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Donnerstag 1. Dezember 1921.
Morgen-Ausgabe.
Nr. 547. ♦ 69. Jahrgang.
Das Reparationsproblem.
Englische KabknettsSeratttngen.
V-. LsiÄon. SS. Rov. (Drahtbericht.) Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegravb" schreibt: Ts werde twaitet t-B entweder beute oder morgen wegen gewisser ernster und dringlicher Angelegenheiten des Reparations- moolems eine Beratung des Kabinetts stattfinden werde. Mehrere wichtige Memoranden würden die Grundlage für die Erörterung bilden Zunächst der bereits veröffentlichte Bericht Bradburys über das Wiesbadener Abkommen und der noch unveröffentlichte letzte Bericht Bradburys über die Ergebnisse der von der Reoarationskommiision in Berlin angcstellten Untersuchung tei finanziellen Lesstungsiäbrgkeit Deutschlands. Außerdem liegen — dem ..Daiiy Telegraph" zufolge — zwei nicht minder wichtige Berichte des Mitgliedes des Schatzamtes Sir Basil Blakkett var. Ferner wird sicher der Rat des gegenwärtig in London weilenden britischen Botschafters in lerlm Lord d Abernooa in mündlicher oder fdhrtft* icker Form eingebolt werden. Daneben wird das Kabinett auch die Beivrechungen von Stinnes während seines Besuches london und die gestrige Unterredung Dr. Ratbenaus mit
in
e n dar-
den britischen Beamten behandeln.
Laut ..Daily Telegravb" sind bisher dieDersucheder deutschen Regierung und der deutschen Groß- lndustriellen. von Londoner Banken eine Anleihe von 20 bis 30 Millionen Pfund Sterling zn erbal- «en. um die am 15 Januar fällige Reparationszahlung zu -rleicktern. vergeolich gewesen. Die erste Frage, mit der ick das Kabinett werde befassen müssen, sei die Ansicht ^er Sachverständigen darüber. ob Deutschland mangels einer Anleihe imstande sein werde die Januarrat« t" dMblen. Die Ansicht der Sachverständigen gehe — dem Bericht des .Daily Telegravb" zufolge — im allgemeinen kabln. Deutschland könne unter solchen Umständen die " uarzablung entweder garntcht oder £ tv En» » um Teile entrichten. Es wird oersschert. katz die deuticke Regreruiig keineswegs Mangel an gutem Willen gezeigt hat. datz sie zu mehr verpflichtet ist. als sie zu »'JÄ ^t !tp F fte austuhren kann. Allgemein wird der An- Sckt Ausdruck gegeben daß der auf der Brüsseler Eachver- äandlgenkonferenz ausgearbeitete Zahlungsplan, der vom Obersten Rat zugunsten Les Londoner Abkommens über Bord geworfen wurde, das Marrmum der deuts ^ntungsfabigkeit während der ersten Jahre
■p,h!? a J* £ tr AEcht. datz Deutschland zu einem späteren
Mounkt in der Lage sein mutz, m.sehr beträchtlichem Matze &£ a J. tonen ÄU r und. zwar in Höbe der im Londoner 1 ,?» °^En angesetzllm Betrage, vorausgesetzt, dah die Zah- in Waren stattstndet. Bon ungewöhnlich sL v r t, Setl \ ^Ed sogar darüber hinaus hinzugefügt. bisher gebegte Befürchtung., dah die deutschen Zab- Sßarcn ui Eratzbntannlen den englischen In. lib^ren Schaven zuriigen würde, unbe- ^eleoeöng«' Die englische Regierung wird — laut ..Daily ^//bgravb — beschlleben müssen, ob sie den Alliierten vor- werde. Deutschland mit Bezug aus die im Januar mo Februar fälligen Zahlungen einen Aufschub zu ge- ^ sie auf den Zahlungen bestehen werde, was iii£» E> rich z, n li ck sei. Auherdem werde die eng-
belchlietzen haben über die vorgeicklagenr stohe- it Moratorium oder ob sie ein. zwei oder drei dorten wolle. An dritter Stell« wird sie Bedingung erwogen haben, unter denen ein solches Moratorium wird. In dieser Frage herrscht allgemein den deutschen Regierung gefordert wer-
