Einzelbild herunterladen
 

Wiesbadener Tsgblstt.

^r«r»IS«hau»'. >v % 40 nTu»A«!iAM 'S*- 3 JuHaMn^ «t OKa-ia

(Wfifntt von 8 Uhr morgen« bis 8 Uhr a&enks. K,stzche«»»t-: granffurt *. JR. «r. 7405.

Wöchentlich

ver>,K»»reii«: Durch den Verlag bezogen: Mk. 8.80 monatlich, Mk. 11.40 oiertelsLhrlich, ohne Troglohn: durch die Post bezogen: Mk, 5.50 monatlich, Mk, 18,50 vierteljährlich, mit Bestell

g-ld. - ^«zugsbestellungen nehmen an: der Verlag, di- Ausgabestellen, bi« Träger und all« Postanstalten. 2n Fällen höh " ' ........

iherer Gewalt, Betriebsstörungen oder Streik« haben di« Be. ,jeher keinen Anspruch auf Lieferung de« Blatte« oder Erstattung de« entsprechenden Entgelts,

12 Ausgaben.

^v>g«latthou»» Ar. SHO-a.

1 » Uhr morgen, bis 8 Uhr abends ausser B»stsche«»gt»: Frankfurt 0 . M. Ar. 74«,

«nzeigeuoreise: SrtSche Anzeigen Mk. 1.2», auswärtige Anzeigen Mk, 1,80, örtliche Reklame» Mt. 5.. auswärtige Reklamen Mk, 7, für die einspaltige Kvlonelzeile oder deren Raum. Bei wieder­

holter Aufnahme unoer ändert« Anzeigen entsvrechend« Rachlatz, Schlutz d« An,eigen. Annahme für beide Ausgaden: 10 Uhr oormittags. Mir die Aufnahme von Anzeigen an oorgeichriebenen Tagen und Plätzen wird kein« SewStzr ilbernommen, »aammeaam mecmm m m

SttitBtt Abteilun, d«s Wierbadenrr Tagblatts; Berlin W. 9, Beßstratze 18, Fernsprecher: «wt Zentrum 1143S-1I437.

Samstag, 23. Juli 1921.

Abend-Ausgabe.

Nr. 338. 4 69. Jahrgang.

Die Erhöhung des Brotpreises.

Tine der ummgeneh-mste« Nachwirkungen der Kriegs­wirtschaft ist die künstliche Niedrtghaltung der Preise für gewisse ke4en«motwendige Waren in Deutschland unter dem Weltmarktpreis, die natürlich auf die Dauer nicht aufrechterhalten werden kann. Das macht sich vor allem bei der Preisbemessung für Getreide, Mehl und Brot bemerkbar, die schon während des Krieges im Ausland unter der freien wirtschaft­lichen Entwicklung erheblich teurer bezahlt wurden als bei uns, wo die Preise für diese lebensnotwendigen landwirtschaftlichen Produkte durch die Sperrung der Gin- und Ausfuhr und die Festsetzung bestimmter Ver­kaufspreise erheblich unter dem Weltmark t- preis gehalten wurden. Das ließ sich unter der Zwangswirtschaft des Krieges und bei ver vollständigen Absperrung Deutschlands durchführen, aber jetzt, da der Krieg zu Ende ist und der Handel wieder mehr Be­wegungsfreiheit bekommen hat. bestand die Gefahr, daß das deutsche Getreide von den deutschen Produzenten und Händlern zu hoben Preisen ins Ausland verkauft wurde, während die Konsumenten zum Teil gezwungen wurden, teueres ausländisches Mehl zu kaufen. Beson­ders verschlimmert hatte sich die Lage für uns durch die Verschlechterung der d e u t s ch e n V a l u t a, die gleich­zeitig mit der Möglichkeit, wieder Lebensmittel in größerem Umfang aus dem Ausland einzuführen. in die Erscheinung trat. Aufgehoben ist allerdings die Zwangsbewirtschaftung in Deutschland noch nicht voll­ständig. Noch immer muß ein Teil des Getreides für die minderbemittelte Bevölkerung abgeliefert werden während der übrige Teil des Getreides in den freien Verkehr gebracht werden darf. Dieser von der Beschlag­nahme für die Bolksgesamthoit freibleibende Teil des Jullmdgetreides wird sich in seiner Preisbemessung natürlich sehr rasch dem Weltmarktpreis angleichsn, so daß wir in Zukunft nicht nur für deutsches und Aus­landsmehl, sondern auch für das in Deutschland selbst produzierte Getreide und Mehl zwei verschiedene Preise haben werden. Der Preisunterschied zwischen dem deutschen und Auslandsgetreide wird für die nächste Ernte mehr als 100 Prozent betragen. Der Preis für das beschlagnahmte Getreide ist auf 2100 M. für die Tonne festgesetzt, während der Auslandspreis für Ge­treide an 5000 M. herankommvn wird.

