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Sit. 438. Dienstag, 27. September 1921.

Wiesbadener _ ASend-Ausynbe. Erstes Blatt. Sekte %

Der Völkerbund über die Blockade.

vr. Genf. 27. Cevt. D^e Bölkerbundsversammlung widmete :br« gestrV« ganze Sitzung der Blockadesrage, ohne zu einem Abschluß zu gelangen, io daß die Abstimmung erst beute erfolgen kenn. Die Sitzung war -Zweifellos eins der wichtigsten der bisherigen Tagung, weil das schwierige, ui 2kii&l 16 des Paktes ausgeworsen^ Proölem der Völker» bundsaktion gegen oaktbrüchige Staaten: Kriegszustand oder wirtschaftliche Sanktionen, verhandelt wurde. Der Bericht­erstatter Sch an, er (Italien) setzte mit grober Klarbeit den Sinn der Kommilsionsanträge auseinander, so weit sie teils in Auslegung des Artikels bereits feststehen. teils in Zvfatzanträgen zu dem Artikel formuliert sind. Es handelt« sich dabei im allgemeinen um eine wesentliche Abschwächung der Tragweite des Artikels 16. Man will den Zustand, in dem sich laut Artikel 16 die VölkcrSstndsmitglieder einem vaktürüchiaen Staat ge«enüber befinden, nicht sogleich ein- treten lallen und möglichst durch die ausgiebige Verwendung der wirtschaftlichen Waffe ersetzen. Man will, daß der Rat nicht sofort Maßnahmen ergreift, sondern ein Gut­achten abgibt, seine Zuständigkeit umschreibt, die Souve- räni'ät der einzelnen Staaten berücksichtigt, und man wünscht endlich, die wirtschaftlichen Sanktionen sehr streng zu band- baben. vor allem für die blockierenden Staaten selbst Aus­nahmen zu,ulallen, iowie Modalitäten über Art und Zeit der Teilnahme. Auch soll zugunsten des blockierenden Staates eine mildere Anwendung stattfinden. Der Abbruch der wirtschaftlichen und anderer Beziehungen fall stch nur auf die Bewohner des betreffenden Staates, nicht aber auf feine Staatsangehörigen in der ganzen Welt beziehen. Auch soll dieAu sbunaerung der Zivilbevölkerung nur im 8ullerst»n stalle anaewendet werden.

Die Weitrrberatung wurde auf beute Dienstag vertagt.

Ekn Schweizer Kredit für NnmSnien.

Vs. Bern. 27. Sevt Zwischen der schweizerischen und der -lmäniscken Regierung ist ein Vertrag abimfchlosten wor­den. nach dem die Schweiz Rumänien einen Kredit von vierzig Millionen Schweizer stranken eröffnet, der ""rch Getreidelt efernnaen di» in den nächsten Monaten beginnen und spätestens im Sommer 1923 beendet «ein sollen, zurückzuzablen ist.

Die Katastrophe von Oppau. -

Die Untersuchung der Ursache.

83. Mannheim. 26. Sevt. In einer Unterredung mit Pressevertretern erklärte beute vormittag der Direktor der Badischen Anilin- und Sodawerkr Dr. Julius, das Rätsel der Katastrophe sei. welche Ursache die zweite Ernloston. die stärkere, gehabt babeu könne Rack» Ansicht der Direktion muh die Ursache der Katastrophe von au den gekommen Irin. Am Mittwoch w'rd eine Kommission der Ebemisch- technischen Versuchsanstalt, der größten Autorität auf diesem Gebiet, in Ovvau ciutreffen. Auch die Sta atsanwalt- ichaft wird rin Sachverständigengutachten einbolen. Weiter teilte Dr. Julius mit. daß keine Arbeiter wegen,,der Stilleaung des Ovvauer Werkes entlasten werden. Sämt­liche Arbeiter weroen mit Ratstaakmarbeiten beschäftigt.

82. Berlin. 26. Sevt. Der R:ick>sminister des Innern sandte unter Zustimmung der baverischrn Reoiernna den Direktor der chemisch-technischen Reicks.rnstolt. Oberregierungsrot Dr. 1? e n tz e. der ein hervorragenoer Fachmann in allen Ervlo- stonsfragen ist. nach Ovvau. um bei der Aufklärung der Gründe des Ervlostonsunglückis Mitwirken zu können.

Das Hilfswerk für Oppau.

