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Berliner «dteilnng des SSiesdadener Tagblatt»: Berlin

Dienstag» 7. März 1922.

Abend

Der Verfall.

Am Montag wurden in Berlin ftrr den Dollar, der im Frieden eine Parität von 4,20 M. mnehatte, 26 Mark gezahlt. Die Biark ist also mcht mehr den l-5 Teil ihrer Friedensparität wert. Damit nähert ste sich wieder bedenklich und in rapider EntwiÄung l«mem ürcbterlichen Tiefstand vom 8. November des vergam ^enen Wahres an dem der Dollar bis zum phantasti­schen Preis von 310 M. hinaufgetrieben war einem Punkte, an dem eine wirtschaftliche Revolution aller­schlimmsten Charakters über Deutschland here nzn- brechen drohte. Es kam dann lener Rückschlag bis zu 180, der sich erst gegen Ende Dezember wieder in sem Gegenteil verkehrte, um von nun an einer langsameren, dann schnelleren Aufwärtsbewegung Platz.^wachen, die nun mit einer neuen 33prozentlgen Entwertung unserer Währung ihren vorläufigen Abschluß gefun-

nicht notwendig, die Auswirkung solcher Entwicklungen vor einem Publikum, das i^>nliche Vor­gänge nun schon oft genug erlebt hat, noch einmal rm einzelnen auseinander zu fetzen. Die Teuerung die im Gefolge jeder Valutaentwertung emtrat. wird auch diesmal nicht ausbleiben. und sie wird scharfer sein als früher weil mehrere der Bremsen, dre eine allzu scharfe'Ausgleichung der deutschen Jnlandpreise an das Niveau der Valutenbewertung verhinderten, inzwi­schen abgetragen worden sind. Die Verbilligung der Brotpreise, die übermäßige Niedrighaltung der Bahn- und Posttarife bestehen gar nicht oder mindestens nicht mehr in früherem Umfang, die ^hlenprerfe stnd

außerordentlich erhöht, die ganzen.Grundlagen des Produktionsprozesses weit mehr als früher in unmittel­barem Zusammenhang mit der Lage am Weltmarke ge­bracht worden. Die Sintflut der Preise die über uns herein zu brechen droht, wenn nicht durch ein AZunder ein ganz unvorhergesehener Umschlag in der Entwicke­lung am Devisenmarkr eintritt, wird also furchtbar und verheerend sein, und keine Sorge kann groß genug sstn verglichen mit den Wirren und Noten, dre uns fast'unvermeidlich bevorstehen.

Wir alle wisien, daß es nichts anderes als d,e Re­parationen sind, die wie ein furchtbar verzehrendes Gift den Verfall unseres wirtschaftlichen Organismus bewirken. Wir haben in den letzte Monaten Nicht mehr eine passive, sondern eine aktive Handelsbilanz gehabt, Beweis genug, daß wir, wenn wir nur für uns selbst aufzukommen hätten, bereits wieder in eine Periode der Erholung gelangt fern mutzten Aber wir haben eben nicht nur für unsere Bedürfnisse auf- . mkommen. sondern auch für die Bedürfnisse lener Re­parationen, die uns durch den Versailler Vertrag auf- aebstrdet werden. Daß die Bestimmungen dieses Ver­trages unausführbar sind, bedarf keiner Versicherung mehr, nachdem die Gegenpartei selbst durch ihre wie­derholten Modifikationen des Schemas von London die Undurchführbarkeit ihrer Anfangsplane zugestan- den hat. Wenn es wahr ist. was der ,,Daily Tele­graph" dieser Tage meldete — und es ist sehr wahr­scheinlich, daß diese Meldung zutrifft —, wenn die Re­parationskommission den Betrag der deutschen Zahlun­gen pro 1922 wirklich' auf 720 Goldmillionen m bar und 1480 Goldmillionen in Sachlieferungen festgesetzt hat zusammen also auf 2170 Millionen, so steht schon dies m einem solchen Kontrast zu jenen rund 3600 Millionen Eoldmark, die man noch tm Mar vorigen Jahres feierlich als möglich bezeichnete, daß kaum eine schwerere Kompromittierung einerRegelung denkbar ist als diese faktisch vollzogene Revision bereits nach zehn Monaten. Aber selbst diese Revision wird wieder um­revidiert werden müssen, denn auch ste überschätzt noch bei weitem den tatsächlichen Grad der deutschen Leistungsfähigkeit und die begründeten Berechnungen, die von wirklichen Sachkennern in den Reparations­staaten angestellt worden sind.

