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Samstag, 4. Februar 1922.
Morgen-Ausgabe.
Nr. 59. » 70. Jahrgang.
Der Eisenbahnerstreik.
Die Zahl der Ausständigen.
»r. Berlin. 3. »ehr. (Eig. Drabtbericht.) Nack einer Lkelduns der JR. B. 3. bat ficfi die Streiklage iin ganzen Reiche und besonders in Berlin wesentlich ne r - schärft. Bisher streiken etwa 70 000 Lokomotivführer, wodurch aber 570 000 Eisenbahnarbeiter und 400 000 Beamte in Mitleidenschaft gezogen werden.
Kein Zusammengehen der Reichsgewerkschaft mit dem deutschen Eisenbahnerverband.
Sr. Berlin. 3. Febr. (Eig. Drabtberickt.) Der ..Vorwärts" meldet' Nach den bei dem Deutschen Erlenbabner- rerband eingegangenen Nachrichten sind vermutlich von der Reicksgewerkschafi Delegierte unterwegs, die in verschiedenen Orten das Gerücht verbreiteten, die Reichsgewerkschaft bar bib inzwischen mit dem Deutschen Eisenbahnerverband verbunden und fübre den Streik gemeinsam mit diesem. Dieses Gerücht beruht auf Unwahrheit. Die Reichsgewerkschaft bezw. ihr Vorstand bat auch jetzt nach dem Streikausbruch noch keinerlei Fühlung mit dem Eiienbabnerver- band genommen.
Die Lage im Direktionsbezirk Berlin.
W. T.-B. Berlin. 3. Febr. (Eig. Drabtberickt.) Die Eisenbaündirektion Berlin teilt über die Streiklage in ibrem Bezirk folgendes mit: Die Streiklage bat sich seit gestern abend dadurch verschärft, daß fast die gesamten W e i ck e n st e l l e r und Aufkichtsbeamten der gröberen Rangieraüterbahnböfe sowie die dem Deutschen Eisenbabnerverband angehörenden Arbeiter sich dem Streik angeicklosien haben. Es streiken zurzeit 98 Prozent des Lokomotiv- und Zugbegleitungsversonals. rund 80 Prozent det Weickensteller. rund 20—30 Prozent Eisenbabnassistenten rnd Eiient-ihnsekretäre und nahezu geschlossen alle dem Deutschen Eis.'nbahnerverband angebörenden Arbeiter. Trotz weiteren Einsetzens der technischen Notbilse liegt infolge der geschilderten Verschlechterung der Verbältnisse der Güterverkehr ganz darnieder. Auch die Ausrechterbaltung des übrigen lebenswichtigen Eüterverkebrs ikt in Frage gestellt. Gefahren wurden nach und von Stettin und Stargard 6 Personenzüge, von Hamburg ein V-Zug. von Magdeburg 1 Versonenzug. von Dalle 1 V-Zug und 2 Eil- eiiterzüge mit Milch und Vieh, von Görlitz ein Personenzug. ron Breslau 1 v-Zug. von Küstrin 2 v-ZLge und 2 Piebzüge. Bemerkt wird noch, dab die Hauptwerk st ätten. mit Ausnahme von Potsdam, in den Streik getreten sind.
Die Lebensmittelversorgung Berlins.
Br. Berlin. 3. Febr. (Eig. Drabtbericht.) Um die Lebensmittelversorgung Berlins einigermaßen aufrecht zu erbal-en. bolt das Reichsministerium für Ernährung und Wirtschaft sowie die Eisenbabnverwaltung alle verwendbaren Lastautos und schweren Fahrzeuge heran. um wenigstens die in der nächsten Umgebung Berlins cilfbnngbaren Lebensmittel beranzufübren. Rack Autos besteht erklärlicherweise eine starke Nachfrage. Dab dieses Beförderungsmittel nickt billig ist. ist erklärlich: eine Auto- >abrt nach Leipzig kostet z. B. 3000 M. und falls kein Rück- rassagier gefunden wird, das Dovvelte.
Verschärfung der Streiklage in Hamburg.
