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Wiesbadener Xagbloft.
Nr. SZ. Seite tt.
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ded 'Wiedßadener 'Zagfttattd.
Aalifornische Reise.
Don Walter v. Rummel.
, .Bon Meiüo bis nach San Franzisko mehr beim als mnwert Stunden mit dem Ervreg. Mehr als vier Tage und ^ Juh man sich im einen sounendurchglühten Kasten bmeinsverren lassen.
-_Eine noch lebend« Staubsäule erreiche ich nach zwei
^aaen EI Paso m Texas. Am schmutzigen Rio Grande del -?vvr« .»eleaen. glaubt man dem Städtchen mit seinen niederen vaUsern und Holzbaracken seine 20 OVO Einwohner t,* 8 ™nL*“!?.. °r 0r Krieg. Heute aber räblt EI Paso schon 90 000 Kopfe, hat Wolkenkratzer und einen gewaltigen AutomobUverkehr — ein Schulbeispiel dafür, dab das unheimlich rasche Wachstum mancher Städte noch lange wicht zum Abickluh gekommen ffi.
<w-c.r otl ^ Paso auf den Geleisen der Southern Pacific MUM we«r. Das Land wird immer öder, rrockener und m meilenweiter Runde kein Mensch, kein Tier! ltur des Abends, wenn die Sonne niedergeht, senkt sich flu» aut dieses von,der Natur so stiefmütterlich behandelte Stuck Erde wie verlohnend ein Hauch und Zauber ganz ?^^"sslger Poesie herab. Hoch hinauf ist das Firmament m trefrot »lusfig« Lobe getaucht. Wie ein Schuttbäuflein schwarzer Ache. von der gewaltigen Glut schon fast aufge- »ehrt. liegt ein kahler, lang bingestreckter dunkler Höhenzu« m dem flammenden Feuermeer. Gleichzeitig haben sich alle rm Osten liegenden, Bergketten plötzlich in ein Kleid von sam wundersam fernem, leicht schillerndem Sildengrau und zartem, ruhigerem Silberbraun gehüllt.
So oerlucht man. so lange es geht, auch diesem traurigen Land noch ein bißchen etwas abzugewinnen. Am letzten •Hü*? l" ^r Coloradowüste — da streikt man! Auch
Mt em Tropfen versickernden Wassers mehr — nur Wüste. Wüste aas Hundert« von Kilometern: Wüste, di« unter dem Meeresspiegel liegt, mit einer Temperatur, als ob man dicht wüJüxI «enen Heizöfen eines Riesenmaschinenwerks
. Fruerluft lchlngt mir von allen (Sexten entgegen. 5Ü2* b ** F! Schatten liegenden Metallteile des Zuges schlaf" öltze. Ich versinke in «inen apathischen Halb-
- ^5* vlötzbch werde ich durch etwas Grünes, das in Mn Auge sticht geweckt. Ich blicke näher hin. Richtig! Wirkliche hohe, dunkelgrüne Fichten! Wie unsagbar wohl dieses satte Grün tut! Gottlob, wir find endlich der Eolo- radowuste entronnen. Und zwischen den Bäumen schim- nun gelbgoldenes. schon abgeerntetes Ackerland hin- du/cki- Weiterhin aber dehnen sich Wiesen, saftig grüne, gut gehaltene Wiesen. zum Terl auch schon abgemäbt. und kräf- 3 üf. mi n bochgetürmter Heuhaufen
mW {? u<b t dBasser reichlich fliehendes, klares M r pudere Sauer. vergraben in blühen den Garten' Und da drüben eine schone, breite, weih her- uLerscknmmernde Landitra-ke. mit bohen Pappeln besäumt.
’LT* ^ Is ,°-h man in irgendein schönes,
kochendes deutsches Tal hinabiubre!
if L m r in näher zusteht, alles wieder ganz M^m<„Tie Farben und, leuchtender, üppiger, südlicher.
