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Samstag. 31. Dezember 1921.

Abend-Ausgabe.

Nr. 598. ♦ 89. Jahrgang.

Ein Rückblick.

fas

fluht Am ftäilften trat das m die Erichetnun» ourck das Londoner Ultimatum.

das uns Revarationsmblungen ausnötigte, die von unseren Sachverständigen sofort sur unausführbar erklärt wurden. Das dielt aber England nicht ab. lick schlieftlick vollständig aus die Seite Frankreichs zu Aellen und uns rur Annabm^ des Ultimatums ,u zwingen. Lloyd George lieh dabei durchs blicken, dah er sich als Gegenleistung in der oberichlekscken Frage aus den Standvunkt des edrllchen ^viels stellen iverde. Der Verlaus der Dinge Kat gezeigt, dah das Deutsche Reick tatsächlich nickt in der Lage war die übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen. Die Bezahlung der ersten Gold- Milliarde bat unsere Valuta eine Zeitlang um das Fünffache idres Standes bei der Aufnotigung des Londoner Abkom­mens verschlechtert und auch letzt noch ist de dreimal w schleckt als sie damals war. Andererseits bat Enaland das Verivrecken Llood Georges m der oberscklesrscken Frage nickt emgelöst. dock davon ,vater. Die direkte Foige der Aufnott- guna des Londoner Revaralwnsplans durch das am 12. Mut ablausende Ultimatum war der

Rücktritt des Reichsministeriums. Febrenback.als Ministerpräsident und Dr. Simon als Minister des Auftern. die sich am meisten in der Revarations- frage getroffen fühlten, schieden bei der Neubildung dko Ministeriums durch den bisherigen Relchsflnanzmlnister Dr. Wirtb aus. Die,er übernahm selbst das Ministerium oes Auftern neben dem Präsidium des neuen Kabinetts. das sich im übrigen wiederum aus Ministern der bisherigen Koali­tionsparteien — Sozialdemokraten, Demokraten, und Zen­trum — »uiammenietzle. Das Ministerium Wirth nahm ebenfalls wieder aus auhenpolitiscken Gründen seinen Rück­tritt. Die diplomatische Niederlage, die England in der Frage der ^ _

Teilung Oberschlestens

.rlitt. bat auch das erste Ministerium Wirtb ,u Fall gebracht. Nachdem sich Llood George lange der Teilung des oberschle­sischen Industriegebiets widersetzt hatte, wurde diese.. Frage, um zu vermeiden, dah England und Frankreich darüber rn Uneinigkeit gerieten, dem Völkerbundsrat uberwiesen. In diesem gelang es aber französischen Einslüssen. die von Eng­land bekämpfte Teilung des oberfcklestfchen Industriegebietes ganz den französischen Wünschen entsprechend durchzusetzen. so dah Deutschland den grössten Teil der oberschlestschcn Koblen- vrodukrion und die gesamte Zinkvroduktion an Polen verlor. Und das, trotzdem stck der deutsche WiederausbaumlNister Ratbenau durch den Abschlutz des

Wiesbadener Abkommens

bemübtr. den guten Willen Deutschlands zu zeigen und Frank­reich wenigstens durch wertvolle Sacklieferungen dafür zu entschädigen, datz es die erhofften Eoldmilliarden nicht be­zahlen konnte. Dieses Abkommen von Wiesbaden stellt eine Erleichterung in der Zablungsweile für Deutschland dar und auch der deutschnationalc Abgeordnete Wallrai der frühere Kölner Oberbürgermeister, konnte in einer deutsch- nationalen Versammlung in Frankfurt a, M, nickt umbin. das Wiesbadener Abkommen in seinen Erundzügen zu billigen. Er hatte nur nuszusetzen, dah cs gerade zur Zeit der Entscheidung über Oberschlesien von Ratbenau abge­schlossen wurde. Aber eine für Deutschland so ungünstige Teilung Oberschlestens, besten Industriegebiet sich bei einer Volksabstimmung mit erheblicher Mcbrbeit für den Verbleib beim Deutschen Reick ausgesprochen batte, batten in Deutsch­land auch die stärksten Pessimisten nicht erwartet. Unter diesen Umständen war es unmöglich, dah Deutschland noch Koran denken konnte, seine Verpflichtungen aus dem Lon­doner Revarationsabkommen zu -rfüllen und es kam zum Rücktritt des Ministeriums Wirth.

