Einzelbild herunterladen
 

Verlag Langgasse 21

^-gblatthau,».

TchaUer-HaNe <ie3ffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, P°l«sche>k!»«t»! Sr°ni;»rl a. BU Rr. 74S».

Wöchentlich

Dezilgspreiss: Durch den Verlag bezogen: Mk. 3-80 monatlich. Mk. 11.4T vierterjä»)rUch, ohne Traglohn: durch die Post bezogen: Mk. 5.50 monatlich. Mk. 15.50 Vierteljährlich, mit Bestell selb. BezugLbesteklungen nehmen an: der Verlag, die Arisgabestrllen, die Träger und alle Postanstalren. 2n Fällen höherer S^rvalt. Betriebsstörungen sder Streiks haben dir Be­zieher keinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder Erstattung des entsprechenden Entgelts.

12 Ausgaben.

Fernruf:

^raMatthaus« Kr. «Wd-ss. von » UBt mstgens bis 6 Uhr abends, anher Ssmrtsj», Fean!chri a. M. 5to. 7495.

örtlich« Snjeigen SH. 1.2», awsreirtiae Anzeigen Mk-1*6, brtlkche Reklamen Mk. , auseoSr-Nae Rcklamen Mk- 7. für bi e einspaltige K»l»netzeile ober beten Raum. SS« wieder, heiter SÜufnahme unser ändert« Anzeigen entwrechender Nachlatz. Schlutz der Anzergen- Annabme sür beide Ausgaben: 19 Uhr rennitiaas, Für die Aufnahme »»n Anzeigen an »srgeschriebenen Tagen und Bittzl-n wird keine vewähr Sdern»nunen. «a--s«s-«e>sa«>s«»^«i»«>««a

Berliner Abteilung de« Vieedsdener Tagblatt»: Berlin W. 9, ©9gfir«|e 18, Fernsprecher: Amt Zentrum 11435-11437.

Mittwoch, 1. Juni 1621.

Morgen-Ausgabe.

GeMMW SN HW MW«

tszmi

Dm Ferdinand Soff. M. d. S.

Fm alten preußischen AdgeorLmetenhause, im Drei- klaffenp-arlameut, waren große Tage eine Seltenheit, aufregende, leidenschaftliche Verhandlungen noch mehr. Keine Anwesenheitsfontrolle, robuste Mehrheiten: leere Tribünen und leere Bänke im Saal das alltäg­liche Bild. Den Höhepunkt erreichte es, wenn das Sifenbahnvnleihegesetz und die Denkschrift über das Kleinbahnwesen alljährlich auf der Tagesordnung standen. Hunderts von Rednern traten dann auf 1912 brachte man es auf 140, um im Interesse ihres Wahlkreises dieses oder jenes Bähnchen zu verlange, diese oder jene Verkehrswünsch« vorzutragen. Außer den Rednern, die bald zu Wort kamen, den Steno­graphen und dem hohen Präsidium niemand im Saal! Mit der ihm eigenen steifen Würde saß der Herr Eisen­bahnminister, seine Verwaltungsarbeiten erledigend, dabei, um' sich nach drei oder vier Tagen endloser Qual zu erheben und zu erklären: Meine Herren, ich habe die hier vorgetrvgenen Wünsche gehört: ich werde veran­lassen, daß sie innerhalb der Staatsregierung einer wohlwollenden Prüfung unterzogen werden. Alles atmete auf, wenn das grausame, parlamentarische Spiel wieder einmal sein Ende erreicht hatte.

Damals gehörten die Eisenbahn- und Verkehrs- fragen zu den Zuständigkeiten Preußens und damit des preußischen Parlaments. Heute sind die Dinge grund­sätzlich anders geworden. Der letzte preußische Minister für öffentliche Arbeiten, dessen hervorragende Leistun­gen allseitig anerkannt werden, der Demokrat O e s e r, hat als letzte seiner Regierungshandlungen die Über­führung der Eisenbahnen und Wasserstraßen Preußens

entsprechend den Bestimyrungen der Reichsverfaffung

an das Reich vollzogen. Nunmehr gehören Gisen- bahnfragen zu den Zuständigkeiten des Reiches, das mit der Würde auch die Bürde übernommen und in den gegenwärtigen Zeitläuften die ehemaligen Eisenbahn­staaten vor einer noch viel größeren Finanznot bewahrt hat, als ohrrehin zu verzeichnen ist.

