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oder Erstalning des entsprechenden Tntgelts. ----q - ^'™ i{ ” n 11 i^n ■ Uf gtcferung des Blattes
Mittwoch. 7. Juni 1922.
berliner Abteilung des Wiesbadener Taablatt,: Berlin S\l
12 Ausgaben.
Jentntf:
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® m" 8 W * * U .? r 'bene,, «mftet Sonntag,. AoftscheMont»: Jcairtfntt «. St. Nr. 7485.
*Ä«ti Mt. C-, jytnong. imb Lu,td-rkeil».An,e,gen Mk. 6.-, -uswSrtig-
«uhtahm. oon «ngetgen ,n ».rgeWriebenen lagen und -ird ,eme L^L? äb7rn—
Kl. Blücherstrahe 12. Fernsprecher: Amt Moritzplatz 15300.
Morgen-Ausgabe.
Afrikanische Entwicklungen.
Von Gouverneur z. D. Heinrich Schnee.
Bereits vor dem Weltkrieg gehörte der größt« Teil Afrikas den Engländern und 'Franzosen. Aber immerhin wurden ihre zusammenhängenden Besitzungen doch durch große in fremdem Besitz stehende Gebiete unter- broct^n die anderen Mächten, vor allem Deutschland, einen Anteil an der Erschließung des dunklen Kontinents sicherten. Von diesen Gebieten sind infolge des Versailler Friedens unsere Kolonien unter englische oder französische Mandatverwaltung — ein kleiner Teil unter die belgische — gelangt. Damit hat der englische und französische Herrschaftsbereich in Afrika eine ganz außerordentliche Erweiterung erfahren. Es gibt jetzt, von unbedeutenden spanischen Enklaven abge- fthen, in Afrika außerhalb des Bereichs der beiden Hauptkolonialmächte an europäischen Besitzungen nur rri? ,e ^bische Kongokolonie und die beiden portugiesischen Kolonien. Mosambik an der Ostküste und Angola an der Westküste. Die letzteren standen schon vor dem Kriege unter weitreichendem englischen Einfluß, der sich seither keineswegs verringert hat. So I""u,man sagen, daß der schwarze Erdteil nach dem Weltkrieg wesentlich von England und Frankreich „kontrolliert wird, um diesen dem Englisch-Amerika- nrschen nachgebildeten bezeichnenden Ausdruck anzu- wenden.
Welchen Gebrauch haben nun diese beiden Mächte b'bher von ihren erweiterten Herrschaftsbefugnissen ge- ™ 0< ^ ? . ® eId,e Tendenz weist die von ihnen nach dem Weltkrieg im tropischen Afrika befolgte Politik auf?
„ Ä 5 .^tafrika anbetrifft, so hatten die Engländer nach Kriegsende eine Massenansiedlung von früheren englischen Unteroffizieren und Soldaten auf den ae-
Innern der Kenyakolonie (Britisch-Ostafrika) in die Wege geleitet. Dieser Versuch hat fedoch nur zu bescheidenen Ergebnissen geführt, ^n der Hauptsache ist er fehlgeschlagen, da sich die Schwierigkeiten für die unerfahrenen Leute als zu groß herausstellten und in den meisten Fällen das mitae- brachte Kapital als zu klein. Dann scheint die Idee Anhänger gefunden zu haben, das englische Ostafrika SU eurer indischen Kolonie zu machen. Die in Ost- afrika ansaffigen Inder entfalteten eine heftige Agitation nicht nur für ihre Gleichstellung mit den Weißch, Indern^ auch für die Übergabe der'Kenyakolonie an die indische Negierung. Schon diese erster« Maßnahme wurde, da die Zahl der Inder säst viermal so groß ist wie die der Europäer (30 000 Inder gegen 8000 Europäer unter 2 Millionen Schwarzen) eine Auslieferung an die mder bedeuten. Infolgedessen hat eine sehr starke Propaganda der im Lande angesessenen Ena- ^°uder dagegen eingesetzt, die sich unter anderem darauf stutzen, daß sie früher von der englischen Regieruna mit der ausdrücklichen Zusicherung zur Niederlassung aufgefordert seien, daß Kenya als eine „Wliiteman’s - v' ,y tKolonie des weißen Mannes) beibehalten wurde. Da neuerdings von einer Übergabe der Kenya- kolonie an Indien nicht mehr viel die Rede gewesen lst, so scheint es, als ob solche Pläne, jedenfalls von maßgebender englischer Seite, nicht weiter verfolgt werden.
