i
Verlag Langgasse 21
^lagbl»tth»n,-.
Schalter-KaUe geöffnet von 8 Uhr morgens bis S Uhr abends. p»stIcheFlmtto: Frankfurt ». M. Nr. 7185.
Wöchentlich
»ep:,, preise: Im Verlag abgeholt: Ml. ZI.—, in den Ausgabestellen: Mt. 38.—. durch die Träger ins Haus aebracht SUit. 46.— monatlich. — BezugsbesteUungey nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Träger und alle Postanstalten. — In Fällen höherer Gewalt. Betriebs- störungen oder Streiks haben die Bezieher leinen Anspruch auf Lieferung des Blattes ober Erstarrung des entsprechenden Entgelts. " “ -
12 Ausgaben.
Fernruf:
..Tagblatthaus" Nr. 886«-53.
Don 8 Uhr morgens bis 6 Uhr abends, anher Sonntags. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.
Anzeigenpreise: örtliche Anzeigen Mk. 7.—, Finanz, und Lustbarkeits.An'>eigen Mk. 10.—, auswärtige Anzeigen Mk. 10.-. örtliche Reklamen Mk.-LO.-. auswärtige Reklamen Mk. 25.- für die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum. — Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen entsprechender Nachlaß. — Schluß der Anzeigen-Annahme für beide Ausgaben: 10 Uhr vormittags. — Für dtt Aufnahme von Anzeigen an vorgeschriebenen Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen.
Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin 81V. 61, Blücherstraße 12, Fernsprecher: Amt Moritzplatz 15300.
Sonntag, 13. August 1922.
Morgen-Ausgabe.
Nr. 374. ♦ 70. Jahrgang.
Me £OiOM Nvff«MlhMIi!M.
Unter dem Eindruck, daß in London wieder keine durchgreifende Neuregelung des Reparationsproblems zustande kommt, steht der internationale Finanzmarkt, stehen die neuen schweren Erschütterungen des Markkurses. Es mutz immer wieder hervorgehoben werden, datz es völlig irrig ist, etwa in Deutschland angesichts des äußeren Bildes der Kursgestaltungen auf den deutschen und internationalen Börsen dem Gedanken nachzugehen, datz der Markkurs in erster Linie durch Devisenkäufe von Deutschlands Handel und Industrie erschüttert würde. Ebenso wie bei der Markkatastrophe vor 6 Wochen, wie bei der Markkatastrophe Ende des vorigen Jahres und allen vorhergehenden tiefgreifenden Umwälzungen in der Frage der Devisenbewertung ist der eigentliche Ausgangspunkt der die Mark entwertenden Bewegung der amerikanische Geldmarkt gewesen. Wir müssen uns darüber klar sein, datz neben all den Kaufmöglichkeiten, die vielleicht von deutscher - Seite bestehen und neben den tatsäcüfich notwendigen und täglich erfolgenden Devisenkäufen von deutscher Seite der Martkurs noch viel größeren und stärkeren Gewalten ausgesetzt ist. Bekanntlich ist der Ausgangspunkt der augenblicklichen Spannung, die sich zwischen Deutschland und Frankreich eingestellt und die auch zu nicht unerheblichen Differenzen zwischen den Alliierten selbst geführt hat, in der Regelung der Ausgleichszahlungen zu suchen, die außerhalb des Londoner Zahlungsplanes stehen. Wir haben uns in. Deutschland sehr schnell daran gewöhnt, aus der Not der Gegenwart, aus der gefährlichen wirtschaftlichen Abwärtsbewegung eine Stimmung der Kritik gegen uns selbst vorherrschen zu lassen. Wir verkennen den Bruch der außenpolitischen und autzenwirtschaftlichen "Momente und gefallen uns in einer beschämenden Nörgelsucht darin, bestimmten Erwerbsschichten unseres eigenen Volkes die größte Schuld an unseren augenblicklichen Nöten Zuzumessen. Eine erschreckende tln- l'. -ntnis über unsere tatsächlichen Verpflichtungen, die r aus dem Versailler Vertragswerk und aus deck nachfolgenden Einzelabkommen ergeben, ist nicht nur in der breiten Masse der Bevölkerung, sondern leider euch in außerordentlich großen Kreisen der politisch ^ Gebildeten anzutreffen. Wir lassen in den öffentlichen Erörterungen viel zu sehr außer acht, daß neben den in dem vorläufigen Moratorium von Cannes uns anserlegten monatlichen Eoldzahlungen von SO ß Millionen Eoldmark noch vierzig Millionen . Eoldmark zur' Deckung der Verpflichtungen aus dem Ausgleichsverfahren stehen. Wir berücksichtigen nicht, was natürlich die außerordentliche Depression der Stimmung des New Parker Finanzmarktes gegenüber der deutschen Mark begründet, daß neben den durch den Londoner Zahlungsplan uns aufsrlegten Cesamtlasten für Deutschland Lasten aus dem Ausgleichsverfahren bestehen, die unsere gesamte Handelsbilanz mit SOO Millionen Eoldmark beschweren, was bei dem heutigen Kurs in einem vorsichtigen Durchschnitt umgerechnet etwa mit hundert Milliarden Papiermark einzusetzen wäre.
