Verlag Lonqgssse 21
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SKMLtag, 5. März 1821.
Morgen-Ausgabe.
Nr. !L7. * 63. Jahrgang.
Die Londoner Rede Lloyd Georges
mz. Berlin, 4. März. Die Rede Lloyd Georges in ver gestrigen Sitzung der Londoner Konferenz lautet in ehren wrientlicken Teilen:
Herr Dr. Simons und meine Herren! Meine Kollegen von der biittidren und den alliierten Regierungen Vasen nrrch ersucht, in ihrem Namen zu der Rede, die Dr. Simons am Dienstag gevalten hat. und zu dem SÄcütilück. das er anichlil-tzeno üuerreichte. wild zu äußern. Die alliierten Sissisrungen sind der An'ncht. datz die von Dr. Simons namens »er deutschen Regierung gemachten Darlegungen eure ausgesvrochene Herausforoerung gegenüber den grundlegenden Bedingungen des Versailler Vertrages damellen und daß sie bernentivreckend behandelt werden mühten. Tie Parier Vorschläge haben, der Linie vcn Boulognr und Brüssel folgend, eine wesentliche Erleichterung der Eesamrforderungen des Vertrages sowohl hinsicktiick der Entwaffnung als auch der Reparationen georacht. Diese Vorschläge sind in nachgiebigem Geiste gemacht worden, um eine frcrurdjchaftlichr Regelung mit Deutschland berdeizufüüren.
Dir GrsensorschlLge fvotien des Vertrages.
Dir Alliierten kamen zu diesem Schluß nicht nur aus dem Charakter dieser Vorschläge selbst heraus, sondern auch auf Grund der Unterstützung, die Dr. Simons' Reden in der deutsä^n Presse und im Reichstag zuteil geworden ist. Eine der ernstesten Feststellungen. ore er machte, war in der — menn ich mich recht erinnere — in Stuttgart gehaltenen Rede enthalten, wo
die deutsche Verantwortlichkeit für den Krieg zurückgewiefen wurde. Diese Zurückweisung sarrd in ganz Deutschland Beifall und tann daher als Kennzeichen der wahren Haltung Deutschlands dem Friedensserirag gegenüber angesehen weroen. Für dir Alliierten ist die deutsche Verantwortlichkeit für den Krieg grundlegend. Sie ist die Last», au? der das Gebäude des Vertrags anfgerichtet ist. und wenn die>e Anerrennung verweigert oder ausgezeben wird, ist der Vertrag hinfällig. Die Alliierten fühlen daher. datz mit der offenbaren Unterstützung der deutschen öffentlichen Meinung die eigentliche Grundlage des Ber- trases von Versailles angefochten wird. Die Vorschläge, die durch Dr. Simons gemacht worden sind, sind einfach die notwendige Folgerung aus dieser neuen Haliung. Wenn Deutschland in dieser Gemütsverfassung an seine Verpflichtungen herangeüt. sind solche Vorschläge unvermeidlich. Wir wümchen deshalb, ein- für allemal ganz klar auszusprechen. dag die deutsche Verantwortlichkeit für den Krieg als „slloss jitgee“ betrachtet wird. Der Vertrag von Frankfurt von 1871 ist aus die Annahme gegründet, bah Frankreich im Unrecht war: infolgedessen bat Deutschland nicht nur Repr- rutronen verlangt, sondern auch die Zahlung der gesamten Kricgskosten durch Frankreich. Deutschland würde niemals Frankreich gestattet haben, jenes Urteil anzusechten: und wir müssen daraus bestehen, datz das Urteil hinsichtlich des jetzt vergangenen Krieges, das sich auf die erklärte Zustimmung fast der gesamten zivilisierten Welt stützen konnte, respektiert wird. Bis