Einzelbild herunterladen
 

Berliner Adteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin 8N. kl, Blücherstratze 12. Fernsprecher: Amt Morigplatz lS3V0.

Verla, Langgasse 21

.XagfcUttftaM*.

kchaltcr-H-n« geBffnet von « Uhr morgen« m» 9 TOr abend». Posticheckient»! Frenkf»! ». M. Nr. 74SS.

Wöchentlich

12 Ausgaben.

Btt. 10.30, durch nehmen an: der

... .... „ - iBen HSHerei Gewalt.

BeiriebsIiSrungen oder Streike haben die Bezieher keinen Anloruch auk Lieferung des Blatte, oder Lrstatlung des entlvrechenden Entgelts, »» „»«»«„»o - o »»»»,», », , osoomioxoso .

Fernruf:

- ^ragblatth-u," Nr. «SSO-!».

»»n S Uhr morgen, bis 0 Uhr abend,, ander Sonntag» VoftscheÄ»nt»: Srankfnrt ». M. Nr. 7107,._

«nzelgenpretse: Örtliche Anzeigen Mk. 2.—. Finanz-und Lustbarkeits Olmeigen Mk. 3.-, answSrttge Anzeigen Mk. 3.— . Örtliche Reklamen Mt. 7.—. auswärtige Reklamen B!k. >0.- für die emwaMge Kolonelzeile oder deren Raum - «ei wiederholter Aufnahme unveründerter Anzeigen entsprechender Nachlad. — Echlutz »er Anzeigen-Annahme für beide Ausgaben t0 Uhr vormittags. — Für »ie Aufnahme von Anzeigen an oorgefchriebenen Tagen und Plätzen wird keine <bewc..>r übernommen

Dienstag. 28. März 1922.MorgSN-AUSgabS.

Nr 147. ♦ 70. Jahrgang.

Wieviel kann gespart werden?^

Die kaum verhüllte Finanzkontrolle, die nach den Forderungen des Moratoriums-Ultimatums über Deutschland verhängt werden soll, soll erklürterweise vor allem auf eine Einschränkung der deutschen Aus­gaben für „Subsidien" und für „Einrichtungen, die keinem unmittelbar dringenden Bedürfnis dienen", hinwirken. Sie soll also Ersparnisse erzwingen und daniit das Amt übernehmen, das deutscherseits letzthin einem neu einzusetzenden Sparminister anvertraut wer­den sollte. Auf stiten der Alliierten ebenso wie auf seiten der Anreger jenes Sparministers mutz also die Vorstellung bestehen, daß es möglich sei, am deutschen Etat ganz wesentliche Abstriche vorzunehmen, die Summe der deutschen Haushaltsausgaben in ziemlich weitem Umfange von Posten zu befreien, die man je nach Geschmack der deutschen Reparationssabotage oder der Lotterwirtschaft der gegenwärtigen Regierung, zur Last legt. Es ist diesen Vorstellungen gegenüber am Platze, einmal eine ziffernmähige Betrachtung über die wirkliche Höhe der maximalen Ersparnismöglichkeiten anzustellen, und es soll im voraus gesagt werden, datz man erstaunt sein wird, wie geringfügig diese Mög­lichkeiten im Verhältnis zu dem Gesamtbeträge der Reichsaufwendungen sind.

Der Betrachtung zugrunde gelegt werden soll der Etat für das Finanzjahr 1922/23, so wie er im Augen­blick vorliegt. Seine Summen sind allerdings nicht mehr der Wirklichkeit entsprechend, weil er auf einem Dollarstand von ungefähr 200 aufgebaut war. während sich inzwischen eine neue Verschlechterung des Mark­wertes um mindestens ein weiteres Drittel ergeben hat. Aber das ändert zwar die Nominalhöhe der ein­zelnen Etatspositionen, nicht aber ihr gegenseitiges Verhältnis untereinander. Eine Veränderung in die­sem Verhältnis tritt höchstens in der Beziehung ein, daß die Friedenslasten, die ja zum größten Teil un­mittelbar in Goldwerten zu entrichten sind, der Geld­entwertung rascher folgen werden, als alle übrigen Positionen, daß sich also der prozentuale Anteil der Friedenslasten an den Gesamtausgaben mit der Geld­entwertung eher noch vergrößern wird. Dieser Anteil beträgt jetzt rund 70 Prozent der gesamten Reichs­aufwendungen — 188 von 265 Milliarden. Da am Friedenslastenetat aus eigenem deutschen Willen über­haupt nichts zu sparen ist, wird das Feld der Erspar­nismöglichkeiten zunächst einmal auf die Summen be­schränkt, die das Reich für seine eigenen, inneren Aus­gaben aulwendet, und das sind nicht mehr als 77 von 265 Milliarden, oder, in Verhältniszahlen, 29,3 Proz.

