Wt. 888. Sftmgtttft, IS. August 1S2L.
LMesvavener Tagvlatt.
Abend-AusgaSe. Erstes Blatt. Seite 1 .
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Auch eine Lxmissisn.
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Bin ftn nicht wach?
r .x tiefes bunrclmolettes Frühdämmern schleicht
u n h n t^er noch ichlafenden. dunkeln Decke ins Jj mÄ c e Kackeloien steht wie ein verspätet Nacht- umdämmert öt °® der Ecke. Von träumendem Zwie-
^ - ???? “, ar das? — Hob' ich von einem Raben geträumt? N bor« lerne Stimme noch halb und halb. , Verschwommen de»sere. dunkle krächzen noch im Obr nach.
-r» der Uhr. — Das Messingpendel schläft,
^l^dlind wie ein geicb»ossenes. schlafendes Auge. Rührt sich
^.^Djese i°lbe. graue Morgenstille! Diese schlafende Stadt! „"f !?Ä?brne Ungeheuer! Das sonst ewig tobt! Wie atmet °uf!, Wie horcht man hinaus' In diese tiefe Besänf- '••?/ek etautcleiibe Ruhe! Diesen ersten Grünatem, der mit fächelnder Kuhre. eratmen machend, so gewürzig durch -das Fenjtar amllt! Da krächzt ver Rabe!
Er scheint sich auch der Stille zu freuen Denn er kräckzt etwas melodischer., als wenn er im frostklirrenden, schneidend scharren Dezemberreld schwarz im oerschneiren Baum sich zu- sammenhoat. Aber wie kommt ein trübseliger Rabe hierher. ilL das steinerne Herz Berlins, zwischen die steinernen Menschenkange? Hier mitten in der Steinwüste des Lebens gibt es doch keine fruch umgebrochenen, nassen Erdschollen, aus denen man hinter dem blibend-n Pflug »es lenzhoffcn- ^us, dem Winterschlaf aufgcstärte Käfer, verschlafene Regenwürme;. saumselige Tausendfühe und derartig gute Leckerbliien amickmappeu könnte.
Der Rabe ist verstummt
' Aber gleich bebt schmetternd -'in Buchfink an: er kann kaum zu ein var neuen Rufen. di;s;:i frischen, keck schmettern- oen, oas Morsendamirern scheuchendm Rufen Atem geholt ,baden — oa seht mit l»iseu. zierlich meledierten Stroobcn e,n grohauglg Rotkehlchen an. Es zieht die Goldfäden seines zarten Liedgespinstes so kunstvoll und verschnörkelt wie Filigran aus dem kleinen Schnabel. Dah ich ganz beglückt, erstaunt über dies hier nie gehörte Mocgsnständchen. aufhorche.
Kaum verstummt es. schmißt auch schon mit klarem Iubelton das Jauchzen einer Drossel darein. Run macht sich nea, mit keckem Dazwif-henrwiksch-rn ein buntscheckiger Distelfink bemerkbar und möchte auch zur Geltung kommen.
Und dann?
Was höre ick dann?-
Was ist da unter diesem unbegreiflichen Sängerchor auf dem Balkon?
tEin Harzer rollt in etwas unklaren Touren über das Stimmgemengscl der übrigen Sänger hinweg. Rollt — etwas lehr unklar, halb krächzend —: di: Nackt und die Flucht gus seinem Bauer muh ihm kckleüt bekommen keim Oder es ist e:n grünlich geiorenkeiter, dessen Puter oder Mutter etwas mit einem deutschen Grünling zu tun hatte.
Im Nu bin ick da aus den Federn. So überraschend, so wenig vertraueneinflöhend ist dies frühe Morgenständchen solcher sonst hier auk den oaar kahlen Hofbüschen ganz ungewohnten Gäste! ,
»Aba! — Das rst des Rätsels Lösung - >
Ges iTf fn Ptn^r stite hti> itit föonürrtT ©it*.
Gewissen mr den schwarzen Moor hätte.
