Wiesbadener TagLlati.
Morgen-Ausgabe. Drittes Matt. Seite 15.
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Die Ausgrabung der ersten Steinjeitdörfer.
Die Vorzeitforfckung war bisher über äfften mensck- licken Ansiedlungen, die in der Steinzeit unsere Kulturgeschichte einleiten. ganz .m unklaren, und so muhten vban- lästige Dir Mir van DÄDkiAer
bauten besitzen ein sallckes Bild steinzeitlicker Wohnstätten vottäusck-n Erst durb d,e dreijährigen Ausgrabungen des Urgeickicktlicken Forschungsinstituts Tübingen im, Moore des oberschwäbischen Federsees ist es Äsungen, drei Dörfer der Steinzeit aufzudecken und ein bis 'ns.«nzelne gebendes Bild dieser ältesten Kulturstätten »u erschließen. Uber diese Funde, die ein ganz neues Lickt auf die Urgeschichte der Menschheit werfen berichtet Dr, Sans Reinerth ,n der .Wr- schau". In der unseren Steinzeit, also um 25M v. Ehr., waren weite Strecken des heutigen Federlos in Miesen und Sumvfland verwandelt, und dieses sumvflge Freiland war für den als Jäger und Fiscker ,n Pohlen lebenden Stein- wenicken wie gesckaffcn. um stck d,e ersten festen Wohnstätten zu erbauen »nd damit.zur Seßhaftigkeit, zum Ackerbau überzugehen. Der vrimrtive Mensck. aller Zeiten meidet den Urwald: er zieht freies Sumvigelande dem trockenen Boden des Urwaldes vor und baut Dörfer auf Pfählen, weil die Feuchtigkeit des Untergrundes ibn dazu zwingt: er baut aber auck gleickzeitig mitten ins Moor sog...Moor- dörser. Beim Abstecken des Hochmoores ,n der Sudostecke d<s Federsee-Beckens war man schon 1870 auf woblerhaltene Balkenbögen und kunstvolle Töpferwaren wie Steingeräte gestohen. Aber systematische Ausgrabungen begannen erst 1919 und haben nun aus dem nestrüvvbewacksenen Schutt- Hügeln zwei vollständige Steinzeitdörfer freigelegt. Auhrr den zwei Dörfern, die an der gleichen stelle übereinander lagen, erschienen etwa 200 Meter entfernt weite Fläcken B-ffkenböaen. die untrüglichen Spuren eines dritten Dorfes. Ei» vollständiges und überaus anschauliches Bild steinzeitlicker Siedlungen ist hier zum erstenmal er-
s^lo^m unteren Steinzeltdork non Riedschacken — wie der Fundort nack einem benachbarten Walde genannt wird — sieben die Wohngebäude aus Piäblen. Rundstämme von 1?—20 Zentimeter Stärke, denen man oben die Astgabeln üeh. wurden in ungefähr gleichen Abständen und Reiben in den Schlamm des Ufergeländes eingetrieben, der Rost des Hüttenbodens wurde in die Traggabeln gelegt, und wo die Gabeln nickt langten, ersetzte man ste durch kräftige Bast- seile. mit denen die Baskenreiben befestigt wurden. Darüber erbob sick dann der Oberbau. Jedes Haus hatte seinen eigenen Rost und seine Plattform: zwischen den einzelnes durch 3—1 Meter breite Gallen getrennten Plattformen vermittelten Stege die Verbindung Die Einzelhäuser dieses unteren Pfahldorfes »eigen drei Abschnitt«: einen uniibcr- dachten Vorplatz, einen