U Da wir diese internationalen Belastungen in unseren wirtschafts- und finanzpolitischen Diskussionen so bedauerlich in den Hintergrund treten lassen, da Dir uns immer wieder darin versuchen. Pläne zu diskutieren, die eins noch stärkere Auspowerung der Erundkräfte der deutschen Volkswirtschaft zugunsten der Reparationspolitik verlangen, da wir dis Zusammenhänge der internationalen Wirtschaftskrise und der Zustände des internationalen Wirtschafts- Marktes mit unserer eigenen Wirtschaftslage keineswegs in ausreichendem Umfange fortlaufend beobachten, so haben wir auch fast in allen Kreisen der Bevölkerung den Blick dafür verloren, uns über die wesentliche und tatsächliche Struktur unserer jetzigen wirtschaftlichen Leistung und über die Grenzen unserer Leistungsfähigkeit klar zu werden. Man kann selbst in wirtschaftlichen Kreisen heute doch einem Achselzucken begegnen, wenn man auf die gefahren der Kreditnat der Übersteigerung des Kapitalbedarfs aller Unternehmungen aufmerksam macht, "der wenn man darauf hinweist, daß die oftmals au- Zekündigte Krise doch schon seit Monaten den deutschen Wirtschaftskörper zersetzt und in absehbarer Zeit-zu außerordentlich gefährlichen Situationen führen muß; dfvn auch in den Kreisen der Wirtschaftler trifft man vielfach jenen unüberlegten Optimismus, wir könnten fuit kleinen eigenen Behelfmitteln uns den großen Gternationalen Nusstrablungen der Weltwirtschafts- und Weltfinanzpolitik entziehen. Hier müssen gerade die derzeitigen Londoner Verhandlungen für leben ^uzelnen in Deutschland ein lehrreiches Beispiel fern. ^>e müssen jedem einzelnen klar und deutlich zeigen, wie sehr jedes Wort, das von fremden Staatsmännern
außerhalb der deutschen Grenzen gesprochen wird, jede einzelne wirtschaftliche Handlung des einzelnen in Deutschland beeinflußt. Wir müssen daraus jene notwendige Solidarität aller wirtschaftlichen Kräfte in Deutschland gewinnen, die notwendig, sein wird, um jenen schweren Erschütterungen standhalten zu können, die uns in kurzer Frist bevorstehen.
