verlog Langsasse 21
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Das Urteil von Werden.
Krupp von Bohlen und Halbnch zu 15 Jahren Gefängnis und 188 Millionen M. Geldstrafe verurteil..
Werden. 8. Mai. Die heutige Derbandlung Lsgann gegen 9.15 Uhr vormittags. Sofort ergriff der Staatsau malt das Wort und führte aus: ?n .den Ereignissen vom 17. und 31. März sehe er den Beweis für das Bestehen eni.u vorbereiteten geheimen Komplotts und von Mackenimaften gegen die Sicherheit der Betatzunsstmvven. Am 31. Marz sei außerdem eine Storung der öffentlichen Dpimuna ^tTolBi. Die Ereignisse vom 31 März hätten kck/ack ernmi vorb'.. genau vorbereiteten Plane absesvrelt. Der ganze Aufmarm, der Arbeiterschaft beweise eine Art Mobilisation, die von einer Arb Polizei organisiert worden sei. Für E dreie Dinge sei das D i r « k t o r i u m und sein wahrer Präsident. Kruvv von Bohlen und Salb ach v e r a n t w o r t - lich. Bezeichnend für die Tatsache, datz alles fech nach einem festen Plane abgesvielt habe., sei bas Abwerfm von Flugblättern. die zweifellos m den ProvagandaLureaus der Kruvvwerte gedruckt worden seren, auck nom oero
Schicken. Die Direktoren seien intelligente Leute und hatte.i gewutzt. was habe entstehen müssen, wenn die Masse der Akbeiter auf die Strake geschickt wuckve. Zu den einzelne.: Angeklagten übergehend, hielt der Staatsanwalt, es durch die Aussagen des französischen Solbaten für eien, daß das Mitglied des Betriebsrats Mul l e r um den bestehe a- den Plan gewußt habe, und danach habe er gedandeli Auch stehe fest, das: er die Men« aufgererzt habe. Auch Groß habe von dem Plane vorher. Kenntnis gehabt. Sckav »Ie r und Kuntz hätten den Befehl zum Heulen der Sirenen gegeben. Aber in wessen Auftrag? -dn dem der verantwori- lichen Direktoren und ihres Hauptes Kruvv. An ihren Händen klebe das Blut der toten Arbeiter und das Blu. der mißhandelten französischen Soldaten.
Nach etwa halbstündiger Rede
beantragte der Staatsanwalt kurz nach 10 Ahr. Kruvv und seine Direktoren des Komplotts gegen die Sicherheit der Besaßungs- trnvven schuldig
zu sorechea. Er beantragte , w ,
gegen Kruvv von Bohlen und Halb aw 15 Gefängnis und 100 Millionen Mark Geldstrafe gegen die Direktors Bruhns. Hartwig. Oe ft er lein und Schäfer je 10 Jahre Gefängnis, gegen dre nicht erschienenen ^ Direktoren ^K u n st und Sch avv ler re 100
30 Jahve Gefängnis und 100 gegen G r o b 10 Jahr« Getan Geldstrafe. MeBemessiing überließ er dem Gerichtshof.
«aenlroß Iv^^re'^ängnis'und 100 Millionen.Mark
iL 6«l - - P - fT\il ^ OlAMSAtTee MA 0|
illionen Mark Geldstrafe, .„ä und 100 Millionen. Mart >er Strafe gegen Müller
Als erster Derte-idiger ergrifs
Rechtsanwalt Dr. Wolff-Berlin
das Mort und führte aus: In diesem Prozeß handle es sich ^ckt um politische Fragen über Zulässigkeit der Ruhrbe- sestung Di- Aufgabe der Verteidigung müsse sich darauf beschränken zu zeigem daß dre. gegen.die.Angeklagten er-
"rrwürfe UN .
