Weite 2. Donnerstag, 14. April 1921.
Die Kredithilfe für Österreich.
W.T.-B. Genf. 12. Avril In der Antwort der Sinanz- lornm itiion des Völkerbundes „»ul das von Frankreich. Enaland. Italien und 2 EN -m ste gestellte Er- suchen. Maßnahmen zur W i e d e r h e r K e l l u n s des Kredites Öiterreicks zu ergreifen. beißt. es. basi eilt eine Aniwbl von Bedingungen erfüllt !em mußten, bevor Mas- nahmen zur Wiederherstellung des ^kerreickillisn Kredi tu-troffen werden könnten. Dazu aeliore der Beicktus oer alliierten Regierungen. für einen noch fenzukn^nüen ^eir- raum auf die D r i v i I e a i e n. zu v e r z i ck t e n. die ne aus dem Vertrau von Saint Germain oder am wruno anderer Vervilicktungen genießen. die anlaslick der truner an Österreich, gewährten HÜfskredste eingegangen werden mußten. Damit dieser Bescbmß m Kraft treten -onne. wäre zu wünschen, datz die aus bei Konferenz von London nickt vertretenen Regierungen binnen kürzester..Fnst einen adn- llck'en Entscheid träfen. Der Zeitraum, rur den >.>« Neckte der Alliierten aufgehoben sind, sollte nickt weniger als 20 Jahre betragen. Ferner sollten Anleihen und Kredite ieder Art. die mit der Zustimmung des Finanz- kcmitees innerhalb der ersten fünf Jahre ausgenommen werden, in bezug aus ihre Verzinsung wahrend des Zeitraums bis zu ihrer vollständigen Amortmeruna. auch wenn diese länger als 20 Jahre dauern, wurde, gegenüber den llufgeickobenen Reckten und Privilegien unbnchrank.es Prioritätsreckt genießen. , .. „.
Die Kommission sveickt sodann . noch dre Überzeugung aus. daß die Wiederaufnahme des wirtschaftlichen Lebens in Österreich in weitgehendem Make von der.freien Ausübung seines Außenhandels abbange. wovon die ! österreichisch-ungarischen Nachfolgestaaten selbst Nu tun ziehen würden. Es romd aukerdem noch die Wichtigkeit einer moz» lickst baldigen Reoelnna über die Aufreilung .der Schulden der ehemaligen österreichisch - ungarischen Monarchie betont. Bei der Liauidation der osterreickiick- unaarischen Bank sollte Österreich einen gereckten Anteil an den Aktiven erbalten, wodurch die Reorganisation feiner Emissionsbank erleichtert würde. Die Fiiianzkommisiion nimmt davon Kenntnis, dak die österreichische Regierung nach der Londoner Erklärung für Österreich die Anwendung des Svstems der internationalen Kredite wünickt. das vom Völkerbund angenommen wurde, und dak ste bereit ist. ihm die Verwaltung der zur Tilgung der Anleiben und Kredite dienenden Einkünfte zu übergeben. Die Aufnahm« einer auswärtigen Anleihe oder die Anwendung des Kreditsystems des Völkerbundes fei aber unmöglich, so lange die östw- reickiscke Regierung nickt selbst bereit wäre, dringliche Maß- nahmen nir Gesti"dutzc> ihres Finanzwesens zu ergreif:n. Dazu gehöre in erster Linie die Aufnahme einer inneren Anleihe durch Subskrivtion. wodurch das Defizit im Staatshaushalt gedeckr und ermöglicht würde, die Ausgabe von Pavieraeld eKzufchränken. Ferner eine baldmöglichste Herabsetzung der Ausgaben, insbesondere derjenigen für Uuterstützungsgelder und Personal.
_ Wiesbadener Tagblall.
