Einzelbild herunterladen
 

Verlag Langgasse 21

^roIblattha«,".

EchsItrr.Halle geöffnet von 8 Uhr morgens bis 6 Uhr abends. P»stsche«N,nt»: Frankfart a. M. Nr. 74SS.

Wöchentlich

dm Verlag bezogen: Mk. z.S» monatlich. Mk. ll.to vierteljährlich ohne TraglvM: durch die Post bezogen: Ml. ».SV monatlich. Mk. iS.SO vierteljährlich, mst Bestell SL - Bezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Th-iger und alle Pastanstalten. — In Fällen hagerer Gewalt, Betriebsstörungen oder Streiks haben die Be­zieher keinen Anjpruch auf Lieferung des Blattes »der Erstattung de» cnt!vre«bsnd»n

12 Ausgaben.

Fernruf;

„ .. .T»zhIE-a»s" Rc. «850-53.

Von 8 Uhr morgens bis S Uhr abends, außer Saumes. Postjch-ekonte: Frankfurt a. M. Nr. 70«.

Mk. l.OO, öettiche Re«««« «k. L-.

Holter «Lfn^^7n^nd7rt» ^eig^LÄV'LL ^

Ännabme für b«de Ausgaben lg UiA »armirragd. - ALr^^Ai»na^°n»n^ vsvgefchriebenen Tagen und Plätzen «rrd keine «Mähr jfiwm

Der Friede mit der Union.

Wenn die beide« Häuser des Kongresses der Nord- «Anerikamscheu Union, Repräsentantenhaus und Senat, die kombinierte Resolution Porter-Knox, durch die der Kriegszustand mit Deutschland und Österreich für beendet erklärt wird, angenommen haben, so bedeutet das die Verwirklichung des vom Präsidenten Holding in seiner Botschaft vom 12. April bekanntgegebmen Entschlusses, den Krieg mit den Mittelmächten durch eine Sonderfriedenserklärung außerhalb des Versailler Vertrags zu beenden. Die Einigung zwischen den bei­den Häusern ist dadurch zustandegekommen, daß in die Repräsentanten-Entschließung Porter einige der vom Senat befürworteten Bestimmungen ausgenommen wurden. Danach sollen alle Rechte, Privilegien, Ent­schädigungen und Reparationsvorteile, aus welche die Vereinigten Staaten gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrags und aller späteren Abmachungen ein Anrecht haben, in Kraft bleiben, und das beschlag­nahmte deutsche Eigentum soll zurückgehalten werden, bis Deutschland durch einen Vertrag allen amerikani­schen Bürgern Sicherheiten für ihre Schadenersatz­ansprüche gewährt und der Union das Meiistbegünsti- gungsrecht eingeräumt hat.

Schon aus triefen Anhängseln geht hervor, daß mit der Friedensentschließung noch kein Definitivum ge­schaffen ist, sondern daß noch allerlei Einzelfrcrgen zu regeln sind. So schuldet Deutschland den Bereinigten Staaten 200 Millionen Dollar für die Erhaltung der amerikanischen Rheinarmee. Andererseits haben die Amerikaner im Verlauf des Krieges deutschen Besitz im Werte von 300 Millionen Dollar mit Beschlag belegt und 600 000 Tonnen deutschen Schiffsraums im Werte von 200 Millionen Dollar zurückbohalten. Dafür find in Deutschland amerikanische Werte in Höhe von 200 Millionen Dollar beschlagnahmt. Diese Aufrechnung würde 700 gegen 400 Millionen ergeben, so daß Deutsch­land nach ein Plus von 300 Millionen Dollar zugute käme, doch stehen dem die Entschädigungsforderungen amerikanischer Schiffseigentümer gegenüber. Die Auf­rechnung wird also noch einige Schwierigkeiten ver­ursachen, und sie erfordert jedenfalls weiters Ab­machungen.

In welcher Form werden diese erfolgen? Bisher ging in der Union der Streit darum, ob mit Deutsch­land ein Sondersriedensvertrag abgeschlossen werden solle, der die gegenseitigen Rechtsverhältnisse ordnet, oder ob man, wofür der Staatssekretär Hughes ein­trat, dem Vertrag von Versailles mit allerlei ein­schränkenden Klauseln, die den amerikanischen Stand­punkt wahren, bei treten solle. Für das letztere setzten sich die Demokraten, für das Srstere die Republikaner ein: und besonders deren linker Flügel, die „Unver­söhnlichen". .unter Führung von Borah und Johnson, bekämpften jedes noch so eingeschränkte Bekenntnis zum Versailler Vertrag. Die neuesten Meldungen aus Washington lassen erkennen, daß man, ofsendar um die­sem verbitterten Streit aus dem Wege zu gehen, so­wohl von einem Sonderfrieden als auch von irgend­einem Bekenntnis zum Versailler Vertrag Abstand nehmen und einen dritten Weg wählen will/Und zwar den des Abschlusses eines Handelsvertrages, der also zugleich eine Art Friedensvertrag in 'sich 'ein­schließen soll. Bei der Debatte im Senat hat der Be­richterstatter, der republikanische Senator Br a n d g e s, ausdrücklich erklärt, daß die Annahme der Friedens­resolution und der darauf folgende Abschluß eines Handelsvertrages an sich den Frieden bedeuten sollen und die „Washingtoner Post", das Sprachrohr Har^ dings, bestätigt das.

