Verlag Langgass» 21
JtdgWotliaa**.
«<«*er>®oI!t geJffnet von 8 Uhr morgens bi» 8 Ahr «dsnbs. P»!ts4r<r»»»»: graittN»» a. M. Ar. 718».
Wöchentlich
zirher keinen »nspmch auf Lieferung des Blattes oder Erstattung des entsprechenden Entgelt«.
12 Ausgaben.
Fernruf:
„XafMattl)as** Nr. 8850-53. i ■ Uhr morgens dis 6 Uhr abend», «mher Ssnnta-» Poftfchecklost»: Krankfi«, ». M. «r. 71«.
Nnzelgenpreisei örtliche vngeigen Mk. t.«, »usrvSrttge Anzeigen Mk. 1 . 88 . örtliche Reklamen Ml. ».- , «mswcirtrge Reklamen Mk. 7.— für die einspastiae Koloneheile oder deren Raum. — Bei wieder
holter t^lfnahme unveränderter Rnreigen entsprechender Nachlatz. — Schlutz der «n,eigen. Annahme für beide Ausgaben: 18 Uhr vormittag«. — Für die Aufnahme von Anzeigen an »orgeschriebenen Tagen und Plätzen wird keine Lewähr übernommen.
Berliner Abteilung de» Wiesbadener Tagblatt,: Berlin W. 9, Boßstrahe 18, Fernsprecher: Arni Zentrum 11435-11437.
Freitag. 13. Mai 1921.
Abend-Ausgabe.
Nr 220. * 69. Jahrgang.
Das schicksalsschwere „Ja".
Bon Illa Uth.
Wer von uns. die in den entscheidenden Tagen Ge
legenheit hatten, die schweren inneren Kämpfe unserer erb
Volksvertreter initzuerleben, wurde nicht cm die erschütternden Worte Naumanns erinnert, die er beim ersten Parteitag der deutschen Demokraten sprach, in Erinnerung an die schicksalsschwere Unterschrift beim Versailler Vertrag. Jeder Zug in dem verarbeiteten, leidenschaftlich erregten Gesicht zeigte: „Was wir an inneren und seelischen Kämpfen über die Frage durchgemacht haben, wie wir uns in der Sache der Friedensunterzeichnung verhalten sollten, wird uns persönlich bis ans Ende unseres Lebens beschäftigen." Das ganze Pathos einer ungeheuren Verantwortung lag über der
leidenschaftlich erregten Sitzung, die sich bis tief in die Nacht ausdehnte, um alle Möglichkeiten des „Für und
Wider" zu durchdenken.
Nun sind die Würfel gefallen. Wir wisien heute,
daß Deutschland für mehr als eine Generation so 1)0)1
Schweres zu leisten haben wird wie nie ein Volk vorher. Werden wir es können, wetden nicht wir und unsere Kinder zusammenbrechen? Das ist die Frage, die in jedem deutschen Herzen brennt. Schon kommen tausend pessimistische Stimmen — aber auch optimistische kommen. Unsere Mütter, unsere Lehrerinnen erinnern uns an die Kriegszeit und an all die Opferfreudigkeit, das schier unglaublich anmutende Entsagen unserer Frauen und Kinder. Wenn wir Erwachsenen zaghaft unseren Kindern wieder eine neue Sammlung schonend mitteilten, wer weih nicht mehr, wie schon am nächsten Tage nicht ein leeres Kinderhändchen sich uns entgegenstreckte! Don wieviel Liedern haben sie sich freiwillig getrennt, die kleinen Herzen haben es freudig' gebracht, weil sie wuhten, es gilt dem Vaterland. Jede Sparkasse wurde geplündert, kleine goldene Kreuzchen, Kinderarmbändchen, — wer nennt sie all, die Liebesgaben, die zu uns strömten. Ja, zeigt nicht unser Durchhalten gegen die vereinte Welt, wozu wir fähig sind, solange wir an uns selbst und unser Recht glauben.
Heute sind wir im Recht! Also wird der Glaube an uns selbst wiederkommen und mit ihm der Wunsch aller gutgesinnten Deutschen, die Last abzuwälzen, unser Deutschland zu erhalten und zu erretten aats fremder Willkür. Und damit die Kraft dazu!
