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Dienstag, 8. August 1922. UdENd-NUSgttÜS. Nr. 365. ♦ 70. Jahrgang.

Tage der Spannung.

Die Augen der Welt sind mit ungeheurer Span­nung auf London gerichtet. Hier beraten Lloyd ■ ©eorgc und Poincarö, der Italiener Schan­ze r und der Belgier T h e u n i s über das Repa- rlltionsproblem und die Ausgleichsfrage. Diese neue Londoner Konferenz soll wieder gutmachen, — teil­weise wenigstens wieder gutmachen, — was eine andere Londoner Konferenz, diejenige vom Mai 1921, schlecht gemacht hat. Damals wurde Deutschland eine Eesamtlast von 132 Milliarden Goldmark auferlegt, abzutragen in Jahresraten, deren erste in 2 Milliarden an fixer Rckke und in einem Betrag in Höhe von 26 Prozent der deutschen Ausfuhr bestehen sollte. Es handelte sich also um eine Summe von ungefähr dreieinhalb Milliarden Eoldmark für jedes der ersten Jahre. Diese Bestimmung mutzte schon im März dieses Jahres ganz erheblich reduziert werden. Im März wurden folgende Beträge für das Jahr 1922 festgesetzt: 720 Millionen Goldmark in bar und 1450 Millionen Goldmark in Sachleistungen. Aber sogar diese außerordentlich verminderte Barzahlungsquote hat sich sehr rasch als immer noch übersteigert er­wiesen. Wiederum mutzte die deutsche Regierung um eine Verminderung einkommen und verlangen, daß ihr ein Moratorium gewährt werde. Daß es einfach wird gewährt werden müssen, stzht schon heute fest wenngleich noch nicht feststeht, in welcher 'Höhe und für welche Dauer. Aber ebenso fest steht, daß das Mora­torium nur. ein Aufschub, keine Verminderung der tatsächlichen Schuldsumme sein wird. Die jetzt nicht bezahlten Beträge werden der Schuldsumme wieder zugerechnet werden, so daß das Damoklesschwert dieser furchtbaren Schuld weiter über Deutschland schweben bleibt, und auch fernerhin die Beruhigung und Stabilisierung seiner Wirtschaft und seine/ Kredites verhindern mutz. Alle Hoffnungen, die auf London ge­setzt werden können, sind also schon aus diesem Grunde sehr begrenzt.

Vielleicht konnte man noch vor wenigen Wochen Besseres erwarten. Man konnte vielleicht hoffen daß tatsächlich jene „Neuregelung des gesamten Nepara- tionsproblems" erfolgen werde, non der in den eng« lifchen Zeitungen so viel die Rede war. Aber in­zwischen ist der Schritt Poincaräs in der Ausgleichs­zahlungsfrage erfolgt, und inzwischen hat die Regie­rung der Vereinigten Staaten sehr, deutlich den eng­lischen Vorschlag, der aus gegenseitigen Schukdennach- latz hinauslief, abgelehnt. Und so hat die englische Regierung ihre ursprünglichen Absichten wohl von vornherein stark abgeschwächt und sich auf jene eng begrenzten Vorschläge zurückgezogen, die jetzt in einem Antrag des englischen Delegierten in der Re­parationskommission. Sir John Bradbury. der Öffentlichkeit bekannt werden. Bradbury schlägt ein- fach vor, daß Deutschland alle Barzahlungen pro 1922 erlassen, werden, unter denselben Bedingungen, die schon für das gegenwärtig geltende Moratorium (Kontrolle usw.) in Kraft sind. Es soll dann in Kürze" auch der Betrag für 1923 und 24 festgesetzt werden, der also offenbar ebenfalls niedriger zu sein hatte, als im Londoner Schema vorgesehen war. Mr dieses 1923er und 1924ex Moratorium würden even­tuell „Bedingungen zu stellen sein, die notwendiger­weise strenger sein würden als die des laufenden Moratoriums".

