* Amt 1923 .
Wiesbadener TagME
SK. 132 . Seite 21 .
im
fWf
'Untergattung6 s.’öeitage
bt& 'Wteäßabenez liagßfattd.
mmm
ÜÜ,
IHe erste weltunifeglung.
E» N ent amtoa e in fmbeMumtes Buch. das du Brock- i« feu m z fefrr besrüssenswerten neuen Sammlung
Abenteuer" “ ' "
ReAe» and
und in der Beavbeituns von
«'PWchke henmss^bvocht hat, Mannend vom ersten Ob sma feie. Schon de
_ _der Lebeitssang des Mannes.
dessen F«chrt»enossen «ach seinem Tod die von ihm ®ur Hülste duvchgeführte elfte WÄtumfeglung vollenden dursten, erweckt rteiäocftme. Als Sohn eines portugieUchen Edel- geLoren. verlebt Fernando -de Masalbaes -eine . po rtt r gi e si s <&m Hör. Der Edelknabe spitzt die Ohren, wemr der der XeSel oder sonstwie von den Wundern Ost- riüchei« die Rede N. Mit 25 Jahren ist er selbst drüben. Ms SoSbat. Er »eichwet sich bei der Eroberung von Malak« «s. St sich vier bram selbst im Weg. indem er sich mit oiie- rusm Freimut «rsm den Dian des Vizekömss ausssricht. Goa mmsgBtShn. Damit verliert er alle Aussiasten. es in Osi- ind-iem weiter m bringen. 1511 kehrt er missmutig nach Por- tusal rarück. 1513 sehen wir ihn kämpfend m Marokko. Durch eine« ßeiadkichen Lanzenstich am Knie ve-rVrrndet und an einem Bein lahm geworden, kehrt er als Kriegsinoakiüe heim. Aber ohne den hierzu erforderlichen Urlaub. lln- techuchun«. Pvozess und Berahschieduns. Die Mite um Er- hjjhiMM feirsei 7 (!) Mark monatlich betragenden Pension wird abgeßMasrn. . MagMaes geht als grollender. unZu- frätoener NoSKe aus sein vom Later ererbtes Lotzdsut. grübelt dort esffrss über lauter rekus nauticis. Nachdem er tefl stille e^eftcu. am eigenen Leib die Richtigkeit der alten Wahrheit erprichend. daft der Prophet nichts im Vaterland seit», kommt er 1517 nach Spanien, wo es ihm bald Mlmst. das indische Amt in Sevilla für JeneniJStam zu sewmnen. ..die Getomsinseln". die MokMsi. aus ersem äscheren als dem bisHeri-
e pi. übe r 64* SMiv-tze Mr«as lentwüwn. auf dem westlichen Sem«« « erreichen. Nun. da ihm Spanien. da ihm der KaÄer dte Wffrehhe Hand Mt. möchte auch Portugal ihn waeder hchbem Als dies miftlrngt. fällt ihm die ulte Heimat ««t «Ansen Wettex tu den Rücken. Aber Magalhars trium- Erert Wer «Äe Ranke, sw* am A>.-September 1519, in dem- mloeu Jalc. rn dem Cortes seinen abenteuerlichen Zug nach de m Hoch land von Mexiko antrttt. segelt er mit fünf &Wmi, Dl deren Unkosten und AusrMung auch die Augsburger Fugger oersetwasen haben, von Spanien ah.
