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v°^e^ebmen^Ta«m1knd PUtz^? ^rd kÄÜ^LWhr

Sonntag. 10. Juli 1921.

— >iwtr ElbteUun, l>«r Wiesbadener Tagbla tt»: Berlin IV. 9, »otzstratze 18, Fernsprecher: Amt Zentrum 11435 -11437

Morgen-Ausgabe.

Nr. 315. ♦ 69. Jahrgang.

XeMntfrng oderBerurteilung? | pS SÄÄg, SS

&afttsÄä

IV imlR Ttirm mro m t l _ arr/!«-«• .. ' ^ f

Freisprüche in den Leipziger Krieas- habeir in Frankreich verstimmt. r*£ tCr bei i)cn .. DerhaiMungen vor

em Reichsgericht und die französischen Zeugen sind

Der „Teinps" meint, nach den «wIL ^kt l i en ^^ten die Alliierten gemeinsamen Protest erheben und alle dem Reichsgericht übermittel- ten Akten zurückfordern. Auch der belgische Minister des Äußern hat bereits im Senat erklärt, er habe in ^ iVL. belgischen Gesandten Protest gegen

die Urteile erheben lassen. Unter diesen Umständen "I “*1 wahrscheinlich gelten, daß sich der Oberste Rat über kurz oder lang erneut mit dieser Frage be­schäftigen wird. . ' ^ -v

„.. . Eutrüstung in den Ententeländern wird ver-

standlich, wenn man bedenkt, was man immer wieder über deutsche Kriegsgreuel berichtet hat. So mußte 8„»aturliLdle Vorstellung festsetzen, das; bei den Fallen, die W sogenannte Probeliste verzeichnet, ein so umfangreiches und schwerwiegendes Anklagematerial vorhanden lstz'daß unbedingt eine Verurteilung erfol­gen müsse. Mit Recht bemerkt der „Nieuwe Courant" zn dieser Stimmung in den Entrnteländern, daß die Be­völkerung aber überhaupt keine Rechtsprechung, son­der» eine Verurteilung verlange. Im übrigen weiß man, daß dm Anklagen fast ohne Ausnahme ein un­genügendes Material zugrunde lag. Aber selbst dies geringe Material hat in den weitaus meisten Fällen nicht einmal der Nachprüfung standgehalten. Wo blieb Ly**."" S ^ r der angekündigte schriftliche Be- schl des Generals, keine Gefangenen zu machen? Es ergeben, daß es sich um Aufbauschung.'U und Entstellungen handelte. Wo Beweise fehlen kann

kümmen^"*^'Gericht zu einer Verurteilung

in nm.t, v "• ° au oemoajrrieren,

wie wir bereits im Abendblatt vom Frei- und ^den erne solche Handlung als töricht

bezeichnen. Der Sach« selbst hat man “S schlechten Dienst erwiesen Aber Demo^§ b auf der einen, noch durch

5S22f I £“" en .^besonnener Volksgenossen auf der Weae Reichsgericht von seinem

ab drangen lasten. Recht und Gerechtigkeit soll L^rns--n.Nlcht Verurteilung um j^>en Preis, sondern Rechtsprechung mutz die Losung bleiben!

Das Problem des Leistungs-JndeX.

^Erlin. S. Juli. (Eigener Drahtbericht^ Dis Re- des NeickswirtiLaitsrates bat zur be-

KWAL-ckLSLSS-

T7 H “ a n r v * einen uniciauöi

rin?« b *K Verickitnstatter, Dr. Silferdina. letzt der OftentslÄkeit zugänglichen Bericht aus-

-i? 1 Berichterstatter komm? habet zu dem m . ein einzelner statistisch erfaßter Wirt- W^vorgang (wie letzt nach dem Londoner Ultimatum der ber deutschen Ausfuor) die Grundlage zu einem Vor- an d,e Entente für, einen anderen Index bieten kann.

u>e vsiuenjc tut einen anoeren 'Annex vielen kann. 2' e 2„| -^t.'wEwendi«, alles zuverlässig erfaßbare aus wesamtbeit der Wlrtschaftsvorgange stromende Material

.ir m.fT« vv • 'i 1 ;'ruiuiownuiiuc irlvliieillie ariaxeiic

^-^^crsis z,u ^elnem Index zu verwenden. In, feinem ein

lsfub '

Die Abbsrnsvng der französische» Zexgen

beim Reichsgericht.

lldent' SckmÄ rÜ i8 --Drahtbericht.) 6ewats)nä=

daß Vte B e" l a n°d l ??rtreter und Zeusen.