Versuche, ein Koalitronsministerium auf breitester Basts unter Einbeziehung der Deutschen Volksvartei zu bilden, blieben erfolglos. Das Mihlingen dieses Versuches batte die Wirkung, dah kick auch die Deutsche Demokratische Partei nicht mebr an der Bildung des zweiten Ministeriums Wirtb beteiligte und lediglich den ihr angebörenden Reichswebr- vnnister Dr. Gehler aus besonderen Gründen in das neue Kabinett Wirtb eintreten lieh, das stch auherdem nur aus Angehörigen her Zenirumsvartei und der Sozialdemokratie miammenfetzte. Das Wiederanfbauminiftenum ist bis beute noch nicht wieder besetzt. Auch das Reicksfinanzministerium wird vertretungsweise immer noch von dem Ernäbrunss- minister Dr. Hermes mitverfeben, und dos Ministerium des Auswärtigen leitet auch letzt noch der Reichskanzler selbst.

War es im Auautt schon nur mit der gröhten Miibe mög­lich. die damals fällige Goldmilliarde zu rablen. so durste es als ausgeschlossen erscheinen, die im Januar und Februar fälligen weiteren Roten aufzubringen, ohne die ganze deutsche Finanzwirtschaft vollständig zu zerrütten. Deutschland muhte dober notgedrungen um eine

Zahlungsstundung

für die ru Anfang des nächsten Jahres fälligen Revarations- iablungen nachsuchen. Eo fand auch bei England geneigtes Gehör und Llood George und seine wirtschaftlichen Rat­geber erklärten stck bereit, die Revarationsfrage ihrem ganzen Umfang nach unter Berücksichtigung der veränderten deutschen Verhältnisse van neuem aufzurollen und unter Um­ständen auf die deutschen Zahlungen an England zugunsten der vom Kriege direkt geschädigten Länder zu verzichten. Aber in Frankreich erhob sich wiederum der stärkste Wtder- ivruck seien die englischen Absichten. Bereits bei den Vorbe­sprechungen zwischen Llood George und Briand in London machte sich ein gewisses Nachgeben Englands bemerkbar und es ist sehr zu befurchten, da« bei den

Derbandlungen des Obersten Rates in Cannes di« französische Diplomatie.,um Nachteil der gesamten Welt- »irtlckast wieder den Sieg davontraoen wird. Auf der Washingtoner Konferenz lehnte Frankreich jede Abrüstung zu Lande ab und bat neuerdings durch die Forderung einer auherordentlick hoben Tonnenziffcr für seine U-Bootflotte die- Gefahr heraufbesckworrn. dah die ganze Konferenz zum Tckeitern kommt. Das.wäre namentlich im Hinblick auf die Ausgleichung der amerikanischen und javanischen Gegensätze in Ostasien und im Stillen Ozean sehr zu bedauern.

Die Ovvosition Frankreichs richtet sich aber nickt nur «egen alle Mahnabmen. die Deutschland irgendwie zugute kommen könnten, sondern fast ebenso sebr gegen die W»e- dereinbeziebung Ruhlands in bis politische und wirtschaftliche Weltgetriebe. solange es unter feiner jetzigen Regierung steht.