Ld. Ludwigshafen, 26 Sevt. Die Badische Anilin- und Sodaiabrik stiftete für das lokale Hilfskomitee die Summe non 12 Millionen Mark.

Br. Berlin. 27. Sevt. Die Siemens-Rbein-Elbe-Sckmckert- Union bat für das Ovvauer Hiliswerk den Betrag von zwei M i l l i 0 n e n Mark zur Verfügung gestellt.

W. T.-B. Berltz,. 26 Sevt.. Der Reichsbilfsausschuß für Ovvau macht daraus aufmerksam, dah sämtliche Liebes­gabe n für die Opfer des Ovvauer Unglücks auf der Reichs- eüenbabn f r a ch t f r e i b e f ö r d e r t werden. Es emvUeblt sich, die Sendungen tm Frachtbrief als ..Liebesgabensendung für Ovvau" kenntlich zu machen und dieselben zweckmahlg an dcn Stadtrat in Ludwigsbafrn zu richten.

W T -B. Berlin. 26. Sevt. Auf Veranlassung des deut­schen Gesandten in Stockbolm wird unter den Deutschen in Schweden eine umfangreiche Sammlung zugunsten des Reichsbilfsausfchulle? für Ovo ru veranstaltet

vr. Stockholm. 26. Sevt. Das schwedische Rote Kreuz spendete den Geschäd-gten in Ovvau die Summe von hunderttausend Mark. Der schwedische Außenminister Graf Wrangel und eine Reiche der in Stockbolm akkreditierten Müchtcvertreter tvrachrn dem deutschen Gesandten ibre Tetl- nabme aus.

Wiesbadener Nachrichten.

Tie Krcft«anenverb!ndung nach dem LLndchsn.

Die Obervostdirektion Frankfurt a. M. teilt uns mit: In dem Bcstiebcn. die Postverbimdungen aui dem Nachen Lande zu verbessern und gleichzeitig den Reiseverkehr zu er­leichtern. betreibt di« Post neuerdings wieder lebhafter den durch den Krieg unterorockienen Ausbau ihrer Kraftwagen- liiiteit. Am 28. September wird unter Gewährleistung durch den Landkreis Wiesbaden und die beteiligten Gemeinden versuchsweise der Betrieb einer Lrni« zwischen Hofheim und Erbenheim- aufgenommen werden. An Stelle der alten romanischen Postkutsche fuhrt ein bequemer und schnellsabrender Kraftomnibus die Reisen­den von Erbenbeim aus >m Aniichluh an dl« Straßenbahn Wiesbaden-Etbenüeim auf die alt- Heeres,tratze Erben- heim-dattersheim an d«n Abzweigungen nack RotdeEadt. Delkenbeim und Mallenbeim vorbei bis nach Wallau. Werter acht dann dl- Linie am Wandersmann vorüber über das hochgelegene und einen prächtigen Blick in die Maineben« bietende Diedenbergen nach Marrbeim und der rührigen Stadt Sofl>eim. Bon der Bevölkerung, die die Krastwagen- verbindung wegen der Vorteile für das wirtschaftliche Leben schon lause eistrebt bat. mit Freuden begrünt. bietet st« auch ein« günstige Gelegenheit zu Ausflügen .in das .blaue Land-ben" und in das reizvolle Schwär,backta! mit den wegen ibier herrlichen Lage bekannten Orten vor- heim. Lorsbach. Evostein und den umliegenden Hoben (SK- heimer Kavellc. Stauten. Rollert ustv.) Auch den Kennern eines guten Gla'es ..Avvelwctns" und der sonstmen ..nahr- basten" Erzeugnisse der durch die Kraftwagen-Verbindung erschlossenen Gegend biet«, sich durch Benutzung der Lm,e di« Möglichkeit, di« ..guten Quellen" mubeloier zu erreichen und neu« zu entdecken. Die KraftwaLen-Personenvost ver­kehrt ab Erbenbeim 8"°. 2" und 6" Bit. «fi '

2= ü - und 6 Ubr. an Hofbrim 9°" und 7" Uhr: ab Soibeim 6^ und t' 1 Ubr. ab Wallau 7 1 und 6 00 Ubr. an Erben- b«im V\ 2°" und 6 J * Ubr._