tncnier biloen die zur Infanterie rechneten. Die Kavallerie werde 42 französische Regimenter zäh en. 7 Regimenter Challems d'Afriaue. 14 Regimenter Svabis und 1 Regiment Fremdenlegion. DK Artillerie werde aus 31 Salbbrigaden bestehen zu je zwei Regimentern lewem^ Regiment Feld, ortillerie und einen Regiment schwerer Art'.Ileriei. rs megi. inentern Feldartillerie. 32 Regimentern chwerer ArUlleme^ 6 Regimentern FuKarttllene 2 Regmientorn Eebirgs- ortillerie und 2 Flakregimentern Der Tram werde der
Artillerie zugeterlt werden. Das Flugwesen werde lg. da^
Lustschiffwei-n 2 Regimenter umiaisen,. In ,rrank..'rch und in den besetzten Gebieten Eurovas wurden 3o Regimenstr Infanterie stehen sowie eine Abteilung.im -aargebnt. feiner 5 Kavallerie-Divisionen und 2 alge^nck. Dlvistonea. -.ie Gesamtbestände cm französischen Mannscharten betrüget demnach 375 000 Mann Reserven. 100 060 Mann Berufs- ioldaten und der Mannsckgftsbedarf wurde stch wie folgt verteilen: Französtiche Infanterie ^83 480, Trngeboreie
8.1000 französische Kavallerie 38 620. Eingeborene 12180. französische Artillerie 08 739. Ein gebogne 8720. französische Piv"irre 29 323. Einoc-Horene 2452: Flugweseni ffranzffen ni 099 Eingechoreue 352: Train' Franzo>en 11 b00. Eingeborene 8152: militärische Hilfskräfte..Franzosen 3500. Eingeborene 5500: Krankenträger 3500. Eingeborene 5000.
V Die finnische Regierung.
Dz. Selstngfors. 12. Avril. Der. Präsident bat folgenSe Regierung ernannt: Wennela: Minrstervraiident. Hollti.
Äußeres: Rnti: Fina-zen: Ritavumr: Inneres: Dr, Seime Sclminen: Justiz: Pullinen: Verkehr' Oberst Sanalarn.
Krieg' Liaka: Kultus: Ingenieur. Makkone,:. Handel: Juka- hainen: Soziales: Kallic: Landwirtichan. mit vrnkanen als Gehilfen. Letztere drei und Pullinen geboren der Bauern- bundvartei an. dis übrigen der Fortschrittsuartei.
Die Beisetzung der Kaiserin.
TH. Berlin. 13. April. Das ehemalige Dborhofmarschallamt gibt bekannt, daß, nachdem aus Anordnung aus Doorn die Beisetzung der Kaiserin erst a m 10. April erfolgt, die für Samstag ergangenen Ansagen nunmehr für Dienstag gelten, die angesetzten Zeiten blieben die gleichen.^
Dz. Amsterdam. 13. April. Der frühere Kronprinz von Preußen und die Herzogin von Braunschweig sind in Haus Doorn eingetroffen. Ausgedehnte Maßnahmen der Polizei wurden getroffen, um jede Störung bei den Trauerfeierlichkeiten im Haus Doorn zu verhindern.
Exkaiser Karl.
Dz. Paris. 13. Avril. Der Sonderberichterstatter des ..Petit Paristen" hatte in Luzern eine llnt:rrrdung mit dem ehemaligen Kaiser Karl. Exkaiser Karl sagte, die Kette, die ihn an Ungarn schmiede, sei fester denn je: man könne sie nickt mehr svrenaen. Der Exkaiser erklärte. er habe niemals bebauvtst. die Unterstützung Frankreichs zu haben.
Nach einer Privatmelduna des ..Petit Paristen" sollen in Luzern Verhaftungen vorgenommen worden sein wegen eines Komvlotts gegen den früheren Kaiser Karl. Die Polizei habe auf die Angaben eines Unbekannten bin i Verhaftungen vorgenommen. Dock gibt der Becichterstatter die Nackricht mit allem Vorbehalt wieder.
Die Neueinteilung des französischen Heeres.
Dz. Paris. 13. Avril. (Savas.) Nach dem ..Petit Paristen" stellt die von B a r t h o u eingebrachte Borstige über die Neueinteiluna des französischen Heeres test. dak die Erhöhung der Zahl der Berufssoldaten auf 100 000 Mann und die Verwendung der zivilen Hilfskräfte im Heer — beides Voraussetzungen für die Einführung der achtzehn- monatigen Dienstzeit — erst gegen Avril 1923 eingeführt werden könnten. In der Zwischenzeit würden vorübergebende Maknabmen getroffen werden. 'Die Zusammensetzung des Heeres werde tiefgebende Vertändelungen erfahren, die durch die Ergebnisse und Erfahrungen des Krieges angeregt worden leien. Die Jn- t ianierie-Regimenter würden von 179 im Jahre 1912 auf 139 herabgesetzt werden, die Kavallerie-Regimenter von 89 ; auf 67: dagegen würden die Artillerie-Regimenter von 71 auf 101 erhöbt werden, ebenso die Pionier-Regimenter von 7 auf 15. Das Flugwesen werde 60 Beobachtungsgeschwader und 140 Jagdgeschwader umfasten. Die Infanterie werde aus 71 französischen Regimentern bestehen, ferner aus 30 Jägerbataillonen. 42 Schützenregimentern. 8 Zuaoen- Regimentern und 4 Regimentern Fremdenlegion. Außerdem würden französische Mannschaften 14 Ssturmwagen-Regi-
(15. Fortsetzung.) Nachdruck verboten.