Sr. Hamburg. 3. Febr. (Eig. Drabtberickt.) Die Streiklage ist durch die Beschlußfassung des Deutschen Eiienbabner- verbandes verschärft worden. Der Verband beschlob in einer gestcrn abend stark besuchten Versammlung im Ge- Lerkschaftshaus. seine Mitglieder aufzufordern, sich dem vireik anzuschlieben. Danach werden jetzt auch die übrigen Beamten und Angestellten der Eisenbahn in den Ausstand eintreten. Dagegen bat der hiesige Ansschuh des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes in einer ebenfalls üestcrn abend im Gewerkschavshaus abgebaltenen Sitzung einen Aufruf gegen den Streik berausgegeben. Die ersten Rotznae. die gestern vom Hauvtbabnbof abgingea. legten ihre Fahrt ohne Zwischenfälle zurück. Es wird voraussichtlich beute gelingen, die Verbindung mit Kiel rnederhcrzustellen und einen Zug nach Berlin abfabren »u lassen. Zwischenfälle haben stch bis jetzt noch nicht ereignet, oa d>c streikenden Lokomotivführer und Heizer die größte Zurückhaltung üben und auch das fahrende Personal keinen Anlaß ,u Provokationen gibt. Die Eisenbahnbeamten wollen letzt, wie in einer gestern abend abgebaltenen Versammlung bekannt wurde, den Transport lebenswichtiger 'Gegenstände zulassen.
.... Br. Hamburg. 3. Febr. (Eig. Drabtbericht.) Durch den eisenbahnerstreik ist die Versendung von Seefischen Mch dem Binnenland vorläufig unterbunden. Heut« Nuh befanden sich im Ältonaer Fischversandbaus 70 000 Tennen Seefische. Weitere Zufuhren steben unmittelbar bevor.
Streiknachrichten aus dem Reiche.
. W. T.-B. Marburg. 3. Febr. (Eig. Drabtberickt.) Seit beute nackt 12 llbr ist auck hier das gesamte Lokomotrover- wnal in den Ausstand getreten, so dab auck hier der Zugver- iebr vollständig rubt. . .
. W. T.-B. Chemnitz. 2. Febr. Der Eisenbabnerstreik setzte «eute nackt in vollem Umfang ein.
^ _W. T.-B Emden. 3. Febr. Seit 12 Uhr nachts ist der oerionerrerkcbr in Ost friesland vollkommen Eingestellt worden. „ _
e, ®r. Kiel, 3. Febr. (Eia. Drabtbericht.) Vom hiesigen DKuvtbabnhof sind in den frühen Morgenstunden F e r n -
i.u g e nach dem Süden und Norden noch nickt abgeganaen. * l *J Milchzug. der abfabren wollte, wurde aufgebalten und muhte wieder rurückkebren.
Die Kommunisten beantragen Einberufung des Landtags.
Br. Frankfurt. 3. Febr. (Eig. Drabtbericht^ Wie wir iitabren. bat das Mitglied der kommunistischen rrraktton des preußischen Landtags Johann Knutb aus Frankfurt m :>nem Telegramm oen Präsidenten des preußischen Land- M ersucht, di« sofortige Einberufung des Hauses zu veranlassen mit der Tagesordnung: Stellungnahme
ifc m Eisenbahnerstreik und zur diesbezüglichen "rordnung des Reichspräsidenten.
Der Postverkehr.
.Br. Berlin, 3. Febr. (Eig. Drabtberickt.) Die Post - Verwaltung beabsichtigt, von morgen ab einen Krait- wasenverkebr Berlin-Leivsig. Berlin-Hamburg und Berlin-Hannover zu organisieren. Außerdem soll ein L n i t- »erkebr eingerichtet werden, der nur kur Driessendunsen bestimmt ist.
Die Gefahren eines Post- und Telegraphenarbeiterstreits.
^ Br. Berlin. 3. Febr. (Eis. Drabtbericht.) Nachdem die Elsenbabner in den Streik getreten sind, besteht die Gesa h r. dab die Post- und Telegravbenarbeiter. im Lause des heutigen Tages ebenfalls in einer Funktionarversammluns den Streik beschlieben. Im Falle, dab diese Versammlung für den Streik eintrete» sollte, wird auch der Post- und Telegravbenverkebr in ganz kurzer Zeit stilliegen.
