preußen Friedrichs II. dem Deutschland von heute so wenig gleichsetzen, wie sich der Weltkrieg des achtzehnten Jahrhunderts mit derRuhrbefetzung vergleichen laßt Immerhin war auch vor fünf Menischenaltern tot deutsche Staat Preußen zwar nicht der eigentliche Gegenstand, aber doch zum mindesten ein höchst wich- trqes Mittel des Kampfes zwischen Weltmächten. Diese MaMe mochten Friedrich als eine Schachfigur in ihrem Spiel an chen,- aber die Kämpfe Preußens um Schlesien, so unbedeutend sie vom Pariser oder Londoner Standpunkt zunächst wirken mochten, waren doch wichtig genug, um die Auseinandersetzung der Größten sehr stark zu beeinflussen, vielleicht erst in Gang zu bringen.
Warum diese Erinnerungen hier aufgeweckt wer- den? Um zu zeigen, daß auch heute die Gegensätze der Weltmächte zwar nicht nach dem Schema „Für oder gegen Deutschland" zu vereinfachen sind, aber daß sie dennoch nicht nur das Schicksal Deutschlands bestimmen, sondern auch ihrerseits durch die „Deutsche Frage" zun, wenigsten die besondere Färbung erhalten. Das Preußen Friedrichs war klein, aber wehrhaft und politisch überaus regsam: das Deutschland von heute ist militärisch webrlos. aber als Wirtschaftsgebiet, und natürlich nicht nur als Wirtschaftsgebiet, bedeutend genug, um durch sein Vorhandensein auf die Machtstellung der Weltstaaten auch in außereuropäischen Fragen entscheidend zu wirken. Am Rhein und an der Ruhr ist Machtstoff in ungeheurer Menge zu- smnmengeballt: ein Kräftereichtum, der seinen Besitzer oder Beherrscher unter allen Umständen groß macht, der durch deutsche Arbeit entstand und allerdings auch nur solange seinen Wert behält, wie die deutsche Arbeit ihm dienstbar bleibt.
An all das mutz man sich erinnern, um zu verstehen. warum die englisch-französischen Auseinandersetzungen trotz aller Weltausblicke nicht nur scheinbar, sondern tatsächlich ein Kampf um Deutschland sind, und warum die Reparations- und Ruhrfragen, die vom Standpunkt der Weltmachtpolitik fast unbedeutend erscheinen könnten, mit solchem Zeitaufwand, solcher Zähigkeit und unter so ungeheuren Schwierigkeiten erörtert werden.
Frankreich und England, die beiden Siegerstaaten 'Unter den europäischen Großmächten, schicken Blicke voll Sorge über den Kanal. Großbritanniens Regie rung und Presse finden es bei der Erörterung des Luftflottenbaus mit Recht nicht mehr nötig, den Namen des einzigen in Betracht kommenden Gegners, Frankreichs, zu verschweigen. Und das „Echo de Paris" gibt die Antwort zurück: es stehe gewiß jedem frei, das Maß und die Richtung seiner Selbstverteidigung zu bestimmen. Frankreich seinerseits glaube zu schwerer Rüstung genötigt zu sein, weil, der Versailler Vertrag, noch mindestens auf ein Meuschmalter hinaus, mit Gewalt geschützt werden müsse. Diese Auffassung der »deutschen Gefahr" ist höchst kennenswert.
Auf jeden Fall bleibt der Satz wieder in Geltung, daß es sehr teuer ist, gesiegt zu haben. Wenn zwei verbündete Staaten, die keinen noch stärkeren neben sich hoben, ihren gemeinsamen Gegner so vollständig niederwerfen, daß vor ihnen ein machtpolitisch leerer Raum entsteht, stoßen sie innerhalb dieses leeren Raumes aufeinander. Die Brlkanvölker haben das w kleinerem Matzstab vorgemacht, und wenn ein solcher Zustand auch nickt unbedingt Krieg bedeutet, so schafft er doch starke Gegensätze. Friedrich Naumanns viel- kelästertes Mitteleuropabuch war geschrieben, um — damals natürlich unter der Voraussetzung eines deutschen Sieges — die furchtbare Frage zu beantworten, wie das Reich nebst seinen Verbündeten es anfangen wlle. die Folgen dieses Sieges auszuhalten. Die entsprechende Lage der Verbandsmächte ist in ihrer Art kaum einfacher, als die Lage Mitteleuropas unter solchen Voraussetzungen gewesen wäre!
