Wiesbadener Tagblatl.
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Fasching t925*
Bon Sons Beter!««.
SasthMg . . . und 1823! ^ „
Das klingt, als wolle man über ern Märchen die outeee Lauge des Hohnes ausaiehen. über ein Märchen, von o«m man heule zu erzählen beginnen mühte mit den Worten wen- mütigen Gedenkei>s: Es war einmal....... .
Ihr Menschen von 1923 — nrifet ihr uberhauvt noch', was Fasching ist??
*
Di« Schellen an den Narrenkappen klingen, die MitfÄen knarren, die Peitschen knallen. Und in das Helle tseschmnter der Faichingsmusik klingt das Lachen verliebter Pärchen, winden sich di« Reime von Wiegen und Schmiegen, von Wispern und Flüstern. Die Sektteufelchen sprühen und kichern, und die Menschen verhüllen sich in Masken, um unter deren Schub ihre wahren Gesichter »u »eigen. Im bunten Wirbel ballender Masken, um die sich verwirrende Papierschlangen winden und die vom Koniettireaen uberwrubl sind, Haschen die Männer nach vorüberbuscbenden schonen Frauen, nippen durllig von glutenden Lippen. . . . Und au die übermütigen Menschen im bunten Kleid sind Schmetterlinge geworden, die von Blüte zu Blüte taumeln, denen me Fr>-ud« an der Schönheit des Augenblicks aus den Augen lacht, denen Ilnlletheit des Lebens leb res Ziel bedeutet.
Das ill Fasching' „
Dos ist die Zeit, in der die Lebensfreude die Menschen zu Narren macht, zu Narren, die ihres sonstigen Svretzer- tums spotten. die sich von anderen verspotten lauen — weil es halt so schön ist, einmal die Vernunft als lästiges Reauisit des alltäglichen Lebens zu Haute zu lallen und der Unvernunft schillerndes Gewand, das ein Jabr lang auf der verstaubten Rumpelkammer eines jenseits des exmm Alltags liegenden Landes der Märchen und Sehnsüchte geschlafen bat. schillern zu lassen.
Das ist Fasching!
Nein, das war Fasching! Denn wir sind im Jahre 1923. und in diesem Jahr haben wir keine Zert mehr, di« Rumpelkammer kindlicher Narrheit auch nur kur Sekunden zu omrein
Es ist das fünft« Fasching das wir erleben, feit d'e Welt ausgehört bat. das Waten in Blut als ein alltägliches Geschäft anzuseben Aber durch dre Fasckmqswochen von vier Fakiren hindurch haben wir getanzt, gescherzt, gelacht. bis uns endlich das fünfte Jahr dre Augen geöffnet bat. . . . Und dafür müssen wir ibm dankbar sem. dem Jabr 1923: es bat uns gelehrt, dab keiner von uns mehr das Recht bat. sich nach Fasching zu sehnen. Uns rst dre Binde ran bcn Augen gefallen, die wir vrer Jahre hindurch getragen haben, und mit Erschrecken erkennen wir. da.tz das. was wir Fastnacht und Karnevalsfrobstnn nannten, rn den Jahren nach dem Kriege nur ein klägliches Barazzotum gewesen ist. Wir haben gelacht, wir haben Komodie aefvrelt. während uns innerlich zum Wernen zu Mute war oder zum mindesten hätte sein sollen.
Blicken wir lnutc zurück, so erscheint uns gar die ganze Rachlriegszeii als eine Kette unfruchtbare«, mckftaer Pierrct-Kamödien. All die Träume, all den Glauben und alle die Hoffnungen, mit einem Wort — all unsere Tolom- dinen. nach denen wir in dem letzten vieriabrigen Faschrngs- rausch unseres Lebens gehascht haben, sind uns entrollen wo,den. lle bat die Welt in den Staub getreten, D'« Saiten der Mandoline, auf denen, wir um unsere Kolombinen geworben haben, sind zerrissen., ein fahler „Morgen dämmert, ein Morgen, der dre Schmrnke der Fröhlichkeit und Lebenslust an bie wir mrt aller Zabmkert glauben wallten, als etwas Künstliches, als etwas Gemachtes erscheinen läßt. Über uns ist ein Aschermittwoch, an. dem wrr erkennen, wie nackt und allein wir dalleben. wre Maitis und hohl unser Baiarzctum war.