Beschlagnahme der „Süddeutschen Arbeiterzeitung".
W. T.-B. Stuttgart. 2. Febr. Die heutige Nummer der .Süddeutschen Arbeiterzeitung" ist wegen Aufreizung der Eisenbahner zum Streik auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten vom 1. Februar beschlagnahmt worden. _
Drohender Streik der Berliner städtischen Arbeiter und Angestellten.
Br. Berlin. 3. Febr. (Eig. Drabtbericht.) x Die Urabstimmung in den städtischen Betrieben wird beute abend vre Entscheidung bringen, ob zwei Drittel der stadtiicken Arbeiter und Angestellten die an sich uiibedMtenden Differenzen zwischen dem Magistrat und den Arbelterorgan.l- iationen als genügenden Grund anseben. um den streik zu proklamieren. Die Funktionäre baden den neuen Manteltarif fast einmütig abgelebnt. Für den, Fall, dab sich eine Zweidrittelmehrheit für die Arbeitsniederlegung Herausstellen sollte, ist damit zu rechnen, dab der Streik am Montag früh beginnt. Morgen abend finden Zusammenkünfte der Funktionäre statt, uni dre Resultate der Urabstimmung zu besprechen. Wie die ..B. Z. Hort, bat der Arbeiisminifter sich bereit erklärt, mit der städtischen Verwaltung und den Arbeiterorganisationen Verhandlungen zu führen. Voraussichtlich wird die erste Besprechung vor dem Arbeitsministerium noch beute beginnen.
Bor schweren wirtschaftlichen Erschütterungen im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau.
W. T.-B. Halle a. d. S.. 3. Febr. Die Verhandlungen über den Manteltarif im mitteldeutschen Vraunkoblmberg- bau. die iinter dem Vorsitz eines Äertreters des Reicks- arbeiisministeriums geführt wurden, find nach zweitägiger Dauer als g e i ch e i t e r t zu betrachten. Das Schiedsgericht machte über alle sttittigen Fragen einen P e r m i t t l u n g s. Vorschlag, der nach Ablehnung durch die Parteien zum Schiedsspruch erhoben worden ist. Der Schiedsspruch steht eine Verlängerung der Arbeitszeit für Arbeiter vor. auberdem eine Loünkürzung der iugendlichen Arbeiter. Die wichtigste Frage des Ausschlusses ver Nichtorganisierten vom Bezug der Soziallöbne und der Urlaubsbezahlung soll einer iväteren Regelung Vorbehalten bleiben. Die Arbeitnebmer- vkrtreter stimmten dem Schiedsspruch nicht zu. Daher kann es. wenn es nickt im letzten Augenblick zu einer Verständigung kommt, zu schweren wirtschaftlichen Erschütterungen kommen. Die anschli ebenden Lobnver- bcndlungen wurden ebenfalls ergebnislos abgebrochen.
Poincai6 zum Programm von Genua.
Aus dem Reichsrat.
W. T.-B. Berlin. 3. Febr. Im Reichsrat ist gestern der Entwurf der Schlichtungsordnung gegen die Stimme Sachsens angenommen worden. Angenommen wurde ferner gegen di« Stimme Bayerns der Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, welcher den ärztlichen Behandlungszwang unter Ausschlub der Behandlung durch nichtavvrobierte Personen vorlckreibt. ein Verbot der Anpreisung von Heilmitteln in Zeitungen sowie der Meldezwang, welcher unter Umständen Krankenbauszwang vorschreibt und auch den Beischlaf unter Strafe stellt, wenn die An.steckungsgefabr wissentlich vorhanden war. Di« Übertragung soll auch allein besttaft werden, wenn eine Ehe unter solchen Umständen geschlossen wird. Einstimmig angenommen wurde eine Veroronun» zur Änderung der Fernsprechgebühren, wodurch die dringenden Presiegeioräche neu geregelt werden. Danach werden einheitlich im Reiche bestimmte Sperrstunden festgesetzt, von 8 bis 9h llbr vormittags und von 1 bis 5 Uhr nachmittags, innerhalb derer die Presse für ihre Gespräche keinen Anspruch aus Vorrang und ermäßigte Gebühr bat. Dringende Preffegesvräche sind auch Nachrichten über sportliche Veranstaltungen und Einrichtungen, so weit sie Jugend- und Volkwoblfabrtsvflege. dienen. Die Neuregelung soll nach den Reichsratsbeschlussen am 1. März in Kraft treten.
