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Wiesbadener Tagblck.

_ r WöchenMch. EVfc 12 Ausgaben.

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Donnerstag, 15. Dezember 1921.

£ erlittet Abteil«., de. Wie-b°de«e r Lagblatt.- »erM. 9. Doßfttaße 18. Fernsprech er: A«t Zeuttu« 11435-11*37^

Abend-Ausgabe. 9,r - 572

69. Jahrgang.

Ai etanD res 35eparationspioö!em5.

Seitdem sich endlich auch in Frankreich die Er­kenntnis durchgesetzt hat, baß die Deutschland aufer­legten Repsrationsverpflichtungen einer grundsätzlichen Änderung bedürfen, vergeht kein Tag, an dem die englische und französische Presse nicht von neuen Planen

l"evelmnls, sag »einte mu nun >» > - « ~ v„v fFin-

55 olf spart ei und den Demo! r a t e n wesen des Em- tritts in die Koalition unmittelbar bevorstanden.

Reise Rathenaus nach Paris? v. Paris. 15. Dez. (Eig. Drahtbericht.) Zn hiesi­gen politischen Kreisen verlautet, Rathenau werde demnächst zu Verhandlungen nach Paris kommen

Dz. Berlin. 15. Dez. Rack dem „58. T. ist, cs entgegen anders lautenden Nachrichten unwahrscheinlich. das Rathenau sich entschließt.. schon in der nächsten -de.t wieder in das Kabinett einzutreten.

Briand in London.

I). Paris. 15. Dez. (Eig. Drahtbericht.) Die Mel­dung, daß Briand am Sonntag nach London re | und am Montag, den 19. Dezember, seine Verhandlun­gen mit Lloyd George aufnimmt, wird bestätigt.

Eine Abordnung der Reparationskommission kommt nach Berlin.

D Paris, 15. Dez. (Eig. Drahtbericht.) Die Revara- tionskommUkion bat beute über die von Deutschland abge­lieferte Tonnage verhandelt und beschlossen daß die Deutschland gutzuschreibende Summe iur die seit 1. Mai aw nelieferten Schiffe 10 244 468 Eoldmark betragen soll abzug- der Lieferung?- Reonrglrons- und Verrauisronen. 'ferner bat die Kommiffiot» .beschlossen, ^ine Abordnung nach Berlin zu schicken zur Prüfung von Mab na »men. die geeignet wären, den L'eferungsmodus der Sach­leistungen zu vereinfachen und abzukurzen.

einigten Staaten freiwilltg anschlossen anaesichts lbreo f s. Entschlusses, in Europa kerne direkten oder mdirekten B antwortlichkeiten zu übernehmen. Das sei eme Tende, z. auf die man Hinweisen müsse: denn ste sei geboren Illusionen: Illusionen in betreff Deutschlands. Illusionen in betreff Amerikas.

Die Frage der Erweiterung der Regierung.

Dz. Berlin. 15. Dez. Wie der „Rerl. Lakalam " willen eugn,a-e uhu |iuii()i.r|i|u.;c '»w* I will, sei eine der Boraussetzungen, die von engiimir

zu berichten wüßten. So erfreultch es ist, daß die Er- Seite für irgend welche Abmachungen ln finanzieller v

örterung dieses Problems nunmehr eine internationale nckt verlangt würden d,e Festigung der deut^me

Angelegenheit geworden ist. so notwendig ist es all | ÄeaL e iJJÄf te „W oarlamenta- diesen Pressemeldungen mit der notwendigen Skepsis gegenüber zu treten. Dies gilt sowohl für bas angeb­lich von Rathenau in London erzielte englische Zuge­ständnis der völligen Unhaltbarkeit der 26prozentigen Ausfuhrabgabe wie von dem angeblich fertigen ame- rikanisch-französtschsn Plan für den finanziellen Wie­deraufbau Europas, und schließlich nicht minder für die Meldung von einer neuen Konferenz der Ämter- ten, an der auch Deutschland und Rußland teilnehmen sollen Das alles ist möglich, vor der Hand aber gänz­lich ungewiß. Klarheit über die Aufrollung des gan­zen Reparationsproblems wird vielleicht überhaupt nicht möglich fein, bevor die Zusammenkunft zwischen Briand und Lloyd George stattgefunden hat. Bis da­bin wird man wohl auch einiges und Zuverlässiges über das Ergebnis der Londoner Reife Rathenaus ge­hört haben und sich selbst ein Urteil bilden können.