Und wir haken keine Zeit. mehr. Bajazzo zu svielen. Denn das Baiazzotum macht müde, weil es voll betrogener Hoffnungen ist Müdigkeit aber wurde das Ende der deutschen Einigkeit, der deutschen Freiheit bedeuten,. Ante heiht es für uns. hart »u fern, den Tatsachen, so fmfeltcf) sie auch !ein mögen, fest ins Antlitz zu blicken, uns wieder am uns scll'st zu «erlassen, und .Träume und Sehnsüchte am eine Zeit zu verbannen, in der man wieder rn kindlicher Rarrbeit Fasching feiern kann. ,,
Darum, labt die Rarrenichellen rollen, labt den Flitter und Tand der Fasckingsk'eider verstauben' Seid nüchtern und stark obne zu vergessen, da st ihr das Erbe des Sans Sachs und des Groben von Weimar zu bewahren habt. — UNÄ rer allem lacht nicht mehr. wo d-reses Lachen voch mcht aus tiefstem Kerzen bringt. wo euck ooch nur rmm Suein-en zu Mute 'st. Die ernste Zeit must ein ernstes Geschlecht finden, auk dast sie nicht zur Farce werde'
Uleine Geschichten vorn Alltag.
Der Familienreaenschirm.
Der alte Baumwollregenkchirm. ist die letzte Erinnerung an «ine Zeit wo er noch schmalglredrrae. feldemiberspannte Brüder Lite, die einträchtig im groston Korbe im Vorzimmer bc'sammenstcmden. Aber erner nach dem andern verfiel dem Gesetz der BergangliSke;t. bekam^L o cbe r. zuerst kleine, die man nadelgewaickt ausfullt«. dann schlitze, dre bei jeder Berührung tiefer gähnten, bis^ste. den Zweck des Schirmes illusorisch machten und als Täsckichen eine kurze Auferstehung feierten. Der Bamflwoll- schirm aber hielt sich wacker, er widerstand, der Emv»rung. mit der das Haustocktercben die Zumuüns. chn am ihrem Schulweg mitzunehmen. wonn es drausten bedrohlich auslab. zurückwies. und von dem Ritter träumte der rm iveunl und Schirm anbieten würde: er widerstand. dein Troü mit dem der Heranwachsende Jum« rbn beleidigt musterte. m wideistand dem ästhetischen Entsetzen, mit dem ich vor ihm zurückwick. als es wirklich regnete und lieber den zusammen- nerollten Schirm mit den vielen Schlitzen nahm auf dl« Gefahr bin nast zu werden: er widerstand, der Verachtung, mit der her Hausvater ihn strafte, und hielt stand. Überdauerte die Kriegsiahre und die Schrecken der Rach-
* r C0 i4ct seine Herkunft verzeichnet die Familiengeschichte nur so viel, dost er einmal statt des funkelnagelneuen Scidenschirmes mit dem Silberknovf im dunklen Vorzimmer sta^ und stolz alle Anklagen, wer der Missetäter gewesen. Uibn hierbe i gestellt, belächelte. Und er batte recht. Denn alles Seiden hafte hak die Tendenz, zu zerfallen, er aber l, ieb staidkaft und treu. Heute ist der Kauf eines Regenschirmes in einer soliden bürgerlichen Familie ems Staatsaktion di« man sorgfältig plant, aber nicht ausfubrt. denn letzten' Endes 'st Iclck ein Regenschirm doch ein entbehr- liches Möbel in einer Zeit, wo man ganz andere Din« als Regentropfen über stcki ergeben lallen must, und mtnetik. Verachtung. Emvöiunq und Trotz basten andere Ziele, und deshalb kam der Schirm ,u Ehren: er wmde der Famrlren- fchirm schlechtweg, um bellen Schutz bei Regenwetter gewtt
Nein freund.