.-^?LblwM!!ir Bericht über die abenteuer- und leiden- reiche Fahrt des Magalhaes verdanken wir nun einem Teilnehmer der Reise, dem Antonio Pigafetta. Ein nicht alltäglicher Ma nn ^dieser italienische Ritter. Er hat eine mazx. «ute BsoSachtungMabe und ein awfmerEsames. sich fm all» mtexeffwraenftes Auge. Wie genau schildert er die moamrgKachen Schrsfssisiwle. die, Masalbaes einjMrt. als 09 er <rhnwe, -SB ernte spätere Zert das Mes cm^nehmen urrd werter.«vtlefen wische. Dazu R Pigafetta ein wahrhaMser wnts tmmrn. Durch alle Kämpfe wird er vom seinem ScMrimnvel g^atten Leibes hindupchsksubrt. Der Italiener verAmt arch über eme «radem fabelhafte Eesundhsit. Auf dar lWiLM» dresjahriMn Reffe, svöhrend der Skorbut und andere ErsthopfunssksMiEhetten unter der Dcksatzung SMurmWe Ernste halten. Mit er sich nicht eine Stunde unwohl. versckt nicht einen Tag Jfciner Chronistenpflichr. 765 Mcktm fahren ans. 30 — unter ihnen Pigasetta — sehen die Heimat rvieher.. . Eingehend schildert der Bericht des Ritters die Fahrt zur füdamerikanischen Küste, di« Öfter* anrrterirns in Patagonien, die Entdeckung der Masulhaes- straste, die Reise durch den Stillen Ozean, die Entdeckung der Marchmen und Philippinen, den Tod des MaMlöaes. die ferneren Abenteuer der Expedition auf Bsrneo. Mindano roch den MolnKen. die Heimreise. Wir erkennen klar die ungeheuren Schwierigkeiten, die sich in jeder Hinsicht i^rn wrtagkfiteen Edelmann entgegenstettten. SÄoterigkerten in ^nautischer Desiehung. m der Bersorsungsfraae. Schwie- rmkeiien vor allem, die das -pantsche SchrsffsVoK. stets zur Meute rei geneist, dem Führer machte. Die trotzigen und weiynbasten Eisrgeftorenen der Mart>anien und Philippinen, me, Chamorrvs und die Togo len batten nicht 'einmal viel Mmtt vor den besseren Waffeir der Europäer. SeWt die Gewehre imponierten ihnen nicht sonderlich. In dem Kmws, ch dem Masalhses fiel, spotteten sie. sich in schönem Mi«nd hsliard, sogar der Musketeukuseln. und bei den PrwMkern der Marianen erweckten die sie treffenden Arm- vrmkwilzen in erster Linie Neusierde. Wenn man all dies » wb! man immer nrehr, wie zur gleichen Zeit, als die Insulaner der Südsoe des Spaniers lachten. Eortez mit den meichen Leuten, den gleichen SLafffen Mexiko erobern konnte. -Sn seinen rebellischen Soldaten und den nicht zu v-erachten- ?en Demrern D das Verdienst des Masalhaes nicht gering, er seine C
W „ füftrte!
Expedition gllicklich aus allen Eefahren heraus-
Dleies, was PftNrsetto da erzählt, ist in den schweisenden -u«sen!rveiien des SMen Ozeans ganz genau so geblieben. ff 1 « « r es sesMe«: die aus Pfählen stehenden Häuser, die Swm der Hüte, die Art des Lemdenschurzes. die Hahnew- Mmche, die Anikust an allzu alt werdenden Königen und -™S9eniw, die respektvolle Scheu vor den Frauenhäusern oder semtssen den Frauen bestimmtem Mätzen, an denen der un- ««THsrf sich Nähernde straflos getötet werden darf. Heute noch ha ften die Eingeftoreuen, auch dort, wo sie etwa Ehriften Okworden sind, ihre alten Götter nicht vergessen und gehen ru ihnen, wenn sie etwas Besonderes auf dem Herzen haben.
bw die von Magwkhaes getauften Tanalen. Heute noch KNd en sie dem zugereiste,'. Europäer serade so gern die ichwersten Bären aus. wie sie den braven, treuhewig gläubi- f** und wissensdwrskigen Ritter Pignsetta ganz greulich und umversckEt amselosen haben. Heut« noch . kreisen die »Fleoermärche. die so groh svie ein Adler sind" — so sagt der -.«mrener — str rascher Fahrt um die Spitzen der Palmen, i'ie. «dem TropMveisenden wohlbekannten, braunäugigen Elenden Hunde". . . Manches ist aber im Stillen Ozean anders geworden^ So sind beispielsweise die Bewohrrer MMorianen nicht.nrehr braun, wie sie noch Pigasetta se- Men. sondern gelblich, etwa einen Ton dunkler als der Javaner. Folgen der Mutmischung mit dem Svanier. den Lohnen Nippons ui* den Tagalen. Auch sind sie'keine freu- waghaKgen Seefahrer mehr, haben in der langen Zeit vT; Knechtschaft diese früher ihre best« und liebste Kunst an Im rmmer frei gebliebenen, westlich von ihnen wohnenden Karvlrner aoriegeben.
