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Samstag, 17. Februar 1823.
Wiesbadener TagblaLt.
Nr. 41. Seite 17.
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entweder ichters Hermann : I. F. T. (Im-
Lin klassischer Film.
Don Boldi Schmidt.
Heutzutage ist ein Dichter, der nicht schon tot, oder er ist Fllmdramaturg. Des ,
Brandt Stellung dieser letzteren Art bei der _ vertinental Film Co.) stand augenblicklich im Zeichen des Quartalsschlusses, mit seinem drobenden Gespenst der Kündigung. Dieses Gespenst war diesmal um so schwerer zu verjagen, als die Hauvtdarsteüerin der I. F. E.. Fräulein Clo Loo. wieder einmal höhere Gage gefordert hatte. Es war anzunehmen. datz man aus Ersparnisgründen entbehrliche Kräfte entlassen werde und zu diesen Kräften durfte sich Brandt erfahrungsgemäß rechnen.
Rechtzeitig gebar seine iurchtaepeitschte Phantasie eine Idee, welche er den Direktoren der I. F. C. eben unterbreitet hatte. Es handelte sich darum, die hohe mimische Dar- stellungskunsi der Clo Loo gleichsam im Extrakt einrmangen. in Reinkultur zu veranschaulichen. Nicht wie üblich im Rahmen einer .Handlung, deren Drum und Dran. Sin und Ser. Noch und Nock, von dem Können der Künstlerin doch nur ablenk'.e. Vielmehr sollte Clo Loo in einem Film zu sehen kein, der zusammengesetzt war aus Ausschnitten aller bisher um Clo Loo herumgedichieten Filme. Dies« anein- awdergereibten Ausschniti« mutzten zeigen, warum und wodurch Clo Loo bisher das Publikum, die Konkurrenz und den restlichen Kosmos in Erstaunen und Bewunderung gesetzt. Ein klassisches Beispiel, ein modernes, sprechendes Vorbild für alle glimmenden, leuchtenden und verlöschenden Film- iterne. kurz, eine Bllderiolge vorbildlicher Darstellungskunst mutzte ein solcher Film werden.
Als sich dir beiden Direktoren von ihrem Erstaunen erholt batten, gewährten sie dem genialen Dichter die Auszeichnung..Elo Loo >clbst holen zu dürfen. Unterdessen wurden unter Hinzuziehung des Oberspielleiters. Herrn Murkel. rasch die technischen und kauimännichen Details und Möglichkeiten besprochen. Es wurde bcschlosien. die neue Gagen- forderung von Clo Loo bezw. die Bewilligung von dem Ausfall und von dem Erfolg dieses Ertraktfilms abhängig zu machen.
Der Oberfpielle.ter Murkel war der einzige, der sich für diese Idee nicht begeistern kennte. Seinen Direktoren gegenüber machte er zwar gute Miene zu diesem Filmfpiel: aber kaum war Brandt mit der Dame eingetroffen. raunte er ihm zu'
„Mensch. Brandt. Sie sind wahrhaftig ein Dichter! Einen stärkeren Ausdruck für Ihre Dummheit gibt es einfach nicht!"
Und Murkel batte recht Denn wenige Tage später zeigt« er dem Dichter dielen aus Ausschnitten zusammengeklebten Film. Da alle Wiederholungen mimischer Leistungen batten vermieden werden müssen, war das Ergebnis recht dürftig. Lächeln. Betrübnis. Augenaufschlag. Augenniederschlag, moralisches und gegenteiliges Beinwippen. Sehnsuchtszittern. Busenwogen. Fingernägclltudium. das war so ziemlich alles. Das waren und blieben die Phasen und die Höhepunkte von Elc Loos mimischer Kunst. Mit diesem Stückchen Film, in 60 Sekunden abzurollen, hatte man die Welt in Erstaunen setzen wollen.