Hungerstreik der kommunistischen Festungsgefangenen in Marburg.
Br. Marburg. 3. Febr. (Eig. Drabtbericht.) Die kommunistischen Festungsgefangenen find in den Hungerstreik getreten. Von den 0 Eeiang-men verweigern 4 jegliche Nahrungsaufnahme, weil ste mit den Unterbringungs- verbältnissen nicht einverstanden sind.
Diplomatisches Fest beim Berliner englischen Botschafter
Br. Berlin, 3. Febr. (Eia. Drabtbericht.) Der englische Botschafter in Berlin. Lord d A b e r n * n. und seine Gemahlin empfingen am Mittwochabend, die ganze divloma- tilche Gesellschaft Berlins im Botschaftsgebäude zu einem diplomatischen Kostümfest. Die deutschen Teilnehmer erschienen, wie die ..Ä. Z. berichtet, angemessen der politischen Lage, fast durchweg im einfachen Frack ohne iedes Kostüm. An der Feierlichkeit nabmen Reichskanzler Dr. W i r t h und Dr. R a t h e n a u. der als neuer Außenminister allgemein begrübt wurde, teil.
W. T.-B. Paris. 3 Febr, Wie der ..Matin" oelichtet. ba Ministervräiident Poincarö den Entschluß gefaßt, aui diplomatischem Wege an die alliierten Regierungen Bemerkungen über das in Tannes festgesetzte Programm su« die Konferenz von Genua zu richten. Er werde u. a. den ersten Paragraphen der Resclution. der von der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten Rußlands spricht, bemängeln und die Frage stellen, wie man diesen Paragraphen mit der Notwendigkeit, von Rußland Garantien hinsichtlich der AusWrung der Verträge zu erlangen, vereinbaren könne, um so mehr als die augenblickliche russische Gesetzgebung das Privateigentum nicht anerkenne. Auch der zweite Paragraph der Resolution, der die wirtschaftliche Wiedererbebung aller Länder und die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen zwischen allen Staaten versehe, siebe im Widerspruch nnt dem darauffolgenden Paragraphen, in dem gesagt werde, daß an den bestehenden Verträgen nichts geändert werden solle. Außerdem werde Voincarö die wichtige Frage auswerfen, ob der Völkerbund von diesen internationalen Debatten ferngebalten werden solle. Das fei der allgemeine Sinn der Rote, die jedenfalls schon heute eine diplomatische Aussprache zwischen den Mächten veranlassen werde.
Verschiebung der Konferenz von Genua?
v. Poris. 3. Febr. (Eig. Drabtbericht.) Sollte die Demission des Kabinetts Bonomi Tatsache werden, so müßte wabrsckeinlich mit einer Verschiebung der Kousirenz von Genua gerechnet werden, da die neue italienische Regierung die Verhandlungen mit den einge- ladenen Mächten erst wieder von vorn anfanaen müßte.
Die russische Abordnung.
8m. Rom. 2. Febr. hHavas.) T f ch i t s ch e r i n bat Vonomi mitgeteilt. daß der allrussische Vollzugsausschuß die ruWchc Äbordnur-g zur Konferenz von Genim mit den weitestgehenden Vollmachten zum Verhandeln iirtb zum Äbschließen von Abkommen über alle Fragen,a».s- gestattet habe. Dir russische Abordnung deren Mitglieder olle die gleichen Rechte besäßen, letze sich zusammen aus Lenin als Vorsitzendem. T s ck i t i ch e r i n als zweiten Vorsitzenden. Krassin. Litwinow. Joff,e. Borowski und Vertretern der mit Rußland verbündeten Sowiet- revubliken. _
Das Programm der nächsten englischen Parlaments- tagnng.