kleinen Wirtschaftsraum mit Backofen und einen groben Scklgfraum mit offenem Herd und Schlarbonk: die beiden letzteren Räume haben Wände und Dach. Die Wand besteht aus senkrechten Bretterreiben. die wie der Balkenbaden im Innern mit Lehm verschmiert wurden: das in einem Fall erhaltene Dach ist mit Sckilf und Rinde bedeckt und bat Giebslform. Die Inneneinrichtung besteht im Wirtschaftsraum aus dem Backofen, einer über- wölbten gepflasterten Feuerstelle: im Scklafraum befindet stch die 1.20 Meter breite eine Seiten- und die Rückwand des Raumes ausfiillende Schlafwand und der offene gepflasterte Herd. In l-ltenen Fällen fand man Birken- tcvvicke. die den Boden bedeckten oder die Zwischenwand bekleideten. Besonders die W-rtschuftsräume llnd reich an Resten von Gebraucksgeg-enständen. wie schönverrierten Tongefäßen. geschliffenen Steinbeilen. Knockenmeiheln und Knockennadcln. vor allem aber an Hirschhornbacken und steinernen Getreidemühlen. Die Bewohner des Pfahldorfes betrieben also den Ackcrau in einfachster Form als Hackbau und zerrieben das Getreide. Pfahlbauweizen nnd Gerste, die in grohen Mengen gefunden wurden aus Handmühlen. Daneben war dff Jagd dff Hauvtnäbrauelle: die hauptsächlichsten von dielen Steinzcitmenschen erlegten Tieren sind Wildschwein Bär. Edelhirsch und llrockse. Ganz andere Verbälinille herrschen in dem darüber gelegenen zweiten Steinzeitdorfe. Die Böden der Wohnungen sind unmittelbar dem Dorfe ausgelagert' wir baden also btcr ein Moordorf vor uns. das uns eine andere Form der Siedlungsund Bauart der Steinzeit kennen lehrt. Die Hütten llnd viel kleiner als die des Pfahldorfes: wo dort ein Haus
stand, erheben stch ietzt drei Im Innern ist die Zweitei
lung des Raumes gewabrt' es lallen sick auch hier Wutschafts- und Scklafraum feststellen aber der unüberdackte Vorvlatz fehlt. Die nahe aneinanderseruckten Sutten stehen an langen, nur 1.30 Meter breiten Gallen Auch d,e Geräte llnd von denen des unteren Dorfes vollständig, verschieden: zwei verschiedene Kulturen stohen also hier rm aber-! schwäbischen Lande um 2500 v. Cbr. zusammen dre des, nordisch-indogermanischen und des weitlich-mrttellandischen Kreises: dem ersteren gebärt dir Pfablsiedlung, dem letzteren das Moordorf an. Die Kulturschichten der beiden Steinzeit- dörier haben eine Mächtigkeit von über 1 Bieter und lallen auf jahrhundertelange Besiedlung des Moores schlichen. Es gab hier noch verschiedene andere Dörfer, deren Bewohner auf ..Einbäumen" zueinander fuhren. Ein solches .Sckiff" der Steinzeit wurde in der Nähe des alten Pfahldorfes in ganzer Länge von 8.60 Meter gehoben. Mit den io einfachen Mitteln der Steinzeit ist in diesen, Dorfbauteu Hervorragendes geschaffen, wie die überaus muhevolle Rekonstruktion eines Moorbauies erwies, und sie künden noch beute beredt von dem Leben vor Jahrtausenden.
Die ssost inr Altertum.