„Was nun. Sir Eenie". höhnte Murkel. „Wenn wir das der Clo Loo vorsiihren. beruft sie sich erst recht auf die erprobte Zugkraft ihrer Schönheit, ihrer Reize oder — auf die Dummheit des Publikums, zu dem Sie. sich freundlickst rechnen wollen. Wir beide aber fliegen, weil wir das nicht vorher gemutzt bähen. Jetzt helicn Sie!" x
Und w'eder beflügelte di« Aussicht zu fliegen Brandts dichterische Phantasie. „Ist die Clo Loo jetzt im Atelier?" fragte er.
„Natürlich", meint« Murkel. ..Eie wartet ja jetzt täglich hier auf das Ergebnis meiner Arbeit, und je länger sie warten mutz, desto höher werden ihr« Ansprüche!
„Dann kommen Sie rasch", sagte Brandt. Smlcvvte den Regisseur am Arbeitskittel nach sich, auf dem Weg nahm er auch den Operateur mit und befahl :hm. ein neues Frlm- band in den Aufnabmeapvarat cinzulegen._
.Wenn ich Ihnen ein Zeichen gebe. Okranski. dann kurbeln Sie los!" ordnete Brandt an. .
Im Atelier Nansen die Direktoren ,m Gespräch mrt Clo Lao. Sie iah erwartungsvoll den Spielleiter an. doch Brandt nahm das Wort: . „ , ,
„Meine Gnädige, die Sache wird großartig. laste er. Dann trat er zurück und gab Okranski heimlich das Zeichen
zu kurbclm futJC Bemerkung ein Stichwort gewesen
wäre, begann Clo Loo sofort zu spielen. Unter endlosen Monologen jammerte sic und tobte, sie gebärdete sich wie eine Megäre, sie wurde sanft und engelglelch. , Verzuckung wechselte mit Demut und Entsagung. Mädchenhafte Scham spiegelte ihr Gesicht jetzt dann wieder den Triumph der Courtisan«. Falt ohne Übergang und ohne Unterbrechung
gab si« den verschiedensten Regungen. Gefühlen und Leidenschaften beredten Ausdruck. Und je mehr die Direktoren auf sie einredeten, desto mannigfaltiger, lebenswahrer wurde ihr Spiel.
Plötzlich fiel es dem Oberspielleiter ein. dies alles festzuhalten und er rief- „Okranski>" Der batte sich aber eben zurückgezogen, weil sein Filmstreiscn schon zu Ende war. Immerhin hatte dieser Ruf zur Folge, datz Clo Loo sofort ruhig und teilnahmslos wurde, wie immer, wenn Okranski in Tätigkeit trat.
Am nächsten Tag war der Filnistreisen entwickelt. Er bewies die Meisterschaft von Clo Loo besser als alle Handln "gsfilme. Dos sagten die Direktoren, das bestätigte der Oberiv:ells'ler, das deichworen sogar die sachverständigen Kleber' n neu.
Man zeigte Clo Loo zuerst den leider so kurz geratenen Ansschnittfilm. dessen Vorführung sie sich selbstverständlich energisch verbat. Dann aber wies man ihr die gestern gedrehte heimliche Aufnahme vor. mit allen ihren mimischen Glanzleistungen.
Sie harte kaum einen Blick aus diesen langen Filmstreifen geworfen, zerknitterte sie ihn wütend, wart ihn zu Boden und trampelte daran? herum. Brandt hatte sie nämlich kurbeln lassen, als sie mit den Direktoren wegen der Erhöhung ihrer Gage verhandelt hatte: die sie aber nicht erzielte. Jetzt schon gar nicht.
Frauentagen an das Schicksal.
Was ist bester? Die erste Liebe eines Mannes zu sein oder seine letzt«? Oder kann man nicht beides »n gleicher Zeit sein?
Ach. die Eewihheit zu haben, die erste Lieb« eines Mannes zu sein, geht ja noch, aber woran erkennt man denn, datz man sei« letzte ist?
