Einzelbild herunterladen
 

Verlag Langgasse 21 „Tagblatlhau»».

Echalter-HoU« geöffnet von 8 Uhr morgens bis 6 Uhr abends. Postscheckkonto: Frankfurt ». M. Nr. 7405.

Wöchentlich

Bezugspreise: Durch den Verlag bezogen: Mk. 4.80 monatlich. Mk. 14.40 vierteljährlich, ohne Traglohn' durch die Post bezogen: Mk. K.— monatlich. Ml. 18.— vierteljährlich, mit Bestell­geld. — Bezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Träger und alle Postanstalten. — In Fällen höherer Gewalt. Betriebsstörungen oder Streiks haben die Be­zieher keinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder Erstattung des entsprechenden Entgelts.

12 Ausgaben.

Fernruf:

^agbkatthaus" Nr. 8858 - 53.

Bon 3 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, auher Sonntags, Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7485.

Anzeigenpreise: örtliche Anzeigen Mk. 1.58. auswärtige Anzeigen Mk. 2.28. örtliche Reklamen Mk. 8.—,

auswärtige Reklamen MI. 8.- für die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum. - Vei wt-der- Holter Aufnahme unveränderter Anzeigen entsprechender Nachlaß. ^ — Schluß der üttoetgeR, Annahme für beide Ausgaben: 18 Uhr vormittags. — Für die Aufnahme von Anzeigen an | vorgeschriebenen Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. eaBeeaseaeoaaooKKMaMoaaa |

Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin W. 9, Botzstratze 18, Fernsprecher: Amt Zentrum 11435-11437.

Dienstag, 18. Oktober 1921.

Abend-Ausgabe.

Nr. 474. ♦ 69. Jahrgang.

Oberschlesien und der Dollar.