Wenn man das Buch Pigasettas aus der Saud legt, hat Mr em gute; Bild von Masalbaes im Auge: Ganz duvch- ME von Energie, geborener Beiehlshaber schon als junger sMÄch. und dadurch vielleicht manchmal ein uubeauemer ^ ergenmachtiger Untergebener, aber immer erste Klaffe. Ml. wie und wo er an erste Stelle beordert wird. Der ^sivriuiuge.Tvouvier gebt nicht selten mit ihm durch, tri um- Mert über den Forscher und Gelehrten, der ein Dutzend aus dom SMotz der Väter über dicke» Foliom-ten aus-
«echaltem hak. Es wird eben ein Rohbub eher General als ein alter Kriegsmann ein Schreibersknecht. So hat auch Magalkmes seinen so frühen Tod lediglich selbst verschuldet. Schon der ganze Kriegszug gegen Zebu, der vielleicht nur als eine einfache Parade gedacht war und ein bitterböser Kamps wurde, war völlig unnötig. Man lese die anschauliche Bericherstattung Pigasettas. . . Als Soldat, mne er besonnen, nachdem er den Bagenrock ausgezogen. ist Magal- haes. tapfer bis zum letzten bitteren Ende kämpfend, brav und in schönsten Ehren gefallen. Unter seinen Namen dürfen süg-lich die kurzen und schlichten, aber wahren, goldenen Worte gesetzt werden, die ihm Pigasetta anläßlich seines Todes weiht: ..Masalbaes' Ruhm wird seinen Tod weit überleben. Er war ein Mann voller Tugendsn. In den gröhten Gefahren bewies er dieselben EntbehrungLii und Leiden wie «str anderen. Er war ein groher Seefahrer und EntdÄer." .. Walter v. Rummel.
Die Mitgift.
Bon Dorothea G. Schumacher.
In ältester Zeit galt das Weib als des Aiaunes Eigentum. der Stärkste tagte es den anderen ab und tm« es heim. Eine schon höhere Gesittungsstuse war es. als der 'heirats- lustiige Mann zum Vater des Mädchens hinging. mit ihm verhandelte und sie ihm regelrecht abkaufte. Zahlungsmittel waren Güter und Vieh, an dessen Stelle erst spater das Geld kvak. Noch in der altsotifchen Sprache bedeutet Faibu ..Vieh" und zugleich „Gold". Diese Kaussitte fand sich bei den alten semiWchen Stämmen, nach deren Gesetz die Frau als absolutes Eigentum toes Mannes galt und mit seinen Rindern. Kamelen, Schafen und Eseln in einer Reihe ge- murnt wurde, gleich diesen nur als nutzibrirssendes Wessen. Später wurde es dort üblich, dasi der Vater des Mädchens dem Bräutigam und Käufer eins kleine Zugabe mitzob. und zwar zumeist in Gestalt von Nahrungsmitteln. Gewandung, einem Stückchen Land. Diese Zugabe war zuerst des Gatten Eigentum, smd die Frau zog keinerlei Nutzen daraus. Später 'gewann bei dev! Hebräern auch die Frau das Recht 'der Nutz- niemtne ihrer Mitgift, und sie empfing sie im Falle des Todes ihres Mannes öder der Auflosuns der Ehe zurück, roas ihr eine Wiederverheiratun« erleichterte.
Bei den alten Indern blieb. Manns Gesetzen zufolge. . die Mitgift dem Weib für die Kinder besvabrt. obgleich der Gatte berechtigt war. Zinsenertrag und Kapital im Fall der Krankheit zu benutzen. Im alten Ägypten behielt die Frau das volle Recht auf ihre MitgM. ja sie 'durfte damit «am nach ihrem Gutdünken schalten, und das verlieh ihr gesellschaftliche Macht. Herodot berichtete sogar, traft die alte Ägypterin ihren Gatten geradezu beherrschte. ..Die Frauen gehen auf den Markt und tvei'ben Handel, und 'die Männer bleiben lvebessd,daheim." Aus Papyrustexten geht gleichfalls hervor, traft der Mann sich der Frau zu fügen 'habe, schon weil sie körperlich schwacher als er sei. Das blieb so ins zur Resttrung des Königs Dtolemüus IV. Phsslovater. der sas Anfang des 3. Jahrhunderts vor Ehr. die llmffnde- rMg dieser Gesetze anordnete. Der Frau wurde das Recht über ihre Mttsift senomnren. und zu jedem Schritt in diesen Singen bedurfte sie der Einwilligung 'des Gatten, der somit das Haupt der Familie wurde.