Juni. Der Reichskanzler ist heute na»mittag' von Elberfeld kommend, zu einem kurzen Besuch Eini^!^troffem Um 2 Uhr folgte der Reichskanzler einer a?**w? su einem Frühstück in engem Kreise.
MiÄu>e^»ch^^Eftuck begab sich der Reichskanzler mit dem f^ >.Ekbauininsster Albert urck Staatssekretär Hamm Handelskammer. Vizepräsident Rodewald be- RerckAanzler namens der Bremer Kaufmann- rndem er ihm dafür dankte, daß er es trotz Sorgen « möglich machte, einige Stunden in Bremen zu mf/kon. ^Vfemen^bab« sich durch den Eemeinsinn seiner r™*® durch alle früheren Schwierigkeiten hindurckge- Nachdem es in den Zeiten der Ohnmacht des auf eigenen Füßen zu stehen ge- sooat iiabe, habe es sich an das neue Deutsche Reich aus Herzen und voller Überzeugung angeschlossen und uitiewotforcri 1 ^ 41 *^ 11 dem Großen und Ganzen
Der Gedanke der Reichseinheil in ihm tiefe Wurzeln geschlagen. So werde mich jetzt, das Deutsche Reich von seiner stolzen Höhe gestürzt Bremer Kaufmannschaft treu zum Reich halten uns 'o-.-?E„Lwfer auf sich nehmen, die erforderlich seien, um Zerfall des Reiches zu verhüten. Der Wiederaufstieg lei heraus denkbar und müsse für
den Staat selbst erträglich sein. Maßnahmen des Staates zur
Linderung der Devisennot.
eine Erleichterung der Ausfuhr, r- s mjt ? wirksame Mittel. Die hanseatischen Kauf- «il ausländische, amerikanische, englische und holländische Kredite angewiesen. Jede Erschütterung des Vertrauens müsse schwere Folgen nach sich riehen.
Hierauf hielt Reichskanzler Dr. Cuno eine Rede, in °er er der Überzeugung Ausdruck gab. daß die Front fest bleiben und auch noch Schwereres zu ertragen wisse, so lange es notwendig sei. Denn jeder Mann und jede Frau wüßten, nach den bitteren Erfahrungen des Jahres 1918. was einem vorzeitigen Niederlegen der Waffe des passiven Widerstandes an Leiden für das besetzte Gebiet folgen würde. So 1,es davon u^rzeugt sei daß au? die Dauer Deutschland nur.bei sorgfältigster Beachtung keiner Lebensbedürfnisse Ätarmf 51 ^denso entschieden müsse aber jetzt der Ab-
bis »um guten Ende
aufrecht erhalten werden. Er verstehe sehr wohl, daß Maß- uad.m^a. wie,die Devifennerordnung. in Kreisen der Wirt- schaft hinstchtlich ihrer Nützlichkeit ansezweifelt werden, er reritehe den drrnaenden Wunsch nach einem rascheren Abbau der Ausfuhrkontrolle und ähnlichen Maßnahmen. Es komme aber letzt darauf an.
die Zuversicht des Bottes zu dem Staat
aufrecht zu erhalten und den Willen des Staates zu er- weuen. stch unter allen Umstäriden gegen alle Gefahren, sei es auch gegen die Wirtschaft, zu behaupten und den breiten Manen das Leben zu ermöglichen. Darum müsse die Wirtschaft für diese Zeit der Rot auch Maßnahmen auf sich nehmen und voll begleiten. die für regelmäßige Zeitei: schäd- lich erscheinen konnten. Der Reichskanzler leitete daraus das Rechts an die ganze Wirtschaft die Forderung zu stellen, dl« getroffenen Maßnahmen nicht nur zu beachten, sondern auck sse aus dieser politischen Überzeugung heraus mit Lebenswirksamkeit zu erfüllen. Der Kanzler besprach anch
die Ernährungslage.