„...So ein schwarzer Moor ist »'s aber. Er hockt vor seinem Altttasten, dem Balken gegenüber., an der !ckla»ken Eiche, die hier im Hof *u keinem Fettansatz kommen kann vor aller »Ifit nach oben Er nlust'rt das schwarze, blaugrünlich l-berichlmmerte Gefieder. damit es jetzt in den ersten Sonnen- nrablen mit seinem helleren Fleckengetiivfel darauf auch bvbsch zur Geltung komme, dick, d'ck auf.
Und nun krächzt wieder heiser der Rabe, nun der Harzer T grünlich gesprenkelt —. >ast erstickt noch vom Raben. Jetzt i»vt zierlich das Rotkehlchen hervor, Da schmettert die
Drossel durch. Plötzlich ein „Kir Kir! Kir!" — Wie es nur schwarzweihrot durch den Sommerwald hinjagende Bunt- sveckte in fröhlichem oder eifersüchtig tollendem Jagen ber- ausgellen.
Wer konnte es anders fein als usti'r alter, geschwätziger Sausfreund/ der Starmatt? Dieser Potpourrikünstler ohnegleichen unter den gefiederten Anistrn.
Den Rcifekofser bat er ^ckon ins Haus gestellt. Eben ist er zurückgekehrt aus dem Süden. Ich feh's an deiner Eanges- befessenheit und seiner drollig:-t Komplimentiererei vor allen Hofspatzen und allen Kinderschöpfen, die über die Fensterbänke eben berübergucken.
Kaum webt ein erster lauer Sonnenatem mal wie kommende Frühlingsadnung durch oie noch winterlich bisweilen frischen Lütte, bat er's schon an den blauen Gestaden des Mittelmeeres, am plaifcheraden Hafen non Alexandria, an den bell bimmettarben glühend-n Bitterfeen hinter Kairo nach Suez, hinunter gerochen Und schon wirft er stck auf die Flügel, seiner Heimatschniuckt nachzufliegen.
Nack diesem Deutschland. Berlin gar! Diesem Starkasten an der Berliner Hofeicke! Da ist er über Nackt mit se-nen komischen Eesangsvorträgen wieder. Dieser Allerweltsnack- üffer! — Wie man den Deutschen ia auch schimpft! —Dieser lebendige Phonograph mit Bogelfchnabel. Er schnalzt, pfeift, plappert, zischt, 'chnurri. gurg-.lt in den herrlichsten Mih- tönen jetzt. Seine Freude wird überschwenglich, sein Gesinge unrein, wenn auch das Ganze sich zu einem seltsam harmonischen Gemengsel verbradelt.
Dabei schüttelt er sich, als ginge es ibm selbst durch Mark und Bein. Der ganze kleine Körper zittert und beb". Als sänge jede Feder mit. Dre Flügel schlagen. Die Brust fliegt auf und nieder. Er scheint wirklich nickt alles fasen zu können, was fein oeimkebrseliges Sängerherz belastet.
Ist es tatsächlich Jubel der Heimkebr? Klingt cs nicht iäb wie Gift und Galle durch diesen unaufhörlichen Jubel, jetzt er sich auf dem Sitzstock vor seinem hölzernen Palais zu der runden, dunklen Tür berumwendet? Klingt es nickt fast wie eine Drohung mit dem Mieteinissungsamt? Guckt die runde Starenrür nicht wie ein grimmig schwarzes Auge?
Richtig! — Da springt vlötzlick ans dem Innern ein dicker Svatz in die spundrunde Tür. Breit, ganz breit macht er sich darin, füllt sie aus. datz .ruck keine Starenfeder neben ibm durchschlüpfen kann. Im Innern bat er's sich den Winter über wohnlich eingerichtet. Hat alles zur molligen Instandsetzung des verlassenen, verschneiten Kastens getan. Und soll nun heraus?
Patzt ihm durchaus nickt, dem Herrn Svatz mit dem tuck- schwarzen Sckemisett. Der Besitzer ist der Eigentümer, rech- telt und schräbbelt er dagegen an und bläht seinen Feder- palktot — wie ein grimmer Ubu. Und er ist mutig! Er bat seine Frau hinter stch!
Der grimmige Star ruckt zwei Zentimeter näher. Er hört die Spätzin drinnen ja auch keifen aber er rückt noch um ein Zentimeter näher. Droht dern unrecktmähigen Eindringling in einer neuen Arie nochmals mit Exmission.
