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Samstag. 10. Dezember 1921.

Weltwirtschaftliche Umschau.

Es ist als besonderes Zeichen der Verworrenheit unserer Zeit festzustellen, datz eine Prüfung der inter­nationalen Pressestimmen stets dazu führt, datz man eine unüberbrückbar erscheinende Kluft zwischen den weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Erörterungen in den einzelnen Ländern beobachten kann. Die jetzi­gen Verhandlungen in Washington sind hierfür gerade­zu ein klassischer Beweis. Man wird sagen dürfen, datz diese bedeutsame internationale Konferenz in ihrer Ablehnung der imperialistischen Tendenzen und in der damit zusammenhängenden internationalen Isolierung Frankreichs '-ein politisch gesehen den Ausdruck einer gewissen Gesundung der weltpolitischen Atmosphäre darstellt. Je objektiver man aber an die^rüfung der weltwirtschaftlichen Stimmen herangeht, um so mehr mutz man staunen, datz hier auf wirtschaftspolitischem Gebiet der Illusionismus und das machtpolitische Prinzip noch im stärksten Ausmaße vorherrschend sind.

Als vor Monaten in Amsterdam der Cobden-Kon- gretz seine Freihandelstagung abhielt, konnte man auf Grund der uns zugänglichen Berichterstattung an­nehmen, datz die hier zur Ausspreche gelangenden Ge­danken internationaler wirtschaftlicher Solidarität eine starke Resonanz in den Wirtschaften der einzelnen Völker besäßen. Wenn man aber jetzt in diesen Tagen die Reaktion von Washington auf die wirtschaftlichen Dispositionen in den einzelnen Ländern beobachtet, so wird man fast zu der gegenteiligen Überzeugung kom­men müsien. Der Grund dieser uns so merkwürdig erscheinenden Tatsache scheint das starke Vorherrschen der durch den Krieg mächtig gewordenen Wirtschafts­gruppen in der Führung der wirtschaftspolitischen Meinung der einzelnen Völker z,u sein. Der. Krieg hat eine so starke neue Verbindung zwischen den Macht- gedgnken des Staates und erheblichen wirtschaftlichen , Kräften geschaffen, daß die letzteren jetzt mit ihrem Schwergewicht der weit beweglicheren politischen Ideenwelt nicht folgen und von sich aus das Panier des Imperialismus und der Gewaltpolitik erneut aufrichten.

In Deutschland ist man in diesen Wochen nur zu leicht geneigt, uns utopisch erscheinenden Hoffnungen nachzugehen und anzunehmen, durch ein etwaiges Moratorium könne unsere Lage wesentlich erleichtert werden. Demgegenüber mutz betont werden, datz ein solches Moratorium doch keineswegs um Deutschlands willen etwa bewilligt werden würde. Die führenden alliiertenMächte sind damit beschäftigt, die außerordent­lich tief eingreifenden Auswirkungen der Weltwirt­schaftskrise mit ihrer ungeheuren Arbeitslosigkeit durch innere Umgruppierungen zu überwinden und sie wün­schen nicht, datz dieser innere Eesundungsprozetz, den sie aus eigener Kraft jetzt eingeleitet haben, erneut durch starke Schwankungen des desorganisierten Bilanzmarktes gestört wird. Bewußt möchten wir da­her, um zu verhindern, daß leichtsinnige Verkennung unserer ungeheuren Notlage jetzt wieder Platz greift, als einen sehr wesentlichen Ausgangspunkt der Revi­sionsbestrebungen und der Moratoriumsnachrichten diese internationale innere Umstellung der Wirt­schaftskräfte bezeichnen, die gleichzeitig eine weitere Loslöiung internationaler wirtschaftlicher Interessen von Deutschland bedeutet und unsere wirtschaftliche Isolierung soweit fortsetzt, daß das wirtschaftliche Des­interessement der Welt weiteren Zwang Deutschland gegenüber nicht behindert.