ute Einveri
d-r Werkleitung uno oer tveteMMun ners «eaaiuovn stöbe " Weder habe die Werkleitung ein Interesse daran gehabt e'^en Zwischenfall hervorzurufen, noch würde dre voli- tllck.e und sozial unabhängige Belegschaft einer solchen Aus- soiderung Fol« geleistet haben, Die Werkleitung und der Detriebsausichuß seien sich darüber einig gewesen, trotz der 'Npsetzuna den Betrieb so lange wie möglich aufrecht zu erstalten Infolge einiger kleiner Zwischenfälle fei am 17. Marz beschlossen woichem im Falle der Besetzung der Fabrik durch dip französischen Irirppen die Sirenen ertönen zu lassen. Um aber das Zusammenströmen einer maßen Menschenmenge zu verhindern, sei beschlossen m&em bte JSoBrtE Be-
£SWSin’V erst aeseöen worben., nachdem der Betriebsaus- s^üß die Verantwortung dchür Übernamen habe daß dle franzMchen Soldaten nicht belast.gt wurden. Die Mi- abeder der Direktion hatten kernen Anlaß gehabt, ernza- ^retten zumal die Haltung^ der Menge durchaus kiedlich aewelen lei Lbrigens sei Kruvv von Bohlen und Salbach nur Vorsstzender des Aufsichtsrats, also nicht des Berwal- stinasrat-, wie ihn das französische Recht kenne. Er sei allst sür^die letzttre Körvettchaft nicht verantwortlich. In jedem Falle bandle es sich in dem ganzen Verfahren nicht um ein e-amnlati oder um Machenschaften feindlichen Charakters. Ka^k außer Ra« siebe die Beranttvortlichkeit des Betriebsratsmitgliedes Mü^ Die T r a g i k d e r G e s ch e h n i s s e vom 31. März liege darin. ^ SBorte
Müllers falsch verstanden und tauch an den Leutnant weiter- gegeben baba Der Verteidiger vladierte für Freisprechung aller Angeklagten. _ . ,. „
j[ m jjf, r tritt eine Pause ms 2 Uhr nachmittags etn. 'In der RaLmittagssstzung sprach zunächst der Genfer ' Rechtsanwalt Professor Moriaux.
Gr erklärte daß er ein- unbedingtes Vertrauen in das Ge- rechtigkeitsgesübl der französischen. Offiziere setze. Er habe nur aus diesem Grund« di« Verteidigung der Firma Krupp übernommen. Er müsse aber auch betonen, daß dre Firma Kn'vv ourch die Berufung eines Verteidigers, dessim große Sn nvatb '- für Frankreich bekannt.sei. den Millen bekundet stabe daß' ihre Verteidigung wirklich obne S aß und Leidenschaft geführt werde. Die Firma Kruvv möchte alles vermeiden, was die Verhandlungen m eine Polemik «ge« eine Politik umwandeln konnte, deren Diskussion rn diesem Ai' genblick unzuträglich sei. Sie mochte ebenso wenig acorn dieicnigcn auitreten. denen emTett der Verantwor- inna a-i den Ereignissen des 31. Marz zusalle. Es s« st'iaens eine grabe Täuschung, wenn man gegen die Firma Kruvv' einen politischen Tend enzo rozeß führen nollte Be> Kruvv kenne man nur die Avbett und den Millen zur Arbeit. Auch die Kundgebung vom 31. Märr
könne man nur versieben wenn man auf die Wochen zurück blicke, die seit der Besetzung des Rubrsebietes vergangen sind. Die friedliche Ausübung des valnven WldersiLnües
icdann die Aussagen der Belastungszeugen denen derCktt- lastungszeugen gegenüber, um darzutun. daß dfe rirveiiec keine aggressive Absicht batten.^Sonst batte der Dekrxebsrat nicht zwei Siirndon mit dem Ofn^rer varlcrmen-- ticrt. Unter diesen Umständen sei es ganz unzulässig, ein, Anklage auf Störung der öffentlichen Dibnung oder gar aut eine Verschwörung der Direktoren gegen dre Sicherheit^^oer Besatzungstruvven zu konstruieren. , Ter Verteidig^ wies daiin auf die besondere Stellnng des Derrn Kruvv von Bob len im Kruvoschen.. Unter, nehmen hin. Er habe nichts Mit der Ausführung der Dttektionsbeichlüsse zu tun und stehe dem ganzen Tatbestand fern. Tie Freisprechung, so schloß! der.Verteidiger, ist unvermeidlich. Die Vernunft will sie., die Gerechtigkeit per
rechtes Urteil wird der Achtung ve«gnen. auf d:s es berech tigten Änsvruch bat.
Der Vertreter' der Anklage erwiderte dem Verteidiger Dr. Wolfs. Er besttttt. daß der Aufsrchtsrat bei Kruvv sich au^ die admrnRrative Kontrolle, beschranke, und verwahrte ssch dage«n .daß ein Vergleich gezogen werde Mit dem Urteil, das am vorigen Donnerstag in Hattingen gefällt wurde. Auf der Seinrichhutte seien, die nanzo.uwen Soldaten nicht bedroht worden. Die Direktoren batten lich s.fort selbst zur Verfügung gestellt. Der Redner nahm m- Wort des Verteidigers auf. wonach es infolge des «rt«n Einvernehmens bei Kruvv selbst in den Wirren der Revolution keinen Streik «geben habe. Das beweise nur., dm; t»c ; Kruvv die Arbeiter ssch in Harmonie nrtt der Direktion befänden und deren Pläne ausfübrten. Das diirfen d.e Rechter als Franzosen nicht vergessen. Der Staatsanwalt sprach von der großen. Milde der beantragten Sttaten.
