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Berliner Nbtellr-ng Ser WieeSiÄes« Tagbletts: Berlin XV. 40, Fürst Bismarikftrabe 2. Ferusprrcher: Amt Hansa 1371-1273.
Msntag 28 . FeLruar 1921 .
Putschplane?
D.e „Deutsche Allgemeine Zeitung", das Blatt des «srrn Ltinuifs, hat dieser Tage einen Alarmruf veröffentlicht. Unter der Überschrift „Das Erfordernis der nde" brachte das Blatt die Zuschrift „einer Personell, die in unserem Wirtschaftsleben eine hervor- " r Stellung" einnimmt. Hierin wurde vor einem Putsch gewarnt, wenn auch hinter den Kreisen, sich anscheinend mit solchen Gedanken trügen, weder ■ politische' Partei noch eine Organisation stände, ehr sandele es sich nur um einen kleinen Kreis sch kurzsichtiger Phantasten, deren Aktion schon Mangel an Waffen an sich ohne praktische Bedeu- wäre. Die Hariptgefahr aber läge darin, daß ein
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.nteuer im Ausland erneut falsche Vormilitärischen Regungen in Deutschland und im Inland von radikaler Seite Bürgertum zur Last gelegt werden irgend ein Blatt, das auf den Straßen- ellt ist, diesen Alarmruf veröffentlicht, die Angelegenheit auf die leichte Achsel it dem Sensationsbedürfnis erklären, Huldigen können. Wenn sich aber ein Blatt wie die „Deutsche Allgemeine ng", die ja auch heute noch von der Reichsregie- g gelsgenchich benutzt wird, zu einer solchen Ber- ntlichung »ersteht, so muß man doch annehmen, daß .erwiegende Gründe dafür vorhanden sind. Es geht i nicht an, die Veröffentlichung als ein Manöver bezeichnen, um die Regierungsbildung in Preußen beeinflussen. Wer die Zuschrift aufmerksam liest, selbst diesen Gedanken ablehnen müssen.
nt es begreiflich, daß ein Rätselraten ,' um festzustellen, ob wir wieder einmal Putsch stehen. Der Staatskommissar für die ntüche Ordnung versichert, es habe sich kein be- des Material ergeben, aber trotzdem seien alle kehrunoen. getroffen, um eine Wiederholung der orgüng; des vorigen Jahres unmöglich zu Die Vermutung, daß auch diesmal wieder der eutnant Ehrhardt wie beim Kapp-Putfch Rolle spiele, scheint unzutreffend zu sein. Ehr- : selbst, der seinen Aufenthalt nicht in Bayern, ern im Ausland haben soll, hat eine Erklärung eben, daß er allen Putschabsichten unbedingt fern- und sie mißbillige. Die Erfahrungen des Kapv- ,ches hätten ihn genügend belehrt. Es wäre wirk- , schwer, Ehrhardt für so verrannt enzusehen, daß er cht aus den Mörztagen des Jahres 1620 Lehren gern hätte. Diese Kombination scheidet also wohl Tatsächlich scheinen aber aus den Kreisen der ligen Offiziers der Brigade Ehrhardt verdächtige .ungen gemacht worden zu sein, die wohl auch dann ß zu der Meldung gegeben haben. Ehrhardt selbst an den Pisinen beteiligt. Man weih ja» daß unter Eindruck der Pariser Forderungen der Entente LsckewMsche Bewegung wieder Anhänger ganz besonders in München, wo ja eine rechtsnationaler Kreise mit den Boftche- nden bat. Die llnfinnigkeit des Planes cher Hilfe gegen die Entente vsrzugehen, hier nicht nochmals erörtert zu werden. >eutfchland leider immer noch politische für einen solchen Plan begeistern und sind. Von dieser Seite scheint aenn hr zu drohen. So schreibt u. a. oie
unseren Informationen sind in der ~<u ge im Gange, denen man die allergrößte AUj- widmen muh. Es handelt sich, um mit einem nationalbolschewikifchsn Ern- ch wie sie vor kurzem im Zusammenhang riser Forderungen in München zutage ge- Irgendwelche politisch oder militari ,ch ichen Stellen oder Persönlichkeiten »on- Nlit diesen Dingen in keinerlei Verorn- ßt uierden. Es handelt sich vielmehr um .er Agitation allerdings recht ernst, zu Trupps, die am Werks ist, dis gegenwar- Frreguna zu unbesonnener Agitatron aus- sis scheint festzustehen, dah sich in Berlin erheblicher Kreis solcher, wie aber immer -nt werden muß, politisch und militari!^ icrantwortlicher Personen aus den beiden Lagern zusammengefunden hat, d.e in vcr 't den Versuch machen wollen, zu eimr ^nstration in Berlin aufzurufen, von vcr jststeht, ab sie bewaffnet oder unbewasfner n werden soll."