En rn vudkal'fornien. in der ungefähren Sähe von Madeira ist! Der Boden tragt reicher und schwe- t™ 8 L aII -~s te des, europäischen Nordens, aber
auch dl« des Südens. Wem. Feigen und wie sie alle beihen. eiu Tausenden und Tausenden schimmern mächtige Riesenorangen goldgelb aus schwerem. sattgrllnem Laub hervor stundenlang braust unser Zug durch herrliches, dreimal ge- iegnetes Land hindurch. Land in dem die Fichte des Rar- dens stch schwesterlich mit der Palme des Südens paart Und fndlich — es ist schon später Nachmittag — sind wir glücklich .in Los Angeles angelangt.
. unserer Herrin, der Königin der Engel!" heiht
E'S-elle 'panische Titel, und ich bin mir vollkommen bemüht daß ich gar nicht würdig bin. einen Ort mit solch wonem Namen zu betreten. Ich sehe aus. als ob ich mich acht
ietzn m?r H nJ) ?and gewü!zi hätte, außerdem
tehll mir auch mein Hut. mem schöner, mexikanischer Strob- tückischer Windstoh weit in die Golorado- muh mir schleunigst wieder irgend welche Kopfbedeckung verschaffen, das siebt fest, denn die mMern^E" bereits argwöhnisch und mihtrauisch mich zu
.. Aber für's erst« und vor allem muh ich Bier ein rick- trges. frisches Glas Bier baden. In unserem Zug ist seit M'.tM nichts al§ schales Wasser verzapft worden, mir klebt die Zunge am Gaumen, und ich habe einen Durst, dab ich Nicht mehr denken und reden kann. Rasch übergebe ich mein Gepäck einem Spediteur und stürze »um Bahnhof hinaus ..Bier, sagen Sie rasch, wo kann ich ein frisches Glas Bier bekommen? wende ich mich an den Nächstbesten Aber er ruckt nur ganz gleichgültig und nichtwissend die Achseln einen zweiten, dritten und vierten, überall der- ielbe Erfolg, nur dah ich ans der verneinenden Antwort durchwegs auch ernen leisen Sohn meine durchklingen^ zu
.. Da sehe ich — gottlob — einen Schutzmann mit seinem silbernen Ordensstern und stürme auf ihn tos
..Bester Herr!" meint er kopfschüttelnd auf meine Fraae ..Sie befinden irch letzt in den United States'" " ® e ' ..3a. weih ich. weih ich ja — aber ich ' “
..Es ist Sonntag heute!" erwiderte mit starker Betomina gekränkt der Konstablers dreht m-?
Richtig, richtig! O du gesegnetes Land höchster verlön- stcher Freiheit! Alke Bars gefchlosten! Nirgends »bn auch tt-rgends em Glas Bier zu haben! Und beute wäre es no± Skimmer, heute bekäme man auch an Werktagen t^ Los Angeles nirgends einen Tropfen Bier. 1,03
it;rr ^bennlaut schleiche ich .in einen Konditorladen — und
MNe wehmutig meinen prächtigen Durst mit maaenverder- benüem Eiswaffer und iiihlichen Limonaden. 0 0 . In der Vorstadt habe ich dann noch das Glück einen uemen Krämerladen offen zu finden. Er führt aucki Hüte Und ich erstehe einen — französische Ware, die ich ^ Paris 'Ur 3 Franken nackgeworfen bekomme — um bar«3 Dollar Aber trotz aller dieser kleinen Zwischenfälle laste 'ick drx ftrewb« an der ersten Stadt Kaliforniens nickt »e? j&r&en Wie hübsch und sauber das Innere gehalten "jlN Sre elegant und geichmackvoll die Auslagen der Kaufläden' Die blank geputzt die langgebauten elektrischen Tram- Wrnien!^^ m ' f e ' 1t Pfeilschuh zu den Höben binauf-
droben aus der Höbe aber, da stehen enlzückende ^Uteir in den verschiedenartigsten Stilen, bald maisi»->r ^tcinbau. bald geschmackvolle Holzarbeit, fast alle einstöckia gar nur aus einem Erdgefchoh bestehend. Und jedes s hat sich mit einem gut bewässerten und gepflegten garten iüd- oder nordländischer Flora umgeben, und wenn nur ein Häuschen ist. das ganz kleinen armen Leuten ge-
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es doch wenigstens und stcherlich eine Palme öder Pinie oder Tanne als Grub und grünes Wahr- U «LJ*?! l"nen Eingang gestellt.