Wir haben uns in Deutschland allzusehr daran ge­wöhnt, die internationalen und weltwirtschaftlichen Probleme und Entwicklungsmöglichkeiten immer unter dem Gesichtspunkt anzusehen, als wären wir der Mittelpunkt alles internationalen Geschehens. Van dieser Überheblichkeit der Blickeinstellung, die wir aus dem alten Svstem übernommen haben, müsien wir uns endlich befreien, wenn wir selbst zu nüchterner sach­licher und zielbewußter Einstellung unseres politischen und wirtschaftlichen Handelns gelangen wollen.

Es ist daher für uns bester, wenn wir zur eigenen Urteilsbildung über das internationale Geschehen von den uns ungünstigen etwaigen Motiven der anderen ausgehen, die sich hinter diesem Geschehen verbergen können. Erst in der vergangenen Woche hat man nach dieser Richtung hin ja die fast lächerlich anmutende G Phantasterei der deutschen öffentlichen Meinung bei den Ereignisien auf dem Devisenmarkt beobachten können. Man hat in diesen Tagen ernsthafte Leute hören können, die davon sprachen, daß der stets gut- orienrierte Finanzmarkt bereits die gesundenden Er­gebnisse der Londoner Verhandlungen von Stinnes und Ratbenau kenne, und datz man wohl über die schwerste Notlage der deutschen Wirtschaft nunmehr hinweg sei. Die Lehre, die uns die letzten Tage ge­rade auf diesem Gebiet gegeben haben, wird hoffent-

Morgen-Ausgabe.

lich für die Zukunft zu etwas realpolitischerer Beur­teilung der Dinge führen. Wir werden uns nur dann von den schweren Erschütterungen überschwenglicher Hoffnungen und danach um so größerer Enttäuschun­gen frejhalten können, wenn wir unsere schwere und niedergedrückte Stellung nach der Weltkriegskatastrophe niemals vergesien!__

Die Londoner Besprechungen.

v. Paris. 9. Dez. (Eig Drabtbcrickit.) Über die gestrigen Besprechungen und über die künftigen Verhandlungen ,n London kann folgendes gemeldet werden: Loucheur nx

in dem gleichen Hoiel wie R a t b e n a u abgestiegen. näm­lich im Carlton. und leine Zimmer befinden sich in d.emselbei Stockwerk. Ratbenau bat gestern abend Loucheur einen Be­such abgestattet, den er 'dm w.M schuldig war. nackwem Loucheur es ihm so leicht gemacht batte. Es wrrd versickert, daß die Unterredung der beiden Herren sich au? öoflichkeits- brzeugungcn beschränkte. Sie werden aber kaum zu vielem Zweck nebeinander Zimmer belegt haben. Außer der Be- si'rechung. die Loucheur gestern mittag mit dem.englischen Finanzminister Sir Robert Harne führte, batte der iran' zäsische Minister auch mit Lloyd George eine oersonlmi. Unterredung, und zwar auf besten Landsitz. Diese Be- irieckungen mit dem englischen Ministerpräsidenten und dem »nglischen Finanzmtnister sollen beute fortgesetzt werden. Auch Sir John Bradburn ist wieder in London und er Iiat den Unterredungen mit Lland George und «ir Robert Horne ebenfalls beigewohnt Das wichtigste nt nun der G> genstand der Verhandlung-» und hierüber verlautet wenig Bestimmtes. Es kann gesagt werden, daß das Wies­badener Abkommen Ratbenau-Loucheur und das interalliierte Finanzabkommen vom 13. August lediglich die Ausgangspunkte gegeben haben. Aber darüber hinaus nt tatsächlich über die Stundungsirage verhandelt worden. Bre Lösung scheint bereits in großen Zugen gesunden zu sein. Sie besteht darin, daß das Wiesbadener Ab­komm e n auf sämtliche reparationsberechtigten Entente» siaaten ausgedehnt werde, mit andern Worten: Deutsch- lond wurde also in grobem Umfang von der Leistung seiner Reoarationszalstungon befreit werden und feine Versailler Revarationsverbindlichkeiten z.um größten Teil in Form von Sachleistungen erfüllen können. Diese Sachleistungen durften über auf keinen Fall über die Höbe der Raten hinausgeben nie sie im Londoner DiktM festgesttzt worden sind. Diele: Grundsatz kann zu einer teilwe,sen Revision des Wies­badener Abkommens Rn tbenau-Loucheur. fuhren. Die Franzosen würden also den Engländern gegenüber in Be­ziehung aus das Wiesbadener Abkommen em Entgegenkom­men beweisen müssen und umgekehrt mußten aber die Eng­länder in der Frage des interalliierten Finanzabkommens vom 13. August in gewisser Beziehung nachgiebig sein. Man crinnert sich ia. daß cieies Finanzabkommen die Priorltata- frage der ersten dcuncken Zahlung regelt, wobei Belgien und wenigstens für die Höbe der Beiatzungsunkosten rm Rbein- lond auch England besonders gnnstig wegkomcn. Dieses scheint die Grundlage der interalliierten Verständigung zu sein aus welcher es -u der großen Stundungsnktion gegen­über Deutschland kommen kann.. Diese Stundung der R e v a r a t, o n s z a b l u n g e n rn bar soll vom englischen Kabinett grundsätzlich bereits akzeptiert wor­fln lein wenn auch an dar Bezahlung der Januarrate unter allen Umständen fcstgebalten werden soll. Die ganze Frage jt-ub den Obersten Ententerat beschäftigen Diese neue Eutentekonferenz soll aber erst Anfang des nächsten Sabres stattfinven. Die Stundung wurde nach Austastungl eng­lischer Finanzkrelse nicht nur 2 bis 3. sondern b i s 5 Iabre in Anspruch nehmen müssen. Eine der ersten Be- d'ngungen an Deutschland wäre, daß das Arberten derRotenvresse sofort ringe st eilt wird. Den Engländern liegt ngtürlich vor allem daran, daß die Kaux- krait der deutschen Währung wieder gehoben wird.