, dem „Vorwärts" glauben darf, so gewissen Kreisen mit dem Gedanken a putsch, da man es nicht verwinden rann,
. .
unver
Zeit
Absnd-Ausgabe.
Der Rerchsverkehrsministrr ribes die Reichscistnbahnen.
No. Brrlrv, 28. Febr. (Eig, Drahtbericht.) Im Saupt- allsichalß des Reichstags ivrach bei Beratuva des Etats des tN^ichsverkebrsminift-liums Minister Grüner über die Brrkebrslaae und die Leistungsfähigkeit der Reichseifen- bahnen. . Aus fernen Ausführungen gebt hervor, dah sich d:e Ausgaben zu den Einnahmen wie 2:1 verhalten. Eine Personal Verminderung soll allmählich und zielbe- u>uBt durchgeführt werden. Der Verkehr aui den Retchs- eisenbahn-n ist vsn 1919 aut 1920 um 25 Prozent gestiegen, die Arbektslelftuns Kot die des Friedenszaftandes erreicht. Auch die Arbcitswrlligkett des Personals ist im Zunebmen. ledoch lewet der Betrieb unter der schematischen Durchführung des Achtstundentags, Rach einer Erklörun, des Abg. Decker k (D.-Natl.). der sich gegen d:e Radikalisierung des Personals wandte, und einer Errridernng des Abg. Braun lSoz ). der die grohe wirtichllftiiche Bedeutung des Eiien- bahnvertebrs betonte wurde die weitere Beratung aus Montagvormittag 10 llor vertagt.
Zur Behebung der Wohnungsnst.
2n. Berlin. 28 Febr. (Eig. Drahtbericht.) 2m Woh- Wsausichus wurde cm Antrag angenommen, dah alle
nunxsansschus wurde ein Antrag angenommen, dah alle Wohnungen, dre oyentliw gemeinnübi^en Zwecken dienen, frer von Mietssteuern bleiben sollen.
Ein Zwischenfall in Schloß Dsorn.
D. Rotterdam. 28. Febr. sEig. Lrahtbericht.) Die
Polizei Hut zwei junge Deutsche verhaftet, die erklärten, zu Futz aus Deiitschland gekommen zu sein, um den Exkaiser zu sprechen. Der eine von ihnen trug einen Revolver bei sich. Sie wurden beide über die Grenze nach Deutschland abgeschohen.
Nr.
98. ♦ 69. Jahrgang.
daß nach den Wahlen die Deutschnationalen wieder außerhalb der Regierung bleiben sollen. -
Der Staatskommijsar für die öffentliche Ordnung wird jedenfalls gut tun, recht gewissenhaft allen Spuren nachzugehen. Die Hoffnung auf das Fehlen der Waffen, dis die „Deutsche Allgemeine Zeitung" ausspricht, scheint uns nicht so sehr begründet zu sein. Die Waffenfunde der letzten Zeit, in Berlin, Elogau usw., geben doch zu denken. Daß sich ernsthafte Politiker für einen selchen Putsch begeistern könnten, sollte man allerdings für unmöglich halten, denn die einzige Folge, die er haben könnte, wäre die, daß die ganze bislang geleistete Wideraufbauarbeit vergebens gewesen wäre. Aber der Kapp-Putsch hat uns dach gezeigt, daß keine Dummheit so groß ist, daß sie nicht doch noch begeisterte Anhänger fände. Hoffentlich hat man auch in der Wilhelmstraße aus den Mürztagen des vorigen Jahres gelernt. Hier gibt es nur eins, unbarmherziges Riederschlagen eines jeden, der die Ruhe und Ordnung zu stören wagt!
