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Bette 2. ' Samstag, 8. Oktober 1921.

Wiesbadener Tagblatt.

Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt. Nr. 457.

Was geht in Tirol vor?

Alle Nachrichten, die in den letzten Tagen aus Tirol einlaufen, stimmen darin überein, dah das Land vor nicht unbedenklichen Ereignissen steht. Allerdings sind diese Nachrichten noch zu unklar, als dah man bereits erkennen könnte, gegen wen sich die Front richten wird. Trotzdem halten wir es für unsere Pflicht, auf diese Dinge hinzuweisen, wenn wir auch nicht für jede Ein­zelheit der Nachrichten uns verbürgen können. Das eine steht jedenfalls fest, dah die Lage in Tirol, und das wird nach den unglückseligen Friedensschlüssen nie­mand verwundern, unerträglich geworden ist. Die Entwertung der Krone macht immer weitere Fort­schritte und Hand in Hand damit geht natürlich eine Verteuerung der Lebensmittel. Die Währungen der Nachbarstaaten Schweiz und Italien sind gegen die österreichische Krone ungemein kaufkräftig und das hat zur Folge, dah in Tirol von Italienern und Schwei­zern sehr bedeutende Aufkäufe vorgenommen wurden. Unter solchen Umständen entstand ein direkt panik­artige Stimmung. Es bemächtigte sich der Einheimi­schen eine grohe Unruhe und alles, was Geld hatte, setzte dieses in Waren um. So kam es, dah Ende September mehrere grohe Geschäfte in Innsbruck wegen des ungeheuren Andrangs, teilweise aber auch wegen Mangel an Waren vorübergehend schlichen muhten. Die Landesregierung hat zwar inzwischen ein Aus­fuhrverbot fiir Lebensmittel und Bedarfsartikel er­lassen, doch ist diese Mahregel allem Anschein nach zu spät erfolgt. Man fordert in Tirol nunmehr ein strenges Einreiseverbot für Angehörige der valuta­starken Länder, doch ist es recht zweifelhaft, ob sich eine solche Mahregel durchsetzen lasten wird. Die Handelskammer in Innsbruck hat in einem Aufruf die Bevölkerung ermahnt, ruhig Blut zu bewahren und nicht durch Zusammenhamstern die schon ohnehin nicht sehr umfangreichen Warenlager vollends auszuschövfen. Die Erbitterung und Erregung ist aber schon so weit gestiegen, dah eine Reihe von Organen der Öffentlich­keit zur Selbsthilfe aufsordern.

Eine besondere Rolle spielt hierbei die Landes­leitung der Tiroler Heimatwehren, deren Führer, Rechtsanwalt und Landtagsabgeordneter Dr. Steidle. in einem besonderen Aufruf zur Gründung eines Tiroler Selbstschutzverbandes auffordert, der die Aufgabe haben soll, den in der Auflösung befindlichen Staat vor jedem gewaltsamen Umsturzversuch zu sMtzen. Es ist nicht zu erkennen, welche Umstürzler Dr. Steidle im Auge hat. Er und seine Heimat- wehren stehen im scharfen Gegensatz zur Sozialdemo­kratie und ihrer Arbeiterwehr und man mühte so an einen Umsturzversuch der Arbeiterschaft denken. Das erscheint zunächst wenig glaubhaft und derVorwärts" läht sich denn auch melden, dah in Tirol niemand an einen gewaltsamen Umsturz denke, auher Herr Dr. Steidle selbst. In diesem Zusammenhang verweist das mehrheitssozialistische Blatt in einem Münchener Tele­gramm auf die Verbindungen zwischen den Tiroler Heimatwehren und den bayerischen Ei nwohner­wehr e n. Der Zuzug von Bagern sei recht stark, die Verbindung werde durch das bayerische Verbindungs- bureau in Rofenhain aufrechterhalten und es sei auch jetzt wieder ein umfangreicher Waffenschmuggel im Gange.