W'ÄLW-'MMLZ'A

r c ' — SJ* QU ycuvcuwu. Oll Iclllcul tTJL-

kEb"t Silferding den Ausfichrindex unter Aufzeichnung vielfacher Argumente ab. Seinerseits er eine Überprüfung und Zusammenfaüung folgender Knorzes oori ^

1. P r o d u k t i o n s i n d e x. also Angabe über die Söl,e

w Xrfi s. *±- . y.r c um ine

m Produktion wichtiger Masienguter. wie z. B. Koble. Eisen. Getreide usw.

* b rauckgr in de x . r , also Ziffern über den Ver- brauch von Texrrl-Weüstoffen. Kaffee. Tee. Zrräer.

3. Verkebrsindex (Eis-nbabn. Wasterstrahen. Poit).

L. Ersvarnisi iide r (Sparkasseneinlagen. Bankdepot siten uiw.).

5. Steuerindrx (Einkominensteuer. Umsatzsteuer usw.).

6. Valutaindex (das Sinken der Mark als Zeickerr einer Verschlechrerung der Wirtschaft und umgekehrt).

fr a n z ö s i

und sie konnten ihr Erstaunen

U-UDfWMLM LUsMWYAM

™ , &*WÄ'saf iS«

Sebr scharf betont der Bericht, daß bei der Aufftellung ausscheiden mub. was nicht auf statistische erriWandfreie Weise erfaßt werden kann. Ferner müssen

solche Faktoren bei der Jndexheftimmung weggelassen wer- den. deren Hohe durch staatliche Maßnahmen oder svekula-

fioe Einflüsse leicht zu !>ee>nflussen ist. Aus diesen Gründen soll oeim Produktionsindex angesichls der Schwierigkeiten der saatenftand- und Erntestatistik die landwirtschaftliche

Produktion außer Betracht bleiben, gegenwärtig der Baluta- mder ausscheiden. Eine Kombination aus Produktions- und Verkebrsmdex schemr dem Berichterstatter die einwand­freieste Grundlage des Bencrungsscheins zu bieten.

Aber sekbst, wenn das Anklagemateri'al umfana- rekcher und schwerwiegender gewesen wäre, würden die Dinge kaum wesentlich anders liegen. In erster, Linie handelt es sich doch bei allen KriegsbeschuMgten-Pro- ^oder angebliche ^Berstötze,gegen das

A^M^rechP Wie aber ist da di« Sage? Ein franzö­sischer Rechtsgelehrter — päpstlicher als 'der Papst brauchen auch wir wohl nicht zu sein und so können wir seinen Ausführungen ohne Bedenken folgen — hat sehr eingehend mit der rechtlichen ^beschäftigt. Dabei ist er zu dem Schluß «ekvmnien, daß die Angeklagten fast immer geltend machen können, s,e hatten auf Befehl eines Vorgesetzten gehandelt, und 2''ske, daß der Befehl eines im Range höher stehenden den Untergebenen deckt. Oder sie würtz-m leugnen, die Absicht gehabt zu haben, eine ungesetzliche Handlung zu begehen, vielmehr behaupten, im Inter- ^ s r Landes^gehandelt zu haben. Die dritte Möa- llch.eit sei die, daß sich die Angeklagten darauf stützen, das Gesetz sehe keine Strafe für die ihnen zur Last pe- legren Handlungen vor. Das internationale Recht zahle zwar eine Reihe von Handlungen auf, die den Kriegführenden verboten find, aber es sehe für ein- ^lne Zivil- oder Militärperfonen, die sich einer dieser Handlungen schuldig gemacht haben, keine Strafe vor. z-Dres« Personen so heißt es in dem Gutachten des französischen Rechtsgelehrten, „können durch ein 7 Ge­richt nur bestraft werden. wenn die Gesetzgebung ihres Landes die fraglichen Verletzungen zuvor mit 'Strafe booroht Hirt. Nun hat aber die deutsche Eesetzgebu-na — nicht anders übrigens als die französische — die durch das internationale Recht ausgesprochenen Ver­bote mit keiner Strafe bedroht. Und nun? Die Deutschen, die der Verletzung der Gesetze des Krieges fchuDig sind, und deren Bestrafung von den Alliierten gefordert wird, werden fast alle freigesprochen werden. Dies ist die notwendige Folge der in der modernen Welt geltenden Rechtsmatzregeln." Diese Worte des französischen Rechtsgelehrten sollten sich einmal recht gründlich alle drejeni-gen zu Gemüte führen, die iefct wieder über dre Leipziger Urteile unzufrieden sind.

