9tt. 36?. Sonntag, 6. Augvst 1922.
Wiesbadener Tagblatt.
Morgen-Ansgare. Zweites Matt. Seite 11.
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Die Banane des Nordens.
Von Dagobert Winter.
(Nachdruck »erboten.)
Indra, der gefeiertste Gott, den dir Veden besingen. lag nn beißen Kampfe mit Vritra. dem Dämon der Trockenbeit. Des Südens lengend, Sonne sandte ihre Strahlen hernieder HU' '” ,ö * as Sckaren. die au wanken und au weichen begannen. 2)er ©ott. tri denen Allmacht es gelegen hätte, seinen Gegner durck, die Bewegung eines Ringers zu zerschmettern, sab die Vaguaitigkelt der «einen und. um ihre Treu zu erproben, wich er zurück in die ode. wasserlose Wüste, gleich, als ob er besiegt vor dem Leinde w»ichen müsse. Gar mancher blieb da zuruck und suchte sein Heil als Überläufer bei der andern -bartei und als am andern Tage abermals ein weiterer Test der Getreuen vom Muie verlassen war entlieh er sie-selbst, nicht als zürnender Rächer, sondern wie ein Feldherr, der in oer höchsten Not seine Mannen vom Eidschwv.r entbindet, um innen domn vielleicht dock, wenigstens das nackte Leben zu retten. Der Rest, ein kleines Häuflein, verharrte auf dem verdorrten Blachfeldc im stummen Gebet und erwartete die Vernichtung, das Nirwana, das dem Inder kein Schrecknis, sondern eine Erlösung ist. Aber was war das? Aus dem untrumtbaren Boden begann cs aus einmal zU keimen und zu sprießen. und ehe di« dem Tode geweihte Schar es fasten konnte, stand uni sie herum ein Wald voll der herrlichsten Fruchte, ein Labsal »ach den entsetzlichen Qualen des Durstes und Rettung vor dem sicheren Tode und neu erauickt drangen die Helden unaufhaltsam vorwärts als Streiter für ihren Führer und Gott, der io aufs neue seine Macht bewiesen.
So entstand nach einer wenig bekannten nordindischen Sage der Birnbaum, den man schon oft die' Banane des Nordens genannt bat. Inwieweit man diesen Vergleich als r.ittreifend anerkennen kann, muh dem Geschmacks des einzel- - neu überlasten werden. Sicher ist nur das eine, daß man der Birne damit nur eine Ebrung angedeiben lasten wollte, und wenn man, als maßgebenden Gewährsmann Friedrich den Granen anfubren dürfte, der bedeute:ide Summen veraus- »abte. um die geschabte Südfrucht auf seiner Tafel zu haben, dann konnte die nordische Erde wobl stolz darauf sein, ein Obst hervorzubrnigeu. ebenbürtig demjenigen'. welches der Bbilosovh von Sanssouci als das Köstlichste des Gartens Eden betrachtete.
In Wahrheit liegt die Sache doch etwas anders, und zwar weitaus günstiger für den Baum unserer Gärten, der uns. vom Juli angesangen. mit seinen duftenden Früchten beschenkt. Die Banane ist — das kann keinen Augenblick angezweifelt werden — ein Geschenk des Himmels für die Bewohner der^Gegenden, die auf sie angewiesen sind, denn kirne andere Nutzpflanze kommt ihr hinsichtlich der aus der gleichen Bodeniläche zu gewinienden Menge an Nabrungs- uonen «leich. ja. sie übertriitt in vieler Beziehung sogar die Kartone! um das Vierfache. M.r aber an einem beißen Augusttage, wenn er halb verdurstet nach Hause kommt, zwischen Banane und Birne zu wählen bat greift gewisi nach der lenteren. dere t saftiges, bei manchen Sorten fast zerschmelzendes Fleisch ein hohes Labsal, ein ercmickender Ee- tiun ist.