Stirbt man aus Liebe?
Diese Frauenfrage von beredter Kürze erschrickt. Meistenteils stirbt man nicht, weil man liebt, sondern weil man nicht mehr geliebt wird.
Der Tod. der einen einer Liebe beraubt, die notwendiger ist als Licht und Brot, verlassen werden von einem Wesen, in das man alle Leidenschaft und alle Sofsnungen setzte, ein Herz. ,rn dessen ewige Liebe man glaubte, und das sich plötzlich ändert, das kann die Quelle des Lebens trüben, ja, sogar versiegen lassen.
Liebe tötet nicht sehr oft. aber Abwesenheit tötet.
Soll eine anständige Frau schweigend die Untreue ihres Mannes erdulden, ihres Mannes, den sie das Unglück hat, zu lieben?
Diese Frage wird nicht das erstemal an das Schicksal gestellt und die Antwort richtet sich leider auch nicht an eine einzige! Wird diele Antwort jedoch das unglückliche Herz zufriedenstellen? Die beständige Hinnahm« schmachvoller Beleidigungen ermutigt zu neuen Sünden. Manchen Männern bedeutet der Schmerz einer Frau ein weiches Ruhekissen. . Wenn man schon leiden muh. ist es besser allein als vor seinem Henker kniend zu leiden. . .
Ort hat dir Frage einet Frau die herzzerreißende Beredsamkeit eines Schreis:
Wenn ein Mann ausgehört bat, eine Frau zu lieben, welchem Gefühl gehorcht er. indem er ste leiden macht? Ist es für seine männliche Eitelkeit unentbehrlich? Warum rächt er sich, wenn er geliebt wird, ohne belästigt zu werden?
Rächt er sich denn wirklich? Sich rächen beiht manchmal noch lieben und mehr denn ein Vorwurf verbirgt ein« Klage.
■ Das größte Verbrechen dieses Mannes besteht einfach darin, datz er aufgebört hat. zu lieben. Man befindet sich einem neuen Geschöpf gegenüber, das ungeduldig wird, erstaunt ist und nichts mehr versteht.
Es gibt noch etwas viel Schlimmeres, als Henker zu fein . .. gleickMltig zu sein!
■ Soll der Altersunterschied zwilchen Eheleuten groß sein?
Wenn es sich um eine Vernunftehe handelt, läuft ein zu großer Altersunterschied leicht Gefahr, die Dinge schlimmer als besser zu gestalten. Der Ehemann wird in den Augen ?et«r Frau zum belehrenden Erzieher, die Gattin in den Augen ihres Mannes zu einem kleinen Mädchen, das erzogen werden mutz. Es kommt sehr selten vor. daß sich in Eben dieser Art das Alter mit Nachsicht und die Jugend mit Unterwerfung ziert.
' Schön, aber es gibt doch nicht nur Vernunfteben. Wie steht es denn mit dem Altersunterschied bei Liebesheiraten?
Ach. in der Liehe gibt es kein Alter! .... F. H.
NeingefaUen.
Don Ernst Zacharias.
Meine liebe Frau hat die Angewohnheit, solche Sachen, die nach ihrer Meinung nicht am rechten Platze liegen. Morl zu nehmen und aufs beste zu verwahren.
Das ist sicherlich eine schöne Gewohnheit!
Mitunter findet man diese verwahrten Sachen mail gleich wieder, wenn man sie braucht. Sie sind eben.zu a« verwahrt. Aber deswegen soll man doch neckt gleich die Ruhe verlieren' findet sich der Gegenstand nicht.gleich, w dock bestimmt bei einem Umzug. Und dann ist die Freude noch einmal so groß. . ,
Meine Papierschere war auf diese Welle, mehrmals ver- schinundcn' aber immer habe ich sie nach ernrgen .Stunden oder Tagen wieder gesunden. Jetzt ist sie allerdings seit einem Monat unauffindbar. Deswegen gebe ick jedoch die Hoffnung nicht aut! ,, .
