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^. _ ^lagdlatthau,-.

Schalter-Hove geSffnet von 8 Uhr morgens bis ( tlBr abends P-stschecklont».- grenffurt «. M. Nr. 7405 ,

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6 Ausgaben.

Fernruf:

_ _ „Tagblatthsus- Nr. 685». sr.

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Nachlaß. - Schluß^ d«°^iae?^^!'°'i?L°^n?»-nderter Anzeigen ent

Nr. 495.

Lrrliner Abteilung des A -iesba»ener Tagblatts:

Montag, 13. Nsvember 1922.

Nachlaß. - ' Schluß' de7"Än;einen °Anunveränderter Anzeigen entfvrechenber Anzeigen an °°?ge^e?en^'A7enrn7^ rbüÄS

Berlm-Wilmersdorf, Laubacherstratze 35, Fernsprecher: Uhland 3186.

70. Jahrgang.

Die innere Krise.

Nacht sind wir wieder einmal durch eine Re- rlnri«? ^ worden. Während der Neichs-

s^/br Dr. Wirth ursprünglich nur eine Ergänzung a Ums untet Heranziehung heroorragen- öer Wirtschastskenner vornehmen wollte, ist plötzlich .»rage eines Rücktritts des Kanzlers und einer völligen iiieudlldung der Reichsregierung akut gewor- ^ ®«®>«aeln der Krise reichen in die Tage zurück, m denen dre Reparationskommission in Berlin mit Ver­tretern der deutschen Wirtschaftskreise Fühlung nahm.

ist bekannt, daß sich unter den Großindustriellen eine ^nzahl weit rechtsstehender Männer befinden, die ^erlich zu dem Kabinett. Wirth und besonders zu do^k Dr^ Wlrths selbst in schärfster Opposition "ehen. Politisch gehören diese Kreise teils der Deutch- NLtionalen. teils dem rechten Flügel der Deutschen ^olrspartei an. So unerhört es klingen mag, es läßt •!Ü Ä^9" ert . daß aus den Reihen dieser Groß- u.dustriellen heraus in Privatgesprächen mit Mitglie­dern der Reparationskommisiion eine stärkere Mitwir- E? der deutschenKapitalbesitzer und Wirtschaftsführer an der Markstabilisierung in Aussicht gestellt worden st wenn Dr. Wirth vom Kanzlerposten verschwinden und der Großindustrie ein größerer Einfluß in der Re- gierung eingeraumt würde. Man hat die Dinge so dar­gestellt. als ob Dr.Wirth von derSozialdemokratie voll- “*$WL und daher zu schwach sei, um die notigen Arbeitsreformen durchdrücksn zu können Es vornherein bemerkt, daß solche Gespräche mit sranzosisinen Fasten nur von einzelnen Angehörigen der Airbus,rie, nicht etwa von politisch irgendwie bedeu- ungsvollen Männern geführt worden sind. Denn J2? 1 ? es °on vornherein klar sein, daß

-ine ,olche Beschuldigung der Schwäche gegen die eigene C 2 8' eru £ s f « ni> ei " Elches Ausspielen der Entente gegen N^/'it^?^9enoffen politisch nur von allergrößtem ^achtml für Deutschland fern kann. Aber es steht nun einmal fest, daß Privatgespräche ähnlichen Inhalts mit Ausländern stattgefunden und Laß diese besonders auf französischen Mitglieder der Reparationskommission den größten Eindruck gemacht haben. Die Autorität der Roichsregierung ist dadurch in einem Matze ge- lchwacht worden, daß eine Umbildung der Regierung Mn aus außenpolitischen Gründen unumgänglich not­wendig erscheint.

s, ist heute also nur die, ob die Umbildung

durch Ergänzung des Kabinetts mit Wirtschaftsführern, me der Deutschen Volkspartei nahestehen, oorgenom- men werden soll, wie es der Kanzler erstrebt, oder ob überhaupt eine neue Regierungsbildung notwendig ist.

""turlich nahe, bei dieser Gelegenheit nun endlich dw große Koalition unter Einschluß der Deut- styen Volkspartei ins Leben treten zu lasten. Äußer­nd der Sozialdemokratie dürfte heute volle Überein­stimmung darüber herrschen, daß nur diese verbreiterte ^egierungskoalition eine Unterlage von der gegen­wärtig notwendigen Tragkraft abgeben kann und wird.