Damit haben wir auch die eigentliche Bedeutung der Birne wie eines jeden andern Obstes m Haushalt des mitteleuropäischen Städtebewohners sestgelegt: denn wenn
Wir den Wert derselben nach ihrem tatsächlichen Gehalt an Ruhr,tosten bestimmen wollte», kämen wir nuf ein recht klägliches Resultat. In einer Menge »on 100 Kilo Birnen sind durchschnittlich nahezu dt Kilo nichts als Wasser: von dem kaum lövcozentigen Reit: ist wiederum der weitaus größte Teil, nämlich 8.26 Prozent. Bucker, dann 3K Prozent Plastinstoft«. 4‘A Prozent Solziaier und Asch- und nur 0.26 Prozent smd Eiweiß, der geschätzteste aller Nährstoffe nach dessen Menge in eine: bestimm! rn Nahrung wir im allgemeinen deren Wert abschatzen. Hinsichtlich des Eiweißgehaltes sind oaber die Melone und der mit llnrecht so verachtete Kürbis der Birne um das Fünf- bis Sechsfache überlegen, und um den Nährwert eines Hühnereies von 15 Gramm Gewicht mit etwa 5 Erainm Eiweißgebalt zu ersetzen, wären nicht weniger als nahezu 2 Kilo Birnen notwendig Etwas bester stebt es mit dem Werte der Birne als zuckerhaltiges Nahrungsmittel, denn um Kilo — 1 Pfund Zuck?r zu ersetzen, sind etwa 6 Kilo, also das zehnfache Gewickt an Birnen notwendig. Immerhin sind das so groß' Mengen, daß der Magen eines Rindes dazu gehören würde, um aus dem ungeheuren Ballast Wasser und anderer Stoffe die Nährsubstanzen zu ertiabicren. die erforderlich sind, um einen Menschen im' körperlichen Gleichgewicht zu erhalten, und als zweiter Ubelstand kommt dazu, daß der Transoort nach den Städten und der Zwischenhandel die Birnen wie jedes andere Obst ganz maßlos verteuern. Während daher in wirtschaftlich normalen Zeiten in einem guten Obstjahr der Bauer draußen auf dem Lande schließlich nichts Besseres zu tun weiß, als seine anderweitig nicht verwertbaren Birnen den Schweinen als Futter vorzu- werfen. muß der Städter für die auf dem Dorfe vielfach so wertlose Frucht immerhin noch Preise zahlen, welche den Mastenkonsum unmöglich macken.
Die Birne ist also im großen und ganzen weniger ein Nabrungs- als ein Genubmittel. Daneben dient sie aber mit ihrem Gehalte an Fruchtäther und Säure und andern noch nicht genauer bekannten, im Körver aber energisch wirkenden Stoffen zur Erhaltung der Gesundheit in fast noch höherem Grade als der vrelgerühmte Avfel. Der Zuckergehalt samt dem aromatischen Dufte des fast von selbst zergehenden Fleisches z. B. einer feinen Blanche- oder Bonckretienbirne stempeln diele sozusagen zu einer alkoholfreien Bowle, und wenn nian daneben berücksichtigt, daß für Menschen mit sitzender Lebensweise und dementsprechend träger Verdauung nichts bester den Stoffwechsel beschleunigt als der Genuß einer Birne nach der Mahlzeit, wird man es nur nützlich finden können, daß sich die Gewohnheit dieses Obstgenustes nach dem Mittagessen oder vor dem Scklaten- «eben immer mehr einbürgert.
Leider bat auch die Birne, wie fast jede unserer Kulturpflanzen. gefährliche Feinde. Mikroskopisch kleine Pilze, welche sich auf den Blattern ansiedeln und diese zu frühzeitigem Abfallen bringeit. erzeugen eine verheerend wirkend« Krankheit der Birnbäume, welck^ wegen.der dabei auf den Blättern entstehenden braunen Flecken die Birnblattbraune genannt wird. Weit schlimmer ist jedo.ck eine von Amerika her drohende Gefahr, die kiov-bligdt welche von einem außerordentlich kleinen Bakterium verursacht wird und besonders im Frühjahr, wenn der Saft in den Stammen aufsteigt, die saftfiihrenden Gefaßschickten ergreitt. Die Krankheit kann sich io schnell verbreiten daß sie einen Baum innerhalb einer Woche von der Krone bis zur Wurzel tötet, und ein Birnbaum. der im Frühjahr von der Krankheit befallen wurde, siebt im Sommer wie vom Feuer oerimgt aus. Es ist fest- gestellt. daß die Bienen, ste sich sonst durch die Übertragung des männlichen Blütenstaubes auf die Narbe der weiblichen Blüten io nützlich mache», lecker dabei auch die Infektion übertragen und gerade dieser Umstand ist ern nahezu unuber
windliches Hindernis bei der Bekämpfung der Krankheit, für meiaie seitens der Regierungen der Unionstaaten viele vunderttauienoe von Mark geoviert worden sind.
