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Sonntag, 19. Marz 1922.
Morgen-Ausgabe.
Nr. 133. ♦ 70. Jahrgang.
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Ungarn vor Neuwahlen.
Bon Dr. Wilhelm Nemeuy.
S Die Wahlagitation in Ungarn bat bereits begonnen:
« berüchtigten Führer der „Erwachenden Magyaren. ronav und Hijias hoben schon in öffcntlitfjen Versammlungen erklärt, daß sie jede liberale Regung auch m,.Bmr ersticken" werden und selbst ..über Leichen schreiten wollen . trtr;n itr Ziel' die Aufrichtung des „christlich-nationalen Ungarns", sonst nicht zu erreichen wäre. Schon vor zwei Jahren, an dem historischen Tag. als in Ungarn die.erst. Wabl aut der Grundlage des allgemeinen und gehermen Wahlrechts, bei Gleichberechtigung beider Geschleckter, vor- genonlmen wurde, wurde von nichts anderem gewrochen ais von dieser „Ausrichtung des christlichen Ungarns. Uno es kamen zwei volle Jahre des Schreckens und der Greueltalen, die Massenmorde van Keeskemet und Orgooanv: der
numerus clausus in Handel und Gewerbe und an den Dom- schulen: die Prügelstrafe: die vollständige Reckisunncher- beit: der rollige wirtschaftliche Untergang: ein wilder und zielloser Irredentismus. der reden Verkehr mit den Rack- vaistaatcn und damit den Wiederaufbau des schwergeprüften Landes unmöglich machte. Und über .all diesen Wirrnissen ibrcnte eine ohnmächtige Naiionalveriammlung. die gegen politische und wirtschaftliche Terroristen, die deute Urgain beherrschen, nickt aufkvmmen konnte weil sie leimt aus diesem Terror beraus geboren ward. Das Ergebnis der Wahlen zur Konstituante am 26. Januar 1920 konnte keinesfalls als die freie und uneingeschränkte Nrillensaune- r> ng des ungarischen Volkes selten, denn der Wahlagitation und selbst die Abstimmung wurden von einem Terror schlimmster Art beeinflusst und das Endresultat kam bei vollständiger Stimmenthaltung der liberal und vemokratuch denkenden Bürgerschaft und der Sozialdemokratie zustande.
Die io gewäblte Nationalversammlung batte me grobe Aufgabe, dem Lande eine neue Verfassung za geben uno darüber hinaus die Grundsteine zum Wiederaufbau des Landes zu logen. Es war vorauszuseben. das dreles Parlament dessen Parteien und Regierungen eine staunenswerte Wandlungsfähigkeit besonders in der Berfasiungsfrage bekundet buben, keine dieser Aufgaben lösen werde. Schon tue- Konfiguration der Nationalversammlung icklob rede produktive Arbeit von vornherein aus. und dazu kam. da« die Konstituante nach kurzer Tagung jeden Kontakt mit dem Volke verloren batte. Sie fristete ihr Leben vom gehässigen Partcizonk und von unendlichen Debatten über die Kmnas- fraae. Denn auch in det Berfasiungsfrage konnten um die Parteien nur in einem vielumstrittenen Verlegenbeits- piovifirium einigen. Da« auch das Problem der Wahlrechtsreform ungelöst bliebt, war unter loschen Umstanden eine selbstverständliche Folge der ganzen Lage
So kam denn jetzt der Ministerpräsident Graf Betblen. der als Regierungschef an der Diskreditierung des Parlaments rüstig milgeorbeitet bat. um für feine reaktionären Bestrebungen freies Feld zu haben in dre Lage, selbst me von der Nationalversammlung sanktionierte und zum Gesetz erhobene Wablrechtsordnuno des Kabinetts Friedrich ab- udndern und die bürgerlichen Reckte des ungarischen I'clkes erbel-lick, zu schmälern. Trotzdem nach dem Sturze der Röted'ktatur — nickt zuletzt aus Verschulden dieses wabnstnn'gcn Versuch? — in Ungarn wieder dieselbe agrarische feudale Reaktion ans Ruder kommen konnte, die sich in den Oktcberiagen 1918 in alle Schlupfwinkel verkroch und an dem Unglück Ungarns mitverantwortlich ist: konnte sich die Rogiening Friedrich der Gewährung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts noch nickt versiblietzen. Dem Grafen Betblen und keinen Hintermännern ist die, Gleichberechtigung aller Staatsbürger viel zu „linksradikal und w wurde der Umstand, da« die Nationalversammlung ohne Erledigung der Wahlreform auseinanderging, dazu benutzt, das Stimmreckt an verschiedene Kautelen zu knuvien. dre der alten vrrn«!schcn Wahlordnung verzweifelt ähneln und durch die die Zahl der Stimmberechtigten um rund eine Million berakgosetzi werden konnte Obzwar Presse und öffentlich; Meinung stark geknebelt, sind und selbst bekannte t-iirpo liehe Demokraten als „Kommunisten versihrren werden/ um gegen sto mit Hilfe der »''.allem brauchbaren S'mdcraerichte vv'geben zu können, befurchtet dm Reaktion deck eine Rsiderlaae und einen neuerlichen Avsb-nch eines- vernichtenden Volksnrteils. In den letzten Monaten, garte e? schon Tehr gefährlich denn Rot und Elend werden iistmer arö«er- d'e Arb-'-tslostakeit immer ausgedehnter und eine Gesundung der Wirtschaft ist nickt. ,u erwarten ..