Während diese Zeilen geschrieben werden, steht der Kurs des Dollars auf über 180 M. Ende voriger Woche stand er 150. Die unerhörte weitere Steigerung war bei dem furchtbaren Schlag, den Deutschland durch die Oberschlesien-Entscheidung empfängt, zu erwarten. Was aber nicht zu erwarten war. ist der günstigere nachbörsliche Markkurs in New Pork. Diese Er­scheinung tritt immer wieder auf. Sie beweist, daß man die Mark im Inland noch viel schlechter bewertet als im Ausland. Mit anderen Worten: Die deutsche Spekulation treibt Katastrophenpolitik. Sie hat zum größten Teile bis jetzt dazu beigetragen, den neuen ungeheuerlichen Sturz der deutschen Valuta zu ver­schärfen und über den durch die wirklichen Verhältnisse gerechtfertigten Umfang hinauszutreiben. Freilich hat auch die Industrie die letzten Monate benutzt, um ihre Rohstofflager aufzufüllen. Ob sie damit aber wirklich eine vorteilhaftere Eindeckung erreicht hat, als wenn sie sich darauf beschränkt haben würde, nur den normalen Bedarf einzudecken und die Valuta zu schonen, erscheint recht fraglich. Was aber diejenigen Kreise der Spekulation angeht, die nicht aus wirtschaftlichen Er­wägungen heraus, sondern lediglich aus dem Drange, Differenzgewinne zu erzielen, oder eine Rückversicherung gegen die Entwertung des deutschen Geldes einzugehen, ausländische Valuten kaufen, so ist es jedem Kenner der Verhältnisse klar, daß die Elemente heute leider ge­radezu den ausschlaggebenden Faktor auf dem Devisen­markt darstellen. Wer sind diese Leute? Einer der ersten deutschen Finanzmänner und Bankdirektoren hat kürzlich mit dem Finger darauf gewiesen. Es find in vorderer Reihe nichtdeutsche Spekulanten, zum Teil maskiert als Angestellte deutscher Vanksirmen. Sie sind es nicht allein. Zu ihnen gesellen sich just in der neuesten Zeit deutsche Eroßspekulanten, die auf dem Aktienmärkte beispiellose Gewinne erzielt haben. Diese Gewinne glauben sie am besten sicher zu stellen, indem sie Devisen kaufen. An diese kämpfende Spekulanten­armee hängt sich neuerdings ein Troß von Leuten, die früher nichts mit der Börse zu tun hatten. Die wirt­schaftliche Ohnmacht des Beamten, des kleinen Kauf­manns wie überhaupt des ganzen Mittelstandes, der Zwang zu Sonderausgaben, also das, was über den laufenden Bedarf des Lebens hinaus zur Aufrecht­erhaltung der Kulturbedürfnisse notwendig ist, haben dazu beigetragen, das Privatpublikum in Masten an die Börse zu treiben. Diese Tatsache birgt eine Gefahr in sich, die gar nicht überschätzt werden kann. Denn wenn eines Tages die Ernüchterung dem Rausche folgt, müssen Zustände eintreten, Verelendungen sicht­bar werden, wie man sie, um Großes mit Kleinem zu vergleichen, beim Zusammenbruch der Wett­konzerne erlebt hat. Aber auch die deutsche In­dustrie wird des Segens, den ihr der neue Marksturz gebracht hat, nicht froh werden. Die Hochkonjunk­tur der Produktion und des Exports ist künstlich, ungesund und vergänglich. Sie wirst zwar augenblicklich außerordentliche Profite ab, sie sichert scheinbar dem deutschen Arbeiter Arbeit und Brot. Aber es sind Ge­winne und Vorteile, bei denen allen Einsichtigen bange werden muß. Hinter dieser Scheinprosperität lauert das Gespenst des Hochschutzzolls der bedroh­ten Auslands stauten. Gehen die Dinge so weiter, dann wird die zollpolitische Gesetzesmaschinerie des Antidumvings der hochvalutarischen Länder mit Hochdruck zu arbeiten beginnen, und diese Gefahr sollte von der deutschen Geschäftswelt denn doch nicht auf die leichte Achsel genommen werden. Freilich: das Aus­land muß sich darüber klar sein, daß die schönsten Valutaklauseln und Zolltarife nicht Gefahren bannen können, deren Quell ganz wo anders liegt als bei der deutschen Industrie. Gegen eine stabile Exportprämie der deutschen Industrie kann sich das Ausland allen­falls schützen! Nicht aber gegen eine Exportprämie, die — wie der Wechselkurs — mit ihren fortdauernden Schwankungen und Zuckungen jeder Berechnung spottet. Die Reparationen sind es, die immer wieder neu diese Exportprämie für die deutsche Industrie schaffen und neben den Reparationen ist es die Zerstückelungs- Politik in der oberschlesischen Frage. Die Folgen führen wirtschaftlich zur Zerstörung des europäischen Produk­tionsausgleiches. Werden die Staatsmänner der be- drobten Siegervölker erst dann zu Hilfe eilen, wenn es zu spät ist, wenn das deutsche Dalutaelend die Tiefen des österreichischen und polnischen Balutaelends er­reicht bat? Das Chaos, das in diesem Falle über Deutschland hereinbrechen müßte, würde an den Gren­zen Deutschlands nicht Halt machen.

*

Dz. London, 18. Okt. Auch die Morgenblätter be­fassen sich mit dem Sturzederdeutsche nM a r k. Während .Limes" in einem Leitartikel schreibt, eine

Ermäßigung der an Deutschland gestellten Forderungen würde im gegenwärtigen Augenblick die wirtschaftlichen Aussichten in Europa nicht verbessern, sagt „Daily News", nach ihrer Ansicht seien die Reparation s- forderungen am Zusammenbruch der Mark schuld. Wenn der Sturz der Mark anhalte, so könne Deutschland womöglich die geforderte Summe nicht bezahlen. Unter Hinweis auf den Schäden, den der Tiefstand der Mark ganz Europa zufügt, fragt „Daily News", weshalb man auf der Forderung der Reparationen bestehe.

Noch keine Mitteilung bezügl. Ober- schlesiens.