Die deutsche Politik hat am Freitag den Gedenktag ihrer Verfassung gefeiert, und bei dieser Gelegenheit ist darauf hingewiesen worden, wie jedes staatliche und wirtschaftliche Leben in Deutschland heute überhaupt nur noch existiert und weiterhin auch nur weiter existieren kann auf der Grundlage her Verfassung von Weimar. Mit Recht hat man hervorgehoben, daß allein die demokratische und republikanische Staatsform die Auslösung der politischen Strömungen ermöglichte, die eine breite Mehrheit der Bevölkerung zu einem inneren staatsbürgerlichen Pflichtbewußtsein führte und die weiterhin in sich die Sicherheit trug, die Existenzgrundlage der wirtschaftlichen Arbeit zum Besten der Nation und der staatlichen Zukunft zu schützen. Wirtschaftspolitiker in Deutschland werden in den nächsten Wochen und Monaten gut daran tun, in größtem Umfange der Propaganda der neuen deutschen Staatsidee zu dienen, denn nur. wenn das Vertrauen zum heutigen Staat in der breiten Mehrheit des Volkes erhalten bleibt, nur wenn hier eine innere Festigung der politischen Gesinnung und des kulturellen Zusainmenhangsgefühles erweckt wird, wird es möglich sein, in den Zeiten schwerer Not dem einzelnen zur Pflicht zu machen, sich dem wirtschaftlichen Notwendigkeiten zu beugen und dem wirtschaftlich Möglichen uckd dem der wirtschaftlichen Zukunft Dienenden seine Kräfte zu widmen.
ie VckrfaMngsfsier in Weimar.
Ivo
ein w , ___ _ __ __ _
scheu Rationoltbcater. in dessen Räumen über die Gestaltung der Verfassung beraten wurde, statt. Das gebamte thüringische Staatsministerium und die städtischen Behörden sowie dnc Lehrerschaft sämtlicher Schulen nabmen an der Ver- sassungsicier te-l. wobei eine an der Vorderfront des Deutschen Rutionaltbcaters angebrachte Bronze tafel ent- hüllt wurde die die Aufschrift trägt: „Hier bat sich das deutsche Volk seine Verfassung am 11. August 1919 gegeben. Minister Baudert hielt die Festrede. Er Motz mrt den Warten ■ „Möge der Geist der Weimarer Verfassung rn gleüber Weise wie aus die lebende auch aus die künftige Geveruticv urrkcn damit aus dem gegenwärtigen Kamvl- ruf zukünftig ein Jubelruf werde."
Eine Festsitzung des hessischen Landtages.
W T.-B. Darmstadt. 11. Aug. Die 33. Sitzung des hessischen Landtages war dem beutigen Verfaffungs- fciertage gewidmet. Um 8^. klär «öffnete Präsident Adelung die Sitzung mit einer Ankorache. in der er betonte, datz in Weimar, aus bistorischem Boden der Stadt der groben deutschen Denker und Dichter, die rechtliche Festlegung der Grundorganisation des neuen Staatswesens geschaffen worden sei. Die Staatsform sei Republik und Demokratre. Die Staatsgewalt gebe vom Volke aus. Des Volkes Wille lei oberstes Gesetz. Das Eigenleben der deutschen Einzelstaaten bteibe gewahrt. aber fester wie ehedem ser der Gedanke fundiert > Über alles die Einheit des Reiches' ^n schwerster Zeit sei die neue deutsche Verfassung entstanden. Die Lacken, die damals Deutschland drückten, seien auchi tm Verlaufe der drei Jahre nicht geringer, sondern erheblich schwerer geworden. In den matzgebcndem Ententekreisen könne man sich noch immer nicot von dem unklugen Gedanken frei machen, den wirtschaftlichen und volrtrschen Druck auf Deutschland zu vermehren, trotztzdem die Verelendung Deutschlands die Berelenoung der ganzen Welt vornehmlich der arbeitenden Klaffen, bedeute Di- schweren inneren staatlichen Erschütterungen der letzten Zeit, namentlich durch die Bluttat an dem Reichsminister Rathenau bervorge- ruiei!. zeigten, datz die deutsche Verfassung keineswegs gegen Gefahren gesickert sei. Aber die Weimarer Verfassung muffe den Boden abgeben, auf dem ück alle finden: jeder andere Weg führe in den Abgrund, Hiernach liege die Verantwortung für das Staatsganze auf den Schultern des Volkes, denn Demokratie erfordere auishöckste gesteigertes staatliches Pflichtbewuhtiein. Der Sinn für den Dien st am Volksganzen muffe unserem Volke immer mebr ancrzogen wer- len. Präsident Adelung schloß' „Tie Verfassung von Weimar ist die Grundlage des staatlichen Seins unseres deutschen Volkes. Bauen wir darauf eio Reich der Freiheit, eln Reich der Gerechtigkeit!" (Lebhafter Beifall.)
