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Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatt»: Berlin W. 9, Latzsttatz« 18, Fernsprecher: Amt Zentrum 11435-11437.

Freitag, 15. April 1921

Abend-Ausgabe.

Nr. 174. ♦ 69. Jahrgang.

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Das neue deutsche Angebot.

Br. Berlin. 15. Avril. lEia. Drabtbertcht.1 Die Be­ratungen des Kabinetts über das neue Angebot tn der Revarationsfrane dauern kort. Auch mit den Reichs- taasfraktionen wird ständig Fühlung geüalten: eben- io werden viele Sachverständige. die schon vor der Londoner Konferenz die Regierung in ihrer Arbeit unter­stützt haben, sortwäbrend gebürt. Es dürfte aber noch ge­raume Zeit vergeben, bis das neue deutsche Angebot lertig- gcstellt werden wird. Dies wird kaum vor Ende der nächsten Woche möglich sein. Die Grundzüge der neuen Vorschläge sieben bereits fest, aber die Berechnungen der tccknilchen Sachverständigen werden noch manche Tage in Anloruch nebm:n. Über diese Grnndzüae wird in Regie- rungskreisen strenges Stillschweigen bewabrt und es wird ausdrücklich erklärt, doch alle Mitteilungen über die Vor­schläge. die bisder in die Öffentlichkeit gedrungen sind, nur auf Kombination beruben.

Dz- Berlin. 15. Avril. Das Reichskabinett be- schaitlgte sich aesten. erneut mit der Revarationssr-rge. Die Beratungen waren streng vertraulich. Der Vorsitzende des auswärtigen Ausschusses des Reichstags. Streiemann. konrerierte «eitern mit dem Reichsmiaister des Auß'.rn Dr. Srmons. Die Blätter nehmen an. daß Dr. Simons an­fangs der nächsten Woche dem Ausschuß Mitteilangen über ein neues deutsches Angebot in der Reorrrtions- fraae werde mackxn können.

vr. Baris. 15. Avril. fHavrrs.) Der Pariser Vertreter des ..Journal will willen, daß in dem demnächstigen Seut- lcken Angebot an die Alliierten die Gesamtsumme i>es Er.tschödigl'ngsbetiagcs enthalten f«»!l werde, die Deutsch­land zu zahlen bereit lei. Diese Summe werde — nach den Angaben des Vertreters des ..Journal" — ungefähr die Höbe der in der Pariser Entschließ»na fest - aesetzten Summe erreichen, aber ihre Zahlung würde ron der Annahme eines weiteren Vorschlags abhängig ge-, niacht werden, nämlich einer internationalen Anleihe, ohne die Deutschland nichts zahlen zu können erkläre. Außerdem würde Deutschland Vorschlägen, da« die Löiuaa der Streit­frage über die von Deutschland auf das Reoarntionskonto «emachten Lieferungen ein,m neutralen Schievsae- richt. d. b. e>nem amerikanischen, unterbreitet werde.

Keine neutrale Vermittlung.

Br. Berlin. 15. Avril. tEig. Drabtbericht.1 Die Mit­teilung der ..Germania'. daß sich das Reickskabinett mit dem Vermittlungsversuch eines neutralen Staates befaßt bade, wird amtlich als nicht den Tatsachen eat- kvreckend dementiert. Die Notiz der aenannren Zeitung beruht, da über die Ministerberatuna keinerlei Angaben gegeben worden llnd. aus Kombinationen.

Die „Studien" der Reparationskom Mission.

v. Paris. 15. April. lEia. Drabtbericht.1 Die Reva- rationstommiNlon bat gestern mit dem Studium der verschiedenen Fragen begonnen, die gelöst werden müllen. bevor die Gesamtsumme der deutschen Schulden festgesetzt werden kann. Die erste Frage, die die Kommission »n prüfen bat. ist diejenige des Datums, an dem die Mittel­mächte in den Krieg eingetreten sind. Nack Erledigung tiefer Anacleaenbeit wird die Kommillion die Prinzivien iür die Ansetzung der verschiedenen Arten von Kriegssch-iden avlltellen und wird mit den Schäden beginnen, die auf dem Meere erlitten worden llnd.