Aber auch innerhalb dieses Gebietes der eigenen Reichsbedürfnisse gibt es Positionen, bei denen über Er-' sparnisse überhaupt nicht geredet werden kann. Es sind das die 29,8 Milliarden für Verzinsung der Reichsschuld und die 11,2 Milliarden für die Kriegs­teilnehmer- und Hinterbliebenenfürsorge, die zusammen weitere 15,4 Prozent der Gesamtausgaben ausmachcn. Das Feld, in dem Ersparungsmöglichkeiten überhaupt versucht werden können, schränkt sich also weiterhin um 11 Milliarden auf 30 Milliarden oder 14,2 Prozent der Eesamtauswendungen ein.

Zn diesen 14,2 Prozent der Eesamtauswendungen sind, das muß man sich vor Augen halten, die übrigen Aufwendungen des Reiches samt und sonders enthal­ten. Es stecken darin die allgemeinen Verwaltungs­ausgaben in ihrer Gesamtheit, die Ausgaben für Heer, Marine und Polizei, für soziale Lasten, wirtschaftliche und kulturelle Ausgaben, Zuschüsse an die Gemeinden und Länder für Besoldungserhöhungen sowie die Zu­schüsse an die Betriebsverwaltungen der Reichseisen- babn und Reichspost. Es würde hier zu weit ^führen, ziffernmäßig, namentlich auch durch Vergleiche mit dem Vorkriegsetat, eine Berechnung darüber anzustellcn, wieviel an diesen 14,2 Prozent äußerstenfalls wirklich noch eingespart werden könnten. ' Aber es wird auch ohne besondere Beweise ins Auge springen, daß mit mehr als höchstens 1 Prozent auch im günstigsten Falle unmöglich gerechnet werden kastn, und- damit ist die Grenze jeder Ersparnispolitik im heutigen Deutschland tatsächlich schon sebr optimistisch Umrissen.

Es ist selbstverständlich, daß wir unsererseits auch diese relativ geringfügige Ersvarnismöglichkeit nach besten Kräften ausznvützen trachten müssen. Aber daß sie groß und endscheidend genug sej. das ungebeuer weittragende Institut einer fremdländischen Finanz­oberbeit zu rechtfertigen, wird niemand behaupten können, der die Dinge nicht durch die Brille bösen Willens betrachtet'

Der Oberkommandierende der englischen Rheinarmee.

Lr. Berlin. 27. März «"Eig. Drabtbericht.) Wie die •Jo- 3.‘ aus London erfährt. bat Generalleutnant Sir «•..{Säbln London verlassen, um das Oberkommando der vutuchen Rbeinarmee tu übernehmen.

Deutsches Gold bei der Bank von England.

Br Berlin. 27. März. ,'Eig. Drabtbericht.) Im Laufe rer. nächsten Woche wird damit begonnen werden, die 5 0 Millionen Goldmark, die bei der Bank von England als Grundlage für deutsche Industrie- und Han- lelskredite binterl-gt werben sollen, von der Reichsbank nam dort au überführen Nach einem bereits vor längerer veit vom Reichstag angenommenen Gesetze werden diese im Ausland befindlichen Goldbestände als zum Goldbestände cer AelDsbank gehörig bilanziert werden können.

Die französische Handelsschifsahrt und Deutschland.