Es folgte eine Replik des Genfer Rechts anwalt s Moriaur. der die Richter aufforderte, fern urtsen^tes Urteil zu fällen, und ohne Leidenschaft und Han zu urteilen.
Dann zog ssch der Gerichtshof kurz vor i Uhr zurück.
Nach etwa zweistündiger Beratung wurde «ege« 6 Uhr abends im Kruvv-Brozsß das Urteil gefallt. Es erhielten.
Krupp v»n Bohlen und H.albL ch.15 J ahr« Gefängnis und 180 Millionen Mark Geldstrafe.
Dttettor B r u h n 10 Jahre Gefängnis «nd 100 Millionen Mark Geldstrafe.
Direttor S a r t w i n 15 Jahre Gefängnis und 100 Millionen Mark Geldstrafe.
Direktor Oesterlein 15 Jahre Gefängnis und 100 Millionen Mark Geldstrafe.
Direktor Schäfer 20 Jahre Gefängnis und 100 Millionen Mark Geldstrafe.
Direktor Bauer 20 Jahre Gefängnis und 100 Millionen Mark Geldstrafe.
Direktor Schävvler 28 Jahre Gefängnis und 1S8 Millionen Mark Geldstrafe.
Direktor Kuntz 20 Jahre Gefängnis und 100 Millionen Mark Geldstrafe.
Betriebsiührer Groß 10 Jahre Gefängnis und 50 Millionen Mark Geldstrafe.
Betriebsratsmitglied Müller 6 Monate Gefängnis.
Von den 23 Schuldfragen wurden . 21 mit Fa beantwortet. Die Angeklagten ssnd sowohl eines Komvlo.ts als auch der Störung der öffentlichen Ruhe, und Ordnung für schuldig befunden worden. Die Verurteilungen erfolgten bei allen e i n ft i m nt 1 9 mit Ausnahme Krupps, von Bohlen und Halbach und Direktor Brubns. die mit drei gegen zwei Stimmen verurteilt wurden. Müller wuchs von der Anklage des Komplotts mit drei gegen zwei Stimmen frer- gesprochen und nur wegen Storung der öffentlichen Ruhe verurteilt. Die Men« nahm das Urteil mtt eisigem Schweigen auf.
Gleich nach Beendigung des Prozesses wuchs den Angeklagten die Le: dem Urteil nicht anwesend waren, durch d:e Derteidigung das Urteil zu r. Kenn in is «bracht.
staben es wie wir erfahren, mit derselben Ruhe und Würde entgegengenommen, die sse bis zur letzten Minute der Verhandlungen gezeigt hatten. Seitens der Verteidigung wird «gen das Urteil
Revision angrmeldet
werden die wahrscheinlich am 18. Mai vor dem französsscker Kriegsgericht in Düsseldorf verhandelt wird.
Reichspräsident und N-ichskanzlcr an die Verurteilten.
Berlin 9 Mai. Der Reicksvräsident und der Reichskanzler haben an das Direktorium und den Betriebsrat der Kvuvvwerke Telegramme gesandt.
Ein VLrtrclUSnsvetrrm für PomcarS.
Paris. 9. Mai. In der französischen Kammer äußerte ssch P o i n c a r ö. nachdem di« Linke ununterbrochen eine Besprechung der ein«brachten Interpellationen verlangt batte, dahin, es sei ihm ^ n i ch t möglich, diese Interpellationen sofort zu beantworten. D« Kammer werde in diesem Monat dreimal Gelegenbert haben, über die äußere Politik der Regierung zu verhandeln:
1. in der Debatte über die Rubrkredite.
2. in der Debatte über die ersetzbaren Ausgaben.
3 in der Debatte über das Budgetzwölitel.
PoinoarS äußerte sick dahrn. er könne der Kammer nur das sagcw. was er bereits Deutschland mitgeteilt habe.. Er bat d^e Besprechung der Interpellationen auf Freitag diesem
Was nun?
Die französisch-belgische Antwort auf das deutsche ReMrationsangebot hat an den Berliner amtlichen Stellen keinerlei Überraschung heroorgerufen. Mau weist dort darauf hin, datz die deutschen Borschlage als „teils unannehmbar, teils nicht ausreichend" bezeichnet werden, und man meint, datz dieses teils-teus immerhin gewisse, weitere Verhandlungsmöglichreiten biete. Herr Poincarss hat die weitere Diskussion nicht abgeschnitten, sondern Deutschland gewissermatzen zum .Nachdenken" ausgefordert.