Wiesbadener Viehmarkt. 168 Rinder, darunter 37 Ockifen. 32 Bullen. 84 Kühe und Färsen. 175 Kälber. ,120 Schaf« und 132 Schwein« waren au, dem heutlaen Grostvleb- markt angetrieben. In Drohvieh war das Ge chäft lebbart. bei Kälbern und Schweinen fchievoend. Bei Klernvied blieben die Preise auf der bähe de» letzten Donnerstaga- madtti. dagegen gingen Tu bei Ochse» um 5075 SL. oex

Bullen um 25 M. und bei Kühen und Färsen sogar um 5V bis 100 M. in die Höbe. Ausgesuchte Ware wurde über Notiz bezahlt. Hierbei muh bemerkt werden, daß die Markt- vrerse um soviel über den Stallvreisen lagen, als sie den Händlergewinn und die nicht unerheblichen Gewichtsver­luste in sich schließen. Bezahlt wurden für Ochsen: Boll- tleischrge. ausgemästere. höchsten Schlachtwertes im Alter von 47 Jahren 850900 IN., die noch nicht gezogen haben 750850 M.. junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 650750 M. Bullen: Vollfleischige. ausgc- Dachfene. höchsten Schlacktwertcs 725775 M.. vollfleifchige jüngere 675725 M. Kühe und Färsen : Vollfleischige. aus- ßemästete stäken höchsten Schlachtwertes 850800 M.. voll- - fleischige. ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 700750 M., wenig gut entwickelte Färsen 650 bis 700 M.. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut ent­wickelte jüngere Kühe 5507,00 M.. mäßig genährte Kühe und Färsen 450500 M. Kälber: Feinste Mastkälber 950 bis 1050 M.. mittlere Mast- und beste Saugkälber 850925 Mark, geringe Mast- und gut« Saugkälber 750800 M.. ge­ringe Saugkälber 600650 M. Schafe: WeidcmaWckafe:

Mastlämmer und Masthammel 550600 M.. geringe Mast­bammel und Schafe 500550 M.. mäßig genährte Hammel und Schafe 350400 M. Schweine: Bollfleischige Schweine von 160200 Pfund Lebendgewicht 14001450 M.. voll­fleischige Schweine unter 160 Pfund Lebendgewicht 1300 bis 1400 M.. vollfleischige von 200240 Pfund Lebendgewicht 14501500 M. und Fettschweine über 3 Zentner Lebend­gewicht 12501350 M. Marktverlegung. Israelitischer Feiertage wegen werden folgende Markttage verlegt: Der Markt vom Montag. den 3. Oktober, auf Donnerstag, den 6. Oktober, der vom 17. auf den 20. Oktober und vom 24. Oktober auf den 27. Oktober.

Höchstoreif« für Kohlen (Ruhr» und Eschweiler» vrodukte). Im Anzeigenteil vorliegender Ausgabe erscheint ein« neue Magistratoverordnunq betr. die Festsetzung n«uer Koblenböchstvreise. Für sämtliche Kohlenarten mußten not­wendigerweise wesentliche Erhöhungen erfolg:«, da vom 1. September d. I., ab das Koblensyndikat und das Koblen- kontor ihre Preise beraufgeisetzt hatten. Dazu kamen die Erhöhung der Bergarbeiter- und Beamtenlöbae. Bei der Kalkulation mußten ebenso die Erhöhung der Arbeiierlöbne. die Angestelltengehälter, die Erböbung für Fuhrlohn in Er­wägung gezogen werden. Trotzdem bleiben -die hiesigen Preise rm Vergleich zu den Preisen anderer Städte wesentlich zurück.

Schadenersatzpflicht für Diebstähle in der Schule. Die

Gemeinden haften für Diebstähle an abgelegten Kleidungsstücken der Schulkinder. Diese Entscheidung eines Landgerichts ist von der zuständigen Berufungsinstanz bestätigt worden. In der höheren Töchiersckmle einer Ge­meinde müllen die Schülerinnen nach der Schulordnung wäh­rend des Unlerrichts ihre Überkleider an Haken in den Eäirgen. also außerhalb der Klallenzrmmer. aufhängen. Es kam dabei ein Mantel abhanden. Der klagenden Mutter wurde Sckmdenersatz zugelprochen. In der Begründung wird ausgesührt. daß der zwilchen den Parteien bestehende Ver­trag. ein Schulvertrag, für die Beklagte auch Veryflicktnngcn enthalt«. Dazu gehöre die ordnungsgemäße Aufbewahrung der übcrklerder der Schülerinnen. Die'e Perv-flichtung folge ohne weiteres daraus, daß die Schülerinnen vor dem Betre­ten der Klassenzimmer genötigt werden, ibre Mäntel abzu­legen und sich stundenlang im Klallenzimmer aufzuhalten so daß sie auf ihre Sachen aar nicht aufvallen könnten. In einer Gemeindeschul« mit 906 Schülerinnen verkehrten natür­lich auch viele andere Perionen. Eine zablungsfähiae Ge­meinde habe in dieser Zeit, in der Diebstäble solcher Art an der Tagesordnung sind, unbedingt dieser Anforderung zu enr- sprechen. zumal bei den heutigen Preiien der Kleidungsstücke