^ Paris, 25. März. Im Senat antwortete der Mindelsminister dem Abg. Brindcau aus eine Interpellation über die gegenwärtige Krise der Sandelssckist- ta o r t. Die Krise ist allgemein, daher ergriffen Portugal. Evar.ien. Brasilien und Belgien Schutzmaßnahmen. England nadm Gesetze zum Schutze dessen an. was es die Schlüssel­industrie nennt. Deutschland leitete eine Politik ein die. falls ne durchgefubrt wird, geeignet ist. den französischen Interessen sehr zu ichaden. Als wir die Boykottierung, die über unsere Schiffahrt verhängt war. feststellten, haben wir auf divlomatüchein Wege Schritte unternommen und Deutsch- land aufgefordert, den Weg des allgemeinen Rechts zu be- >wu.iten und den Frieden von Versailles zu achten. Ta es nicht antwortete genügte es. während drei Tagen streng unsere oellrorschriften auf die deutschen Schifte anzuwenden, um Deutschland zu Verhandlungen zu veranlassen. Von jetzt ab werten untere Schiffe das Recht haben, in Deutschland Kcblen emziincbmen. sie werden auch das Recht haben. Aus- wendkrer aufzunebmen. Ich werde darüber wachen, daß unsere Rechte gewahrt werden. Sollten die geringsten Ver­stoße dagegen unternommen werden, so werde ich die Zoll­verwaltung ersuchen. d:e französtichen Bestimmungen genau orruwenden. Deutschland bat 12 Milliarden zum Wieder­aufbau der Flotte ausnegeben' mit dem Gelbe, das es uns schuldet, unterstützt es die Schiffahrtsgesellschaften.

Clemenceaus Antwort auf Lloyd Georges Note.

, , P- Paris. 27. März. ((Eia. Drabtbericht.) Bekanntlich bot die englische Regierung vor einigen Tagen ein Weiß- b u ch.b^kliusgcgeben. das ein Memorandum Llood Georges enthalt, der einen Frieden der Versöhnung emvfabl. Nun­mehr veröffentlicht Tardieu eine Note Elemen­te a u s . die dieser drei Tage nach dem Erscheinen des Weiß­buches als Antwort auf das Memorandum Lloyd Georges den Verbündeten zustellte. Elemenceau weist in diesem Memorandum daraus bin. die Methode Llvvd Georges wäre unzweckmäßig. wenn der Krieg für Deutschland lediglich ein europäischer gewesen sei. Man habe Deuticklanb aber seine Weltmacht genommen. Man dabe ihm seine Kohlen, seine gesamte Kriegsflotte, einen Teil seiner Handelsflotte als Reraratlonen sowie seine Außenmärkte abgenommen. Wenn man Deutschland beruhigen wolle, so dürfe man die Mittel nicht in Europa suchen. Man müsse Deutschlands Zuge­ständnisse kolonialer und maritimer Art so­wie Zugestandmsse auf dem Gebiete des Außen- »ande(s „ anbieten. Die von England vorgeschlagene Methode wurde nicht das gewünschte Ergebnis haben. Die Volker der neuen enroväischen Staaten bätten durch ihr Nationalgerubl dem bollchewikiscken Gedanken widerstanden. Die Politik der französtschen Regierung werde sich dieser Mgcn Volker anncbmen und sie wirtschaftlich unterstützen. Wenn im übrigen Deutschland seine Kolonien völlig und endgültig weggenommcn würden, weil es die Eingeborenen schlecht behandelt habe, mit welchem Recht wolle man dann m. Polen oder in Tschechien normale Grenzen Herstellen? Die Note Clemenceaus geht alsdann auk den Gedanken ein. der otzu'chliestende Frieden müsse Deutschland als gleichbe­rechtigt anerkennen und erklärt, angesichts der deutschen Mci.talität sei es nickt stcker. daß Deutschland den Begriff Cerechrigkeit so auffassen wie die Alliierten. Die Alliierten, die zusammen gekämpft hätten, könnten den Krieg daher nickt durch einen für alle gleichen Frieden be­endigen. Nach der englischen Methode würde eine Anzahl von Garantien den Seemächten zugestanden, so die Ab­tretung der deutschen Kolonien, die Ablieferung der deut­schem Kriegsflotte. die Ablieferung eines Teiles der Han- delsflatic und die Ausschließung Deutschlands von den aus­ländischen Märkten. Das gelte auch hinsichtlich der Grenzen von Polen und Böhmen, des Frankreich angebotenen Ee- bieisschutzcs und binstcktlich der kür die Saarkoble vorge- scklagenen Regelung. Das sei eine Ungleichheit, die einen schlechten Einfluß auf die Rachkriegsbeziekungen der Alliier­ten untere'nander haben könnte.

Wie dem ..B. L.-A." ans Paris gedrahtet wird, be­schäftigt sich der ..Temvs" in einem Leitartikel mit dem Memorandum Lloyd Georges. Der ..Temvs" stellt in dem Memorandum einen Angriff auf den Vertrag von Versailles.