. Es wäre naiv, anzunehmen, daß bei den Be­sprechungen zwischen Lloyd George, Poincarö, S ch a n z e r und I a s p a r mehr herauskommen' könnte, als in diesem Antrag vorgeschlagen wird. Wahrscheinlich wird sogar noch weniger heraus- kommen. Wer höhere Hoffnungen hegt, als die auf gänzliche Zahlungsbefreiung für das laufende Jahr und auf Verminderung der Pflichten für 1923 und 1924, verknüpft mit noch schärferen Kontrollforderun- gen, geht menschlicher Voraussicht nach vollkommen in die Irre. Immer mehr zeigt sich, daß das Problem der Reparationen nur ein Teil des Eefamtproblems der gegenseitigen internationalen Verschuldung dar-, stellt. Der Schlüssel zu diesem Problem liegt aber weder in London noch in Paris. sondern in Washington. In Washington soll dieses Problem im Herbst dieses Jahres auf einer neuen Konferenz zur Erörterung gelangen. Bis dahin können offenbar nur Provisorien erreicht werden!

Der erste der Londoner Konferenz.

Heftige Meinungsverschiedenheiten.

, v. London. 8. Aug. (Eig. Drabtber.) Die Minister- k ° n f e r e n z über die R ev ar ati o n s tra g e bat gestern vormittag 11 Ul,r begonnen. In Londoner volitischen Kreisen wird allgemein anerkannt, datz die Lase in Mittel­europa sich so kritisch gestaltet bat da« die Aufgabe der Kon- nrens aufccitorbewtlidi schwer Nt. Das Fallen der Mark und

dre Unmöglichkeit sur Deutschland, die nächsten Zahlungen W tegten. haben die nochmalige Aufrollung des gesamten mevaratrinsproblems auf der Konferenz zur gebieterischen Retwendigkett gemacht.

Man sah dem Ausgang der Ministerkonferenz mit Be- wrLNls entgegen, besonders nachdem bekannt geworden war. „ ^ V o - n c a r ögcmäh dem Beickilutz des Pariser Kabi­netts cats re,ne Abmachungen der Konferenz unterzeichnen dürfe.,wenn nicht gleichzeitig die Pariser Garantieforderun- ßon wr ein Moratorium anerkannt würden und nachdem Frankreich sich entichlossen bat. unter allen Umständen selb­ständig vorzugeben. Andererseits glaubt man in London daran, da«, sich Poincarös hochgeschraubte Erwartungen erfüllen, dazu sei der Sturz der Mark zu ravid gewesen. Es ' e A raum möglich, den Konkurs Deutschlands, der stark auf alle anderen Lander einwirken werde, aufzubalten. Man dune dabcr reinen Augenblick Zeit verlieren, um di« euro­päische Wirtschaft zu stabilisieren. Äu Herstes Entgegen­kommen sei gebieterische Notwendigkeit. Vor zwei Monaten, als das Morgan-Komitee tagte, hätte Deutschland noch * eil zahlen können, heute sei die Leistungsfähigkeit au! Milliarden Eoldmark gesunken. Die amerikanischen Erebbankurs und die Mitglieder des Anleibekomitees hätten in England Vorstellunsen für eine beträchtliche Herabsetzung der Rüstungen erboben. Auch sollten die Besatznngstriwven ganz oder zum grössten Teil aus dem Rheinland« zurück­gezogen werden. Nur unter diesen Umständen seien die Finanziers der Vereinigten Staaten und auch Morgan be- reit..eine Anleihe zu gewähren. Es sei noch nicht bekannt, »b diese Forderungen offiziell an die britische Reaierrlng ge- richret wurden, aber den britischen Staatsmännern seien ne bestimmt bekannt Die Retorsiousmatznahmen Poincarös. die den französischen Zeitungen noch nicht weit genug geben, batten in Landen allgemeines Kovfschütteln bervorgerrrfen. besonders wundere man sich über die Frage der Beschlag­nahm e des deutschen Mobiliars, das bereits mit 25 Millio­nen ^ranken von Deutschland bezahlt sei.

„Rach einer Drahtung der Havas-Agentur aus London erkkarte Poüicaw um 1 Uhr in der ersten Konferenzsitzung. die alliierten Vertreter würden Stillschweigen bewahren. Rack der Rachmittaossitzung wurde der amtliche Bericht aus­gegeben.. Die erbe Konferenz sei. so sagt Suvas, grötztenteils durch, die Darlegungen Poincarös ansaesiillt gewesen.