Wann es zu dieser Revision der Revision kommm wird, steht vollkommen dahin. Der geschiebene Buch­stabe hat eine furchtbare Gewalt, er halt dre Menschen oftmals selbst dann noch in smnen Schlingen gefangmi, wenn sie bereits längst den Glauben an ihn verloren haben Für einige der beteiligten Volker hat der Ver­trag sozusagen schon ein Eigenleben gewonnen und es gelingt ihnen nicht, die Kraft zu entschiedenem Kampfe gegen seine unheimliche Existenz aufzubringen. Sie versuchen es also mit Umformungen oder m,t Hinaus- waerunaen die die Lage nur immer mehr erschweren. So haben war augenblicklich denZustand, daß selbst lene vom Dailv Telegraph" gemeldete Revision, deren Grundzüge bereits in Cannes feststanden, aus glatter Furcht vor dem Buchstaben noch immer nicht verkündet worden ist und daß Deutschland heute noch einer nur

auf Uirze Zeit berechneten Zwischenregulierung zu ge-

hochenhatlüe ihm auferlegt. alle 10 Tage 31 Mil­

lionen zu entrichten. Das macht 1080 Millionen nn Jahr, also weit mehr als jene 720 Millionen die man

bereits als äußerste Leistungsgrenze anzuerkennen be­reit ist. Es ist klar, daß die Devisenkaufe fur diese

Zahlungen in hervorragendem Maß« an dem neuen

Verfall der deutschen Mark schuld sind.

eine Pariser Meldung unrichtig ist. daß. Deuq^mw

für diese Dekadenzahlungen ern neues D^ratorm

nachgesucht habe, so ist natürlich -lchtig daß deutsche Regierung auf die Ubertrrebenheit dieser jortgei-yreu Belastungen selbst aus bet Gntenteperspektive herau wiederholt hingewiesen hat unb auf ihr selbst derjenigen Summe, die für 1922 rm Grunde ly

bereits festgelegt ist.

Bor der Beantwortung der deutschen Neparatronsnote.

D. Haag. 7. März. (Ei?- Drabtbericht^ Aus London wird drablws gemeldet: jitiwntsmintitw 5 * alliier- beute nack, P ar i - begeben um d«r Konferenz^er^aun ten Finar.zmmister be-zuwobnen. Di« Koni«: ^

eister Linie darüber zu entscheiden uaoe.. « c ge-

dereutmachungskomm tj fi L r• «raite 1922 zu geben werden sollen, den von ^eutfM. Ja« ^

vezablcndin Betrag ieitzuleUen. BekanntUM Trnlnes eme vorläufige <5 e r r ^ r». . q-i Millionen

der DeuMland ab 18.- 3anu« Me zebn Taae. 31 Eoldmaik zu zahlen batte-, Audervem wuror « ^ ^

Mögen, die deutsche Aemerung solle Anfang^reorum ^ ^ Wiede:gutmokbunp-kommillion . .einen. Ausgabe von

Zwar wurden du- verivromenen -ne,ve>> ^ erwartet. meckunsskommiMon zu überlassen.

Die Antwort Belgiens an die Reparationskommisston.

v Baris. 7. März lEf.^Drabtbericht.). ^ Dre^ bei- g i i ckr e Regierung bat bm^a 1 ’ - . Revarationskom- SCf in in t <nt Wi »-«>-«

ssaf,“ m« atrsiih.«—

i.ickt eriolst. .

Die Dekadenzahlungen »erden Deutschland nnmer schwieriger.

LWfMZMMU

erklärt babe^d,e. Ne'chsreSierilng raitb von

üchen- d« Dekadenrab nngen t t o Regierung

L da^die endgLMge Entscheidung über die Reparationen dringend erwünscht sei.

Italien verlangt eine erhöhte Entschädigung.

£ rp r, Maris 7 März Der römische Berichterstatter

i>e« Petit Parisien" will in italienischen oolitischen Kregen

Die Konferenz der alliierten Finanzminifter.

0 Barm. 7. März. (Eig. Drabtbericht.) Die Koni.

’m ?Smei»ra“l°Sl'd» loSl«»“™

zur Entscheidung übergeben worden.

Eröffnung der Konferenz von Genua am 10. April.

^.r.-R. Baris. 7. März. Die italienische Remeruns

Die Steuerkompromitzverhandlungen.

ban^Is’unb des 6a n trm erks 'M ReichsiinammmM-

s “V e 5 Aj es wurdet

Den Vertreterin ^der^ dnitüben Wirtschaft wurden ^stimmte

gestern die »übtet bet Deutschen Volksparte^Dr.L> l e^' - mann und Dr. Becker - -Hellen bennReichslanzeer^ ^ Beratung galt dem Steuerkomvromib und im besonderen ver Lwangsanleibe. über d,e Beratung lelbft üt sovrel zu ^en.

das; die Steuerkomoromch-Parteren nach wre vor g

sind, die Zwangsanlerbe.zustandezubrtngen. Auch :n meier

Besprechung konnten natürlich keine Beschlüsse gefatzt weroen R-icksministet Dr S e r m e s bat für Donnersiagnaa,