Den Abbau der Getreidezwangswirt- schuft mutzte das Reich, abgesehen von dem Drängen der Landwirtschaft, schon deshalb vornehmen, weil es dem Staat nicht mehr möglich war, den hohen Preis­unterschied zwischen dem deutschen und ausländischen Getreide aus der Staatskasse zu zahlen. Der Aufwa-rd baffo beträgt augenblicklich etwa 10 Milliarden Mark, also ungefähr soviel wie vor dem Kriege unsere ganze deutsche Einfuhr, bezw. Ausfuhr betragen hat. Aber mich wenn jetzt die Brotpreiserhöhung um 40 Prozent vorgenommen wird, wird der Zuschuß des Reiches zur Brotversorgung der Deutschen immer noch 3y z bis 4 Milliarden Mark betragen. Mr leben also immer twtf} recht kräftig in der Zuschußwirtschaft.

Rach einer Berechnung desVorwärts" macht die Mehrausgabe infolge der Erhöhung des Brotpreises für erne fünfköpfige Familie ungefähr 520 M. im Jahre aus, und es ist klar, daß die meisten Familienbudgets dadurch in eine Defizitwirtschaft hineingedrängt wer­den dürften. Man kann es natürlich denjenigen, die in dreser unangenehmen Lage sind, nicht verübeln, wenn st« schon jetzt auf eine Erhöhung ihres Einkommens Anarbeiten, da ja bereits am 16. August die neuen Getreide-, Mehl- und Vrotpreife in Kraft treten sollen. Das Schlimmste ist nur, daß es bei der einseitige» Preis­erhöhung für Getreide, Mehl und Brot nicht bleibm wird, sondern daß die meisten ü b r i g e n Pro­dukte die Preissteigerung mitmachen wer- ^n. Das Brot spielt eben eine so hervorragende Rolle kur die allgemeine Preisbemessung, daß man es früher ganz allgemein als die Grundlage der Preisbildung an­genommen hat Ganz so weitgehend ist seine Bed.u- , aIs Faktor der Preisbildung zurzeit nicht mehr immerhin hat der Brotpreis einen wesentlichen ^rnstutz auf die Preissteigerung der übrigen Produkte allerdings gewarnt werden, daß jetzt alle gruppen unter Hinweis auf die erhöhten ihrer okI; " bin wildes Wettrennen um die Erhöhung ft. »i». sn e FI* 5 Gehälter ei »treten, sonst wird die all- ^otnnoii^^k^steigerung eine Uber die Erhöhung des »^^ ^Maf^^ ^Vuausgehende Schädigung der

; m Folge haben.

Der englisch-französische Memungs- austausch.

D». Paris. 23. Juli. Sanas meldet unterm 22. Juli, a&enis: Der.Meinungsaustausch zwischen Paris und