Der Abschluß eines Handelsvertrages wird nicht so

3 'nfach sein infolge der Hochschutzzollbewegung in der nion, di« auf Ausgleich der Herstellungskosten aus­geht: indessen wirkt dem das dringende Bedürfnis der Amerikaner, cnigegen. den mitteleuropäischen Markt für ihren Uberschuß an Rohstoffen, vor allem an Baum­wolle. wiederzugewinnen. Das amerikanische Eeschäfts- und Wirtschaftsleben ist infolge der Überproduktion, des ungesunden Steigen.s des Dollarkurses und des Verlustes des russischen Marktes in eine solche Krise geraten, daß die einzige Rettung in einer verstärkten Ausfuhr zu sehen ist. Es wird denn auch bereits an­gekündigt. daß Deutschland umfassende Rohstoffkredite erhalten soll, um sich Baumwolle, Kupfer und andere Rohstoffmaterialien aus der Union beschaffen zu können, und zu diesem Zweck haben sich zwei große privatwirtschaftliche Vereinigungen gebildet, die „War Finance Corporation“ tKriegsfinanzkörperschaft) und die „Foreign Trade Finamring Corporation“ (Kör­perschaft zur Finanzierung des Außen-Handels). Ob die ebenfalls in Aussicht gestellte Zurückziehung der ame­rikanischen Besatzungstruppen für uns einen Vorteil bedeuten wird, hänat davon ab, inwieweit wir dafür

Abend-Ausgabe.

als „Ersatz französische Truppen bekommen. Dagegen rst anzunehmen, daß die Union, die nunmehr an den Verhandlungen des Obersten Rates teilnehmen wird, ihren Einfluß zur Aufh ebu n g der S ankti on en geltend machen dürfte. Die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen — als Vertreter in Berlin $ „fe *. ^uhere Botschafter Dr. Hill ausersehen — dürste schon m allernächster Zeit erfolgent

*

Die formelle Proklamation.

4- Juli. Die „Chicago Tribüne" meldet ans Washington, nachdem Präsident Hardi ng am Samstag die FriedensrHolution unterzeich­net hat, werde eine formelle Friedensproklamation in einigen Tagen erlassen werden. Obgleich es eine reine Formalität sei, werde durch sie der Kriegsgesetzgebung, z V. dem Gesetz über den Handel mit dem Feinde und dem Gesetz über die Freiheit der Anlechen, ein Ende gemacht werden. Hiernach würden die diplomati­schen Beziehungen wieder ausgenommen und uher einen Handelsvertrag verhandelt werden. Die Regierung habe bis jetzt noch keine Schritte in dieser Richtung unternommen.

Ci» Telegramm Hardiugs.

Dz. London. 3. Juli. Rach einer Meldung des „Daily Telegraph" sandte Har ding dem Präsiden­ten der United Preß of America, H-a w k i n s. ein Telegramm, in dem «s heißt: Es ist die Aufgabe der Welt, als Sprachrohr der Zivilisation für den steten Fortschritt der Menschheit eiuMtre^n. Jeder dauernde Friede muß gerecht sein, so daß die Völker nicht nur imstande sind, am Leben zu bleiben, sondern mich eme rechtmäßige Stellung einzunehmen. Die Presse kann helfen, um die Nationen von den schwere« Lasten der Rüstungen zu befreien, für die Verständi­gung M, arbeiten, die eine wirksame Garantie für den Frieden bietet.

Rückgabe des Besitzes der Grast» Bernstorff.

_ v- Washington. 4. Juki. (Eig. Drrchtbericht.) Das Oberste Bundesgericht HÄ dem Verwalter des beschlagnahmten einstigen Vermögens des Grafen T J l befohlen, der Frau des ehemaligen Ge­sandten in Amerika ihr Geld und ihr« Wertpapiere j« Betrc^e von 1 Million Dollar zurückzuerstatten, welche während des Krieges befchlagrnchmt worden waren. Amerikanisch gewordene Frauen deutscher Männer er­hielten nach der Taktik, die der amerikanische Verwal- ^r deutscher Vermögen eingeführt hatte, ihr Hab und Gut zuruck. Gräfin Johanna Vernstorff ist eine Deutsch-Amerikanerin. Da ihr Vermögen beschlag­nahmt wurde, wandte sie sich an die Gerichte Das Urteil ist jetzt zu ihren Gunsten ausgefallen.