Deutickland diese Lage der Dinge an- i'immt. wird dies« Konferenz vergeblich sein. Die genaue Prüfung der in Deutschland gehaltenen Reden und der in der deutschen Presse erschienenen Artikel hat mich sehr wider W:2en zu dem Scklutz getrieben, datz Deutschland nicht im geringsten den wahren Charakter der an es gerichteten Forderungen ersaht. Ich verfolge dies sehr genau. Dre deutsche Bevölkerung steht unter dem Eindruck, datz unsere Forderungen eine unerträgliche Bedrückung darstellen und daß sie bestimmt sind, ihr großes Land zu zerstören und ihr grobes Volk zu versklaven. Lasten Sie mich von vornherein sagen, datz wir
er» freies, zufriedenes und gedeihendes Deutschland
als wesentlich für die Zivilisation ansehen. und dag wir ein unzufriedenes und versklavtes Deutschland für eine Bedrohung und Last für dre eurooäische Zivilisation ansehen. Wir haben nicht den Wunsch. Deutschland zu unterdrücken. Wir haben auch nicht den Wunsch, dem deutschen Volke Knechtschast aufzuerlegen. Wir fordern einfach, daß Deutschland seine Verpflichtungen cinlose. die es für die Reea- ratian der Schäden au<- ftch genommen hat. die durch den Krieg verursacht worden sind, für dessen Serauslorderung seine kai erliche Regierung verantwortlich mar. Wir verlangen nicht die Zahlung der Kosten des Krieges, nicht einen Groschen: wir geben nickt so weit wie der Grundsatz des Frankfurter Vertrages. Die Kriegskosten der alliierten Lairoer insgesamt sind so ungeheuer, dass es unmöglich wäre, ihre Tragung von einen: einzelnen Lande zu verlangen. Das vergegenwärtigen wir uns in der Tat uno müssen wir uns stete vergegenwärtigen. Wir alle stöhnen unter der Last von Steuern zur Bezahlung von Schulden, die wir eingegangen sind, um uns in diesem Kriege zu verteidigen. Sie sämtlich einem Lande aufzubürden. würde — darüber sind wir uns völlig klar — ein unmöglicher Vorschlag sein. Wir haben daher mit Bedacht im Versailler Vertrag nicht verlangt, ein« einzrae Vaviermark für die, Kosten bezahlt zu erhalten, me die alliierten Länder bei ihrer Verteidigung im Kriege auf stch genommen haben. Was haben wir denn von Deutschland verlangt? Ich meine, es sei wichtig, datz die deutsche Öffentlichkeit klar
den Charakter unserer Forderungen versteht. Denn ich bin Mer. datz ste sie nicht richtig ein-, schätzt. Wir gaben einfach darauf bestanden, das Deutschland Reparationen leisten soll im Hinblick auf die Lasten, die redem unlerer Lander durch Schaden an Leib und Leben oee Einwohner auserlegt worden sind. Wir baden nicht mehr verlangt: wir können nicht weniger verlangen. Es handelt sick nicht um eingebildete übel, sondern um Unbilden, deren Rcvaration in diesem Augenblick den Hilfsguellen der alliierten Länder eine erdrückendeLast auferlegt. Nehmen Sie Frankreich.
Frankreich muh sich dieses Jahr in seinem Budget auf eine Ausgabe von 12 Milliarden zur Wiederherstellung seiner verwüsteten Gebiete einrichten. Dies ist unaobänaia von der mganiiichen Summe, di« es für Pensiauen vorsrhen mutz. Diese Regelung wird für jedes Jahr mindestens zsün Jadre laitg getrosten werden müssen. Was für eine Last gibt es b»«» ua deutschen Budget, die hiermit zu veraleicken wäre?
