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derlag Langgasse 21

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Gefahren im Osten.

Botschafterrat der Alliierten hat wieder einmal WÄl.arte gemacht. In den Berichten über die in Paus abgehaltene Sitzung wird kund und zu wissen . e * m Rigaer Vertrag festgesetzte polnisch- £U 5 l Grenze vom Botschasterrat anerkannt

Ä? Tr 1 . na zugesprochen wurde, während über

Ostgalizien und die polnisch-rumänische Grenze noch kerne endgültige Entscheidung gefällt ist. Aber sowohl gegen die endgültigen wie gegen die nichtendgültigen Entscheidungen wird von den Interessenten protestiert. So erklärt die Warschauer Regierung, daß sie aus der Einverleibung von Ostgalizien bestehe, während die Regierung der Sowjetukraine in einer Note an die Ententeregierungen das Selbstbestimmungsrecht für die Bevölkerung Ostgaliziens fordert und sich gegen die geplante Annexion durch Polen verwahrt. Diesem Einspruch kommt um so mehr Bedeutung zu, als nach den Meldungen aus Moskau auch die russische Cowjet- regierung dahinter steht und ihren Protest unterstützt. Ähnlich liegen die Dinge in bezug auf die Absteckung der polnisch-rumänischen Grenze, bei der die alliierten Regierungen den polnischen Forderungen weit ent- gegengekommen sind, wogegen Rumänien Einspruch erhebt.

Handelt es sich hierbei um Fragen, die noch in der schwebe sind, so wird aber auch gegen die endgültigen Entscheidungen von den Beteiligten oder genauer ge­sagt den Benachteiligten Sturm gelaufen. So hat der litauische Gesandte in London im Foreign Office Pro­test gegen den Beschluß der Botschafterkonferenz, durch den Wilna Polen zugesprochen wird, erhoben mit der merkwürdigen Erklärung, daß diese Entscheidung den Grundsätzen, für die die Alliierten und mit ihnen die Litauer gekämpft hatten, widerspreche. Daß die Litauer sich nachträglich zu Kampfgenossen des Weltkriegs zu stempeln versuchen, ist auch einer von den blutigen Witzen der Weltgeschichte. Was aber besagte Grundsätze betrifft, so hat kaum irgend jemand so sehr dagegen gefrevelt wie gerade die Litauer durch ihren Gewaltakt an dem reindeutschen Memelstaat. Es ist daher sehr bemerkenswert, daß die litauische Regie­rung zwar die Bedingungen der Botschafterkonferenz, betreffend das Memelgebiet, vorbehaltslos angenom­men hat, aber die Wilna-Zession an Polen als schweres unrecht bezeichnet. Auf der anderen Seite wird von Warschau aus erklärt, daßjeder, der die Zugehörigkeit des Wilnaer Kreises zur Republik Polen in Frage stellen wollte, darauf gefaßt sein müsse, daß dieses Borhaben rücksichtslos und mit Hilfe aller zu Gebote stehenden Mittel zurückgewiesen würde".

*... Die scharfe Sprache, welche Polen gegen Litauen mhrt, hat freilich tiefere Gründe. Sie sind in der -Remelfrage zu suchen. Man weiß, daß Polen ebenso wie Litauen auf Memel Absichten hatte und in dieser Beziehung weitgehende Zusicherungen erhalten hatte! Aber die Litauer waren diesmal früher aufgestanden und haben klügere Politik getrieben, wobei sie sichtlich einen Rückhalt an Sowjetrußland hatten.

Hat Frankreichs Prestige bei den Ostvölkern durch den Ausgang des Memelabenteuers gelitten, so lehrt ein Blick in die polnische Presse, daß man in Polen keineswegs geneigt ist, die Entscheidung über Memel As endgültig hinzunehmen, wobei das Endziel sichtlich meBereinigung" Polens mit Litauen, will sagen die Annexion Litauens ist. Freilich eine ziemlich aussichts­lose Spekulation, da hinter Litauen Sowjetrußland ueqt, das ebenso gegen Polen wie Polen gegen Rußland rüstet. Aus alledem geht hervor, daß dieLösung" "es Memelproblems alles eher als eine endgültige ist. And so hat die Politik der Alliierten im Osten die -^uwdlagx für unbegrenzte Konfliktsmöglichkeiten ge- ilyasten. die auch für Deutschland, vor allem für das uon litauischer wie von polnischer Begehrlichkeit be­drohte. isolierte Ostpreußen, eine ernste Gefahr be-