Der sechste Krieg sbeschuldigleirprozetz.

Br. Lei»,!,. 3. Juli. (Eig. Drabtbericht.1 Da fort- wabrend neu« Zeugen von der Verteidigung twtaefrfjlaaen werben, toirnte auch am Sanrsta« die Zeugenvernehmuna un Proretz gegen General Et enger und Major Cru- s i n s noch nicht beendet werden. Die wichtigsten Zeugen­aussagen war che des ersten Zeugen Dr. med. Wenger aus Dörnach. Er war am 26. August 1914 Führer einer Samtatskolonn« und batte einen Verbandsplatz btnter der Stellung des Infanterie-Regiments Rr. 112 eingerichtet. Es [mb ihm an diesem Tage u.a. auch zwei französische Alpen- eumelietert worden, die den Zeugen baten, datz er ie nickt erschretzen lassen bolle. Der Zeuge, damals Stabsarzt batte >buen erwidert: Was fällt euch ein? Ihr steht unter dem Schutze des Roten Kreuzes. Am Abend batte ihm Gene­ral Stenge» befohlen, alle Verwundeten zurück transvor- t,eren.zu lassen. Als er einige Stunden später auch die bei­den Jager mit zurück transportieren lassen wollte, hat ibm e,n Unteroffizier gesagt: Di« hat Hanvtmann Erusius er- schietzen lassen. Das bat sich natürlich berumgesprochen. Noch am anderen Tage lmt Obers Neubauer dem Hanvtmann Eruims befohlen er solle sich sofort krank melden. Am Morgen darauf ist Major Erusius auch zu dem Zeugen ge­kommen und bat sich krank gemeldet. Der Zeuge bekundete datz Ernstus vollständig zusammengebrochen und unzurech­nungsfähig war. Maior Ernfin« erklärte, den Zeugen gar- nicht zu kennen. Er könne üch auch am 26. August unmög­lich bei ibm kwnk gemeldet haben. Auch sei er an keine Verbandsstation gekommen. Nach längerem Kreuzverhör beantragt« der Verteidiger des Majors Erusius einen Hauytmann und einen Oberleutnant als neue Zeugen z« laden.

Aus dem weiteren Verlauf der Sitzung ist besonders ber- vorzubeben das Gutachten des Geh. Medizinälrates Dr Anton, dem sich auch der Sachverständige Dr. D ö b n e r anschlotz. Beide stich der Ansicht, datz Major Erusius sich am 26. August in einem Zustand geistiger Verwirrung im Sinn« des 8 51 des Sirasgeietzbnches befunden bat. Es bestehe die Wahrscheinlichkeit, datz Erusius an diss«m Tage nicht Herr 'einer Willevsbesttmmun« war und tn diesem Zustand Be­fehle unrichtig ansgesabt bat.

Am Montag soll di« Zeugenvernehmung möglichst zu End« geführt werden. Da» Urteil ist nicht vor Dm-ers taa zu erwarten.

Nr. 304, ♦ 69. Jahrgang.

Frankreich für Aufhebung der Sanktionen?

Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß bas osfi- Melle Frankreich in der Frage des Weiterbestshens d^r Sanktionen einen Umschwung vollzogen hat. Sowohl der „Petit Parrsien'. das Organ Briaivds, wie auch das „Journal" treten offen für den Abbau und die Aufheb u n g der Sanktionen ein. Dieser Standpunkt muß zunächst überraschen, da noch soeben £ Briarw vor den vereinigten aaiswärtigen Aus- Ichussen des Senats und der Kammer das vorläufige Weiterbestehen der Santtionen befürwortet und der Ausschuß einen entsprechenden Beschluß gefaßt hatte. Offenbar sollen ine Auslassungen der beiden franzöfi- le a **5 t zunächst einmal das Terrain sondieren. SM "^u^^ch «uch sehr wohl möglich, daß Herr befurchtet, aus der bevorstehenden Tagung des Oüerftmi Rates fein« Mehrheit für seinen ursprüng­lichen Standpunkt zu erhalten. Deutschland wird jeden­falls nicht müde werden, die Aufhebung bet Sank- ttonesi M verlangen. Je fachlicher und eindringlicher das gefchrcht. um so weniger wird man sich unseren Gründen oeffagen können. In dieser Hinsicht war die RÄ>e des deutschen Außenministers Dr. Rofan ge- ra^pt vorbildlich. Das hat nicht gehindert, daß ihm auch m dieser Frage, wo im geMemsmnea Interesse für dasschwer bedrä^te besetzte Gebiet alle Deutschen ohne der Partei Msammenstchen sollten, die demtschnationale Presse in besonders abstoßender Forui r« fcen Rucken fiel. Man machte dem Außenminister e“™ Zo rwurf . daß et nicht stärkere Worte gewählt und xr', t ? rttt der Rsgiermrg Wirth awgedroht habe. Der ^tknsschwung m der französischen Presse zeigt, wie rrchtrg d« Methode des Dr. Rosen war und wie die Leutschnatlonalen Mechoden auch in dieser Frage das U^luck und d« Leiden Deutschlands nur vermehren mch verlängern ivürdMl