-ne große Regierungskoalition der Mitte muß kommen. K; v U i ^ Deutschland innerpolitisch so weit festigen -ann. daß die Entente mit der von ibr gestützten Reichs- ' IENMg als mit einer gegebenen Größe rechnet. Aber kJ v cr anderen Seite kann nicht geleugnet werden, i e,t r ? unf U ur eine Regierung, die zugleich die Deutsche Volkspartei und die Vereinigte Sozialdemo- ^'e umfaßt recht schlecht gewählt ist. Die Sozial- jedenfalls dieser Einigung heute ab- egnender denn je gegenüber, und es ist nicht einzu- feyen. wie man sie gegen ihren Willen in die Koalition 8 .?'Mwingen will. Der Gedanke, der ebenfalls bereits >st, eine Minderheitsregierung aus Deut- Volkspartei. Zentrum und Demokraten zu bilden f«H, &ann ** ie Sozialdemokratie wohlwollende Unter-' gewähren' soll, läßt sich schon deshalb nicht z,^wirklichen, weil die Sozialdemokratie einer solchen Merung kein Vertrauensvotum erteilen würde. Die nnderheitsregierung wäre also schließlich auf die §n“? c .der Deutfchnationalen angewiesen, und das uroe ,hre Stellung nach außen wie nach innen den ^mmunisien gegenüber ganz gewiß nicht festigen.

wird also bei der Schaffung einer neuen, fester im went und in der deutschen Wirtschaft verankerten eril!, eriin9 schon den Weg gehen müssen, erst ein Pro­ton» aufzustellen. nach dem regiert werden soll und f a , "JUflufefien, welche Parteien bereit sind, sich gemein- [ö»das Programm zu stellen und welche Per- *i«TE len ßTn geeignetsten sind, es durchzuführen. öj.r w'chos festes Wirtschaftsprogramm, das sich bei der r, 0 i wmenckellung der notwendiaen Wirtschaftsreformen Demo, Einseitigkeiten sorgfältig fernbält, hat die Partei als erste aufgestellt. Hieran sireb-ni. chEfnt es nämlich bei den beiden auseinander- »oen Gruppen der zu bildenden Negierungsmehr« ,

fehlen. Keine von beiden will auf die andere . »ehmen. Während die Sozialdemokratie l ^ x * n . der heutigen Notlage des Volkes mcht länger aufrecht zu erhaltenden Achtstundentagstheorie festhält, hat Herr Stinnes großinduftriellen Standpunkt aus durch- oaiyten Programmrede im Reichswirtschaftsrat die For- "^gestellt, daß mit der Einführung eines zehn- ^fv^^en Arbeitstages ohneMehrbezahlung die Reform ^Konnen werden müßte. Ein Versuch, diese Absicht zu wurde nicht nur an dem geschlostenen Ädorstande der Arbeiterschaft, sondern aller Arbeit- einschließlich der Beamten scheitern, weil Bezahlung gerade zur Bestreitung des ^k»/^wlmmums der meisten Lohnempfänger aus- M-Äs-Und rede Mehrarbeit ohne Mehrbezahlung die zur Arbeitsverweigerung treiben würde, in der ^ 7 'unes dw Hauptgefahr für die Markstabilisie- wlltüf '-i; 2P« es^ ber Sozialdemokratie an dem fr“" 5 Mi./?^^^Rnhangsrn die bittere Wahrheit zu £Ä ' es Herrn Stinnes an dem Gefühl für die nnÄ^^kert emer psychologischen Behandlung der iSchichten Die Deutsche Volkspartei hat yn uo^rgen bereits erklären lasten, daß sie sich mit der

?h£SS Ze?llmtt ttt tfnne°^ Mehrbezahlung nicht

gegenüber allen Volksteilen,

^ wit dem notwendigen politischen Ee- auck Ä ? ten ~ Mrd er gefunden so wird

Sin gegenwärtige Kanzler ihm Platz machen Ä n ;. t So lange das aber nicht der Fall ist. wird

hierin aLr U L+ U <S ^^^romiste gelöst werden können.

Dr. Wirth bisher seinen Meister & ün u wird er sich wohl auch bei

Flucht Iweisen' in bct Erscheinungen

Mfiie Smtsiv Oer mQSn Batlfflläie.

des lOevvre" ^rn^Berlin' Sonderberickterstatter

den lebten de^ » de Iuvcnel. rxriucht beute.

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S ni Stiü&SS- bilde sich niemand mebr -

"'s Gle.ckgewicht gebracht unid die Mark stabilisiert mu ,i m IlfT, "a d-r SloSi

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Alliierte! SZliisse " ieben.b ^ iefet Sacke der

Die Reparationskommistion in Paris

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fifttlut der feoilidicn Finanzlage beraten cker^n " ^

Die Wirkung der Stinnes-Rede in Frankreich.

O. Paris, 13. Nov. (Eia. Drabtberickt } s„

?amme n r, Q " 3 mit einer ganzen Reibe^^ b^lbversteckttt sÄ'

Man kann nur bostzn. dab der Mining \2..!Z

Sebensmittelkrawalle in Hannover.

vr. Sannov». 13. Nlv. (Eia Drabiboei^ i sr Samstag kam es in der Markthalle der AltNok?»,. r»

Lrilinsmittelkrawallen. Das Publikum stiirmi» ^ickweren mehrerer Bntterbändler die IM bi? das Piu'ck verlangten, und plündert« n» J ur

cin-iae V-rbaftunaen »oraenommen T ' ® 3 wurden

M SEMi§ke!km Ser ReZlermMkMllMU.