Keine Vermittlung in der Nuhrfrage.

l -2?' ® 0tt * M,n ' 22. März. Entgegen den vielen Ee- ruchten der letzten Tage wird in englischen politi­schen Kreisen festgestellt, daß eine Vermittlungsaktion ! In ,.° er Ruhrfrage zurzeit keineswegs bevorstehe und vorläufig nicht abzusehen sei, weil Frankreich noch immer der Ansicht sei, die Kapitulation Deutsch- landy erzwingen zu können. Rach einer Londoner ..leldung hat Po in ca t4 erst in den letzten Tagen seme Botschafter und Gesandten in den verschiedenen Hauptstädten beauftragt, die Regierungen dahin zu unterrichten, daß Frankreich keine Vermittlung > g e > e g e n sei. England bliebe wie bisher neutral.

Dsr Nachlvsrkehr zwischen dem besetzten und unbesetzten Gebiet verboten.

Kern Eingreifen Amerikas.

D. London, 22. März. Staatssekretär Hughes wird, wie aus Washington gemeldet wird, die deut­sche Note über die Ruhrftage weder veröffent­lichen noch an den französischen Botschafter weiter­geben, da Washington sich nicht in die Ruhrftage ernmischen wolle.

D. London, 20. März. Aus amerikanischer Quelle verlauteten weitere Einzelheiten über den In­halt der in London und Washington überreichten deut­schen Rote. Es wird bestätigt, daß die Rote keinEr­such e n um Vermittlung enthielt und keine Antwort erwartet und sich nicht mit der Ruhrbesetzung, sondern ausschließlich mit der Reparationsfrage beschäftigte, wobei die Anschauung der deutschen Regie­rung in dieser Frage lediglich zur Informa­tion des Weißen Hauses mitgeteilt worden sei.

Wd. Koblenz, 22. März. Die Interalliierte Rhein­landkommission hat durch Verordnung vom 21. März den gesamten Verkehr zwischen dem besetzten und unbesetzten Gebiet mit Ausnahme des Eisenbahnverkehrs von abends 8 Uhr bis morgens 5 Uhr auf unbestimmte Zeit verboten.

Der Wortlaut der Verordnung lautet:

Auf Grund der gegenwärtigen Umstände, insbe­sondere der im besetzten Gebiet begangenen politischen A n s ch 15 g e und in Anbetracht der Vollmachten, die ihr übertragen sind, um die öffentliche Ordnung und Sicherheit im besetzten Gebiet zu gewährleisten, hat die Rheinlandkommission unter dem 21. März 1323 angeordnek, daß bis auf neue Weisung der Ver­kehr (ausgenommen die Eisenbahn) zwischen dem besetzten und unbesetzten Gebiet von 8 Uhr abends bis 5 Uhr morgens verboten ist. Sie hat u. a. ihre Delegierten mit der Ausführung dieser Anordnung, welche am 21. März 1923, abends 8 Uhr, in Kraft treten wird, beauftragt.

Rach einer Havas-Meldung aus Koblenz erklärt man die gestern abend in Kraft getretene neue Ver- kehrserfchwsrung damit, daß diese Maßnahmen durch die Notwendigkeit veranlaßt seien, es unruhigen Ele­menten unmöglich zu machen, im Rheinland Attentate zu verüben und sich dann nach dem nichtbesetzten Deutschland zu flüchten, wo ihre Straflosigkeit ge­sichert fei.

Der franzSstsche Reparationsplan.

_,!> Baris, 21. März. Marcel Hutin schreibt im Echo de Paris", daß eine politische Persönlichkeit er­klärt habe, der französische Reparationsplan sei bereit für den Tag, an dem Deutschland auf direktem Wege vernünftige Vorschläge machen würde, die die Aufnahme der Verhandlungen ermög­lichte.

Barnch über die Reparationsfrage.

Festnahme eines Redakteurs als Bergeltungsmatznahme Wd. Mainz, 22. März. Wie dasEcho du Rhin" berichtet, wurde als Vergeltungsmaßnahme für die Verhaftung des französischen Journalisten Laboured, des Berichterstatters desJntranfigeant" in Berlin, durch die interalliierte Behörde in Koblenz der Redak­teur Dr. M e h r m a n n von derKoblenzer Zeitung" in Koblenz festgenommen.

m w T BBaris. 21 . März. Nack, einer Meldung des ..New Dort Hera ho" aus W afh ingt 0 n erklärte B aru ck.

e ^ 11 lulu uur> woioii. ....