Und dennoch wutde man in den letzten Wochen im preußischen Landtag wieder an jene wenig erfreulichen Eisenbahndebatten des verflossenen preußischen Drei- klasscnparlaments erinnert. Bei der großen Arbeits­losendebatt« tauchten unter der FirmaProduktive Arbeitslosenfürsorge" die Bahnwiinsche wieder auf. Nachdem unter offenkundiger Überschreitung der Zu­ständigkeit des Parlaments zuerst ein Antrag auf Neu­bau einer Bahn gestellt und damit das parlamentarisch- agitatorische Nennen eröffnet war, regneten förmlich solche Anträge von allen Seiten auf das Haus hernieder. Der Unterschied gegen früher bestand nur darin, daß auf der Regierungsbank der zuständige Eisenbcchnrninister fehlte, um alle diese Wünsche entgegenzunehmen und ibre wohlwollende Prüfung in Aussicht zu stellen. Alle Reden waren nicht nur zum Fenster hinaus, sondern buchstäblich in den Wind gesprochen. Dabei handelte es sich in diesem Jahr offenbar um mehr oder minder spontane Einfälle einzelner Abgeordneter. Was wer­den soll, wenn Eisenbahnwünsche zuvor im Lande plan­mäßig vorbereitet werden, ist gar nicht abzusehen. Die Würde des preußischen Parlaments verlangt, daß die­sem Unfug rechtzeitig Halt geboten wird.

Gewiß werden Eisenbahnfragen auch in Zukunft für die wirtschaftliche Entwicklung des preußischen Staates von hervorragender Bedeutung sein. Eine selbstver­ständliche Pflicht der preußischen Regierung wird es sein, diesen Fragen alle erforderliche Aufmerksamkeit zu widmen und sie gegebenenfalls mit Nachdruck bei den zuständigen Reichsbehörden zu vertreten. Vergessen darf dabei allerdings nicht werden, daß das Reichsver- rehrsministerium zunächst das gewaltige Defizit zu be- leirtßen haben wird Und daß es sich daher zweifellos vel dem Bau neuer Bahnen äußerste Beschränkung auf­erlegen muß. Nur wo es sich um Lebensfragen des vraates, um Bahnen von ausschlaggebender Bedeutung handelt, wird voraussichtlich an ihren Bau künftig noch ^^Netreten werden können. In solchen Fällen die preußische Regierung zu beraten, zu unterstützen und zu starken, wird nach wie vor Aufgabe d«s preußischen Landtages fein. Verliert er sich aber in hundertfache Projekte, in ein aus Partei- und Agitationsinte reffe geborenes Vielerlei, so beaibt er sich selber desjenigen bescheidenen Einflusses. den er nach Lag« ter Dinge noch «UT die Entwicklung des Eisenbahnwesens auszuüben vermag. Selbstzucht und Beachtung der eigenen Zu- gandigkeit geben dem Parlament ferne Würde und luyern ihm dauernden Einfluß.

Zur Vorgeschichte des Weltkrieges.