. Wie bei den Weintrauben und Äpfeln ist auch bei Birnen rin gewaltiger Unterschu-d zwischen den Tafelobst produzieren- dcn ooer zum Dorren. Eirmahen. zur Bereitung von Mus l!W> «iruv ge-igneten Sorten und denjenigen, welche bauvt- sachlich der Mostoerestung dienen. R»h gegessen, zum Teil nahezu ungenießbar von Geschmack, liefen diese letzter» einen ganz vorzugliaien Birnenwein, ein Getränk, welches noch viel zu wenig verbreitet und in Norddeutschland z. B. iast unbe- lannt ist. Um ihn zu kosten, dari man tteilich nickt zu einem Zauern gehen, der. nachdem er in der Presse den Saft aus dem Obst geaueticht hat. auf tie ausgevreßten Treber noch einmal oder doppelt io viel Master aufgicßt und dann auis neue aboreßt. wobei er behauptet, daß oies tie einzig richtig« Birnenmosterznigiing fei. während «s sich doch tatsächlich um eine nichts weniger als einwandfreie Vermehrung des "ellerweue zu gewinnenden Quantums handelt. Dieses Ee- "ank schmeckt begreiflicherweise entsetzlich»leer. Wenn man
Die Milchstraße.
In der milden Augustnacht richtet sich gerne der Blick zum Himmel empor, der in der ganzen Pracht seiner sommerlichen Sternbilder strahlt. Hoch vom Osten her siebt in gewaltigem Schwünge die Milchstraße ihren flimmernden Bosen über den Himmel. Wer in dunkler Nackt die Pracht der Milchstraße aus das Auge wirken läßt, wird mit ehrfürchtigem Staunen die Unendlichkeit des sternenecfüllten Alls ahnen lernen. Die Bewunderung aber wird vertieft durch das Wissen. Was bedeutet dieses geheimnisvolle leuchtende Sternenband? Die Frage ist uralt, die Deutung ewig neu wie alles menschliche Forschen.
Die Milchstraße stellt nach unserer heutigen Aufsastung eine ungeheuere Sternanhausung dar. zu der auch unsere eigene Sonne gerechnet werden muß. und bildet als ganzes eine gigantische aus Abermillionen von Einzelgliedern zusammengesetzte Fiksterninsel im Raum. Zu allen Zeiten hat sich die Phantasie mit oer Deutung des geheimnisvollen
der unermüdliche
aber dem von den süßesten Birnen gewonnenen Moste noch Himmelringes beschäftigt und seitdem der unermüdlich anderen zusetztz der am den dritten ode: vierten Teil der ur- Uenschcnaeist d,e großartigen Hillsmittel moderner wissen '-. ■ - 1 fchaftlicker Forschung zur Vcrfiigung hat. bildet die Milch
straße eines der bevorzugtesten Studien-Obiekte der beobachtenden Astrononn«. Mit neuen Erfolgen der Beobachtung
sprunglicken Menge eingekocht ilt. so erhält man ein Getränk. welches bei reinl'cher Behandlung und richtiger Garung vicie echte und sogenannte Südweine an Wohlge- ^si'mack und Bekömmlichkeit weit übertrtfft.
.Man kann auch aus den in Gärung versetzten einge- mailchten Birnen einen hochfeinen Schaavs gewinnen, den uiebbaber iogar höher schätzen als den Sckwaizwälder oder Schweizer Kirsch, doch ist oer Preis ein entsprechend bober. da zur Gewinnung eines Liters 15 bis 20 Kilo Birnen erforderlich sind. Ob aber alle unter den verickiedensten Namen ungevrieienen woblschmeckendeie Birnen-Liköre wirklich aus Fruchten bergestellt seien, ist fraglich: denn ihr geschmackgebender Bestandteil, oer Birnenätber. ist vielfach wie der Homunkulus in der Retorte des Chemikers entstanden und besteht im wesentlichen ans Essigkäureimylätber. der auch im Konditoreibetrieb ausgedehnte Verwendung findet.