Tatsächlich scheinen jedenfalls gewiste politische Kreise Kapital aus der Lage schlagen zu wollen. Die Legitimisten haben in Tirol ihre Werbetätigkeit außer­ordentlich verstärkt. Ein vom Generaloberst von Dan kl, dem bekannten Heerführer aus dem letzten Kriege, Unterzeichneter Ausruf ist bis in die äuhersten Täler Nordtirols hinaus verbreitet worden. Dankl gilt in Tirol als der Leiter der Karlisten- bewegung. In seinem Hause finden die Zusammen­künfte des Hochadels und der Karlisten statt. Diese hal ten anscheinend ihre Zeit für gekommen, um ihre

(SS. Fortsetzung.) Nachdruck verboten.

Weihe Nächte.

Roman von Han» Becker t (Wiesbaden).

Denkt gar nicht daran, er ist Deutscher von gutem - Adel, hat selbst Gestüte, wollte sich die Sache mal an- sehen, ein bihchen mitmachen'

Man schüttelte den Kopf, durfte aber nicht mehr daran zweifeln, denn der Besprochene war inzwischen, während die ersten Rennen gefahren wurden, in der Mitgliederloge erschienen und wurde in aller Form vorgestellt: Robert von Allenberg.

Jedes Mihtrauen. ob Graf Sipjagin sich nicht doch einen Scherz erlaubt, muhte schwinden, als man sah, wie Marfa Balsanowa die sonst die Rennen nicht besuchte, zur Verwunderung aller heute erschienen war mit dem neuen Verwandten verkehrte.

Sie schien ordentlich stolz auf den Bruder ihrer Schwiegertochter zu sein, lieh ihn kaum von ihrer Seite, erst kurz vor Beginn des vierten Rennens durfte Robert die Loge wieder verlosten

Während die beiden neu gemeldeten Pferde liefen, schenkte man der Bahn kaum einen Blick man war um Asta versammelt und sagte ihr Schmeicheleien über den schönen Bruder, der sich bei dem Brande zudem noch wie ein Held betragen haben sollte.

Das erste Paar hatte ganz gut abgeschnitten: .Strelka" 4 Minuten 87 y 2 Sekunden,Milaschka" i Minuten 52 Sekunden.

Dann fuhren Olga Panowa und Robert von Allenberg auf. Olga hatte die innere, Robert die äußere Bahnseite mit dem entsprechenden Abstand.

Die Glocke ertönte ein prachtvoller Anblick, wie die beiden Pferde dahinschosten, es schien anfangs un­glaublich, dah eins das andere besiegen sollte: Kops an Kopf in totem Rennen muhten sie endigen.

So sah man im Publikum von den Logen aus anders dachte Robert schon nach der ersten Werst. Er hatte bei einem schnellen Seitenblick gesehen,

Pläne zu verwirklichen. Der Aufruf Dankls fordert denn auch, wenn er auch allzu deutliche Ausdrücke ver­meidet. dieRückkehr zu den alten Verhältnissen" und die Betätigungalttirolischen Geistes". Die wirtschaft­liche Not und die daraus entspringende Unzufrieden­heit mit der Wiener Regierung erscheint diesen Herr­schaften vielleicht als der gegebene Augenblick zur Durchführung ihrer Pläne.

Die Mißstimmung gegen Wien ist aller­dings auherordentlich groß. Seit der Abstimmung über den Anschluß an Deutschland ist der Rih zwischen Tirol und Wien immer größer geworden. Der Landrs- rat Dr. Steidle, der l0 000 Mann der Tiroler Heimat­wehren mobilisieren lieh, erklärt auch ganz offen, wenn die Wiener Regierung Zwangsmaßnahmen gegm Tirol anwende, wenn sie beispielsweise die Mehlzufuhr sperre, so werde Tirol wisten, wo ihm geholfen werde. Dieser deutliche Fingerzeig nach Norden kennzeichnet die Lage, aber es ist keineswegs klar, ob es sich hierbei etwa um einen Anschluß an das Reich handelt. Die Berliner Börsen-Zeitung" brachte gerade jetzt eine sehr beachtenswerte Zuschrift über gewisse Bestrebungen in Tiral, über deren Ernst und Intensität man auch im Reich nicht in Ungewißheit sein sollte. Es han­delt sich dabei um eine ziemlich weitgediehene Anschluh- bvwegung, aber wohlweislich nicht um den Anschluß an das Reich, sondern um eine Vereinigung Tirols mit Bayern! Es soll ein katholi­sches Königtum errichtet werden, in dem Bayern und Ungarn zusammengeschlosten und dem Tirol als erster Teil Österreichs, das bald Nachfolgen würde, hin­zugefügt werden soll. Die Mistenden behaupten, dah der gegenwärtige Aufenthalt des ehemaligen Königs von Bayern im Burgenlande seine bestimmte Ursache habe. Nach alledem wird man jedenfalls gut tun, den Dingen in Tirol besondere Aufmerksamkeit zu schenken!

