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««schSstrzeit^Uhr nwrgmsbke Uhr'admd-, -utzrr Sonnt»«-.

P»l<fche«»nt»: zrankfurt ». M. Kr. 7405.

Wöchentlich

6 Ausgaben.

3rent*»f:

..SgoM n tt bq us ** 5 b. ßgui.si Don 8 Uhr morgens bis 6 Uhr abends, aützer Sonntags. P»ftsche«»7lt»: Frmikfurt a. M. Nr. 74oz.

30 ®-—. ' ?tnQn 3 ’ und Lustbark-its-Anzeigen Mi. «so.-, auswSrtioe

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Srr 147,

Berliner Abtei lung des Wiesbadener Tagblatt-: «erlin-WUm.rsdors, Laubocherstratz e 3 S, Fernsprecher: Rh.inga« 2186 .

Mittwoch, 27. Juni 182».

71. Jahrgang.

Amerikanische Neuorientierung.

Wenn nicht all« Zeichen trü««. sieht sich die Wafhmg- «Eer Regierung mr Tag zu Ta« «eniger in die Lage ver- fe km«« beobachtet« Znrückbaltnng gegenüber enramrischen Angeleg«cheiten fvrtznsetzen. Es ist kein Zufall, oah fich au Weihen Sause der Zwang «rr Entfaltung tat- rastiger auhenvalitischer Initiative geltend zu machen be­grünt. da das lebte amerikanische Einwanderungsbeschrän- mngsgeseb sowohl in den landwirtschaftlichen wie in iw- onitriellen Arbeiterkreisen der Union als unhaltbar erkannt worden ist. Beide an und für sich so verschiedenartige Vor- >nt d A nzeichen einer allgemeinen Neuorientierung. m oet andere ilmstände die maßgebenden Kreise in den Ueremrgten Staaten unerbittlich zwingen. Die Politik der amerikanischen Staatsmänner batte bisber einen doppelten Bodem Ebenso entschieden, wie sie sich in allen anderen Weltteilen für das Prinzip der offenen Tür einsetzte — mochte es nch S-B. um javanische Sonderansorüche in Cbm« oser um englisch«. Slmonovolbestrebungen - im nahen Orient handeln — verleugnete sie diesen Grundsatz in ihrem eigenen Lande. Auch die Schwesterrepubliken Mittel- und Südamerikas suchte sie nach Möglichkeit gegen die alte Welt aozusperren. Diese Abfonderungsvolikik konnte sich mit ^^kg wir so lange durchführen lassen, .-me o» t ^£ ffsIe&en ™ ^and sich von den Nachwirkungen fcs WMkrteges noch nicht erholt batte und der durch die KrteMl^erunsen hervorgerufene Warenhunger dort noch mcht gemllt war. Inzwischen hat der amerikanische Arbeits- Et die zeitweilig nach Millionen zählend«, Masken der « eschaf ttgimgslosen fast ganz aussaugen können. Die erste Kaufwut der Verbraucher beginnt sich zu einer normalen Amt^rage m verflüchtigen. Die Produktivkräfte des Volkes der vereinigten Staaten find nun aber einmal stark ange- wrbelt wmdem. und sie müssen in tum einmal erreichten Tempo weiter wirken können, wenn die berrfchende Hoch- . «nlnnkkur nicht schon bald m eine neue schjwere Krise um- . wl-rgen soll. Die Entwicklung des Wirtschaftslebens in den Berenitgten Staaten hat damit einen Zustand erreicht in dem es für das amerikanische Volk selbst verhänmisvoll «erd«, mühte, wenn man die bisherige Ausschließnngs- volltik fortsehen wollte.

Die amerikanischen Farmer haben während des Welt- meges 'hve Betriebe vergrößert und verbessert, die Anbau- fachen ausgedehnt, weil die osteuropäischen Länder als Ge- treideeroortstnaten ausfielen. Sollen diese Farmer vor außerordentlich schweren Verlusten bewahrt bleiben, so muff«! die Völker Mitteleuropas instand gesetzt werden, die mnerikanischen Überschüsse zu kaufen. Dazu genügt aber eine finanzielle Unterstützung durch Amerika allein nicht. Die europäischen Industrien muffen wieder in größerem Umfang Waren in die Vereinigten Staaten einsübren können, was wo seiten Amerikas einen Abbau der Zollmwuern voraus­setzt. Für die amerikanische Industrie ergäbe sich daraus r em neuer Anreiz rum Export und zur Heranziehung williger Arbeitskräfte ans einer freier ernströmenden Einwanderung. Alles drängt in den Beziehungen zwischen den Kultur­völkern wieder in der Richtung eines möglichst freien Han­dels und weitgehender internationaler Freizügigkeit. „Die Vereinigten Staaten", schrieb kürzlich ein englischer Wirt- schaftspolitiker im ..Manchester Guardian", „die glauben, dah sie gegen die wirtschaftlichen Wirren der ganzen Welt ichmun sind, werden vielleicht erfahren, dah für die Zwecke des Handels und der Industrie trotz der künstlichen Isolie­rung die ganze Welt eine Gemeinschaft ist und das im diesen Tagen des universellen Austauschoerkehrs eine erklustoe Volitik den schäbigen muh. der ste anwendet. Hoffentlich kommt die Erkenntnis dieser Wahrheit in den mahgebenden Kreisen der Vereinigten Staaten zum vollen Durchbruch, bevor Amerika die Wirkungen seiner jetzigen exklusiven Politik am eigenen Leibe zu spüren bekommt und jede Hilfe 'ür Mitteleuropa zu spät kommen mühte!