öer Ufnnntlid-, als amerikanischer Sachverständiger an der Frikdeneverban-iu-gen teilgenommen bat. in einem Inter­view mit dem Vertreter der ..Washington Dost", daß nach i«lner Ankickt der Einmarsch in das Rubrgebiet wahrschcml-.ch die Revarationsfrage eber beschleu- inacn als verzögern werde, und daß allerdings, obwohl nach

reiner Annchl bet GF'Tnrutrtä) eine Verletzung des Friedens- vertrnges let. Frankreich nicht anders balle bandeln können.

®. r elouf*. He wirKch-aM'-cke Wirkung des Einmarsches nicht schlimmer sei als die eines groben Streikes Baruch glaubt, daß man von Deutschland in den nächsten beiden Japren keine erheblichen Zahlungen verlangen könne, ob- wohl d-e Kobkenlieferunaen und die Sachleistungen fortgesetzt werden sollen. Svate: solle es 2'A Proz, von den 12 i Milliarden Dollar und 1 Proz zvr Arvortisieruna fünf Jabre bs,»durch zahlen: nach diesen fünf Jahren sei der Zinskuh allmählich zu eroahtn. bis er schließlich 5 Droz erreichen wurde. Baruch. ist gegen jeden Eingriff in die deutsche Gesetz- Übung und die deutsche Steuererhebung, und nach seiner Ansicht »-rauchten sowohl Frankreich wie auch Deutschland Garantien für ihre Sicherheit.

Reue Verhaftungen.

Wd Ludwigsbafen. 21 März Der bayerische Land- taD-abgeordnete der sozialdemokratischen Partei der Pfalz u»d Stndtrat Korner ist heute vormittag von der franzö- krsVcn Besatzunaobeborde verhaftet worden.

Bei dem Oberbürgermeister der Stadt Ludwigsbafen. Direktor Dr. Weis, hat beute srüb die französisch« Gen­darmerie eine Haussuchung voigenommen. Gründe für die Haussuchung wurden nicht angegeben. Irgendwelches Be­lastungsmaterial wurde nicht gefunden. Der Atntsgerichts- diriktor 2 u n g der vor einiger Zeit von der französischen Besutzungsbehorde verhaftet worden war. weil er sich ge- wrigert batte, verhaftete deutsche Eisenbabnbeamte in das Amtsge, icktsgcsangnis aufzunehmen. der aber dann wieder aus der Saft entlaßen worden war. wurde heute vormittag von der nansosischen Besatzungsbebörde zusammen mit dem Verwalter des Amtsgerichtsgefängmsies Ott wiederum ver- baftet Wie. verlautet, wurden Amtsgerichtsdirektor Jung

Ui- d Ekkai! gnlSvc rwa lter Ott sofort nach Mainz abtrans­portiert Die Nei Handlung gegen die O ' ' loa vor dem Kriegsgericht staittfinden.

die Beamten soll am Fret-

Drr litauische Ministerpräsident in Paris, d- Baris. 21. März. Der litauische Ministerpräsi- ist heute in Paris einaetroffen, um mit der von z**.. Botschafterkonferenz besonders ernannten Kom- u>!lon die Regelung der Memelfrage zu be- n - Die Beratung soll sich besonders auf die Frage ^^Memeler Hafens und des T r a n s i t v e r- "hrs erstrecken.

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2V Millionen Geldbuße für Düsseldorf. Düsseldorf, 22. März. Rach demEcho du wurde der Stadt Düsseldorf durch die französi- Behörde eine Geldbuße von 20 Millionen Mark Mrkegt, weil Sabotageakte an den Telephon- Telegraphenlinien im Bannkreis der Stadt vor- 8"onunen feien.

Lord Robert Cecils Reife nach Amerika.

I>. London, 21. März. Lord Robert Eecil er­klärte einem Vertreter desManchester Guardian" er gehe nicht nach Amerika, um für den Völkerbund zu agitieren, aber er glaube, in Amerika würden mancher­lei Befürchtungen bezüglich des Völkerbundes gehegt die bald verschwinden würden. Die Hilfe der Ver­einigten Staaten sei für die wirtschaftliche Rettung notwendig und er könne nicht annehmen, daß das ame- rikanifche Volk es ablehnen werde, im gegenwärtigen Augenblick feine Hilfe zu leihen.