Die Posteinrichtungen stehen im innigsten Zusammenhang mit dem geistigen und materiellen Leben eines Polles und einer Zeit und mit den Einrichtungen des gesamten Staatswckens überhaupt. Ter Hauvtunterschied zwischen den Posten der Jetztzeil und der persichen oder römischen des Altertums ist in erster Linie der. daß damals die Post ausschließlich für den Staat arbeitet«, nur für dynastische, polizeiliche und Derwaltungszwecke diente. Di« ältesten Nachrichten über Posten finden wir bei den altgriechischen Schriftstellern Herodot und Lenophon. auch im Buche Esther des alten Testaments ist davon die Rede. Als Gründer des Postwesens wird der König Gyrus genannt, dollen Einrichtungen dann von seinem Nachfolger Darms vervollkommnet wurden. In 4 bis 5 Meilen voneinander entfernten Stationshäuern standen dauernd gesattelte Pi erde und zum Aufbruch fertige Männer bereit. Der erst« Reiter übergibt die Sendung dem zweiten, dieser dem dritten und so fort, bis ll« den Empfänger erreicht bat. Bon der Schnelligkeit einer solchen Post bekommt man einen Begriff, wenn man hört, dah die Kurier« zu der 337 Meilen langen Strecke von Sar- des nach Susa nur 6 Tage brauchten: die Reiter legten also stündlich über 2 Meilen zurück. In Griechenland fand der Postverkehr meist zur See statt: im übrigen gab es dort Schnelläufer, die aber nur für kurze Strecken in Betracht kamen. Die politisch« Zerfahrenheit Griechenlands schadete der Ordnung und der Sicherheit des Postwesens- gewaltig: überall lauerten Seeräuber und Wegelagerer auf willkommene Deute. Zudem waren im alten Hellas di« Landstraßen berzlich schlecht, einige wenige ausgenommen, die zu den grohen Heiligtümern der Nation führten: nach Delobi und Olymvia. Die Preise waren offenbar sehr niedrig, auch für Personenbeförderung: die Überfahrt von Griechenland nach Ägypten kostet« pro Kopf etwas mehr als 1 M.. was auck für damalig« Begriff« wenig war. Später kommen dann auch hier regelmäßige Postverbindungen aus. aus deren Zeit di« zahlreichen auf uns gekommenen Briefe stammen. Die Römer waren bei der kolollalen Ausdehnung ihres Reichs und den vielen Statthalterschaften, die all« mff Rom in guter Verbindung stehen muhten, von vornherein auf ein« ordent- lwf>c Post angewiesen, di« auch hier nur dem Staat diente, während Privatleute ihre eigenen Boten bestellen mußten. Augustus erhielt!«in« Nachrichten aus Kleinallen innerhalb 20 Togen, aus Parma m 5 Tagen. In den einzelnen Stationshäusein standen oft bis zu 40 Pferde mff leichten Perionen- und scknveren Gepäckwagen zur Beförderung der Beamten und solcher Privatpersonen, die kraft kaiserlicher Beglaubigung di; Weiterreise auf Staatskosten verlangen konnten. Die Gestellung und Erhaltung der Transportmittel oblag den einzelnen Gemeinden, ein« Last, unter der diese oft schwer zu leiden hatten. Konstantin z. B. nützte dies aus. indem er im Krieg mit Persien ein ganzes Heer durch die Post auf den Kriegsschauplatz befördern lieh. Auch die Geistlichen sandte er »um Besuch der allgemeinen Synoden und Konzilien per Post an ihren Bestimmungsort. Für die verschiedenen Posten waren auch Höchstgewicht« festgelegt: das Gepäck eines Kuriers beffug im höchsten Fall 15 Krlo- gramm. das eines Reiters 50 Kilogramm, das einer Kalesche 100 Kilogramm, das eines Eilroaaens 500 Kilogramm, das eines gewöhnlichen Postwagens 750 Kilogramitr.
Die Arbeit im Wandel der Zeiten.
..Im Sckweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot ellen!" Mit diesem Wort aus dem alten Testament wir» die barte Arbeit, die den Kamvf um das Dasein bedeutet, als Fluch für die Menschheit bezeichnet, und es ist kein Zweifel, dab die Völker lener Zelt, wie alle Naturvölker, die nur von der Jagd leben, dre geringe Arbeit, die Tie über- bauvt leisteten, als eine ziemlich lastine Unterbrechung ibres Jn-den-Tan-Sincknlebens ansahen.. Auch noch, als die Dleh- zuckt. anfing uns damit bereits erne bobere Kulturstufe erstiegen war. war di; Arbeit noch sehr wenig geachtet. Erst als der Ackerbau ietzbaftc Menschen machte und so den Weg zur Kultur wieder um ein gutes Stuck forderte, kamen.rwer Albeitszweise auf. die bald des edelste,! Mannes würdig waren: die Landarbeit und das Gewerbe des, Amffen-