Eine Proonoke aufzustellen, ist dennoch rnckt möglich: „Erwachende Moavaren". mordende Osirzier-Detachements. die politisierende Armee des Reichsverwesers Sortbv und das politische Internierungslager in Zalaeferszea. werden neben der reaktionären Einschränkung des Wahlrechts dafür sorgen doh wieder einmal ein Parlamentzustande gebracht wird, da- der niilitärisch-agrarisch-christlich-feudalen Reaktion ae- nebm ist. Es ist aKo nickt anzrmebmea. da« dieses unglückliche und vielgeprüfte Land nach der Beendigung der retzigen Wablen einer Zeit der Rübe und Ordnung cntsegengeoen wird! —
Ein Fnnkfpruch Tschitfcherins an PoincarH.
T „ B Paris. 18. März. Havas veröffentlicht den
an den Mimitervranoenren imiuoie, i» ». ,««=
Geführt wird: Auf der Genueser Konferenz.mutzten Sieger und Besiegte. Grast- und Kleinstaaten. Sonnet- und. Bourgeoisie-Regierungen. aleichderecktia t nebeneinander sichen Leider lalle das Verhalten den Schlu« zu. da« ein Teil der «inaeladenrn Staaten sich der festgesetzten Entscheidung eines Block? von Grobmäcktcn gegenubersteben wurde. Wenn die Pressemeldungen zuträten. wonach dieser Block rön Regierungen Porickläge macken wolle, die mit den Souveränitätsrechten und der Unabhängigkeit Rntzlands unvereinbar ieren. dann werde das unvermeidliche. Eraennio der Konferenz ein Feb lick lag fein. Weiter wird in der Rote gegen die Verleumdungskamvaane argen Rustland und gegen die Belmuvtuna protestiert, die Sowietregrerung wolle die Konferenz nur ru kommunistischer Provaganva benützen ebenso dagegen, da« sich in den Rustland benachbarten Gebieten sowjetfeindliche Banden bildeten. I,n »weiten Teil der Rote wird ausgeführt. da« mehrere Dekrete ä»nd gesetzliche Bestimmungen der Sowictregierung das Ge- Juimniti h»eiuoien Kanewonden» aauinticrttn. Alle
Verbrechen, auch die politischen. würden von den gewöhnlichen Gerichten abgeurteilt werden. Die Interessen und Bcsidrechte der Ausländer in Rußland seien durch die gegenwärtige Gesetzgebung der Sowietregierrmg ausreichend garantiert, ebsnio die Freiheit des privaten Handels rm Innern Nutzlands gewährleistet wenn auch der Staat stch vas Monopol des auswärtigen Verkehrs Vorbehalte. In letzterer Beziehung seien jedoch die Teilnahme von privatem Kapital lowie besondere Abmachungen ermöglicht. Ferner sei die Bildung von Aktiengesellschaften und Kreditbanken entsprechend der Gesetzgebung aller Länder geregelt. Dm Zeote icklietzt mit der Bemerkung, die Sowietregie- tuna werde sich nack Genua begeben mit der festen Absicht. in enge wirtschaftliche Zusammenarbeit mit
o.Uen,.Staaten zu treten, die sich gegenseitig die Unverletz- l'chkeit ihrer politischen und wirtschaftlichen Organisation entsprechend Artikel 1 der Bedingungen von Tannes garantieren wurden.