Die Feinde nehmen heute unsere Arbeit, den Ertrag von Millionen fleihigen StuiWcm. Wir wollen und müssen trotzdem aber leben. Unsere Feinde machen es uns zur eisernen Notwendigkeit, so erfindungsreich, so durchdacht, so hervorragend zu arbeiten, dah wir das erste Volkder Arbeit werden auf der Erde. Der Erfolg wird dann doch, wenn nicht uns. so unseren
Kindern in den Schoh fallen. Das ist unsere Hoffnung, ~ ' .. ihre Ki
das ist der Trost für unsere Mütter, die um ihre Kinder bangen.
„Wer sich selbst verläßt, der wird verlassen: das Volk, das an sich verzweifelt, dis Welt und die Geschichte schweigt auf ewig von ihm. Unser Volk ist in einem jeglichen von uns. — Darum laßt uns wacker fein!" Dieses Wort E. M. Arndts wollen wir Frauen in das Herz unserer jungen Generation pflanzen, dann wissen wir — Deutschland kann nicht untergehen.
Mag rauh der Nebel umspinnen der Sonne Licht — Uns leuchten Flammen tiefinnen, die löschen nicht!
Bedingungslose Annahme des Ultimatums.
Dz Berlin. 12 Mai. Die Nahricht eines Berlin«! Blattes, dab der deutsche Botschafter in London bei der Überreichung der Antwort an die Annahme des Ultimaimns Bedingungen geknüpft habe, die nachher von dem er-slisch-n Premierminister zurückgewiesen worden seren, r it falsch.
Die Aufhebung der Zollgrenze.
W T -B. Paris, 12. Mai. Nach einer vom „Temps" veröffentlichten Nachricht aus London ist der Vertreter Englands in der Rhemlandkommisiion nach London gekommen, um die Au fHebung der Z o l l g r e n z e am Rhein sowie dleRaumungvon Düsseldorf, Duisburg und Ruhr ort zu besprechen. Ferner soll dahin gewirkt werden, daß die deutsche Regierung den alliierten Geschäftsleuten, die sich in den besetzten Städten niedergelassen haben, die von der interalliierten Kommission bewilligten Lizenzen garantiere. Die deutsche Regierung soll durch ilbergangsmahnahmen die Gültigkeit der Verträge und der Ausfuhrerlaubnisse sicherstellen.
Ein Ministerrat im Elysee.
Dz. Paris, 13. Mai. (Drahtbericht.) Heute vormittag findet im Elysee unter dem Vorsitz Mlllerands ein Ministerrat statt, um die Maßnahmen zu bestimmen, die nach Annahme des Ultimatums ergriffen
sollen, um d
l durckMÄÜD
Der Reichskanzler über die Erfüllung der Ententebedingungen.
Dz. Berlin, 18. Mai. Der Reichsrat hat gestern abend unter dem Vorsitz des Ministers des Innern. Dr. Gradnauer. eine öffentliche Sitzung abgehalten. Der neue Reichskanzler Dr. W i r t h stellte sich dem Reichsrat vor und sagte u. a.: Die Mehrheit des Parlaments entschied sich für das Ja. und die Negierung wird diejenige Politik trciben, um dieses Ja durch die Leistungen zu verwirklichen. Es ist die größte Ausgabe, die je einem Volke gehe I l t worden ist. und wir wollen aufrichtig dieses Ja ver- v'irklichen. Ohne jeden Vorbehalt wollen wir die Bedingungen des Ultimatums mit allen unseren Kräften erfüllen, erwarten aber auch, daß die Gegenseite, nachdem sie Zeugnisse unseres guten Willens gesehen hat. diesen guten Willen anerkennen wird. Wir erwarten, daü in der oberschlesischen Frage ein Fair play von allen auf der Gegenseite gekielt wird. , V,.
Der neue Minister des Innern. Dr. E r a d n a u e r. stellte sich dem Reichsrat vor. indem er u. a. sagte: Ich gewann aus meinen Erfahrungen in der Vergangenheit die Überzeugung, daß der Einheitsstaat, wie er durch dre Verfassung. rn Weimar geschaffen wurde, sich nur dann gedeihlich für das deutsche Volk entwickeln kann, wenn alle Rücksicht auf die Bedürfnisse uilü Verhältnisse der deutichen Länder genommen werden. Ich habe das ernste und feste Bestreben, die Verbindung zwischen Äcichsregierung und Landern in jeder Weist zu fordern.