Uber die. erste Sistuna in London wird nach näheren Angaben berichtet: Pcincarö habe.bei seinem Eintreffen in Downingstreet einen sehr ernsten Eindruck gemacht. Der amerikanische Botschafter hat an der Konferenz nickt teilae- nommen Nachdem Lloyd Georg« bei Sitzungsbeginn den Antrag eines Moratoriums für Deutschland begründet batte, legte B o i n c a r ö seinen Plan vor. Er er­klärte. es lägen zwei neue Tatsachen vor:

1. Das deutsche Gesuch um ein vollständiges Mora­torium. und

2. die Note Balfours.

Dann griff er Deutschland beftig an. Deutschland sei nicht gegen die ^Kriegsschuldigen vorgegangen. Die deutsche Ab­rüstung sei unbefriedigend. Die Schwierigkeiten der Reva- latirnen seien mannigfach. Deutschland zahle augenblicklich nicht, seine Zaolungen würden ständig von der Revarations- kommiffion herabgesetzt. Frankreich habe 80 Milliarden für Reparationen ausgegeben. Es hätte damit gerechnet, daß Deutschland ihm diese Summe samt den Zinsen schuldet. Frankreich sei nicht imuerialistisch. es habe keinen Wunsch, unfair mit Deutschland zu verhandeln. Es habe keine Arinee nicht reduziert, da es durch den Zustand Europas 'nicht befriedigt im. Deutschlands Lase sei auf eigenes Ver­schulden zurückzufübren. es habe fruchtlose Ausgaben gemacht und fein Geld zum Bau von Eisenbahnen und Waffersiratzen verschwendet. Es mutzten strenge Matznabmen ergriffen werden. Er zählte dann die französischen Vorschläge auf. Die herabgesetzte deutsche Schuldensumme müsse ausschlietzlich für den Wiederaufbau der verwüsteten Ge­biete Vorbehalten bleiben. Er schlug einen neuen Vertei­lungsschlüssel vor. nach dem Italien 1 Prozent der deutschen Zahlungen erhalten soll.

In der Frühstückspause versammelten Lloyd George und Ebamberlain die Finanzsachverständigen.

In der Nachmittagssitzung wurden die französischen Vor­schläge zur Regelung der Revarationsfrage einer neuen Sachverständigenkommission überwiesen die beute tagen seil. Die nächste Konferenz findet erst na<i. Entscheidung der Entschadiaungskommiffion statt. Lloyd George legte am Nachmittag den englischen Standpunkt dar er betonte die englischen Leiden und Verluste. Die Kosten der Hauptkriegsstaaten seien: Frankreich 37 y. Milliarden Italien 14Ü Milliarden. England 49 Milliarden (alles in Dollar). D'« englnchenVerluste kämen den französischen leich. — Schanzer . Tbeunrs und auch der Javaner die Leeden ihrer Lander. Frankreich nabm den Verschlag der Sachverständigenkommission an als es iah. dah me übrigen Lander einig waren.

In leitenden politischen Kreisen ist man der Ansicht V o' n c a r.ö könne nur dmch grobe O vier dazu gebracht werden, seine Politik aufzugeben und Konzessionen ,u macken. Lloyd Deorae rechnet damit, die übrigen Alliier­ten wurden Frankreich klar machen, wie ernst es filr Frank- rerck sei. tue Entente aufzugeben

IV. T.-B. Paris, 8. Aug. über die gestrige erste Be­ratung des Obersten Rates drahtet der Sonderberichterstatter des ..Oeuvre . Die Konferenz von London hat begonnen. Wie man erwarten kmmte. mit einem sehr heftigen Zusammenstoß. Voincarö. dem sofort nach Eröff- Wna der ersten Sitzung das Wort erteilt wurde bat lein Programm e r. ttvickclt Uffdverstieg sich so weit, datz er sagte, da«. ..wenn e-> sein muffe, Frankreich seine Sand- l un g s s r e i l, e i t gegenüber Deutschland zurücknebme". Alle Anwesenden — fahrt der Berichterstatter fort — seien exstannt gewesen über diese brüske Offensive.' und Lloyd George habe mit ziemlich befttgen Worten geantwortet Poincarö habe heraussefüblt datz er zu wett wAnaen sei und, habe in de: Nochm-ttagssitzung eine gemätzicitere fast kons'liante Svrache geführt, und. die anderen Mitglieder der Konferenz batten sich bemüh' dre gewitterschwangeve Atmo- ™ «schaffen batte,