Empört schräbbelt der noch breiter werdende Svatz dagegen an. Schimpft, dah ibm die Zunge fast heiser wird, und hüpft in feinem Eifer, feiner Empörung, seiner Erregung und feinem Mut mutig auf den grotzen. schwarzen Star mit dem langen, scharfen Schnabel zu. Rust seine Frau, hüpft aus den Stock, will den Eigentümer davon wegbeihen.
Aber — husch — ist der. ehe es stch der andere versteht, um ihn herum, springt ins Lock, taucki drin, hinab.
Eine Spätzin flattert, wie binausgeworfen. heraus: haltlos durch die Luft. Fällt auf den Stock. Und schimpft! Ihr Eespons ist nur ein Nüdelchen gegen die Berferkerlanze. die ihr aus dem Hatte stickt. Sie sträubt jede Feder vor Wut. Wirft den Gemahl vom Stock, der ja nur ein Knäberich im
Aber als Antwort fliegt ihnen das Svatzenmobiliar zur Tür hinaus auf die Kopfe: Straheustrob. schmutzig. Lappen, zerrissen. Fetzen Papier, ein Puppenbein aus Watte . . .
Und dann hüpft der forsche Heimkehrer selbst heraus, rrivvelt freudig auf seinem rechtmätzigen Stock bin und her. Wendet sich rechts zum Svatz auf der Dachrinne links zur Svätzin am Schornstein — und — pfeift ihnen was.
Torf.
Von Karl Witzel.
Rubis liegt im wetten Moor ein schwarzer Tümpel. Schwarz wie Ebenholz ist lein Antlitz. Die Sonne legt Tupfen von Glanz in ihn. Es >ckei it. als ob er ein Meister des Müßiggangs fei. Dock weit gefehlt. Ja seinem Innern befindet sich eine geschäftige Werkstatt. Was sie schafft, üt. bemitleidenswerter Tod. Mit geheim ui svollrn Händen werden Heidekraut. Sauer- und Sützgräfer ergriffen, um der Verfilzung und Vermoderung a"heimzufallen. Allerlei Teiw reN Käfern. Insekten usw, durchsetten das Ganze, Oft sind auch ganze Baumstämme oa i d-n Polnvenarmen ersaht warten, Hier und da trifft -s sitz wohl, dah auch menschliche und tierische Leichen im Zniammenhang mit den genannten Stoffen der Zersetzung oreisgegeben stno. Der, Vorgang,ut im wefenilichen der gleiche wie bei der Bildung der Steinkohlen. nur kann hier non <-jn!r unendlich langen Reibe von Jahren nicht die Rede sein, vielmehr Haben wir es Hier mit einem Aniangsstadinm zu tun. Hier wird eine braun oder schwarz gefärbte Erde erzeugt, die nach Behandlung brenn- bar ist und die wir Torf nennen.
Nachdem die Pslanzendecke abgeräumt worden ist. die man als Bunkerde bezeichnet, stvtzt man auf das eigentliche Torflager. Das einfachste Verfahren stellt das Stechen dar. Es kommt überall da in Frage, wo die Eigenbesttzer die Schatze abbauen. Es werden Stücke von 25 Zentimeter Longe und etwa 12 Zentimeter Brette und Höbe herausgenommen. Baggermaschinen muh man zu Hilfe nehmen, wenn Wasser über dem Lager steht. Der getrocknete Brei wird in Stucke zerlegt oder in Zregelform gebannt oder mit den putzen bearbeitet. Danach unterscheidet man Bagger-, Streich- und Backtorf. Will man eine ziemlich gleichmähig feste Masse in den Handel bringen, io lüht man Maschinen diese Arbeit besorgen. Natürlich muh es sich bei der Herstellung von Maickinentorf ickon um einen Erotzbetrieb handeln. Die Torfsaiern werden zcrriüen. der Brei wird in Stangen oder Kugeln geformt, daher Stangen- oder Kugclt<mf. Der Preh- icrf wird zuerst zerkleinert, dann in beißen Formell rillam- mengedrückt. Eewpbnlich erhalten wir auf diele Weise Torf- brikeüs. Aus dem Maschinentors gewinnt, man durch eins Behandlung in Retorten oder Meilern Torfkohle.