für di« die Aussichten nicht ungünstig seien, die L o h n - frage, me so geordnet werden müsse, daß den Lohn- empfangern auch in Zeiten sinkender Mark ein Auskommen Amoglicht bleibe dre W ä h r u n g s f r a g e , die der
Regierung die Pflicht auserlegt, dafür zu sorgen, daß nicht
auf den Sturz der Mark eine Erschütterung der sozialen Ordnung und eine Erschütterung des Staates folge. Er
legte, dar. daß die Regierung für die Bedürfnisse und die
Bedrängnisse der Wirtschaft volles Verständnis habe und schloß mit der Aufforderung, eben deshalb der Regierung Vertrauen entgegenzubringen und ihr die Erfüllung ihrer politischen Pflichten nach Kräften zu erleichtern. Der Kanzler beendete seine Ausführungen mit einem
Ausblick in eine bessere Zukunft,
in welcher der hanseatische und insonderheit der bremisch- UnternehmungWeisb der schon jetzt so viel zur Unterstützung d«r deutschen Wirtschaft leiste, stch frei entwickeln werde urck Deutschland wieder als gleichberechtigtes Glied wie ledes andere , ebenbürtige in die große Weltwirtschaft frei und lebenskrast'ss einfügen werdet
M MeiWll mm Sie Mldeskwigm Me.
Berlin, 30. Juni. Aus Anlaß der Verhandlungen tn der Zentralarbeitsgemeinschaft über die Frage der wertbeständigen Löhne wies gestern der Deutsche Arbeitgeberverband in einer Versammlung auf die großen Schwierigkeiten hin, die sich der Lösung dieses Problems entgegenstellen. Nach Ansicht desArbeitgeberverbandes sei eineLohnstabilisie- rung für sich allein nicht durchzuführen. Eine Lohn- stabtlisierung würde die langwierige Umgestaltung der gesamten Wirtschaft auf eine Goldbasis zur Folge haben. Eine Arbeitslosigkeit in größeren Umfang würde die Folge sein und ein weiteres Abnehmen der Kaufkraft der Papiermark würde eintrsten Daß Ms allgemeinen Gründen ein Entgegenkommen an die Arbeitnehmer unbedingt notwendig sei, sähen auch die Arbeitgeber durchaus ein Strittig zwischen den Arbeitgebern und dcn Gewerkschaften sei nur die Frage, mit welchem'"Index die Lohne multipliziert weäen sollen.
Pomcar6 über die Ruhrbesetzunß.