In dem jetzt TanganyikaTerritory genannten Deutsch- ostafrika hat die englische Mandatherrschaft ebenfalls zu einem stärkeren Hervortreten des indischen Elements geführt. Unter anderem ist von den bisher versteigeren deutschen Grundstücken die Mehrzahl in indischen -oesttz gelangt. Wie die Sache in Südafrika beurteilt wird, wo das indische Element unbeliebt ist, zeigte sich m Volksversammlungen, in denen das Tanganyika Territorv kurzweg als indische Kolonie bezeichnet wurde Davon kann zwar in Wirklichkeit keine Rede sein. Aber es läßt sich nicht leugnen, daß die englische Handhabung zu einer beträchtlichen Verstärkung der Stellung der Inder geführt hat. die um so bedenklicher ist, als die Zahl der Europäer infolge Vertreibung der Deutschen fast auf ein Drittel (von 6000 vor dem Kriege auf 2200 Ende 1920) vermindert ist.
v stkht zu hoffen, daß ihr gesundes Rassengefühl die Engländer davor bewahren wird, Oftafrika den Indern auszuliefern. Eine solche Politik würde der reinste Wahnsinn sein, nicht bloß unter dem Eesichts- pimkt des Schicksals Ostafrikas, sondern auch unter dem Weren der Rassenfrage. Wenn an einer Stelle Afrikas der Deich geöffnet werden würde, der jetzt das vinströmen der aufquellenden asiatischen Massen in den dunklen Erdteil verhindert, so würde damit ein das Schicksal der weißen Rasse gefährdender Schritt gern«. Europa bedarf zur Ergänzung seiner Wirtschaft an Nahrungsmitteln und Industrierohstoffen in steigendem Maße Afrikas. Die Besiedelung mit den sich vhnell vermehrenden Millionen Asiens würde di« (Eni*
Nr 261. ♦ 70. Jahrgang,
Sewten 0 *** ^ TOar3en Erdteils für die weiße Rasse dein einheitlichen Rassegefühl ist allerdings
^ ^^.^eten der jetzigen Herren Afrikas nach dem ebensowenig zu bemerken gewesen, wie dies wahrend, des Kriegs der Fall war. Im letzteren hat N d"? furchtbare Bild ergeben, daß die Weißen ihre und sonstigen farbigen Völker zum Vernich- tunLskrieg aufeinander hetzten. Bis dahin war das H’Ö« des weißen Mannes in Afrika aufrechterhalten
leaeni^it Xr ^ atte> dank seiner geistigen über-
!t ’ Euthalben die Oberhand behalten. Für beten die Europäer eine höhere Schicht, innerhalb deren, trotz der nationalen Verschiedenheiten
^genüber der schwarzen S* bestand. Dies wurde durch den Weltkrieg mit färnüft e $ Ia 3 e geändert. Unter weißer Führung 0e0 r n aBei&e und gewöhnten sich daran.
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meinen, daß nach dem Ende des Krieges K ber weißen Rasse in Afrika sich wieder
fühlbar machen mußte. Davon ist aber bisher nichts Die Engländer und die Franzosen halten nach wie vor unsere Landsleute aus ihren Herrschaftsgebieten einschließlich der unter ihrer Mandatsverwal- iung stehenden deutstchen Kolonien fern. Aber selbst ihren Kriegsverbündeten gegenüber lassen ste keines- wegs den Gnst der Solidarität erkennen. Die Politik der beiden Hauptkolonialmächte geht vielmehr dahin sich eine monopolistische Ausbeutung der oon ihnen bei herrschten afrikanischen Gebiete zu sichern unter Fern-
imÄL“ 11 " Ade"n. auch derjenigen Rationen^ rmstche' im Kriege an ihrer Seite gekämpft haben.