Die Frage -er wertbeständigen Löhne.

Berlin, 26. Juni. Die gestrigen Verhandlungen im -nekchsarbertsmimsterium über die Frage des werr- ^standrgen Lohnes sollen zwei Hauptpunkte zum Gegenstand gehabt haben, von denen der erste, die Verbesserung und der Ausbau des Index selber, nunmehr in einer Kommission des Statistischen Reichs- mnts weiter verarbeitet wird, während der zweite, o£ C0c Auswertung des Index, zurück- gestellt wurde, bis gleichartige, zurzeit schwebende Ver- handlungen bei der ZsntralarbeitsgemeiNschaft ein Er­gebnis gebracht haben. Man nimmt an, dass diese letz­teren Verballungen am Samstag zum Abschluss kommen werden. Die Verhandlungen im Reichs- arbeitsmrnrsterium wurden daraufhin bis Dienstag nächster Woche vertagt.

Über die Verhängungen des Reichsarbeitsmmiste- rrnms am 28 Juni wegen der wertbeständigen Lohne erschien in der Presse eine Notiz, wonach der ^'^L?^°^sminister von sich aus aus gesetz­lichem Wege Vorgehen werde, falls eine Einigung mnsrhalb der Zentralarbeitsgemeinschaft über die Durchführung der Anpassung der Löhne und Gehälter an den verbesserten Index nicht erzielt werden sollte ^ äs konnte irrtümlich dahin verstanden werden, dass das Rerchsarbeitsministermm schon jetzt entflossen sei.

• ^knpassirng an den Index durch ein Gesetz vorzu- schrerben. Das Reichsarbeitsministerium weist dem- gegsimber ausdrücklich darauf hin, dah es zu der Frage, durchzufahren fei, noch nicht end­gültig Stellung genommen habe. Die bisherigen Ver­handlungen dienten lediglich der Klärung

Eine neue Erhöh««- der Post- «nd Telegraphen- gebühren ab 1. August.

... deE«, 26 Juni. Das ^eichsposlministerium hat für den 3. ,.<iuli den Tarifausfchuh seines ständigen Ver- kehrsberrates emberufen, um ihm Vorschläge über eine neue Erhöhung der Post- uNd Telographengebühren ?b.l. August zu unterbreiten. Nach diesen Vor­lagen soll ab 1. August ein Fernbrref 1000 M.. ein I un Ortsverkehr 400 M. kosten. Die Telegramm- | gebühr soll vervierfacht werden, wodurch sich die Wort- gebuhr aus 800 M. erhöhen wird. Hinsichtlich der Fern- sprechgMihren ist eine VerdreieinhUlbsachung der Ge- buhrfur die einzelnen Gespräche geplant. Die Grund­gebühr soll erst am 1. Oktober neu geregelt werden. Ein Ortsgespräch dürfte sich ab 1. August auf 500 M freuen.

Die Verhandlungen über die Ausgestaltung des Rapallovertrags.

Berlin, 28. Juni. Im Auswärtigen Amt trat Heute die deutsch-russische. Kommission zusammen für dre Verhandlungen zur Ausgestaltung des Rapallo- verttages. Unter dem Vorsitz des Wirkl. Geh Rats v. Korner wurden nach dem Austausch der Be- grutzungen zunächst Fragen der Geschäftsordnung be- fproln und darauf wurde beschlossen, in die Beratung des Konsularvertrages einzutreten.

Die nächste Rrichstagssttzung.

Berlin, 27. Juni. Die Tagesordnung für b *t Atzung des Reichstags am 2. Juli enthält an erster Stelle die zweite und dritte Beratung des G°- les über die Feier- und Gedenktage. Den zweiten Punkt bildet die sozialdemokratische Interpellation über das Fechenbach-Urteil in München

Die französisch-englischen Beratungen.

