Wiesbadener Tagblatt.
Skr. 83. Sette 17.
Lsmrtag, 17. März IgZz.
'Unterhaltung6 Beilage
beö 'Witöb ab tritt 'Zagblattä.
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Lappen-Wanderung.
Von Carl EchSIen.
D«r norwezische Dichter und Forscher Carl Echösen hat tmter den Lappen wie einer der Ihren gelebt, teilgenommen an den Pendelzügen ihrer Cammer» und Winterwanderungen, sich ihre uralten Eagar und Wundergeschichten zu eigen gemacht und Ist tief eingedrungen in den urzeitlichen Zauber dieser primitive» Kultur. Zn einem von Z. Sandmeier meisterhaft übertragenen Buch »SkuulukeAndara ^''-Berichte au» Lappland, da» eine neue, die Kultur der Völker de» hohen diorden» behandelnde Sammlung .Arktis" des Verlages Eugen Diederichs in Jena erSsfnet, erschließt uns Echöjen dies« unbekannte Welt. Die Lappen stnd noch Nomaden, die nach alter Gewohnheit den Winter in schwedischen und den Sommer in norwegische« Gebiete» verbringen und wie di« Zqgoügel »Ssährlich ihre Wanderung »»treten. Davon er» giihlt di« solgend« Schilderung. Di« SchrisUeitung.
Im Storni Mär», der Njuktia. Schwanemnond genannt wird — denn da kommt dieser Vogel zurück, befinden sich die Herden in rascher Wanderung über die weiten Lavpmarken. Der Harscht bedeckt die ganzen Niederungen, und deshalb ziehe» die Renntiere vom Waldland hinauf in di« Berge.
Nicht alle Lavoen wandern jo weit «egen Westen wie bis zum Meer. aber trotzdem ist es wie der Ausbruch eines ganzen Stammes, wenn das Samevoll di« Winterwohnplätze verläßt und sich auf di« Wanderung nach seinen Bergen be-
Und nun stnd ste «orbri. di? Tag«, da die Frauen der der Hütte
gibt. . . _ _ . .. ..
Nchabarn stch oft in der Hütte versammelten und nack Lavven-Neuigkeiten Kasten und stch die Sagen aus alter “ rit erzählten, während sie vor dem Feuer sagen und ihren Faden ioannen — oder, da der Hausvater seine
- Fa_ _ _ . _
_ chneoschuve nehmen und sein Remitier davor spannen konnte und so eine Schifahrt machte, um nach den Wächtern der Herden zu sehen. Während der Winter am strengsten war und die Sterne nur für kurze Zeit erbleichten und dann ball» wieder am Himmel glänzten und lang« leuchteten, iviel- ten die Kinder versagt in dem hoben Schn« nahe beim Lager — und krochen bald wieder in die Hütten und suchten stch ihre Plätze zwischen den Erwachsenen, die mit ihrer Arbeit beschäftigt, um die Feuerstätte saßen. Die Flamme brannte immer doch in dieser Zeih Und warnten di« Hunde, da« ein Fremder sich näherte —, hatte der Fremde auf der Wanderung in der kalten Winterluft schon von weitem den guten Rauch des Feuers erkannt, ehe er es endlich erreicht«.
Nun sab er arich den Feuerschein über der Rauchöffnung und Schatten, die stch hinterm Zelttuch bewegten. Und bald ward er mit Freundlichkeit begrüßt und ihm ein Platz an- geboten zwischen den Bewohnern der Kaate. (Heim.)
War es aber um die Nachtzeit, daß die Hunde anischtugen. da galt dies sicher Untieren, di« um das Lager schlichen.