v- Paris. 9. De,. lDrabtbericht.) Der Berichterstatter des ..Journal" schreibt: Die Engländer weigerten nck> be­

harrlich. weitausschauende Pläne in Betracht zu.Ziehen. Man kann annebmen. daß eine V er st an d> g u n g Ziemlich leicht zustande kommt über das Wiesbadener Äbkommen. Dr. Ratbenau werde Land-"' mit mehr guten Ratschlagen als mit Geld verlassen. Sachverständige des Staatsschatzes batten ihm bewiesen, daß das Gleichgewicht des deutschen Hausbaltes durch Verminderung oder Einstellung der staat­lichen Zuschüsse und durch Erhöhung einzelner Steuern ber- besgefübrt werden könne. In der City habe er etwas mebr Glück gehabt. Man habe ibm Geld versprochen unter der Bedingung, daß der deuts.be Hausbaltsvorschlag etwas ernsthafter aufgestellt wurde Aber der frühere Minister habe einen M i ß e r o l g in seiner Aufgabe gehabt die eng­lische Regierung zu überreden, daß Deutschland außersta-we sci. den Zablungsvervilichtungen im Januar-Februar nachzu­kommen.

Die Steuerbelastung in Deutschland und in Frankreich.

vr. Berlin. 9. Dez. (Drabtbericht.) p Dre Germania" erfährt von maßgebender Seite: Im französischen Senat

wurden dieser Tage zahlenmäßige Behauptungen über die deutsche Steuerbelasturg und das Verhältnis' zur französischen Belastung aufgestelli die den Tatsachen widersprechen Die Sieuerbelastung in Deutschland betragt vro Kovf 1401 70 Bavie.mark. in Frankreich 179 40 Pav,ertranken. Die erste Zahl entivricht dem Stande von Mitte Oktober 1911. Die zweite ergibt sich aus dem Budgetentwurf tur 1922., Die Zahlen können unter Berechnung des Durchschnittseinkom­mens richtig dargesicllt werden. Unter Annahme eines Ent­wertungsfaktors im Inlands von einer Eoldmark glerch 715 Paviermark beträgt das Durchschnittseinkommen vro Kovf in Deutschland 4375 Paviermark: das Durchschnittsein­kommen in Frankreich wurde kürzlich von maßgebenden Stet' ien mit 2700 Pavieriranken angegeben. Die Steuerlast be­trägt daher in Deutschland 28.75 Prozent des Einkommens, in Frankreich dagegen nur 17.75 Prozent. Die deutsche Sieuerbelastung ist also nickt, wie im. französischen Senat behauptet wurde, leichter, sonderlich erbeblick höher als die französische, um so mebr. als in ibr noch nicht einmal die ungeheuere Belastung berücksichtigt ist. die lick noch aus den dem Reichstage vorliegenden 25 Gesetz­entwürfen ergeben wird