Die französische RüstungspropaganLa.
W.T.-B. ®«is, 18. März. In der gestrigen Kammer- sttzung rigriff AndrS Lefeore zu: Diskussion über die Dcercsresorm das Wort, indem er u. a. ausfübrte. Frankreich habe ein Drittel von dem. was es besessen habe, verloren, und kerne soziale Reform könne es dabin führen, da« diele: verlorene Reichtum in wenigen Jahren wieder gewonnen werde, wahrend Deutschland, das reparieren müsse, die eivzme grotze Nation Europas sei. die der Krieg unversehrt gelasien habe und die fähig lei. zu bezahlen. Deutschland könne offen keine schwere Artillerie meb: stellen, aber das tonne im Ausland geschehen. Die Gewehrschlösser könnten aber fabriziert werden, ohne da« jemand das bemerke. Der Redner wies aur ein Maschinengewehr East bin. das 2000 Kugeln in der Minute abfchietzen könne. Deutschland habe AutomoblltransvortgeieMchaften gegründet, die nur^ ebe- wallge Offiziere engagierten, um sich einen Fubrvark zu schaffen. Dm Mobil'sierunasbureaus rechneten mit sieben Millionen Mobilisierten. Das alte Regiment habe feine Mrbiläierungsstelle beibebalten. das fei die Kaserne. Dreioder viermal im Jahre vereinige man sich zu einem kleinen Fest, und wer daran nickt teilnebme. werde dann gefragt, warum er neckt erschienen sei. Jede Kompanie der Reichswehr stelle ein Regiment dar. das die alten Traditionen aufrecht erhalte. In Oberfchlesien habe der deutsche General bei dem Aufstand in einem Augenblick mebr als 100 000 Mann Freiwillig« zur Verfügung gehabt. Die Reichswehr sei nur ein Beseblsbeer. besten Mannschaften ehemalige Unteroffiziere seien General v. Seeckt habe es klar ausgesprochen. alle Mannschaften der Reichswehr mükten sich als Ii'stiuktoren. betrachten. Alle diese Tatsachen bewiesen die Nitlllvdrgkeit iur Frankreich, eine ernste militärische Ruitung aufrecht zu erbalten.
Die Schulden Frankreichs an Amerika.
Hm. Paris. 18. März. (Drabtbericht.) Stefanne Lausanne bespricht im „Matin" die Frage der französischen Schulden an Amerika und ist der Ansicht, da« Frankreich niemals laut und deutlich genug sagen werde, da« es drei Milliarden Franken schulde und da« es sie bezahlen werde Frankreich verleugne nicht seine Unterschrift oder seine Schuld. Es seren jedoch zwei Bedingungen zu erkennen. Die erste Bedingung sei. da« man Frankreich Zeit gibt und den Verfalltag angibt. Hat Frankreich nickt auch Deutlckland Verfalliage angegeben und Zeit gegeben: bat es ihm nickt einen Zeitraum von 75 Jahren gewährt, um feine Schulden zu bezahlen: bat es ihm nicht einen groben Nachla« ouf die Geiamtsckmld zugestanden? Die Neva- raticnskommisiion. die mit der Feststellung der Schulen beauftragt fei. bat die Gesamtsumme.' auf welche Frankreich für sieben verwüstete Departements und für keine Kriegs- vcnsicnen Anspruch bat. auf v 218 Milliarden Franken festgesetzt. Tr-.tzdem bat Frankreich sich aui der Londoner Konferenz vom Mai 1921 damit einverstanden erklärt, nur 68 Milliarden Goldmark zu erhalten. Das bedeutet zum Tageskurs umoerecknet. ungefähr 180 Milliarden Franken, oder bei Berechnung ,um Parikurs 85 Milliarden Franken, d. b einen Nachla« von 60 Prozent. Das seien Frankreichs Zahlungsbedingungen und Zahlungstermine. Wird Amerika für die Zahlung der Schulden keiner Alliierten weniger e"tgegenkemmend fein, als die Alliierten ihren früheren Feinden gegenüber sind? Die zweite Bedingnn« bestebe darin, da« man Frankreich nickt davon abbalten dürfe, sich bezoblen zu lasten, was tbm gefckuldet wird, wenn man haben will da« es selbst seine Schulden bezahlt. Man könne nicht sleichzertrq die Kaste Frankreichs leeren und verhindern. da« die Kaste sich wieder fülle. Wenn Amerika nicht die geringste Verminderung der Schulden eines Freundes zugeben wolle, wie könne es dann eine Verminderung der Schulden eines Gegners verlangen.