Und der Hausvater war schnell bei der Türöffnung und horchte aui alle Laute in der Schneelandschaft. Irgendwo siel das Nordlicht grün und spukhaft durch die Wolken. Und wo der Himmel klar war. sab er Lapplands Sterne je nach ihren Namen. Und die Milchstraße beißt in seiner Sprach« Bogelsteig und das Siebengestirn Kälberschar. War es hohe Nacht, iah er anch Davna — und dieser Stern ist der Mitternachtsstern. an dem sein Volk seit uralter Zeit die Stunde abgeleffn ha t. „ ., _
Wenn der Larw« nun ausbricht zur Wanderung, geschieht dies um der Tiere und Menschen willen zur Nacht, wenn der Harscht am besten trägt. Im übrigen ist der Ta« nun so verändert daß die Stern« spät kommen und früh verschwinden — und schließlich ukerden um ein kurzes die Nächte ganz bell sein.
Die Wanderung ist das Leben des Lappe« — und wie weiß, muß er dort sein, wo das Renntier seine Nahrung fct. r >
Aber für die Wächter, di« mit ihren Sunden allezeit den Herden folgen müssen, ist es oft hart genug, wenn die Tiere da und dort binlaufen. um nach Flechten zu suchen. Erst hoch oben in den Bergen, wo das Wetter den Schnee weg- gefresien und der Sturm die Flächen reingefegt hat. verhalten sie sich m itunter ruhig weidend, so daß^a uch^diese Leute
Als wir sparten
Don Julius Kreis.
Mern Freund Michel und ick. wir leben nämlich sosu- iagen in wilder Ehe miteinander, das beißt wir fuhren einen gemeinsamen Haushalt mit wenig Haushak und vrel Gemeinsamem. um nicht zu sagen Gemeinem. Dan em gemern- lamer Haushalt bas Grab glücklicher Eben ist. bunte bekannt sein. Freunvlchasten halten etwas länser vor. wer! hier di« Komvlikationen. di« di« Lüebe rn glücklichen Eben und Haushalte bringt, ausscheiden. Dafür gibt s nutet andere Dinge, die den Sinn für barmonriches Familienleben emvfiudlich stören können. Wenn benvielsweffe der ein« Haushaltungsteilnehm« di« Gewohnheit bat. sein« nassen Malpinsel auf die trocken« Stärkenxffche des anderen zu legen, uns wenn hinwiederum m Aschenbecher Kartoffelsalat. im Tintenzeug Tabakasche und m tei SctalW'unel chinesische Tusche sich befindet, so kann eme sorgfältig« Saus- kau darin immer 'chon kleine Anzeichen von Nochlasiigker. in der Führung des Hauswesens erblicken. . ,
Sonst aber vertragen wir uns sehr gut. M^belund im. und wenn zufällig der eine feine Hoi« nicht sinden kann, dar? er ganz beruhigt sein: der andere bat sie an.
Eines Tages kam Michel mit einer Musenten Äe«. ..Weißt du was", sagte er. ..das Esten ,m!Wrrtshaus wmd immer teurer. Wir wollen einmal versuchen, unser bimven tägliches Brot selbst zu kochen. Ick bin tagsüber daheim und kann neben meiner Kumtmalcnei imm« ein brtzchen nach dem Rechten am Ofen sehen: Gu^sck Sum Bpffwel koche ich brr tadellos und Kartoffeln und Gulasch belwelsweiie.
..Liebe' Michel", laste ich w'-f umflorter stimme ..Warum du mich töten wiM. weiß ich,nicht. ötr
nichts getan! Aber wenn es denn fein muß. hier n.mm die Pistole und mache es kurz und schnell mit «rner Kuqel. aber nicht mit einem Gulasch, das m Leinöl. Malnrnrnis und Skiewacks gekocht Ft. Ich kennedich. .... . .
..Ts scheint, dir mißtraust meiner Kochkunst. sagte Michel gekränkt. -
..Allerdings", entgegnet« ich .^s nebt?o aus.