ickmieds. Alte Säger, belehren uns. daß ^sar. die Götter es nickt unter ihrer Würde fanden, das Schnnedbandwerk zu erlernen und kunstreiche Rüstungen zu macken. Interessant in die,er Berffhling ist mn Vergleich der ältesten griechischen D'ckterwerke eines Homer und Sestod. Bet jenem eine durchaus aristokratilcke Lebensanschauung, die mindestens von gewöhnlicher Handarbeit nichts willen will l.nd diese den Sklaven überläbt. bei Hellod, die wackere Vauernvoesie. die sick bereits zu der Erkenntnis aufschwingt: ..Arbeit ist nickt ickimvflich schimvilich allein ist Müßiggang." Je mehr aber in den nächsten Jahrhunderten tue Sklaverei aufkam. desto tiefer schätzte man die Arbeit em: jede Handarbeit war verfemt und selbst die Arbeiten der berühmtesten Künstler wurden reckt verächtlich, angeieben: jeder Freie hätte sich ihrer geschämt., Das lateimsche Wort für Arbeit: ..laboe" bedeutet gleichzeitig Mühsal und nickt» ist für die Anschauung der alten Römer bezeichnender als die Stelle aus einer Abhandlung Cicero?: „Niedrig ist der Erwerb aller Lohnarbeiter ... alle Handwerker üben, einen schmutzigen Berus aus. denn die Werkstatt bat niemals etwas Edles an sich" Besonders die Schlachter. Wurstmacher. Köcke und Fischer waren verachtet. . So weit ging die Unterschätzung der Arbeit, auch der künstlerischen, dah man sich im alten Rom nicht einmal einig war. wer mehr Anspruch auf eine bemalt« Leinwand habe: der Maler oder der Verfertiger der Leinwand. Unstreitig bat das Cbristen- tum erheblich zur Veredelung der Ansichten über die Arbeit beigetragen: Paulus forack das unerhörte Wort aus: ..So jemand nickt arbeiten will, soll er auch niefit ellen. Augustin erblickte in der Arbeit geradezu em Mittel Gott zu dienen: Iväter sprach daun Luther das Wort, die Magd, die die Straße fegt verrichte Gottesdienst, und mrt noch gröberer Energie bat Kalvin von der Pflicht zu gewillen- batter Arbeit gevredigt. Neben dem Christentum komme« aber noch andere Elemente in Betracht. Mit Abschaffung der Sklaverei mußte die Arbeit im Wert steigen, weil sich ia nun auck freie Männer dazu hergaben. Im Zeitalter der Renaillance erwachte dann der Mensch erst voll,« zum Bewußtsein seiner eigenen Bedeutung. Was er schuf, was den Stemvel seiner Eigenart trug, gewann daher an Wert und stand böber als alle Naturprodukte. Aus diesem Geist erstand damals auck das Kunstbandwerk, das sich ia gerade m den italienischen und deutschen Städten jener schaffensfroben Periode zu einer io glänzenden Blute auffchwang. Dann aber brack das Zeitalter ver Naturwillenschasten an. da» füt bie Bewertung der Arbeit die wichtigsten Antnebe geliefert bat. Mit der Beherrschung und Ausnutzung der Naturkrälie gewann die Arbeit eine ganz neue, Bedeutung: sie muckte den Menschen 'unabhängig und selbständig: wahrend der Bauer ganz gut weiß, daß es mit einer Arbeit noch nickt getan ist. daß er überhast von unkontrollierüaren Faktoren abhängig ist. steht der Mensch m der Fabrik seinem Werk ganz anders gegenüber: er beherrscht überlegen den ganzen Erreugungsprozeg und kann den Erfolg seiner Arbeit zum voraus kalkulieren Mitte des. 18 Jahrbunderls beginnt stck bereits die Pbilolovbie m,t dem Problem Arbeit" »u beschäftigen. Woher stammen Reichtum und Wobl- stand der Nationen? Das war die grobe Aufgabe der jungen Nationalökonomie. Der Engländer Adam Sbmit bat in der Arbeit die eigentliche Quelle des Volkswohls und zugleich den eigentlichen Maßstab des Wertes der wirtlchaftlicken Güter erkannt Weder die landwirtschaftliche Produktion noch eine günstige Handelsbilanz machen ein Volk reich und angesehen, sondern allein die Arbeit. Heute ist die Arbeit sittliche Pflicht eines jeden und zugleich die wichtigste Voraussetzung für den Wohlstand des einzelnen wie der ganzen Nation und nur selten wird man sich klar, welchen weiten Weg die Menschheit machen mußte, um zu dieser Erkenntnis zu kommen.