Las Moralorium für Deutschland.
Die Neubesetzung des Staatssekretariats für Indien.
v Paris. 18. März. lEig. Drabtbericht.) Der Londoner Korreivoudlnt des „Temvs" meldet, da« nach der Absage Lord Derbys und des Herzogs von Devonfbire das Ministcrrrim für Indien zu übernebmen. di« Angelegenheit wahrscheinlich durch eine kleine Umstellung im gegenwärtigen Kabinett mlöst weiden wird, und zwar ko da« der Kriegsminister Sir Evans die Stelle Montasues ernnebmen und durch den Parlamentsiekretär der Admiralität. A m e r v. ersetzt werden wird.
Eingebarenen-Revolt; in Britisch-Ostafrika.
Hm Nairobi lOstafrika). 16. März. Infolge der am 15. März erfolgten Verhaftung des Aufwieglers T l, u k u drangen etwa 1000 Eingeboren« vom Stamme der Kikuju in Nairobi ein und forderten die Freilassung Tkukuc. Es entstanden Unruhen. Die Menge hielt di« Sänften an und zwang die Europäer, zu Fu« zu gehen. Es gelang der bewafrneten Polizei nicht, die Menge zu zer- Urcueu.
Uw. Nairobi lOstafrika). 16. Mär». Die Einaeborenen- ben egung bat sich verschärf t. Eine protze Anzahl Ein- gcboiener aus dem Innern sowie die eingeborenen Haus- arb-iter haben sich an die Kikujus angeicklosten. Sie ver- fanimclton sich am Baknhoi und bei dem Polrzeilagcr. Die Triuvc. die brrbergeimfcn wurde, gab Feuer und zerstreute die Livgobrrenen. von denen etwa 20 getötet und 30 verletzt wurden.
v. Baris. 18. Marz. lEig. Drabtbericht.) Das -Kablo- gramm" gibt Einzelheiten über die Verhandlungen de» Wiedergutmachungskommission und schreibt dann, die Mesr- beit der Kommission habe sich auf den Grundiatz.etnes Moratoriums für Deutschland gestellt, aber über,dre Grundlagen desselben sei man noch nickt »u einer Einigung gekommen Die Engländer und Italiener wollten die deutschen Zahlungen auf 500 Millionen Goldmark fest- gisetzt wissen, oie Franzosen und Belgier dagegen auf 7a0 Millionen. Das Blatt meint, es Tei sehr wahrscheinlich, da« man sich auf einer mittleren Ziffer, viellelcht 600 Millionen Goldmark einigen wird.
Polizei und Beamtenstreit.
W. X.-B. Berlin. 17 März. In einer Verfügung des Ministers des Innern S e v e r i n g an die Pollreibeamten- «erbände iocickt er der P o l i z e i m a n n f ch a f t lerne Anerkennung über ihre Leistungen aus und betont besonders die Leistungssäbiakeit der Schutzpolizei, den ,br aeitell- :en Anforderungen zu genügen. Um so mehr spricht der Minister der Polizeibeamtenfchast feine Anerkennung aus. als an die Polizerbeamtenickaf^ mehrfach und in der verschiedensten Form das Slnsianen einer mittelbaren oder völligen Solidarität mit den Streikenden gestellt wurde. Der Minister führte aus. da« grundsätzlichl der Beamtenschaft das Streikrecht Kickt zuzubillrgen ist. da« aber auu, darüber hinaus die Neutralität oder gar eine Sympathiekundgebung zugunsten einer strer- kende p Partei in den wirtschaftlichen Kämpfen eine Verlegung der Beamtenpflickten darstell«. Die Weisung des Reichsverbandes der Bolizeibeamten. die ihm augefchlosienen Verbände, also auch für
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oreunischen Verband matzgebend ist. entivrecke nicht Erundsätzen des Ministers. Falls der Reichsverband in der Weisung ausgestellten Richtlinien beibebalten
für den den dir
. , sollte.
behalte sich der Minister weiter« Mabnahmen vor. Zum Schlüsse betont der Biinister in der Verordnung, da« alle Anordnungen über den Einsatz und das Wirken der Polizei, sowie über die Pflichten und das Verhalten ihrer Beamten ausschliehlich seine S-rcke sei. und da« Verbal- inngsmatzrcgeln von anderer Seite Anmabungen seien, aus die er. falls sie von den Verbänden, ausgeben sollten, mit Ablehnung jedes weiteren Verbandelns und Zulammen- arbeitens erwidern msisie.