Die dreizehnte Fee.
Roman von Mrrvarid.
Der alte Herr dachte, seit die Mädchen bei ihm ^ waren, doch ein wenig an seine sünfundsiebzig Jahre. Er« wollte sich so gern noch für die Kinder erhalten und darum kam er wenig mehr heraus, als der schneidige Rovemberwind durchs Land zu blasen begann. Runemann verstopfte die Fenster, an denen der alte Herr zu sitzen pflegte, mit gedrehten Wattestreifen und hielt die Kachelöfen, in deren Röhren immer ein paar Por- zellantellerchen mit schmorenden Äpfeln standen, gut warm. Sein alter Herr ging langsamer als.um Vorjahr, das hatte Runsmanns Auge, schon lange erspäht.
Die Mädchen scheuten nicht Wind noch Wetter, und nun die frühe Dämmerung ihnen die Arbeitszeit kürzte, gingen sie immer nach der Vesper spazieren. Dann brauchten sie noch keine Lampe anzuzünden und der Großvater hielt ein Extraschläfchen, bis sie zu der friedliche» Plauderstunde in der Dämmerung heim- kehrten.
Sie durchstreiften die Wälder in ihrer schwermütigen Spätherbstschönheit, die leeren Felder, die an den Hügeln binaufklommen. „Stimmung ist das schon, aber eigentlich eine unheimlich schwere", sagte Ilse und sah rundum über das öde, dunkelnde Land.
Sie standen auf einem Feldwege; rechts lagen die Äcker, die bis zu den letzten Häusern von Steinburg hin- überreichten, links ragte ein schwarzvioletter Waldstreifen in den Abendhimmel. In die Waldecke hinein- gerückt lag ein sandiges Feld, auf dem zwei Kartöffel- feuerchen brannten. Ein Weib ging dazwischen ab und zu und nährte die blaudampfebde Glut; ihre Gestalt stand manchmal rotbestrahlt im Flammenschein, dann glitt sie wieder lautlos: wie ein Schatten in die Dunkel- hx-it zurück. Über dem Walde war der Himmel kupferrot; ein dicker, blaugrauer Nebel schwamm über dem Ackerlands und durch diesen Nebel ging schwer und ve.r-
Wiesbadener Nachrichten.
— Das Weibgebäckverbot gültig. Es bleibt bei der Verordnung des hiesigen Magistrats vom 6. Juni 1920, wonach den hiesigen Bäckermeistern die gewerbsmäßige Herstellung von Weißbrot. Weiß-Brötchen und -Backwaren aus Auslandsmehl auf Grund der Reichsgetreide-Verordnung vom 20 Mai 1920 verboten ist. Die Wiesbadener Bäcker,nnung hatte bekanntlich infolge genannter Verordnung in -mer Generalversammlung den Beschluß gefaßt, trotz des Verbots weiterzubacken, zumal sämtliche Bäckereien mehr oder weniger grobe Restbestände von Auslandsmebt noch auf Lager hatten. Gelegentlich einer Revision in hiesigen Bäckereien fand man nun verbotene Weißbackwaren vor. Strafbefehle gegen die Gefetzesübertreter folgten. Ein Bäckermeister beantragte richterliche Entscheidung über den Strafbefehl. Das hiesige Schöffengericht erkannte aus Frelsvrechung. weil die Verordnung des Magistrats nicht haltbar ie, da dkr Magistrat sich in derselben auf die angesührte Reichsgetrelde-Verordnung stützte die von Auslandsmehl nicht fvreche. Dre Stranam- mer jedoch hob das schöffengerichtliche Urteil auf. Der Bäckermeister aovellierte an das Oberlandesgericht Frankfurt, welches nunmehr die Klage zurückwies. Es bleibt demnach bei der Verordnung.
— Zur Frage der Schaffung einer Einheitsstenographie.