London bezüglich des Perfahrens, welches einzuschlageu ?ei, um die oberschlesische Frage zu lösen, dauert an. Der nanzcsische Botschafter in London bat am Donnerstag Lord Curzon die Antwort Vricmds auf kein letztes Schreiben mitgcteilt. Curzon hält an der britischen Tbese fest: so­fortiger Zusammentritt des Obersten Rates lohne vorhergehende Sackwerständigensitzung), der beurteilen stll« ob die Entsendung von Verstärkungen nach Ober- schlenen angebracht sei. Cnrrnn gab pi »erstehen, daß die Konferenz nicht vor Anfang August stattfinden rönne, da das Haiwt der italienischen Regierung augenblicklich in Rom durch die Parlamentsbesorechungen zurücksebalten sei. Die Antwort Enrzons stützt stch vor allem airf die von den drei Cntentevertretern in Oberschiesten an den Botschasterrat ge- stindte Note. Im Foreign Office ist man der Auffassung, du« die drei Kommissare der Alliierten vor allem eine un­verzügliche Sitzung des Ober st en Rates ver­langen und daß sie di« Verstärkungen nur für den Fall an­sordern. daß der Oberste Rat das Schicksal festgelegt haben wird. Rock, beute abend denn man hegt in Frankreich den Wunsch, jede Verzögerung zu vermeiden wurden neue Instruktionen an St. Aulaire telegravbiert, damit er bei der englischen Regierung auf der Notwendigkeit bestehe, vor der Einberufung des Obersten Rates

1. Verstärkungen nach Oberschlesien zu senden, um

di« Durchführung des Spruches der Alliierten zu sichern. «

2. sofort einen Sachverständigenausschuß ein- znberufen, der die technische Seite der Frage prüfen und einen Bericht oorbereiten soll.

Havas fügt hinzu, am Quai d'Orsay erblicke man in der Note der drei Oberkommissare an den Botschafterrat vor allem den Wunsch ausaedrückt. dah möglichst bald Ver­stärkungen in Okerschlesien einireffen sollten, da diese Not­wendigkeit von Tag zu Tag dringender werde. Die Lage in Oberschlesien sei in der Tat sehr ernst und drohe ungewiß zu bleiben, bis endlich eine Lösung getroffen wurde. Die Streitkräfte, über di« die interalliierte Kommission in Oppeln verfüge, seien ungenügend, und zwar nicht nur um einer etwaigen Erhebung vorzubeugen, sondern auch um die Ordnung in dem gesamten ausgedehnten Abstimmungsgebiet aufrecht zu erhalten. Wenn man also mit der Entsendung von Veistärkungen noch weiter warte, wende die Notwendig­keit dazu nur immer gebieterischer werden.

Das sei in kurzen Worten meint der Savasbericht der allgemeine Smn der Note der drei Kommisiare in Oppeln. Die französische Regierung dürfte demnach wohl das Recht haben, daraus die bekannten Schlußfolgerungen zu ziehen. Der französische Botschafter in London werde dem Foreign Office weiter noch Mitteilen, dah der fran- zoiische Botschafter in Berlin gestern abend be­auftragt worden sei. bei der R ei ch sr e g i er n n 3 in Berlin einen diplomatischen Schritt zu unternehmen, um sie erneut zu ersuchen, alle Vorbereitungen zu tref'en. um gegebenenfalls den Transport der französischen Division nach Oberschlesien durchführen zu können, die bereits marschbereit sei.

' W. T'B. London, 22. Juli. Ein diplomatischer Bericht­erstatter des ..Daily Telegraph" schreibt: Die britische Regierung bleibt bei der energisch ausgesprochenen Über­zeugung,. daß die Fragen von Oberschlesien, der Sa nktionen am Rhein und der Kriegsbeschul- 0 1 3 t e n ohne weitere Verzögerung verhandelt werden sollen. Verschiedene Punkte der Reparationsfrage dulden keinen weiteren Aufschub. Es wäre zwecklos. Mei­nungsverschiedenheiten zwischen London und Paris zu ver­heimlichen. Nach der Auffassung der britischen Regierung kann die Lage nicht so bleiben, da äußerst kriti'che Probleme durch eine Art vassiver Resistenz durch Frankreich ausgehalten werden. Über die Haltung der britischen Regierung wird möglicherweise schon heute vom Kabinett beschlossen.