In den einzelnen deutschen Länder«

boben stck innerhalb der Regierungen mancherlei Derände- iungen vollzogen. In Vre uhe n ist es gelungen eine Koalition für die Regierung zu bilden, der die Sozialdemo- kralen. das Zentrum, die Demokraten und die Deutfcke Volks­martei angebören. In Bayern muhte das Ministerium Kabr. weil es stck in allzu reaktionäre Bahnen lenken lieft, feinen Regierungschef ausschiFen, an dessen Stelle der bis­herige Reicksvertreter in Darmstadt getreten ist. der stck »um Zentrum räblt und bemüht ist bessere Beziehungen zum Reim ausreckt ru erkalten als sein Vorgänger. In Baden, in Hessen und in Thüringen fanden Neuwahlen zu den Landtagen statt, die in Raden und Hessen, wenn auch die Rechtsvarteien eine gewisie Zunahme erfahren haben, dom nichts an der allgemeinen volitifcken Lage änderten, io das Sozialdemokraten. Demokraten und Zentrum wiederum die Regierung übernabmen. Zum Staatspräsidenten wurde in Baden der bisherige demokratische Kultusminister Hum- m e I gewählt, in Hessen wieder der bisherige sozialdemo­kratische Staatspräsident Ulrich, In T h ü r i n i e n bil­deten die Mebrbeit-sozialdemokraten und die Unabhängigen ein rein sozialdem okrati sches Minister i u m. d«s aber bei der »«ringen M-Hrbeit der sozialdemokratischen Parteien auf etwas schwachen Fühen steht,

Bon ehemalige:' gekrönten Häuptern sind im verflossenen Jahr die frühere deutsche. Kaiserin, Wilhelm von Schwaben und Ludwig III. von Bayern gestorben. Eie wurden in ibren Erbbegräbnissen feierlich bestattet. Die Münchener Trauer- i-irrlickkeit für Ludwig III. wurde zu einer -rohen Demon­stration für di« Monarchie ausgenützt. Der frühere bayerische Kronvrinz glaubte, obwohl er auf seine dynastischen Reckte und die Thronfolge in Bayern verzichtet batte, er durfte die Gelegenheit nickt voriibergeben lassen, ohne stck als Präten­dent für den bayerischen Thron aufzuspielen. Er erzielte aber mit dieser Kundaetung nicht den gewünschten Erfolg. Ge­kackt sei auch des Todes des Königs Peter von Serbien, von innere« Unruhen

ist Deutschland auch im abgelaufenen Jahre nicht verschont geblieben. In Mitteldeutschland loderten im März wieder kommunistische Unruhen aus, bei denen besonders der berück- tigte H ö l, eine Rolle spielte. Es bedurfte erheblicher An-, strenaungen der aufgebotenen Pslizeitruvven. um der Un­ruhen Herr zu werden. Die Aufrührer batten bereits vielen Schaden an Eisenbahnen, in der Industrie und auch auf dem flachen Lande angericktct Auch zahlreiche Menschenleben fielen dielen Wirren zum Osler, Den Hauvtstützounkt der Kommunisten bildeten die zu einer Art Festung eingerickteten Leuna-Werke, die von den Palireitruvsen regelrecht erstürmt wurden. Hoffentlich bat sich nun- allmählich im deutschen Volk die Überzeugung durckacrungen dah mit gewaltsamen Umwälzungen keine bleibenden volitischen Erfolg« zu erzielen sind. Gewalt ist in der Politik immer nur das letzte Mittel, aber es darf nicht zur Gewohnheit «erden. Das sollten sich auch die

Effrnbalmer

merken, die jetzt wieder in Westdeutschland durch Arbeits­einstellung ibre Lobnverbaltnisie zu verbessern suchen. Leben»- wicktiae Betriebe, wie dieEüenbabnen. van denen das Wohl und Webe des gesamten Wirtschaftslebens eines Landes ab- hänst. dürfen nickt kür private Interessen miftbraucht werden, um io weniger, als derartige gewaltsameErverimente. wie ein Eiienbabnerstrelk., eine starke finanzielle Schädigung für das Reick bedeuten, das wirklich nickt in der Lage ist, bei dem an und für sich schon vorhandenen Defizit der Staatsbetriebe auch noch fijr solche künstlich berbcigefubrten Verluste die Deckung zu übernehmen. Ferner besteht immer die Gefahr, dah ein derartiger Streik von unruhigen Elementen zum Ausaanasvunkt neuer Putschversuche gemacht werden könnte. Deutschland aber bat im kommenden Jahre Rübe nötig, um seinen inneren Wiederaufbau fortsetzen und die Verpflich­tungen erfüllen zu können, die ihm aus dem verlorenen Krieg erwachsen sind. Eine rubige Aufwärtsentwicklung ist das Beste, was wir dem deutschen Volke fürs kommende Jahr »u wünschen vermögen. Mögen das' alle jene beherzigen, die es anaebt. vor üllem iene Parteien von rechts und von links, die bis jetzt immer wieder dem ruhigen Wiederaufbau Deutschlands Schwierigkeiten bereitet haben.