Paris, 29. Juni. Der Senat hat heute mit der Beratung der Kredite für die' Ruhr- vesetzung begonnen. Nach dem Berichterstatter -o e r i n g e r, der für die Bewilligung der Kredite ein- rrat, ergriff Ministerpräsident Poincarss das Wort ! erklärte, bei der Ruhrbesetzung habe es sich nur darum gehandelt, Garantien gegen die gewollte Zahlungsunfähigkeit Deutschlands zu nehmen. Wenn man politische oder feindliche Wsichten gehabt hätte, wurde man das Maintal besetzt haben, um Deutschland in zwei Stücke zu zerreißen. Man habe aber nur elnen wirtsch aftlichen Druck ausüben wollen, deshalb sei man in die Schlagader Deutschlands einge-
Schullmers" ^ a ^ enl ^ xart ^ ^ cs widerspenstigen
3m weiteren Verlauf seiner Rede erklärte Poin- E'. der passive Widerstand Deutschlands fei in Wirk- Iichkeit aktw, verbrecherisch und hinterlistig. Angesichts dessen fei es notwendig gewesen, strenge Maßnahmen ergreifen. Das siegreiche Frankreich werde seinen Willen dem Besiegten aufzwingen, der seine Nieder- nicht anerkennen wolle. Auf den deutschen Widerstand habe Frankreich mit einer Art Blockade ge- aniwortet, die aber in keiner Weise die Ernährung des Ruhrgebietes bedrohe. Das Einverständnis zwischen General De goutte und Tirard sei vollkommen. Deshalb habe man auch alle Zwangsmaßnahmen gegen die preußischen Beamten ergreifen können, und sie seien in einer Zahl von 16 000 cmsgswiesen worden. Die deutsche Negierung könne den Widerstand jetzt nur noch durch Geldverteilung an die Beamten. Arbeiter und Industrielle forffetzen, sie erschwere aber dadurch von Tag zu Tag ihre finanzielle Lage. Deutschland warte fetzt auf ein Wunder, das aber nicht kommen wolle, es hoffe immer noch auf eine Intervention der Verbündeten Frankreichs und erwarte sein Herl von der Entmutigung und Zermürbung Frank- dusche cs sich aber, Frankreich wolle, daß der Versailler Vertrag ausgeführt werde. In Brussel sei beschlossen worden, die deuffchen Vor- sck-ape nicht cher zu prüfen, bevor der Widerstand in Deutschland eingestellt sek. und.man würde Deutschland nur nach Maßgabe der Zahlungen räumen. Frankreich habe keine Annexionsgedanken und weist auch auf das entschiedenste jede Anklage des Imperialismus ab. Mir werden das Ruhrgebiet nicht tonf-s- zieren aber wir werden es behalten, bis Dsuffchland ferne Schulden bezahlt hat. Die letzten deutschen Vor- Mage sind nicht ernst und verdienen keine Veachtuna Wurden wir die Ruhr aufgeben, so würde Deutschland glauben, daß es feine Revanche erlangt habe und uns eine Erniedrigung zugefügt habe. Unsere Soldaten werden das Werk der Gerechtigkeit und des Friedens vollenden Noch einmal mehr werden sie sich dadurch um ihr Vaterland verdient machen.
Nach Schluß der Debatte wurden die Kredite von den anwesenden 289 Senatoren einstimmig! angenommen.
Eine Interpellation über den Papstbrief in der Kammer.
^.„daris. 29. Juni. Der ckristliche demokratische Wge-
einrr n 0 n 1 e Vapsibrief zum Anlak
einer Jvieroellc-!,:rm gemacht. Er teilte Voinear^ mst
oaß er wünsche, ckn zu interpellieren über die Rückwirkung
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-impften als inopportun betrachtet. Die Regierung wird wahrscheinlich den Inhalt -gnotieren Ge- gegebenenfalls , werde Ministerpräsident V o i ncat6 Xc ein anderer Minister in einer Rede aus den Brief anioielen darauf estiMgeheli"^'^^'^" und die Unmöglichkeit dartun^
Der englische Botschafter bei Poincars.
Juni. Der englische Botschafter Lord mitPchneaÄ Salt nn * m,,<aB eine Unterredung
Das neue Kabinett Theunis
Paris. 29. Juni. Nach Berichten aus Brüssel die die veröffentlicht wird Theunis mit samtt lichen Mitgliedern des alten Kabinett« wie- ^r„.var dem Parlament erscheinen. Die nrooromm-itischk Mrung des neuen Mnistrriums wird am H°cnstcka in Kammer und Senat verlasen werden. » . ö '
Paris, 29. Juni. Havas teilt offiziös mit. die Bildung des neuen Kabinetts Theunis werde es ermöglichen die dlvlomatischen P e r h a n d l u n g e n über die Revü- zwischen den Alliierten aktiv wieder auf- Es werde sofort zwischen Paris und Brüssel ein Meinungsaustausch erfolgen zu dem Zweck, in gegen- ’rr'J em^ Einverständnis die Antwort arf den ^rasebogeu festzulcgcn. Der ffrmlzö.isüx ^ Bot-
Sä? »istöir