Dz. London, 18. Okt. Wie das Reutersche,Bureau er­fährt, hat die Botschafterkonserenz noch keine Mit­te i I u n e a n Deutschland und Polen bezüglich der neuen schlesischen Grenze ergehen lassen. Zn einer Mitteilung heißt es: Es kann keine Rede davon sein, die Ententetiuppen zurückzuziehen, ehe nicht die Kommission an Ort und Stelle die neue Erenzlini-e festgestellt hat. Dies lann vielleicht eine Verzögerung von einigen, Wochen be­deuten. Es wird darauf hingewiesen, daß die wirtschaft­lichen Bestimmungen im Interesse beider Parteien getroffen werden und daß unter den obwaltenden Umstanden es für unfaßbar gehalten wird, daß die unmittelbar Be­teiligten dis Bedingungen nicht a n n e h m e n. Vom politischen Standpunkt aus gilt die ganze An- gelegenheit für beendigt, obwohl noch kleine Einzel­heiten festzusetzen sind.

Kein Ergebnis der interfraktionellen Besprechungen.

Bz. Berlin. 18. Okt. (Eig. Drahtbericht.) Die gestrige interfraktionelle Konferenz der Koalitionsparteien bat zu keinem positiven Ergebnis gefubrt. Astes ist noch in der Schwebe. Man ist weder über das Finanzvrogramm zu einer Einigung gelangt noch vor allem über die Frage, ob die Regierung Wirtb iüie Demission geben soll oder nicht.

Aufschiebung des Parteitags der Deutschen Bolkspartei.

Br. Berlin. 18. Okt. (©iß. Drahtbericht.) Die Partei­leitung der Deutschen Bolkspartei bat beschlossen, mit Rück­sicht auf die durch die Entscheidung über Oberschlesien berbei- geführte politisch-parlamentarische Lage den für den 24. und 2b. Oktober in Stuttgart vorgesehenen Parteitag vor­läufig nicht stattfinden zu lassen.

Die gespannte Lage in Oberschlesien.

Br. Oppeln, 18. Okt. (Eig. Drahtbericht.) Wie in der interalliierten Kommission verlautet, gehen aus dem In­dustriegebiet fast stündlich Meldungen über Flucht- lingszu ström aus dem abzutretenden Gebiet, insbe­sondere nach der Stadt Beuthen und der Gegend von Stn- denburg. ein. Eine Bestätigung der Meldung, daß bereits am Donnerstag eine Besetzung der den Polen zugesvrochenen Gebiete erfolgen wird, ist bisher nicht erfolgt. Sollte sie er­folgen, so wird üe sofort bekannt gegeben werden. Dagegen ist an unterrichteter interalliierter Stelle bekannt, daß Eng­land der Genfer Entscheidung rückhaltslos zugestimmt hat. die Teilung Oberschlesiens also unabänderlich sei. Aus dem Kreise Tarnowitz wird die Ankunft von polnischer Kavallerie in den polnischen Grenzorten gemeldet. Nicht nachzuprüfende Gerüchte wollen wissen, daß die Polen bis zur Korfanty-Linte rorzuitoßen beabsichtigen. In einzelnen Orten sind von Mitgliedern der Eemeindewacken pol­nisches e st ellungsbefehle verteilt worden. In der Nacht zum Sonntag wurden im Schlachthaus von Marczei- kowitz 40 Gewehre abgeladen. Die interalliierte Kom­mission in Kaitowitz sollte hiervon benachrichtigt werden, war -edoch nicht erreichbar. In derselben Nacht wurde das deutsche Plebiszitkommissariat in Maslo- witz mit Handgranaten beworfen, so daß sämt­liche Fensterscheiben in Trümmer gingen. .

Ablehnung des Genfer Beschlusses durch die neutrale Presse.

Dz. Madrid, 18. Okt. Das Blatt „ABE" bringt einen scharten Leitartikel über Oberschlesien unter der überschrisr Eine teusliche Lösung" und sagt, die Entscheidung des Pölkerbundsrates widerspreche der klaren Willenskund­gebung Oberschlesiens und bedeute einen Gewaltakt. Ober­schlesien werde zerstückelt ohne Rücksicht aui die Gerechtigkeit und Vernunft und den Willen seiner Einwohner sowie zum Schaden Europas, das einer besonderen Aus­nutzung des oberschlesischen Rcichttims bedürfe, um die durch den Krieg verursachten Schäden wieder gutzumachen.