der ' e Budget in Ordnung bringt und
««t-fEMbl'cklichen Inflation, unverzüglich Einhalt ge- b r mst 1 "uf diele Weise könne eine relative Stabilität „/ Wahrungen gesichert werden. Man sei der Ansicht, dah X? l Ine verhältnismässige Stabilität jede Erörte- 5 « Revaratlonsfrage ve-geblich sein 'werde. Dem ^Ä/erstatter des ..Daily Telegraph« zufolge wende öweike los eine lehr wesentliche Erleichterung «n£f„ r » ^ffweiligen Einstellung der sogenannten Gold- durch Deutschland in der Ausführung des Wies- iL Abkommen? finden, sofern dieses Abkommen von T Alliierten ratifiziert werde, was zweifellos der Fall > ". .werde, vorausgesetzt, datz gewisse Abänderungen, di« die der Alliierten gewährleisteten, daran vorgenommen Laut Daily Telegraph« besteht die Möglichkeit. Am,5. E'uer so abgeänderten Grundlage die anderen ^in ierten geneigt sein werden, mit Denischland ähnliche ^ ^EN betreffs Lieferung von Waren abzuschlietzen. ßo,?.-. »war keine verwüsteten Gebiete wiederaufzu- vauen, es braucht jedoch Bau- und elektrisches Material.
England, Frankreich und die Reparationsfrage.
iw ?vndon. 30. Nov. 1Eig. Drahtbericht.) Reuter mel- «ln»-» ^ die deutsche Entschädigungsfrage jetzt Evd ?on der englischen Regierung beraten werde. Bor 5 * r „, >t habe die englische Regierung in einer Rote an !.Ev v > reich darauf aufmerksam gemacht, datz Frankreich io,, " l ll'erte Finanzabkommen vom 13. August T.'.r*i~ n . n L®t ratiffzwrt habe In diesem Abkommen wurde leitinimt dag die erste Milliarde, die Deutschland am »u zahlen batte, für die Kosten der Besatzungg- r>it,7 un v ,ut Aahluna des belgischen Prioritätsrechtes be- RErden mbtzte. Weiter weist die Rote darauf bin. dah erwarten, durke. England werde die verschiedenen n^^^En ?inanziibereinkünfte ratifizieren, wenn Fr--nk- das Abkommen vom 31. Ai'gust niebt annebme. Auch »kß-n». E Rote, welche Schritte Frankreich zu unternehmen Ioti£« ... um die Interessen der anderen Glävbiaer Deutsch- ^rast tret«EEE^EN. falls das Wiesbadener Abkommen in
Eine Rede Winfton Ehurchklls.
laoi-^L L-Ndon. 30. Rov. löavas.) Winston E h u r ch r l l Kon», ^ einem Festessen, das von Bankiers jenseits des ».„"""-begeben wurde, dah die internationale Politik, durch Garantie vertrag von Amerika. England Knn»- iulammengefuht. dazu bestimmt sei. den
... . . und
Frieden im
Btin " flkwmmengi ^ .
»»).,EN Ozean zu sichern. Aber was Europa anlange, sei ein
Garantievextrag von drei MäM» UAtWenLig. ÄLiK
Bertrag konnte durch eine sreundschaitlicke Der- 5"" Grohbritannien. Frankreich und Deutschland eiolldet werden und würde Europa gestatten, sich wieder zu crbolen und seine finanzielle Wohlfahrt wiederderzustcllen. Dagegen werde man allerdings einwenden, dah keinerlei Hoffnung bestehe, jemals eine solche Zusammenstellung zustande Sv bringen, die gestatten würde, den Gefahren und Slbwie- ^wkeiten die Stirne zu bieten. Aber die augenblickliche wirt» {P a TtItobe Lage in Europa habe diesen Eedaicken mit einer varlnackigkelt und Bebarrlickik-it immer wieder bervarkebren .atzen, die daraus gerichtet seien, ihn zu verwirklichen, so schwer « auch sei» durfte. Zur Revarationsfrage Eburchill.,, er sei erfreut zu sehen, dah die Staats- manner aller Lander seit einigen Monaten einen Weg cin- ichlügen. der dem ..guten Sinne der Finanzleute" entspreche. <^r stelle mit Freuden fest, dah die einfache Tatsache der Zahlungen von einem Lande an das andere nur durch Waren oder Sachlieferungen erfolgen könne. Das sei auch ""Erkannt worden durch di« tüchtigsten Sachverständigen der rerjchiedenen Lander.
