Einzelbild herunterladen
 

Wiesbadener Tsnblatt.

Betl *il2<j' e OTÄAamWA ^jL -|Q .Taqbtatthonr" Nr. 8WM-53.

E°»-r..^,v. «öffnet fon« Uhr morgen. bi- 6 Uh- aöenfis. itfOCtjetttUCi)^ ^ ^USgKVSN. Von 8 ^ mo^^bi^Uh^abend.. rnter Sonntags.

lajbUtt»««'

^oßer.^n< ,«6ffnet oon 8 Uhr morgen, bis «Uhr aöenSs.

Poftfcheckk-Nto: Fratiffurt a. M. Nr. <405. __

Eesn.smreile- Im Verlag abgrhoU: Ml. 104.-, in den Ausgabestellen: Mk. 107.-, durch die Träger RÄÄ » 115- monatlich. - B-zugsbest-llung-n nehmen an: der Verlag, bte Ausäabestellen tue Träger und alle Postanstalten. In Fällen höherer Lewalt, Betriebs- ltöminaen oder Streik» haben die Bezieher leinen Anspruch au! Lieferung des Blattes oder Erstattung des entsprechenden Entgelts.

Anzei«eirvreise: örtliche Anzeigen Mk. 16.. Finanz- und Lustbarkeits-Anzeigen Mk. 24.. auswärtige

Anzeigen Mk. 24.. örtliche Reklamen Mk. 48. auswärtige Reklamen Mk. 70. für bie entfpcrnge Kolonelzeile oder deren Raum. Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen entsprechender Nachlaß. Schluß der Anzeigen-Nnnahme für beide Ausgaben: 10 Uhr vormittags. Für die Aufnahme von Anzeigen an vorgeschriebenen Tagen und Plätzen wird eine Gewähr übernommen.

Lerlmer LLteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin KW. 61, Bliicherstrahe 12, Fernsprecher: Amt Moritzplatz 15500.

Donnerstag» 21. September 1922.

Morgen-Ausgabe.

Nr. L49. 70. Jahrgang.

Tie Ausnutzung der Atempause.

Die Mission des Reichsbankpräsidenten Havenstein in London ist erfolgreich gewesen. Die Reichsregierung hat der belgischen Regierung mitteilen können, daß ihre Forderungen nunmehr erfüllt werden sollen. Die sechsmonatlichen Schatzwechsel, fällig vom 1. Februar bis 15. Juni 1923, werden mit der Unterschrift und Bürgschaft der Deutschen Reichsbank versehen sein und dadurch Belgien die finanzielle Verwertung erinög- lichen, die es wünscht. Es darf angenommen werden, daß auf diese Weise eine längere Atempause, wahrscheinlich von 18 Monaten, wenn die Bank von England der Reichsbank ihre Hilfe zugesagt hat, für die Reparationsleistungen Deutschlands gesichert ist. Alles komnit jetzt daraus an, daß diese kurze Frist eifrig ausgenutzt wird, um die deutsche Wirtschaft wie­der in Ordnung zu bringen und das nationale, politi­sche und kulturelle Leben der Nation in ruhige und sichere Bahnen zu leiten.