Dz. Kopenhagen, 18. Okt. „Ertrabladet" schreibt in einem mit „Revanche" überschrrebenen Leitartikel zur oberschlesischen Frage, die Entscheidung, die der Völkerbund gctränen habe, bedeute den Höhepunkt einer Reihe weltpolitischer Torheiten, die auf dem sumpfigen Grund des Versailler Friedens sich aufbauten. Mit einer sehr langen Reihe von Entscheidungen gegenüber Deutsch­land werde bezweckt, daß Europa niemals Frieden erhalte, man könne dies ausdrücken wie man wolle, alle Lügen könnten die Wahrheit nicht verschleiern, daß man jetzt neue Kriege und Aufstände vorbereite. Dies ge­schehe von einem Institut, das errichtet worden fei, um in der Welt Frieden zu schassen. Die polnische Republik würde niemals zulassen, daß in Europa Frieden herrsche. Ihr Name sei Eroberung und Krieg. Unterdrückung und Haß. Keiner vcn den Gedanken, die die Grundlagen für das große Friedenswerk bilden sollten, habe Aussicht, in Polen verstanden zu werden. Polen verfolge nur die Förderung seiner Rechte und seiner Größe ohne Rücksicht aui die übrige Welt und die Wahl seiner Mittel.

Die Botschafterkonserenz.

kt. (Eig. Drahtbericht.) Für gestern achmitläg war eine Sitzung des Botschafterrats angesagu r der die

D. Paris, 18. Okt.

nachmittag war eine S.„„..„ -

in der die englische und die französische Auffassung wegen des Vollzugs der Genfer Entscheidung über Oberichlesien miteinander hätte in Einklang gebracht werden sollen. Die Abendblätter haben alle noch den Zusammentritt der Sitzung am späten Nachmittag angekllndigt. Die Sitzung bat aber nicht stattgefunden. Sie wurde abgesagt und am nächsten Mittwoch vertagt. Eie ganze Frage und die ganze Diskussion bleibt in der Schwebe. Man hatte geglaubt, da« der englische Botschafter in Paris. Lord H ard inse. gestern neue Instruktionen erhalten werde, allein es scheint, daß die englische Regierung einen Sondervertreter nach Paris schicken wird, und zwar einen Juristen m der Person von Makin Es ist schwer, sich ein Bild von der gegenwärtigen Sachlage zu machen. Der genaue Wortlaut des Genfer Ent? scheids liegt noch immer nicht vor. Man tappt namentlich auch darüber infolgedessen immer noch im Dunkeln, ob die politischen und wirtschaftlichen Sonderbestimmungen der Genier Entscheidung für Deutschland wirklich, einen positiven Gewinn bedeuten oder nicht. Naturgemäß entzieht sich die Beantwortung dieser Frage jeder Beurteilung, so lange das Genfer Dokument geheim dlerbt. Dre Londoner .Times" beschwert sich denn auch mit Recht gegen diese un­gebührlich lange Geheimhaltung. Nach einer Mitteilung der ..Libcrts" soll sich die Übergangszeit wahrend der Deut!ch- land im Besitz und im Genuß des oberschlesischen National- rcichtums bleibt, nicht auf 8 bis 15 Jahre, sondern nur am 3 dis 15 Monate belaufen.

Keinerlei ernste Differenz.

Dz. London, 18. Okt. Laut ..Daily Telegraph" wird trotz der pessimistischen Berichte in britischen Kreisen erklärt, da« keinerlei ernste D ifferenz zwischen der britischen und der französischen Regierung über dre beste Art der Durchführung der Anempfehlung des Pölkerbundsrates m der oberschlesischen Frage entstanden .ist. .Die amtlichen französischen Kreise trennen ebensowenig wie die englischen die politischen von der wirtschaftlichen Seite der Regelung. Die Einzelheiten eines so verwickelten Verfahrens konnten jedoch kaum ohne reifliche Erwägung geregelt werden.