de/Konferenz' et * U ' 3 ^ tc beschichte des ersten Tages

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glaubten. die beste Art. Deutickläüd zum^Zäü^n fu”btin^n fei. dah man rhm Zeit laü« mn Berfchnausim. Die Frau-

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zosen jedoch glaubten im Geaerrteil. datz. ie länger man warte, desto mehr Deutschland geneigt sei» sich zu entziehen. Man muffe deshalb unverzüglich wirkungsvolle Zwangsmahnahmen gegenüber diesem Schuldner nebmen der weniger zablurissunfäbiq als widerfvenftU sei. trs sei noch nicht sicher, datz es gelingen werde, eine Brücke zwischen diesen beiden Auffaffungen zu schlagen.

Der Sonderberichterstatter des ..Bettt Journal" will englischerseits den Eindruck festgestellt haben, dah die Mer- nungsverschiedenbeiten ernst genug seien und datz die Aus­sicht auf ein Einverständnis ungewitz bleibe. Weder die englischen Minister noch die Finanzkreise von London hätten Vertrauen zu den ooraefc&Iaacnen Heil­mitteln. Man befürchte, sie kämen zu svät. Man batte sie beffer wahrend der Konferem von Cannes Vorschlägen solle«, als der Markkurs noch elastisch genug war und der Puls des Kranken noch lebhaft. Man frage stch. ob diese Matz- nabmcn betten könnten, das Gruiüivroblrm zu lösen, das dann, bestehe, ungeheure Summen aus einem Lande mit nredrigem Geldstand in ein Land mit böberem Geldstanü liberzunihren. Da man autzerdem von der Wirckuns der vor­geschlagenen Matznabmen nickt überzeugt sei. schwanke man. sie Deutschland aufzuzwingen, weil man als Konßemrenzen befürchte: den heftigen Widerstand der Deutschen, den Tief­stand der Industrie und die Verminderung der Kaufkraft Deutschlands.

W. T.-B. Paris. 8. Aug. Das Ervofö Poincarös. das die ganz« gestrige Vormittaassitzung des Obersten Rates aus- ^füllt bat. hat nachmittags eine Erwiderung von Lloyd v e o r g e ausgelöst, der nach dem Bericht des ..Peüt Pari­sion" schon im Laufe der ersten Sitzung ziemlich lebhafte Be­merkungen gemacht bat. Lloyd George sagte. Grotzbritannien habe ebenso gelitten wie Frankreich unter den

Deutschlands bei den Revarationszablungen. Die Bankers Trust Company von New Bork habe soeben eine Arbett der Öffentlickkett übergeben, datz Frankreich wäbrend des Krieges 'XlVi Milliarden Dollar. Italien 14K. und das britische Reich 49 Milliarden ausaeaeben babe. Wenn Frankreich achtzig Milliarden Franken für das Konto Deutschland ausgegeden babe. so hake Ervtzbtttannien. abgesehen von den Steuern, die es stch während des Krieges aufsrleat habe. 59 Milliar­den ausgegeben. England babe zwei Millio neu Arbeitslose gehabt. Es besttze deren noch 1409 090. Die Bevölkerung der verwüsteten Gebiete in Frankreich er­reiche vielleicht im ganzen nur 2 Millionen Menschen, wäh­rend die Arbeitslosen Englands mit ihren Familien auf unigcäbr 5*4 Millionen geschätzt werden mutzten. Poincarö sei hart gegen den Friedensvertrag von Versailles, aber wem verdanke man es. datz Deutschland in weitem Matze entwaffnet sei? Es sei unfähig, einen Krieg zu führen, wisse es doch aus Erfahrung, welche Zeit es beansprucht, um Be­waffnungen vcrzubereiten. Deutschland habe kaum genug Menschen, um die Ordnung im Innern aufrechtMerbalten. Was die Reparationen anbetreffe. so habe es schon zehn Milliarden Goldmark trotz dreier Revolutionen und der Sckv Lche seiner Regierungen bezahlt. Der Garantie- aussckutz babe über die deutschen Steuern einen günstigen Bericht eistatter. Der Niedergang des Wechselkurses sei ein sicheres Thermometer, um den deutschen Ruin festzu-