Zu dem Stundungsvorschlag.
.. D - Daris. 30. Nov. lEig. Drakstbericht.) Zu dem bereits gemeldeten gevlanten Stundungsoorschlag der e n g i, j cd x n Regierung wird noch folgendes bekannt: «fnii?i* un £“ nB T, gewisse Bedingungen
geknüpft, die Deutschland ann-hmen mühte. Die deutschen Finanzen muhten zunächst einmal reorganisiert und die Kontrolle einer interalliierten Überwachungskommission ange- £. < r?5} en Mrden. um io den Reichshaushalt wieder ins Ivleichgewicht zu bringen und den Markkurs wieder in nor- Bahnen zu lenken. Eine Eisenbabnrefarm würde er- unb das System der Verbrauchssteuern mutzte noch ousßeßQut werden. Sogar davon wird gesprochen, da» zogen werden Notenumlaufes wieder eiuge-
Die Frage der alliierten Schulden.
v->. Daris. 30. Nov. Tribüne" aus Wa i h i n > Daroing auf eine
(Drabtbericht.) Wie der o n gemeldet wird, bat Präsident - " » u J f .. eine Anfrage betreffs des Vorschlags
ran der rrvs erklärt, die Vereinigten Staaten beabsichtigten n^^/n B n^ä»"ErtEN Schulden und ihrer Bezahlung jetzt nicht ailvuichne>den. Auch von^der Seite irgend einer
'' « w i w i» ^ »u c ii. «iud von ofx cetre irgeno einer
Regierung sei diese Frage, nickt zur Sprache gebracht
«!»nst n srt Dlattern hätten sie aus Eurooa kom
niende Persönlichkeiten diskutiert.
Eine internationale Konferenz für die Weltfinanzen.
. urt «wBenmtauaicn Fragen i,».ern ernstlicher Bersuch unternommen werden, uw ein Übereinkommen ähnlicher Art zu erzielen Die Er- citerung des Planes tritt durch den Vorschlag in den Vordergrund, sämtliche Fragen der Weltfinanzen ins- ^iondere die der Kriegsschulden und der Wiederherstellung n °uf einer künftige» Konferenz zu
»».^E^^E Erund zu der Annahme, datz derartige Än» amerikanischer Vertreter vom Präsidenten Har- d'ng gunstig aufgenommen worden seien Man
sick"die°^ä'ck K • b ?n't roenn **5! ® eöo , nfe angenommen wird.
Kein Konflikt der Reichsregierung mit Bayern
30. Nov. kEitz. Drahtbericht,) Zu'der der Überwachung des bayerischen Strafvollzuges durch
von ihrem -»Munchen-Augsburger Abendzeitung"
lon ihrem <8€witi6t übertretet eine längere Information !v"E>n zulammeniassend gejagt wird, bah man in den Kreisen vcr Reichsregierung nicht geneigt iei einen Lnfii»
SBaoetn über dessen Justizbobeit herbei,ufübren " ^ mit
Die Teueruogsaktion der Beamten.
Br Berlin. 80. Nov. (Eig. Drahtbericht.) Am -».lenstag tagten in Berlin die grotzen Beamtenver- bande. um auf Einladung des Deutschen Beamten- Mlndes Stellung zu der unmittelbar bevorstehenden Teuerungsaktion zu nehmen. Neben diesen Beratungen wurden auch Verhandlungen mit den Svitzen- organl,atlonen der Gewerkschaften gepflogen. Man ist Kreisen der Beamtenvereinigungen jetzt wieder zu
der Ansicht zuriickgekehrt, daß ein gem^einsames n der Arbeiter- und Beamtenvertretunaen
fttflll TMötArt imV St«««« .. ... < . .