--^^-^Eit Parifien" veröffentlicht offeninr 1 i&r iranzofisch-elttchen Beratunsen eine

entgegen «ikl* VJLJiÜ teilung. . in der es heißt. OvtMi^n,^-r!" Nachrichten, die von einem übertriebenen festen lwif rt „xr rae ^ &cn lMn. müsse erklärt werden, d-e li' en Zwischen P o i n c a r ö und dem eng-

^nusch ® * e » e fintten nicht den Meinnngsaus

rattJ 15 und London tn bezug auf die Reva- , r n &eT ffiTm K + !^ rs Ordert. Tatsächlich scheine man Win r).l? 5 r t iu P? des Endes der belgischen 6 lj e u ^ Ut den Augenblick darauf zu be- Hrhandlungen nicht ganz fallen zu lassen. ?'"^bogen über die Frage des passiv»,, f l b' 's»ch nlcht beantwortet. Über die meiiter " 8 - evtl. Maßnahmen, die nach der deutschen werden müssen, über die zu ver- woldzabluimen. Uibei' btt Einberufung einer Kon- L^toderlre Deutschland, sei noch keine präzise Dis burtb n *?n n V Stillstand werde übrigens u - r ? us üoundschaftlichen Ton. tn dem die Der wöbe Zeit gefiihrt würden. nusLchen.

digung zuMcLn erkennen ließen. einer Berftän-

Verba^l«^ Stand der französtsch-englMen

-»ervanVwasen über «ne Losung in der Rubr- und Reparatrons frage stellt das „Journal" Franc ’. n ® r n kltand wirklich geglaubt hebe, es wäre

land'firui fliw l mi, * eT i Frankreich und Eng

n einzulerten. Es habe sicher auch lenfeits des Kanals ergeben.,die es erli« und die geglaubt hätten sehr rasch vwran gehen zu können. Das seien diejeniMen di»

bie Borrerhandinn^. stün- X” cArEM Ende Poincar4 ksnire daher sich mit

Schuk^mn^ l tc W ,v.rfJ r 9 e a ' v. 5 *« 9 " !ei nrch weit vom M Lord Eurzon mrmer noch ,1° .Legl ttmrtat d er R uhraktton ableugne. Diejenigen, dw

dte Deutschs, Die

veigksche MeEerkrGe habe in ihnen große Hofsnnnsen er-

ÄÄÄ *2® LL^id°rti«en^Ausdr«cks»eise kanzler

j, rr n. N. «oeu>eurigen ArksoruKSWeio

des sieichskanzters m Komasberg. Der deuSche Reichs

Tbesi des spontonen Kampfe- gegen die Rub-rbesetzun«- i^och wolle er das Ende in Aus

Die amerikanischen Schadenersatz-Ansprüche.

New York. 26. Juni. Der kürzlich ernannte ameri- Msche Vertreter in der Kommission für die amerikanischen rimadensersatzansvttichs. Robert Bonnnge. erklärte in nncm interview, die Kommission habe seit kurzem be- »onnen. Vorschußzahlungen zu leisten. Er führte ?Eiter ans. die Ansprüche der Amerikaner beliefen sich aus s ti Milliarden Dollar. Sie würden indessen zweifellos &e- Mchtlich herabaeietzt werden, da bei der Anmeldung der 'Ansprüche sehr Hobe Beträge genannt wurden.

Eine amerikanische Kommission zur Erkundung der deutschen Ernährungslage.

- Münster, 26 Juni. Nach der „Köln. Ztg." sprachen am ^.-amtcig drei Amerikaner, die Profesioren Lincoln. ?.!s.tchinson und Professor Dr. Frank Holder, beim ^E»gen Oberpräsidenten vor. Sie bereisen im Auftrag ovvvers Deutschland, um Erkundigunsen über seine Er- r u n g s r a g e einzuziehen. Die Amerikaner nahmen sss Interesse die Ausführungen des Oberprasidenten zur ^.,'Dtnis und erklärten, daß sie seiner Anregung, sich durch s..'E§l'che Fühlungnahme mit den verschiedenen Schichten «x -Levölkerung des Rubrgebietes von deren Lage selbst zu Erzeugen. Folge leisten würden. Darauf setzten sie ihre ^Esie nach dem Einmarschaebiet fort.