Von Dr. Joseph Wenzler.
Treuer als mancher Freund auf dieser Erde ist mir der eine. In frohen wie in trüben Tagen nehme ich meine Zuflucht zu ihm. In fröhlichen Stunden ist er «tn ernster Mahner, und ein guter Tröster in trüben Augenblicken, t-r ist keiner von denen, die gefallen wollen, die in red er oen ihre Gunst zu erweisen suchen. Er lobt mich, wenn er glauoi. dies zu dürfen, und sagt mir bittere Worte, wenn rch sie verdiene. Er sagt mir die Wahrheit. ' .
Dieser treue Freund, das ist mein Tagebuch. wen meiner Jugend begleitet er mich durch das Leben, war oft schon habe ich in ihm geblättert. Meist dann, wenn dre Nacht in einen grauen Herbsttag sich webt, zur Dämmerstunde. di« »um Grübeln geschaffen. Und re. werter ich »uruck- blättere. um so eigenartiger sind die Gefühle, dre mich beschleichen. Mos war ick damals noch für ein Knabe, was iyr ein toller Kau», der die Welt nur im rosigen Schleier mb. m diesem wunderbaren Schlier, der die Svrtberntfie verdeckt, dre erst die Zeit und das Leben aus dem Raum wickeln. .Wre viele Pläne fab ich seitdem zerrinnen, wie vrvl Ernüchterung seitdem erfahren, wie ist manches so ganz anders geworden. als es sich die junge Seele geträumt. Es find schwarze Tag« gekommen, die trübe waren und grau und tot wie dieser Herbstabend. Aber es kamen auch lichte, helle Tage, welche lachten, wie ein gleist«nder Julimorgen, und der Freund erzählt von guten und bösen Tagen, von. Sonne und Regen, treibt die Gedanken nach idder Mitte, dre über dem Wechsel steht, die rm Sturm nicht die Ruhe und in der Ruhe nicht den Wagemut verliert. Er schafft ien« Einsicht, die stch selbst erkennen lässt. Er schafft nnt seiner uberreu. senden Stimme jenes Gefühl, das vorstchtrg erwägen la«t. jenes Gefühl, das eine Marime des Handelns erzeugt, dr«
* nickt nur für den Augenblick festlegt. sondern neue Perspektiven eröffnet, in die der Wille stch bahnt. Denn der Freund spricht nicht nur zu dir. Es kann fein, da« er dich überdauern wird und dann den Toten zu den Lebenden sprechen lästt Der Lebende spricht zu den noch-nicht Geborenen, d e vielleicht in das Sviegelbild deiner Seel« schemen werden, um sich zu schämen über den Zaghaften und Ängstlichen, oder stolz zu 'ein auf den Mutigen. SeMinberrmnder. .
Mein Freund ist mir ein Erzieher rm Kamm .dieser Zert. und er ist mir ein ernster Mahner zugleich. Ich blättere durch die Zeit, die im Flu« an mir vorüber eilt, und beschaue die Blätter, die noch unbeschrieben von den Runen des Geschehens. Die Augenblicke werden zum Vergangenen. die Gegenwart schreitet weiter, weiter, immer weiter. Brs der Faden reibt. Er wird einmal reihen.
(ieder vom Rhein.
Von Heinrich Zerkauten.*)
Der Fluh liegt trag in seinem Bett.
Der Regen rinnt in langen Strähnen.
Die Berge träumen violett ..
Und alle Himmel weinen Tranen.
Da platzt ein Blitz in dumpfer Luft.
Es kracht wie Kirmesböllersbiesten. —
Au' steigt ein wunderbarer Duft.
Es dampfen beih die prallen Wiesen.
Und gütig lächelnd svannt ins Land
Ein Reacnboaen leine Farben.
Drückt aller Kreatur die Hand.
Die leben noch und dre Mion starben.
*
Die Jungfrau Maria ftibr im Kabn Bon Sankt Goar nach Köllen am Rhein.
Und alle, die sie fahren sahn. .
Die zwang in die Knie ihres Blondhaares Schern.
Am Steuer sah Sankt Michael.