Da» Fknanzkomitee der internationalen Handels­kammern.

Dz. Paris. 6. Oft. Wie dasJournal Jndustriel" mit- teilt wird heute in Paris das intcrnationale Finanz­komitee der internationalen Handelskammern zufammen- trcten. Das Komitee erhielt auf dem letzten Kongreß der internationalen Handelskammer in London im ver- acngenen Juli den Auftrag, verschiedenen Landern Vor­schläge über die Konversion der deutschen Nevarationsbons zu machen, sowie den Einfluh des aegennärtigen Standes der Schuld der Alliierten auf den internationalen Wechselmarkt zu untersuchen. Das Komitee wird üch auch mit der Frage der Sach li eferun gen beschäftigen. '

Lloyd George fährt nicht nach Washington.

Dz. London, 7. Lkt. EinerTimes"-Meldung zufolge teilte Lord E u r z c n dem britischen Botschafter in Washing­ton mit. dah Lloyd George wegen dringlicher innerer Fragen nicht in der Lage sei England zu verlasten. Grobbritannien wolle bis zu sechs Vertreter nach Wafhing- tr>n entsenden und werde den Vereinigten Staaten, ihre Namen sobald wie möglich mitteilen. Es muüe üch i«doch zuerst mit den Dominions und Indien ins Benehmen setzen. Lloyd George teilte dem britischen Botschafter in Washington mit. es sei auf der letzten britischen Reichtzkrnferen, verein­bart worden, dah die britisch« Regierung das gesamte Reich in Washington vertreten solle. Die britische Regierung wurde jetzt gern auch dem Standvunkt der Dominions Geltung verschaffen. Lloyd George erklärte, dah seiner Ansicht nach die britische Delegation aus Balfour und zwei weiteren Mitgliedern bestehen soll. Bei der Verlesung dieses Tele­gramms erklärte Premierminister Hughes, dah ein anderes Mitglied der Delegation aui de: Washingtoner Konferenz der Erst« Lord der Admiralität. Lord Lee. Hein werde.

Die Einnahme Wladiwostoks durch die Bolschewiken.

D. Paris. 7. Okt. (Ei«. Drahtbericht.) Ein Tele­gramm meldet, daß die Blätter in Riga den Bericht von voriger Woche, dah Wladiwostok von den Bolschewiken eingenommen worden sei, bestätigen. Die Bolschewiken machten viele Gefangene, die Japaner verhielten sich neutral.

dahAstyages" den Kopf zu stark streckte, der Tausch der Schlittenkufen mit Rädern schien ihm nicht zu be­hagen. Trotzdem wenn das Pferd nichtTrojan" als Konkurrenten gehabt, muhte es Sieger bleiben, die vonStrelka" aufgestellte Zeit leicht schlagen.

Ein Gedanke huschte ihm durch den Kopf:

Sollte er Olga Panowa gewinnen lasten?

Was machte es dem reichen Grafen Sipjagin aus, wenn der Preis an sie ging. _ t .

Einen Augenblick nur hielt dieser Gedanke an, trotzdem lang genug, um die Zügel ein wenig fester zu nehmen da war es ihm plötzlich, als ob er ge­würgt würde, eine jähe Angst packte ihn:

Was hast du getan, du hast betrogen, deine Pflicht octlctjt.

Seine Augen wurden starr, er sah, wie Olga ihm davonflog drei, vier Längen was er nur ge­dacht, gewünscht, sollte zur Wahrheit werden.

Gan°z "leise, nur gehaucht der Hengst spitzte die Ohren, bedurfte keiner Aufforderung. Trotzdem noch­mals:

Trojan"

Und von neuem: , ^

Trojan" rette deine, meine Ehre"

Kaum eine Werst war noch geblieben, würde es gelingen?