Vor allen Dingen kommt cs' bei der Torferde darauf an. den Koben Gehalt an Malier auszuscheiden. Zu diesem Zwecke wird sie in der Lust getrocknet, weshalb man sie zu groben Haufen, durch die die Luft streichen kann, oder in bedeckte» Scbuvpen aufschichtet, ttni den Prozeh zu beschleunigen, wendet man auch künstliche Wärme an. Man redet dann vom Dörvrn des Torfes. Hierbei verliert er ein ganz Bedeutendes seines Volumens. Ist er lufttrocken, so enthält er etwa, wenn wir guten Torf vor uns babm. 75 Prozent organische, Substanz. 10 Prozent Asche und 15 Prozent Waller. Die organische Substanz, mit der wir rechnen müssen, bestebt z» drei Fünfteln aus Kohlenstoff? Der Torf ist mittelmähig an Güte, wenn er die gleiche Heizkrnft wie trockenes Buchenholz oder wie Steinkohle von halbem Gewicht bcützt. Vom brauchbaren Torf bis zu solcher» von hervorragender Gute besteht eine lange Stufenleiter, Für Brennzweck« ist er unverwendbar. wenn er eiwa 95 Vcoz'nt Asche in fick iaht. Bester Torf bat den zehufacheu Heizwert von schlechtem aufzuweisen, Je schwärzer, klebriger er ist. um so reicher ist er an Heizkraft. Es iDielen io viele Umstände mit. Ausschlaggebend ist das Alter, der Grad der fortgeschrittenen Entwick- iung, Dah der eliemalige Unrergrunv. die Wärme, die Art der Gewinnung, die Gründlichkeit der Entwässerung und Trocknung, die weitere Vehandluua sehr in Frage kommen, sei nur kurz erwähnt. Jeder Torf&auer hat selbstverständlich den — besten Torf zur Ver'üguug. Dah man als Nichtkellner einen Hereinfall erleben kann, liegt auf der Hand.
Unsere Ofen müssen besonders dazu bergericktet werden, wenn wir Torf mit Erfolg verwerten wollen. Der Hausfrau ist es meist wruig angenehm, mit 'hm umgehen zu müssen, weil zu viel Asche absällt, Bon verschiedenen Seiten ist empfohlen worden, auf den Rost eine Eisenblechplatte zu legen, damit das Ganze als Heizkörper beisammen gehalten wird. Legt man das Feuer mit Holz unö Torf an verbrennt er langsam und stetig ohne die von den Steinkohlen her be
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Ver Zauber der Mumie.
Von Paul Ernst."')
In emer oberLgyptMegi Stadt, welche der Sitz einer Berwaltuiiigsbehöride war zu der Zeit der vom Men Herr- iwi, lebte ein junger Mann namens Bantus, der Sohn »er Temestes, weicher als Beamter bei dem Verreich,nis der dtaLtseinlünifte awseistellt war.
Pantus liebte ein junges Mädchen namens Ricke, die Tocküer feines Nachbars Avollonns. Die beiden jungen «nite waren aas demfeWen Stand, ihre Eltern, waren ver- tzwsend. und Pantus hatte eine suie Laufbahn vor sich.
er durfte ermarten. dah er spater einmal Statthalter der DDrickts wurde: dazu war Pamäus von angenehmem Mera, liebenswürdigem Benehmen und gutem Weisen: Iso »atte nichts im Wege gestanden, dah Ricke den Bewerber Mort hätte: ckber das junge Mädchen sagte ihren Mtern. »e habe eine unüberwindliche Abneigung gegen ihn. sie wisse Mit, weshalb: und da die Eltern veriständig genas waren, Gre Tockter zu emem so wichtigen Schritt nicht zwingen zu Zollen, so sagte Apollonus mit beckümmerter Miene zu dem oewerher. der im Feistiagskleid und mit einem SttaM koist- «krer Blumen vor ibm stand, dah er zu seinem gröhten Leid- jpefert aus die Ehre verzichten müsse, ihn als Sohn ^ in »lein dcws au'tzunehmen, und dah er ihm nur wünl-chen könneer Mg« sein, Henz ein anderes Mal einem perständigeren Mad- Miifchenken, als Ricke sei. Pantus wurde bläh und neigte «ie Stirn auf die Hand des Apollonus. dann ging er.