Lloyd George unterbricht seinen Urlaub.

W. T.-B. London. 27. März. (Drahtbericht.) Lloyd George, dessen Gesundheit sich durch den Aufenthalt in Eriffith sehr gebessert hat, wird heute in der Downingstreet erwartet. Sein Urlaub ist jedoch noch nicht beendet. — Blättermeldungen zufolge wird der Premierminister sich wahrscheiylich auf einige Tage nach E h e p e r s begeben. Im Unterhaus wird er erst am 3. April erwartet, um an der großen Debatte teilzunehmen, in der die Regierung das Ver­trauensvotum für ihre Politik auf der Konferenz von Genua fordert.

Der Wafseustillstand zwischen Griechenland und der Türkei.

v. London. 27. Mär». ((Eia. Drabtbericht.) Di« ..Times" berichtet aus Konstantinooel. daß man jetzt geneigt ist. die D o r? ch l a ge b ft Alliierten a r. * u n e k>,m e n . wenn der Waffenstillstand auf einen Monat binausgeickoben wird. Die türkischen Nationalisten beadstchtigen. an de Annahme des Womi'st'llstandes die Bedingung zu knuvken. daß Tbrazien in den Wassenstillstand mit einbegriffen wird, und daß die Allicerten die Räumung dieser Provinz sowie die ron Anatolien zustchern. Die Regierung von Angora sei bereit, in diesem Sinne eine Note absebrn au lassen.

Die deutsch -polnischen Verhandlungen.

Br. Berlin, 27. März. ((Eia. Drabtbericht.) Der deutsche Bevollmächtigte in den deutich-volnlschen Verhandlungen. Minister a. D. Schiffer ist aus Genf hier eingetroNen und bat sich bereits mit dem Reichskanzler und dem Minister des Auswärtigen in Verbindung gesetzt. Aus deutscher Seite steht man keinen Anlaß, weitere Schritte »u tun. Das bringf ra auch die Abreise des Ministers a. D. Schiffer deutlich »um Ausdruck Sollten die Polen auf ihrer Erklärung ver­harren. !o wird ein S ch i i b s i v r u di Eaton oers un­vermeidlich sein. Eine solche Entscheidung dürrte aber wahr­scheinlich auch die Reichsregierung vor. die Notwendigkeit stellen, entsvrechende Beschlüsse zu lassen.

Tiefe Bestürzung in Oberschlesien.

W. T.-B. Kattowitz, 26. März. Die Genfer Meldung, wonach die polnische Abordnung die Zuständigkeit des Genier Konferenz-Schiedsrichters in der L i a u i d a t l o n s- frage ablednt. rief hier teils große Unruhe, teils tiefe Bestürzung hervor. Man siebt In den letzten Genfer Vor­gängen einen direkten Vorstoß Polens gegen den Präsi­denten Calonder und damit einen Versuch, gerade diejenige Persönlichkeit auszuschaltcn. die für die Bewoüncr des ab­getretenen Gebietes. und zwar nicht nur für die deutsche cberschlekischc Bevölkerung Eewäbr bietet, für gerechte Übergangsbestimmungen und für deren gereckte Anwendung. Nachdem man letztens erfuhr, daß in dem größten Teil der Streitfragen eine gütliche Einigung erreicht war. emvfindet man jetzt den plötzlichen Bruck in einer der wichtigsten Fragen um so veinlicher. Die Enttäuschung, daß an Stelle des Schiedsspruches, den man dieser Tage erwartete und mit Vertrauen entgegensah. eine neue Berschlevvung eingetreten ist. ist in allen Kreisen der Bevölkerung groß. Unter diesen Umständen findet der Entschluß des Reicksministers a. D. Schiffer, nach Deutschland zurückzukehren und lediglich das Rodaktionskomitee in Genf zucückzulassen. allgemeine Billigung.

Der Eifenbahnetat im Hauptausschutz.