Am schwierigsten wird dabei die Überwindung der He m m u u gen sein, welche uns die gegenwärtige und die unmittelbar bevorstehende wirtschaftliche Not in den Weg wirft. Wohin wir augenblicklich im Innern schauen, überall sehen wir Schwierigkeiten. Der mehr- heitssozialistische Parteitag in Augsburg bietet zwar manches erfreuliche Zeichen für den erwachenden real­politischen Sinn der sozialistischen Massen und ihrer Führer. Die harte Schule der Erfahrungen der letzten Jahre hat ihr Verantwortlichkeitsgefühl offensichtlich gestärkt und die überschwenglichen Hoffnungen früherer Zeiten auf baldigen Anbruch einer sozialen Herrschaft voll Glück und Herrlichkeit immer stärker in den Hinter­grund gedrängt. Aber noch all zu häufig sind die Rück­fälle in veraltete Oppositionsmethoden. Wenn man auch dem Parteitag zugute halten mutz, daß er ganz unter dem Bann der sozialistischen Einigung steht und deshalb das Bedürfnis haben mag, nach außen hin viel ungeberdiger zu erscheinen, als er in Wirklichkeit ist, so darf man doch auch nicht übersehen, daß die Massen die seinen Unterschiede' zwischen sachlicher Politik und notwendiger Taktik nicht immer verstehen und oft allzu geneigt sind, tönende Agitationsreden für bare Münze zu nehmen. Die Drohung mit dem Austritt der ge­einigten sozialistischen Parteien aus der Regisrungs- koalition, wenn der Preis für das Umlage-Getreide allzu hoch angesetzt werde oder wenn die Deutsche Volkspartei unter Führung von Stinnes an der Koa­lition beteiligt werden sollte, kann unter Umständen die sozialdemokratischen Führer im Herbst zu Entschei­dungen zwingen, an die sie heute im Ernst nicht den­ken. Es sind ja nicht nur die Massen, die unter dem Druck der Rot vorwärtstreiben, sondern die wirtschaft­lichen Notstände selbst haben ihr eigenes Schwer­gewicht und gehen nur allzu leicht über die Absichten urü> Berechnungen der verantwortlichen Führer hin­weg. Deshalb sollte das verständige Wort Adolf Brauns von den sozialdemokratischen Führern und Unterführern gewissenhafter als bisher befolgt wer­den:Wir dürfen nicht durch unerfüllbare Fovderun- gen die Arbeiterschaft zu Enttäuschungen führen."

Wie leicht die Enttäuschungen zu törichten Aus- jchrettungen und blöden Gewalttätigkeiten auswachsen kormen, hat uns nicht nur Hamborn gezeigt, sondern auch neuerdings Ahlen. In diesem westfälischen Jn- ^istrieort von 11 000 Einwohnrn zogen die von den Kommunisten aufgehetzten Massen vor das Rathaus, forderten die Bildung einer Kontrollkommission aus Kommunisten und Gewerkschaftlerninnerhalb fünf Minuten" und zwangen den Bürgermeister und die Stadtverordneten, an der Spitze ihres Demonstrations- zuges durch die Stadt zu marschieren, wobei sie Fahnen mit dem Sowjetstern und mit allerlei schönen Merk- svrüchen wieTod den Ausbeutern!" tragen mußten. Die Vergewaltigten wurden erst entlassen, nachdem sie feierlich gelobt hatten, alle kommunistischen Forderun­gen zu bewilligen und ihre Stadtverordnetenmandate niedcrzulegen. Gewiß sind solche Vorgänge noch ver­einzelt: aber wer die Erregung der Massen über die Preistreibereien und die sprunghaft steigende Teuerung kennt, der wird nicht glauben, daß sie vereinzelt blei­ben, falls nicht von der Regierung und von den Par­teien mit allem Nachdruck an einer Abstellung der Mißstände gearbeitet wird. Eine plötzliche Vervier­fachung des Brotpreisss, wie sie angeblich schon für die nächste Zeit in Aussicht stehen soll, zusammen mit einer Verschlechterung des Brotes durch Beimischung von Kartoffelmehl undanderen Ersatzstoffen" sowie durch stärkste Ausmahlung kann unabsehbare politische Fol­gen nack, sich zieben. Und wenn man noch hinzunimmt die mit dem 1. Oktober eintretenden neuen gewaltigen Steigerungen der Mietpreise, der Beleuchtungs- und Heizungskosten, die Verdoppelung der Eisenbahntarife lind der Postgebühren, dann wird ein untätiges Zu­

sehen der Behörden und der politischen Parteien in der Tat auch für diejenigen unerträglich, die sonst den kommunistischen Hetzversuchen ganz unzugänglich sind.

Bei dieser Sachlage kann die Mahnung nicht oft genug unterstrichen und wiederholt werden, welche die demokratischen Wirtschaftspolitiker am letzten Sonntag auf ihrer Eisenacher Tagung an das deutsche Volk ge­richtet haben. Sie bezeichneten die Hingabe aller sitt­lichen Kräfte der Volksgesamtheit als die Voraus­setzung für die Gesundung der deutschen Wirtschaft und des Wiederaufbaues des deutschen Staates und sie forderten, diesen sittlichen Willen durch ein staats- freudiges. opferbereites Bekenntnis zum neuen republikanischen Deutschland pr Tat werden zu lassen. Die Erfüllung dieser Forderung verlangt persönliche Opfer von jedem einzelnen Volksgenossen. Darüber sich klar zu werden und die Opferbereitschaft in die Tat umzusetzen, das ist die Aufgabe der Atempause.