Und zeigt ihr beglückt die Taler und Hohn.
Es gleitzt« in Sonne fern Panzer hell: u ,D)u Lieber, wie ist der Rhein io schon.
Vom Dom die Kaiserglocke da.
Von Englein gezogen zu läuten begann.
Und alles Volk zum Himmel iah ^
Und harrt des Wunders wie ern Bann.
Da segnete stumm die heilige Frau Den Stram und dre Stadt und weinte sehr.
Und stieg emvcr in des Himmels Blau . . .
Es funkelte prächtig des Heiligen Webr.
' *) Aus einem soeben «m Heimntveilag der I. Schnellschen B«chh-nv-
lung T. Leopold. Warend ors i. W-, erschienenen E-dichtb-ndchen.
mid gewürfcl! wird. Und heute tragen ihn Hausherr. Hovsfrau. Haustöchterchen und Hausiohn stolz als Famrlien- rettauie spazieren, wenn es drauhen regnen will.
Fasching in Goethes weinrar:
Von Dr. phil. Leonhardt Sutten.
In Weimar ging's schon„lustig ber rolf e te iunge moethe nach dort kam. Dafür batte dre lebensfrohe, aus^ S-lallene. die 'LerMgungen suchende Serro?rnmuttm Ämalra
'sorgt. Das steigerte sich noch, als der runse Ä
Regierung lam ^ ^ das ..Kraitgente
Goethe initbrac'
nicht ermangelt, icroil uum wmw w i*- ~
mir gebot." Am höchsten gma drei« Tollbert^dann, wenn lle offiziell berechtigt, ia. gefordert war. also zur FaichMSS^ zeit. Redouten. Maskeraden gab es da rn Fülle, di« Aus- gelallenste unter den Ausgelassenen. die H,bZoarnmutter. Bald erscheint sie ..er rotvs grecque maskiert und tanzt mit den Jenaeser Studenten bis morgens 3. ms 6 llbr^ bald kommt lle rn anderer vracktooller Maske und lemum Pharotisch und verliert einen Loursd or "ach dem ana«n. Von besonderen Ausführungen. Szenerien bv, wichen Gelegenheiten willen wir nur wenig.. Wenn ^ statnanden. werden lle diestlben gewesen sein,, wre lle sonst an den MM- lichen Höfen Deutschlands damals. bebrebt. waren, d.^ b die abgeschmackten, mit vrel llnanstandigkerten und Lustern- Herten durchsetzten ..Maskeraden des vreunistben So^voettn Beller und seiner Genossen. Man war Damals nicht seür fern. Das viele Trinken schuf "lters m den ..vornMnft«! Kreisen Cituatioven. wre dre aus -Mslbelm Merster kannte, wo ein Herr erner Dame etwas zufnistert und woraufhin deren Ehemann sofort mrt ^ 1 "er Ohrfeige lmt wortet^ von solcher Kraft, dab der aus den Haarmr des schlagenen llch lösend« Puder die Augen der Dame st>r
^i^Eoethe^batte^llch bald ausgetollt, Es kam die Zeit harter Arbeit. Es kam die Zert seiner Sehnsucht nach Italien und dann auch bie Erfüllung. Da lab er nun da- „ausschweifknde Fest an Ort und Stelle. Er arbt rum da von eine interessante Beschrerbun« m dem kleinen Aufsatz ..Das römische Carneral" von den Aufzügen, den KoAo- spaziersabrten. den festlichen ^tragen, den ^llunrrnatronen. den Pulcinellmasken. dem Werfen l>er Confettr ldamals Givskügelchcnl den Pferderennen: er gesteht rÄwck zu. datz „das römische Earneval einem fremden Zuckauer weder einen ganzen noch erfreulichen Eindruck gibt.. weder, du- Auge sonderlich ergötzt, noch das Gemüt befrrodrgt. Allo, war es Pticfj nirfvt, Was ct lUfmfc unD Wsur^.