Es muhte gelingen. ^ . ,

Nur noch SekundenTrojan" lag wieder an erster Stelle, mit drei Längen ging er als Sieger durchs Ziel. , . _ ,

In 4.2914, konstatierte man auf der Rennuhr, Olga folgte mit 4.38 . . .

Als die Stallknechte kamen, um die Pferde in Empfang zu nehmen, wartete Robert, bisTrojan" feine Decken hatte, Olga war gleich fort. Sie hatte

Astyages" ihrem Marofow überlasten. Robert sah sie in seinem Stall verschwinden, in dem ihre Pferde nach dem Brande Aufnahme gefunden, er ging ihr l nach, er muhte mit ihr sprechen ihm lag sein Sieg

Generalversammlung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins.

8r. Hannover. 7. Okt. (Eia. Drabtberickt.1 Hier fand unter dem Porütz von Helene Lange die 31. Generalver­sammlung des Allgemeinen deutschen Frauenvereins statt. Der 1866 gegründete Verein, der als die Keimzelle der deut- siben Frauenbewegung zu betrachten ist. bat fick seit ettoa 10 Jabren vorwiegend für Frauenarbeit und Frauenrechie in der Gemeinde eingesetzt. Durch die Eewäbrung des staats- bürgerlicben Rechtes an die Frauen ist diesen ein neuer Pflichtenkreis erschlaffen: Es gilt die Frauen zur kommu­nalen Arbeit jeder Art zu schulen. Der Versammlung wurde ein Entwurs zu einer Umgestaltung des Vereins vorgelegt, nach welchem er dielen neuen Aufgaben gerecht zu werden vermag. Es ist eine Zuiammenfaffung auf dem Gebiet der kommunalen Arbeit der verschiedenen Vereine der Frauen­bewegung vorgeseben. um dadurch eine beffere übervarteiliche Zusammenarbeit zu erreichen. Nach eingebender Beratung wurde der Entwurs guigebeihen. Im Mittelounkt der Tagung standen 4 Referate. Dasjenige von Frau Jenny A v 0 l a n t über ..Die Frau in der Gemeindeoertretung und im Ge­meindevorstand" muhte, da die Referentin durch Krankbeit am Erscheinen verbindert war. zur Verlesung gebracht wer­den. Das Referat löste eine sehr ergiebige Auslvracke aus. veranlaßt durch die wertvollen Anregungen, die es zur Er­reichung der erstrebten Ziele gab. Nachmittags sprach Ministerialrat Dr. Gertrud Bäum er. M. d. R.. über »Schulpolitik in der Gemeinde".

Die Aufgabe der Gemeinden sei es. die groben Richtlinien in der Veriaffung durchzuiübren und die Einheitsschule zu schaffen. Diese ist nicht ohne Arbeitsschule denkbar, denn nur in selbständiger Betätigung kann sich die. Eigenart des Kin­des auswirken, während es in der bisherigen Schule kaum möglich war. besondere Anlagen zu erkennen. Es ist eine Umformung von innen heraus nötig, die eine jahrelange, organisierte Entwicklung und die treue Lebensarbeit der Vesten eriordert. Sehr bedenklich ist die jetzige starke V 0 - litisierung der Schule. Die Elternschaft, besonders die Mütter, sollen tätigen Anteil an den Scbulfragen nehmen, ohne wie bisher varteivolitisch ausgenutzt zu werden. Es gilt, die Frauen dafür zu gewinnen, das Stimmrecht mit leben­digem Geist zu erfüllen, sonst wird es zu einem Fluch, statt zu einem Segen. Frau Dorotbee von Velsen svrach Über

die Jugend und die Frauenbewegung.

