Einzelbild herunterladen
 

ifsliaitfiur

Verlag Langgasje 21

UchSIter-HoN« p«3ffri«t von 8 Uhr norptn« W» 6 UDr abend». PollschcSkont«: granlftlrt a. Vt. Nr. 7405.

Wöchentlich

5*J«fl*pr«Ue: Durch den Derlag bezogen^ Mk. 8.80 monaulch, Mt. ll.« ol«r»«»»drl,ch. ohne Tragloh» ^ durch die Post bezöge,I: Mk. ö.ia monatlich. Mk. J8.M vterteljthrlich. mit Bestell 8, 7 Beji>,»best«llu»a«n nehmen an, der Verlag, die «uegabeftellen. di, Träger und alle

Postansiallen. — In füllen höherer Dewali. Betriebeliörungen oder Sireit» Kaden die B«> iieher keinen Anlpruch aus Lieferung de, «latie» oder Erliaiiung kt« »ntlorechenden lknigeli».

12 Ausgaben.

Fernruf;

^r-gblaiihan»- Nr. «««.m. von » Übt morgen« bis 8 Uhr abends. «»1« *, VosischeSloni»: Fronksuri «. TO. Nr. 7t«.

vnteigenvreise: örtlich« Angeigen Mk. i.W. auswärtige Anzeigen Mk l.SO. örtlich« Reklamen Mk. 5.—, auswärtige Reklamen Mk. 7.- für die einspa'tioe Kalonel^eile oder deren Raum. — Bei wieder- Holter Aufnahme unser ä nd ert« Anzeigen entsprechender Nachlaß. — Schluß der Anzeigen» Annahme für beide Ausgaben^ 16 Uhr vormittags. — Für die Aufnahme von Anzeigen an vorgeschriebenen Tagen und Plätzen wrrd keine Gewähr übernommen. ssss«s--«sssssssssVe«eeoeDeO

Berliner «bttilu», Wt logblatt»: Berlin \\. 9, Logstraßr 18, Fernsprech«; »«t Zentrm» H4JL-N137.

Mittwoch, 28. September 1921.

„Vernunft fängt wieder an zu sprechen".

Winston Churchill, der englische Kolonial- minister, hat vor seinen Wählern in Dundee eine Rede geholten, in der ec zu den großen Problemen der Welt­wirtschaft und der Weltpolitik Stellung nahm; eine Rede, oeren Bedeutung keineswegs unterschätzt werden kann. Es muß als seststehend angesehen werden, daß die Eedankengange, die Churchill entwickelte, nicht nur die Ansicht des Redners, sondern auch die der englischen Regierung wiedergeben, und diese Ausführungen Churchills beweisen, daß England aus der Wirrnis der Kriegszeit endlich heraus will.

Gewiß ist fast alles das, was Churchill ausfühcte, nicht überraschend neu. All die Folgen des Versailler Vertrages, die Churchill anführte, sind von einsichtigen Volkswirtschaftlern, nicht zuletzt von dem bekannten Landsmann Churchills Keynes längs vorausgesagt worden. Heute aber kann sich — und das ist das Ent­scheidende — auch der Ciegerstaat England nicht mehr blind stellen. Die Wirtschaftsnot ist da, das Arbeits­losenproblem drängt zur Tat, so spricht denn Churchill durchaus mit Recht davon, daß der Niedergang des Welthandels die Lage der englischen Arbeiterschaft ge­fährde. Die großen Nationen der Welt bieten heute, wie Churchill sagt, ein merkwürdiges Schauspiel. Amerika, England, Frankreich, Italien, alle hoffen riesige Geldsummen voneinander oder von Deutschland herauszubekommen. „Schulden eintreiben ist eine Hauptindustrie geworden und nimmt in den Köpfen zahlreicher Politiker und Parlamente und sogar Völker den Hauptplatz ein." Die Kaufkraft der Schuldner­nationen ist, das verspürt Deutschland am eigenen Leibe, erloschen. Die Gläubiger und Siegernatianen aber haben auf der anderen Seite die größten Schwie­rigkeiten, nach den Schuldnernationen auszuführen, da diese ihnen bereits mehr schulden, als sie bezahlen kön­nen. Amerika hat zwar Gold angehäuft, aber selbst dieses Gold vermag nicht die Auswirkungen der Wirt­schaftskrise zu beseitigen. Die riesige Handelsflotte, die Amerika gebaut hat. liegt zum großen Teil still. Der amerikanische Ausfuhrhandel muß eingeschränkt werden. Die Zahl der Erwerbslosen in Amerika ist ungeheuer hoch, dreimal so hoch als in England, und ein Steigen der Preiskurve für die Lebenshaltung in den Vereinig­ten Staaten wird für die nächste Zeit angekündigt. Die Schuldnernationen dagegen sind gezwungen, ungeheure Warenmengen auszuführen, die die Gläubiger wieder nicht annehmen wollen, aus Furcht, daß darunter die eigenen Industrien leiden. Die Furcht vor dem Dumping spielt denn auch in Churchills Rede eine ge­wisse Rolle, wenn er auf die intensiv arbeitenden In­dustrien in Deutschland vc-weist.