Dies tritt unter anderem klar zutage in den Ändn- ^rlmer Kong/akt/durch den L trag tcn S. Germarn-en-Layc von 1919 erfahren hat insb-^^ugoakte hatte bekanntlich für einen großen Teil Afrikas, nämlich die Gebiete des Kongo und des Niger sowie die anstoßenden Länder den Grundsatz der Handelsfreiheit und Schiffahrtsfreiheit erklärt, die Nationen gleichmäßig zukamen. Im Gegensatz zu die- großzügigen Verfahren im Berliner Vertraue der
dem SBdUanW öffn-n wolln D L,
noaie Vertrag einen kleinlichen egoistischen Geist Er 0 s^U'AAHAdelsfreiheit fiir alle, sondern mir die gleiche BehaEung der Unterzeichner des Vertraas von dem verschiedene Nationen, darunter wir Deutschen' ausgeschwssen sind. Jeder Staat kann im übrigen nach seinem Ermessen Zölle festsetzen, Konzessionär ve^ leihen usw. Dieser Vertrag bedeutet für die W»lt
vordem Kriegs gegenüber dem Zustand
Die monopolistische Ausbeutung Afrikas durch die Haaiptkolonialmachte, denen auch sonst große Teile der Erdoberfläche zur ausschließlichen Benutzung zur Ver-
»er übrigen Nationen dar. Das ailt nickt nur «,» Deutschland, sondern selbst für die an der VerteUuna der Kolonien nicht beteiligten Siegerstaaten. Da Z Teil der für die Erhaltung der europäi-
irn rfeX not ° en Nahrungsmittel und Rohstoffe in den Tropen gewonnen wird, so geraten diele Völker
nne wirtschaftliche Abhängigkeit von d?n weniaL Rationen, welche die Kolonialländer besitzen. Ein solcher Zustand ist für dre betroffenen Völker auf die Dauer. beeinträchtigt die Weltwirt-
bvHstem Maße. Die Kolonialmächte haben ihrerseits aus ihrem monopolistischen Vorgehen iÜ
geerntet 0106 * ^ erkennen läßt, noch nicht viel Früchte
Möge mit dem zu erhoffenden allmählichen Schwin- den.der Kriegspsychose das Gefühl der Solidaritätder ^^"^^asse m Afrika und die Einsicht in den wirtschaftlichen Nutzen der Öffnung des dunklen Kontinents st'r den allgemeinen Handel bei sämtlichen Nationen wieder dre Oberhand gewinnen! Diese würde letzten Endes wie den Interessen der Weltwirtschaft so auch den Interessen der 'Kolonialmächte selbst am besten entsprechen!
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Mece MsM« iw »meimniöliiogra?
D. Paris. 6 Juni. (Eig. Drahtbericht.) Das von der Reparationskommission mit dem Studium der Re- paratlonsanleihe beauftragte Komitee internationaler Bankiers hat in der letzten Woche seine Sitzung auf r^ T r? 9 v - ..? er Erund lag darin, daß man sich Rechenschaft darüber gegeben hatte, daß eine inter- I va.lonale Anleihe an Deutschland solange unmöglich sei. als die deutsche Schuld aus der im Londoner lllti- matum festgesetzten Höhe von 132 Milliarden Eoldmark aufrechterhalten wird. Die Reparationskommission sollte am Dienstag zusammen treten und über die grundlegende Frage beraten. Der Reparationskommis- ston wurde klipp und klar die Frage gestellt, ob Deutschland wirklich an die im Londoner Ultnnatmn vsm 5 Mai 1921 festgesetzte Summe in Zukunft gebunden ser, d. h. mit anderen Worten, ob das Moratorium. das Deutschland provisorisch gewährt und noch von der Reparationskonnnission am 31. Mai bestätigt worden war. auch fernerhin den provisorischen Eharakter beibehalten soll. Selbstverständlich wird durch dieses Moratorium, solange es von einem Jcchr zi!M anderen wieder aufgehoben werden kann, um den Bestimmungen des Londoner Ultimatums Platz zu machen. jrt>e Garantie durch Deutschland für eine internationale Anleihe in Frage gestellt. Die Reparationskommission hat nun bekanntgegeben daß die au, Mittwoch festgesetzte Sitzung nicht st a t U ftnben wird In den französischen Morgenblättern wird angeführt, daß Mo r g a n, der sich gegemoärftg !N^^.ondon befindet, erklärt habe, er erachte es als Ulte nutz wieder nach Paris Mrückzukehren. Allerdings
die französische Regierung durch ibre Erklärung •5 ber deutschen Verpflichtungen
Verhandlungen auf einen schwierigen Punkt geführt Frankreich betrachtet die Frage vom rem politischen Standpunkt aus Es wiÄr sich nicht dazu bequemen können, wirtschaftlichen Notwendigkeiten gerecht zu werden, um die Vorbedingungen für die Reparations- 5 ? leihe durch einen Verzicht auf die starren Entschädigungsansprüche zu erleichtern Man würde aber doch zu weit gehen, wenn man den pessimistischen Kom- mentaren der französischen Presse Glauben schenken wollte Jedenfalls besteht die Aussicht für ei« kleinere Anleihe für Deutschland nach wie vor weiter wenn auch für eine Reparationsanleihe größeren Stils sich gegenwärtig Schwierigkeiten ergeben, vor allem desdolb. weil Amerika sich bis jetzt noch nicht mit einer Herabsetzung der alliierten Kriegsschulden einverstan- den erklärt hnt.