Um keine Enttäuschungen zu erleben, wird man gut daran tun. sich auf einen Ausgang einzurichten, der unseren Wünschen nicht allzusehr entspricht.

Von einem Reichstagsabgeordneten wird uns dazu geschrieben: ,,

Die Verhandlungen, die in der letzten Zeit zwischen London und Paris über die deutschen Reparations- Verpflichtungen geführt worden sind, haben in der Öffentlichkeit vielfach eine optimistische Stimmung hervorgerufen, für die bisher eine ausreichende E r u n d läge nicht gegeben ist. Man kann nach allem, was man hört, annehmen, daß, soweit England in Frage kommt, eine grundsätzliche Neuregelung der Reparationsbestimmungen durchaus im Bereiche der Möglichkeit liegt. Aber Frankreich? Bei Meinungs­verschiedenheiten zwischen England und Frankreich in bezug auf die Behandlung Deutschlands ist bisher fast immer letzten Endes der französische Standpunkt sieg­reich geblieben. Diese Erfahrung sollte die breite Öffentlichkeit sich auch setzt wieder ins Gedächtnis zu- rückrufen. Für große Hoffnungsfreudigkeit ist augen­blicklich keinerlei Anlaß. Es wäre verhängnisvoll, wenn sich die öffentliche Meinung in Sicherheit wiegen und nachher Enttäuschungen erleben würde.

Beratungen des Reichskanzlers mit der Neunerkommission.

Br. Berlin, 15. Dez. (Eig. Drnhtbsiicht.) Das „B. T." berichtet: Außer den vertraulichen Rellortbeiprechungen

and gestern eine Sitzung des Reichskanzlers mit der zur lnterstiitzung des Re-chskabinetts gevitdeten Neuner - omm iisi on statt Weder Dr. Rathenau. noch, wie «s Gerücht ging. S t i n n e s, der sich ebenfalls im Rerchs- ag aushielt, nahmen an den Beratungen teil. Auch diese iitzung. in der Rathenaus Bericht non dem Kanzler noch- ials besprochen wurde, war vertrau? ch. Heute wird sich die ieichsregierung wahrscheinlich erneut in einer K a b ! = lettsUfeuna mit dem R'.parattonsproblem beschäftigen, luch dürfte der Reichskanzler -m Laufe des heutigen a.ages te Parteiführer zusammenbentfen. Die Reichsregierung !t>iid aller Wahrscheinlichkeit nach in den nächsten Tagen eine Amtliche Mitteilung über die Reparationsfrage im llgcmeinen sowie über die im Januar und Februar fälligen ievarationszahlungen im besonderen veröffentlichen. Im Zusammenhang damit dürfte auch eine Bekanntmachung des Schriftwechsels zwischen der Reichsregierung und der )ank von England erfolgen. Was das Ergebnis der Lon- oner Reife Raibenaus betrifft, so verlautet, dah man sich ü London bereits mit den Arbeiten für einen bestimmten mblungsplan beschäftige. D'e :Neldun.g. derzufolge es Dr. natbenau gelungen fei. die englsiche Regierung von der lnhaltbarke'.t der 26vroz. Ausfuhrabgabe zu uberzeugen.

«ruht auf Kombinationen.

Der Reparationsplan Lloyd Georges.