Unter den zahlreichen Volksaebräuchen. welche sich an den Birnbaum und seine Frischte knüpfen. ist eine bei Montelimar in Sudfrankrelch geübte Sitte wohl die originellste. Bei der im Herbste erfolgenden Wahl eines Dorfoberbauvtes bewirft sich die Einwohnerschaft, am fleißigsten natürlich die Dienstboten und die liebe Schilling:ns. mit Kohlstrünken und noch schlimmeren Gegenständen So wie die Wahl vollzogen ist. begibt, sich der Erkorene zu seinem lliorgänger und sämtlichen Mitgliedern der Gemeindeverkrokung und den Honoratioren wobei er in jedem Hause mit einem Bombardement von Birnen emv,äugen wird, welcke natürlich für die hinter ihm elnberdrangende Menge eine willkommene Beute sind. Diese Sitte soll erst in vernältnismaßig junger Zeit aus England hergekommen -ein und n der Tat findet in Kidderminster in Worcester alliahrl'ch am Mickaelitaa ein ganz ähnliches Volksvergnügen statt.
Ob .wobl uniere Damen, deren Verhältnisse ihnen den Besitz eines kostbar-:», schimmernden Perlenhalsbandes ge- tatten. wissen daß Perle und Birne sprachlich dasselbe sind? Und dock ist dem so, Das deutsche Wort Birne leitet sich direkt von dem lateinischen Pirus ab. Mit tum Verkleinerungswort pirula bezciÄaete der Lateiner nicht nur kleine Birnen, sondern auch jene bobgeschätzren Produkte der Perl-
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mehrten sich die Deutungen, und so sind im Lause der Zeit die Theorien über die Natur des seltsamen Sternengürtel» zahlreich geworden und auseinanderstrebend wie leine Lichtringe selber.
Gegenwärtig bat die bereits angedeutete Auffassung wobl Allgemeingültigkcit. daß di« Milchstraße eine etwa liusenförmig angeordnete Sternauibäufung ist. deren seitliche Raumausdebnung die vertikale Dicke wesentlich übertrifft, deren Form aber nickt die einer regelmäßig gebildeten Scheibe sein kann, sondern spiralige Struktur ausweisen muß. wie sie uns in einer Reihe vor, Sternspiralen gewisiermaßen in Miniaturausgaben am Himmel selbst vor Augen steht «Spirale in den Jagdbunden Andromedanebel u!w.).
Uniere Sonn« befindet sich etwa in der Mitte der Milch» ttraßensvirale.
Bis vor kurzem neigte man der Ansicht zu. daß die uns optisch und durch andere Hilfsmittel der astronomische« Forschung erreichbare Welt der Sterne eine in sich Kwisicr- maßen abgeschlossene, räumlich begrenzte Organisation im unendlickxm All sei. und daß alle Objekte unserer Beobachtung in das Gefüge des galaktischen (Milchstraßen-)Systems eingeordnet werden konnten. In den ersten Jahren des Weltkrieges ist jedoch wertvolles Äknterial für die Annahme bei- aebracht worden, daß eine Reihe oon Spiralnebeln sich unbedingt auderbalb des Äkrlchstraßenivstems befinden muß.
Das bedeutet, daß wir aus unserer eigenen aus Mvria- den von Sonnen bestebenden Milchstraßenwelt gewisiermaßen durch Sternlücken hindurch n anderen galaktisch« Systemen hinüberlckauen. »u Nackbarwelkrn. die jede für sich eine ganze mächtige Organisation von Sonnen darstellen und als Ganzes eine böbere Ordnung oon Sonnenreichen bilden.