R->Ä''ÜÄ H7H°,ch
grosserer Wirkung ist. In den Besprechungen der Be- amtenorganisationen wurde beschlossen, eine neue Erhöhung des Grundgehalts zu verlangen. Der Ortsklassenzuschlag soll nicht verändert werden Dagegen wird entsprechend den einzelnen Eehaltsklasscri eine Erhöhung des Teuerungszuschlages verlangt, die für die unteren Klassen 50 Prozent betragen soll und sich nach oben hin bis zu 20 Prozent abstuft. Im Laufe des heutigen Tages dürften die Besprechungen zu Ende geführt werden.
Die Verhandlungen über Irland gescheitert.
0. London. 30. Nov. (Eig. Drahtbericht.) Bei der gestrigen Sitzung des Ulsterparlaments gab Sir C r a i g h eine durchaus ablehnende Antwort mif die Vorschläge der englischen Regierung. Er sagte, Lloyd George müsse neue Vorschläge machen. Ulster werde dem alliierten Gedanken unter keinen Umständen zustimmen. Gestern in den späten Abendstunden wurde npch ein englischer Ministerrat anbe- räumt. ^ ~ ‘ —-
Dis neuen Steuervorlagen.
Ur. Berlin, 29. Rov. (Eia. Drahtbericht.) Im Reichs- tagsausschuy für SieuerfrLsen nxm&te sich heute die Ve- !sttung zunächst der Frage der Wertermittlung zu. Abg. Westermann (D. Vpt.) befürwortete einen An» ttag seiner Partei, wonach zur Bewertung der dauernd den Betneden, gewidmeten Gegenstände der dauerr^de gemein» Wert abzüglich einer angemessenen Abnutzungsauote unter Zulassung des Ansatzes eines niedrigeren Wertes, wenn er wirklichen Wert zur Zeff der Bilanzaufstellung ent- spricht.ma>-zebenL sein soll. Abg. Molkenbuhr (Soz.) delntwortrte den Ausgang vom gemeinen Wert. Seins Fraktion tritt für die Regierungsvorlage ein. Abg. Pohl- "> -•!*_.!- 'ruft alle Parteien wollten Len
Anordnung), gestrichen sehen.
... Aba. Dr. Roesicke (D.-Rtl.)
??> -;t 7 ™> der Reichsabaabenordnuns. Abg. Herold ioentr.) brachte zum Ausdruck, die Nachfrage nach land- wirtschaMichem Besitz sei !o gro!>. dah der Ertragswert nicht dem Verkaufswert entspreche. Der Redner befürwortete einen AntraL der bei der Bewertung des Vermögens die Vorschriften der Reichsabgabenordnung über die Wertermittlung gelten lassen will. S 139. Abs. 2. solle keine Anwendung finden. 8 152. Abs. 2. solle mit der Maßgabe fest- gehalten werden, daß statt des nachträglichen Werres der in
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den letzten drei Jiihren im Durchschnitt erzielte Erlragswert »Ut. Mmlsterialdirertor Dr. P o p i tz führte aus, der 8 17 wolle für die Zeit der Eoldschwankung die Möglichkeit ichaflen. von festen Werten auszugeben. Abg. Dr. Hertz (SozO erklarte, die Landwirtschaft hätte keine besondere steuerliche Berücksichtigung nötig, Die landwirtschaftlichen Presse überwiegen die festgestellten Produktionskosten. Der kommunsstssche Abg. Seioemann begründete die Rot- wendlgkeit der Überführung des Großgrundbesitzes in dir x>ande der Allgemeinheit. Die Sachwerte müßten er-
der Redner, der dreijährige Durchschnitt sei z. V. für Wein- M--»^?? 5 «Elkultur usw. zu kurz. Abg. Dr. Helfserich lD.-Ratl.) warnte vor dem Verlassen der Richtlinien für die Bewertung, wie sie die Reichsabgabenordnung vor?el>e. Die Weriermittlung der Grundstücke würde am besten von den Finanzämtern abgetrennt und besonderen Behörden, in Preutzen den Katasterbehörden, übertragen. Abg. Pohl mann (Dem.) wünschte alsdann die Abstimmungen zuruckgestkllt »u sehen, bis eine Einigung über die Antrags 8%*orfe 1 - M ® c - Lecker- Köln (Dem.)^stellte zu f. 132. Abs. 2, folgenden Antrag zur Diskussion: Bei gewerb- lichen Unternehmungen, die Aktien oder Anteile mit einem amtlich festgesetzten Börsenkurs ausgeben, können zur Er- m.ttliing des Wertes der gewerblichen Unternehmungen die amtlichen Kurse derartiger Aktien und Anteile herangezogen werden. Hierbei ist der Durchschnitt aus dem höchsten und niedrigsten Kurs jedes der letzten drei Jahre vor der Veranlagung zu errechnen und von dem so errechneten Kapitals- s?Ert 30 v. H. abzuketzen. Bei der au? diese Weise festge- stellten Werterniittlung ist das Gesellschaftskcwital abzu. S"hen. Abg. Dr. Selsferich (D.-Ratl.) sprach sich gegen die Streichung des 8 139. Abs. 2, der Reichsabgabeiwrdnung aus. Der Ausschutz beschloh gemäß dem Vorschlag des Abg. Pohlmann, die Abstimmung über ~ auszuletzen und vertagte sich.