Nr. 563. ♦ 69. Jahrgang.

Eine off!} öfe Darlegung des

Reparationsproblems.

WT.-B. Berlin, 8. Dez. Die „Germania" schreibt offiziös über Seydour und das Reparations-

Gegen.jeden Angreifer und Tadler Deutschlands zu polemisieren. wäre nutzlos. An den Äußerungen dagegen kann man nicht stillschweigend vorübergehen, die ern aut dem Gebiete der Reparationen und der gesamten Wirt­schaftspolitik so erfahrener Mann wie Seydour neuer­dings im ..Ercelsior" vom 29. November und rm „Eaulois vom 2. Dezember gegen Deutschland gerichtet bat. Seydour meint. Deutschland habe die äußere Kaufkraft seiner Marl künstlich gesenkt. Er scheint, wie viele. Ursache und Folge zu verwechseln. Den Beweis bleibt er schuldig., Datz die innere Kaufkraft der Mark der Senkung , der äußeren nur langsam folgt, liegt in der Natur der Dinge: sie geschieht ■üt uns alle noch rasch genug Wenn die Großhandels- inderziifer im Januar 143. im August 159. im Dezem­ber aber 303 beträgt, also die drelßigfache Ent­wertung der Mark im Innern gegenriber dem Vor- kriegswert ergibt, sind wir damit auch wn Innern lckon auf dem Dollarstande ron 120 bis 130 angelangt.

Die Behauptung, daß die Löhne. Frachten. Mieien und alle sonstigen notwendigen Lebensbedurstnste^ m Deunck- land niedriger seien als überall, und daß die Industrien m- iclgedesten billiger als in Amerika und England vroou- zieren könnten, betrifft eine v o r ü b e r g e b e n d e. tur die deutsche Wirtschaft höchst bedauerliche E r s ck e i n u n g. Datz die Löhne und Gehälter in Deutichlanch> nickt entsprechend den Lebenskosten stiegen, ist bekannt. Wollte, man ixe noch weiter steigern, so würde man die Inflation noch ver­mehren. die Sendour Deutschland vorw'.rft. Die Abwande­rung deutschen Kapitals ins Ausland fand leider in großem Maßstabe statt. Was dagegen gesetzlich geichehen ionnte. gesckah. übrigens ist auch diese Kavi talflucht nur em Symptom der deutschen Reparationskrise, mckt

Sendour meint, die denticke direkte Be st e u e r u n g sei zu schwer, die indirekte habe die deutsche Regierung aus Povnlaritätsbalcherei vernachläsiigt. Dre dem Reichstag vorliegenden Steuerentwürfe, d-e sich auf die direkten und 'ndirekten Stevern beziehen, beweisen, daß anck bror öeut» ckerieits versucht wird, das Menschenmöglichste zu tun.

' Sckwer verständlich ist wenn Seydour weiter behauvtet. das Reich habe sich niemals bemüht, den D e v i s e n a n - sauf zu bewachen und die deutschen Ervorteure zu: Devistnablieferung zu veranlasten.