Weniger angenehm ist es schon mrt den Rotizenzetteln. die allerdirgs »ich, immer fein säuberlich ausernander- geschichtct Val'egen. sondern hier und da in Hefte und Bucker eingeklemmt lind. weil ick ste dort brauche. , ,
Komme ich dann nach einer Stunde der Abwesenheit an meinen Schreibtisch zurück, so sind alle diese unordentlichen. hervorragenden Zettelchen spurlos verschwunden, In weiß aber, daß ste allsammt ordentlich vereinigt, in irgend einem Buche liegen. Nur weiß ich nicht immer, m welchem Buck«! Denn ich hin ja nicht allwissend! So weit aber kei ne ick meine kleine Frau, datz sie die dickeren Bucker zum Zwecke der Ausbewahrung bevorzugt. Das ist schon ein bedeutender Vorteil, denn meine Bücherei ist ziemlich umtang- nich. Manchmal finde ich die Zeltelchen, manchmal auch nicht. Dann cntsvinnt sich zwischen meiner Frau und mir folgendes Zwiegespräch, das sich Wort tur Wort bei allen derart'gen Gelegenheiten wiederholt. ^ ... .
Ich (leise und sanft): Liebes Frauchen, weißt du
"^Meine Frau (überlegend lächelnd, fast höhnisch): Na. was soll ick, oenn nun schon wieder wissen? Du suchst wohl wieder einmal 'was? Verwahre dir eben der« Sachen ordentlicher. dann wirst du sie finden, wo du sie hmselegi hast.
m Pavierkorb und finde ihn. Allo so ache dicht, und meine Frau hatte ra
'Aber ich weiß nicht, es ärgerte mich dock, und a< geheimen, batte im einen Grimm am diele große Ord
Meine Frau (höhnisch): . -
wo der Zettel geblieben ist! Was kümmern mich de,« Zettel? Einen bekritzelten Wisch iand ,ck auf dem Teppich in deinem Zimmer, ganz voll blauer und roter StricheI Ich (freudig erregt): Das ist er! Das . ist. er! Wo hast du ihn hingelegt? Er mutz vom Schreibtisch berunter-
MeineIfrau (spöttisch): Wo ick ihn hingelegt Hatz? In den Pavierkorb. wo er hingebort! - Ick konnte nicht an- nehmen. daß ein zerknitterter, fast schmutziger Zettel dir so wichtig wäre! Ein andermal bebe dir deine Sacken sorgfältiger auf!
Ich stüize also schlimm war die
auch.recht!. _ . „ . ^ .
Kims im
groe'.men muie ui» kiiicu u»umm uui liebe meiner Frau, und aanz rm stillen kante ich den Man. ijr eins auszuwilwen: 3cb wollte me'ne Uhr m dem Nal^ fäfteben verwahren und vaim wre toll danach suchen. Nach dem bekannten Zwiegespräch (S. oben) batte ich dann wre von u-ngefäbr das Kästchen auinemachtund triumphierend di« Ubr hcnourgizogcn und meiner Liebsten em wenig cnerg-sch em Kapitel gelesen. Unter anderem wollte ick sagen: ..Da soll doch gleich der' Deubel 'reinschlagen! Ja. das wellte ick Sie sollte auch einmal Unschuldigerweis-
leiden! Das sollte meine Racke sein! --—
Die Uhr liegt im Kästchen. In meinem. Zimmer tzlte ich neck einmal Generalprobe Mit Zornesmienen, kotigen Bewegungen und Worten. Nun geblls ans Suchen. Indem ick, Svinde und Sckube öffne und schließe, komme.ick in dll- Wobnstube. Mein Suchen wird wütender, mein Gesicht firftexer! Schließlich beginne ick den bekannten Dialog: „Liebe Frau, weißt du mell. A - , _ .