Hans BLeattens erster Ritt.
Skizze von Richard Rieß. München.
Der Jockei Hans Bleatten war eine stillere Natur, als man unter seinen Berufskollegen sonst findet. Er sin® den meisten aus dem Weg«. Dl« Pferde waren sein« Freunde, llnd er sprach ganz ernst mit ihnen, ernster vielleicht als mff Menschen, wenn er auf dem groben Tratnierfeld mff ihnen zu tu» batte. Hier entstand auTfi seine unglückliche Liebe zu Olga, der lichtbraunen Stute mit dem klugen Kopf, die im vorigen Jabre als Zweijährige mehrere-mal an den Start geschickt worden und jedesmal als gut« Vorletzt« durchs Ziel gegangen war. Bleatten aber traute ihr trotz all dieser Enttäuschungen viel zu und glaubte zuversichtlich, daß Olga die ganze Welt eines Tages Lberrafck'en werde. Wenn er selber sie doch einmal reffen dürft«* Er kannte sie wie kein anderer. Und Bleatten wagte es. den Grafen Prmgsbukn eines Tages darum zu bitten. Er. der achtzehnjährige Lehrling, wollte auf Olga sein Jungfernmemren reiten! Der Graf läckelte. Er batte Olga nur darum genannt, daß die Stute wieder einmal herauskäme große Siegesboffnunsen letzte er keineswegs aus sie . ... es war ja auch lachhaft:
Miramor als Gegner und die alte Schleiereule. Was sollte der Bub liier verderben? ..Wenn Olga siegt, gehört der halbe Preis dem Reffer". lagte er, da er -vom Gegenteil Lberz-ugt war. „Allo, es gibt 1000 M. zu verdienen."
Bleatten war stolz. Dicker Ritt war für ibn von allergrößter Bedeutung. Er sollte ihm noch etwas anderes bringen: Heddy. Wer war das? Nun. ein kleines Barmädel. das er vor kurzem einmal kennen gelernt batte: lehr blond, ltuvsnäsig. aber wahnsinnig kokett: ein süßer Racker. Für die war Sans Bleatten gleich beim ersten Anschauen in Liebe erglüht.
. Am Vor-Samstag seines „Olga-Rennens" traf er sie in einem Cartenkaffcr.
..Gebrn Sie mff für morgen einen guten Tiv. der viel Geld brnrgt, dann werden Sie in di« vosa Liste aufgr- nommen.
. ..In di« rosa Listet" sragte er. Rosa Liste? Das klang >o vielsagend .... Süß klang das! — ..Dort stehen alle Herren, die mich verehren dürfen", lachte die Kleine.
„eilio dann . . ." flüsterte der junge Hans Bleatten
und zffterte dade,.dann setzen Ste auf Olga. Wer
verraten Sie das keiner Seele!"
.Liga?? Ken» g», nichtl*
„Ick rert« ste morgen.'' .... .
„Sie?7 Schon faul! Dann kaufe ich um lreber Prali- nees für mein Geld." Heddy lachte, daß der Marmortisch e-rklurte. _
..Es ist mein Geheimnis, aber Olga siegt sicher. Olga muß siegen!" sagte Bleatten selbstbewußt
„Na. um so bester. Dann können Sie ja lachen. Sre i-achte' ..Vielleicht ist es eine Schiebung. Ich kann m»r«en Millionärin werden." _
Hans Bleatten küßte ihr die Hand. Dann an«g er.
*
Was war denn heute mit Olga los? Staunen und Aufregung wuchsen immer höher auf den Tribünen, auf dem Rasen, überall St« lief gleich am Anfang ihrer Gesellschaft davon. „Der Junge kann gar nickt reffen.... Wird nicht
lange machen können» bei diesem Tempo. sagte em
Professional. Aber di« Distanz zwilchen Olga und dem Felde vergröbert» sich von Sekunde zu Sekunde. Sollte gar dicker krasseste Außenseiter Miramor schlagen? llmnöglich! Man murmelte.... .