Bz. London. 23. Juli. (Drahtbericht.) ..Pal Mal" und ..Globe" schreiben in einem Leitartik-l. Frankreich zeige in der oberschlesischen Frage einen erstaunlichen Leicht­sinn. Wenn die Kämpfer der beiden Parteien in Ober- schlesten sähen, dah die Ententeregierungen keine feste Politik verfolgten, müsie notwendigerweise der Eindruck bei ihnen entstehen, daß schliehlich der Oberste Rat denen helfen werde, die sich selbst hülfen. Nur die F e st s e tz u n a der Grenze und die Erklärung. s> ihre Verletzung die Täter außerhalb des Gesetzes stell». konnt-n die Güster beruhigen. Das wolle die britische Regierung erreichen! Die dauernde Ablehnung dieses Vorschlages müsie das Vertrauen an die friedlichen Absichten Frankreichs unterhöhlen und ein Zusammenarbeiten i.scht nur in dieser, sondern auch in anderen internationalen Fragen schwierig machen.

England für schleunige Lösung der oberschlefischen Frage

Bz. London, 23. Juli, Reuter verbreitet folgende Mit­teilung: Weitere Telegramme aus Oppeln vom britischen Kommissar in Oberschlesien betonen von neuem die Not­wendigkeit einer schleunigen Regelung der ober­schlesischen Frage in Übereinstimmung mit dem Vor­schläge der interalliierten Plebtszitkommisiion. Man ist der Ansicht, dah es politisch nicht zweckmäßig sei. Truppen aller drei Alliierten abzuschicken. und man glaubt, daß dies auch gar nicht notwendig sein würde, wenn eine rasche Ent­scheidung durcki den Obersten Rat erfolgen würde. In- zwischen gibt das Auswärtige Amt seiner Verwunderung Ausdruck über das mißtrauische Gerede auf beiden Seiten, wonach gespannte Beziehunsen zwischen den beiden Regie­rungen beständen. Man hält an dem Glauben fest, daß die französische Regierung in dieser Angelegenheit mit der eng­lischen wie in der Vergangenheit Zusammenwirken wird bei der Lösung der beunrubigenden Lag«, in der eine Meinungs­ve rschiedenheit v»r über feie Art und Wette fees SJwifttews

Geheime deutsch-englische Verhand­lungen ?

Br. Berlin, 23. Juli. (Eig. Drahtbericht.) Mr der Lokalanzeiger" berichtet, werden beute hinter den Kulissen deutsch-englische Verhandlungen, betr. die deutsch- tranzostschenMeinungsoerschiedenheiten über Oberschlesien. ge­pflogen.

1. will die englische Regierung ans deutsche Beweismate- rial kennen lernen, das zur Entkräftung der von fran- zolucher Seite erhoben;n Arklagen benutzt wird: i. will die deutsche Regiecuug den englischen Standpunkt tn dieser <rrage kennen lern-n. da dies für die Formu- ueru-ig der deutschen Antwortnote außerordentlich wich­tig ist.

Die englische Regierung wolle sich nicht von vornberein out einen vrodeutschen Standpunkt festlegen. Daher wäre es ibr sehr erwünscht, wenn sie von deutscher Seite alle Unter- kagen zur Hano hätte, mit denen sie die erwarteten franzö- nichen Einwände widerlegen könnte, lim auf keinen Fall den Anschein einer geheimen Abcedung mit Deutschland zu erwecken, ist man bestrebr die Informationen nicht von Ber­lin. sondern von Oppeln zu erhalten. Da es sich in der Hauptsache um die angebliche Scheinauflcsung des deutschen Selbstschutzes bandelt ist diese Materie der Einflußsphäre der interalliierten Kommission zu sehr ent­rückt. Von deutscher Seite soll angehlich der Wunsch nach tiner vorberigen Verständigung mit England ausgesprochen worden lein, da die deutsche Regierung glaubt, auf diese Weise Sicherbeit zu erlangen, daß ihre Note keiner Mißdeu­tung begegnet. Es erscheint fraglich ob es dem Botschafter S t b a m e r gelingen wird, die englische Regierung zu einer derartig präzisen Darlegung ihres Standpunktes zu veran- lasieu.

Reue Znftruktisnen für den französischen Botschafter in London.