Diebstablschronik. Am 27. d. Mts. wurde aus einem Hausflur ein Fadriad gestohlen. Marke ..Presto", schwarzer Rahmenbau. gelbe Felgen. Torvedofreilaui. neuer Sattel. Lenkstange mit Gummigrifi. Meldungen über den Berbleib auf Zimmer 19 im Polizeidirektionsgebäiide. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag voriger Woche wurde in der Großen Bur<Ftr.gße ei" S-baukoster! erbrochen. Es wurden dabei 12 Flaschen Kölnisches Waller gestohlen.

ftftuftnUttnitäer Verein MIeeb-iLen. <S. B. Heute abend 8 Uhr findet tm .Hotel Einhorn", M-rktstratze, «ine Mitgliederversammlung statt.

Der veichsbnnd der «. B.. «. T. «nd ft. H. lllnterbezlrk 5) h'ält heute Dienstag, den 27. September, abends 8 Uhr, tm Restaurant Ter- mania, Kelenenstratze 27, seine Mitgliederversammlung ab.

Dorberichte Aber Kunst, Bortrage und verwandtes.

* Wohltötlgleltskonzert. Der Wiesbadener Lehrergsfangverein veran­staltet unter Mitwirkung nambafter Kräfte am Donnerstag, dcn 2g. Sep­tember, abends 8 Uhr, in der D»la de» Lyzeums 2 am Boleplatz ein Wohl- tätlakeitskonzert für dt- Hinterbliebenen der In Oppau-Ludwigshafen Der. unglütkien. Karten zu 5 und 10 M. sind bei F. Schellenberg, Kirchgaffe. bet A. StSppIer, Rheinftratze, und am ftonzertabend am Eingang der Aula erhältlich.

* I Konzerte Raonl «. KoezalsN. Am ersten Abend (SO. September im Kastnofaal) wirkt der beliebte Bast-Bariton des Wiesbadener Staats. tbeater», Herr Alexander Kipnis, mit. Der Barverkauf der Abonnements- korten hat begonnen, vom 28 .Oktober ab werden Abonnement, nicht mehr »usgegebcn.

* Der Lichtbildervortrag »Sie Wunder der Sternenwilt", der Im porigen Winter hier in Wiesbaden bereits drei ausvsrkaufte Säle erzielte, wird am nächsten Montag, den .8. Oktober, nochmals im Kasinefaal statt- finben. Der Redner, Chefredakteur Heimann Bagufchs aus Heidelberg, hat den Bortrag Inzwischen Inhaltlich erweitert und durch eine große An­zahl neuer Lichtbilder ergänzt, die die Heidelberger Sternwarte zur Bei­fügung stellte und die die Wunder de» Weltalls in bezaubernder Schön, heit den Blicken offenbaren.

Musik- und Dortragsabende.