Ich bin gewitz, datz das deutsche Volk keine Ahnung von der Verwüstung hat. die in den alliierten Landern als eine Folg« d.r Handlung der kaiserlichen Regierung im August 1914 cngerichtet worden ist. Im Hinblick auf die nicht adzu- schatzende Wichtigkeit, zu einer
wirklichen VerstäuLigung
Bj,. kommen, halte ich es für wesentlich, datz dir deutsche Lnentlichkrit über den Lbarakter und die Ausdehnung der angerichteten Verwüstung unterrichtet wird. Ich kann nicht nmh:n zu glauben, datz sie. wenn sie sich ihrer bewutzt wird, ihre Sinnesart ändern wird. Sie steht unter dem Eindruck, daß ibr die Alliierten Geld über ihren Bedarf hinaus zu entwinden suchen, und ich bin völlig sicher, datz sie nicht die letteste Kenntnis hat von der Ausdehnung der Verwüstung, iw durch den Krieg in den alliierten Ländern verursacht worden i?t Llond George führte dann einige Zahlen an. iie die Ausdehnung der verursachten Schäden angeben. Wenn die Revaiationsschuld von Deutschland nicht geleistet wird, bedeutet es. datz die Sieger den Preis der Niederlage bezablen und dis Unterlegenen die Frucht des K: reges ernten würden. Zweifellos hat Deutschland unter dem Kriege gelitten. Sein Menschenverlust kann jedoch im Verhältnis zur Bevölkerungszahl nicht mit dem von Frankreich erlittenen verglichen werden, und was den Stuhschade»
anlangt. so ist die Verwüstung in Ostpreutzen unbedeutend im Vergleich zu der, die Frankreich zugefügt wurde. Was wird bei dieser riesenhaften Unbill Frankreich jetzt angeboren : Dem Frankreich, das erbebt unter der Last der Ausgaben. di« ihm durch feine Kriegsschulden und durch diese mutwilliaen Verwüstungen auferlegt worden stnd. welche ictsie reichsten Provinzen in eine lchcutzliche Wildnis der Zerstörung und Derzweiilung verwandelt haben. Dem Frankreich mit seinem dringenden Bedürfnis, zerstörte Heimstätten wieder aufzubauen. Fabriken wiiderhrrzuftellen. dre die einzige Grundlage des üeimiichen Lebensunterhaltes bikden. de» Lebensunterhaltes für die Armen, die fünf Jahre lang cic schrecken des Krieges in ihren verwüsteten Provinzen ertragen haben mit feinen ungeheuren PengonsvsrVfllck- tunaen. dis zu den übrigen noch hinzukommrn? Was wird Grotzbriiannien
aneeSoten mit seinen riesenhaften Schulden und einer Pen- nonslast. die es bei Durchsetzung eines Vertrages auf sich nahm, den der König mrt dem König von Pveuhen Unterzeichnete. der aber von des letzicren Nachkommen gebrocizen wurde? Und was wird Italien uno Belgien angc- brten. um ihre Lasten zu erleichtern? Nickt ein Viertel der Summe, die zur Reparation des Schadens erforderlich ist! Und das nur unter der Bedingung, datz diejenigen, die es so notig haben, da? Geld in ihren eigenen Taschen zu finden und es Dei-tschland mit Borzugsbedingungen leiben, während diese Staaten selbst nur mit den grotzten Schwierigkeiten sur sich selbst Geld aus ihren Märkten finden. Ich kann eine Psvckologie nicht begreifen, die es den Vertretern eines Landes, denen Regierung für den mörderischsten Krieg verantwortlich ist. gestattet, feierlich mit derartigen Vorschlägen zu einer Konferenz zu kommen, an der die Vertreter der Lander teilnebmen, die die Omer dieser Verwüstungen sind. Wenn dre Regrerung hierher gekommen wäre mit an,re- mesienen Vorschlägen und mit dem Ersuchen um eine Redukuon der Jahresraten und eine andere Metbode als die ILprozentige Tare auf die Ausfuhr vorgeschlagen hätte, so hätten wir beraten, um zu einem annehmbaren Vergleich zu kommen. Wir sind bereit, den wirtschaft- litr-cn Schwierigkeiten des deutschen Volkes Rechnung zu tragen, aber — mit aller Ofsenheit — diese Vorschläge stnd eine Beleidigung und fast eine Herarrsforoerung. . J4 wünsche rnstandrg. datz ein
wirklicher Frrederrszustmiv
in Europa wiederhergestellt werde und bedauere deshalb ernstlich datz man solche Vorschläge machen tonnte, denn sie zeigen den Wunsch Deutschlands, der Erfüllung seiner Ver- vN'chtungen zu entgeben. während diese jedoch weit hinter denen Zurückbleiben, die wir auf der Grundlage des von Deutschland 1871 geschaffenen Präzedenzfalles hätten verlangen kennen. Wenn die deutsche Regierun« dem Volke ebenso viel Steuern auferlegt hätte wie die Alliierten ihren eigenen Völkern, so würde sie sich in besserer Lage befinden. Aber hier versuchrcn dre Bcsiegte.n. stch besser aus der Affäre zu ziehen als dre Sieger. W,e ich schon gesagt habe, bilden die. Eegcnvorschlagr nicht einmal eine Grundlage zur Prusung und.Beivrechung. Nach eingehender Überlegung fmden wir unieren ersten Eindruck bestätigt: es wäre daher lediglich Zeitverlust, wenn wir die Sitzung ihrer Prüfung widmen wollten. _ *
Entspannung in London?