..Aber eins können wrr . rief Michel, Mm können und .müssen endlich sparen. Wrr eilen abends fall und kaufen uns einen Barmt zur rationellen Emtetlung wenn du die Eßlust. die nachgerade, für das Anlegen der dcut'chon Dichter und Moff« oemlich wird, oenerrftven
>• © u t!" Wir kauften uns dreinkertel Meter, Dauer-
mufft und einen Topf Esimgurken und stellten beides am nächsten Abend auf den Tilch de- Hause». Michel schnitt se SwLÜ vavierdümre Wättchen für mrd mkfc äB ui» Utftt
ein wenig zur Ruhe kommen. Nirgends findet man hier Schutz vor dem Schneesturm — und die Wächter sowohl Männer wie Frauen, spannen deshalb ein ZelttUch au», das sie immer mit sich führen, machen Feuer mit Wacholder und Heidekraut, um ihr Esten zu wärmen — und legen sich endlich im Schnee zur Ruhe. Die Nacht ist nur ent jammern. Änd leuchtet es irgendwo in den Bergielten wie ein Funken oder eine Glut auf. io wißen sie. dag dort Wächter aus einer anderen Gegend ihren Rastplatz gesunden haben.
Westen Wächter können das sein? denken sie. Und wie sind beuer wohl die Flechtenweiden in diesen Bergen?
Dann kommt der Schlaf. Und erst am Tage — wenn man w'eder meilenweit über das weiße Land hinausbncken kann — sehen fie. wo die Herden im Norden und Süden ihre schwarzen Bänder über den Schnee ziehen.
Zehntausende und aber Zehntausende sind auf der Wanderung durch alle Lavvmarken. Wo Futter zu sinden ist. weiden sie — und ziehen dann weiter, immer gen Westen.
Viele Renntiere verlieren während der Wanderung zeitig ihr Geweih in dem festgestamvtten Schnee. Aber noch ist nicht die Zeit gekommen, da die Rennkübe an jene Platze basten, wo sie ihre Kälber zu werfen yklegen.. . „ .
Abgesehen von jenen Lavoen. die die Wächter der Herde jeweils ablösen. hat das Kaatevolk mit den Weidereien wenig Beschwer, aber sie haben noch die Zugtier« zu verborgen und zu leiten — die langen Reihen von Renntieren und Pulkschlfften zu den neuen Lagerplätzen zu bringen. Und -wenn sie im grauen Dämmern der Nacht aus der Wanderung sind, scharrt das Fahrzeug über den Harscht, und zwilchen dem Nus des Fahrers hört man dann und wann Huntegebell und das Weinen einer Kinderftimme. Gleiten sie aber lautlos über Neuschnee, hört man das rasche Knacken in den Bein'ehnen der Renntiere. , „ ■ .,, v „
Diese Karawanen folgen den Herden nicht zu den Bergweiden. sondern hallen sich nur in der Nähe, so daß. wenn sich etwas ereignet, ein Boic sie erreichen kann, und errichten ihre Zelt« im Windschatten, am liebsten an Stellen, wo sie auch ein wenig Brennholz und Reisig finden. Im Feuer ist Gesellschaft, bas Feuer ist des Lagervolks bester Freund. Aber der Lappe kann es auch lange entbehren. Sein« Kleidung aus dovveltem Fell hilft ihm dabei — und gebt er allein in d>e Berge, und der Schrecken kommt über ihn. oder droht Sturmwetier. so soannt er sein« Skier ab und verbirgt sich in einem Loch tief im Schnee. In diesem Loch kann er sich stundenlang rubi« halten, ja sogar schlafen.
Während der Wanderung der Sida ist es auch kein« Seltenheit. daß ein Lavvenweib sein Kind im Schnee gebiert.
Das Kind wird dann nach dem Brauch der Vorzeit in lelchmeidfges Rennkalbfcll eingeschlasen oder in das weiße Fell des Polarfuchses, und sodann wird seine klein« Wiege gut zugeteckt auf ihren Platz im Schlitten gelegt.
Die Reib« fährt wieder weiter. Und bald Hort man ein« neue Stimme im Zug der Renntiere.
Und weiter geschieht es auch manchmal, daß der Tod unter der Wanderung einen der Ältesten des Stammes einholt.