Churchill und — da er die Auffassung des englischen Kabinetts in seiner Rede wiedergab — mit ihm seine Ministerkollegen und Lloyd George ziehen auch die Konsequenz aus solcher Erkenntnis. Der englische Kolonialminister fordert darum eine Zusammenkunft der Staatsmänner aller Länder, die sich mit den Problemen des internationalen Handels zu beschäftigen hat, „damit die Ströme des Angebots und der Nach­frage wieder frei über die Oberfläche der Welt fließen können". Eine solche Konferenz, wie sie Churchill hier im Auge bat, kann natürlich gar nicht an dem Problem der internationalen Schulden vorübergehen. Erst wenn diese Frage geregelt ist, kann man über den Wieder­aufbau des Welthandels sprechen. Es würde sich also im wesentlichen um eine Reparationskonferenz handeln muffen. Zum Vorteil der Welt würde es sein, so sagt Churchill mit Recht, „wenn alle internationalen Ver­pflichtungen. die aus diesem Kriege entstanden sind, von neuem auf praktische Dimensionen herabgesetzt und in eine Kategorie für sich gestellt werden". Was Churchill hier fordert, ist mit anderen Worten die Streichung der englischen Schulden in Amerika. Wäre das dnrchtusetzen — man weiß, daß der Widerstand in Amerika sebr groß ist. und darum bat der Churchillsche Konserenzgedanke beträchtlich? Schwieriokeiten zu übcr- minW —. dann wäre England seinerseits in der Lage, die Schulden der anderen Alliierten zu streichen und diese wieder könnten sich, obne daß ibr Haushalt ge­fährdet würde, mit einem R-narationskanto begnügen, das im Bereich der Möglichkeit liegt. Das hieße dann die internationalen Verpflichtungen „auf praktische Dimensionen" berabsetzen.

Eine solche Konferenz hält Churchill mit Recht für wichtiaer als die in Aussicht genommene Washingtoner Abrüstungskonferenz, deren Bedeutung der englische Minister keineswegs unterschätzt. Churchill betonte auch nachdrücklich, daß die Welt nur durch ein friedlich«» Zusammenarbeiten aller Völker gesunden könne. Die von Keynes schon mit Recht betonte wirtschaftliche Ge- weinILakt der Nationen läßt sich nun einmal nicht

Abend-Ausgave.

Nr. 440. ♦ 69. Jahrgang.

leugnen. Dieser Zusammenschluß der großen Völker wird auch ganz besonders nötig im Hinblick auf Ruß­land. Europa und damit die Welt können nicht hoch­kommen, solange ein so großer Wirtschaftskörper, wie es Rußland ist, völlig aus dem Welthandel ausgeschaltet ist. Kein Land allein, weder England noch Amerika, ist in der Lage, den Wiederaufbau Rußlands durchzu­führen. Hier ist vor allem ein Zusammenarbeiten nötig. Trotzdem darf man nicht verkennen, daß auch der Plan Churchills starken Widerstand finden wirv. In Amerika sind weite Kreise einer Streichung der englischen Schulden durchaus abgeneigt und in Frank­reich glauben viele, wie Clemenceau es einmal ausge- drückt hat, den Krieg mit anderen Mitteln sortsetzen zu müssen. Man wird also abwarten muffen, ob sich die Idee einer Konferenz, wie Churchill sie erstrebt, durch­setzen läßt. Stimmen aus Amerika, so besonders sehr beachtenswerte Ausführungen der „New Park Times", lassen allerdings erkennen, daß man in amerikanischen Finanzkreisen zu ähnlichen Folgerungen wie Churchill gekommen ist. Das wäre immerhin ein erfreuliches Zeichen. „Vernunft fängt wieder an zu sprechen!" Aber kann man mit Faust fortfahren „und Hoffnung wieder an zu blüh'n" oder muß die Welt erst nach durch tiefere Rot hindurchgrben, bis man endlich die Stimme der Vernunft hören wird?