Dr. Petersen an den Reichspräsidenten.
W.T.-B. Hamburg. 11 Aua. Der Vorsitzende der Deutschen demokratischen Partei. Senator Dr. Karl Petersen. bat an den Reichsvrastdenten folgendes Telegramm nach Berlin gcianot:
Im Namen der Deutschen demokratischen Partei dank- ich Ihnen. hochverehrter Herr Reichspräsident, für den Aufruf-u .deutschem Denken und Tun. Das gleiche vol>- tische Jtec&t *ttr alle deutschen Männer und trauen in der deutschen demokratischen Revublik mutz ein steter Mab nee zur höchsten Pflichterfüllung aller sein! Dann wurden die vereinten Kräfte unseres Volkes das schwere Schicksal mefftcrii. das ihm auferlsgt ist. Mit Ihnen wünschen wir dctz ihm das Lied des demokratischen Dichters immer wieder die Kraft geben möge zur Erfüllung seiner l haben Aufgabe in der Welt«
Das Londoner Kompromiß.
v. London. 12. Aug. (Eig. Drabtbericht.) Die Sachverständigen haben gestern abend um. 10 llbr ore Gegenvorschläge Lloyd Georges, wre üe cn den langen, den ganzen gestrigen Tag ausfüllenden Beioreckungen zwischen Lloyd George und Poincars und Tbeums vorgesch.asen und zum Teil auch schon gebilligt.worden sind, zur Beratuug erhalten. Sie haben bis um Mitternacht zusammengeieffen und dann die Weiterberatung auf heute vormittag vertagt. Im allgemeinen herrscht die Überzeugung, datz die Entente wieder gerettet worden ist und.datz ein zusrieden- stellendes Komvromitz aus den Diskussionen. bervorMven w ird das man als v o l lit ä n d i g e s uoerrinko m me n wird bezeichnen können. Über d,e zehn Gegenvorschläge Lloyd Georges, tic mehr oder weniger die.Grundlagen des Komvrom'ffes bilden werden, wird uns noch folgendes mrt- getrilt. .
1 . Autonomie der Reichsbank und Kontrolle dieser Auto- nenne er.ifoiccfrenb bett Berliner Vereinbarungen tritt dem
^ 2. Vollmachten des Karantiekomitees zur Konsolidierung der schrotenden Schuld Deutschlands. .
3. Abgabe von 26 Prozent der Devlienernnabme des deutschen Ervmts an die Reparationskommlsscon.
4. Beschlagnahme der deutschen Zollemnabmen für die Revarationskcmmission. Die Einnahmen aus 3 und 4 bleiben aber iür die Dauer des Moratoriums zur Verfügung Deutschlands. Gegen direkte übertragimg dieser Einnahmen an die Rivarationekommiffion ist. auch Frantreicb.
5. Kontrolle der deutschen E,n- und Ausfuhr durch d>e Eaiantickommiffion entfvreckend den Berliner Perein-
^6^ Gesetzgebung gegen die Kapitalflucht.
7 . und 8. Kontrolle der staatlichen Bergwerksbetriebe und Forstwirtschaiten aus dem finken Rbemujer. Eine Beschlagnahmung der Einnahmen hieraus ist vorläufig mait vor- gesehen. Ihre Ausdehnung auf .das Mibrgebcet. .wie Poin^ carö sie wünscht, wurde wegen luristiscker „Schwierigkeiten
fallen ^j^jj inen jj et Garantiekommission für die Stabilisierung des Marlluries.
10. Die Gewährung eines vollständigen Moratoriums Urs zum Ende d. I. ..D,e Reparationskommifflon wird alsbald die Bedingungen für die Barzahlungen ab 1923 prüfen und fest,teilen. Diese künftigen Barzahlungen sollen nutzer den abzuli-sernden 26 Prozent der Exportabgabe erfolgen. Sie dürsten aber niemals großer sein, als wie die Summe dieser Ervortdeviseu ausmacht.
In Konferenzkreisen ist man der Ansicht, datz sich von unwesentlichen Änderungen abgeiehen die Konferenz doch auf dieses Komvromitz einigen wird, und datz unter diesen Bedingungen Deutschland ein Moratorium gewahrt werden soll.