Im alten Hellas enrpfiirg die Frau anfänglich keinerlei Mrtgabe. .Solon hatte in Ägypten mancher leii Miftbräuche des Mitgtftwesens kennen gsle-rirt und bessttmmte darnach traft die Frau in ihr neues Heim nichts weiter mitnehmen solle ails drei Anzüge und etwaiges geringes Hausgerät, denn die Ehe solle fein« leibliche Bereicherung sein. Doch mit der, sorMrei-tendem Zjpilisation schlich sich die Mitgift ein. Sie wurde später vor der Hochzeit festgesetzt und als Aas Eigentum des Mannes sichergestellt, das der Friau nur lM Fall der ScheÄirng zurückersstattet werden konnte. Der Gatte verwaltete die Mtgitt und war berechtigt, sie zum -i«tT zu verbrauchen. Wurde die Ehe gelöst, so war er gehalten. sie doch in voller Höbe zu ersetzen. War er hierzu unfabiig. so mutzte er den von ihm verbrauchten Betrag all- 'Nmhlich in ZinszablunUen löschen.
Ms der Gebrauch der M'tgift allgemeiner geworden war. wurde es den miigAtlosen Mädchen nachgerade schwer emen Gatten zu bekommen. Demosthenes berichtet, datz der Staat solchen Mädchen Geldbeträge verschrieb, ein vom sozialen Standpunkt trefflicher Gebrauch, der sich übrigens beute noch bei slawischen Stämmen findet. Es wird erzählt daft manckra Mädchen.(in Hellas) sich unsittlichem Lebenswandel ergaben, um sich damit zu späterer Verheiratung ein Krwttal zusammen zu sparen. Derselbe Brauch besteht, bei- taufig.mögt, noch heutzutage bei dem Stamm der Ulad Näsle in NordwestasrM. dessen junge Mädchen erst ^dann zu he-.rsten Megen. nachdem sie sich als Tänzerinnen oder lose Sängerinnen ein beträchtNches Stück Geld gesammelt haben.
. Im altrömischen Gesetz war die Mitsiift des Weibes Beitrag zu den Ausgaben des Hausstandes, d. h. der Gatte hatte doch Betfugungsrecht darüber. Als Scheidungen häufiger wurden, erwuchs daraus mancher schwere Konflikt — man änderte später dich»? Gesetz. Demnach sollte die Mit- gist der, Frau, ohne Abzug zurückgezahlt werden, entweder im Schttdungswll oder bei des Mannes Tod. Datz da noch oiebe tlbertretungen vorkamen, bezeugt Horaz. der darüber »aste daft Frauen sich mit Hilfe ihrer Mitgift zum Famrlienoberhauvt aus,chwangen! Jedenfalls gab die Mit- gnt der ü-rau eiuen gewissen Hält vor dem Gesetz, und dieser Grundgedanke der Mitgift — Schutz für die Frau — wurde auch von der christlichen Kirche übernommen.
Im Islam erhalten die Frauen oft eine Mitgift über me. sie volles Bestimmungsrecht bebakten. Des Mannes Gläubiger dürfen keinen Anspruch auf diese Mitgift erbeben und tns Soll einer Scheidung, die in der Religion Mohammeds erschwert wird, erhält sie die Summe voll zurück Bei den ärmeren Schichten empsäirgt die Frau im Islam'keine Mttgttt von zu Same, es wird ihr aber als Ehre aimereL u,et^recht viele Eiche und gedsegene Gegenstände selbst an- zurertsgen. um ihr so bescheidenes Heim — oft nur ein Zett — damit auszufchmücken.