Diekr wird dann als letzter im Zug mitgenihrt. ein Stück hinter den übrigen, und das Tode^renntier. das am liebsten weiß sein soll, bat auch weißes Zeug um di« Hörner gebunden zum Zeichen, daß die Lebenden und die Toten nicht auf derselben Reffe sind. . . ^ _
Aber so verhält es sich nnt diesem Volk: von der Geburt b'S zum Tod sind sie im Aufbruch — und die Wanderung ist des Lavven Leben. Und selbst nicht der eigene Stamm kennt alle feine Gräber auf dem Wanterweg.
Ausblick.
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..Hier wird, will's Gott, ein kräft'ger Weizen blüb'n!"
Und vffrft die Pflugschar um und treibt die Pferde. Die Krähen flattern auf mit beistrm .Schrei.
Die Äcker dampfen und die Winde., flüstern.
Bon Härten, da schon Duft und Frühling sei.
W. Lenne
je eme Essiggurke darauf. Dann wickelte er die Wurst liebevoll. wie ein« Mutter ihren entrückenden Säugling, wieder ins Papier. Wir aßen.
„Eine ausgezeichnete Wurst". s<mte Michel, als er das letzte Scheibcken verzehrt hatte. „Ich werde noch eme Eisig-
^Mun'tenn". sprach ich und wickelte die Wurst aus der Hüll«, „nehme ich noch ein Scheibchen Wurst", und.schnitt ab und Michel schnitt ab und wir fanden sie wirklich ausge-
»erchn^. ^ ^ einmal Nachsehen .ob die Wurst weiterhin so delikat speckig ist", sagte Michel und schnitt sich einen
l3it'ber Tat", lagt« ich und schnitt weiter: ..wir haben da was ganz Famoses einaekauft."
Was das nur im Gasthaus kosten würde! Man kann wenigstens ordentlich zulanaen". meinte Michel.
:.Und ist immer noch billiger dran", sagte ich und schnitt.
Wie wir nach einer Weile zu unserem Ab'cheu bemerken mußten, hatten wir ,;m Austausch unterhaltender und be- lehrender Gespräche über di« wirtschaftlichst« Hausbaltfüh- rung die Dauerwurst bis auf einen Zipfel verzehrt.
Na wenn der Mantel fällt, muß der Herzog nach", sprach Michel und legte sich den Zipfel auf den Teller.
Am anderen Tag kamen uns Bedenken, ob da« Verfahren das wirtfchaKlichste sei. .
Mir scheint", sagte Michel, „wrr haben die Wurst nicht zweckmäßig eingeteilt. Ich spüre fast so was wie Magendrücken. . ^ das mit dem Abendbroteinkauf im großen ist doch nicht das Reckte. Du kannst dich, wie ich ru meiner Betrübnis bemerkte, nicht beherrschen.
Eine Mock« verging, ohne daß unsere Sausvolkswirt- schaft neuen Versuchen ausgesetzt war. Dann kam Michel
^^*34 habe eine glärzende Idee! Da bat mir neulich der Zigairenmensch bei Müller eine äußerst preiswert« Kiste an- «eboten das Stück zu 10 M. So wie wir unser« Stinka- dores erwarben, einzeln oder dütchcnweffe. zahlen wir für das Stück 20 M. Wir kaufen zwei Kisten und teilen die Zichorien ein. 1000 M. sind dabei leicht erspart."
Wk kauften.
Seitdem ist di« Bude so voll Rauch, daß ick mit dem Besenstiel nach Michel tasten muß. wenn ich ihm was sagen wiL Wk aualmen wie Kohlenmeiler. Denn mit jeder Zigarre sparen wir 10 M. Nach fünf Tagen batten wir die 1000 M erspart. Indes: di« Rechnuna stimmte wieder nicht.
.Es muß da irge-nduio einen Haken haben", sagte Michel. „Da» Kraut ist doch um 10 M. billiger als bi»ber.
Der Schübling.
Eine wahre Geschichte von Peter Prior.