Er wollte bei allem Frobllnn und toller ^^?^lallen- beit solcher Tage doch das Ganze,, auf mne bobere Sbjb. rücken er wollte euch Nabrung für den Mbrldetrr«r Geschmack. indem er wabre Kunst wollt« mw ^
Bes'cr'cke Poelle. sondern die wirkliche. So stnd seine ..Maskrnzüge" entständen. . ,
Der Kulmination spunkt des Faschings war rn ^'M« der 30. Januar, der Geburtstag der. "Meits verebrten regierenden Herzogin Lulle. (Unsere beutlge Ertte den Fasching in den Februar zu legen, bat sich erst nach und nach herausgebildtt: in Venedig z. B.. besann er schon am 26. Dezember.) Goethe schuf nun., eme llanze Reche se- danken- und voesievoller iMaskenzuge . wie ..den„ Aufzug des Winters", „den Aufzug der vrer Weltalter . .den Planetentanz", auch arohere. wie „dre romantische Poesie,, worin er uns ein Bild einerseits vmn Zauber der weimarr- schen Landschaft, andererseits von ihrer so berühmten V«r- gangenbcit gibt: die Wartburg mrt ihren Minnesängern und Heldcndichtecn aus der Zeit Hermanns von Thüringen wird wieder vor unseren Augen lebendig. Sern bester...Masken- zug" ist aber das vollkommen zum Bühnenstück » wack.sene Festspiel vom Jahre 1818 Ebr^i der russischen Kaiserin Marm Feodorowna. dre zum Besuch ihrer. Tochter, der Erbprinzellin. in Weimar weilte Das Thema ist un«- fäbr dasselbe wie in der „romantischen Poesie nur wird hier mehr die jüngste Beraangenbeii des sächsischen Landes gepriesen' was -s alles für Kunst und. Willenschaftz, vor allem für die Poesie getan. Goethe setzt em hübsches Ebrm- >ii»nkrnl 7 l den gto^en Wielnnid.
Schiller, indem er ihre lchöniten Sckiövfungen.Revuevallie«n ldkt: Wielands Muiarion und Oberon nnt ^menr Elwn- gefolg«. Herders Aeonis und den svanllcken Eöd^ und von Schiller eine Fülle von Gestalten aus der..„Braut von Mellrna" „Test". ..Wallenstein". .Demetrrus". selbst aus ' Turandöt'. Aber auch was er selbst mrt semen Dichtungen will zeigt er im „Götz" und ,m . MevListovbeles. Sebr Lübich ist cwck der Gedanke, datz dieses bunte, grobe Gewimmel von Personen zusannnenaehalten w'üd von der kleinen, reizendea. neckischen Jlme, der ll^tlomfikation des We'.mar einschliltzenden, ihm seine grob« ^Raturschonbeit oebendmi Flütz-i^. Und so ist des Dichters Absicht erreicht, datz mancher, ebne am^..Dollen des^„«beims^ ru^^verl^en.
Die erst« Lüge.
Ich Hab« eine Freundin, die ein Apostel der Wahrheit ist. Sie ist unabhängig.wohlhabend, und.glücklich^ und d e Lüg« bat keinen Raum in ihrem Leben, behauptet sie Sie bat ts sich zum Prinzip gemacht, niemals eine Urmiabrbert zu sagen. Und wie reich, rbr Herz an Gute für Freunde ist. mehr als kühle Höflich eit empfangt kemer von ihr. der ihr keine Achtung abzwmgt. Und wenn. ,ch die Luge als eine wohltätige stillschweigende Begleiterin vreise, die uns da-, Leben lebensmöglich macht, als einen der vielen Kompromisse die ge, ade ein Ehrlicher manchmal schmerzlich emv- llnde't. der stch aber resigniert &e?*eibct da schüttelt sie den K-ipf und meint, dann ser er eben nicht ehrlich.