Dz. Paris. 14. Avril, lHavas.l Nach Anbören der deut­schen Delegierten bat der Reoaratiansaussckuß in Ausübung des ihm durch den Vertrag verliebenen Rechtes folgende Entscheidung getroffen über den Termin, an dem einzelne Mächte in den Kriegszustand mit Deutschland eingetceten sind Der Ausschuß entschied, daß die Kriegsdauer gemäß Artikel 23? des Vertrages von Versailles die Zeit ist. wäh­rend der ein Kriegszustand tatsächlich und rechtlich bestanden bat. Rach ihrer Emickciduna begann dies« Kriegsdauer für Italien am 27. Mai 1915. für Portugal am 9. März 1916. kür Griechenland am 27. Juni 1917 und für die Tichecho-Slowakei am 28. Oktober 1918 Die Kom­million entschied außerdem, daß die Wiedergut­machung der Schäden, welche die Tichecha-Slowakei durch den bosichewikitcken ungarischen Einfall 1919 erlitt, nicht Deutschland zur Last gelegt perden könne,

Kein englisch-französisches Abkommen über die Sanktionen.

W. T.-R. London, 14. April. Reuter meldet: Lloyd George teilte dem Unterhaus« mit, daß kein Abkommen mitFrankreich über dieSanktionen getroffen fei für den Fall, daß Deutschland bis 1. Mai feine Verbindlichkeiten nicht erfüllen sollte.

Pr. London, 15. April. Nachdem Lloyd George im Unterhause erklärt hatte, es fei keinerlei Abkommen mit Frankreich getroffen worden in bezug auf die Zwangsmaßnahmen gegen Deutschland, falls Deutsch­land am 1. Mai seinen Reparationsvörpflichtungen nicht Nachkomme, wurde die weitere Frage an Lloyd George gerichtet, ob er versichern könne, daß keine weitere Besetzung irgend eines Teiles Deutsch­lands ftattfinden werde, bevor das Unterhaus befragt worden fei. Auf diese Frage wurde keineAntwort erteilt.

Der englische Standpunkt über Oberschlefien.

Dz. Berlin. 15. Avril. Das JB. T." glaubt zu der be­stimmten Annahme Grund zu haben, daß gegenüber dem französtlck-voln licken Stnnsvunkt. der die Abtretung des ganzen obericklestlcken Industriegebiete» an Polen fordere, von e n g l i i lb e r Seite der Standpunkt eingenommen werde, daß nur die beiden Kreise Ple » und R y b n i k «ölen zugeiv rocken werden könnten-

Stegerwald über die Kabinettsbildung.

W.T.-B. Berlin. 14. Avril. Ein Vertreter des Wolff- Bureaus batte beute vormittag eine Unterredung mrt steaerwald. aus der folgendes als Ansicht des Mmister- oralldenten über die gegenwärtig« Sachlage zu ent­nehmen ist:

Sowohl die letzten Reickstaaswablen wie.auch die Wablen zum oreußllcken Landtag brachten, in Ziffern aus- gedruckt. einen etwa 10- bis Ibvrozentigen Ruck nach reckts. Ob dieses Volksvotum oolitilck richtig oder falsch war. ttebt bei den Regierungsbildungen nicht zur Entscheidung. In Preußen sieben heute rechts von den seitherigen Koalltrons- oarteien 133 und links 58 Abgeordnete. Auf dieser Sachlage bat Ministervrästdent Stegerwald aufzubauen. Zur vreußl- scken Regierungsbildung bestanden in der Hauotlacke vier Möglichkeiten: zunächst eine Koalitionsregierung von der Mebrbeitslozialdemokratie bis zur Deutschen Volks- rartei. Diese ist aus außer- und innervolitiichen Gründen ein Gebot der Stunde. Das deutsche Volk erarbeitet sich bei (einer gegenwärtigen Lage nickt wieder das Anseben der Welt, wenn es stch nickt dazu versteht, keine inneren vartei- vc-litikcken Gegensätze zu mildern und znrückzustellen. Rack den Vorgängen der letzten 2V-. Jahr« ist sodann die Stunde gekommen. auszu!vrecken. daß eine gewisse Stetigkert in der Politik eine der ersten Voraussetzungen ist für den allmählichen Wiederaufstieg -des deutschen Volkes. ..Diese Stetigkeit ist nur zu erreichen durch eine starke, möglichst gleichartige Mehrheit im Reick und,in Preußen und durch weitgehende gegenseitige Rucknckt- uabme auf di« Jmvonderabilien in den Koalitionsv-irtelen. Gegen eine Regierungsbildung auf vieler breiten Front wur­den aber in den letzten Wochen fo viele Schranken aukze- r-cktet. daß llc Steaerwald nickt in wenigen Tagen abbaum konnte. Eine zweite Möglichkeit zur Rearerungsbtldung war die alte Koalition. Vom rein oreußiicken Stand- ounkt aus betracklct. wäre ste oarlamentnrUck im Notfall tragbar gewesen. Die Rcg'erungstilkung in Preußen läßt lüh aber gegenwärtig nickt völlig loslösen von der Lage im Reich. Die Reicksregieruna bat in den nächsten 14 Tagen im Hinblick auf die durch die Entente angekündigte Inkraft­setzung' der Sanktionen- einen Kamvk um Leben und Tod für das dentlcke Volk zu führen. Auf den Koalitionsvar­leien des R-ickstaas laste» in der zweiten Hälfte des Avrils eine ungeheure Verantwortung. In einer iolcken Situation glaubte Steaerwald. von moralischen Erwägungen ganz ab­gesehen. auch volitisch es nickt vertreten zu können, einer der Kvalitionsoarieien. der De u ticken Volksoartei. in Preußen gräblickst vor den Kovi zu stoßen. Stegerwald will auch nack Beendigung keiner schweren Million nickt bloß nach links, sondern auch nack reckts als anständiger Politiker und Menkck dasteben. Die dritte Möglichkeit zur vreu«r- scken Regierungsbildung war die gleiche Minder­heitskoalition wie im Reick. Dieser Weg. ist in der gegenwärtigen Stunde, insbesondere aus innrroolrtrichrn Gründen, nicht ganadar. „ . „

Als vierte Möglichkeit verblieb die Bildung eines Geschäftsministeriums, mit überwiegend voli- lisch - v a r l a m e n t a r i s ck e m Einschlag, wi mit Beamten allein die ovlitisch anormalen Verhältnisse der Gegenwart nickt gemeistert werden können. Uber Charakter und Zusammensetzung dieses Geschäftsministenu-ns. das keine Fortsetzung der alten Koalition sein dürfte, konnte bis­her ebenfalls eine Übereinstimmung nicht erzi-rlt werden. Siegerwald glaubte die großen Gegensätze zwncken der Sozialdemokratie und der Deutschen Volksoartei dadurch ausaleicke" zu können, daß er für die Sozialdemokratie drei und die bürgerlichen Parteien fünf Ministerien voriab. von denen zwei durch Beamte besetzt werden tollten, die treu zu Reicksvertalluna und zur preußischen Verfallung stehen und im übrigen auch als der Deutschen Volksoartei genehm be­trachtet werden konnten. Für diesen Fall hatte Stegerwald von der Deutschen Voiksvartei gefordert, daß lle bei der Vertrauensfrage i:» Geaensa« zu den anderen Koalitrons- varteien nickt für die Regierung zu stimmen br-ruche. aber auch nickt gegen lle stimmen dürfe, sondern weiße Zettel ab- gcben könnte. Dieles Anllnnen l e b n t e die aeeutsch; Nolks- rartei a b. Etwas volitilck Unehrenhaftes bat atto -teger- wald der Deutschen Volksoartei nickt ,„gemutet. Zur Stunde bestehen noch drei Möglichkeiten für einen Ausgleich:

1. Entweder die Parteien geben Stegerwald voll­ständig freie Sand und bebindern di« aus ihren Rriben durch ibn berufenen Minister nickt durch tirraktrons- bcfchluß an drc Annahme eines Minlstemnms.