>ie BervertunLssrLge noch
Da» Problem der Eisenbahnprivatisierung.
T--B. Frankfurt a. M.. 29. Nov. In einer beute abend im Bonensaal abgedaltenen Versammlung des demokratischen Vereins hielt der Tarifdezernent der Eisenbahndirek- tion Frankfurt a. M.. Regierungsrat Dr. Sv ich. eine Rede, in der er zu dem Problem der Eisenbahn- Privatisierung vom Standvunkt der Tarifpolitik au» Stellung nahm. Redner knüpfte an die bereits seit übe« einem Jahre in der Press« geführte Kampagne über die Sanierung der Reichsbahnen an. als deren Resultat er bisher ein Einverständnis über die Forderung angemessener Tarife und die Neuorganisation der Neichsbahnverwaltung möglichst.freier kaufmännischer Behandlung gemäß Art. 92 der Rrrchsoersassiing zu erkennen glaubt. Die damit gewonnene Grundlage für die im Gang befindliche Reformarbeit werde durch das neue Verlangen der Industrie bedroht, ohne daß dieses mehr als nur recht vag« Anregungen gäbe. Die Reichsbahn habe eine kulturellnationale. eine sozialpolitische (perfonalvolitische) und eine handejspolitssche (tarif- und verkehrsvolitische) Bedeutung.
Entreichung sei abträglich in der national-kulturellen
Richtung. Nach der finanzpolitischen Seite würden die derzeitigen Verhältnisse zu pessimistisch beurteilt. Der Redner betonte hierbei das zahlenmätzige Sinken des Fehlbetrages im laufenden Jahre und die Tatsache, datz alle mitteleuropäischen Bahnen mit Defizit arbeiteten. Datz die Privatbabn sich billiger werde mit Material eindecken können, bestritt der Redner in Ausführungen über die Ver- rechmings- und Bikanzierungsmethode der privaten Gratz- tetriebe. Sozialpolitisch betonte der Redner das große Verdienst der Neichsbahnverwaltung und ihres Personals, durch drei Jahre schwerster Mirtschaftsverhälinisse die Bahnen ohne Streik bindurchgeführt zu haben. Der Privat« lndustrie sei das kaum gelungen. Dabei seien die Reichs-' bahnen trotz Demohilmachungsvorschrfftem Achtstundentag und den dem Bahnbetrieb naturgemäß eigenen Erschwerungen sozial nicht überlastet worden. Sonst hätte der Fahrplan- usw.-Detrieb nicht wieder zur heutigen Höbe gelangen können. Das Personal arbeite lieber mit dem ihm weseng« verwandten Beamten als Vorgesetzten als mit kapitalistischen Unternehmern. Tarif- und verkehrsvolitüch könne der Brinaibetrieb nie dasselbe wie der Staatsbekrieb leisten, Jedenfalls sei das Staatsmonovol dem privaten Monopol vorzurieben.
Botschafter Sthamer tritt nicht zurück.
Itr. Berlin, 30. Nov. (Eig. Drabtbericht.) Wie wir an maßgebender Stelle erfahren, sind die Gerüchte über den
L^U^des^ussch«» WM-ktzW, t» H ih»me A