Genau an de, selben Stelle fallt meine Frau, wie ich erwartet batte, ein. Aber wie erstaune ick als ich die spöttischen Werte meiner Frau bore: „Suchst du vielleicht deine Ubr, lieber Mann?' .
..Allerdings!" stcttere rck. und mein Gesicht ist nicht das klügste.
LÄ.i >«mm H.vm /»nee an ti ,oi ||fc .
». U UU U1U9 um UI14' öeHDÜfjtt, 8>ö-
und die Frau beschuldigt, und dann bat man selber
Ja. da bört denn dock bald alles auf!" legt nun meine Alte'los. „Erst wird alles um und dumm gewühlt ge- schimpst und die Frau beschuldigt, und dann bat man selber di« Sache verlegt, und an einen Ort. wo kern Cbrrstenmensa, daraus veisällt. Na. du sollst mir noch einmal kommen.
Sie bält mir nun sünf Minuten lang das Kavrtel. das ich ihr eigentlich halten wollte. .
Genug! Ick nehme die Ubr und wanke rn mem Zimmer. Es ist nur gut in allem Unglück, datz meine Frau me ruchlose Absicht n'cht gemerkt bat. , , .
Ich werde nun also wer'ter suchen müssen! _
Der
Bon Peter Prior.
Nassr Ltli Jussuf war schon 60 Jahre, oft und konnte kaum mehr aus den Feldern arbeiten. Da fiel es ihm plotz- (ich ein. in die F-emd« zu gehen. Weit von der Küste im Gebirge waren wertvolle rote Steine gefunden.woroen, uno von all«, Orten zogen die Leute bin. um solche «teine: zu graben und schnell reich zu werden. Das ganze Dort lachte, als man vernahm, was der alte Jussuf vmchatte. ..Sie rieten ihm ab. sagten, wenn er nicht mehr arbeiten könne, mrnn soll« er von einem zum anderen ziehen und essen und wohnen. Ein bißchen Holzhacken und dergleichen werde er wohl noch können. Keinen einzigen Stein werde er «tz den Bergen mitbringen. Er möge es sich überlegen. .Atzr der Alte bbieb dabei, schnürte sein Bündel und eilte fort mit seinen
^"^Jm^Grunde "genommen war das ganze Dorf froh, datz es den Alten los war. Sie rissen sich nicht um die Aurnabme von abgerackerren Ansässigen in ihre Hauser, obwohl sie da- ru verpflichtet waren vom Gesetz. Und auch der Prophet batte --s befohlen. Aber für die armen Leute gab es gar magere Kost und schlechtes Lager: da mochte der Alte em Letztes gewagt haben um einen Notgroschen für dl« letzten
Nassr Olli Jussuf war schon längst vergessen, als er eines schönen Tags nach drei Jabren wietzer im Dorf erschien. Er war noch hinfälliger als früher., und schadenfroh fragten hie Stellte nach srohen Cack nM dvn wertvollen steinen, Jussuf aber winkte nur ab und schritt mm Orts richtet. Dort angekommen, blickte er scheu um sich, ob auch kein Zeuge an- wesend sei. zog dann einen kleinen Ledersack unter dem Mantel hervor und bat den Richter, den Beutel zu ver
siegeln. da er die Steine enthalte, die er oben in den Bergen
gesunden habe. Die Kosten für die amtliche Handlung wolle er gern tragen. Erstaunt und wie es seine Pflicht war. drückte der Richter däs Amtssiegel auf den Sack, küßt: das Siegel und berech«te 2 Piaster mebr. als er sollte.
Der Alte barg seinen Schatz wieder und entfernte sich. Das Stege! batte insofern großen Wert, als kein Hahn dar- nach gekräht hätte, wenn man dem Alten den Sack gestohlen hätte, so wie ex war. Aber mit dem Siegel war er heilig, und der Galgen stand auf dem DieMabl derart gekennzeichneten Guts. , . „ .