D. London, 4. März. (Eig. Drahtbericht.) Hier herrscht der allsemciue Eindruck vor. Last eine Entspannung «ingetre- ten sei. Man nimmt in oolitischen Kreistu an. datz es nicht zum Abbruch der Verhandlungen kommen werde.
Abreise der französischen Minister.
W. T.-E. Paris, 3. März Nach einer „Tsmps"- Meldung aus Lonocn werden die Minister B r i a n d und Loucheur morgen vormittag London verlaffcn. Finünzminister D o u m e r bcaostchtigt, schon heute abeitd von London aüzureisen.
m«. Paris. 4. März. Wie der „MaLin" meldet, hat Kriegsminister B a r t h o u, der gestern von London zurückgekehrt ist, erklärt, er sei v o l l st ä n d i g b e- friedigt. Bei seiner Ankunft in London sei die Laxe etwas schwierig gewesen. Er sei nicht als Kriegs- Minister, sondern als Kabinettsmitglied in London ge- wesen und auch als ehemaliger Präsident des Kammer- ansschufses für Auswärtiges.
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W. T.-B. Berlin, März. Wie ein Abendblatt hört, besuchte mittags der Vertreter des von Berlin abwesenden französischen Botschafters Laurent den Staatssekretär Haniel im Auswärtigen Amt und sprach mit ihm über die deutschen Cegeiworschläge.
Berliner Prefiestimmen.
vtt. Berkin. 4. März. Der „Berliner Loral-Amrisre- schreibt: Zwischen den Anschauungen der Alliierten UiK »« uiihiacn gibt es keine Brücke. Wen» Liovd Gesras wirklich glaubt, was er ausgesprochen hat. dann Wohnen d« Deutschen und die Völker der Entente auf »erzch^ssene» Planeten. Zahlungen in Höhe jener Summen zu übernehmen, die die Alliierten in Paris sufammengerechpet haben, können wir nicht. Deulschstrnd hat dies seit Betanntwerdsn der Pariser Beschlüsse immer wieder gesagt: cs kan» auch jetzt nichts anderes sagen. Man mag gegen das.Völkerrecht und selbst gegen den Rechtszustand, den der Ver-uiller Fried» geühafsen bat. Strafmatznadmeu zur Anwendung btum% — dem deutschen Volke ist nur eine Möglichkeit gegeoen: »eck zu bleiben.
Der ^Vorwärts" erinnert an die E r k l ä r a,tt s oow Hermann Müller- Franken, die dieser am 2. Februar im Namen der iozialdemorraillchen RLiÄsiassfraktion aürc- ecben hat und in der es beitzr: Eine deutsche Regierung, die bereit wäre, die Parilcr Vorschläge für ausführbar zu erklären. wird sich nicht finden: sie würde das Vertrauen rseder des Inlandes noch des Auslandes verdienen, denn sie asflsöe sich einer Unwahrheit schuldis i machen. Die FeststeÜsns, Lloyd Georges, datz Deutschland im Friedsnssertrag »eine. Verantwortiichleii anerkannt bade, bezeichiwt das Blatt als moralisch urrd geschichtlich wertlos, da dieies Zugeständnis der Alleinschnlo mit dem Revolver ersretzt worden sei. Daran müsse die Scutscke S.nzialdernotr»iie besonders deshalb frsthaltr». weil in diesem schweren und nn->, gleichen Kampfe des deutschen Voltes auf lein Recht ms£ moralische Waffen in Betracht kommen könnten.
Barifvk PreffrsLiMLie^
von London habe zu mehr geführt. Die Forderungen Frau«- reichs feien der Welt nur durch den Obersten Rat llargelegt worden. Der Sonderberichtsrftatter hofft, datz die Anriss-. rede Lloyd Georges am Vorabend des Tages in WaUstnzten ankomme, an dem der neue Präsident die RetzierunAsgewsU: übernehme. Der neue Staatschef von Ämerika erfahre so. datz die Alliierten vollkommen eitrig seien.