Freilich das moralische Urteil über die Härte der Krre,zsfuhrungsmethoden hat mit diesem juristischen Urteil nichts zu tun. Zu solchen Methoden aber zwan- gen die Kriegsiihrenden gewissermatzen gegenseitig. Bas holländische Blatt „Het Volk" hat darum schon recht, wenn es in einem Artikel über die Leipziger Prozeste meint, eigentlich müßten jene vemrteilt wer­den, die den Krieg verursacht hätten, und zwar auf Ern Seiten. An ihrer Stelle einige Offiziere und Unteroffizlere vor Gericht zu stellen, sei ganz unbefrie­digend und eher ein Hoh« auf das Recht.

Während des ganzen Verlaufes der Kriegsbeschuldig- T. t0 8 e 'lf-> ist auch noch nicht ein einziges Mal der Schatten, eines Beweises dafür erbracht, daß sich das Geruht irgendwie habe beeinflussen lassen. An der

1 1 * ?' «^Lst.el, 9. Juli. (fing. Drahtbericht.) Die helai - Hrtetleti rn den Leipziger Prozessen Beschluß gefaßt werden!

Die Vertreibung der deutschen Domänenpächter aus Posen.

Berlin, 8. Juli. Das Generalsekretariat der

V »tichaft »a fTr eji s^^übeuändte "der" deuten

... in Paris iolsenLe,Rote: ater bem 30. Juni ließ Herr Wayer dem Präsidenten

rm

Die Unterredung Loucheurs mit Rathenan

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bat. sollen nach SVfSS

des aSS'eJabgege^ef C Ä U5fCfÄ& fÜr Sint “ unii

der Votichafterkonferenz Mitteilen, daß die'polnischen De- lovden un Begriff wären, am 1. Juli mit der V e r t r e i-

Eine deutsche Anleihe in Amerika.

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M» ffeS würde dann von e?nem^ deutsch-amettkan"? schen Kuratorium verwaltet werden. Auf db"-Weg» lich stfE" ^wa 800 Millionen Dollar s

Die Rückgabe der Beutefahrzeuge.

-- *? ,v 3, .. I 4. •0*444 Ulli UCl «O V t I l V V-

bung der Pachter der ehemaligen preußischen Do­mänen in den an Polen abgetreteriien Gebieten zu be­ginnen. eine Frage., die bereits mit Schreiben Nr. 8352 vom 4. euni vom deutschen Botschafter der Konferenz zur Prüfung unterbreitet war. Herr Mayer ersuchte die Konferenz, ohne Verzug zu intervenieren, um die drohenden Vertreibungen zu verhindern. Das Eeneral- setretaricit der Konferenz beehrt sich, als Antzwort auf diese Mitteilung den deutschen Botschafter wissen zu lassen, daß Herr Alp band, der mit der Berichterstattung in dieser Fräse von der Konferenz beauftragt war. aus eigener Initiative bei der polnischen Delegation inter­venierte. worauf diese sofort die polnische Reaierung auf- noiNerte. die m Aussicht genommenen Vertreibungen ei nzustellen. Der von Herrn Mayer ausgedrückte Munich ist demnach erfüllt unter dem Vorbeba.lt der Entscheidung, die die Konferenz selbst auf Grund der ver­langten Informationen in dieser Frage treffen wird.