Dz. Berlin. 13. Mai. .Der R e ich s r a t. hat dem,Gesetz
über die Einführung non Beihilfen an die Rentenempfänger aus der Ang-strlltenversicheruna zu gestimmt. ferner dem Gesetz, das die Reichsversicherungsordnung in venchledenen
verwältungstechnifchen Bestimmungen abändert. Der Nach- trag,zum Haushalt für 1920 wurde nach den Beschlüssen
des
Neich-tugs angenommen.
Die Ergänzung des Reichskabrnetts.
Dz. Berlin. 13. Mai. Nach einer Meldung einer Korrespondenz dürfte die e n d g ü 11 1 e e Be > e tz u » z der drei
eine Entscheidung getrosten haben, für das von idr zu vtsttze
über den Kandidaten mm ,u „e^oenDe W i e d e r a u f b a um i n i st e- i um. Für das Finanzminifterjum soll voraussichtlich ein Fachmann hepar.gezogen werden.
Sr. Berlin. 13. Mai. (Eig. Drahtbericht.) Wie der „B. L.-A." hört. geht der Reichskanzler mrt dem Gramen um. den Po ste n des ReichsautzenmiNlsters ielost beizubehalten.
Der Wechsel im Ministerium des Innern.
Bz. Berlin. 12. Mai, Im Reichsministerium verab
schiedet« von der
. .. 12 . .
Nh heut« der bisherige ..... eamtenlchcstt. Cr hob die
ter des Innern Koch rbsitsfreudigkeit her
vor, mit der die Beamten in den fast VA Jahren seiner .. '— - " Deutschlands mitgoarbeiiet
Tätigkeit am Wi.ederau.ibau .
hätten, und betonte, daß Deutschland nichtvorankommen könne, wenn nicht im Volke e'ne gröbere Veriohnlichkeit der Gesinnung Platz greife. Letzten Endes seien mcht dar Torheit oder die Schlechtigkeit derer, die an der Arbeit standen, sondern unsere Gegner schuld an den traurigen Zuständen. Geduldig und zäh« müsie man auf den Umschwung warten. Zum W je d er,a u i b au Deutschlands sti aber die Beamtenschaft in erster Ltnue mitoe- rufen. An bewährten Einrichtungen des M-M.-riums habe er (Koch) nicht mehr.geändert, als es.vie neu« Zeit
_ __
erfordere. Auch sein Nochfolger,'Dr. G r a d n a u e r, der sächsisch-:: .Ministerpräsident
als sächsisch:! Ministerpräsident das wohlgefügre Gebäude des dortigem Ministeriums wenig verändert habe,werde - so hoffe er zuversichtlich — den gefestigten Aufbau des Rcichsmrnifstriums aufteckterbalten. Koch dankst zum
f chlutz den Beamten für olles, was f« in diesen schweren agen geleistet hätten. Möge der Samen, der hier gelegt sti. dereinst ins Korn schieben.
Reichsminister Dr. Eradnaner begrützte nach warmen Dankeswortea für seinen Vorgänger die Beamten? Haft. Er
werde aufs eindrstiglichste bemüht fein, in vertrauensvollem, kollegialem Zusammenwirken mt ihr nützliche Arbeit für das Vrstrlarch zu leisten ns - ^- 4 -"*“
__ Er stelle m't Genugtuung fest,
iah er auch im Freistaat Sachsen mit der Beamtenschaft gut zusammen ararbeitel habe. Er Nabe eine sthr hohe Meinung Rei
von den Rechstu, aber nicht minder von den Pflichten der
Beamten. Jsi der heutigen Zeit des Verfalles und der Ent- :Itc es,mehr denn ie. dab sich unser Volk auf sich
artung
selbst besinne. Frei str. wer sich sittlich binde. Es gelte, oie Bindung des einzelnen an den Staat wieder zu beleben, und es fei die wesentlichste Ausgabe der Beamtenschaft, hier wegweisend oorzugehen. Die Staats^esinnung und
Treue seien stets der Stolz der Beamtenscha! die Besinnung auf den Staatsgedanken rönne uns retten.
gewesen. Rur
Der Reichsminister forderte die Beamtenschaftauf. ihm zu
-ens der Be- o.h für seine Ar^ ^
I ..
sur.dung gelange.
Staatssekretär Dr. Lewald dankte name amtenschaft dem säuioenden Reichsminister Ko.