Dr. Wirths Urlaub.

Br. Berlin, 20. Sevt. (Eig. Drabtberickit.) Falls die Verbondlunacn mit Belgien wunschgemäß und glatt ver­laufen. wird der Reichskanzler sich voraussichtlich am Samstag zur Erholung nach Süddeutschland begeben. Auch Reichsfruarzminsster Dr. Hermes gedenkt einen Er­holungsurlaub nach Kissinaen anzutreten

Der Staatsgerichtshof bestätigt das Verbot der Deutschen Allgemeinen Zeitung".

Br. Leipzig. 20. Sept. (Eig. Drabtbericht.) Kurz nach Beginn der Sitzung des Staatsgerichtsbofes wurde das Ver­bot der ..Deutschen Allgemeinen Zeitung" über das gestern Reichsgerichtsrat Feiler als Referent und Reichsgerichtsrat Wieland als Koreferent berichtete, nochmals üebandelt. Der Vorsitzende Senatsoräsident Dr. Hagen, teilte der Presse später mit. daß das Verbot der ..Deutschen Alls. Zeitung" b e st ä t i g t worden sei.

Die Gewerkschaftsführer beim Reichskanzler.

Br. Berlin. 20. Sevt. (Eig. Drabtbericht.) Wie ange- kündigt, batten die Vertreter der Gewerkschaften gestern nachmittag eine lange Aussprache mit dem Reichskanzler Dr. W i r t h über den zwischen Stinnes und L u b e r s a c geschllssercn Ausbauvertrag. In Gewerkschaftskreisen bat man gewisse Bedenken, die sich insbesondere auch aus die Möglichkeit übermäßiger Gewinne der Unter- mhr, rrfrcise und der dadurch, bedingten Verteuerung des Manricls beziehen. Die Besprechungen der Gewerkschaften werken im Auibaumiwisterium fortgesetzt werden.

Die neuen Forderungen der Staatsbeamten und -«»gestellten.

Br. Berlin. 20. Sevt. lEi«. Drabtbericht.) Die Reichs- regierung hat je einen Vertreter der Svitzenorgant sationen zu einer Norbeivrechung über die Aufbesierung der Beamten. Angestellten und Arbeiter der Staatsbetriebe ms Reich-finanzministerium eingeladen Die Gewerkschasts- rertreter legten klar, dab die erste Bedingung vor allem eine einmalige Wirtschaftsbeibilse sein müsse, die die Beamten. Angestellten und Arbeiter in den Stand setzen soll, die n »twendigen Anschaffungen noch vor dem Eintritt des Winters zu machen. Insbesondere in Städten, wo die Erregung besonders grob ist. setze man alle Hoffnung aus die Wirtschaftsbeibilse und lebe in der Tat­sache. das- den Eüenbabnbediensteten in Köln bereits eine Abschlagszahlung in der Höhe von 2000 M. auf die zu er­wartende Beihilfe gewährt worden ist. ein Zeichen, dab die Gen Lbrvng der Bcihilfr erfolgen wird. über die Höhe dieser emmaligen Beihilfe liegen noch keine genauen For­derungen vor. doch kann man 15 000 M etwa als Mittelmaß der noch weit auseinandergebenden Forderun.aen betrachten. Der Präsident der Eisenbabndirektion in Köln hätte auch kiesen Betrag genannt Gegenüber den Darlegungen der Gewcrfrck astsrertreter. dab diese Zahl im ersten Augenblick vielleicht Loch erscheine, sie aber trotzdem lehr nötig sei. wenn man sie mit den fetzigen Tertilvreisim oder der gegenwär­tigen Valuta vergleicht, gaben die Regierungsvertreter zu bedenken dab. wenn eine solche Beihilfe an etwa VA bis 2 Millionen Stactsbedienstete zur Auszahlung gelange, dies karastrovüal aut die Preisentwicklung ein­wirken mübte.