*

2 ‘ Em .L!ettt Par K en" schreibt

> ^ kJ? , s? ^ er t Ausenblick scheine gekommen m ?b man nL die Anfhebuna der kt^ne« otet vielle.cht auch eines Teiles derselben.

4-^- i. Gestern wurden Obligationen im Venag« van 12 Milliachen von Devlschtand abgeliefert: es Ellrkrechtertzaltuns der Sanktionen 1 b m i>te S* « ®? ai "E beglichen worden r veAnnwen. W<rs tät E rr j waffnung anbetreffe. y SS "ller dlv ss verfrüht, vor Ablauf einiger Tage zu /b ste erisktiv geworden sei. Man köniw also für die AuMvwrbaktung der Sanktronen mrr die Rotwendrskeit ms Fe^ führen, dw Aburtellwrs der Kriegsschuld'.- gen abzuwarten. Wer wenn es auch gerecht iei. wesen

Grundes die Matzuahmen, wie dl« Besetzung der Rbenümfen. die die wirtschaftliche allge- w eine Tätigkeit Deutschlands nicht schädigen würden, am- rechtsuerhalten. so wäre es weder gerecht noch weitblickend. ^-^^^Eichaftlrchen Z w anssm atzn a hmen auf­recht zu erhalten, wenn man die Befriedigung in der Repa- rationsfrage und rn der Entwaffmmasfrage erlangen würde.

t So semamgt auch die Politik der Alliierten sei. so öffnete e dach wi«der das Loch im Westen. Ls wäre also nicht bevernsti-mmend mit der Gerechtigkeit, die deutsche Wir­schaft vom Rheinland in dem Augenblick zu trennen, wo man von DeuWland dre Bezahlung der Reparationen ver­lange. Damit Deutschland che am 31. August fälligen Zah- luusen leisten könne, müsse Deutschland die Danken des ltn- ' keu Rhenrufers ebenso wie jene des rechten Rbeinufers kon­trollier«, können, aber che augenblickliche Zollgrenze gestatte gerade den rhemrstben Banke«. Nck der Kontrolle zu ent- ziehen. .Wahrheit st-, datz an dem Tage, da Deutschland Be- wmie semes Wie« Willens gebe das französische Interesse gSbwte. che Beschrankunaen zu bestätigen.

Eine neue Ministerkonferenz in Wiesbaden?

Dm Paris. 4. Juli. Wie „Echo de Paris" nrtttettt, ist man auf französischer Seite von dem bisherrgm Verlaus der deutsch-svanzöfischen Verhandlungen be­friedigt. Ein gutes Stück Terrain sei gereinigt worden. Von einer Reise Rathenaus »ach Paris sei keine Rede, da mau von einem Einvernehmen noch weit entfernt sei. Auf joden Fall dürfe ein« neue deutsch-französische Konferenz unter Teil­nahme des deutschen Ministers nicht in Paris, sonder« wahrscheinlich, wie das erste Mal, wieder m Wies­baden stattfinden.

Der Kampf um die Flagge.

. Bg- K 3»Ii. (Eig. Drahtbertcht.) Der Leite»

m , ion -e? er Seeleute im Transportarbeiterverban-

Paul Müller ist w«g«n seines Verhaltens in der Flaggen- frage durchden Vorstand gerügt worden und ist insolsedesse« aus chm Berbanch ansgetreten. Ob chest Rüge «in« Folge des Eintretens Müllers für che alte Lande^ilasge Maroder ob er gematzvegelt worden ist. weil er die Farbor

Schwar^Rotcklold verunGlimp^ ho^ergidt'flU"araT** nicht'nüslnden Kressen'der Ree^r.' sondern"auH^See

richt d« „Vorwärts" nicht. s der sthwarz-weitz-roteu Handel

leutr fast allgeme

ch«m Kresse»

,..:lls ist der Wunsch" mrck l«e. an chr WasserLurt,

Eiuanben auch am.