Die Umbildung der Regierungen im Reich und in Prruhen.

Br. Berlin, 28. Sevt. ((£>&. Drahtbericht.) Die „Deutsche Zeitung" glaubt melden zu können: Die Umbildung des

Kabinetts Wirth durch Eintritt der Deutschen Volksvartei in die Regieiungskoalition bat gestern dadurch eine Ver­zögerung erfahren, daß sich Stresemann entschlaffen bat. erst die Erklärungen des Reichskanzlers im Reichstag abzuwarten. bevor er in abschließende Koalitionsverband- lunaen eintritt. Diese Verhandlungen und somit die Er­weiterung der Reichsregierung dürften nicht vor Freitag, unter Umständen sogar erst am Samstag zu erwarten fein. Der Eintritt der Sozialdemokraten in das Kabinett Stegerwald tedach wird, wenn nicht unvorhergesehene und kaum wahrscheinliche Zwischenfälle eintreten sollten, -chon am Mittwoch zur Tatsache werden. Die Bekanntgabe der neuen preußischen Ministerliste wird voraussichtlich noch im Laufe des heutigen Nachmittags oder am Abend erfolgen, über die Ve-ianen der neuen Minister verlautet noch nichts endgültig Bestimmtes. Von Sozialdemokraten werden in erster Linie genannt Braun und Cevering. welch lcvterer wiederum das Innenministerium übernehmen dürfte. Das Kultusministerium ioll dem Volksvarteiler Eamve Vorbehalten bleiben. Wie stch auch im übrigen die Zu­sammensetzung des Kabinetts gestalten wird. io scheint dennoch nach den gestrigen Beratungen festznstehen. daß Stegerwald Ministerpräsident bleibt.

Die ..D. Allg. Ztg." schreibt: Vor allen Dingen kommt es jetzt darauk an. ein W i r t i ch a f t s o r o g r a m m aufzu- stellen. ein Stenerpragrainm. das uns vor dem drohenden wirtschaftlichen Zusammenbruch reitet und zugleich di« Er­füllung der einmal übernommenen Verpflichtungen des llltimatums Im Rahm-n des überbaust Möglichen gewähr­leistet. Das ist das Programm, an dem gegenwärtig d'e nolitiicdev Führer angestrengt arbeiten, um dadurch eine Grundlage z"in weiteren Sandeln und Verhandeln zu finden. Wird über dieses Wirllchaftsvragrawm, das in seinen Erund- zügen etwas Ungeheuerliches darstellt, keine Einigung er­zielt. fg erscheinen uns alle Veröffentlichungen über b ! e Kabinettsnmbild'-na a?s leere Kombinationen oder niel- leicht auch als Verfi'chballons. um z. B von der Deutschen Volksvartei ein gewisses Mindestangcbot zu erfahren.

Wie das „B. T." an zuständiger Stelle erfährt, beruhen alle Meldungen, die von einer Einigung der Par- t e i e n in der Frage der Umbildung des preußischen Kabi­netts willen wollen, ans leeren Kombinationen. Der Ministervrästdent Stegerwald bat mit den Parteien bisher offiziell überhavvt noch keine Besprechung gevflogen.