die. Nackte find schon ganz wundersam kühl und er- diikc^^i.^^V^lrnde, Sommernächte, schwer von Blumen- ^bebt vom sühflötenden Lockton eines süd- Vogels leise dnrchzittert von Geigen- und Mando- ir«i? ^un den weichen Stimmen sinaenber Mädcken
und Durchweht von einem, lebend gebliebenen Hauch
un» Zauber altspanischer Romantik.
ck-in^ Angeles aber labt fick, von all diesen vielen schmei- willig und leise in Schlummer fingen. Still oo— kaum einen schon ersterbenden Ton noch wachen St 1^' Wind SU mir empor. Wie prächtig es sich QtMmlr rln in oin weithin schimmerndes, weihdufirses
Scklaf und Ruhe ringsum. en die Stern«, die dieser Stadt Heller leuchten M^o mancher anderen. Sie verdient es aber auch: I» Pu«Ma de Nuestra Senora. la Beina de los Angeles!
Aulissenfieber.
Von Curt SeiSert.
'^..Erste eines Monats. Morgens 10 Uhr. Im VarietS. L- onst um diese Zeit umh schläft, herrscht ameisenhafter ^rleb Derg^^ Saal st Halbdunkel. An den ungedeck- C? fjjfyjl irden die Künstler und Herren vom Orchester. Sie rauchen, trinken Karree, flüstern.
B"hne geschäftige Menschen. Man räumt auf. zurück, die Dersatzstücke in den Schnürboden «wä+L 3I äk® an0 ' ldebi-d voll Kulissen, alle Ecken voll von Lus blankem Messing, hohe weihe Leitern, eine Eraffnage Teppiche, Hundehütten, hohe Korbgeflechte Kugellaufer. Kisten. Säcke, Stangen. Bretter. Der
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i>tr Posaunist ist schwerhörig. Er bat nicht verstanden. , hören doch . ruft der Kapellmeister. ..die kleinen
^ohen^Mä^ter ium Schluh. Zuerst nehmen wir die
Aus ber Bühne wird ein Grashügek aufgebaut. Dabin- tet. eine Stange mit einem beweglichen Mond. Für die Stimmung tet den lebenden Bildern. Zwei Männer be- Mtlsen zwlichen oen Blumen tltmt Glühbirnen und vrobie- r<n di« an Drahten fitzenden Schmetterlinge. Die Kapelle bat begonn-m. Jedes Stück wird sechsmal geprobt. Es klappt nichts.
„Der Sechsachteltakt ist gestrichen", schreit der Kapell- melster, „klemes Allegro!! Bitte noch einmal."
Er klopft unablässig mit dem Taktstock. Dazwischen ist ScheiNVerferprobe. Mehr links und grünes Licht, ruft un ten lemand. Die Bühne erstrahlt in Lila.
„Kruuuuun!" brüllen jetzt zwanzig Kehlen.