2. Es wird ein Kefchäftsministerium gebildet

aus zwei Sozialdcinokratcn nnd ie einem Vertreter der Zcntrumsvartei. der Demokratischen nnd der Deutschen Bolksvart-i. wäbrend der Rest der Ministerien durch Beamte oder volitisch nickt abgestemvelte Persönlichkeiten besetzt wird. Die Par»eien wären an diesem Regierung, die keine Koalitionsregierung ist. nur loke gebunden. Es könnte eine Politik mit wcckielnden Mebrbeiten gemacht, die Staatsgesckäf'c einstmeilen fortgeführt., werde?! und das Weitere der vol'tilcken Entwicklung der nächsten Zeit über­lallen b'rihen. __ . _ ,

3. Es wird ein Ministerium aus dem Zentrum und den Demokraten gebildet, wenn dadurch stch eine wohl­wollende Neutralität der beiden Nackbarvarteien erzielen läßt.

Ein unpolitisches ÄberganKSkabinett?

Pr. Berlin, 15. April. Nach den gestrigen inter­fraktionellen Besprechungen betrachten die Blätter die Bildung eines Koalitionskabinetts in Preußen als gescheitert und sehen nur noch in einem unpolitischen llbergangsministerium die Lösung der Frage.

Ein soiialdemokratischer Fraktionsdeschluß.

Br. Berlin. 15. Avril. (Eig. Drahtbericht.) Di« sozial­demokratische Fraktion bat in ihrer gestrigen Sitzung mit allen gegen 11 Stimmen beschlollen. unter keinen Umständen in ein Kabinett mit der Deu ticken D a l k s v c> r t e i einzutrctcn. Eie bat erneut den Vorschlag des Ministerorälldenten Stegerwald ab- gclebnt. auch zwei Mitglieder der Deutschen Volks» trtei in die zu bildende neue Regierung aufzuaebmen. Die Ver­handlungen über die Regiernnasbisdung in Preußen stnd damit abermals auf dem toten Punkt angelangt

Der preußische Landtag über den Auf­ruhr in M.tteldeutfchland.

,, Br. Berlin. 15. Avril. lEia. Drabtbericht.1 Im vreußi- Imen Landtag ging es am Donnerstag . recht lebhaft ru. «land dock der kommunistische Aufstand und das. was er im Gefolge gehabt bat. auf der Tagesordnung. Die Regierung mußte kick reckt kräftige Worte sagen lallen. Zu­rrst von seitcv der äußersten Rechten, dann von den Links- radikalsn. Für die Deutickrmtionalen begründete der Aog. Graf- Änklamm die von seiner Partei eingebrackte große Anfrage über den Aufstand in Sachsen. Er suür schweres Kaliber auf. insbesondere gegen den Minister des Innern. Herrn Severins, und gegen den sächsischen Oberocan- denten H ö r s i n a. Zwischendurch bekamen me Herren Kommunisten auch ibr gut Teil zu büren. Ihr Redner Eber lein hieb in dieselbe Kerbe der Kritik gegen die Negierung. Insbesondere ritt er eine scharfe Attacke gegen die Mebrheitssozialisten. denen gegenüber la der Haß keine Grenzen kennt. Er verstieg sich dabei sogar zu ser mit großer Heiterkeit im Hauke aufgenommenen Bemerkung, daß die Deutschnationalen 'bm bedeutend lieber seien als die. feind­lichen Brüder un sozialistischen Lager, oerr .nrilger- Pctsdam lSoz ) bl>cb die Antwort nickt schuldig^ Cr hielt für die kommunistischen Führer eine Kur in einer Kaltwallec- beilanstalt für sehr angebracht. Wenn ictzt Blut geflolleif ist — darin givfrltcn leine Aussübrnngen — lo komme oiests Blut auf das ssauvt der Kommunisten. Dar. Saus bekundete in Zwischenrufen, daß es hier mit dem sozialini- lcken Redner völlig einer Msinlinq sei. Insbesondere be- ickästigte man llck neck mit der Frage der Sanderge- rickte. für deren A''fbebung der Unabhängige Klein- koabt eintrat Minister Severin«, der ein Trommel­feuer über llck ergebe-, lallen mußte, nahm gestern noch nicht das Wort zu keiner Derteidisuna. Seine Rede wird man heute hören.

