Einzelbild herunterladen
 

Verlag Langgasse 21

^r-gbI«ttha«E.

EeschSstszoit: 8 Uhr morgens bis 6 Uhr abends, außer Sonntags.

Postscheckl-nt«: Frankfurt a. M. Rr. 71«.

Wöchentlich

»qugsprrlfe: Im Verlag abgeholt: Mk. 4800.—, in den Ausgabestellen: Mk. 4900 .—, durch die Träger ins Haus gebracht Mk. 5000.— monatlich. — Vezichsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Träger und alle Postanstalten. — In Fällen höherer Gewalt, Betriebs­störungen oder Streiks haben die Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder Erstattung des entsprechenden Entgelts.

6 Ausgaben.

Fernruf:

,Tag«atthans» Nr. 6650 - 53.

Non 8 Uhr morgens bis 6 Uhr abends, außer Sonntags. Postscheckkonto: Frankfurt a. M..Nr. 7105.

Anzeigenpreise: örtliche Anzeigen Mk. 250.—, Finanz- und Lustbarkeits-Anzeigen Mk. 375.—, auswärtige Anzeigen Mk. 375.—, örtliche Reklamen Mk. 750.—, auswärtige Reklamen Mk. 1100.—für die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum. — Alle Zeilenpreise sind stets freibleibend: Erhöhungen mit sofortiger Wirkung auch bei allen laufenden Aufträgen, ohne besondere Mitteilung. Platz- und Datenvorschriften für Anzeigen und Reklamen ohne Verbindlichkeit. — Schluß der Anzeigen-Annahme: 1v Uhr vorm.

Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin-Wilmersdorf, Laubacherstraße 35, Fernsprecher: llhland 3186.

Nr. 128.

Dienstag, 3. Juni 1923.

71. Jahrgang.

Uebergabe des deutschen Angebots am Donnerstag.

Der Inhalt der neuen deutschen Reparationsnote, di« am Donnerstag in den Ententehauptstädten über­geben werden soll, scheint nun endlich festzustehen. Die wichtigsten Grundlinien der Antwort siiÄi von den maßgebenden politischen Faktoren der Länder und der Parteien gebilligt worden und über Einzelheiten der Ausführung muß man der Reichsregierung die Ver­antwortung überlaffen. Der Streit der Meinungen ging ohnedies in den letzten Tagen schon allzusehr um innerpolitische Erwägungen. Ob neue Ziffern ge­nannt oder die alten starr festgehalten werden sollten, ob die wirtschaftlichen Garantien oder die politischen Sicherheiten für Frankreich mehr in den Vordergrund gerückt melden müßten, ob das Earantieangebot der Industrie nicht einen unerträglichen Eingriff in die Staatsautorität bedeute und andere Auseinander­setzungen ähnlicher Art drohten bereits, die außen­politischen Gesichtspunkte zu überwuchern, die allein für die neue Angebotsnote maßgebend sein dürften. Jedenfalls werden die Empfänger der deutschen Ant­wort in erster Linie, wenn nicht ausschließlich, das neue Schriftstück nach eigenem Urteil und nicht nach inner- politischen Auseinandersetzungen in Deutschland durch­prüfen. Im übrigen hat es wohl kaum je in den letz­te schweren Jahren einen Zeitpunkt gegeben, in dem häuslicher Streit so wenig angebracht gewesen ist. als letzt-,. Die Regierung hat die Pflicht, allein verant­wortlich p handeln und darf sich nicht durch innere Streitigkeiten beirren laffen. Wenn insbesondere die ^ntereffenverbände der deutschen Wirtschaft jetzt noch etwas tun zu muffen glauben, so sollen sie sich mit der Prüfung der Ausgabe beschäftigen, in welcher Form sie die von der Gesetzgebung zu fordernden Garantien und Pfänder sicherstellen können. Es ist erfreulich, daß wenigstens der „Hansäbund" diese wichtige Augenblicks­aufgabe richtig erkannt und seinen Mitgliedern dring- Uch «ns Herz , gelegt hat. Die deutschen Wirtschafts­kraft sollten letzt mit den politischen Kräften des Landes m Verbindung treten, um eine gemeinschaft­lich« Grundlage herzustellen, aus der Regierung und Parlament nachher schnell diejenigen Gesetze schaffen können, die zur Erfüllung des neuen Angebots erfor­derlich sein werden.