Dre Buhne leuchtet rot. Der Mond wird ausgedreht. „Gib mal blau! . ruft der Lichtmeister dem Schein- werter zu.
endlich kommt das grüne Licht. Grünes Licht auf mattroia Blumen. Man ringt die Hände. Die Kapelle vrobl einen Tusch. Der klappt. Der Saal erdröhnt von mächtigen Akkorden. Der Direktor steht wie ein Turm in bei Schlacht mitten auf der Bübne. Er strahlt in allen Farben re nachdem das Lickt erscheint. Im übrigen bas er die Rübe gepackitek Vom Schnürboden kommt eine Kuliste berab. Der Mond wackelt. Der Kapellmeister ruft nach der Tanzerm. Die erste Probe beginnt. Ein Teppich wird gelegt. Die Tänzerin erscheint im provisorilchen Kostüm Schwarze Hosen, grüner Jumper. , Die Musik stimmt: ?'..;/tais rot. Rampenlicht flammt auf. Der Kapellmeister blättert in den Roten.
..Meine Hei'ren. nach dem Buchstaben B. vierter Takt kommt der grobe Sprung. Haben alle den groben Sprungs'" los ^ en r ^ n ' Einige Probesprünge. Dann geht's
Rach der, Tänzerin folgen die Radfabrkünstler. Sie fahren nicht im Takt, und doch brauchen auch fie ganz bestimmte Melodien in ganz bestimmtem Tempo, um nicht aus den Rädern zu fallen.
Schwere Eisengitter werden angebracht. Für die Raub- tiergruvpe Aber Fräulein Elarista will nicht singen. Rein, vor den Bestien fingt fie nicht. Der Direktor beruhigt fie or« Tiere konnten ihr nichts tun.,wenn sie nicht zu nabe an den Käsig kommt. Aber sie ist nicht beruhigt und dreht fick dauernd wahrend des Gesangs um. Es könnte doch einer vielleicht . . . Der Kapellmeister ist wütend Er brüllt Als Antwort brüllen hinten die Tiger. Fräulein Elarista wird unruhig. Und mitten m die Arie der Butterfly ertönen heiser« Schreie aus der Wildnis. Der Gesang wird abgebrochen. Die Tiere sind nicht mehr zu beruhigen. Die Wirkung des Gelanss war zu grob.
Der Direktor beschäftigt fick mit einer Dame Sie schreibt und malt mit beiden Händen und dem Mund zugleich. Eben packt fie ihre Sachen aus.
..Sie können dock mit die'er Staffelet nicht auftreten" jagt der Direktor. ..Die ist ja ganz schmutzig."
3 t i{" n ” tb * a "vck vergoldet. Aber das bat ia noch
Der Direktor wundert fick über di« Rübe. Es ist schon 3 und um 6 Uhr mub das Programm stehen. Dabei find die drei Antonis die aus München kommen, immer noch nicht da. Wenn sie nur den Zug nickt vervaiht haben Vorn an der Rampe proben vier Sandstandkünstler. Dazwischen leuchtet der Scheinwerfer. Er probiert. Rot. grün «elb blau. lila. Plötzlich ist alles dunkel.
..Kurzickluh!". schreit der Direkter.
Die Musik bricht mit einem Mibton ab. Die Tiger heulen. Ein Sandstandkünstler springt aus Versehen mitten in die Kapelle. Streichhölzer flammen aus. Eine Taschen- lampe^blinkt^dem Direktor ins Gesicht. Wer da? ruft er.
Gott sei Dank! Es wird langsam bell. Die Probe gebt weiter. Die drei Antonis a'-beiten. Ihre Nummer klan»r Auch ohne Mufik. Erste Klaffe, diese Artisten. Eie find de« Kern des neuen Programms. Der Direktor spendiert Kaffee und Kucken
Dst Probe cst beendet. Das Orchester entfernt fich Die Künstler gehen in ihre Garderoben. Die Vorhänge fallen Die Bühne wird aufgeräumt. Das Lickt verlöscht. Der Saal ist leer. Nur einsam huscht noch der Scheinwerfer durch den Raum.
Wenige Stunden Gäter ist Vorstellung. Die Mufik klappt. Der Scheinwerfer funktioniert. Die Künstler find ruhig und arbeiten exakt. Das Kuliffenfieber ist verschwunden. In der Ecke siebt der Direktor und reibt sich die Hände Rur die Ruhe, sagt er. nur die Ruh«!