Werte und erinnerte an die zahlreichen grosen, Arbeiten, die während der Ministerschaft Koch geleistet ober rn Angriff genommen worden seien. Wäre der verbrecherische Wahnsi rn d-es Kapp-Puischns nicht dazwischen gekommen, der damals tie gesamt- Beamtenschaft des Reicksministonums einmütig in der Abwehr gefunden babe. st wären die Arbeiten des Diinisteriums wahrscheinlich noch weiter gedirhen. Der Redner drückte die Hoffnung aus. dab die reichen Erfahrun- des bisherigen Reichsministers oem Vaterland« auch
gen
weiter zugute kommen würden. Den neuen Reiäisminister b-griih«Nd. erklärte der Staatssekretär, dab bellen Worte in der Beamtenschaft auf fruchtbaren Boden fallen würden. Mit befonde-'-r Freude werde es aufgenommm werden, daß der Minister der Beamtenschaft so grobes Interesse ent- gcgenbring«. Er boffe. dab die guten Beziebungem die im Neichsministerium des Innern stets zwischen der Beamtenschaft und ihrem Ebef bestanden hätten, auch ««liier bestehen wurde»--
Protest gegen die Requirierungen ün besetzten Gebiet.
Dz. Berlin, 12. Mai- Wegen der Reauirieruns deutscher Automobile und (hrer^Führer >ur
den beahsichtigtrn Vormarsch in das Ruhrgeb>et wurde den Regierungen in Paris, London und Brüssel von den dortigen deutschen Vertretern am 10. Mai eine Protestnote fol
genden Inhalts übergeben: , ^
Die Rbe-iNlandkommWon ordnete unter dem 16. Dez. 1920 eine mnfallende Bestandsaufnahme und Vormusterung sämtlicher Pferde. Automobile, Fahrzeuge und Fabriken, überhaupt aller Sachen rm vesttzt-n Gebiet an. die für militärische Zwecke von Wert >em konnten. Die deutschen Bürgermeister mubten bei diesen Bestandsaufnahmen in weitgehendem Mabe Mitwirken.^. D-e
Reichsreqierunä legte gegen die Anordnung sofort Protest etn. da iw in ibr nur V>
M>. da ist in ibr nur Vo rb-erer tun gen für erne Mobrlisatlion sehen konnte. Dre Rhernlandkom- Mission leugnete darauihin diesen Zweck ab . Sie gab an. dab ihre Anordnung nur als vorsorgliche Mas- nah me für denFal! innerer Unruhen, nn besetzten Gebiet selbst getroffen wurden und bestritt in ihrer tntivort noch, dab die von ihr bei der Musterung ge
zwungenen deutschen Beamten und Staatsbürger dadurch Unterstützung von Vorbereitungen genötigt worden
r«
st
ur
icu
die eines Tages zu militärischen Unternehmungen gegen ihr eigenes Land ausgenützt werden konnten. Die
Vorkommnisse der neuesten Zeit zeigen unzweideutig, wie
recht die deutsche Regierung seinerzeit mit ihrem E.insvruch hatte.. Im Gegensatz,,zu den ^ausdrücklichen, Erklarung-n
der Rhemlandlomm^sion werden jetzt aui Grund den Listze, die im Winter bei der Besiandsaufnabme und Vor-
h r - lbil«
... ..chenl
örts'b-härben auch bereu Führer, gleichgültig, ob es sich
lfte.
Musterung angeiertigt wurde.
Sen beabsichtigten V c --
gebiet vorgenvmmen Es ryerden nicht nur Automobil«
mhme
... Beitreibungen iup Vormarsch ins Ruhr-
.. __ we..,_
requiriert, sondern sogar durch Vermittlung, der deutsche
um die Eigentümer der Wasen oder um Thauffeure handelt., Kraftwaqenbesitzer. die vorübergehend aus Fahrten
iyi besetzten Gebiet ünterwegs sind, werd-ii unter, Androhung von Strafen telegravblsch
.... ... ... zuiückbe
ordert. Alle diese NeauirierunFsmasinahMLN sind nt» tra-as- ’U'b vSstorrrchtswidrig. Sie . dienen 1 nicht dea Zwecken der Besanungsarmee selbst, sondern dem beab- stchtiasten Vormarsch rn ein Gebiet, auf dessen Besetzung die Alliierten weder durch den Friedensvertrag noch durch die Rbeinlandkommillion das Recht eingeräumt worden Die zwangsweise Heranziehung Deutscher zur Unter- ' s Vormärsche« steht in schroffem Wide
_ . . arsches steht in schroff ...
m Prinzw. das in Artikel 32 .bei Haager Landkriegs-
stützuno dieses zu dem Prinzip. _.. ... ordnung seinen Ausdruck findet.
versoroch
.. . Hörden und verlangt, datz die verantwoi
Zstllen angewiesen,werden, ihre rechtswidrige Matzc
eranziebuas einer nes Bater-
. Regierung
das Vor gehen atz die verantwort-
nähme rückgängig zu machen.