s- l n !!Är e Ilox trifft "eben der Industrie für dre Landwirtschaft zu. Leider hat der Reichslandbund rn letzter Stunde eiift recht verklausulierte Erklärung £ Landwirtschaft zur Garantie ft-»e veröffentlicht Darin wird mitgeteilt, da di- Gef^r vorhanden sei daß die „Knechtung Deutsch- ^ds weiter fortgesetzt werde, werde die Ovferwillia- keit Dmltschlands begrenzt. Gerade die Landwirtschaft rst heute m emer weit günstigeren Lage als alle an- deren Berufsstande, da sie angesichts " des trostlosen Währungsverfalls vollständig entschuldet ist Mai ^er Wehrstand. die politische unb militSri- Deutschlands sind zusammevgebrochen "Dem b ’J- Beamten, der Wissenschaft allen fÄÄ" ^ufen. geht es schlecht. Aber der RZr ..^ch wenn der Währungs^rfall & hätte die Landw rtfchaft bei der G

fSÄ sjgjffsffz

aU die'Mark n?chLch JUtm« am StT**/’ Guttgbettin den ländlichen Sparkassen unbbann an wmM#* des Hypothekenmarkles diesen Mr de» deutschen Bauern so erfreulichen Erholunasvrozeb nkr- an einem Barometer ablesen. Als dann der brvch der Währung einsetzte, schüttelte die schaff die Zurückzahlung auch der größten lüften sozusagen aus dem Ärmel. Denn ffri Möglichkeiten hielten ftch weiter fast auf FrieLnsE blieben beinahe ans Goldparität, im schärffÄ und vsireldensweiten Gegensatz zu dem wirtschaftlicken -nedsrgang des bürgerlichen Mittelstandes. d?r Ma" waftepk' ^u'utenkreise und auch weiter Arbeiter-

f ■ Landwirtschaft kann auch heute noch, wo sonft kein Menjch weist ob er emnimmt oder verliert mit

gewissen Sicherheit darauf rechnen, daß sie nickt nur ibre Selbstkosten decken, sondern auch darüber hin­aus angemessen verdienen wird. Der Landwirt kalku- uert nicht nur das notwendigste Esten und Leben in r , me Ausgaben hinein, sondern auch den Ersatz für imns Aufwendungen an Kleidung. Wohnung. Mobiliar nervcmkraft, Arzt. Reisen usw. Er zehrt nicht wie die Angestellten, Arbeiter und Berufe von den eZten Friedensreserven. Er verkauft seine Arbett *

uicht unter dem wirklichen Selbstkostenpreis. Er lebt nicht von der Substanz. Er hat diese vielmehr bis auf den heutigen Tag erhalten und sogar vermehrt.

Wo Substanz geblieben ist, da muß Garantie für die Reparation geleistet werden. So wahr der Grund­satz besteht, daß niemand das Rocht hat, sich am Krieg und durch den Krieg zu bereichern, so unleugbar ist die Pflicht der intakt gebliebenen Wirtschaftsgruppen, die Last abzutragen, die der verlorene Krieg dem ganzen Volke aufgeladen hat. Die deutsche Landwirtschaft kann geltend machen, daß sie durch den Krieg auch ver­loren hat: ihre besten Söhne, große Gebiete ihres besten Bodens an allen Grenzen, bedeutende Abliefe­rungen während des Waffenstillstandes, aber alles das entbindet sie nicht von ihrer jetzigen Ausgabe, mit der erhalten gebliebenen und schuldenfrei gewordenen Substanz dem todkranken Vaterland zu Hilfe zu kommen!

* *

*

Berlin, 5. Juni. Der Reichskanzler gab gestern nacheinander den Führern der Sozialdemokra­tischen Partei, der Arbeitsgemeinschaft und der Deutsch- nationalen Volkspartei Kenntnis von dem I n- ftult der neuen deutschen Reparationsnote. — Dem „Berliner Tageblatt" zufolge konnte die Überein­stimmung der Ansichten der Parteiführer mit denen der Reichsregierung festgestellt werden.

Wie das „Berliner Tageblatt" weiter mitteilt, wer­den sich heute Sonderkuriere von Berlin nach London, Paris, Rom und Brüssel begeben, um den dortigen diplomatischen Vertretern den Text des deutschen Memorandums zu übergeben, das den alliierten Regierungen am Donnerstagvormittaa überreicht werden soll.