Run besucht« ich sie unlängst auf ihrer Besitzung in der Nähe der Stadt, in dem alten wohlgevilegten Park, besten höbe Bäume eine Marier bilden gegen alles Laute. Lärmende E-ielle der Welt, gegen alle Dissonanzen des Lthens denke ich. Hier wohnt F-ieden und Sckonbert. hier bat auch die Wahrheit Raum. Wir vlaudern rn einer der vielen heimlichen Nischen und dicht daneben in einem Wagen schläft ibr kleiner Junge, nicht gefesselt, sondern lercht mit Tüchern zugedcckt. Plötzlich dehnt er sich und streckt sich und beginnt zu schreien. Die Mutter beugt sich über rhn er ist trocken urü) n»Qrm. ^nn sckmul sre aus dre Udr. ..Ern rn einer Stunde mein Lieber, bekommst du dem« Besver Ilnterde- schaue ins Blaue oder Grüne und strample mrt den Beir.chen. eine durchaus bugienllcbe Veschaftiguna. Der halbjährig« junge Herr ist aber vernünftigem Zuspruch nickt »usänalich und lätzt energisch sein Klagelied ertönen. Fmncer lauter immer lärmender. Ganz rot ist er im Ge- kiGtchen Da nimmt die Mutter aus einer bereitstellmden kleinen' Parzellanschüstel einen Gummilullcher und steckt ihn dem Knaben in den Mund. Er »lebt daran, laugt stch seit, lacht dabei und sicht vergnüglich in den blauen vunmel. Ich lächle Und als meine Freundin mich fragend anichaut. strae ich: „Nahst är. »*>* M di« erst« Lüge, d,« uns da- Leben bringt."
SK, UffiBSCT* n
nimmt __
Schstltaicke und Markttasche.
Vor der Haltestelle der Halbachtubrtram im Dillen- viertel' sieben die kleinen Mädchen in den Dirndlkostumen. den blonden oder braunen Zöpfen und den westen Schulen und weihen Schürzen, die kleinen den. auf dnn
Rücken festgelcknallt. die grotzeren dre schwere Büchertasche in der Sand, und neben ihnen di« Hausftauen. mft der lewen Einkaufstasche, um sich erst vom Markt dre ^-cbatze für ten hcuttccn X<tfl iu ^TO’b^rtt. 2kittn xoit^b btt Sücwitn gestürmt und ich bade.glücklich eintn.Sitzvlair und nehme der kleinen Gymnasiastin, dre vor .mrr Schultasche al> und leg« sie auf meine leere Einkaufstasche und köre nun folgenden Dialog:
„Ach", sagt die Schultasche bockmutig. „schau, wie schon gefüllt ich schon des Morgens auszrehe und du bist leer und hast keine Seele, wäbreud rn meiner Geist und Weisheit
"" Die^Einkaufstasch« lackt und sagt: „Ick ziehe i^en Tag von n-euem auf Abenteuer aus und trage Mir die buntesten Dinge mit nach Hause, ieden Tag andere, irden. Tag.neue, und du bleibst dir gleick. du kommst ebenso beim wie du
'""«"liegt eben meine gebeimnisvoVe Krcllt darin meine Stärke', sagt di« cockultasclie..^..nickt em Endchrn srblt wenn ick hcimkcmMe und trotzdem bat Eine Besitzerin einen tiefen Sckluck aus dem uE^opflicken Born der Weichen getrunken.hatmanchesaehort.bat vieles « lmnt und trotzdem rst d«rUmf?ng der Bäcker «kufi «•- bjkber. denn lch bient, ber Emrskert unb du btr Der-
flän 0 l|*fcit. (gmni) für diese Ewigkeit, Wenn
ick li'ckt ouszogc leer ,lnd nichtssagend mrd nickt heimkame voll bunter Schatze, die ick an ernem Tag verscheirk«. wo nähme das kleine Mädchen dre roten Waimen be» und di« kunkelnden Augen, um zu lernen zu begreifen, zu arbeiten.
Schau du bist ous feinem Leder und trägst ern W"G.r-aiM ick bm ünschembar und bätzlib
glänzendes Mcsiingfchild. ick bm ilnscbe:i,^— —i v -"vtk bu l-errichst und ich diene, aber deine Worte kannst, du erst in dte Sccle des Kindes schreiben, das ick durch, mein« siete Sorg« und Mühe grob gemacht und empfänglich für d,e Sprache Lines Geistes. ' Marie Lol»«.