Die deutsche Note war an die fünf Hauptmächte des Versailler Vertrages und an Belgien gerichtet. Zwei Adressaten haben bis setzt gemeinsam geantwortet, die Entscheidung der übrigen steht noch aus. Wir haben es aber nicht mit Frankreich allein zu tun, und ehe Deutschland in der internationalen Diskusiion wieder das Wort ergreift, müssen die Antworten der^ übrigen Regierungen vorliegen. Nach englischen Blättermeldungen sollen sich Italien, und England über die Grundlage einer gemeinsamen Antwort geeinigt haben, und wenn nach diesen Meldungen auch das deutsche Angebot in seiner gegenwärtigen Form^ nicht als geeignete Verhandlungsbasis angesehen wird, so könnte es dennoch nach Ansicht Englands und Italiens zur Schaffung einer geeigneten Verhandlungsbasis dienen. Wer die Antworten Amerikas und Japans fehlen bis zur Stunde noch alle Andeutungen. Es ist nicht anzu- nehmen, datz diese Antworten etwa zwischen den Anschauungen Frankreichs und Belgiens auf der einen und Englands und Italiens auf der anderen Seite stehen werden. Liegen aber erst einmal die Antworten der übrigen vier Adressaten vor, so wird Deutschland in der Lage sein, eine Köllektivantwort geben zu können.
In England weist man darauf hin, datz das Kabinett Cunv bereit war, ferne Antwort durch eine Denkschrift zu ergänzen. Das ist, wie wir festftellen können, zutreffend. Es lag und liegt eine finanzielle Denkschrift zur Begründung des Angebots tatsächlich bereit. Vielleicht könnten auch die Jrrtümer der französisch- belgischen Antwortnote eine Möglichkeit zu weiteren Erörterungen nach dem Eintreffen der englischen und der italienischen Antwort bieten. So bedeutet es einen Rechenfehler, wenn die angebotenen 30 Milliarden auf einen Effektivbetrag von 20 oder gar einen Ietztwert von 5,8 Milliarden reduziert Werdens denn die Varwegnahme der Zinsen stellt keine Verminderung der Summe, sondern nur eine Sicherung für die pünktliche Zahlungsleistung dar. Eine Stelle zum Einhaken könnte auch die Andeutung bieten, datz die eigenen Mndestforderungen Frankreichs und Belgiens 31 Milliarden Gegenwert haben, und datz weitere Schuldenstreichung von den Alliierten abhängig sei.
Me WlW Regierung zur ireutsAn Mt
London, 8. Mai. (Reuter.) Im Unterhaus verlas Schatzkanzler B a l d w i n eine Erklärung über die deutsche Note und sagte: Die britische Regierung sei der Ansicht, datz der natürlichste und beste Weg gewesen wäre, eine mit den Regierungen Frankreichs, Italiens und Belgiens vereinbarte Note auf die deutsche Note abzusenden, um so mehr, als die Note eine Antwort. auf die von Lord E u r z o n eröffnete und amtlich gemachte Erklärung war und da tatsächlk-z das in Frage kommende Problem ein Problem ist, an dem alle Alliierten und nicht nur Frankreich und Belgien allein in hohem Grade interessiert sind. Auch brauchte sich nach britischer Ansicht keine unüberwindliche Schwierigkeit zu ergeben bei dei Aussetzung einer K o l l c k t i v a n t w o r t auf die Note unter dem Vorbehalt, datz die französische und die belgische Regierung die au« der Besetzung deutschen Gebietes durch ihre militärischen Streitkräfte sich er- gebenden Fragen besonders behandelten, wenn sie e- wünschtsn. Die britische Regierung hatte Grund zu der Annahme, datz diese Auffassung von einigen ihrer Alliietten geteilt würde und sie völlig bereit wäre, dahingehende Vorschläge zu machen, als sie offiziell davon in Kenntnis gesetzt wurde, datz die französische und belgische Regierung schon für sich allein eine gemeinsame Antwortnote aufgesetzt hätten, deren Text der britischen Regierung am Samstagnachmitta.c- mit der Bemerkung mitgeteilt wurde, datz sie binnen 24 Stunden den deutschen Botschaftern in Paris un'r Brüssel überreicht werden würde. Die britische Regierung bedauert, was ihr an diesem Schritt als unnötige Überstürzung erscheint und als der Verlust einer Gelegenheit, die sich ihrer Ansicht nach bot durch eine gemeinsame Kundgebung erneut die E o I i- d a r i t ä t der Entente der Ällnerten zu bezeugen Balvwin sagte weiter, die britische Reaieruna beav?