Br. Berlin. 31. Mai. (Eigener Drabtbericht.) Der erste Unterausichuhdes parlamentarischen ünter- suchungsausschuiies. der dir Vorgänge zu untersuchen bat. die zum Weltkriegs geführt haben, veröffentlicht unter dem Titel -Zur Vorgeschichte des Weltkrieges sein »wei­tes Weihbuch (Verlag Reimar Hobbuig-Berlm). ,E-> bringt das Ergebnis seiner Untersuchungen uoer die nnn- tärischen Rüstungen und die Mobilmachungen, und zwar An­gaben über die militärischen Kräfte,, mit denen b;.e (Srcfewcicbte irrt August 1914 in den Krieg eintraten sowie über Zeitpunkt und Umsang jeder der damals angeordneten Mobilmachungen. Ferner werden die Bedeutung der ramschen otlgemeinen Mobilmachung, der deutsche Ooeratlonsvlan und die Berichte des grohcn Gencralstabs an das Auswärtige Amt behandelt. Fünf der Berichte stammen von dem Sachverstän­digen des Ausschusses Graf M o n t g e l a s . ein sechster: Ruh- londs militärische Kriegsvorbereitungen bis zur, Bekanntgabe der offiziellen Mobilmachung von dem Sachverständigen Pro:. Hoeniger. Den Berichten stnd als Anlagen die urkund­lichen Grundlagen beiaegeben. Die Bedeutung oieier Fest- stcllungen kann nicht doch genug eingeschäht werden. Sie.^r- stören die uegende. daß die Militärkräfte der Zentralmachte den gegnerischen überlegen gewesen seien und widerlegen da­mit Sie Behauptung der Mantelnote vom 16 Juni 1619. dah Deutschland allein für den Weltkrieg gerüstet, gewesen »et. Aus dem Weißbuch ist aber auch zu sehen, wie t e i ch t fertig man die Gefahr eines Zweifrontenkrieges auf sich genommen bat. Vom militärischen und voummen Standpunkt kann daher nur bedauert werden dah der be­rühmte Kronrat vom 5. Juli nickt stattgefunden bat Das ist um so bedauerlicher- als offensichtlich eine Mifftarkonoen- tion zwischen Deutschland und Lsterreich-U.nzarn nicht bestand. Der Ooerationsplan Legen Frankreich mihgluckt« bekanntlich im Jahre 1914. und zwar weil die nötigen Truppen fehlten. Das lag nicht nur daran, dah man von vornherein den rechten Flügel, entgegen dem Schlieflensthen Plan zugunsten des linken geschwächt, dann zwei Armeekorps ihm zur Verwendung im Osten entzogen ba^te. sondern auch daran, dah man die deutsche Volkskrait nicht voll ausgenutzt hatte, batte man dies getan so hätte man sittv 090 Mann mehr als Divisionen orsani,'irren können. Schuld daran trägt nicht, wie in der Preise der Rechten vielfach behauptet wird, der mangelnde Patriotismus des Reichstages. der ia stets alle Seeresforde- rungen bewilligt bat. sondern der damalige Kr:-gsmin:fter. Der Generalstab batte im Dezember 1912 eine Erookmng des Rekrutenkontingents um 136 096 Mann. somit der Friedens Präsenzstärke um 396 099 Mann und die Aufstellung , von mindestens drei neuen Armeekorps gefordert, der ,Kriegs­minister hatte sich iedoch wegen des fehlenden Ausbildungs- Personals gegen die Neuformationen ausgesprochen nicht e:wa aus Furcht vor dem Reichstage und der Kaiser batte ,m Sinne des Kriegsministers entschieden.Aus dem Weih- buch ist ferner -u ersehen. dah zwischen militärischer und poli­tischer Leitung nicht der richtige Zusammenhang bestand, em Mangel. der im Kriege so unheilvolle «rolgen gehabt hat. Es ist fast unbegreiflich, dah der Generalstab. Bit es tatsächlich geschehen ist. dem Auswärtigen Amt wichtige Meldungen uoer niilitärische Vorgänge in Ruhland nicht mitgeierlt bat. Be- »uhigend für die deutsche Öffentlichkeit ist es. dah der Gene- ralstaü niemals einen Präventivkrieg befürwortet bat.

Der britische Vorschlag bezüglich -Oberschlesiens.

Dz. Lsndon, 31. Mai. Die ..Times" schreibt, dah die französische Regierung dem ersten Teil des b r i t i s ch e n Planes zugestimmt habe, in dem vorgesehen wird, dah der mittlere Teil Oberschlefiens zu dem nördlichen und südlichen Bezirken sofort und unter Bewachung durch alliierte Truppen kommen werde. Die französische Regie­rung lehne es auch nicht unbedingt ab. dem weiteren briti­schen Vorschlag, nach welchem die Bezirke im Norden und Süden Oberschlesiens. die nach allgemeiner Ansicht an Deutschland bczw. Polen fallen sollen, von der deutsckxm und der polnischen Regierung besent werden sollen, zuru- stimmen. Di« Franzosen seien iedoch der Ansicht, nachdem Korfanty stch bereit erklärt habe, seine Autorität an die interalliierten Abstimmunaskommlstion abzutreten, dah keine Notmendirkeit für eine Einsetzung deutscher und polnischer regulärer Truppen bestrbe. Die englnche Antwort an Frankreich läuft derTimes" zufolge darauf hinaus, dah keine Anzeichen dafür bestehen, dah Korfanty seinen Vor­schlag ausführt. und dah. wenn dies doch der Fall sein soll, dies um so besser sein wirdr denn es wird dann den Polen leichter sein. Pleh und Rybnik zu besetzen. Die französische Regierung hat daraufhin vorKLschlagen, die interalliierte Abstimmunaskommisilon zu, befragen, ob die Korfanty-Note nach ihrer Ansicht den britischen Vorschlag unmöglich machen wird Diese Anfrage ist der ..Times" zufolge ietzt erfolgt.