Komplikationsmöglichkeiten aus dem Wirtschafts­abkommen.

Dz. Paris. 18. Okt. Das ..Petit Journal" schreibt in einer Besvreckmng des Genfer Schiedsspruches u. a.: Was werde sich ereignen, wenn die wirtschaftlichen Empfehlungen des Schiedsspruches als fakultativ. angesehen werden wenn etwa ein Handelskrieg »wischen Deutschland und Polen ausbreche? Bedeutende Gebiete werden des Wassers des Lichtes und der Treibkraft beraubt. Taufende von Landbewohnern könnten nickt mehr zu den Markten ziehen und ibre Erzeugnisse nicht mehr verkaufen.. Große Fabriken müßten ibre Erzeugung herabsetzen oder, entstellen, weil sie keine Materialien und keine Käufer batten. Die ganze Gegend werde also dem wirtschaftlrchenUnter- g a n g vreisgegeben. Das hätten die Richter von Genf nicht gewollt. Das Blatt gibt zu. daß die Einzelheiten des wirt­schaftlichen Abkommens nickt im Friedensvertrag vorgesehen ind daß man annebmen könne, daß der Schiedsspruch von öens eine Art Zwang, eine Art Forfait darstelle. Die Alliierten, die nunmehr über die Sache einig seien, dursten ich nickt über das einzuschlagende Verfahren veruneinigen, sin- für allemal müsse mit Oberschlesien ein Ende lemackt werden, damit das gesunde Europa sich an die

Ein Handwerksbeirat beim Reichswirtschaftsministerium

Dz. Berlin, 18. Okt. Wie eine Korrespondenz an zu­ständiger Stelle erfährt, bat der Reickswirtschastsminister einen Sandwerkerbeirat beim Reichswirt- fchaftsministerium gebildet. Die Mitglieder des Beirates wurden auf Grund des Vorschlages des inter­fraktionellen Handwerkerausschusses des Reichstags und des vorläufigen Retchswirtschaftsrates ernannt.

Der Anschluß Pyrmonts an Preußen.

Dz. Hannover. 18. Okt. Wie der „Hann. Kurier" meldet, hatten bei der gestrigen Volksabstimmung über den evtl. Anschluß Pyrmonts an Preußen bei 55 Prozent Wahlbe­teiligung 2546 Wahlbeteiltgte für und 640 gegen den An­schluß gestimmt. Die Entscheidung unterliegt noch der Ab­stimmung in den beiden Landtagen von Waldeck und Preußen.

Die Streikausstchte« im Halleschen Eisenbahnbezirk

Dz. Halle (Saale). 18. Okt. In der Eisenbahn-Hauvt- werkstätte ist gestern eine Urabstimmung über den Streik vorgenommen worden. Für den Streck ergaben sich 1087 dagegen 200 Stimmen. Bei den Verhandlungen zwischen der Eiienbabndirektion und den Gewerkschaften kam keine Einigung zustande.

Das Wiesbadener Abkommen vor der Wieder­herstellungskommission.

D. Paris. 18. Okt. (Eig. Drahtbericht.) Die Wieder- berstellungskommiision hat die endgültige Beratung des Wies­badener Abkommens noch nickt abgeschlossen. Die deutsche Kriegslastenkommission, die bei der Wiederberstellungskom- mission beglaubigt ist. hat in der gestrigen Sitzung die in Artikel 2 des Wiesbadener Memorandums aufgeworfen^ Frage zur Diskussion gebracht, nämlich, ob die deutschen Sachleistungen an die Entente ebenfalls zu dek Kategorie der deutschen Ausfuhr gehören, auf deren Wert nach dem Londoner Ultimatum die 26 vrozentige Abgabege- bühr zugunsten der Ententestaaten erhoben werde. Diese Frage zu entscheiden, hat sich die Mederherstelluimskotn- missron Vorbehalten, sobald das ganze Wiesbadener Abkom- V men als solches zur Behandlung gekommen sein wird.