trau^l ft e n * VeVp ÄV« ng * 'über 'die

eingeladen. Er bat für diele ^svrechungen den Gewerk-

^chtigste^r°7en''l7nte?-' Welche/ Bermöaenssatz 'soll den Mabstab N d7e ^ de/Befeiligung an der Zwang-- unleibe bilden? Soll der Vermogenssab vom 31. Dezember 1922 als Matzstab angenommen werden?'Wann und wie sollen die Einzablungen erfolgen? Wurden wenn die Un­leibe nach dem Stande vom 31. Dezember1g22 demev wird, die Vorauszablungen auf Grund von Eelbstem ffliki^unaen die leder im des Jabres 1964 voröuneymen lZtte erfolgen 'könnet Könnte die Notopferveranlagung neben der Selbiteinichätzuna als Bemessungsmatzstab für die Grundlage und Höbe der Vorauszablungen benutzt werden? Welcher Zinsfutz lall vom 4 Jahre ab «rwab^t werden. ^ 2Btß wir bören. wird der n t n onso o 1 1 1 x1 1 13 1 -atts- fcbutz des Reickswirtschaftsra 1s am Donnerstag. Freitag und Samstag, zusammentreten. , Hierzu verlautet m parlamentarischen Kreisen datz dre Ernberustlng.dieses Aus­schusses auf Wunsch des R e , ck> s f, n a n z m i n r»e r s Dr. fictmes zurückgebt, der den Wunsch ausgesprochen bat. datz crü dieser Ausschutz über das Steuerkomprom,tz gehört vnrd. Finanzminister Hermes bat „verschiedene Fragen prinsimeller Natur ausgestellt, deren Erörterung er vor diesem Auslwutz von Fachmännern wünscht. Bor allem wird man über dir Frage der Ausgestaltung der Zw an gsanleibe verban­dein. Wie bekannt ift. bellndet ück m diesem Ausschrck. eine borke Opposition gegen die Zwangsanleibe.. deren Fubrer die Herren Mendelssohn und Silferding und.

Reichsfinanzmimster Hermes.

8r. Berlin. 7. März. lEig. Drabtbericht.) Me die Zeit" bört. bebt die Ernennung „ des Reichsernahrungs- minibers Dr. Hermes zum Reichsf,nanzmimber ,n den nächsten Tagen bevor._

DieFlugzeugfabrikalion in Deulfchland.

G'.'r.-L. Paris. 7. März. Wie der ..Matin" mitteilt. Ist nach langen Verbandlungen, besonders zwilchen Frank­reich und England, es den französtschen Delegierten gelungen, für die Fabrikation von Flugzeugen in Deutsck,land neun Punkte zur Annabm« zu bnngen. die als Dorbed in gun gen für die Fabrikation von Flugzeugen gelten sollen. Die ersten sieben Punkte sind tech­nischer Art: ste Setreffen die Bestimmung des Militarflua- -- Jeder Apparat, besten Motorkraft ,eme, gewiste

wTni.er hooebc Aber Poincar^ werde sicher der Erofinungs- sttzuiw beiwohnen, um hierdurch die Bedeutung »u erkennen zu gwen. die Frankreich dieser Konferenz beimeste.

Rathenau über die auswärtige Politik.

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"üb*Hl, Berat»», des allgemeine» dieser ©e*

fiatl »«_fÄftlK‘Vttfbf»ÄÄ fl.

zeuges: Jeder Apparat, oenen cmvcvirou^

Stärke übersteigt, der eine gewiste Eigengeschwindigkeit und die Möglichkeit besitzt, in bestimmter Beit eiiic aermste Hobe 3 H erreichen, der ferner erne bestimmte Nutzlast und gleich­zeitig ein bestimmtes Gewicht der inneren Einrichtung zu trasen imstande -ft. der ein bestimmres Derbaltn.iS de: Tragfläche im Verhältnis zur Motorkraft aufweist, wnd als militärisch ai'geseben und mutz zerstört werden. Verbalt sich der Apparat innerhalb dieser. Begrenzung, dann wird er als Sandelsflugzeug bezeichnet und kann fabriziert, auf Lager genommen, verwendet und ervorbert werden Der erstreckt sich cmf bt*e Kontrolle o er Fabriken uno ibres teckniscken Versenals. ,Der neunte

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Die internationale Luftfahrtkonvention.

W T.-B. Paris. 6. März. Wie der ..New Bork Serald" mitteilt wird die internatwnale Luftfahrtkon- ventiön. die während der Friedenskonferenz rn Paris anfgestellt aber durch Ablehnung der die Rechte der deut­schen Luftfabrer beschränkenden Paraaravben durch die neu­tralen Rimierun-gen noch nickt wirksam wurde, in den nächsten M cken n Kraft treten. Die S i g n a t a r m a.ck t e baben beschlosten' die Konvention sofort zu ra 1 ift,teren uick anbeti dann einen Ausscbutz einletzen der die auf D°utsch- inni\ hojiinfirfien Bestimmungen abandern soll. Es soll, da- pack Deullchland Ätattet fein, seine Nachbarland« zu über­fliegen dock soll eine gewiste Kontrolle des Botschafterrates beibibälten werden.

Die militSrifche KontroLe. w t -B Paris. 7. März. Wie der ..Petit Puristen mitteilt wird über di« Frage der militärischen Kontrolle weiter zwischen den alliierten Regierungen verbandelb In ^ Sibuna der B o ts ck af t e r ko nie r en, vom Sams­tag scheint ein K o m v r o m i tz zustande gekmnmen zu sein. vmi eimliscker Seite habe man daraus verzichtet. d^e Frome

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Mission von Versailles einen Entwurf

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