Das Bombenattentat im Haupt­bahnhof zu Wiesbaden

TcnLilet EMäruna" De'atzungsbehörden Veranlassung zu

nmr moSl" ssus. an dem die Bombe gelegt

^^. weder^ Abwickelung des Verkehrs behindern, noch Obigen konnte, handelt es sich bei diesem q.^Entat um einen Anschlag auf das Leben jener deutschen Ressenden, die mit dem Friihzuge nach ihrer }fj£e,tsftatte fahren und zur Wahrnehmung ihrer geschäst- .Uer Interessen rerreiien wollten. Nur durch einen Mck- ^Een Zufall — d,e Bombe ist wahrscheinlich zu früh ge- Etubt sind Menschenleben nicht zu Tode gekommen.

Mit Rücksicht auf die Leiden, denen die Bevölkeruna ?.?ss.^'Esbaden durch die Maßnahmen der Berliner Regie-

ist. mit Rücksick.ferner' traust daß die und dre Bevölkerung in reuen Attentaten ge- ZEiugeiahrli^e Verbrechen sehen, haben die französischen abgesehen^ Repressalien anzuwendem die .lcher Un>chnld'ge treffen wurden und denen die Täter sich konnten. Da nachgewiesen ist. daß die mit ihrem Svrengmaterml aus dem unbesetzten ^brete kommen, muß. um das Leben der Einwohner zu «folgen * Verschärfung hinsichtlich des GrenzE«ehr^

^-,ur io wird es möglich fein, die Ein- und Ausreise de - cktten.tater zu verhinoern. die im «-.besetzten Gebiete von

finden ^ ae6tIbeten Orsamsattonen eine Zufluchtsstätte

des isontanen Kampfes

Gl< ichnw ßigkeit jwjer Erklärung und die in England aea<>n die französische Ruhrvolitik geführte KamplMw ^

Die belgische Kabinettskrise.

d*Eis, 26 Juni. Der „Petit Parffien" erfährt ™- 5 urau hmsichtlich der Lösung der

Mnrrsterkrrse nicht werter gekommen fei, crls man vor acht Tagen glommen war. Theunis gebe unter Rosen Umstanden von fernem Entschluss Mitterlunq aus öre Brldung des Kabinetts zu verzich- k E Wenn brs Mittwoch keine Verständigung unter den Parteien erzrelt fei und Theunis auf die Bildung des Kabinetts verzichte, befürchte man, daß keine an­dere Losung möglich sein werde als die Auflösung NeuwMM ^ments und die Anordnung allgemeiner

26-, Juni. Das „Journal des Debüts" er- fahrt aus Brussel zu dem Stand der Kabinettskrise in politischen Kreisen herrsche die pessimistische Note vor. Man steht noch immer da, wo mau am ersten Tage gestanden hat. Daher wird vermutet, dass Theums heute qbend darauf verzichten werde, den Widerstand der flämischen Katholiken brechen zu wollen und es aufgsbe. sich um eine Verständigung über die Genter Universität zu bemühen und den Auftrag des Königs in dessen Hände zurückleyen werde.

»miMWg da Um». WdümdkmMM

v interalliierten Rheinlandkommission gebt uns nachstehende amtliche Bekanntmachung zur Veröffent­lichung ouf Grund der Verordnung 97 Art. 15 zu:

Bekanntmachung.

am 26. Juni im Wiesbadener Hauntbohnhoi a/kdZett der Arbeiterzuge ein Anschlag begangen ^Mn sst welcher unbestreitbar gegen die friedliche und werrtat ge Bevölkerung gerichtet war.

verordnet

der Oberl«legierte der Rbeinlandkommission im Regie- Wiesbaden im Einverständnis mit dem Mili­tärkommando, was folgt:

,, Ab 26. Juni. „3 Uhr nachmittags, wird sämtlichen deut­schen Reichsangeborigen. zu Fuß oder mit Hilfe jedes

das Uber'chreitcn der Grenz- vom unbeietzten ins besetzte Gelliei und zurück auf Land stratzen und Wegen zwischen Esch einschließlich Groß-Gerau bis auf werteres verboten.

Musgenommen, werden diejenigen Personen: welche dre. Zuge der Regie" benutzen bj deren Per-onalausweise mit dem Grenzstemvel leoobet rrovtalisr) versehen stnd.

c) welche ausnahmsweise eine Erlaubnis von einem Dele­gierten der Hohen Kommission, datiert nach dem

.n l 6 - '-Mittags, erhalten haben.

d) deriENigen Fahrzeuge, welche zur Besörde- run« von Lebensmitteln dienen und Verkehrserlaubnis pssn, l^r Hoben Kommission mit dem Vermerk Lebens mlttelverlorgung (Loviteillsinent) besitzen

Nachts, zwischen 8 Nhr und 3.39 Uhr.' sind diese Ausnahmen aufgehoben. '

Wiesbaden, den 26. Juni. 2 Uhr nachmittags

Der Oberbelegierte der Rbeinlandkommission: Lrllers.