Bz. London. 31. Mai. (Drahtbericht.) Reuter meldet, in mahgebenden englischen Kreisen sei man der Ansicht, der letzte Vorschlag, betr. die Ernennung einer Sachverständigen­konferenz. treffe n i ch t - d e n Kern der oberschlesischen Frage. Es handle sich darnm. zu beschliehen. welck>es Land das oberschlesische Wirtschastsdreieck erhalten solle. Die englische Regierung sei nacki wie vor der Ansicht, der Oberste Rat solle so früh wie möglich zusammentreten.

Ein Reichstagsabgeordneter verschleppt.

lld. Berlin, 31. Mai. Der deutschnationale Reichstags- abgeordnete Dr. Hartmann, leitender Arzt des Knavv- schaftslazarettes in Könissbütt«. ist von den Polen gefangen genommen urb nach unbekanntem Ort verschleppt wor­den. Ts handelt sich um «inen 65 Jahre alten Herrn. Der Reichstagsvräsidcnt hat bereits, wie derVorwärts" hört, über das Auswärtige Amt Schritte uniernommen. um die interalliierte Kommission zur Ermittelung und Befreiung des Abgeordneten zu veranlassen.

Besuch bes japanischen Kronprinzen in Frankreich.

Dz. Paris, 31. Mai. Mit dem iapanischen Kronprinzen werben heute nachmittag in Paris ankommen: der java­nische 3ldmiral Oguri und sein Generalstabsckes. Admiral Taguschi. sowie oie Oisiziere der Panzerlreuter .^Katori" mrd .^oibime".

Nr. 247. ck 69. Jahrgang.

Provinzralpartsilag der demokratischen Partei.

ßb. »eilbur«, 30. Mai. Hier tagte der. Provinzial- Parteitag der Deutschen demokratischen Parier für Hessen- Rasiau. Die politische A u s s v r a ch e . , dre über sunf Stunden in Anspruch nahm, wurde eingelertet durch, em Referat von Dr. Wilhelm C o h n st a e d t (Franksurt) über Reichspolitik und Demokratie". Der Redner schilderte die Borgänge, die zur Annahme des Ultimatums und zur Neu­bildung der Neichsregierung geführt hatten.

Nach einem zweiten Referat des Abg. Trieschmann über di« Bauernpolitik der. Demokratischen Partei zeigte Rcichstzagsabgeordneter Schlick ins in eumehender Darstellung, wie schwer gerade den demokratischen Volksver­tretern die Beantwortung der Eewissensirage. Annahme oder Ablehnung des Ultimatums, werden muhte. Die Aus­sprache endete mit einstimmiger Annahme folgender Resolution:

Der Parteitag des Wrhlkreisoerbandes Hessen-Nassau der D. D. P. begrüht den Eintritt der D. D. P. tn die neue Koalitionsregierung. Er-fordert die demo­kratische Fraktion auf, ohne Rücksicht auf die Haltung anderer Parteien ein« Politik des ehrlichen Willens na«, anhen und der demokratischen Ausgestaltung des Staates und der Wirtschaft naih innen fortzusetzen. Der Provinzial- prrteitag ist der Anschauung, dah die Demokratische Parte: grundsätzlich nur eine Koalition mit solchen Parteien an- streben darf, die auf dem Boden sozialer und republikani­scher Überzeugung stehen."

Von den Abgeordneten Goll und Knfest. Stadtrat Schlossermeister Schanz (Frankfurt) und Spenglermeister Schwank (Winkel) wurden wichtige Fragen des Hand­werks und Mittelstandes (Submiffionsweien. Lehrlingsans- bilduns und Meisterlebre. Steuern. Sozirlisierung und Kom- munalisternng) behandelt und eingehend diskutiert. Die Tagung schloh mit der Annahme einiger Anträge, di« u. a. auch eine intensive Behandlung der Beamtensragen. Ver­minderung der Ortsstnfenzahl für die Beamtenbesoldung und Abgrenzung der Klassen nach zusammenhängenden Wirt- sihaftsKebretcn forderten. Gleichzeitige Frauen- und Jusendtagungen waren ebenfalls sehr gut besucht und brachten den Beteiligten wie der Organisation reiche Anregung für die BetängnNg in der Zukunft.