Pertinar sagt im „E ch o d e V a r l s". schon seit mehreren Tagen habe Lloyd George von den fra»rM«ea und den belgischen Ministern die Statistiken zu seiner gestrigen Ertlärung verlangt. Die in London anaerimdiot«« Matznabmen befriedigen Pertinar. weil sie uirgefähr dem Programm entsprächen, das er enrwiüelt habe. Allerdürgs. sagt er. datz die Form, in der er von neuen möglichen Bor- schlügen gesprocken habe, etwas zweiseutig gehriten sei. Lloyd George habe ausdrücklich erklärt, datz nur anwendbare Mosakitaten in Berücksichtigung gezogen werben könnten.. Die Zwangsmatznahmen vefrieoigen bas ..Echo de Paris', weil die gesamte Kodlermerteilung zu Wafs:r kontrsÄiert werden kann. Von den wirt!ckaftlick>en Matzn ihnen soll dir LZekcklaarmhme eines Teiles des Vörkauiswertes der de«t- fcken Waren den italisnifchen Minister Grafen Sforza zu der Erklärung veranlaßt haben, er wisse nicht, welche Haltung die italienische Kammer einnebmen würse. Denn das italienische Liinisterium müsse sich, wie auch alle anderen Regierungen, an die Parlamente wenden, um die nötigen Vollmachten zu «rlangen. Die Beschlagnahme der Zollein- nabmen soll nach Periinar auch an der deutich-yolländifchen Grenze vorgenommen werden. Nack seiner Ansicht aber ist die Mahnahme der Errichtung einer Zollgrenze an den Brückenköpfen am Rhein die weitaus bedeuifaNst«. Per- tinar fügt hinzu: Älls Llayd George am Mittwochabend sein: Programm über die Zwangsmatznahmen »erlesen halte sagte er. er habe dos Vertrauen, datz Frankreich nichts unter» nehmen werde, dieser Angelesenheit politische Folgen zu geben.
Der „Petit V a r i s i e n“ schreibt, die Wahrheit sei die. datz die großen Herren der metallurgischen deutsche» Industrie auch den schwachen Dr. Simons uno seine Kollesen beherrschten. Neben ihnen sei Staatssekretär Bergmann Er ein Kind. Sie seien es. die es unternommen hätten, die Reoarationsvolitik zu paoalysteren. So denke nicht nur Briand. sondern auch Lloyd George, und deshalb hatte« dis beschlossenen Matznahmen den klaren Lharalter. Hps» Stinnes «n die Kehle zu fassen. ' •* ■
Dir Schwier?L!eiten Lsterrerchs.
wr. Wirst, 4. März. (Drcchtbericht.) BuTldSskanz- ler Dr. Meyer gab gestern im Ausschluß für Auswärtiges ein Exposch in dem er nMnenrlich gegenüber der immer bedenklicheren Gestaltung der gesamten Lage Österreichs die Dringlichkeit der Entscheidung der E-roZ- mächte über die Hilfsaktion betonte. Die Politik der Regierung stelle sich loyal auf den Standpunkt des s-riedensvertrages von St. Germain. Wir brauchen daher den Borschutz der fremden Hilfe bald und können nicht länger zuwarten und zysehen, wie unser geyualtrs Brlk zugrunde geht. Sollte die Frage der Hiljslerstung und des Wiederaufbaus scheitern, so mühten wir als Mitglied des Völkerbundes vor dem Rate desselben unsere Lebensfragen verteidigeit. Hinsichtlich der Anslieferung des Goldschatzes teilte der Vundeskänzlrr mit, dag die ursprünglichen Fristen der Ablieferung verlängert und abgeändert worden sind und dah di« endgültigen Vert-andlungen hierüber in Paris :>a: der 5le» paration^ommiffion stattiinden rverden. Dezü-lich der Bezieh ringen Österreichs zum Deutschen Reiche erklärte Dr. Meyer, die Politik der Klugheit gebiete augenblicklich, alles zu unterlassen, was die internationale Lage Deutschlands erschweren könne. Österreichs beste und innigste Wünsche begleiteten die deutsch» Delsaarrmr auk der LurrAonor Loufarenz.
