Samstag. 27. Januar 1823.
Wiesbadener Tagblalt.
Nr. 23. Seite 17.
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Dr Geenij.
Bon Hans Reimann.
Hans Reimann sammelt die Nnekdvten. di« Wer seinen König Friedrich August von Sachsen im Umlaut sind, zu einem Buch, das demnächst de-. Paul Steegemann zu Hannover erscheinen wird.
Sn Kairo. Vor dem Krieg.
August bat sich bis nach der Türkei gewagt, die aut Säch-
-Datrgei ‘ kifft (mit dem Akzent hintendrauf).
Was ist das erste in Kairo?
Die Frage, wo es hier Pilsener Bier gibt.
Und es gibt tatsächlich Pilsener Vier in Kairo, und August wallfahrte zu der gesegneten Stätte.
Und lädt stch das schätzenswerte Gebräu munden.
Nach dem siebenten Glas leiht er den Wirt holen.
Der Wert erscheint mit allen Anzeichen devoter He» Innung.
August greift tief in die link« Hosentasche und angelt nwas heraus. /
„Wolln Se däbn? Sitz mei fcheensdr!"
So kam der türkische Gastwirt zu einem sächsischem OM7l.
Im Manöver.
Er ha! kein Taschentuch, wohl aber den Schnupfen.
Die Geräusche mehren sich.
. Der Adjutant bietet — mehr aus ästhetischem Unbehagen denn aus Cervilität — sein eigenes, ungebrauchtes lüchlein an.
August webrt ab. ganz rauher Recke.
..Daugke. Wäibrs schobn noch erfchniffln!"
Georg SteinLorss. unser sympathischer Agyptiologe. hielt der Majestät zu Ehren eine etwas populärwissenschaftlich rngolegte Bor'esung über Hieroglnoben über Ramses uüd widere Zubehörteile verschwundener Herrlichkeit.
August rutschte aus seinem Stüblcben hin und her.
Steindorff predigte mit liebenswürdiger Eindringlichkeit weiter, bis die Zeit erfüllet ward.
August verabschiedete sich von dem Gelehrten, indem er die historischen Worte svrach:
..Mei Fall wäbr ia nuh nick, mich mei ganzes Lähm tontet midd däbn alldn Logarithmen rummzubalin . . ."
Es war an der Zeit, den König in den Betrieb einer Hauvtfeuerwache einzuweiben.
Branddirektor Bandau war'stolz daraus, seine neueste Errungenschaft zu zeigen: die automatische Anschirrvorrichtung.
Frredrich August vahte artig aus.
Ein Alormalockenzeichen erscholl, die mächtigen Stall- türcm schoben sich auseinander: hinter den fahrbereiten Manen scharrende Gäule liefen, ohne der Führung zu bedürfen. an die Deichseln und schoben ihre Köpfe durch die schwebenden Kumte.
Währenddem rutschten die Feuerwehrleute an Stangen (aus den im ersten Stock gelegenen Mannschaftsräumenl in den Stall hinunter, je zwei Leute schirrten mit einem einzigen Griff die äußeren Riemen der Sielengeschirr« an. und bimmeliimmelimm raisaunten die Fahrzeuge schon zum Tor hinaus.
Augusts Pavillon hingen wie festgelötet an der Alarmglocke.
Er wälzte sichtlich einen dickflsisstgen Gedanken.
Endlich rih er sich los und apostrophiert« den Branddirektor:
..Alle bonuehr. Bandau. Das Hamm Se fein gemackd! Nee. wirklich ganz famos. Alle bonnebr. Nwwr sachn Se mal: wo »abm denn das Alarmsignal Hahr?"
Der Branddirektor: ..Mir haben einen Radfahrer nach dem Neuen Ratsbaus oestbickt. und der bat ron dort . .
August: „Ach so. Jedzd frschdeb ich das. Ack, so. Awwr fauchen Se mal. itz das nich ä bitzin sehr« unrschdändlich. wenn S« da bei jebdn gleen Felerchen ärschd allemal enn Radfahrer nab-ckn Nein Raadbmff« sckiaan mitzn?"
. Ein Gymnasiallehrer bedankt sich für di« erlittene Auszeichnung.
Der König empfing den Mann.
-Sinn S« eeindlich Reiffillolooche ohdr Mldfillolooche?" „ Der Mann war Altphilologe und hielt mit dieser Eröffnung keineswegs hinter dem Berge.