In einer öffentlichen VerfamMluns sprachen die Abge- oidneten Graf Bernstorff und Frau Dönhoff. Der Andrang dazu war so stark, dah eine ebenfalls überfüllte Parallelverkammlung ab-rehalten werden muhte. Graf Bernstoff besprach die Fragen der auswärtigen Polr- t i k. Frau Dönhoff äußerte sich über die aus der schweren Gegenwart für unser persönliches Leben hrrauswachsendeu Aufgaben der Zukunrt.

Bayern und die EntWaffnungsfrage.

Bz. L-«v»n. 31. Mai. Reuter erfährt, dah die eng­lische Regierung weiterhin einen sehr starken Druck aufdiebayerischeRegierunginder Gntwaffnungs- frage ausübe. Bisher Habs die Münchener Regierung zahl­reiche Schwierigkeiten bereitet bezüglich der Entwaffnung der Einwohnerwehr, die bis zum 39. Juni beendet sein müsie. Es sei Reuter zufolge jedoch endgültig beschlossen worden, daß Bayern sich den Verpflichtungen in der Entwafsnungs- irage nicht entziehen dürfe.

Der amerikanische Botschafter für Berlin.

Dz. Paris. 31. Mai. Der Botschafter der Vereinigten Staaten für Berlin. David Jayne Hill, ist, wie die ..Ehicago Tribüne" miiteilt, gestern mit seiner Mutter in Paris anaekommen. Bevor er sich nach Deutschland begibt, wird er sich wahrscheinlich einige Tage in Paris aushalten.

Englands Haltung in der kleinasiatischen Fpage.

Dz. Lsudon. 31. Mai.Daily Mail" meldet, dah Eng­land seine Neutralität in der kleinasiatischen Frage auf- gebe und sich auf die Seite Griechenlands stellen werde. Den Blättern zufolne wird das Verbot der Waffen­lieferung an Griechenland aus den alliierten Ländern aufge­hoben werden, und so besteht die Möglichkeit, dah man den b'> r i e ch e l gestatten wird. K o n st a n t i n o p e l a! s militärische B a i i s zu benutzen ..Daily Mail zu­folge wird ein Anariff der Kemalisten auf die Meerenge von Konstantinopel befürchtet.

Englische Maßnahmen gegen die Regierung »on Angora.

Dz. London, 31. Mai. (Drabtbericht.) Hier ist eine Bestätigung der Nackriöstt eingetronen, dah vie Regierung von Angora einen Inder britischer Staatsangehörigkeit hat h i n r i ch t e n lassen. Ferner hat die Regierung von Angora sich geweigert, den britischen Schiffen das Einlaufen in die Haien von Anatolien zu gestatten. Das Reutcrsch« Bureau veröffentlicht eine Mitteilung, die besagt, di« bri-i tische Regierung beabsichtige, energische Mahn ahmen zu ergreifen, da sie nicht dulden könne, dah das in London von den Delegierten von Angora Unterzeichnete Abkommen verletzt würde.

Keine griechische Offensive in Kleinasien.

Dz. Paris, 31. Mai. Nach einer Savas-Meldung aus Athen wird die türkische Miiteilung von einer griechischen Offensive in Kleinasien entschieden in Abrede gestellt.

Ein Staatsstreich im fernen Osten.

Dz. Paris, 31. Mai. (Drabtbericht.) Nach einer Saoas- Meldung aus W l a d i w o st o k ist es in Nikolsk-Uffurihksi Rardnö (?), Svahkoje urck» Schkotowa zu einem unblutigen Staatsstreich gekommen. Die Regierung der Miliz hat den anttbclschewikischen Truppen Raffles (2) überlasten. Der javanische Kommandant ist neutral geblieben. (Die Ort­schaften, die zum Teil verstümmelt lwiedergeaeben sein dürften, lieseu ra» der oitsibiriicüen Küstenprovinz. Schrtitl^.

i