Die Ermittelungen in der Mordsache Erzberger.

Bi-. Berli«, 31. Dez, (Eig. Drahtbericht.) Wie das .,V. T." erfährt, fand kürzlich in Offenburg eine Be­sprechung über den Stand der Ermittlungen in der Mord- fache Erzberger und der damit verbundenen Untersuchung gegen die sogenannte Geheimorganilation 6. statt. An der Besprechung beteiligten stch der badische Justizminister, der Reichskommissar für die öffentliche Ordnung, der Ober-

S aatsanwalt von Karlsruhe, der Oberstaatsanwalt von lküncken, ein sächsischer Staatsanwalt sowie di« beiden badi­schen Staatsanwälte und die beiden badischen Untersuch­ungsrichter. die den Fall Erzberger sowie die Untersuchung gegen die Geheimbündler geführt batten. In dieser Be­sprechung wurden Beschlüsse über die Weiterbehandlung der Sacke gesaht. Die Untersuchung gegen die Geheimbündler ist im wesentlichen abgeschlosien Sie hat ergeben, dah die Geheimorganisation C. sich in der Tat über das ganze Reich erstreckt und in allen Provinzen Preuhens einschlirhlich des besetzten Gebietes iow'e>!n allen anderen Lündorn mit Aus­nahme Badens verbreitet ist Es ist damit zu rechnen, dah demnächst Anklagen erhoben werden Was die Untersuchung gegen die Mörder Erzbergers und tbre Helfers- Helfer betrifft, so sind die Ermittlungen in dieser Richtung noch nicht abgeschlosien, wesba^b auch noch nicht abznsehen ist, wann es zu gerichtlicher Entscheidung kommen wird. Immerhin ist so viel bisher aus der Untersuchung hervor­gegangen. v dah nicht nur schwerwiegende Anklagemomente gegen dir flüchtigen Täter, sondern darüber hinaus wichtige Feststellungen über ihre Helfer und über die volitischen Motive bekannt geworden sind. Das Material soll durch die weiteren Ermittlungen noch «raänrt werden.

Der Eisenbahnerstreik.

Oe. Berlin. 31. Dez. über die Eisenbahnlage im westlichen Deutschland, teilt das Reichsv«rkebrs- ministerium mit: Im Bezirk Köln wird der Perioncnvev- kcbr im allgemeinen aufrecht erbalten. Im Bezirk Elfen nur zum Teil, da dir Lokomotiven nickt mehr bekoblt wurden. Der Eüterverkeür ruht im Esiener Bezirk gröhtenteils. beson­ders über die westlichen und östlichen Babnböfe des Bezirks hinaus. *

D*. Elberfeld. 30. De». Durch den Eifenbabnerftreik iS m Sch w e l m di« Versorgung des Kreis-Elektrizitätswerk- in Mitleidenschaft gezogen, da keine Kohlen mebr vorhanden sind. Die diesem Werk angeschlosienen Betriebe liegen seit gestern abend still. — Der Eisenbabndirektions- vrälidentvon Elberfeld erlieft einen Aufruf, in dem er die Babnbedicnsteten vor den Folgen eines Tarif- drucks warnt und darauf aufmerksam macht, daft. wer nickt unverzüglich zum Dienst erscheine, sofortige Ent- l a 1 1 u n g zu gewäriigen habe.

Dz. Düsseldorf, 31. Dez. Zm Laufe des gestrigen Nachmittags verschlechterte sich die Lage im Bahnhof Düffeldorf. Obwohl die EisenHahnarbeiter, dem Befehl der Besatzungsbehörden folgend, zur Arbeit erschienen waren, hörte der Zugverkehr doch langsam auf, weil in den Nachbarstädten gestreikt wird. Der Berkehr nach Essen über Kettwig ist vollständig gesperrt. In Düffeldors, Köln und den linksrhrtnl-- Stationen laufen nur noch vereinzelt Züge ein.