..So fäbn Se ooch aus!" rasielte August.
*
Sohin, der alte Herr, der ehrwürdige Lehrer des Strafrechts. durfte sich vor Friedrich August produzieren. Sogar mehrfach.
Keinem blieb es erspart.
Das letztem«! hatte er mtt den Augen zu tun g«habt und sich derethalben bei der Majestät entschuldigen muffen.
August erinnerte sich dunkel daran.
. „Wie itzes dnn midd Ihrn Oochn?" erkundigt«! « sich her Beginn der Vorlesung.
Sobm wutzt« nicht zu antworten.
-Ich dengle. C? genn nicht möbr sahn?"
Sobm wußte erst recht nicht zu antworten.
August, zu seinem Gkfolge:
„Ich bawwe gedachd. däbr ist blind' drweile ist däbr »och doob!"
1917 erschien er in einem Lazarett zu Meisten und macht« dl« Runde.
Einem hatten sie gerade das recht« Bein amputiert.
August richtete huldvolle Worte an den Mann. .
S'e bestanden darin, dah er ihn nach seinem Zivilistenstand fragte.
Der Manu war Sparkaffenbeamter.
„Sinn Se froh. Last E« gee LandbriefdrWr sinn!" tröstet« August.
§ie.
Ich betete sie an — einstmals, jetzt kann ich nicht mehr rhne sie sein und verlange sie mit fast brutaler Gewalt. Ich mutz sie haben, sie mutz um mich sein, wenn ich arbeite, denn >chon ihre Nähe beruhigt mich. Ich habe mich so an sie gewohnt, und ra, kann sie nicht mehr losten. Bon ihr hängen die Erfrlge meiner Arbeiten ab. — ist sie bei mir. hin ich zufrieden und ich kann darauf schwören, etwas Gutes zu leisten. Webe aber, wenn st« nicht da ist. wenn nicht ihr Dust mein Zimmer erfüllt, dann bin ich krank vor Sehnsucht nach ihr und ruhe nicht eher, als bis ich sie bei mir bähe.
Bor vielen Jahren, als Primaner, lernte ich sie kennen. Sie wurde mir durch die Kameraden bekannt gemacht. Die hatten smon zum Teil ihre Erfahrungen über sie gesammelr ,und vrieien mir ihre verschiedenen Vorzüge. Anfangs war ich ganz scheue Zurinkbaltung. aber endlich, durch die Sticheleien und dummen Reden ausgestachelt, ryagte ich auch mir das zu leisten, womit-jene längst prahlten.
Ich tat es nicht etwa aus Liebe, o. nein, sondern nur aus einem gewissen Umstand heraus: ich wollte mich recht männlich zeigen.
Heute sind ia die „angehenden jungen Leute" schon erfahrener darin. Ich aber damals? — Weitz und schlank lag sie rer nsir: als ich sie jedoch kühn .mit ungeschickter Be- wcaung an wich rcitzen wollte, verbrannte ich mir arg die Finger. Schon u., llte ich sie lasten, doch was den Kameraden erzählen deren Spott ich fürchtete? Noch einmal versuchte ich es. behutsamer, und — nun Uetz sie sich willig nehmen Als meine Lipven sie endlich berührten, empfand ick ungeahnte-? Wonnegefühl. aber als sie mich dann mit ihrem sichen Duit einhiillte. war ich ihr gänzlich verfallen. Ich kennte nie mehr von ibr lasien und erwarb sie mtr immer c.u's neue.
Sie bat mich im Laufe der Jahre viel, viel Geld g;- kostet. Heck, sie war ia bei mir und ist mir fast das Liebste geworden, was ich in der Welt besitze. In letzter Zeit ab;r hebe ich oft Sorge um sie. Sie bat sich verändert, ihre Ansprüche steigen van Tag zu Tag. svrunghaft. und wenn das so wc-ter «bk. werden wir uns wohl oder übel trennen muffen. Werde ich können?
Ich kann doch nickt mehr ohne — Zigarette sein! R. P.
winterverschlafenes Mäuschen.
Von Alwin Nath.