Deutschs2 Rsichstug.
Br. Berlin. 28. Febr. (Eia. Drahtber.)
Die ganze Sitzung dauerte am Samstag nur zwei knappe Stunden und spielte sich vor fast leeren Bänken ao. Dre Zuhörer dürsten aber trotzdem auf ihre Kosten gekommen sein, denn sie wurden Zeuge einer neuen recht unfreundlichen Auseinandersetzung zwischen Verwandten, eenes häuslichen Streites im iözialistilchen Lager. Schon am Freitag batte am Scklutz d^r Sisung namens oer Unaboangigen Dr. Rosenfeld versucht, seinen Antrag, in dem die Aufhebung der bayerischen Einwohnerwehren, algr sozusagen dir Reicheexekution gegen Bayern, verlangt wird, auf die Tagesordnung der Samstagsitzung zu bringen. Vizepräsident Dr. Bell hatte der Sache zunächst die >svitze mit gütlichem Zureden abgebrochen' man könne sich darüber ja noch morgen.unterhalten. Die llnabhüngigen brachten a-lso ihren Antrag prompt zum Etat des Reichspräsidenten ein. der am Samstag als erster Punkt aut der Tagesordnung staird. Das war aber nicht die Meinung Dr. B e l l s gewesen und noch weniger die der anderen Parteien. Der Demotrat Dr. P a ck n i ck e verwies vielmehr den hartnäckigen Antragsteller in llbcreinstimmung mit allen anderen Rednern aus dem Hause auf den Etat des Reichskaiizlers. zu dem die Cache allein gehöre. Für ihre Niederlage wollten die Besiegten aber Genugtuung, und als nachher der Etat des Reichspräsidenten endgültig zur Debatte stand, zog Herr Nosenfeld gegen diesen nach allen Regeln der Kunjt vom Leder. Die persönlichen Svitzen brachten die Mehrheitler sebr rasch in Harnisch und es regnete Zurufe. Die Sozial- demokraien waren um so ärgerlicher, als ihr erster Redner absichtlich zum Guten geredet hatte. Als der Abg. Adolf H o f f m a n n die Sacke au? den Gipfel trieb, rief ihm der sozialdemskraii che Abgeordnete Müller - Franken „Clown!" zu. woran? die sichtlich präparierte Antwort kam: „Es lei der beste Witz, datz Müller einmal Reichskanzler werden könnte!" Die bürgerlichen, Parteien liehen die Streitenden begreiflicherweise ganz unter sich und so siel der Brand schliehlich aus Mange! an neuem Material in sich zusammen. Der Etat wurde gegen Unabhängige und Kommunisten angenommen. Beim Pe'aiionskonds beschwerte sich der Abg. Meyer- Zwickau darüber, cah bei Len Versdrgungsämiern allzu viel alte Offiziere eingestellt seien, was Sem nach dem Kapp-Putsch gegebenen Versprechen der Demokratisierung der Verwaltung zuwider! rufe. Der Haushalt ü e s- R e i ch s m i l i t ä r g e r i ch t s zog ganz ohne Debatte vorüber. Nachdem man fchliehllch noch den Etat des Neichstinanzministeriums als ..zu weites Feld" ab- gefetzt hatte, ging man auseinander, um den auswärts wohnenden Abgeordneten dis Möglichkeit zu geben, wenigstens den Sonntag bei ihrer Familie zu verleben. Heute Montag steht als erster Punkt die Verlängerung des E n t w a f f n. u n g s s e s e tz e s auf der Tagesordnung.
Vor den Londoner Entfcheidungslagen
Die Abreise der deutschen Delegation.