Der Herr--
über das Problem nach
Oitsversteber Strammer, sann s.kEbend
uw utl ., wieso es den Fliegen möglich ler.
an der Tucke., den Kopf nach unten., umherrukrabbeln., ars
an der Decke, den Kopf noa unren. umoerzueiu»v>-t». die Tür oufging und der Orlsvolizist Suber eintrat, einen Menschen vor sich hersckiebend. dem man den „KlMden aut hundert Schritte anseben konnte. „Hat gebettelt! sag« der Polizist einfach, die Hand an der Mutze, «o! Da war nichts zu n»achen. der Manu mutzte bestraft werden,.womöglich ins Arbeitshaus und dann aus den Schub wen
den. Papiere? Heimatschein. Taufschein? Keine .Svur vorhanden. Die ganzen Dokumente, dre der Eingelieterre besaß, bestanden in einem alten Zeitungsblatt. rn das er ein Stück Käse einsswickelt hatte. Sonst deM d»rr Hast^ werkskuisch auch noch einen halben Kamm, aber sonst auch rein nichts. Nach seiner Angabe, war er aus Arsenttnten gebürtig, von wo sein« Eltern mit idm, nach China gereist waren In seinem zehnten Iah« stellte iEin Vater "ff Kairo über, von wo er nach Ostindien .versetzt wurde. Wütend blickte der Ortsvorsteher Strmiz'NM am den Polizisten. Wie konnte ihm der einen solchen Menicken elw- liefern! Suber verstand den Blick und zuckte di« Achseln. Er batte ja ouck kr in« Ahnung, daß der Kerl solch erne rätselhafte Persönlichkeit war. Und Hemnch Müller wandert« ins Ortsgefängnis. wo er drei Tage Strak weMN Betteln» abmachte, um sodann., zu «Vater Blöderer.dem Verwalter dos Schubarreites. uberzusiedeln, wo er.daraM zu warten batte, bis seine Zuständigkeit ffststanch „Heinnm Müller" wandelte, die Sande in. den Hosentaschen, in der Arrestzelle onf und ab. Das Gitter hing lo!« berab. ein Sprung, und er wäre drause.n gewesen. A^r dies ttel Heinrich Müller gar nicht em. Er war Schublrng und wollte es bleiben. Vater Blöderer brachte ihm sein Esten und teilte ihm mit. daß er es mcht wagen sollte, auszureißen. Dabei ließ er beim Fortsebeu einen Hammer auf dem Tische liegen Heinrich Müller lachte s'ch eins. Draußen regnet« es in Stiemen, und die Suppe aus der Bloderschen Küche war ganz ausgezeichnet... Den -Hammer gab er. nachdem er lange Zeit an der Tnr gevowt batte, dem Sermr Blöderer zuruck, indem er. dabei betonte, er sei em ehrlich^ Sck-üdling und reiße bestimmt., nicht ans. Er habe Kmen Schub v'idiont. Des Tass über hackte Heinrich Müller etwas Holz sonnte sich, als das Wetter bester wurde, arng er etwas im Dorf 'vazieren. ball Bauernfrauen den..schweren Korb trogin. wofür er ei mg« Kreuzer bekam, die für Taba reichten, und nachts schlief er den Schlaf des Gerechten.
Mittlerweile wurde von der Bezirkshauptmannschart nach'Ärgentinien. nach China und "°ch> .Kairo "ifber keine Antwort kam. Auch ans Indien nickt. Hemrich Müller hatte sich mittlerweile recht beliebt rm Orte gemacht. hatte dort ein Hemd, da eine Haie, anderswo eine Mütze erhalten, verdiente ein paar Groschen Geld und wurde immer dicker und fetter. Er war schon ein Jahr un Orte als Schüdlinsn und noch immer waren aus den erott- ;<sten Orten keine Nachrichten eingegaugen. trotz mehrfacher „amtlicher Avmahrung". Der Ortsvorsteber war und die Vezirksbauvtinannschaft .desgleichen.. Der Man., konnte dock nickt ewig hwr au;. leine Austandigkelt warten, mitt'erweile batte er ra das Bürgerrecht im Orte erworl«n. Und eines Tages ließ Heinrich Müller der Ortsvorsteber rufen, überreichte ihm 100 Gulden und bat. ihn. d»m Ort schleunigst ,u verlassen. Aber Hermann Müller lehnte ab. er sei selber neugierig, wohin er gehöre, er bleibe hier!-
Dock er hatte nicht mit Weibsschlaubeit gerechnet. Das Dienstmädchen des Ortsvorstehers hatte es übernommen, das Dl rf von dem faulen Frester zu befreien. Sie lockte eines Abends den Heinrich Müller aus tem, Ortsbereich über die Grenze des Ortes. Und dort stand ein Gendarm, de' ihn wegen Schubilucht verhaftete! Er kam in em Stadt, aofäi gnis wo es -hm nickt io gefiel, wie in dem idnllischen Ute und wo er verriet, daß er woh Heinrich Müller lei. aber'aus Meerane in Sachten gebürtig sei. wohin.er denn auch endlich abgeschoben wurde, nachdem er 28 Bmnd »u- genomw.cn hatte. Denn die Kost bei Bater Blöderer war nickt die schlechteste gewesen.