Der vor einigen Tagen v..-rbaftete Ludwissbafener Ein­wohner Silieret ist. rote verlautet, nacli Landau alitrano- vortrert worden wo er vor ein-französisches Militärgericht geitellt werden soll. Er wird befckiildigt. Plakate die sich gegen die fiavzos'.sche Propaganda wenden, in Ludwigsbafen anseschlagen zu haben.

Weitere Ausweisungen.

W.T. I! Mainz. 21. März. Ausgewiesen wurden

der Vizevräsidenl des beMchen Landtags S 0 b e r r. der ..Rbem- und Nabezsitung. Po lenz, der

Die Schwierigkeiten des Ruhrabenteuers.

£'. Paris. 21. März DieHiimanitö" veröffent­licht einen Brief, den ein nationalistischer Abgeordneter nach einer Reise durch das Ruhrgebiet an Poincarö gerichtet hat. Der Abgeordnete stellt fest, daß man auf die ungeheueren Schwierigkeiten, die zu überwinden sind, nicht gefaßt war, sondern in dieser Hinsicht eine Enttäuschung erlitten hat. Am Schluß des Briefes wird festgestellt, daß die Zeit im Ruhrgebiet nicht für Frankreich arbeitet.

Berteger der jw^twuuim . vuieus, o«i

Bei sitzende der Deutschen Lolksvartei. Dorn. Rechtsanwalt ß.oldan. Frau,Schavtro und Rektor Adam Schrot, wmtlich aus Mainz. Berbaftet wurde aus unbekannten Gründen Bürgermeister Wackernheim, s. 1 W.T.-B. Mainz. 22. März. Außer den bereits Gemel­deten sind weiter ausgew-esen worden: Reallehrer Grün- sch la g, und vom hiesigen Hauptzollamt Zollinspcktar C s ck w i n d t und, Postserretar D e u b e r t.

tick Russrlsbeim. 22. März. Der leitende Direktor der Opelwerke Oberlngenieur Dr. S ck 0 t z. wurde am Diens- tegvornnttag auf Anordnung der Interalliierten Rbeinland- llMMlinon Mlt deiner Emilie aus bem besetzten Gebiet aus- körntsen und .in Richtung. Darmstadt abtransvortiert. Die FamAie bat -nnerbalb vier Tagen zu folgen. Die Aus- wklsiing soll mn der vcr einigen Tagen erfolgten Betriebs- einstellung in den Opolwerken zusammenhängen. Der Be- trieo wurde am Dltnswgvormirtag in vollem llmfan, wieder ausgenommen.

Deutscher Protest in Paris.

W.T.-B. Berlin. 21. Marz. Der deutsche Geschäfts- troger >n Barts wurde angewiesen, der französischen Regic-ung eine Ncte zu übersenden, in der die deutsche Regierung gegen die am 19. März in Essen erfolgte Felln ab m e des Reichstagsabgeordneten Q 11 ä 0 tz des Landger-chtsvralldenten Vollmer sowie verlckwedener Vankdircktorer als Geiseln protestiert und ihre sofortige Freilassung i erlangt. In der Note wird gleichzeitig der Antrag gestellt den Vorfall, der zu der FestnahiÄ der F-- nanntrn Peisonl'chkeiten geführt hat. sofort etner inte" unlerbre'iän °" U n te r su chu n gs kom m i ss ion zu

Reue Zeitungsperbote.

Wd. Koblenz. 21. März. Die Interalliierte Rbeintand- kommisiion hat vom 13. bis 16. Mär; weitere 21 deutsche Zeitungen verboten bezw. für bestimmte Fristen aus dem be­setzten Gebiet ausgeschlossen.

Wd. Koblenz. 22. März. Die Interalliierte Rbeinla id- kommisnon bat für drei Monate den .Stadtanzemer für sw." und die ..Kölnische Volkszeitung"

verboten, Vertriebs verbot im besetzten Gebiet für die Dauer Monate,, erbielten die ^.Deutschen Nachrichten" iBcilin). . Das Verbot der .K. V. wird mit fortgesetztrr lendonriöler Ärtikel begründet Die ..Deut- chen Nachrichten seien di« Revroduktion der ..Deutschen Allgemeinen Zeitung".

Br, ® oUr ^- Ä Mär, Die ..Bottrover Volkszeitung' tlt erneut von der Besatzungsbebörde für neun Daae oerboteu

worden, -