Ich stehe in den braunen Blattschwertern des Schilfs auf dem Eis im Schwielowiee. Der Sckwielow nmtz ein
.„.wärmer sein: auch in seiner Vereistmg noch. Alle zart „rünblau schwingend« Glut des frühesten Morgenhrmmels. een ganzen Verrlärungsschmelz aus der noch schlaftrunkenen Stirn des erwachenden Tages, träumt er.noch und glanzt ihn wider in bruchigster Weichheit. Es ist aber schon fast die zwölfte Stunde, die da verloren vom Fercher Krrch- tunn klavot. Ein Bauer läuft auf dem Eis in Holzpantinen Schlittschuh und guckt durch die Kristallhelle hinab., ob kem Hecht so blöde sei wie des Bauern Hirn, sich zu zetgen. wo oben ein Wesen dieser widerlichen Sorte trabt.
Da kör« ich mW, vom Ufer der Löcknitzbucht her ange- rnfen. Die schaufelnde Schippe und dreinkrachende Art. die dort blchten. ruhen. Ich schiebe übers Eis brnru. „Da sehen So mal' Ein zierliches braunvelziges Kügelchen liegt da im braunmebligen Sande. Den schmalen Kops bat s tief zwisckn die Hinterichenkef vergraben, io dah die kleinen Obren noch eben hervorivitzeln. Ja. es ist kalt, und mian ttümmt stch zusammen. Und als solle auch der dünne Schwanz noch wärmen, kringelt der stck über die Nase bin- ouf und tost sich wie ein Obrenwärmer hinter die Lauscher. „Da cul der blanken Schivve flog's raus! Was is eso
„Na 'v Saselmäuschen. Darf ich's mitnebmen?"
„Immerzu! Wenn Se's braten, laden Se mich ein."
„Aber erst mutz ich's noch ein bitzchen auffüttern."
Da muh ich Ihnen eine Mitteilung machen. Oben
>lotz nachts rumiouken. Das war ein Dacks! Der bockt» auch io inander wie det Mäuschen. Und womit der seine Tür veiramwelt batte! Erde. Sand. Blätter, alles mit- mang natürlich. Aber auch Mausefelle! Denken Se. Und sogar ein Eicl.kntzWwavz war dabei. Und der Dachs.— der Kerl schlief io feste. Wir haben draus rumgevolkt! Mit dem hätte man Kegel schieben können bei Lindemanns ia Eavuib."
Er erzäblt mir noch von Eichkatzen, denen «r im Winter, wenn sie schlafen in ihren moosverstoosten Baumböhlen, ihre Nutzspeicher ausgenommen habe. „Wenn Sie im Schnee ein Eichhörnchen seb n. brauchen Se nur aufzuvasten. wo's hinmacht, da haben Se seine Hamsterkammer." Ich glaub es ibm. Hab' als Junge schon den Nutzdieb gespielt bei Eichhorns.
Mein Mäuschen in der warmen Hand in der Tasche beginnt zu zucken. Ich lasse meine Stiesel eifriger arbeiten, um nach Haus zu kommen. Dort im Kiffen im Seffel von der Zimmermolligkeit und den es ein wenig herzenden Händen umwarmt. besinnt es bisweilen auszuatmen, streckt das linke Bein fcrt. auch das andere streckt sich mühselig, wie das ein alter gichtischer Knabe auch so mit Vorsicht macht, reckt den Rücken ein wenig ineinander. Und nun wird es gähnen, denkt sich mein Blödbirn. Ein Auge tut sich ganz kraus und krank auf. Blinzelt mich ganz griesgrämig an. Und ist wieder zu. Wie geblendet von der Winterhclle.
Plötzlich steckt's den Kopf wieder nach unten, als scheine es etwas schwer zu überlegen. Denn schlafen will's nicht mehr. Es bat dock beide schwarzperligen Augen ein bitzchen offen und guckt mich von unten an. Gar nimmer ängstlich. Wie stach gar nicht zur Bestnnung gekommen. Wie tief aus dom I«dcrbraur.en Samtvelz musiziert jetzt ein vorwurfsvolles Pfeifen. Kläglich. Schläfrig. Das gleiche Schmollen, das rührende, ist darin wie bei kleinen aus dem Schlaf ge
schüttelten Kindern, bohren.
die sich die Fäustchen in die Äugen
Nun kriegt's einen krausen Walnutzkern. kraus wie ein kleines Gehirn. Da vieift's gar nimmer mehr. Nach kurzem Ccbriivvcrn bo'tzt's an. Und in den schwarzen Guckaugen wird'? warm. Anderntags aber — es bat Logis in einem enggsttrigen Vogelkorb bekommen — ist es wieder ein ver- schsifferes Kügelchen. mit dem Schwanz hinter den Obren her.