Verhaftungen in Hamborn.

Br. Hamborn. 20. Sept. (Eig Drabtbericht.) Der Kom­mandant der Hambirner Sicherheitspolizei. 3 obere und 8 untere Beamte sind von der belgischen Besatznngsbebörde ver­haftet worden. Man bringt die Verhaftungen mit der Er­mordung eines belgischen Oberleutnants Eraff vor einigen Monaten in Zusammenhang.

Br. Berlin. 20. Sevt. (Eig. Drabtbericht.) Wie wir von zustä.rdiger Stelle erfahren, ist der deutsche Gesandte in Brüssel beauftragt worden, im Namen der Reichsregierung bei der belgischen Regierung gegen die Verbaftung der Hamborner Polizeibeamten zu vrotestieren und Aufklärung über die Erünoe der Verhaftung zu ver­langen. da bi-ber von belgischer Seit; derartige Gründe den deutschen Stellen nicht mitgeteilt worden find.

Der Stettiner Zwischenfall.

W. T.-B. Berlin. 19. Sevt. DerTemvs" berichtet, daß die Alliierten am 14. September eine Kollektivnote mit einem Protest we«en der Zwischenfälle in Stettin an die deutsche Regierung überreicht batten. Die Nachricht ist wie den Zeitunsen mitgeteilt wird, zutreffend. Die Kollektiv­rote wurde aber in Unkenntnis der Aufklärungen abgesandt, welche die deutsche Regierung inzwischen der Kontrollkom- wiiüon erteilt batte. Das Auswärtige Amt bat sich daher in seiner Antwort auf die Note darauf beschränken könne», auf diele Austärungen binzuweiien.

Die Verständigung in L Belgier?.

Br. Berlin, 20. Sevt. (Eig. Drabtbericht.) In der deutsch - belgischen Angelegenheit lagen am Mittwochin'frag in Berlin an zuständiger Stelle autbentmne Nachrichten noch nicht vor. Man ist noch nicht darüber unter­richtet. ob der belgische B'inisterrat mit der deutschen Ant­wort in. der Gar antik frage sich beschäftigt bat. auch nicht darüber, cb die Reparationskommission durch die belgische Regierung bereits von dem Stand der Angelegenbeit unter­richtet wurde. Praktisch könne die Angelegenheit aber als erledigt betrachtet werden denn man ist sich darüber klar, daß Belgien enuthafte Bedenken gegen die deutsche Antwort nicht einzuwcnden bat. Daß Belgien sich zufrieden geben wird, zeigt auch eine Unterreüuna. die der Korrespondent, desMat-n" mit dem Ministerpräsidenten Tbeunis hatte, der ibm erklärte, die deutsch-belgischen Verhandlungen seren zu einem günstigen Abschluß gelangt. Man baue non Deutschland Schuldverschreibungen gefordert, die aus den Weltmarkt gegeben werden könnten. Belgiens Ansprüche seien vollständig befriedigt, da die Garantie der Rprchsbank durchaus genügend erscheine. Um d'e Verbandlungerr. dre der Reichsbankvräüde"t Havenstein in London geführt bar. bat sich die belgische Regierung nicht zu kümmern. Belgien erhält die Schuldverschreibungen von Deutschland, die brc Rerarationskommission von Deutschland gefordert batte. Das sei alles. Die bereit? fälligen Schatzwemiel werden, ll-kald das belgische Einverständnis zu der Rege- lung in Berlin eingegangen lein wird, alsbald ,ausg>egeben. von der Reichsbank unterzeichnet und der hslqiicken Regie­rung cusgrbändigt werden.

Die fehlende Rückwirkung auf den Stand der Mark.