Sie Germanen kauften in ältester Zeit ihre Frauen förmlich durch Gegengabe von Vieh an den Vater- doch mürbe dasselbe Vieh ihrem Hausstand mitgegeben ' ^ ***
Süt die Vmbesserungen der Rasse scheint die Mitgift nicht, immer swrteilhaft zu sein: denn nur z,i oft beeinsluftt sie die ireee Liebeswahl und macht unein«cstandenermast:n die Ehe m einem Mt der materiellen Bereicheruna M,e mele junge, «hende Mädchen müssen unverheiratet bleü^n aus. Mmgel an Mitgist. und wie viele schwächlichere, mr Muttersschrdft wenig taugliche Mädchen heiraten >
. t Wie iminer auch die MEen über die Mitgift"gedacht haben, eins scheint gewift: datz alles, ivas der Absicht der Ratur cntseaenwirkt. zuletzt unheiknoll endet.
Der Aaiser.
Von Bruno Frank.
Ein Kaiser in China hatte SS Jahre lang zum Wcchlse- fallen der Götter und zum Heil seines Volkes regiert- Als nun sein Fest gefeiert werden sollte, war mrrn frühen Morgen an die ganze Hauptstadt auf dem Fützen. und aus der Provinz waren ungeheure Menichenmassen herbeigeströmt, die die Gassen erfüllten. Zur vorbestimmten Stunde öffnete sich das Tor der inneren Stadt, und der Festzug erschien, ein unabsehbares Gepränge von Gold. Fahnen und Adler-. Gewändern. und in seiner Mitte, getragen unterm juwelen- schimmernden Baldachin, der greise Kaiser, der Liebling der Götter. Alles Volk reckte die Hälse und hob sich auf die Zehenspitzen, und tausendstimmige Segensrufe erfüllten die sonnige Luft. .Da ward das Herz des Kaisers evmllt von Dankbarkeit und unendlicher Milde. Durch ein Zeichen feiner Hand brachte er den Zu« zum Stehen, trat mrs dem Baldachin hervor unter den freien blauen Himmel und erhob die flachen Hände und den Blick zu demüttssm Presse. Alles schwieg und folgte der Richtun« feiner Armen. Da plötzlich sah man. wie aus der Höbe mit ausgebreitetem Schwingen ein silberner Adler sich niedersenkte. Er trug in seinen schimmernden Fängen ein gerolltes Pergament. Das legte er scmit in die erhobenen Hönde des Kaisers und schrvebte zurück in die im vergängliche Heimat.
Alles Volk sah. wie der Kaiser anbeteud die Botschaft mit seinen Lippen berührte und sie sodann enttollte.
In purpurnen Zeichen stand da geschrieben: Dir. Kaiiser. lei ein Wunsch gewährt!
Der Festzug setzte seinen Weg fort, und inmitten wurde der Kaiser dohingettagen. Sein altes H«u»t war geneigt, denn er sann tief und inbrünstig nach, wie er dt« Gabe der Ewigen so wenden könne, daft sie ein Frstseschenk werde für sein Volk. Und als sie vor dem sroften Tempel mckknsten. da batte er gefunden, wonach er suchte.
Die Psorte des Tempels stand offen zu seinem Empfang, und die golden schimmernde Dämmerung des heiligen Innern lud ihn ein. Aber nach lieft er sich 'Nicht die Treppe emportrageu. Wieder trat er hervor unter den weiten sonnenleuchtenden Himmel. In seinem Prunkgeroand warf er sich zum Gebet nieder auf die Steine des Platzes, als sei er unwürdig, sein Angesicht den Himmlischen zuzuwenden.
■ Ringsum aber, von den kreisenden Lanzenreitern nur mühsam zurückgehalten. füllte das Volk das weite Rsmd des Platzes. Reihe 'hinter Reihe standen sie in erstickender Eng« und stietzen sich und verrenkten sich und hoben sich angehaltenen Atems auf die Zehen und starrten mit gierigen Augen auf dies Schauspiel, wie der Kaiser im krfftbarsten Ornat hingestteckt lag und sich demütigte.
Und gantz vorne standen die Kinder und schauten ohne Mühe und ohne. Grimassen zu.