Strumpfbänder.
Von Hermann Kienzl.
Der Teufelskerl Casanova legte der reizenden Venezianerin eigenhändig jene Strumpfbänder an. in die der verfängliche französische Spruch eingesticki war. Davon wuhte der Herr Archivar Dirnbacher nichts, als er seiner Haus- ehre ein Paar Strumpfbänder zum Geburtstag schenkte. Er dacht« keineswegs an die Blumensprache der Galanterie und an die Eourtoisie der Minnehöfe. Di« Zumutung, etwa zu Frau Brigittens lol-den Fsitzen hinzuknien und. ein dreister Seladon. ihr ehrsames ziemlich keulen'chtveres Bein zu lüpfen, um oberhalb des Kniekiirbiffes das neckische Etrumvfband zu befestigen. — diese Zumutung hätte der Herr Archivar, wenn irgend iemand sie ihm nabeaeleat haben würde für die Auslchwitzung eines armen Geisteskranken gehalten Der Knabe Eros war also nicht in der Nähe, als der Herr Archivar — oder vielmehr Frau Brigitte zu den Strumhibändern kam.
Es war geschehen, datz Gatte und Gattin, auf einer Erholungsreise begriffen, durch die Stratzen Dresdens wandelten. und datz Frau Brigitte, bisher schweigend schnaufend, mit einemmal die Stimm« in weinerlichem Ton erhob: „Männe, mir rutscht der Strumpf!"
Gelassen, wie Cen«ca der Römer, erwiderte Birnbacher. der Archivar' ..Ich kann nichts dafür." »
Als Frau Brigitte im Verlauf der nächsten Minuten ihre Schmerzen staute mehrmals und immer wieder kundmachte meinte her Gatt« lehr vernünftig' „Zieh dich in einen Hausflur zurück und befestige das Strumpfband.'
Frau Brigirte zog sich zurück. Oftmals wird an der Wirklichkeit die keinste Theorie zu schänden. Wie batte Frau Brigitte im Hausflur das Strumpfband befestigen sollen, da es nun einmal nicht zu greifen und zu finden war? Nicht bloß «lockert. glatterdings gelöst batte sich das Band! Sehr möglich auch, datz es einer unvorsichtigen Biegung vec mächtigen Muskeln nicht hatte Widerstand leisten können und «platzt war. „ . . _
Nachdem Frau Brigitte den Tatbestand, ihr Leid unk» den bedenklich gesunkenen Strumpf sestgebalten batte, blieb dem gut «stnnten Archivar nur noch Lbria. ein Damen- wälchege'ch"°i zu betreten und dort Strumpfbänder aller- weilesten llmsa"as zu kai'sen. Er versuchte asterdin-as zunächst. eines einschichtigen Strumpfbands habhaft zu werden, da dock, nur ein Strumpf an einem B«tn ins Rutschen gerate» war. Der gewinnsüchtige Handelsangestellt« aber
meinte. Strnmpfbänder und Kanarienvögel müsien paarweise gekauft werden
Ein w-nig unlustig verlieh der Archivar Virnbacher die Bezahlungsstätte. Da belichtete, wie fein Blick zufällig einen Wandkalender streifte, eine treue Erinnerung seich Gemüt. „Der 1. Juni!" — so sprach er zur Gaitin: und. ibr mit woblwollerdem Lackeln das Päckchen überreichend: „Da hast du also ein Geburtstagsgeschenk!"
So glücklich wutzt« der Archivar das Unerlählich« mit dem Freundlichen zu verbinden.
Frau Brigitte nahm sich nicht erst Zeit, die freudige Üherraickmng des Geburtstagskindes zu glitzern: sie tummelt« sich abermals in einen dunklen Hausflur, dem sie noch wenigen Augenblicken mit dem Gefühl wicdergewonnener Sicherheit entstieg.