Der „Lokalanzeiger" will wissen, daß sich das Dokument in drei Teile gliedert: Im ersten

Abschnitt, der sich mit den Garantien besaßt, wird die Garantieleistung der deutschen Wirtschaft fiir eine bestimmte Frist von Jahren festgelegt. Der zweite Ab- schnitt erläutert die Frage der Annuitäten und die Zahlungen, die Deuffchland sonst auszubringen ge­nötigt sei. Eine feste Endsumme dürfte nicht genannt werden. Der dritte Abschnitt befaßt sich mit dem internationalen Gerichtshof, der über Deutschland Zahlungsfähigkeit eine endgültige Entscheidung treffen soll. Als 'selbstverständlich werde vorausgesetzt, daß Deutschland als vollberechtigtes Mit­glied bei diesem Schiedsgericht vertreten fei.

Die Auffassung der Landwirtschaft.

Berlin, 5. Juni. In der gestrigen Vertreter­versammlung des Reichslandbundes, der silh mitder Earantiefrage beschäftigte, kam fol­gende Auffassung der Landwirschaft zum Ausdruck- Wenn durch die Hergabe des landwirtschaftlichen Ver­mögens Deutschland von seinen Fesseln befreit werden konnte, würde die Landwirtschaft bereit sein, dement­sprechend zu handeln. Da sich aber in landwirtschaft­lichen Kreiien diese Auffassung nicht best 8 tigt, im Gegenteil, die Gefahr vorhanden ist, daß die Knech­tung Deutschlands weiter fortgesetzt werden soll wird die Opferwilligkeit Deutschlands' da­mit begrenzt. Die deutsche Landwirtschaft muß daher in der Lage sein, die E r n ä h r u n q d e s d e u t- schen Volkes in der kommenden Zeit sicher zu stellen. Eine dahingehende Denkschrift soll der Reichsregierung übermittelt werden.

Parrs, 4. Jum. Der englische Ministerpräsident Stanley V a l d w i n hat einem Vertreter des „Petit Pariften" hinsichtlich der französisch-britischen Be­ziehungen eine wichtige Erklärung abgegeben, die wie folgt lautet:

Sie werden leicht verstehen, daß ich nicht heute er- rlaren kann, welche Lösung man nach meiner Ansicht für die Probleme finden kann, über die sich Frankreich und England

verständigen müssen.

^ch hoffe demnächst eine Gelegenheit zu finden, mich darüber mit meinen französischen Kollegen zu unter­halten. Inzwischen möchte ich die Aufmerksamkeit auf zwei Punkte lenken:

1. Ich habe das vertrauensvolle Gefühl, so schwierig auch das Reparationsproblem sein mag oder irgend eines der Probleme, die mit der

Ruhrbesetzung

verbunden^sind, daß es doch keinen gibt, über das Eng­laad und Frankreich nicht einen Anknüpfungspunkt ent­decken könnten, um in Verhandlungen darüber einzu­treten.

2. Ich möchte, daß das französische Publikum wisse, daß wir in England die Bedeutung des Problems der Sicherheit für Frankreich und Belgien begreifen und daß wir den lebhaften Wunsch haben, dabei behilflich zu sein, um eine Regelung aus die Beine zu bringen, die für die Zukunft die

Aufrechterhaltung des europäischen Friedens

garantiert.

Persönlich bin ich geneigt zu glauben, daß nur wenige Punkte zu regeln unmöglich sind, wenn man einen klaren Begriff von den Schwierigkeiteil und dem W'llen hat. sie zu lösen. Ich habe das Glück gehabt, im letzten Winter die delikate Frage der englisch- amerikanischen Schulden zu regeln untÄ der Bedingung, daß auch im gleichen Geiste augenblicklich die Schuldfragen Europas angeschnitten wer­den. ist nicht einzusehen, warum wir nicht dazu kommen sollten, auch sie zu regeln. Auf alle Fälle können Sie rechnen, daß ich mit aller Entschlossenheit arbeiten werde. Vielleicht werden wir anfänglich einen enden Mißerfolg erfahren, aber ,ch habe die Gewißheit, daß schließlich der Erfolg unsere Bemühungen krönen wird.