Br. Berlin. 20. Sevt. (Eig. Drabtbericht.) Die ..N. B. Z." beschäftigt sich aus Grund einer ibr aus Paris zuge­gangenen Meldung mit der Frage, weshalb die deutsch-belgische Einigung keine sichtbare Festigung der Mark hervorgerufen habe. Sie meint, daß die Geheimhaltung des Abkommens zwischen Hauen st ein und oer Bank von Eng­land die günstige Wirkung des Abkommens beeinträcb- r i g t bat. Die Pariser Preise will in dem Umstand, daß sich in dem Depot der Bank von England nur 50 Millionen in Gold befinden, nie seinerzeit von der Deutschen Reichsbank dort hinterlegt wurden, die Tatsache erblicken, daß hinter den Abmachungen der Reichsbank und d-r Bank von England sich Aktionen verbergen, die in Finanzkreisen für die Mark trotz der günstigen Wendung in den deutsch-belgischen Ver­handlungen kein Vertrauen aukkommen lassen. Dem­gegenüber muß betont werden, daß wie bereits gestern mit­geteilt worden ist. es sich bei dem Londoner Abkommen um eine rein vrivatgeschäftliche Angelegenheit der beiden Banken banoclt die bei ähnlichen privaten An­gelegenheiten ebenfalls die Geheimhaltung solcher geschäft­licher Transaktionen pflegen. Es isi also absolut nichts Ungewöhnliches, daß man diese geschäftliche Gepflogen­heit auch bei den Abmachungen zwilchen der Rcichsbank und der Bank von England innebält. Wenn man in gewissen Kreisen des In- und Auslandes sich die erdenklichste Mühe zur Lüftung dieses Eebeimnisies gibt, so liegt der Verdacht nabe, daß man dies allein nicht aus politischem Interesse, sondern aus gewisser ivirtschaftsvolitischer Neu­gierde tut. da man gerne hinter die geschäftlichen Verbin­dungen der beiden Banken kommen möchte. Es ist kein Ge­heimnis. dab Präsident Havenstein als leitende Persönlichkeit der deutschen Reichsbank in englischen Finanzkreisen als eine außerordentlich geschickte Persönlichkeit angesehen wird Wenn trotzdem die Mark nicht svrungboft in die Höbe schnellt, so dürsten dabei Faktoren mitsvrechen. die bei Prüfung der weltpolitischen Gesamtlage unschwer zu finden sein werden. Im übrigen bat die deutsche Wirtschaft ein großes Interesse an einer Stabilisierung des Markkurses, als an einem sprunghasten Falle» und Steigen der Marl.

Frankreich erhebt keinerlei Einwände.

Br. Berlin 20 Sevt. < Eig. Drabtbericht.) Der Korre­spondent de"Esi Eurove" batte eine Unterredung mit dem französischen Delogie'fren der Reoarationskommission. Mauclere. der erklärte die fr: ", en Mitglieder der

Reparkl'onskomw'ssion würden c. cts deutsch-belgische Abkommen keinerlei Einwände erbeben. Die Reva- ratienskommission weide nichts anderes tun können, als d'S deutsch - belgische Vereinbarung zur Kenntnis zu nehmen Die französische Abordnung wird nur einen Ä o : b e b a > t wachen, daß. falls irgendwelche Vereinbarun­gen zwischen Deutschland und England zustandegekommen wären, von denen die Revarationskommission offiziell natür­lich nichts wissen könne Deutschland diese nicht benutzen dürfe, um sich seinen. Verpflichtungen in der Revarations- fragc tür 1923 zu entziehen.

Die Ausgleichszahlungen.

Br. Berlin, 20. Sept. (Eig. Drahtbericht.) Nach­dem am Montag eine Summe von 500 000 Pfund Sterling als Ausgleichszahlung überwiesen worden ist. bleibt noch ein rückständiger Rest von 18,4 Mil­lionen Eoldmark zur Zahlung bestehen.

Das deutsche Eigentum in Amerika.

v. Washington, 20. Sept. (Eig. Drahtbericht.) Vor einiger Zeit ist dem Kongreß der Vereinigten Staaten von Nordamerika bekanntlich ein Gesetz­entwurf zugegangen, wonach deutsche beschlagnahmte Guthaben bis zum Betrag von 10 000 Dollar frei- gegeben werden sollen. In hiesigen gut unterrichteten Kreisen glaubt man, daß dieser Gesetzentwurf infolcw der Arbeitsüberlastung des Kongresses vor Jab ende nicht zur Erledigung gelangen dürft