Spät abends nach getanem Ferienreisetagwerk, gingen Herr und Frau Archivar Birnbach«! inn Zimmer des Hotels zur Ruhe. Frau Brigitte legte mit anderem Bebang auch die neuen Strumpfbänder ab. Der Stuhl, an desien Lehn« nun die grotzen Orale baumelten, stand dem Archivar so nah. datz Herrn Dirnbachers Auge, ob es wollte od«r nicht, an dem stolzen Geburtstagsgeschenk nicht vorübersehen konnte. /
„Ei", konstatierte der Archivar, „in diese Strumpfbänder ist ja ein Sorücklein eingestickt?"
Handarbeit' — fragte' er sich weiter. D'e innere Stimme sprach: Aber, aber'. Für ein vaar Pfennig gibt's keine Kunststicke-ei! . . . Fabrik alio!
Die brave Frau Brigitte lietz schon ihre Holz säge in regelmätzigen Stotzen raffeln, als Archivar Birnbacher die Strumvfb8r.de: in seine neugierigen Finger nahm und das Sprüchlein zu entziffern begann. Italienisch! Auf einem Band stand:
„Viucasi per fort« na o per inganno“. —
Und aus dem anderen'
„II vincer Femper fü landab!! cesa".
Bon der Jtalienreii« seiner Jugend sammelte Archivar Birnbacher di« Reste seines Gedächtnisses und übersetzt« ungefähr also: ^ /
„S'ehst du mit deines Geistes List und durch de?
Zufalls Tücke.
Immer. Schäker, freu« dich am Sie«, am holden
Glücke!"
Ha! Strumpfbänder und Geist! Und Sieg! Und Glück! . .. Der Archivar Birnbacher mutzte lachen. Da ge
rade Frau Brigitte einen lauten Schnarcher tat. lachte er um so kräftiger.
Indessen . . Mit einemmal verschwand di« lachend« Grimasse aus seinem Antlitz, und. seltsam! ein eigentümliche, Lächeln blieb in den Zügen bangen. Als wäre vor den starr ins Leere gerichteten Blicken des ältlichen dicken Herrn ein fernes Bild ausgetaucht.
Hatte der seit Jahrzehnten nicht mehr in Gedanken «r- lan'chte Klang der italienis-ben Sprache als Tauwtnd gewirkt? ... Berührte den ältlichen Philister die Magi« des Strumpfbandes'' Die vlumven, groben Strumpfbänder, dl« er in den Händen kielt, konnte ein schlankes Mädchen fast als Gürtel benutzen. . . Aber: batte er nicht andere Strumpfbänder gekannt? ... Er. jetzt woblbcstallter und verpflegter Archivar, mit grober Glatze und tüchtig verheiratet. einst iunger Romvilger mit braunen Locken...? Dufteten wieder die Omngenblüten? . . . Glänzte silbern der Ölbaum? . . Wie lange ist es her! . . . Ach. ach! . . . „II vincser semper fit landabil cesa". murmelte der Archivar. Dann knivfre er das Lickt aus. ' Im Dunkeln wetzte er die Strumpfbänder an sein« Livoen. „Nrnetta!" . . .
Durch den Halbschlaf des Archivars Birnbacher. am anderen Morgen, ging ein Rumoern und Pumpern. Ihm schien zu träumen, datz bald hier, bald dort ein Stuhl gerückt würde. Als ob jemand groffe Unruhe im Zimmer ve-rurlacht«. Jetzt glaubte er — im Traum — die brummend« Stimm« seiner braven B-igitt« »n hören. Und jetzt war es ihiy. gar. als kröche jemand unter sein Bett.
Rein. nein, kein Zweifel! Das war Frau Brigittens Stimme. Noch h'elt er die Augen geschloffen, aber jedes Wort verstand er.
„Berbert!" — rief Frau Brigitte — „ganz verhext!... Gestern Hab' ick, sie abgelegt, sie an die Lebn« dieses Stuhles gehängi! Weg sind sie! Nirgends zu finden! Es ist nickt zu glauben!"
Und mit einemmal ein Schrei: „Sebastian!"
Herr Sebastian Birnbacher. Archivar, schlug die Augen auf.
Da schrie ihm seine Brigitte entgegen: ..Bist du verrückt?!!! Hat er da mein« Strumpfbänder, der Mann! Hat sie mitten im Gesicht'"
Beschämt schüttelte der Archivar den Kopf: „Merkwürdig . . Wohl im Schlaf . , . Sehr, sebr merkwürdig . .
Und wunderte sich aufrickt:«. Diese Strumpfbänder, diese LetbbMden. hatte er gekützt? ... Es war U finster gewesen...