Der Außenpolitiker des „Petit Parisien". dem diese Erklärung abgegeben wurde, sieht sich in seinem Ar­tikel veranlaßt, die Schwierigkeiten zu bespre­chen, von denen Baldwin spricht. Die dringlichste sei die, die sich ans der

Reparationsfrage ergebe. Es handele sich Werft darum, zu wissen, ob Fransreich und England weniger über die Gesamtheit der deutschen Schulden als über die Möglichkeit, diese Schulden unter Berücksichtigung der alliierten Schulden zu bezahlen, sich einigen könnten. Es handele sich darum ob England sage, ob es mit Ja oder Rein die Grundsätze annehme, an die Frankreich und Belgien durch die Besetzung der Ruhr unwiderruflich gebunden seren, namentlich ob wenigstens eine befristete Ruhrbesetzung aufrechterhalten werden könnte bis zu dem Zahlungstermin, und ob man von Deutsch­land die '

Beendigung des passiven Widerstandes

verlangen könne, bevor die Verhandlungen aufgenom-

Dw Brüsseler MinislerkonferMz. MMWchW Ml 3üML HMMMNlWöN.

5 v 5unL Außer den bereits gemeldeten Periön- lEkeiten werden nah einer Havasmeldung an der franzö- Mickelgiscken Konferenz in Brüssel, die am Mittwoch dieser Woche stattflndet. der Direktorder frcmzöfis-§belgMm Elkrnbabnreaie m den besetzten Gebieten. B r e a n d der Le'ter der Jnriemeurmrsfron im Ruhrgebiet. Euillastme und der ebensall- dort tätige Finanzinfvektor Deo ras so­wie eine Anzahl von Sachverständigen teilnehmen

Ern neuer belgischer Plan.

London, 4. Juni. Di» ..Sunday Times" gibt beute einen neuen belgischen Plan, der folgende drei Punkte . Wesentliches angibt. in groben Lrnren wieder: at9

1. Deutschland batte an Frankreich 36 Milliar.

den E o l d m a r k und an Belgien 5 Millar- dcn Gold mark zu zahlen. Diese Summe würde ganz für die Revarationen dienen Italien Balkanstaaten würden nach dem b-laischen Nlnn» Deutschland nichts erhalten, fon&m mit

der Annullierung der Siiulier Snfite tfr England und Amerika zu begnügen ^ Frankreich.

2. Deutschland würde einen Betrag an Ornnfn«* ...

zahlen haben, um dessen Schulden geaenüber * den V .? 1 einigten Staaten zu decken. segenuoer den Per-

Deutschland würde sich vervflichten dieieniaon

Ü-sah en, die notwendig ünd. um die ?ranzönschen

Vereinten

i.er Interalliierten Rheinlandkommission gebt umi nachstehende amtliche Bekanntmachung zur Veröffent­lichung auf Grund der Verordnung 97 Art. 15 zu:

Bekanntmachung.

irc. 2n Anbetracht der kürzlich wiederholt vorgekommenen ubergritfe und Sabotageakte bei der Eisenbahn hat die Hohe Kommistton eine Verfügung (Nr. 1791 erlassen, die den Zw-ck hat. eine ganz besonders strenge Überwachung des Auto­verkehrs (betr die Autos, die in der Verfüsung Nr. 164 nicht vorgesehen sind).

Dem Wortlaut dreier Verfügung entsprechend (der voll- standige Text, wird ln deutscher Sorache unverzüglich ver- ofsentlicht) w,rd der Verkehr sämtlicher Autos, mit Aus­nahme der schweren Lastauto, im besetzten Gebiete untersagt, wenn der Eigentümer nicht im Besitze eines durch die bohr Kommission ausgestellten speziellen Erlaubnisscheines ist.

wa.te ä tfiMw

? karrten..des. Kreises anfordern, wo das Automobil sich bef'E Wiesbaden Rathaus. Zimmer 42.»

, „ÄtsWein raub gegen Zahlung von 20 000 M.

c.ix »aeiteJt unb tft vom 10. Suni d. o. ab erforderlich.

J ie ä UU9 desselben errolgt Rathaus. Zimmer 42. Termidart^irnzufordern. '* ^los. denselben vor diesem Cercle de Wiesbaden- Ville. La DtHeeud de 1» B. C. L L Ä,