Jussuf wanderte durch lem Heimatdorf bis an das letzte Haus den Bergen zu. Darin wohnte ein gar reicher Bauer, der viel Feld hatte und Kübe im Stall, die gute Milch gaben. Auch buk er das beste Brot im Dorf und hatte Raum genug im Haus und viele. Leute. Aber niemand lieh sich sehen, als Iussln an der Psorte klootte und laut sang. Der Geizhals hatte Jusius längst kommen sehend der Kerl hätte ihm gerade nock gefehlt! Bettelleute!
Jussus schritt durch 'das Dort zurück, da und dort um Brot und Milch bittend, die ihm mürrisch gereicht wurden. Zum Nachtlager schickte ihn aber einer zum anderen. Schon waren zwe> Stunden vergangen, da stand Jussus wieder vor dem Hans des reichen Bauern am Ende des Dorfes. Doch siebe da! Kann, war er vor der Schwelle angelangt, da kam Kalsim Lauch Umkus heraus voll Freude, umarinte den Alten und führte ihn in die beste Stube. Die Diener brachten Wasser heißes, wohlriechendes, und wuschen ihm die Füße, und Milch. Butter. Kalbileisch kamen, und ein Nargileh und Kafsce. und alle freuten sich, datz Jussuf. der gut«, alt« Jnsiu» da war. ..Du' bleibst bei mir. Gesegneter . ries Mm ..Eine kleine Stube..habe ich dir eingeräumt und einige Hübner und Schaf« gehören dir, und hier hast du ein Goldstück, oder besser zwei, damit du dir kaufen und ein-
herschreiten kannst wie einer, der bei Kaslsim wohni. tzm Wohltäter der Alten und Schwachen. Der Richter hat dick mir enipfohlen. und du bist da und bleibst da bi« an dem Ende, das hundert Jahr« nach dem meinigen lein myge oder noch später."
,Jch danke dir", sagte Jussuf, schon, tüchtig kauend „Aber siebe, hier in diesem Beutel habe ich einige von den Sternen, die ich oben in den Bergen gefunden habe, und i« weiß nicht, wo ich mein Letztes verwahren soll."
Lachend wies Kafsim Lauch Umkus auf einen eiserne« SÄvank. in dem er sein Geld aufbewabrte. „Hier ist dein Schatz sicherer als sonstwo", sagte er. „Gib den Deutel, damit ich ihn vor deine» Augen verwaihre."
Und Jussuf reichte Kasssm den Bentel. der ihn bedäckti« in der Hand wog und sorgfältig verschloß.
Jussuf lebte sehr lange noch im Dorf bei den Reichen ward allenchalben, wo er zum Besuch erschien. Mt aufgenom- mem und bewirtet, laß neben dem Richter zu Gericht, hatte schöne Kleider an. und das Leben gefiel thm.
Eines Tages starb er. nicht ohne vorher sei« Stein» wie es ihm schon lange nwbcgelegt,worden war. dem Reichen zu vermachen. Die Gebühren für das Testament zahlt« Kässim gern.
Gleich nach dem feierlichen Begräbnis ging Kassim hin zum Schrank und öffnete den Beutel. Und ani nächsten Tag vernahm es das ganze Dorf: Es waren vrachtvolle Rubinen darin, im Werl von vielen taufend Piastern. Und alle beneideten Kalstm und ärgerten sich ob ihrer Unfreundlichkeit, als der Alte wiedergekommen war.
Kassim aber hatte die Steine längst in den Fluß geworfen denn es waren Kieselsteine gewesen, mit denen der Alte Mm betrogen halte. Iedock er Netz sich nickt? merken und lag
t ein ganzes Leben von den prachtvollen blutroten Rubinen. ,ie er für schweres Geld verlauft haben wollte.