Mit dieser Erkenntnis sind frühere Vorstellungen von der Anordnung der Weltsysteme im Rarime neu bekräftigt worden. Unser Blick bat sich damit wiedec ins Unbegremte. Unbegreifliche verloren. Sterninsteme. Milchstraßentinsrn von unvorstellbarer Größe schmelzen zu nebligen Spiralen und Ellipsen zusammen.^ die wir mit einem flüchtigen Blick des
musckel welche weaen tbrer hirn-nsiirmiä-nM-s»Ä,i wulvien ,mammen. oie wir mit einem nuüittgcn Blick des
Perle, auch für die runden und ovalen Formen üblich.
Vsr dein Schulgebäude.
Non Richard Rieß.
Movgems vor dem Tagewerk blicke ich «vrm auf die «traße vor meinem Hause und lasie duwchs weit geöffnete Fenster des. früven Windes helle Fahnen ins Zimmer weoen. Und rch schaue -den Buden zu. den großem u-nd kleinen di« den Weg entlang kommen, auf das Schuilsebäude zu' oesten breite, freundliche Fasiad« das Gegenüber meines Hauies bildet.
Ich kenne sie bald: die Bedächtigem, die mit der sorgfäl- lig umgeschnalltem Tckicke schon lam-ge vor Stunden-besrnn nm ö'i* Ecke biegen. Ich ahne es. wie ihr auf eure Plätze seht, das Präpa-ratronsbuch vornehmt u-nd euch davon über- »engt. „daß alles gut sitze". Ihr seid die ersten, and die Straße ist noch lceir. wenn ihr kommt. Rar die frühen Bureau Menschen. di« zur Straßenbahn Men. hegegnem euch der Briefträger wohl auch, der Bot« des Ungewisiem uird die mit den Milchgläsern beladenen Austrägerinmen.'Hier und da kommt wohl auch «in DienftmäÄck>en aus dem Tor- ichlitz der Säuiler hervor, in Pantoffeln über den blanken ttüßsn Es zwinkert in das Morgemlicht und bu'cht schnell zun: Kramer. Brot und Wurst zu erstehen und was sonst zur Berettumig des Frühstücks im Haufe fehlt. Aber di« Minuten versehen und das Schul haus wächst drohender, mahnsn- »sr ui bi« Gegend. Es reckt sich dem Säumigem entgegen wenn sie am anderen En»-« der Strache auitauchen und' zwingt ihren Schritt m schnelleres Temvo. Der Zeiaer im
Ubrturm « auertnMich In schwarz Akasiem komL tZ
ocharen der Schüler. Selten, das einen Kleinen die Mutter rührt, Auch die Km.rp!e Mgern im Kameradschaft. S-e schwatzen vmr den kleinem Dingen ihres Interesses Holm wobl auch wom Haft«, kirrttrige Briefmarken aus der Bluse mit ibrem Besitz zu prunken, oder sie als Tauschobjekte zu
Fußballspiel. Kommt nicht ew Scharren und Kaa<k?n 'droiben vom Uttr.turm ber? Noch wenige Minuten und die Glocke wird ru-fen: die Pünttlickien
von. denen zu trennen, di« klopfenden Herzens C S
oer,allen den Evnst in Herzen und Hirnmi de^Har^n-
den umchzuruten den Ernst das Lernens und^ Achtens ^r
^Lebens ffk. Hastiger werden' die
der 'oberst ® T,cfte - Schüler
‘r r oDf.Timt Kkjiie, oie oftr Bucherivatt verächtlich sichten-
n» 96 !), 611 .^"rde und Haltung und rennen zum Schul- tor Manch emem ist die Nacht Gät geworden rmnr "uch,.E ledem oe, Bischer» und Studrerlamve ' Im Hfm Wirtshauses bockte» die ö^n
dere stand
m oer Nach, und beobachtete, banne 'Stickeln der
«ZvLL-FFD Ätft
. Die Sa,läge der Uhr hallen über die Straß« H>ier „ud da bastvt «n ganz später Schüler. Dann liea't in-- Wea der zum Schulhaus führt wieder c $2*
Minnenn.d« ^tfC , «Ä T bÄ«rt ni SäÄ n nUi n
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feit in sich ein. Tausende von Jahren braucht vielleicht der eilige Lichtstrahl, um von einem Ende dieser Sternenlinsen zum anderen zu gelangen, länger vielleicht noch, um von der fernen Weltensvirale zur bescheidenen Erde niederzublitzen.