„ Das Haus des Apollonus lag in einem schönen Garten, «mrtus hatte seinen Besuch am frühen Morgen gemacht. M noch blitzten feine Tautrvpf>en an bansendem Gras und Mtvn Blumen. Rike, in einem Gewand aus zartem mirch- ffemeuiWn Leinen, lief auf 'dem sauberen kiesbcsstreutem Mg -hinter einem bunten,. gaukelnden Schmetterling der. erfelidte Pantus. wie er. gefesselt durch dos anmutige dastand, mit sehnsüchtigem Blick am ss« binseheud: ein w 9 rP?ri Trotz hiMt« über ihr heiteres Gesicht, dann alatte- imÜ ^ Mienen und Züge wieder zu kindlicher Heiterkeit M sie wres auf den Schmetrerling. der.sich mswMen auf N,' Blume gesetzt batte, in Wonne die t?rhenpr°chtm«n flach auseiuanderfchlug und rm tiefen Seih < ^t- S Sfo 1 den berauschenden Honig des Kelches sog. Auch. uher woll t« ein Selbstvergessen kommen: aber plötzlich
*) Einen Band „ONuitistische N-nell-n". in denen iibern-türliche Bor- 22 ? <w mitictpuntt stehen, nerSsfenMcht Paul Einst soeben, bei Georg wl 9 » in München, Die s-lgende anziehende Geschichte zeigt di« künstle- W **>?«, die der feine Erzihicr in diese» Rovellen entfaltet.
, Dte Schiistleitung.
venfiNiterte sich sein Gesicht und er ritz sich mit kurzem Grub los. ,
Er sing zu einem Priester, der in einem kleinen Häuschen ue'ben 'seinem Tempel wohnte.
Der Priester saigte ihm: „Das Land ist vortrefflich eingerichtet. Jeder Mensch ist aufgeschrioben. und sein Leben' wird ganz genau von den Behörden verfolgt, und in den Akten sino all« seine Erlebnisse zu finden. Jedem Menschen ist eine Arbeit zugewiesen. die er für die Gesellschaft zu verrichten hat: und SafAr beckommt er sein bestimmtes Mah Lebensmittel son der Art. wie sie für seine Arbeit und seine Lebensweise angemessen sind. Du weiht, dah bei den anderen Völkern >das nicht so ist. dah die in Roheit und Ee- dantenlbsigkeit dahinleben. Die Ursache ist aber, d'aih wir Slgypter wissen, unser irdisches Leben ist das Leben nach dem Tod. Deshalb leben wir ja auch in Wircklichkeit mit allen Toten zusammen, dte seit undencklichen, Jahrtausenden in diesem Lande gelebt haben: rvenn wir ihre Geister sehen könnten, dann würden wir sehen, dah auf jedem Zoll breit ägyptischer Erde «in Eefft eines Verstorbenen sitzt."
Nackjdem er das tzesagt hatte, erfüllte er den Wuitlch des Pantus. Er nahm ein kleines Dlerplättchen und >!chnttt es mit dem Messer in öerzionm: dann ritzte «* die Inschrift em-lmd zeigte sie dem Jüngling: sie lautete: ..Sorion. Sohn des Serapus, mache, dah Ricke, die Tochter des Apollonus sich verlrebe in Pantus. d>en gebar Temesstes: quäle Ricke so lange, bis ne selber zu Pantus kommt." Er schloh di« Totenoammer auf und führte Pantus hinein: da lag ein Leichnam.