Die Arbeiten der Sachverständigen.
W. T.-B. Paris. 12. Aua. Haoas erfährt aus London über die SaÄveritündlgenarbeiten. Die Sitzung der Finanz- miniller und Finanzsachverständigen. die gestern nachmittag im englischen Schatzamt stattgefnuden habe, habe bis nach Mitternacht gedauert. Sieben von den Punkten der.brithchen Rote seien gevrüst worden und bättrn e.inst.rmmlge Annahme gesunden. Es bandle stck uni diejenigen, die auf die Autonomie der Reicksbafik. die H-rabsetzung der schwe-benden Sämld. die Überwachung des Budgets, die Beschlagnahme der Zolleingänge, die 26vrozentige Abgabe von der Ausfuhr abzielten. Die durch die letzteren beiden Maßnahmen erzielten Summen würden aus ein im Namen des Garantiekomitees bei der ReiÄsbank eroitnetes Konto eingezablt. Das Komitee roerde diese Summen zur Berfüguig der deutschen Regierun« üeben lassen, solange diese ihre Verpflichtungen errull-. Andernfalls werde öas (Sarantiekomitee das- Reckt haben, die genannten Beträge iofort zu bekchlainobmen. Der Finanzausickutz wird heute vormittag die folgenden Punkte prüfen: Kontrolle der Staatsbergwerks und Wälder, und die Möglichkeit der Auflegung einer internationalen Anleihe mit dem Varertrag der 26prozcntigen Abgabe von der Ausfuhr als Sicherheit.
Die Dauer des Moratoriums.
W. T.-B. Paris, 12. Aug. (Drabtbericht.) Der Lon- drner Berichterstatter des „Journal" meldet, daß die Frage der Dauer des Moratoriums noch nickt endgültig geregelt ist. Die Englärrder hätten eine sehr lange Frist vorgischlagen. Jetzt aber schienen zwei Zeitpunkte wahrscheinlich. der 31. Dezember und der 31. März. Zu dieser Entscheidung sei vielleicht im Herbst eine neue Konferenz nctrrewdig. auf de: dann auch die allgemeine Liaui oierung des Revarationsvroblems angeschnitten werden könne. _
Die Ausweisungen aus Elsaß-Lothringen
Br. Berlin. 12. Aug. (Eig Drabtbericht.) Die Verbalnote der iranzvüschen Regierung, die sich auf die Ausweisungen von weiteren bOO Eljub-Lotbrivgern bezieht, ist inzwischen bei der Reicksregierung eingetrotfen. Die Regierung ist zurzeit mit der Prüfung der Rote beschäftigt. Die Veröffeat- lichmig durste morgen ersolnen. Für die Aufnahme der bereits ausgewiesenen Deuticheo aus Elsatz-Lothringen ünd von den beteiligten deutschen Stellen, soweit dies bei der Kürze der Frist, in der die französischen Mahnahmen verwirklicht wurden, überhaupt möglich war. eine Reihe von Vorkehrungen getroffep worden, um die Ovfer der Pariser Retor- ffonsmatznabmen aufzunebmcn. Die Ausweisung der gestern augekündigten 500 Deutschen wird voraussichtlich im Laufe des heutigen Tages über Kebl erfolgen. Im Einvernehmen mit dem Roten Kreuz und dem Hilfsbund für Elsn>-Lotb» ringen hat der Reichsminister des Jnikern Vorkebru.uren se» troffen, datz die Ausgewieienen richtig empfangen imd (da die Flüchtlingslager ohnehin alle überfüllt stnd) in Pri, p a t cku a r t i e r e n untergebracht werden sollen. Bn Trier und Ossenburg ist alles zur Aufnahme der Aus«- wikscnen bereit. Der Referent des Innenministeriums säurt vomusffÄtlich beute nachmittag nach Kebl. um bei vor Übernahme mitzuwiikeu- ebenso sind die Länderregierunaen entsprechend verständigt worden. Cie werden alles aut° bieten. um den Ausgewiesenen d»s Mitgefühl der Hemmt »um Ausdruck ru bringe».