Dz. Berlin. 28. Seat. In einer gemeinsamen Be­sprechung der demokratischen Fraktionen des Reichstags und des preußischen Landtags war man einmütig der Ansicht, daß eine breite Koalition von der Mehrheitsiozial- demakratie bis zur Devt'chrn Volksvartei für unser« gesamte staatliche und wirtschaftliche Entwicklung von beson­derer Bedeutung ?et. weil sie die einzige Grundlage sei. auf der eine stetige Politik aufgebaut werden könne. Die Vcillammliing gab w:iter der Meinung Ausdruck, dag die Regierungsbildung im Reich nur in einem Kabinett Wirth belieben könne. Mnu liest oleichzeitig keinen Zweifel darüber, dost non der Deutschen Volksvartei ein offenes und unzweideutiges Bekenntnis zur demokratif-l-en Republik zu verlangen lei. Ferner lvrgch man sich dabin aus. dost es wnnlche"swert lei. die Umbildung der Neoie-nnoen im Reich und in Preußen möglichst bald und gleichreitig vorzunehmen.

Die neue Zusammenkunft zwischen Nathenau und Loucheur.

I)n. Berlin. L8. Sept. sEig. Drahtbericht.) Die Pariser Blätter bringen verschiedene Meldungen über eine neue Zusammenkunft des Ministers Rathenau mit Loucheur. Dazu erfahren wir von zuständiger Stelle, daß zurzeit Verhandlungen zwischen den deut­schen und französischen Wiederaufbauministern über neue Unterredungen geführt werden. Bisher aber steht weder Zeit noch Ort der nächftenZu- La m m«n t u n {t Rathenau-Loucheur f e ft.

Der Wieverbsginn des Reichstags.

Br. Berlin, 27. Sevt. (Ctg. Drabtbericht.) Die erst« Sitzung nach den großen Som.nierierien! Das Haus, da» zi^m erstenmal den nunmehr bei jeder Sitzung wieüerkebren- den t>laggcn!chmuck trägt, ist ziemlich gut besetzt. Schon lange vor der Sitzung sind zahlreiche Abgeardneie anwesend. Die erste Sitzung war zunächst den Toten des Reichs­tag s gewidmet. Dis Plätze des verstorbenen Zentrums- luhrers T r i m b o r n und des ermordeten Abgeordneten Erz berge r waren mit Blumen geschmückt und die neuen Inhaber der Mandate batten selbstverständlich noch nicht auf ihnen Platz genommen.

Präsident L ö b e eröffnete die Sitzung mit einer Rede, die einen tiefen Eindruck ans die Abgeordneten machte. Er gedachte zunächst tes Seniors des Reichstags. Proiessor Dr. vitze. der seit 1884 ununterbrochen Mitglied des Reichs­tags und der Nationalversammlung gewesen war und tw *1« 3eit eine reiche sozial-voliiische Tätigkeit entfaltet bat. Dann gedachte er des Führers des Zentrums, des Abg. T r i m b o r n. der seit 1890 dem Reichstag angchörte. Auch dem Abg. B u r l a g e. der ein Muster der Pflicht­treue war. widmete Präsident Löbr außerordentlich an, erkennenswerte Worte. Aus die

die Ermordung Erzbergers

übergebend, führte Präsident Lobe folgendes aus: Des Reichsflnunzminister a. D. ist am 20 August einem tückischen Meuchelmorde zum Opfer gefallen. Dieser Mord hat unser Land in neue schwere Unruhen gestürzt, denn er war nicht die vereinzelte Tat eines ver­stiegenen Fanatikers oder eines blinden Idealisten, son­dern er war ein kaltblütiger llbertall ausgeschickter Mord- gosellen. Ist es nicht erschreckend, daß es vor der Tat Leute gab, die sie offen berbeiwünschten und es nach de» Tat Leute gab. die sie billigten, rechtfertigten und ent- stchuldigten. Aknn billigt die Tat von Mördern, die vor- geben, dem Vaterland« einen Dienst zu erweisen und doch nicht den Mut haben, für ihre Tat einzustcben. die sich vrr. bargen und flohen und dadurch bewiesen, daß sie selbst im Paterlande lein Opfer klingen wollen. Man sab nicht, oaß sie das Kleid des Offiziers mit Mörderblut befleckt haben, daß sie vor dem Auslande die Armee berabletzten. die vorher schon schweren Angriffen ausgesetzt war. Der gefallene Kollege Erzberger bat gewiß oft im härtestcit Kampfe gestanden und manchmal ein« scharfe Klinge ge« iührt. aber «r bat gearbeitet im Dienste des Parlament« und des Landes wie nur wenige. Vielleicht mögen ihm dabei manche Fehlgriffe unterlaufen sein. Wer di« Ver« antwortung in seine Hände nimmt, ist vor solchen Fehl­griffen nicht frei. Die Mörder aber haben den politischen Kamv? auf das persönliche Gebiet übertragen. Ich mieden bolle deshalb an dieser Stelle das. was ich an feinem stillen Grabe in Biberach sagte: Möge ihm die Geschicht»