-- WohltStigkeitslonzerr. Zum Besten des »Vereins Rasfaulfcher Krüppelfürforgs" fand am Montagabend imWintergarten" ein Konzert statt, dessen Programm-Ausführung durch Lehrkräfte und Schüler des Schreiber-fchen Konservatorium» für Musik bestritten wurde. Den im ganzen recht wohlgelungenen Klaviervorträgen der Schüler solgte man mit Interest«: und besonder« Aufmerksamkeit beanspruchten dieKunst­tänze", welche von 18 jungen Damen unter Leitung von Frl. Hildegard S a l z m a n n , Solotänzerin vom Ctaatstheater, ausgesührt wurden. Rach der Musik eine» Schubertschen Marsches und des Etranstschen Walzers .Dvrfschwalben" am Klavler vierhändig gespielt bewegten stch di« jugendlichen Tänzerinnen mit ebenso v,el rhythmischer Straffheit als an­mutiger Geschmeidigkeit. Unter jubelndem Beifall mußten die Tänze wiederholt werden. Bon den Lehrkräften des Institut» Ist uns Fräulein Elisabeth Schumann sibon von früherem Auftreten her bekannt: Ihre nicht sehr große, doch wohlgcfchulte Sopranstimme erwies sich als hin­reichend tragfähig, und der Vortrag einiger Lieder von Brahms und M. Reger sprach freundlich an. Als ein gewandter Seiger bekundete stch Herr Fritz R o b i n j o n , der in demMeisterstnger-Prsislicd" von Wagner- Wilhelmj einen klangrcichen Ion und saubere Technik eniwickeltc. Im Bunde mit Herrn Direktor Franz Schreiber spielte Herr Robinson überdem dieSonate A-Dur" von Händel, die ebenfalls eine sehr rühmliche Wiedergabe ersuhr. Der Saal war sehr ansehnlich gefüllt und die Be­friedigung über den wohlgelungenen Abend allgemein. -vir.

Aus dem Landkreis Wiesbaden.

Krelsveetan» für Handel und ««werbe.

Fe. Biebrich. 26. Sept. Eine außerordentliche Kreis- Versammlung hielt der Kretsoerdand für Handel und Gewerbe Wiesbaden-Land unter Leitung seine» eisten Bor- sttzeuden Schreinermeister Best heute im Saale de» SasthausesZuni Schützenhof" hier ab. Rach der Begrüßung der besonders stark oertrelenen Mitglieder au, den Landorten teilt« der Vorsitzende mit. daß Herr Land- rat Schütt in seinem Entschuldigungsschreiben für sein Nichterscheinen bemerkt habe, daß der Versammlung mitzuteilen sei. ! er und der Kreis- ausfchuß daran fefthalten würden, daß nicht der Kreis, sondern dt« Ge- Btiniws Träger da» gesamte» Lvitbrldungsuirterrichr» für di» schul»