Rov. (Drahtmeldung unserer Ber- lnier Abteilung.) Die Berliner Presse sucht dem Sen- lattonsbedurfnis gewisser Leserkreise entgegenzukommen ourw möglichst auffallende Aufmachung der Nachrichten über die Verhandlungen, die augenblicklich über 'die

w 9 ? ri l" ös ii m ™ bun9 gepflogen werden. „Rücktritt !^ubmetts Wirth?" und ähnlich lauten große siber- christen der Zeitungen. Demgegenüber muß festgestellt werden, daß sich die Verhandlungen noch i m Bor- h adi u m befinden und daß irgend eine Entscheidung noch nicht getroffen ist. Am heutigen Montag treten v? REichstagsfraktionen zusammen, um uoer Sie Fragen zu beraten. Daraus ergibt sich auch

L ttt ?. e noch nicht spruchreif ist. jmd also lediglich Kombinationen, wenn man wie­der einmal davon spricht, daß Geheimrat E u n o, der Dlrertor der Hapag, das Außenministerium erhält oder b • I Ü e ! nann das Sprechministerium, da man ja zunächst einmal sehen Muß, in welcher Form die Regie- ,^ngsumbildung erfolgen soll, ehe man an bestimmte Personlichkelten herantritt. Auf der einen Seite be­steht nun das Bestreben,

das gesamte Kabinett zum Rücktritt zu veranlasten.

"w.so freie Bahn für eine neue Regierungsbildung zu ermöglichen, während man sich auf 'der anderewSeite — und auch der Reichskanzler neigt anscheinend dieser Ansicht zu — damit begnügen will, lediglich die freien Posten des Außenministeriums und des Wiederaufbau- Ministeriums zu besetzen. Es schweben daneben noch Erwägungen darüber, ob nicht das P o st m i n i st e- cium mit dem Eisen bahnmini st eriu in zu- s am menge legt werden könnte. In bllroerlichen Preisen hat sich bekanntlich Reichswirtschaftsminister Vchmldt wenig Freunde erworben und man würde es deshalb nicht ungern sehen, wenn auch sein Posten eht neu besetzt würde. Diese Bestrebungen stoßen aber bei den Sozialdemokraten auf sehr energischen Wider- tcmo.

^ Ganz ungeklärt ist im Augenblick auch noch die U°Se. welcher Weise die Umbildung erfolgen soll.

! ,( ^eten bereits, daß der Reichskanzler daM uergt, fern Kabinett durch einige Persönlichkeiten zu er- ganzen, dw der Volkspartei nahestehen, ohne daß da­durch die Volkspartei direkt in die Regierungskoalition aufgenommen wird. Hiergegen bestehen innerhalb der Volkspartei Bedenken. Man fürchtet, daß die Partei mit einer gewissen Verantwortung belastet werde, ohne einen entscheidenden Einfluß im Kabinett zu gewinnen. Auf der anderen Seite setzen die Sozialdemokraten der Einbeziehung der Volkspartei in die Regierung sehr starken Widerstand entgegen. Ihre Vertreter haben bei den Besprechungen am Samstag dem Reichskanzler keinen Zweifel darüber gelassen, daß nach ihrer Auf­fassung ein gemeinsames Programm mit der Volk-;- vartei und damit

die große Koalition unmöglich ist. Man hat nun auch den Ausweg vorgeschlaaen ^Erliches Kabinett zu bilden, das oeißt. ein Minderbeitskabinelt. ohne Sozialdemokraten K Ct Weg scheint nicht gangbar zu sein, denn

der Vorwärts" erklärt bereits, daß eine solche Min- derhertsregierung von der Sozialdemokratie im Reichs­tag kein Vertrauensvotum erhalten würde.

So ist man^ denn wieder einmal auf dem besten Wege, eine jener berühmten „Krisen mit ratloseni Ausgang zu schaffen, wenn sich die Fraktionen, die g?nte zusammentreten, nicht einsichtsvoller zeigen als ^uterhandlsr, die die ersten Vorbesprechungen ge- S ricg \ Sehr viel wird dabei besonders von den Beschlüssen der Zentrumsfraktion abhänaen da der Kanzler natürlich mit den Beschlüssen seiner Partei operieren wird. Wie die Verhandlungen aus- .aufen werden und wie das neue Kabinett des' Wieder- ausbaues aussehen wird, läßt sich daher zur Stunde noch nicht sagen. Sicher dürfte nur das eine sein, daß die große Rede des Reichskanilers

nächst noch weiter verhandeln muß^ein Verfahren'''durch

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3m übrigen ist man weiter bemüht, die Parteien auf ein gemeinsames Wirtschaftsprogramm

Der „Vorwärts" setzt heute seine Angriffe W" g r os l on den Demokraten aufgesetzte Programm iVrS Samstag hat der sogenannte Zweite Aus« Sl’ b ' V? r /,? n den Parteiführern eingesetzte Aus­schuß zur Aufstellung eines wirtschaftspolitischen Pro­gramms nach längerer Unterbrechung wieder aetäst.