Br. Berlin, 27. März. ((Eia. Drabtbericht.) Der Eisen­bahnetat wurde am Samstag wieder im Hauvtauslämtz des Reichstags behandelt. Der Personalbestand der Betriebs­verwaltung soll eingeschränkt werden. Bon den Gehalts­gruppen A 13 bis A 10 sollen 56 Stellen als künftig weg­fallend bezeichnet werden Bei 8. 8 und 7 lolle-i 812 Stellen künflig in Wegfall kommen. Bei den Gebaltsgruvoen A6 bis A 2 soll sich dieser Abbau auf 7967 Stellen ecitrecken. Angenommen wurde dazu eine Entickliebung des Demo­kraten Wieland, daß bei Durchführung der Streichungen die Parität zwischen Technikern und Juristen in Überein­stimmung mit dem Beschluß der Nationalversammlung vom 22. Oktober 1919 gewahrt werden müsse. Interessant war die Feststellung des Ministerialdirektors Kitzler daß in Cüddcrtschland im Gegensatz zu Preußen die Rubevause nicht in die Arbeitszeit eingerechnet werde. Die Bebauo- tung. die Staatswerlstätten arbeiteten billiger als die Privatwerke, bestritt der Demokrat Wieland. Dies könne eist erwiesen werdon. wenn nach seinem Antrag die Eiien- bahnwerkstätten vom Betrieb getrennt und über sie beson­ders Buch geführt werde. Jeder, der in der Industrie stehe, wisse ganz genau, daß heutzutage beim Ein- und Verkauf die Valuta und nickt der Markvreis der ausschlaggebende Faktor ist Die Verwaltung solle stch durch einen tüchtigen Finanzfachmann bei ihren Einkäufen beraten lallen und lick vor weiterer Markentwerlung rechtzeitig eindeckcn. Der Minister stimmte den Ansichten des Abg. Wieland bei. Di« Revaraturweikstätten der Eilenbabn seien bester auf Repa­raturen eingerichtet, die Privatindustrie sei aber bemüht, guo zu arbeiten.

Aus dem Hauptausschutz des Landtags.

ZV. T.-B. Berlin. 25. März. Im Sauotausschuß des Landtags ist bei der fortgesetzten Beratung des Haushalts der P e r g n e r w a I t u n g u. a. ein Antrag auf eine bessere Kartoffelversorgung der Bergarbeiter angenommen worden und ferner ein Antrag auf Verbietung der Eiverbung und Verarbeitung von Kartoffeln für land­wirtschaftliche und gewerbliche Brennereien so lange, bis die Serkstrcrsrigunk' der Bevölkerung mit Sveiiekartosfeln er­folgt ist. In den sogenannten Marktnotierungs­kommissionen soll auch den Verbrauchern Eelegrnhett gegeben norden. Kenntnis von den wirklichen Marktver- bältnillen zu nehmen. Ferner soll noch ein Antrag, der an­genommen uurde. dem wilden Aufkäuferwesen auf dem Korroffelmarkt energisch entgegengetreten und eine möglichst direkte Verbindung der großen Werke mit den landwirtichattlicken Eroßerzeugern und den landwirt­schaftlichen Genosti'nschaften herbeigeführt werden.

Der Achtstunden-Arbeitstag.

Br. Berlin. 2". März. (Ei«. Drabtbericht.) Im sozial- volitischen Ausschuß des vorläufigen Rcichswirtschaftsrates sprachen stch bei Beratung des Arbeitszeitgesetzes die Ver­treter der freien Gewerkschaften im allgemeinen dabin aus. daß sie die Beseitigung des Achtstundentages entschieden a b l e b n e n müßten. Die Stimmung in Arbeiterkrci'en sei durchaus gegen dicke Absicht. Die Vertreter der christlichen Gewerkschaften erklärten, man werde kaum mit dem Acht­stundentag cuskommen. In einer weiteren Sitzung wird der fozmlv>'litifche Ausschuß noch andere Sachverständige zu dieser Flage anbvren.

Auslandsunterstütznng für die gematzregelten * Eisenbahner.

v. Rotterdam. 27. März. (Eig. Drabtbericht.) Zur Uuterstutzung gemaßregelter Mitglieder der Reicksgewerk- fd;pft deutscher Eisenbahner sandte die holländische Lokomotivführer -Bereinigung 2 Millionen Mark, die dänische Lokomotivführer-Vereinigung 800 000 Mark.

, Landarbeiterstreik in Thüringen.

Br. Berlin. 27. März. (Eig. Drabtbericht.) Im Be­zirk Alsted t sst wegen Lobnstreitigkeiten ein Lardarbeitcrstreik ausgebrochen, der sich aus etwa 50 Be» ti lebe und verschiedene Gemeinden erstreckt. Die Notstand», arbeiten werden verrichtet.