Aus Berlin wird uns gemeldet: Die Konferenz der Ber- treter aller größeren Kurzschriftlysteme, die.im Reichsministe- rium des Innern staitfand. bat erneut einen Fachausschuß mit der Aufgabe betraut, die Grundlagen für ein Encherts- Kurzschviftsystem zu schaffen.
— Deutsche Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime. . Sitz Wiesbaden. Nachdem die Gesellschaft bereits rm Herbst vorigen Jahres das bekannte Hotel „Waldbaus in Friedrichroda erworben hatte, ist sie letzt dazu übergcgangen. ihren Besitz in Thüringen weiter auszudehnen. Sie hat in dem seiner herrlichen Lage wegen bekannten Bad T b.a l das Hotel Tannhäuser" angekauft, -das 100 Gasten gleichzeitig Aufnahme gewähren kann. Ferner bat sie von dem Eiienbahn- fiskus den kürz vor dem Kriege als Heim^fur^Tochter^vyn
schwömmen die Gestalt eines heimkehrenden Feld- iitbdtcts.
„Wenn ich das malen könnte!" sagte Adine in einem Tone, der fast ein leidenschaftlicher Aufschxei war Das sieht man nun und steht mit müßigen Händen dabsi!
„Versuche es doch! Du mußt Mut haben und^vor- her nicht immer nur die Schwierigkeiten bedenken."
„Ich kann doch nicht!" Adine kämpfte die aufstergen- den Tränen zurück. „Ja, wenn ich es so, wie es hier steht, in mir festhalten könnte. Aber dazu ist mein Auge doch nicht geschult genug. Du denkst drr das so einfach! Du sagst: dort ist der Himmel kupferrot, und dort färbt er sich allmählich in ein dünnes blasses Zitronengelb um, und dort über den Hausern steht er in leblosem Grau. Aber das ist doch nicht eine Farbe. Das sind zehn, hundert! Das sind Abtönungen, die du überhaupt nicht entdecken kannst, die rch selber nur undeutlich empfinde und die ich deshalb nicht treffen könnte! Ja, kopieren nach einer guten Vorlage — aber das nenne ich nicht malen. Wenn ich ' etwas gelernt hätte, wenn ich die Farbe beherrsche, daß ich zunächst nur einmal wüßte, welch herrliche unerschöpfliche Mannigfaltigkeit dort in dieser einzigen Perlmuttervolke steckt, dann wollte ich schon»ganz getrost sein.
Mber kann dir nicht Herr Ehlers helfen?" fragte
„Der kann es nicht, denn er ist ja selbst gar sein Künstler. Er malt recht hübsch, freilich — für euch, für Steinburg!' Gutes, sauberes Handwerk — aber Kunst? Im innersten Herzen bildet er sich das selbst nicht ein. Er zeichnet vorzüglich und darin kann ich noch sehr viel von ihm lernen, aber was darüber hinausgeht, das sieht er selber nur, wie ein fleißiger, strebsamer. Lehrling es sieht — wie ich es sehe! Wenn ich ihn frage, muß er so und so oft der Antwort aus dem Wege gehen, weil er sie selbst nicht weiß. Und so verstreicht die Zeit, ich bin bald dreiurrdzwanzig unV ich muß mir sagen, datz ich noch nichts, noch gar nichts kann!"