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tvenn trurn aufs Essen wartet.
Von Julius Kreis.
In regelmäbigen Abständen zischen alle Ausflügler im Wirtshaus: t,z tfz tsz tfz .... den Naturlaut der Ungeduld und Entrüstung.
. . Man ist hungrig und will essen. Wer die Wirtsköckin sagt. Mir ham aa warten müaffen auf de Bagasch!"
Die Kellnerin sagt' ..I' ka' mi' net darennaf"
Und derrennt sich nicht. Die Gäste warten. o t. -^“5 vielt mit Messer. Gabel. Teller und Calzbüchselu. K^vnstochern und Vierfilzen. Die Kinder besehen sich ihr weucht :n der Rundung des Löffels und grinsen so lang yinein. bis der Vater erzürnt und voll Grimm mit seinem ~otfeI auf d»e Finger der Svröblinge haut. Denn er bat junger und kann deshalb llusebübrlichkeiten nickt seben. ;°c°uf die Mutter ihm einen Blick voll Klage und Anklage llchickt und ihren Kindern, so ostentativ als «ine Frau .,»n renn. d>e Tränen trocknet. Denn die Mutter bat Hunger und ist deshalb ostentativ. Was die Laune des Vaters nicht vkllcrt. Er dreht heftig den Teller um seine Slchse und würgt sfvrn. Durst und Hunger ingrimmig hinab. Der Fritzl muh ein Bier polen, Die Miezl muh Semmeln holen, die Anm I 1 » 'ff die Kucke uiid fragen, wann der Rostbraten fertig ft-, «re kommt mit dem erschöpfenden Bericht, die Wirtin habe gesagt:
7lvenn er ferti is. is er ferti."
Der Vater erwürgt mit beiden Fäusten unterm Tisch
' ..Skandal!"
3t auf!" Dies 1 uju' i nicui uui. err mai. ..Ach was! Geschwätz.! Ick reg mich doch nicht auf! Aber du regst einen auf!"
Die Mutter nadelt an ihrer Stickerei weiter und sagt nichts mehr. — Sie schweigt intensiv — vielschweigend! m regt den Bappi noch mehr auf' Der Fritze dreht Brotkugelchen Er bekommt eine Ohrfeige. Die Mn
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Die Mutter wischt ihnen Augen und Nase. Der Bappi schnaubt und sagt: es fei das letzte Mal. dah er einen Ausflug macht, Er ruft heiser vor Zorn: ..Fräulein Vevi!"
D'e Kellnerin ruft antomatisch: ..Elei'!" zurück und ^rsckwii.det aus dem Gesichtskreis, über dem Tisch hängt nachtschwarz eme Gewitterwolke. In Bavvis Ausenoläsern wetterleuchtet es. Jetzt braucht die Aunt nur noch das Limcmadenstaschl umwerfen ....
m D/r Bariv; hat das Meffer in der Faust. Er könnte die Bevi kalten Blutes abschlachten, wenn ste nochmal ..Eleiiiii" Gfit! Der Fr,-zl leckt als Vorspeise mit dem Finger Salz °ui. Die Anni muh in die Küche und fragen, was mit dem Restbraten r,t . . .
D'e Mutter seufzt und sagt: ..Bappi. reg dich nicht auf. Denk an deine Leber'"
Der Bappi brüllt: ..Ich reg mich doch nicht auf!" m, Die Halse aller Gäste regen sich. Jetzt wird die erste Platte bereingetragen. Grerrg geben die Augen den Bratenplatten und Sclatschüeln nach. Bestecke klirren. Zeitungen 'Ä/ 0 mitten,.im Satz muh das Interesse an
..Weltpolitischen Ausblicken dem Interesse an Bratenteilen wercken und Rabindranath-Tagore- und Courts-Mabler- Bande klappen rücksichtslos vor der Veoi zu und werden unter den Gegenpol der Seele verstaut.