Errichtung deutscher und ruflischer Konsulate.

JU? 7‘i UBSäGSS. ÄVWSL-rrl:

Das deutsche Eigentum in Belgien.

^'.?ali. (Eigener Drahtbericht.) Das Kesin atn Muttchen Eigentums in Be?-

Sr. Berlin, g Juli. (Eigener Drahtbericht.) Es wird berichtet, daß die russische an die deutsche Regierung mit dem Ersuchen zur Errichtung eines russischen Konsulats in Stettin herangetreten ist Deutscherseits wurde darauf erwidert, daß dem grundsätzlich nichts entgegen siebe, doch wünsche die deutsche Regierung, auch ein deutsches Konsulat in Petersburg ,u'errichten. Die Besprechungen dürften erst zu einer Entscheidung führen nach der Ankunft des neu­ernannten Geschäftsträgers. Dr. Wiedenfeld, in Moskau.

Senat^einige''Abänderungsvorschlägeihm eingebrach" chatz Die Verhandlungen über die Tripel-Entente.

Eine Mahnung an die französischen Kaufleute im besetzten «ebiet.

... ^ z . Mainz» 9. Juli. In seinem heiitmen Lettarkflpi s.« über dw kommerzielle Lage im Rheinland bericht empfiehlt das „Echo du Rhin" den sin teuren Vorsicht bei der Einfuhr in das besetzte biet. weil sonst im Rbeinlaird^diese Wa/en wegen^'mmlaeln- «Lrde°^ifen und zu SchwieMe7°führen wurden. Als Grund siir den mangelnden Absatz bi ehr kJ zeugnisse fuhrt das Blatt zunächst die von Deutsibla^l, »» der Grenze , der neven Sankttonszollinie ertMtt "üb°r" ^ ohne Genehmigung des Reiches die vom Ausland eingerührten Waren ins nichtbesetzt« jVu«*- feV'f einlasse, weiter den derzeitigen Diefsiaüd bei

^ e ' 1,e ""üblich von Berlin an die deutschen Ham delshauser ergangene Weisung, französische Erzeuanllle msl l-chsi M boykottieren. Das Blatt richtet im Anschluß hLa^

°n die französischen Kaufleute di« 'AÄnung^"7ur»eit die

Einfuhr emzufchranken. sich ober nicht entmutigen zu lassen denn gewisse Anzeichen berechtigten zu der Annahme, daß die Loge sich bessern und der Handel wieder ferne üblichen

daß

me I& ®s T«F »iÄtfe&VT h^ß"»in f *J ^ ^ n ^ tliches Übereinkommen mit Deuts ch- !.nnd trotz der aus dem Revarationsvroblsm sich ergeben­den Schwierigkeiten wahrschemlich sei. ^

v. Lsndsn, g. Juli. (Eig. Dxahtbericht.) Lloyd George hat im Unterhaus Erklärungen abge­geben über die Erhaltung oder die Herstellung des Gleichgewichts der Kräfte im fernen Osten, Erklärun­gen, die mit der Frage der Erneuerung der Allianz mit Japan zusammenhängen. Durch eine Meckdung des Äfafhingtoner Berichterstatters des Philadelphiaer Blattes „Public Ledger" ist bekannt geworden, daß die englische Regierung der amerikanischen Regie­rung den Vorschlag gemacht hat, an Äiesenr Ab­kommen mit Japan teilzunehmen, so d«ch also an Stelle der englisch-japanischen Allianz eine Tripel-Entente zwischen England, Japan und Ame­rika treten würde. Diese englischen Vorschläge sind aus -diplomatischem Wege in Washington überreicht worden Und haben einen völlig offiziellen Charakter Die amerikanische Regierung ist im Begriff, diese Vor­schlag« zu prüfen. Lloyd George hat erklärt, er hoffe am nächsten Montag in der Lage zu sein, über die Frage der englisch-japanischen Allianz wichtige Er­klärungen zu mache«, die von den Antworten abhän- gen, die mau aus Amerika und aus Japan erhalten werde.

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