, Horton, der Schn des Serapus. Der Leichenbeltatter hatte Won die, Eingeweide entfernt, das Gehirn her- aussenammen und die Augen ausgeböhlt: nun war alles erngerieben mit Harzen, aber die Arbeit war noch nicht terntz der Leichnam lag noch mit offener Leibeshöhle dq denn dre Stone muhten erst eindringen und die EiUlveibun- gen noch wiederholt werden. Der Priester zündet« ein Lickt an.und streute ein Pulver auf c-ine Ble-ckMaufel. die hielt er über das t-ubt. und als 'der Rauck aufstieg, da wendete er
ru-J,en b«Nim indem er, dazu Beschmö-
runEN murmelt«, Neben der Leiicke lagen schon Lereit di« Päckchen von Krouterm und Harzen, welche in den leeren Korr« getan werden sollten: eines band er auf, legte das Bleitaielchen hmein und band es wieder zu. „Dieses Päckchen wird lms Herz des Horton werden", sagte er zu dem Jüngling In zwei Wochen wird die Leiche fertig zubereitet sem. der Sarg ist säwn bereit, in den sie gelegt werLen sM- dann kommt sie m ihr Grab. In zwei Wochen wird Horion di« Ricke aualen. wie du mick gebeten hast."
Pantus beugt« die Stirn auf die Hand des Priesters dieser segnete und entlieh ihn. -
Pantus ging auf fein Amt und machte'seine Arbeit: er
kam nicht in die 3kähe von Rikes Haus, er hielt sich in seinem Haus, wenn er nicht auf seinem Amt war. An einem Abend !ah er am Fenster und iah aus die Ebene, von welcher das Dunlckel höchstieg. Da cklopfie es zaghaft an seine Tür: er rührt« sich nicht und rief, der Klopfende solle eintreten. Rike trat ein, sie schob sich durch die wenig geMnete Tür, zog di« Tür hinter sich zu U'Nd stand nun da an der Wand, mit niedergeschlagenen Augen. Pantus gab keinen Laut von sich, er blickt« auf die Eben« durch das Fenster. Nach einer Weile sagte Nike:
„Ich habe unrecht getan, dah ich deine Liebe von mir stieb. Du muht mir verzeihen. Und vielleicht ist es so gewesen. dah meine Eltem nur nicht verstanden haben, wie es -n mir war. und ich habe es auch nicht verstanden. Nun bist du di« Wochen lang nicht bei meinem Vater gewesen. Das war tlug von dir. denn dadurch hast du mich bezwum- gem Zuerst dackte ich immer, du kommst noch: aber seit einer Woche dachte ich. nun liebst du mich nicht mehr.".
Als sie das sagte: „Das war klug von dir", da lachte sie: aber als sie sagte: „Nun -liebst du mich nicht mehr", da kamen ihr die Tränen. Pantus sah noch immer still und teilnahmslos am Fenster, ihre Tränen rannen, und sie blickte ihn flehend an.
„Vielleicht ist es wirklich so. dah du mich nicht mehr liebst?" fuhr sie nach einer Paus« fort. „Du solltest doch nicht so hart sein. Sieb, ich bin ja auch hart gewesen, aber ich war es auch a>us kindischem Unverstand, weil ich nichts von der Liebe wuhte und von mir sell>er: aber du weiht doch, wie Liebe tut. und du weiht auch von mir und dir."
Noch immer schwieg Pantus. „Ist denn wirklich alles »u Ende?" fragte sie. „Sieh, auch wenn du mich nicht mehr liebst, ich bin doch schön, ich will dir ein-e gute Frau sein und will dir ist allem gehorchen, könntest du mich nicht »um Werb nehmen, und v^leicht käme die Liebe wieder? Ich weist ja nicht, wie ich so sprechen kann, denn das ist nicht mädchenhaft, dah ich ck spreche, aber es ist mir. als ob mich etwas zwingt." Als sie so gesprochen batte, löste sie sich von der Wand und «tng auf ihn zu. Er stand auf U'nd trat ibr gegenüber, da erhoben sie gleilchzeitig di« Arme, und Ricke schmiegte sich an sein« Brust, und er umarmte sie.
Das geschah damals, nun ist auch das fast 2000 Jahre her. und Pantus wie Rtke sind lang« verschwunden, die Leiche des Horion aber blieb, und iti ihrer Brust lag ein bleiernes Täfclck-en. in Herzform geschnitten, auf welchem der Zauber eingeritzt ist. der Nil« an Pantus fesselte: u-nd so lange das Täfelchen in der Brust de« Horion ruht, so lanas wirkt der Zauber: er wirkt noch heute. Pantus und Ricke sind perschwunden, a-ber die Liebe non Ricke ist losgelöst vom ihrem Körper, sie ist noch.