Adolf Hoffman« legt fein Laudtagsmandat nieder.

W. T.-B. Berlin. 14. April. Nach einer Mitteilung des Präsidenten Leinert im Landtag hat der kommu­nistische Abgeordnete Adolf Hoffmann sein Mandat niedergelegt. Wie wir hierzu erfahren, hat die Man­datsniederlegung feinen Grund darin, daß nach einem Beschluß der kommnnistifchen Fraktion kein kommu­nistischer Abgeordneter zwei Mandate innehaben darf.

Die Milchwirtschaft.

Br. Berlin, 15. April. (Eig Drahtbericht.) Der Vorsitzende der preußischen Landwirtschaftskammer Graf zu Nantzau-Breitenburg sandte an den preu­ßischen Etaatsminister für Volksernährung das nach­stehende Telegramm: Die Unruhe über die künftige Gestaltung der Milchwirtschaft nimmt in der Provt-rz unter Erzeugern und Verbrauchern täglich zu. Infolge frühzeitigen Weideganges und fortschreitenden Ab­schlusses von Milchlieferungsverträgen ist die F r e i° gäbe von Milch ablS. Mai auch für Verbraucher unbedenklich.

Sitzung des Reichsrats.

De. Berlin» 15. April. Der Reichsrat erklärte sich in seiner gestrigen Sitzung mit dem Eesetzntwurf zur Ausführung des Artikels 146. Abs. 2, der Reichsver- fassung (Reichsschulgesetz) bis auf zwei wichtige Punkte einverstanden. Auf Antrag Württembergs wurde mit 44 gegen 11 Stimmen ein Antrag angenom­men, wonach die Zuständigkeit des Reichsverwaltungs- gerichts beim Streit über Schulfragen aus dem Gesetz beseitigt werden soll. Außerdem wurde ein neuer Paragraph 17 angenommen, wonüch die Mehrkosten, die den Ländern und Gemeinden aus der Durchführung des Schulgesetzes erwachsen, ihnen zu zwei Dritteln vom Reich erstattet werden sollen. Gegen beide Beschlüffe wandte sich Staatssekretär Schulz als Vertreter der Reichsregierung. Die Reichsregierung wird nunmehr zu einer doppelten Vorlage kommen, da die Re­gierung unter keinen Umständen dem Beschlich des Reichsrats zustimmen will.

Der Reichsrat genehniigte den Nachtragsetat für 1920, der im wesentlichen nur eine Einstufung der Beamten entsprechend dem Gesetz vom Dezember 1920 enthält. Im Etat für die A u s f ü h r u n g d e s F r i «- densoertrages sind hundert Millionen mehr er­forderlich zur Befriedigung der Ansprüche der inter­alliierten Rheinlandkommission und des Besatzungs­heeres im besetzten rheinischen Gebiet. Der Etat für 1920, der bisber im ordentlichen Etat mit 39.9 Milliar­den, im außerordentlichen Etat mit 69,6 Milliarden ab- schlotz, erfährt durch den Nachtragsetat eine Erhöhung im ordentlichen Etat astf 44,5 Milliarden und im außer-, ordentlichen Etat auf 69,6 Milliarden. Insgesamt er­reicht der Gesamtetat für 1920 die Summe von 134 Mil­liarden Mark gegenüber 3,4 Milliarden Mark im Jahre 1914. Im ordentlichen Etat ist das Gleich­gewicht dadurch hergestellt, daß 2*4 Milliarden mehr an Steuereinnahmen eingestellt sind. Zur Deckung der Mehrausgaben im außerordentlicken'Etat ist ein neuer Anleihekredit von 19,6 Milliarden Mark erforderlich. Zuzüglich der bisherigen Kredite ergibt sich für 1920 insgesamt em Fehlbetrag von 86,8 Milliarden Mark.