Ä Rach Lloyd George sprach S ch a n z e r. wach dem Parisicn" in etwa gleicher Weise wie Lloyd George, indem er ebenfalls die schwache Finanzlage Italiens schil­derte. Er erklärte, man müffe in Betracht ziehen, datz allzu- strenge Matznabmen in Derttschlanid Unruhen nach sich ziehen könnten. Der belgische Ministerpräsident Tbeunis er­klärte. Llond George habe von den Reparationen gesprochen, die deshalb zu zahlen seien, weil viel zu revarieren sei. Tr erklärte, die Haltung eines jeden richte sich nach den Be- düriniffen nach Reparationen. Rack dem ..Betit Pattsisn" soll Tbeunis unter Zugutehaltung der schwierigen Finanz­lage der deutschen Regierung erklärt haben, es gebe etwas Ernsteres und Entmutigendeves für die Leute, die raisonabrl sein wollten und die vernünftige Anforderungen von ihrem Schuldner verlangen wollten, das sei der i ch l e ch te Wille desselben. .Die deutsche Regierung habe niemals nachge­geben. wie es wünschenswert gewesen sei.

Poincarös Borschlsg einer Kollektivnste.

v. London. 6. Aus. lEi«. Drahtberickt.) Wie gestern abend bekannt wurde, behandelte Poincarö rn seiner Rede auf der Londoner Konferenz zunächst die Kon troll­mittel. die die Alliierten gegenüber der Kavitalfluckr und der Finanzgebarung Deutschlands anwenden sollen und Äeusc die Mittel gegen die Spekulationen sowie dre finan­ziellen Sanktionen und Strafmatznabmen. Der französische Premier glaubt, es sei entsprechend seinem Vorschlag not- nendig. Deutschland entweder eine Kollektivnote der Alliierten zu senden oder aber eine Rote Frankreichs, die vorher von Italien und England gebilligt worden ist. Die Frage der internationalen Schulden wird vor­aussichtlich erst beute nachmittag angeschnitten werden.

Stcmtssekretär Bergmanns Sonderauftrag.

v. London. 8. Aug. (Erg. Drabtbericht.) Die ..Daily News" teilt tnit. datz die deutsche Regierung einen Sonder­bevollmächtigten nach London gesandt habe, der eine Rote der deutschen Regierung überreichen solle worin Lloyd George gebeten wird, dafür einzu- rreten. datz keine Matznabmen gebilligt werden, die Deutsch­land zur Verzweiflung treiben mutzten. Die deutsche Regie­rung ersuche die Allirerten. nicht an dem guten Willen zu zweifeln. Deutschland sei bereit, die Re­parationen zu bezablen. aber man müsse Geduld mtt Deutsch­land haben. Es brauche eine Atempause. Die Re­gierung sei durch die Potttik der Zwangsmabnahmen in ihrem Bemühen, die Demokratie in Deutschland zu befeittges. immer wieder gestört worden. Die durch die Revarations- volittk hervorgerufenen vckwierigkeiten hätten bereits eine grobe Amabl von Deuischev aus dem Lager der Demokraten beraus in das reaktionäre Lager setrieben. Die deutsche Re­gierung weise, ferner darauf hin. welche Dienste Deutschland Europa und oer Menschheit geleistet habe, indem es ein Bollwerk gegen den Bolschewismus gebildet babe. Deutschland bittet dringend, eine Lösung des Revara- tionsvroblems zu suchen, die Deutschland nicht dem Ebaos ausliererv.

.« Wie dazu aus deutscher Ouelle verlautet, weilt Etaats- sekretar Bergmann in London, um tatsächlich mit bea

bornaen matzgebende» Kreisen Fühlung ,u iwbtnen.