entt«! ene Jugend seien. E» wurde weiter bekannt gegeben, daß stch di« Biebricher Bäckerinnung mit 30 Mitgliedern dem Verband aageschlsstt» habe. Auf dem Rast. Derbandstag in Limburg tm Juli d. I. hatte der Lokaloerein Hadamar den Antrag gestellt, eine Alters- und Invaliden- fürforge-Anstalt für die Handel- und Gewerbetreibenden unseres Bezirk» ins Leben zu rufen, da es diesen unter den heutigen Zu. und Umstände« nicht mehr mäglich sei, Ersporniste für einen freien Lebensabend zu schaffen. Herr Dr. E ö r k e von der Eewerbekammer empfahl einen Anschluß an die schon bestehenden Reichsoerstcherungen, da die Mittel für eine selb­ständige Anstalt schwer zu beschaffen seien. Der Lokalverein Erben­heim hat beschlossen, zu beantragen, daß Ruhegehaltskasten ähnlich wie die der Kommunalbeamten zu gründen feien unter staatlicher Aussicht und unter Zuschüsten des Reichs, des Land«, und des Kreises. Diesen Beschluß nachte stch auch der Kreisoerband zu eigen und beschloß, th» an de» Zentraloerband weiterzugeben. 8 2 des Statuts der Kranken-' und öterbekaste selbständiger Handwerker Im Reg.-Bez. Wiesbaden soll so um- qeändert werden, daß er lautet:.Nur organisierte, selbständige Handwerker können Mitglieder der Kaste werden". Der Beitritt wurde -»ringend empfohlen. Als Erbolungsheim für die Gewerbe- und Handels- treibenden wurde neben Traben-Trabach a. d. Mosel das Bolkssanatorium u Weilmünster seitens des Herrn Landeshauptmanns als besonders ge­eignet in Erinnerung gebracht. Der Arbsilsminister hat in einem Schreiben an die Handwerkskammern zur Hebung des Mangel» an Ballhandwerkern folgende drei Maßnahmen als wirksam genannt: 1. Zurücksiihrung in anderen Berufen tätiger gelernter Ballhandwerker in ihren eigenen Beruf. 2. Umschulung erwerbsloser Bauhandwerker, di« ihre Lehrzeit nicht be­endet haben, zum Handwerk und 3. stärkere Heranbildung von Lehr­lingen. Die Lehrlingsfrage wurde allgemein als sehr schwierig bezeichnet, da die meisten jungen Leute lieber gleich in die Fabrik gehen, wo sie so­fort viel Geld verdienen. Herr Dr. Eörke empfiehlt, den Handwerksgehilfen die Möglichkeit eines Aufstiegs im Handwerk zu geben, übrigens ist eine Kommission gewählt, bestehend au» dem Vorsitzenden Herrn Besij-Bicbrich. Gauff-Dotzheim und Seelgen-Erbenheim, welche stch mit der Materie de» Lehrlingswefens genauer beschäftigen soll. Es ist angeregt worden, zur Hebung de» Ansehens des Handwerk» und der Befähigung der Meister zum Lehrlingshallen, Metstc^urle und Gewerbebeförderungsanstalten in» Leben zu.rufen. Dieselben sollen im Bezirk, möglichst in Biebrich abge- haltcn werden. Die Eewerbekammer will diese Kurse durch namhafte Zu- schüste fördern. Auch der Kreis stellt solche in Aussicht. Einen großen Teil der Verhandlungen nahmen die Besprechungen über die Veran­lagung zur Gewerbesteuer seitens der Gemeinden in Anspruch. Wo da« Defizit in dcn Ecmeindehaushaltungen groß ist, werden 500 Proz., wenn die nicht reichen, einfach 1080 Proz. auf die Gewerbesteuer hinzugeschlagen. Da» ist in besonders empfindlicher Weif« in Dotzheim geschehen, und Herr Kaufs von dort berichtete über sein intensiv scharfes Verfahren, um Remedur eintreten zu laste». Die Mitglieder des Vorstandes, die Herren Baumeister Schenk und Schornsteinfegermeister Vogt hielten sodann lehr­reiche Vorträge überEinrichtung von Sparheizungen". Beide haben einen einschlägigen Kursus in München absolviert und berichteten nun in verständiger und anschaulicher Weise über das dort Gehörte und Gesehene. Ihre Vorträge fanden reichen Beifall. Es verdient hervorgehoben zu werden, daß Herr Schenk anrcgt. die Magistrate refp. Bürgermeister sollen die Heizungsanlagen ans ihre Brauchbarkeit prüfen und die notwendigen Veränderungen erzwingen lasten, unbekümmert um den jeweiligen Streit zwischen Mietern und Vermietern. Von Vorteil für diese beiden Teile wäre es, wenn sie wenigstens nach dieser Richtung hin einig wären.

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Sport.

* Fußball. Sportverein Wiesbaden schlägt Turn- und Spertgrmeinde Höchst l:8. Die zahlreichen Zuschauer dürsten wohl wenig befriedigt ge­wesen sei von der Epielweise beider Mannschaften. Sportveiein» Sturm kann mehr, als am Sonntag gezeigt wurde. Der Mittelstürmer war zu weich und Schußler auf dem Rechtsaußenpostcn zeigte recht mäßige Leistungen. Seine wenig eifrige Spielweise wirkte lähmend ans die ganze -tiirmeireihe. Da» einzige Tor erzielte der Linksaußen 28 Minuten nach Spielbeginn. Die 1. Iugendmannslhaft des Sportoereins gewann nach schönem Spiel gegen die gleiche des Sportvereins Darmstadt mit 2:1, Halbzeit 8:1. seine 2. Iugendmannschaft blieb mit 2:8 gegen die Spicl- nerciniaung Wiesbaden und seine 3. ebenfalls mit 2:8 (8:8) gegen Dnrm- stadt siegreich. Di- Ligamannschaft de» F.-V. Germania weilte am Sonntag zum fälligen Derbandsfpiel in Griesheim und schlug die dortige Alemannia. überraschend mit 2:8, Halbzeit 1:8. Sie hat damit einen 'hier schwersten Stege mit nach Hause gebracht. Die kranken Stellen in der Mannschaft scheinen nun endlich ausgemerzt zu fein, denn die Aust stellung war eine durchweg gute. Die unteren Mannschaften spielten wie lolgt: 1 d-Mannjchaft gegen die gleiche von Griesheim 1:1, 3. Manufchafk gegen die gleiche von Griesheim 2:1, 4. Mannschaft gegen die gleiche von Griesheim 1:1. Die 8. Mannschaft weilt« in Oberolm und konnte mit >2:8 als Sieger hetmkchren. Der F.-V. Biebrich 82 konnte nach schönem fairen Spiel gegen Sportverein Griesheim 6:8 für feine Farben buchen. Vor Halbzeit war das Spiel noch etwas ausgeglichen, nach Halbzeit wurde Griesbeim ganz In feine Spielhälfts eingefchlosten. fHolbzelt 3:8.) 2. Biebricher 62 gegen 2. Griesheim 8:3, 3. Biebrich 62 gegen 3. Gries­heim 4:2.