Dz. Paris, 15. Dez. Das „Echo de Paris" kennzeMnet S«nmehr den Plan Lloyd Georges zur endgültigen Rege- lung des Reparationsproblems: Die deutsche Schuld Me im Kapital durch die 22 Prozent vermindert werden, aus die England nach dem Verteilungsschema von Sva An- wruch habe. Frankreich werde 52 Prozent von allem wet­teren erhalten, was Deutschland in Geld oder in Sachliefe- fungen bezahle. Alle anderen Gläubigerstaaten hatten zu- 'ummen nur Anrecht aus 26 Prozent der deutschen Repa-

Ätionszahlungen^Eo be Paris" wird .durch diesen Plan ,-ankreich ein wirkliches Priorität5tedi t zuer- Wt. Aber von den etwa 68 Milliarden Goldmark, die als Anteil zukämen. müsse Frankreich etwa 26 Milliar­den Eoldmark-f?b!igationen vec letzten Serie dazu verwen­den. um bei England und Amerika d,e Kriegsschuld zu be-

Bervot der deutschen Kohlenausfuhr.

8v. Berlin, 15. Dez. (Eig. Drahtbericht.) Die Reparationskommission hat eine n e u e Rote an die deutsche Regierung gerichtet. Es handelt sich darin um nichts weniger als ein Verbot der gesamten Kohlenausfuhr Deutschlands ins neutrale Ausland.

Beschlagnahme der deutschen Privatkapitalien im Ausland?

Br. Berlin. 15. Dez. (Eig. Drahtbericht.) Rach einem Pariser Telegramm der „Täglichen Rundschau verlautet, daß von Deutschland Beschlagnahme der deutschen Privatkapitalien im Auslande gefordert werden soll. Entweder soll die deutsche Regierung die fremden Devisen und die deutschen Guthaben selbst übernehmen, um die Zahlungen, an die Entente leisten zu können, oder sie soll das Privatkapital veranlassen, durch Umwandlung der deutschen Guthaben m aus­ländische Werte den Markkurs zu heben, so daß die Regierung ihrerseits ■ in der Lage ist, die notigen Devisen zu kaufen. Briand soll vom Minifterrat ent­sprechende Vollmachten erhalten haben.

Der Rcichskohlenrat.

W.T.-B. Berlin. 14. Dez, 2m Reichskohlenrat schlug Stinnes die Einsetzung eines kleinen Ausschusses vor um mit der Regierung iider die Frage der Verte.- lung der Kohlen zu verhandeln. In diesen wurden gewählt' Stinnes. Be'grat Kleine. Dr. «-loerberg. Kom­merzienrat Dr. Sffumann, D-rekter Janus, die 5!lrbeiter- pertreter Löffler. Jmbusck und Girbig. Landrat v. Bredow. t^edeimrat Vrius und Dr. Vued (Üudnngsdaien). dem Silverberg dringend vor einer Überspannung m Kohlensteuer gewarnt hatte, wurde einstimmig eme Ent-

s' t KH. ÄSÄÄS

stchtiate Ausschaltung des Reichskoblenrats bei der künftigen Durchführung des Kohlensteiiergefetzes. Der Reichskohlen, rat spricht die Erwartung aus., dan de, der wetteren oM-ts vebersichen Behandlung des De'enenivurfes. beir. die Änd^ rung des Kohlensteuergesetzes, die durch den Reicksrat her- heinefiihrte Änderung der '«jeglerungsvorlage. wonach der Reickskoblenrat nicht mehr seine Zultimmimg ,u geven hak. sondern nur noch anzuhören -st. wieder bese tlgt wird.

Das Gehalt des Reichspräsidenten.

gestrMen Satzung des HEtau?sk§üsi?s^Äs.Ä8stage?'wurdi auf nentrumsantrag das Eebalt des Reichspräsidenten au 300 000 Mark festgesetzt. Die vom Reichsrat gestrichenen 100 000 Mark für die Umbildung der ehemaligen militä­rischen Bildungsanstalten in burge'-ltche Erziehungsanstalten wurden vom Hauptausschutz wieder., eingesetzt. Für die wissenschaftliche Erforschung der 5siorgange des Waffenstill­standes wurden 300 000 Mark bewilligt. Als Beitrag für die Quäkeriveisung wurden 100 Alillionen Mark aysge-

Deulscher Reichstag.

Br. Berlin, 14. Dez. (Eig. Drahtbericht) Die |tw«

mache über die Interpellationen Dr.Strefemann und Gew.