Im .GauGis" beschwert sick Sendour schließlich über die Schwäche der deutschen Regierung, ohne irgendwie zu ermähnen, daß dock, diese Regierung von de- nonzösis^en Porjiik m*f die geringste Stütze erhielt. Die von Seydour gesehene LöGng besteht, in effektiver Fi na nz- kontrolle durch eine vetto Publique, deren Sitz -aerlin ist Dies ist aber nom wirifchoftlicken Eesichtsvunkr,,aus. auf dön Sendour sonst so viel Wert legt, kerne Losung. Das Problem der Annasipug der Revaratronslemungen an die'deustche Leistungsfähigkeit bliebe trotz Schaffung dieser Kommission besteben und gerade Sendour stnrd. verstebeu. wenn Deutschland sick nicht auf die Wirksamkeit dieser Kom- million verläßt. Es liegt bisher kein Gnind zu der An­nahme vor. daß Sendour leder Umgestaltung »der Leistun­gen aus dem Londoner Ultimatum abgeneigt wäre. Wie wäre es etwa mit dem im ..Temvs vom 6. Wivember zur Erörterung gestellten Gedanken weiterer Beschränkung der Barleistungen unGr weitoebendstem Ersatz durch Sachleistungen, nllo eine Ausdehnung des dock Ichsteßlich von Frankreich mit uns geschlossenen M-esbadencr Abkommens? Wir wollen Seydour das Wort lasten.

Dr. Sorge über die Kreditaktion der Industrie.

Br Dresden. 9. Dez (Eia. Drabtheri-btZ In einer Veranstoltunq der Dcutichen Balksvarte, m Dresden vielt der Präsident des Reibsverbandes der deutschen In­dustrie Dr. Sorge einen Bortrag über die Kreditaktlon der deutschen Industrie, wobei er nochmals ausdrücklich feststem,' daß die Anregung hierzu vom Reichskanzler Dr. Wirtb und nickt von der Industrie ausgeaonaen wäre. Seinen weiteren Ansfübruvgen war zu entnehmen, daß gegen den Grundgedanken dieser Kreditaktion stch e oentlich niemand von der deutschen Industrie gewandt habe, so daß man durch­aus von einer Einstimmigkeit in,der putschen Jn- tustrie sprechen könnte. Dr Sorg e ftreirte auch die Kredit- verbondlungen mit England und teilte mit. daß der englische Bankier Rothschild während seines Aufenthaltes ,n Ber­lin im Oktober d. I. die Möglichkeit eines englischen Kre­dites für Deutschland in Aussicht gestellt habe, unter der Be­dingung. daß dieser Kredit nickt kurzfristig sei und Deutsch­land keine längere Zablungsrube gewährt werde. Die bren- ,-ende Frage, die England aber zuerst zu lasen batte, sei Irland Um die Werbandlungen m,t England batten sich fest zu gleicher Zeit drei Perianlickksiten bemüht, namsich Stinnes. Ratbenau und Dr. H avenstein. der Prä­sident der Reicksbauk. Die Januarrate müsse unter allen Umständen an die Feinde bezahlt werden. Ansenblicklich fehlen an ibr noch 270 Millionen Galdmark. für die nach der virsönlickösi Ansicht Dr. Sarges der Goldbestand der Rcicks- bonk verwendet werden könnte. Gegenüber vielfachen Ent- stellunnen betonte Dr. Sorge ausdrücklich, daß eine Ent­staatlichung der Eisenbahn keineswegs verlangt irrrden ist. ia. daß sehr aewicktias Gruvven sich durchaus dagegen erklärt hätten. Was man aber fodern müsse, das l'äre die Loslösung dcr Eiienbabn van politischen Einilüsien. von der staatlichen kureaukratischen Verwaltung und die Einfübrung einer wirtschaftlichen kaufmännischen Organisa­tion. Die Schwierigkeiten zur Lösung der ganzen Frage liegen nach der Ansicht Dr. Sarges weniger in der Industrie und an der Reicksnerwaktung als vielmehr an den Bestim­mungen des Versailler Diktats.

Aus dem Verbrauchssteuerausschutz.

Br. Berlin. 9. Dez. kEig. .Drabtbericht.) Im Reichs­ausschuß für Verbrauchssteuern wurde der Entwurf eines Süßstoffgeletzes beantragt und mit einigen Äntz«, rvngen in erster Lesung angenommen.