Streikverbot f8r das besetzte Gebiet.

v» Koblem. 30 De«. Die interalliierte Rhein­land ko m mi s s i o n bat für das gesamte besetzte Gebiet das militärische Streikverbot für die Eilenbahner erlasien. Die gestrige Meldung, daft das Verbot bloß für das neube- ietzte rbeinilche Gebier ergangen fei. entspricht nickt den Tat­sachen.

Die Neparatio:i»tra«»porte.

Djs. Pari», 30. Dez, (Havas.) Als ein Telegramn, aus Essen an den Minister der öffentlichen Arbeiten den fast vollständigen Streik der Eisenbahnarbeitsr des Kölner und Elberfelder Gebietes meldete, hat der Minister der öffentlichen Arbeiten, le Trocquer, sofort beim Kriegsminister beantragt, die nötigen Matznahnren zu ergreifen, um Aie linksrheini­schen Eisenbahnen zu requirieren zu dem Zwecke, wenigstens die linksrheinischen Kohlentrans»

5 orte stcherzustellen. Der Direktor der Eisenbahnen im Ministerium der öffentlichen Arbeiten hat sich deshalb mit dem General Weygandt ins Einvernehmen ge­setzt. Das linke Ufer produziert leider kaum mehr als 1800 Tonnen täglich. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat ferner die Reparationskommiffion aufge­fordert, die augenblicklich inParis befiiÄliche deutsche Kommission darauf hinzurveisen, datz alle Repara- tionskvhlentransporte von der deutschen Regierung als dringende Transporte zu behandoltt seien.

Ein aufsehenerregende Verhaftung.

Br. Koblenz. 31 Dez. (Eig, Drahtbericht.) Der Vor­sitzende der Ortsverwaltung Koblenz des Deutschen Eisen- babnerverbander, Kalt, ist heute verhaftet worden. Eine Anzahl Eisenbahnarbeiter hat inzwischen die Arbeit wieder ausgenommen Es ist anzunehmen. daft Kalt ver­haftet worden ist. weil er entgegen der Verordnung d« interalliierten Kommtsiton die Streikvarole ausgogeben bat.

Die Lage in Berlin.

Dz. Berlin. 31. Dez. Nach einer Mittesilung drr Essenbahndirektion Be r l i n wurde bi« gestern abend, obschon bei einzelnen Dienststellen ein Teil des Per­sonals in den Ausstand getreten ist, sowohl der Per­sonenverkehr wie auch der Stadt-, Ring- und Vorortverkehr bis auf einige Züge planmäßig durchgeführt. Da eine weitere Ausdehnung d«B Streiks zu erwarten ist, ist für heute vormittag mtt erheblichen Störungen zu rechnen. Es wird versucht, mit Hilfe der Beamtenschaft und der Arbeitswilligen den Personenverkehr und den lebenswichtigen verkehr aufrechtzuerhalten.

Über die Lage um Mitternacht im Eifenbahndir^- tionsbezirk Berlin wird mitgeteilt, ' datz der Verkehr auf der Berliner Stadt- und Ringbahn unregelmötzig ist. Der Fernverkehr vollzieht stch dagegen im allge­meinen planmäßig.

Hamburg verladt ei« Ultimatum.

W. T-B. Berlin, 30. Dez. Wie der .Morwärts" aus Hamburg meldet, hat eine Verfa«nnlung der dor­tigen Funktionäre des Deutschen Eisenbahnerverbandes einen Befchluh gefatzt, in dem es heitzt. der Hauptvor­stand des Deutschen Eisenbahnerverbande» solle sofort an die Negierung ein Ultimatum stellen, wonach die Forderungen der Eisenbahner bi» 81. Dezember, mittags 12 Uhr, restlos bewilligt werden,, widrigenfalls der Kampf auf der ganzen Linie aufzu- nehmen fei.