Festliche, Erwartung! Hierher. Vevi!" ..Daher. Vevi!" ^lnsern Nierenbraten.. Vevi ' ..Wir haben noch keine -uppe. Vevi!" Glerrni!" ..Horen Se mal. Fräulein Bevr! Nu warten rra schon nn leschlachene Stunde! Nun kommen (re mal xan » » »
r . Und der Herr in der blauen Leineniacke und dem schmetternden Antlitz zieht alle Augen und Obren in seinen Bann. Feindselige Augen! Und irgendwo orgelt ein tiefer Brerbah ,Frelli! Obakemma und 's Mäu aufreiben! Für eabm vrefficrt s b sonders! Salt mi. Amali. lunst muah i' hi geh! Wo mir scho a Stund daiitzen . . . .!" .
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Alle find versorgt. Friede auf Erden. Man hört nur freundliches Geschirrklavvern. Besteckklirren, leists. wohl- bebogliches Knuen Spannung. Ärger. Zorn haben einem ticicii, Sceler frieden auf den Gesichtern Platz gemacht. Der Bappi ist über, seinen Rostbraten gebeugt und die Mutter schneidet den.Kindern vor und der Bavvi ist schon ganz ab- ifntf-fe Utiil Cm Scmmelschmarr n von Güte liegt ans seinem
Nach Tisch find alle Menschen gütig.
Die Parabel vonr Schornstein.
Von Sased, dem Weisen.
Es kam einst ein Mann zu mir. dem es sehr mihlich ging. Und er beeilte fich. seine Leidensgesch-ichte herzupkavvern und zu sagen: „Ja. mir hat die Welt übel mitgespielt — ich bin «in geschlagener Mann!"
Und er tat sich selber sehr leid. Und er war willens, seine übervolle Fuhre Mitleids mit sich selber bei mir mn- zukloven und all sein Unglück vor mich hirzuschütten. Aber ick bube genug eigene Sorgen, und au herbem noch etliche. Denn die Lasten, die ich für mich trage, sind leicht, verglichei« mit denen, die ich für andere tmge. Ja. unid ich trage fie gern, wenn es nötig ist. Dieser Mann jedoch brauchte nichts weiter als seinen Willen ein wenig mehr zu straffen.
Und ich wies zum Fenster hinaus, und siehe, wir erblickten zwei Schornstein«. Und einer von ihnen aualmte eine grohe. schwarze Rauchwolke empor. Und der andere rauchte nur wenig oder gar nicht.
Und ich bieh den Mann den Schornstein anseben, welcher rauchte und sagte: „Dies ist ein Spiegel! Sieh dich selbst in ihn!"
Und der Mann war ungehalten.
Und ich sagte: „O. mein Bruder, lerne deinen eigenen Rauch verbrennen! Verschwende seinen Kohlenstoff nicht noch mache ihn zu einem Gift für die Luft, die du ja dcch selbst wieder eimatmen mutzt!"
Und er sagte: „Ich verstehe dich nicht!
Und ich sagte: „Dann sei wieder guter Dinge und verstehe!"
Ein Mann, der sich darin gefällt, sich zu bemitleiden ist ein geschlagener Mann, noch! ehe die Schlacht beginnt. 'Es gibt nichts, was den menschlichen Geist so zerstört und ihm so verhängnisvoll Ät als das Nähren des Gefühls' Mer» Los ist ein unmögliches und ich selbst bin der elendeste aller Menschen! Hafi du eine schwere, Pflicht zu tun? Nun denm tue fie mit Entschlossenheit bringe sie hinter dich und «» mutige deine Seele durch di« Glut des Sieges! Wer versprach dir ein bmuemes Leben! Und wer — anher einem Feigling oder Schwächling — trachtet nach einem beauenien Leben. Gehe^lnn, emichte einen Schornstein uind wirke im Sonneirllchl., So wirst du die Übel, die dick) traurig malben, bezwingen, ia. was noch mehr ,st: da wirst der Meister
deiner Seele werden "