Das Gebet aber, das der alte Mann nttt stummer Jn- bruE zum Himmel aussandte, lautete so:
Ihr habt mir einen Wunsch sreinegvben. ihr Mächtigen. Doch ich wünsche nichts für mich. Sondern ich bete und flehe. Alkgütige. datz in dieser ganzen Menge, die jetzt meinen Zug betrachtet, einem jedem das gewährt weide, ivas er in diesem Augenblick von ganzem Herzen wünscht.
So betete der Greis und erhob sich rwm Boden. Da aber erblickten se-ine Au«en das Grauen. Denn ringsum stand sein Volk enthauptet, die sause dichtgedrängte. ungeheure Menge stand ohne Kopf. Nur die Menschen in den hintersten Reiben hatten -den ihrigen noch aus den Schultern sind die unschuldigen Kinder, die vorne standen.
Da erkannte der Kaiser, was er getan batte, und wie im Herzen aller der Gaffenden nicht Festesfreude stuft dankbare Frömmigkeit gewesen war. sondern nur der eine inbrünstige Wunsch:
Ach fiele doch der Kopf da rwr mir zu Boden, damit ich selber besser sehen kann!
Nur die ganz hinten standen und die kleinen Kinder vorm waren nicht verwünscht worden, denn sie waren keinem im Wege.
Da betete der Kaiser zum drittenmal, und die Erhabenen übten Gnade, und alles war wie zuvor. Das ganze Volk stand lebend und unverletzt und Men war es nur. als wäre ein kleiner Taumel, ein leichter Schwindel über sie hinge- gmtgen. Priesterlicker Eongruf erschallte, der Kassier ward die Stufen emvorgettagen. und die Türen des Tempels gingen zu. . .
Der Kaiser regierte noch manches Jahr zum Heil seines Lan'des und zum BeifM der Götter. Allein er mied fein Volk und ward niemals mebr hervcwgetragen aus der inneren Stadt. Und die ihn durch kunstreiche Gläser von ferne erblickten auf der blumenbunten Terrasse seines Palastes, die sahen, wie er einsam soft im Gewand aus Seide und mit feinen zahmen Vögeln spielte und sprach, mit dem goldenen Fasan, mit dem weitzen Pfau und mit dem Pelikan, der bereit ist. sein Blut zu vergießen.
Der Aominunist.
Von Curt Seibert.
Auf der Straftenbahn traf ich meinen Freund Krakowiak. Wel'tvertei'ler vom reinsten Wasser mit dem Motto: Jedem dasselbe!
Ein wilder Kops mit wilden Ideen. Einen Hut trägt er nie. Aus zwei Gründen. Erstens sind feine ins Un«e- meffene wachsenden Haare nicht geeignet dazu, zweitens braucht er niemand zu grüben.
Ehe ich ihm die Hand drücken konnte, fing er schon wieder von seinen Plänen an. Alles müsse zerschlagen werden: Der Kapitalismus und das Hakenkreuz, die Polizei ntzd die Rechtsparteien. Und dann Müsse man alles verteilen, aber zuerst alles zerschlagen. Oder zuerst zerschlagen und dann verteilen, oder zuerst verteilen und dann zerschlagen. Und besonders bei den Banken müsse man anfangen.
Da ich immer der Meinung fter Leute bin. mit denen ich gerade spreche, besonders wenn sie gewalttätigen Charakters sind, stimmte ich ihm vollkommen bei.
..Ihr müsst die Polizei im Kapitalismus ersäufen s*ft die Rechtsparteien ans Hakenkreuz schlagen. Dann alles zerschlagen. alles verbrennen. Am besten alle Menschen töten und dann verteilen. Aber zuerst die Banken, da bast du recht"
Und ich fübrtechn einige Stvassen weiter, wo an einer Ecke sich die Deutschvolk'sche Bank befand. Bor dieses Institut stellte sch den Weltoerteiker und sagte'
Hier müßt Ihr «mannest, und zwar gleich beute Nacht." Doch kaum hatte teuer das Schild gesehen, als «r mich wild am 2lrm packte und schrie'
"BSt du wahirsinntg? Auf der Bank habe ich dock mestk ganzes Geld liegen!