geben, was gewille seiner Zeitgenoffen ihm versagt haben. Mögen sie an feinem Namen gut machen, was an seinem Leben nicht mehr gut zu machen ist.

Nachdem der Präsident noch seinem verstorbenen ^rak« tionokollegen R e i ß h u u s einen tiefemviundenen Nachruf gewidmet hatte, gedachte er des furchtbaren

Exvlosionsunglücks in Oppau,

bei dem Hunderte von Arbeitern den Tod gefunden. Hun­derte von Frauen und Kindern des Ernährers beraubt worden sind. Tausende Hab und Ent verloren haben. In tiefer Trauer, so führte der Präsident aus. steht der Reichstag an der Bahre der so plötzlich Dabingerafsten. Ex drückte den Hinterbliebenen sein Beileid aus und versprach an seinem Teile mitzuwirken, um das Elend zu lindern, wo es gelindert werden kann. In dem Ausdruck der Teil­nahme und in dem Willen der Hilfsbereitsaft werden alle Parteien sich einig sein. Allseitige Znstimmunch unterstrich die Ausführungen des Präsidenten. Auch diesen Teil der Aussprache batte der Reichstag stehend angehört. Von dem Freistaat Danzig war dem Reichstag, wi» Prostdent Lobe mitteilte, ein Beileidstelegramm für dis Opfer des Ovvauer Unglücks eingegangen.

Man gi"g dann zur Tagesordnung über, auf der ein« große Zahl kleinerer Anfragen stand, die sich ohn« jeden Zwischenfall abwickelten. Das Haus leerte stch schnell und der Schwerpunkt lag nunmehr nicht mehr im Sitzung^ saal. sondern in. der Wandelhalle, wo Minister. Abgeordnete und Regierungsvertreter in lebhafter Unterhultung die Er­eignisse der letzten Tage besprachen. Man batte durckmir, den Eindruck, daß die Annäherung zwischen Recht» und Lin^ in guter Entwicklung ist. Namentlich waren die Beschlüsse dcr Eörlitzer Parieitages Gegenstand lebhaftester Unter, Haltung. Gegen 4.45 Ubr vertagte sich der Reichstag aut Mittwoch.

Dcr Eeschäftsplan.

Dz. Berlin, 27. Sept. Der Altrstenratdes Reichs­tags beschäftigt« sich in seiner heutigen Sitzung v»r der Plenarsitzung mit dem Eeschäftsplan für die nächsten Ts««. Morgen kommt dos Unglück in Ov.nan zur Ausivrache. wäh­rend der Donnerstag von der Plenarsitzung freibleiben soll, um dem Auswärtige nAusichuß Zeit zu geben, den amerikanischen Friedrnsnertrag zn behandeln. Damit di« Fraktionen zn den allgemeinen politischen Fragen Stellung ncbmen können, beginnt am Freitaa eine große voll, tische Aussprache, die an die Verordnung des Reichs- p'äsidentcn vom 29. August und an die dazu gebörigen Inter­pellationen anacknüpft wird. Am Freita.: wird wabrichein- lich auch der amerikanische Friedensvertrag im Plenum be« bandelt. Nach Abschluß dieser Debatte soll der Reichstag bis zur Beratung dcr Steuervorlagrn in das letzte Monat« drittel vertagt werden.

Ein deutschnationaler Antrag.

vr. Berlin, 28. Sept. Die dentschnational« Fraktion hat Im Reichstag iolgenden Antrag eingebracht: Der Reichstag wolle bekchließcn: Die unter Bezugnahme auf Artikel 48 dev Rcichsverfassung erlassene Verordnung des Reichs». Präsidenten vom 29. August tstiolortaußirK r a kl zu letzen.