)ie mit den kommunistischen 45 u 11 cd vj- .. w 31 August und 7. September besaßt, wurde in der blutigen Sitzung des Reichstags fortgesetzt D» R-d°n der Parteu Vertreter, die heute in sachlicher Weise ^ den Borgans

wonnenen Eindruck. Tal und die Re^ichc-

mit Ausnahme der Kommunisten bewiesen, daß über dw Frage des besetzten Gebietes unter sämtlichen Parteien volle

srrAiöAWÄi,;»

Tifr erste Redner der heute zu der Interpellation oas Wart ergriff war der deuffchnalionale Abgeordnete Berndt Die Rheinlande bei dem Deutschen Reiche zu erhalten sei selbstverständliche Pflicht der deutschen Regie­rung Über den Ernst der Vorgänge in Eveter könne auch

"'^Abg K'o^e?l"?De") ^ erklärte im Namen feiner Fraktion daß ste stch über die Ausführungen des Ministers

» s ÄÄÄ ' &

fiefeHen Gebiet eingehend, gab er eine Schilderung oer 3,il S' unabhängige Mseordnete Me cke betonte, die

zosen bestehe. m„«ivrache über die Interpellation

und das^Sam pettaa te sich auf Donners tagnachmittag 2 Ubr.

Preußischer Landtag.

Preußische^LLa/fubr^üte ßr zSekÄawng L hätte vor.

£. daß die VoNsschul-'von

Lehrer gezwungen --

Ra» einem kurzen Schlvßwort des Abg Hermann (Dem^ schloß die Aussprache. Der Etat wurde nach dem Ausschuß-

ßntl 3um nB |tarber' allgemeinen Finanzverwaltung beontraate^ der Ausschuß den Einnabmetitel . Aus neuen Stevern^ zu ändern in „Aus erhöhten steuerlichen Ein« nabmen". Der Ausschuß beantragte ferner die beschleunigte Rückzahlung der zu viel eingezogenen Lohnsteuer und. die Vorlage einer Denkschrift Wer die m den besetzten Gebieten

AUS-

trfinnfiina her den Ländern überlaffenen Steuerauellen. Das NLEtig wiLUgor als die Suche nach neuen Steuern Von deutschnationaler Seite wurde durch den Abg. Kahler der Etat für 1922 sehr bemängelt. r ^ ,

Abg Dr Leidig (Dem.) . fand die Finanzlage Prm'ßens im Vergleiche zum Re che immer noch befriedigend, ein Ausgleich von seiten des Reichs sei icdoch notig.

Darauf hielt der Finanzminffter Dr. v. Richter seine Antrittsrede. Zunächst führte, er aus der ,etz!ge Zustand, daß die Etaiberatung nachträglich erfolge, muffe aufhoren. Der nächste Etat für t »22 werde demÜandag spätestens am

tucti't v«i» .„„.ejjtei

20 Januar Heben. Hinsichtlich der vreußffchen Finanzen warnte der Minister vor Optimismus.. Im Reiche feien die Finanzen katastrophal und °°n,wnen bA^Preuben^ab. An

dem Ultimatum und dem Londoner

Deutschland, sondern g a n »Euro v a z u g r u n d e. Auf Ge­meinden und Länder mLffe Rücksicht genommen werden, ibeinliche Scheidung zwischen Reich. Landern und Gemeinden

W Nackdem^noch"Ler Abg Meyer (Komm) der Regi^ rung vorgeworfen batte, daß sie den Besitz nicht genügend heranzöge, und nachdem er die Erfassung der Sach­werte als Allheilmittel bezeichnet und eine völlige Neu­ordnung der Wirtschaft gefordert hotte, vertagte sich das Haus um 11 Ubr abends auf Donnerstagvormittag 12 Ubr.

Die Weihnachtsferien.

Dz. Berlin. 14. Dez. Der Ä l t.e st e n r a t de» vreußi-

e en Landtags beschloß, am Freitag die Weihnacht»- cien beginnen rp lassen.