Besprechungen über die politische Gesamtlage.
W. T.-B. Berlin, iS. Mai. Der Parteivorstand und die Reichslagsfrakrion der Demokraten haben vor ihrem Auseinandergehn-.r in die Pfingstfarien noch einmal ein- gchend di- durch die Annahme des Ultimatums "eschrffem roljtischc Geiamtlage besprochen und beabsichtigen di« Per/ öffentlichungeinerErklärunadie wendigknt hinroch.st. die Erfüllung der übe pflichtunsen durch oie^H auf wirtschaftlichem gen herrschen laut
vor allem m-i vor. Man nur bei
utu
sti
ans die NoÜ . rfüllang der übernommenen D-r- . eranziehung aller Kräfte, namentlich ebiet. zu sichern. Abnliche-Stimmunl oll. ZtL-" auch in anderen Parteien^
.aut ..Voss. Ztg- er halb der D
allgemein einem „Ve
Deutschland die Möglichkeit.öestehe.
~ PSlitik der
rutschen Volksvartet, aber auch der Überzeugung, das r b l e i b « n, O b e r I ch l« k i e n s bei „ , , . erwarteten Leistun-
Die Pölitik der Mitte stehe und fall«
gen zu vollbringen, mit Oberichstsien. ^
Sr. Berlin, 18. Mai. (Eig. Drabtbericht.) Die Funktionäre der S. P. D. Eroh-Bsrläns hielten gestern ein« Sitzung ab. um zu der Annahme des Ultimatums durch die Rvichsregierung und zu dem Wiedereintritt der Sozialdemokraten in die Reichsragierung Stellung zu nehmen. Es gelangte einstimmig eine Resi- lution zur Annahme» der wir folgendes entnehmen: Die Funktionäre der.S P. D. Groh-Berlins billigen den Be schlutz. das Ultimatum der Entente anzu nehmen, weil unter dem Eintritt der Zwanasmatznahmen sie arbeitende Vevölkeruna am meisten zu leiden gehabt hätte. Weiter wird dann der Wicdevenmtritt der Sozialdemokrat-n in das Kabinett gebilligt und gefordert, datz eine schleunige Neuregelung der Regierung in Preußen auf der Grundlage der alten Koalition herbeigeführt werde. Sodann wird jegliches Zusammengehen mit der Deutschen Volksvartei in einem preutzistlstn Kabinett abgelehnt. Die Funktionär« fordern die lofoftige Entwaffung und Aburmilir
den
Kriegsverbrecher. Die Aufbringung der finanziellen Leistung durch Heranziehung des Besitz-s um»
habe in der grotzen
t-r
De
rmögen zu geschehen.
Erzberger.
v. Paris, 18. Mai. (Eigener Drabtbericht.) Der Berliner Sonderberichterstatter des ..Journal des D-bats" be- st-richt ausführlich und sichtlich wohlinformiert das Wiederauftauchen Erzberaers als eigentlicher Drahtzieher bei der neuen Kabinettsbildung. Erzberger sei rin Freund des Finamministers W i r t h und habe ihn auf den Kanzlervosten getrieben, um mit den Mehrheitssozialiston. Demokraten »nd mit dem Zentrum die alte Koalition wieder herzustellen. Der Berichterstatter fügt hinzu' Die Rückkehr Errbergers in das aktive politische Leben ist ein Ereignis von europäischer Bedeutung.^denn trotz seiner Fehler ist der
energische Abgeordnete von Biberach der einzige Staatsmann, den Deutschland seit dem Kriege gefunden hat.
Vertagung des Reichstags.
IV. T.-B. Berlin, 12. Mai De: Reichstag erledigte heute in drei kurzen Sitzungen, die sämtlich wegen Beschlugunsählg- kcit des Hausts abgebrochen werden mutzten, kleine« Bor-i
und verlass lick bis »um 31. Mai.