Und doch rubt in stille: Sommernacht das zierliche Bild dieser unvorstellbar groben Sonumrüche mildflimmernd in unserem winzigen Auge> Und wenn wir wiederum den Blick zur Milchstraße selbst wenden, die für uns Erdenmenick^n nach diesem Verlieren in acbeimnisville Tiefen des Naumes ctwas Heimatliches zu haben scheint, fühlen wir einen Hauch der, Erbabenbeit. die durch den Kosmos webt, und der majestätischen Größe, vor der in schwngender Sterncnnacht der Mensch verstummt, de: sich im engen Bezirk des irdischen Geschehens als das Muß der Dinge und den Mittelvunkt der Scküvfung füblt. ___ j
Metamorphosen der Worte.
Nichts wandelt sich ständiger und halt besier Schritt mit unserer eigenen Wandlung als die Sprache, die Künderin unserer Seele. Es ist daher außerordentlich interessant, in las Wunderland der Muttersprache einen kleinen Exkurs zu macken und sie in ibrem Werden, zu belauschen. Was war einst ein .Ding"? In der ältesten Zeit finden wir dieses Wort in dem Begrifs „Zeit" erst im Laufe der Jahrhunderte Kat es ieine heutige Bedeutung angenommen: der Begriff Zeit wird immer enge:: erst ..Zeitpunkt", dann .Termin. dann in speziellerer Prägung ..Termin °ür eine Gerichtsverhandlung schließlich Gegenstaad derselben und endlich über- dauvt „Gegenstand" oder „Ding" im beutigen Sinn. Ähnlich sieht es mit dem Wort ..Sache". Ursprünglich heißt es „Streit. welche Bedeutung noch in unserem Wort „Widersacher" steckt: in'beieonderer Bedeutung beißt es dann Streit vor Gericht, dann überhaupt ..Gerichtsverhandlung", bis es sich verallgemeinert zu linierem Begriff ..Sache". Am länasten haben sich die alten Bedeutung!» in Sprichwörtern gehalten. ..Es geht um Kopf und Krag:»", versteht jeder, der weiß, daß Kragen" früher für ..Hals' gesetzt wurde und in verschiedenen Dialekten heute noch so gebraucht wird. Daher nannte man sväter das. was sich am Hals befindet. „Kragen". Nock beute sagt man statt Geizhals auch „Geizkragen". Das Wort Steuer bedeutete ttiiher soviel wie ..Stütze", welchen Sin,- wir dem Wort ja auch „och beute beilegen in dem Wort „zur Steuer der Wah-hcit und übertragen wir den Sinn <twas. io können wi- leicht die Steuer eine Stütze" des
Entwicklungsfähigkeit
die Staates nennen. Die maunigfaltiga
ttneg Wertes ersehen wir sehr schön aus den Schicksalen des Wor'es ..grün . Bon einem alten Zeitwort, das .wachsen" bedeutet, abgeleitet, bezieht cs sich zunächst auf die werdende Natur im Frühling und bezeichnst Sann auch dessen Farbe. Daraus entwickelt sich dann der Nebenbegriff .frisch" in Zn- sc-mmeiisetzuiiaen wie ..grüne Heringe, grünes Obst" ulw
Bedeutung bat „die, grüne Seite''. Ganz'nahe liegt di«"M deutvng des N.sunflietn l' dem W^rt y:ün etwa' die anine Jugend". Grünschnabel" Eine Wnndlurg der Bedeutung nach dem flechten bin machte das Wort ..Dirne" durch, das »M rücken bedeut-st; und heute im Platt- deu scheu uno in der oüerbaveri'bei. Gegend noch diese Br- teutung bat. Die Worte „Piaff". „Knecht". „Kerl". „Kan^ weriager waren früher ohne jede schlechte N-benbedeütun-^ ebenso Worte wie ..frnsse»". „saufen". „Maul" Fraß" wur- dennoch im Mittelalter Jn seinster Gesellschaft gebraucht.
bedeutet«.