Ilse stand in schweren Gedanken. Sie hatte sich so gefreut, daß Adines Ausbildung wenigstens begonnen
Morqen-AusgaSe. Erstes Matt. Nr. 171^
Eisenbahnbeamten neu erbauten A! * e n b o f oberhalb Suhl erworben, der über 500 Meter bock liegt. Die zu Hause gehörende Landwirtschaft ist von Ler G kllchaii eben-
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November die sternschnuppenrercbste Zeit des oflW* «« EäbUich in dL Monat auftretenden oerwbi chen Me-
Kö^rchen daß sie in einer äbnlichen Rabn um die Sonne wandeln wie der Komet^8611. von dem be sich dab r i Zeit losgelöst haben muffen, /^uck der wen g 5
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Erkrankten selbst bedune Es läge m ibrem Jnierene. mm
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Folgen di^er Volksfeuche könne wirksam, nur durch möglichst rasche Erfassung des einzelnen Krankheitsfalles entgegense-
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denn immer wieder kommen Brautleute, die bereits Vorbe- re\ tim-aen zur naben Hochzeit getroffen und sogar ben Hoch^ zeiwMgIckvn anberaumt haben, ohne an dle vorseschriebene Auseinandersktzung mit den erstehelichen Kindern zu denkem Ober das sie erst auf dem Standesamt belehrt.sind. Sie stnd dann oft verstimmt oder «ar entrüstet, wenn ihnen das verlangte Zeugnis nicht sofort erteilt nnxd. und meinen das Ee- rirfvt macke unnötige vchrorerrgkerten. d. b. ^
cie.be wieder einmal um ustv., die Auseinandersetzung könne ia nach der Eheschließung erfolgen. Das kann aber, wie schon aezei"t nür in Ausnabmefällen geschehen, z. B. wenn die Braut 'schm dicht vor der Niederkunft siebt .»der wenn nur der nötig« Hausrat, sonst kein Vermögen da ist. An der Ee- ietzesbcstimmung kann natürlich niemand etwas andern. Viele Fälle der Praxis zeigen übrigens, das dies Verlangen des Gesetzes nach vorheriger Auseinandersetzung sehr vernünftig ist denn vor der Ehe wird die verlangte Teilung ste.s Mr schnell erledigt: ist aber erst die Ehe geschloffen, so zeigen die Eltern oft kein Jntereffe mehr an der Eriullung ihrer Pflichten erstehelicher Kinder gegenüber und verschlevven die Sache. Es ist also schon, jedem, der Mlnderiabrig« Kinder hat un»b wieder betraten will, dringend anzuraten, fick N7N dem zuständigen Vormundschaftsgericht in Verbindung zu fetzen, bevor er den Termin zur Heirat festsetzt. .
— Die Förderung der Pslanzenpflege rm Wohnzimmer gehörte von jeher, so schreibt man uns. zu den Aufgaben des Wiesbadener Eartenbauvereins. brun er war sich bewußt und ist es beute mehr als je. daß. die Beschäftigung mit den Pflanzen ein« Veredlung des Gemütes und eine Vertiefung der Herzensbildung bewirkt. In früheren fahren batte der Verein die Gepflogenheit, an die oberen Klaffen der Volksschulen in jedem Frühjahr runge Zniimervilanzen^zur
war; nun war sie ratlos erschrocken über Adines bittere Klage.
„Adbi, du siebst es vielleicht viel zu strenge an! Du hast doch die beiden Bilder für die Frau malen müssen, und jetzt hast du schon wieder ein Spruchbrett m Auftrag bekommen! Wenn du es nicht gut machtest, wurde es den Leuten doch nicht so gut gefallen."
Adine machte eine abwehrende Handbewegung. „Latz, Ilse! Mit solchen Trostgründen soll ein vernünftiger Mensch einem zweiten vernünftigen Menschen nicht kommen, durch geflissentliche Selbsttäuschung bessert man nichts. Und um Verhältnisse zu ändern, muß man sie zu allererst ganz klar beurteilen." ■
Sie gingen langsam heim." Vor dem Stadttor sagte Adine: „Ich lerne ja auch durch meine stümpernden Versuche"— aber es ist ein mühseliger Weg. Schweige gegen Großpapa. Vorerst ist nichts zu machen ilnd es wäre für ihn eine große Enttäuschung!"
Adine versuchte am anderen Tage von dem Bilde, das sie unausgesetzt beschäftigte, eine Skizze zu machen. Sie zeichnete die Szenerie und legte die Farben an; aber alles stand stumpf und nichtssagend in widerwilliger Ungeschicklichkeit aus dem Pdpier. Sie wollte es zwingen, arbeiten mit funkelnden Augen und zu- sammengebisienen Zähnen — sie sah es doch in Glut und Leben vor sich stehen! Es brauchte auch nicht das Ganze zu sein, sie wollte sich beschränken, ließ das schimmernde Farbenmeer des Himmels, den dunstig verschwimmenden Ausblick auf die Stadt weg und ließ zuletzt auch die starke Farbenmasse des abendlichen Waldes beiseite. Sie wollte nur das rotglühende Auge des Kartoffelfeuers mit dem Rauchschleier darüber festhal- ten. Sparsamer konnte sie schon kein Motto für einen eigenen Versuch wählen. Aber selbst das gelang ihrer Hand nicht, und zum ersten Bkale verlor sie alle Selbstbeherrschung und brach in hoffnungsloses Weinen aus.
Ilse kam und fragte erschreckt nach der Ursache.
„Da sieh, wie viel ich aus eigener Kraft kann!" rief sie verzweifelt. „Ein Geschenk soll das Talent T«in.. , i Ein Fluch ist es» wen» einem nicht Lualeick die Mittel-