* Hockey. Zum ersten Spiel In dtefer Saison empfing Sportverein» 1. Mannschaft am Sonntag auf ihrem Platz die gleiche Elf derEin- tracht"-Franksurt und schlug diese mit 6:8 Toren, Halbzeit 2:2.

* Berliner Automobilrennen. Der siegreiche Wagen Im 3. Rennen vom Sonntag (über 166 Kilometer) war nichtReckarflllm", sonder, .,87. A. ®." (Ricken) 73.81; ebenso war der viert« Wagen In diesem Rennen -inR. A. E." (Zerbst) 76:28.

Neues aus aller Welk.

Nekordziffern vom Miinckjener Oktoberfest. Wie die Blätter melden, sind am Samsta-; und Sonntag allein aus dem Münchener Savvtbakinliof üfter 125 000 Fremde ange- lommen. Am Starnftergeö Bah.ib is und am Ostbabnbos dürf­ten mindestens auch je 10 000 Menschen angekommen sein. Wenn man nun die Tause.adck eiirechnet. die zu Fuß oder ver Rad eintrafen, so ist Münch-a in diesen Tagen von weit über 150 000 Oktoberfestgästen überflutet worden. Der Sonntag ist ohne nennenswerte Zwilchensälle verbällnismüßig sebr rnbig verlaufen. Der Bierverbrauch auf der Festwiese ist so stark, daß von einer einzigen Drauerri rund 1500 Hektoliter ausge- schenkt wurden. Tie gleiche Brauerei setzt täglich bis »u 8000 Paaren selbstgemachter Schw.ünewürstchen um.

Zwei Hamburger Rechtsanwälte wegen Begünftigullg oerbaftet. Unter der Beschuldigung, in der Untersuch-mgg- sache gegen den Einbrecher P-t^rsen. der mit etwa fünfzig Männern verschiedene groß? Raubzüge in Hamburg ausge- fübrt batte, sich der B-aHnstigu-lg schuldig gemacht zu haben, sind die beiden Hamburger Rechtsanwälte Dr. H. Brandt und Crusemann festgenonimen worden.

Das gefährliche Spielzeug. Knaben fanden auf dem Schießplatz Arvs lOstvreuß'n) ein« Mine, die ervlodirrts und drei der Knaben tötete und zwei schwer verlebte.

Zugzusammenttoß. Bei der Einfahrt in den Dahnhof Gemünden am Main flieh ein Gülerzug mit einem anderen zusammen. Von dem Eüterzug entgleisten die Lokomotive und eine Anzahl Wagen. Eia Bremser wurde leicht verletzt. Die Gleisanlagen wurden erheblich beschädigt.

Im Streit erstochen. In Marienborn erstach der 18- iäbrige Emil Krebs nach kurzem Wortwechsel den ISjähiigen vatst^b.

Ein schweres CrvlosionsnngUick ereignete stch in dem Vareller Eisenwerk. Beim Schmelzen von Eisenschrott kam linglücklicherweije auch ein» Granate in den Kuvolofen. die noch Svrengstosf und den Zünder enthielt. Es erfolgte eine Erolosion die den Ofen auseinaudersorengte und in dem Gießereigebäude schwere Schäden nx-rurlachte. Sieben Arbei­ter wurden leicht, »w-i schwer oerletzi.

Carusos Erben. Die römii.tzen Zeitungen geben eine Depesche aus Florenz wieder, derzufolge die Erben des Tenors Carujo dort angekommen sind, um das Verzeichnis der von Caruso bintcrlasseneii Güter an Villen. Palästen und Grund­stücken aufzunehmen. Die Baakdavots werden auf 25 bis 36 Millionen geschätzt. Die mit den Erammopkongesellschaftea aus die Dauer von 10 Jahren sinaegungenen Verträge allei» brachten 200 000 Dollar. > -