Olga lief unermüdlich. Muamor und Schleiereule gaben ihr Dcktes. aber sie konnten die grobe Enffernung nicht mehr einholen. Bleatten? Nerven waren aufs äußerste gckvannt. wie er so frei da-üni>auste... O Olga! O Heddy!
Fetzt... in den Einlauf!.. Rosarot schien ihm das Feld entgegenzub?uchlen. .. das Feld... Run noch den letzten Svrung... O Leben! .. Er riß die Zügel an...
.Er macht's.... der Bub macht das Rennen... Donnerkiel >"
Derfl... der kraffckte Oiffsider... Verdammt!!"
Pfui!! Schiebung!! Miramor wird verhalten... Ist das ein FinKb??"
Bravo! Bleatten... Bmvo! Olga!!
„Schieber!!... Scki«.. !!"
Da... die letzte Hürde! Nun war dre Sache entschieden Dock vlötzlich... das Gemurmel schwoll an... und wird rum Schrei... schmerzhaft... vielleicht auch befreiend aus SvannuM. Ein Schrei... em Ruf.Bleatten ist
Etausend Augen richteten sich nach dor Unglücksstelle. Zehntausend« verfolgten die letzten Sekunden des Rennens. Man bat noch keine Zeit für Diitle'.d. Nock starker als die Sensation lockt dre Sorge uni das eigen« Gell». Miramor ist Favorit. Miramor macht mit Schleiereule totes Rennen. Kovi nehen Koof durchrasen sie das 3«I... Meng« schnupft. Daun wogt sie auseinander. Eime riesige Well«
seht dem Ausgang zu. durch den vor 10 Minuten noch sie
bunte Reiter stolz in di« Bakm gerfftem sind. Hier man Bleatten... auf einer Bahre.
.Komm. Loni". sagt Heddy, „ick muß ibn sehen... O.
der arm« Kerl... Er hat sich nickt mehr gerübtt... Ich bab's geiiau bemerkt... Er ist lot... zweffellos... Ick muß ihn leben... Er siebt sicher wunderbar schrecklich aus."
Di« Damen stürzten davon. Ihre Anmut schwindet. Herren eilen ihnen nach. Nicht ihnen... den Jockei wolle« sie alle sehen, den toten...
„Wenn er nickst das dunnne Pech gehabt hätte, hundertfaches Geld hätte er gebracht...
„Kunststück!"
Man drangt stch vor. Schutzleute rufen: ..Zur Seit«.
bitte." Man stößt, drängt.So «eben Sie dock dm
Raum frei, mein« Herrschaften..
Da... endlich kommt die Bahre.
„Er ist eigentlich sehr hübsch", sagt« Heddy. „Schade!... Wie bleich er ist... er ist stcher tot T...ot!" Sie Mit einen gelinden Schauer W>« im Kino... manchmal.
Der Arzt stürzt voran und bevettet alles zur llirter- suchung vor. Er weiß noch nicht, was es ist. Zuckt die Achseln, als man ihn fragt. Ein Herr legitimiert sich als Prestevertteter. Es nützt ihm nichts.
Bleatten ist wachsbleich. Als letzter Gruß des Lebens perlen Schweißtrovffn glitzernd auf feiner Stirn: groß, schillernd... kalt. Eine Sträbn« seines dunklen Haares klebt naß an der Sckläfe... Seine Hände sind zur Sette gefunken... So trägt man ibn durch die Menge, die dem Zuge folgt... „Ist er tot?" Man fragt neugierig dl« Beamten ist «am Jnteresie. Mitgefühl.... ^ , ... , _,
Da plötzlich... zwei Huventöne: Die Totalisatora^ken werden bekannt gegeben. „Was hat Miramor gebrawt. Man stürzt davon... man denkt... Schon w erden a uck die Rainen der Pferde für das neue Rennen aliisrzogen. ..Wie? Rur fünf Gäule?" Man schrmpft auf dre ..Klern-
^^Inzwischen wird Bleatten. in den Kremkenwagenge- hoben. Es ist diesmal eim Leickfenwasen. wenner lan«rm durch die Wagenburg der Eaurpagen und Automobile vom
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weint noch um ihn: Heddy. 6« b»t1e t« 60 Mark auf ita gestckt...