Wiederaufnahme der Berhandlmrse« über de» englisch-französischen Patt?
llgeant" bc?“ki
£*s?v-*ta .«RWEÄSr:
den franzöf wolle. Die
Deatsch-itakkenifche Lerhandkmrgen.
Rom. 6. Juni. (Eig. Drahtbericht.) Zn den racksten Tagen wird in einer noch nicht bestimmten «tadt eme Kon feren z zwischen italienischen und deutschen Delegierten stattftnden. die sich mit den von Deutzchland zu leistenden Reparationszahlungen beschäftigen wird. Es sollen Pereinbarungen ae- troffen werden, welche Waren Deutschland zu lirfern hat.
Leon Bourgeois öder den Bötterbmrd.
Hni. Baris, 4 3cni. (Havas.) Heute nackmitioa biott Leon Bourgeois vor der Akademie der WMenscknckt^ ^nen nt„eüa-ten Nortraa über den gegenwärtigen des Völkerbund«., 2>m Vortrag wohnte auch Dräg^ Millerand bei. Bourgeois erläuterte zuerst hl «» stunde, di« sut ©rünbumt b«5 Bundes geführt haben und schilderte dann dessen Wirken. Er hob die Eigenschaften vieler Einrichtung hervor, die ssch au'< e!nem Bündnrs durchaus friedlicher Nationen w gemeinsamen Zielen anshaue ,ur Wabruno der -
kei- und der /roien Ausüb-m^ihreA-^änttSO^Bo^ M! 0 iS wies besonders auf die Gründung des rnternoti-mak^ Gerichtshofes hin. in dem er den ffirn• Fortschritt sieht. Er erwähnte die Kraft di- aus der Freiheit seines UrÄs aul seiner Lwä und seinen methodischen. durchcius sachlicken^nÄ> b A»iÄl!, essierten Prüfungen ziehe. Er könne bte R-s-erungen nicht verwirklichen könnten. E?Äi bZw ders wichtig, nicht aus den Auaen ,u rvriier^, u u Völkerbund in keiner ganzen Tätigkeit zur Derfüaung d« Regtcrunaen^stehe. die ihn gearündet hätten, und daß er sio
M"e^Willen nicht binden k^e°°Sg^s ^ktä^ wenn er auch. ;n seiner heutigen Bo»
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daß der Völkerbund. . . v . ... ^
Mittel besitze, die die französsschm Zw latze zum Volkerbundsvertrag hätten geben können, doch ein« moralische Macht von a uberor den t ljcher Wirte lA.vs ke l t bedeute. lH: stell« eine Zusammenfassung von Mlitkln dar. die ihn sckon jetzt, wenn die Regierungen es wunschtei: und die öffentlich« Meinung sie dabin bringen onn« zu einem wertvollen Mittel für di« Wabrungdes riedens und die Entwickluni, der Zivilisation machten. >rgeo,is wies endlich auf die Dienste bin. die die U<S* Völkerbundes «leistet hätten und' der Konferenzen in Brüssel. Va^ce- er in beredt«» ans.
Bourgeois wies endlich Nischen Abteilunaen de» erinnert« an den Erfolg der Konferenzen in lona und Warschau. Zum Schluß sprach e
Worten keine Zuversicht in die Organisation