men oow am reinen «lune» . . .
Sn“ meinte ich beklommen, „laß uns emma! darauf einen' Kirsch nehmen. In iedcr Lebenslage macht einem ein Gläschen Branntwein den Kops.frei. und ick langt« die Pulle vom Katen. Wir nahmen emen KirckUnddann niÄ einen. Und als wir auf di« Ursache unseres Defizits
kamen^noch^nen.^.^is ^ Vorrat kaufen. Es gehören Asketennatmen dazu." '
„Du bist keine", sagt? Mickel schmerzlich.
„Aber hier: am Schnaps wird endlich entnwjl «efvart! Er nahm die Flcffcke weg und barg sie leidenschaftlich an seinem Baien. ..Dieses ewige Schnapsen Hort jetzt amt. Nur in besonderen Fällen . . . Zä ferne'3? »«-
Und er nahm noch einen tiefen Abschiedsschluck und inhaftierte die Flasch« im Kasten.
Wir lebten fast eine Woche in Eetrübtem Gluck da hin. Kein Deiizitwölkchen stört« den Hausbaltungsbimmel und eines Abends kam Michel mit einem alten Studrm- karton und einer Kohl« und rechnete mir unser« ErfvarnMe an Scknaps vor . i „
„Siebst du: Wenn wir für reden, pro Tag 2 Gläschen rkämieii. stnB Bas 4 ©läskfatt und rn bw 5Ucxi^ 28, utib das Gläschen kostet im Gasthaus mindestens 10 M^ alsti haben wir schon 1120 M. erspari. Eine glatte Rechnun» Eine glänzende Idee, das mit der Schnapsentbaltung.
Ich nickte heftig Beipflichtung und sagte begeistert: 10 M. rechnest Zu für den Schnaps? Das Glas kostet im
«^£ t Budike", sagte Michel, „kostet'» 10!"
„Woher weißt du?"
..Woher weißt du?" „ ^ e ll ^ „
Wir naben kleinlaut zu: Jeder hatte sich m der Woche, da die Fla ick« :m Kasten stand, nach dem Mittag-und Abend- esien heimlich im Kaffeehaus einen Krffch genehmigt.
„Das ist eigentlich infam! sagte Michel.
Sa die alkoholgeworden« Niederttacht! Wir schämten uns richtig vor uns selbst. Als wir ausgeschämt waren, langte Michel di« Kirichpull« aus dem Kasten.
Weißt du", sagte er. „so billig wie daheim, trinken wir nirgends em Gläscken." Und mir. tranken. _ m SB’r sparten an jedem Gläschen mindestens 30 M. An diesem Abend ba'ben wir allein 360 M. gespart. Don dem Rest der in der Flalche war. und von zwei Flaschen Rotwein brauten wir uns zum Lohn für unser« , bewährten »vlkswirückattlichen Grundsätze, und weil da« Wett« st» naickalt ist. einen tnbrünstioen Grog.
Man muß nur ein bißchen nack,denken, wo man dam Hebel »um Sparen einsetzen muß. Dann gebt « «um l«ia»t.