Die Krise im Eisenbahnervertzaud.
Br. Berlin. 18. März. (Eig. Drabtbericht.) Die Krise im Deutschen Eisenbahnerverband nimmt einen immer gröberen Umfang an. Die Ortsgruppe Mannbeim des Verbandes bat jetzt umgebend die Einberufung eines autzerordentlicken Verbandstaaes beantraLt.
Das Hilfsmerk der deutschen Landwirtschaft.
Br. Berlin. 18. März. (Eig. Drabtbericht.) Wie die „D. Tagesztg." mitteill. bat die vereinigte Arbeitsgemeinschaft lc.r-d- t und forstwirtschaftlicher Arbeitgeber und Arbeitnehmer felgende Beschlüsie hinsichtlich des Hiliswerks der deutschen Landwirtschaft eesabt: Es ist Aufgabe beider Verbände der Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch geeignete Matznabmev einen dauernden Wirtschaftsfrieden in der Landwirtschaft herbeiruführen. Solche Matznabmen sind:
1. Hebung der Berufsfreudiakeit aller in der Lauda irt'chaft beschäftigten Personen durch Erweckung des Gefühls der Verantwortlichkeit für das Hilfswerk der deutschen Landwirtschaft und Vermeidung alles dessen, was die notwendige Arbeitsgemeinschaft zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern stören und die bestehenden Gegensätze verschärfen könnte.
2. Ausbau der sofortigen Durckführnna des tariflichen Schlichtungswesens für die gesamten und einzelnen Streitigkeiten, was dadurch möglich erscheint, die aesttzgeberischcn Körperschaften zu bitten. !m Rcicksbausbalt Mittel bereit zu stellen, ans denen die Kosten des tariflichen Schlichtungs- und Einisunsswefens bestritten werden
3. 'Ausbau und Vervollkommnung der landwirtschaft
lichen Tarifverträge im Sinne des Hilfswerks der deutschen Landwirtschaft. ^ .. ^ „ , .
4. Sicherstellung de? für Höchstleistungen erforderlichen Bedarfs an geeigneten landwirtschaftlichen Arbeitski ästen durch Ausbau der landwirtschaftlichen Facharbeits- vermittluvg bei den Arbeitsnachweisen.
5. Weitgehendste Förderung des Banes von ländlich e n A r b e i te r wo b nun ge n.
6 Sickerung der für Höchstleistung unbedingt benötig«« Zabl von ausländischen landwirtschaftlichen Arbeitern.
Ein „Daily Herald" in Berlin.
Br. Berlin. 18. März. (Eig. Drabtbericht.) Heute wird in Berlin zum erstenmal eine neue Zeitung in englischer Sprache erscheinen, und zwar der „Daily Herold". In der Redaktion befinden stch mehrere ameri» lanische Journalisten.
Papst Pius XI. für die Aufhebung der päpstlichen Gefangenschaft.
v. Rom. 18. März. (Eis. Drabtberickt.) Die päpstliche offiziöse „Eorrispondencia" kündigt an. daK anlählick des ercharistischen Kongresses im Mai d. I. der Paust aus dem Batikan herausireten und autzerbalb des Vatikans eine feierliche Prozession abhalten werde. Damit würde die Ltgcnde der sogenannten päpstlichen Eefanaeaschaft zerstört werden.
Eine Zollunion der österreichischen Nachfolgestaaten?,
Br. Berlin. 18. Mär». (Ei«. Drabtbericht.) Der „D. Alla. Ztg." wird aus Wien gedrahtet, der. ehemalige ungarische Finar^mivister habe in den Finanzvorbereitungen zu der Genueser Konferenz den Plan entwickelt, der Konferenz die Bildung einer Zollunion mit den Ramfolae- staaten vorzuicklagen. Angeblich sollen England und Frankreich ein« solche Zollunion gerne sehen. In der Presse der Nachfolgestaaten wird dreier VoriLlaa abaelebat.