V z - Baris, 23. Juli. (Drahrbericht.) Wie derPetit Parisien mitteilt., sind gestern abend dem französisch en Botschafter in London neue Instruktionen zuge­gangen, die im gestrigen M i n i st e r r a 1 gebilligt wurden. Der französische Botschafter solle die britische Regierung be­nachrichtigen, daß Frankreich vollkommen geneigt sei. die oberschlesische Frage möglichst bald zu lösen, aber daß es darauf bestehe, daß alle-Garantien geschaffen würden, damit die Ordnung nicht gestört werde. Deshalb verlange die französtsche Regierung die sofortig« Entsendung von Trupveaverstärkungen. wie die interalliierte Kom- m.isiion in Oppeln es wünsche, und die vorherige Einbe­rufung von Sachverständigen, deren Arbeiten es dem Obersten Rat gestatten würden, in voller Kenntnis der Dmge eine Entscheidung zu treffen.

Ein italienischer Schritt bei Polen.

Bz. Rom, 22. Juli.Messaggero" will aus bester Quelle erfahren haben, daß der italienische Außenminister d e l l a T 0 r c t t a dem italienischen Geschäftsträger in Warschau. Tommasini, Anweisungen gegeben Hab«, bei oer pol­nischen Regierung eiien gleichartigen Schritt zu unter­nehmen. wie ihn der Botschafter Frassati in Berlin untere nommen habe.

Abreise fees Generals Leronfe.

Bz. Berlin, 23. Juli. DasB. T." will von unter­richteter Seite aus Oppeln erfahren haben, daß General L e r 0 n d in der Nacht zum Freitag Oberschlesien verlassen und sich über Prag nach Paris begeben habe.

Weitere Ausschreitungen feer Insurgenten.

Dz. Berlin, 23. Juli. .Nach einer Meldung desB. L.-A. nehmen die Ausschreitungen oer Josurgenten in Oberschlesien immer weiteren Umfang an. In G l e i w i tz wurde gestern der Stadtteil Petersdorf durch Insur­genten lebhaft brschosien. Im Labander Wald treiben sich bewaffnet« Insurgenten in Scharen umher. In L i v i n e wird eine Bureangehilsin des deutschen Plebiszitkommissa­riats vermißt. Man vermutet, daß sie von Insurgenten beseitigt worden sei. In T a r n 0 w i d verhafteten die Engländer bewaffnete Insurgenten, die eine Oöiährige Frau überfallen und mißhandelt batten. Auch in Ai i e ch 0 w i tz haben sich wieder starke Jnsurgentenbanden gebildet. In Loslau bat eine allgemeine Flucht der Deutschen ein­gesetzt. infolge der Abwanderung der Deutschen sind viele Vauser an die Polen verkauft worden.

s. 22. Juli. Wie wenig die Polen daran

denlen. dre Aiacht aus den Händen zu geben, zeigt folgender Vorfall., der sich, gestern in Friedenshütte abgespielt Hastet und ein Arbeiter erhielten ein mit dem volnijchen Adler und dem polnischen Stempel versehenes Schreiben in dem sie von dem polnischen Kommandanten von Frledenshutte aufgefordert wurden, stch am 21. Juli, abends b.3N Uhr. vor dem außerordentlichen pol­nischen Gericht in Friedenshütte einzufinden und sich dort zu rechtfertigen.

Bz. Königshütte, 22. Juli. In der Umgegend von Königs- bntte wird neuerdings beobachtet, daß die Polen jetzt syste­matisch auch diejenigen terrorisieren, welche sie während des Aufstandes verschonten.

Dz. Hinfernburg, 22. Juli. In Biskuvitz fanden vor­gestern abend wieder gröbere Schiebereien statt, wobei es einen Toten gab. Später hielten die Insurgenten die Kleinbahn an und nahmen allen Inhabern grüner Legi­timationskarten. d. h. in Oberschlesien ansösiigen aber nicht dort geborenen Personen, die Karten ab und zerrissen sie.

Dz. Hinfeenburg. 22. Juli. In Hindenburg verlangten die Polen, es solle eine rein polnische Gemeinde­wache gebildet werden, obgleich die Stadt Hindenburg mit 21 250 deutschen und 14 853 polnischen Stimmen sich in der Mehrheit zum Deutschtum bekannte. Zurzeit bat Hinden» bürg überhaupt kerne Polizei. Die nicht ans Oberschlesien gebürtigen blauen Polizisten sind von der interalliierten Kommission ausgewiejen worden. Die »urückgebtiebene» Bol^imannschaften feuiia» auf Veranlassung feer Polen

_,