W. T.-B. London. 3. Febr. Das Kabinett ist gestern inittag unter dem Vorsitz Lloyd Georges zusammenge- treten. um über das Programm der nächsten Parlamentstagung zu beraten, die drei Hauptfragen um- tasten soll: die irische Gesetzgebung. Svarsamkeitsmaßnabmeu und die Reform des Oberhauses. Drei Hauvtabänderungs- anträge find für die Debatte über die Adresse als Antwort auf die Erklärungen der Krone angekündigt:
1. ein Antrag der Unabhängigen und Liberalen über den Freihandel:
2. ein Antrag der Unabhängigen und Liberalen über die Svariamkeitsmabnahmen: und
3. ein Antrag der Arbeiterpartei über die Erwerbslosigkeit.
Das neue franzöfifche Militärgesetz.
W. T.-B. Paris. 1. Febr. Wie einige Morgenblätter melden, stebt eine Umgestaltung der geplanten Militärreform bevor. Trotz der Herabsetzung der Dienstzeit verursache die Durchführung der militärischen Reform eine Mehrausgabe von £>00 Millionen Franken. In den Wandel- gangen der Kammer habe sich gestern P i v i n n t febr schar? gegen den Gesetzentwurf ausgesprochen und habe sogar erklärt, man dürfe sich dann nicht wundern, wenn Frankreich in der Welt des Imperialismus und des Militarismus bezichtigt werde. Wenn der Gesetzentwurf so angenommen werde, wurde er Frankreich nicht, wie er versprochen habe, auf der Konferenz von Genua vertreten.
W. T.-B. Paris. 3. Febr. Vor dem Finanzausschuß der Kammer erschien gestern Kriegsminister M a g i n e t. um sich über die Frage auszusprecken. ob durch die geplante Herabsetzung der Dienstpflicht Mehrausgaben im Betrage von ungefähr 800 Millionen Franken im Vergleich zum Budget für 1922 notwendig würden. Der Kriegsminister erklärte. das Budget für 1922 habe den Effektivbestand des Heeres durch zablreiche Beurlaubungen und durch Nicktbe- iLcksichtigung der Reserven berabgemindert und es auch nicht in Berücksichtigung gezogen, daß nach dem Gesetz den Familien mit zahlreichen Kindern eine Entschädigung zugebilligt werden müßte. Ein derartiger Zustand batte nickt obne schwere Ungelegenbeiten für das Heer selbst fortgesetzt werden können. Rach seiner Ansicht wurde das neue Militär g e s e tz nur eine Mehrausgabe von 231 Millionen erfordern: aber wenn man die integrale Slnwendung des Zwei- jabrgesetzes für das Jabr 1922 dagegen in Betracht ziehe, würde man durch das Gesetz für die 18monatige Dienstzei: etwa 40 Millionen ersparen. Die Frage wurde schließlich offen gelassen: aber es soll in einer späteren
Sitzung sestgelrgt werden, wie man durch Maßnahmen die notwendigen Budgeterleichterungen erzielen könne.
Ein provissrisches franzöfisch-portugiesisches Zollabkommen.
IV. T.-B. Paris, 3. Febr. Wie die Havasagentur mitteilt. ist zwischen der französischen und der portugiesischen Regi-rung auf die Dauer von sechs Monaten ein provisorisches Zollabkommen getroffen worden, durch das Portugal den Zollaufschlag von 80 Prozent gegenüber französischen Produkten nicht anwendet. Frankreich dagegen Portugal ein monatliches Kontingent von 5000 Hektoliter Wein bewilligt.
Griechenlands Eintritt in die Kleine Entente.
v. BelKrad, 3. Febr. (Eig. Drabtbericht.) Hier glaubt men. daß Griechenland demnächst in die Kleine Entente ein- treten wird. Der griechische und der rumänische Tbron- olger haben aur ihrer Durchreise mit dem König le ran der eine längere Unterredung gehabt.