Sie führte aus: Die Frauenbewegung stehe an einem Wende- vunkt und werde nur weiter besteben, wenn ste die wertvolle weibliche Jugend der gebildeten Kreise hinter ffch bade. Wir müssen die Jugend möglichst an den Arbeiten und den Schwie­rigkeiten der Fübrerinnen ieilvebmen lassen und zur verant­wortlichen Mitarbeit beranzieben. Dabei lei es nötig, daß die Frauenbewegung der Jugend in ihrem Wunsche nach Entmechanifferung und Rückkehr zur natürlichen Lebensweise entgegenkommt. Der auherordentlich starke Besuch des Abend­vortrages. in dem Helene Lange über Siebt die Frauenbewegung am Ziel oder am Anfang?"

sprach, zeugte von der Liebe und Verehrung für die lang­jährige Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins, die mit diesem Tage aus ihrem Amte schied. Einleitend er­innert« die Rednerin an die Entstehung der Frauenbewegung, die in den Ländern germanischer Raffe mit Bildungsbestre- lungen begonnen bätte und bis zur politischen Befreiung der Frau iortgeiubrl sei. Die Zeit, wo auch die Frau und Mut- ler ibre Fähigkeiten voll werde entfalten können, werde kom­men. Die Leiterin der schlickten Abschiedsfeier. Frau Dr. Eoicke wies in ibrem Dank an die scheidende Vorsitzende daraus bin. dah der Verein unter Selene Langes Leitung eine Gestnnungsgemeinsckafi gewesen, und dah sie hoffe., dah deren Rai dem Verein auch künftighin nicht feblen wurde. Der Scheidenden wurde eine Svcnde des Vereins zur beliebigen Verwendung für die Fraueniacke übergeben. Zur Nach­folgerin Helene Langes wurde Frau Dorotbee Vellen ge­wählt. die mit nochmaligen Worten des Dankes an die schei­dende Vorsitzende lbr neues Amt antrat.

Der bevorstehende Jagow-Prozeh.

Br. Leipzig, 7. Okt. (Eig. Drahtbericht.) Für den Am 27. Oktober vor dem Reichsgericht beginnenden Pro­zeß gegen den früheren Polizeipräsidenten von Berlin, I a g 0 w, wegen Hochverrats sind nicht weniger als 100 Zeugen geladen und 10 Verhandlungstage in Aussicht genommen. Unter den Zeugen befinden sich auch der frühere Reichsjustizminister Schiffer und General L u d e n d 0 r s f. Die Verteidigung des Herrn v. Jagow hat der Berliner Rechtsanwalt Justizrat Gordon übernommen, der den Abg. Erzberger in dem Prozeß gegen Helfferich vertreten hat.

wie eine Last aus dem Herzen, wie eine Last auch das andere: jener Gedanke, der fast zur Tat geworden..

Einen so eigentümlichen Blick des alten Marofow hatte er aufgefangen, einen verstehenden Blick, der verriet: Ich habe begriffen, was in dir vorge­gangen.

Wenn auch nicht mit so hählicher Brutalität wie jener hatte Robert von Allenberg doch seinem Herrn zum Siege verhelfen wollen sie standen sich gleich.

Nein, nicht gleich. Sein Gewisien hatte ihn zurück- gerisien, Robert von Allenberg brauchte vor dem alten Manne nicht die Augen niederzuschlagen.

Wie Olga Panowa es wohl aufnahm, dah er sie wieder besiegt würde sie ihm zürnen?

Das durfte sie nicht, so klein konnte die Frau nicht sein, das Bild nicht wieder zerstören, das er von ihr gewonnen, als er ste in seinen Armen gehalten, von den Flammen zurückgerisien eine andere war ste da­mals gewesen: nicht mehr von jener übertriebenen

männlichen Energie ein Weib, ein anschmiegendes Weib, das die gröhere Kraft des Mannes anerkannte.

Mit warmen Worten hatte ste ihm für feine Hilfe gedankt.

Als er in den Stall trat, Olga Panowa vor sich sah, war die Erinnerung verwischt; ein Blick hatte genügt, ihm klar zu machen, dah er keine Gnade vor ihr fände sie stand da und rih die Handschuhe von den Händen, ihr Gesicht glühte, ihre Augen fun­kelten zornig.

Einen Augenblick blieb er schweigend stehen» er wartete, ob sie etwas sagen würde.

Ganz einsam war es in dem Raum, sie beide ganz allein.

Eine tiefe Stille herrschte, nur ab und zu unter­brochen. noch erhöht von dem leisen Klirren einer Kette, dem Schnaufen eines Pferdes das bedrückte ihn. Als sie kein Wort sagte, trat er auf ste zu:

Sind Sie mir böse?"

Aortsttzuug folgt.)