Br. Berlin, 28. Febr (Eig. Drahtbericht.) Am Sonntaginlttag, 12 Uhr, reifte die deutsche Deli^ation, bestehend aus 55 Herren, unter Führung des Außenministers Dr. Simons vom Potsdamer Bahnhof im Sonderzug ab. Auf dem Bahnsteig hatten sich nur verhältnismäßig wenig Zuschauer eingefunden. Dr. Simon s, der zuerst erschien, wurde lebhaft begrüßt. Wenig beachtet wurde der in Zivil reisende Chef der -Heeresleitung, General v. S e e ck t. Erst nachdem sich lebhafte Kruppen von Abschiednehmenden gebildet hatten, tras ganz unbeachtet der Reichskanzler Fehlen- b a ch ein, der sich längere Zeit mit Dr. Simons unterhielt. Als sich der Zug um 12 Uhr in Bewegung setzte, wurden dem Außenminister lebhafte Ovationen darge- dracht und von allen Seiten ertönten Rnfe: „F.'st- bleiben, nicht nachgeben!" Minister Simons beugte sich aus dem Fenster und nickte in zustimmender Weise. Die deutschen Gewerkschaftsvertreter reisten noch nicht mit ab. Sie sollen im Bedarfsfalls von London aus telegraphisch berufen werden. Man erwartet, daß die Verhandlungen in London erst am Mittwoch beginnen werden, so daß der Dienstag noch für die Vorbereitungen der Konferenz Verwendung finden kann.
Die letzte Entscheidung fällt in Berlin.
W. T-B. Berlin, 26. Febr. Die Tatsache, daß von dem Gesamtkabinett nur Dr. Simons nach London geht, wird von den Abendblättern darauf zurückgeführt, daß die Regierung die letzte Entscheidung in Berlin herbeiführen wolle. Es zeigte sich bei den Verhandlungen in Spa, wie störend und verzögernd die örtliche Trennung des Kabinetts wirken könne.. Da ein Teil des Kabinetts in Spa und ein Teil in Berlin war, entstanden die größten Schwierigkeiten, wenn eine Entscheidung herbeigeführt werden sollte. Um dixs zu vermeiden, gehe Simons als alleiniger Vertreter und Unterhändler nach London.
Die erste Sitzung der Konferenz.
v. London, 28. Febr. (Eig. Drahtbericht.) Rach der „Patt Mall Gazette" findet die erste Sitzung der deutschen und der Cntentevertreter in London am Mittwoch statt.
Der Tagungsplan.
27. Febr., Der Sonderberichterstatter . der
mz. London, ----
Agentur Harms meldet: Die deutsche D r i t a a 1 1 e n
wird am Sicnslctß (?) abend hier emtreffen. Erne erste Staffel von Sekretären ist bereits gestern angekommen, oür Dienstag rechnet man mit keiner Sitzung der Kon-
Fur Dienstag rechnet man mit keiner Sitzung .
nrenz. fco der Buckingham-Palast vormittag; wegen der pererlichkeit des ..Lever" des Königs nicht zur Verfügung siebt. Jedoch dürfte die erste Fühlungnahme mit den ^ Den ticken am Dienstagabend erfolgen. Nach einigen C'nlertungswortcn wird der Vorsitzende der Konferenz. L io pb George. Dr. Simons das Wort erteilen, damit dreier feine Bemerkungen zu dem Pariser Abkommen verbringe. Dabei ! ">’ +
weiter — der
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pflicktunaen zu entledigen. Lloyd George wird darauf im Ramen der Alliierten antworten und dabei ganz besonders W.l.Pe Notwendlgrert Hinweisen, dah die Alliierten den Lvnderaufbau des zerstörten Gebietes erzielen müsien. ohne dah neusrdrngs dre «^rage der Kriegsverantwortlichkcit zur
gebrackt wird, "Hierauf' »WßiosT ©eoröe' die eines A u_s ? ch u?5 e s Vorschlägen, der aus alliier-
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Äild„Ng —■ -„ .. „i m m i i c yvitttimucii, uec uns aarrer- .en unb deu.,!cken Sachverständigen bestehen und unverzüglich kl«? ins einzelne gebende Durckvrufung der deutschen Eegen- Qufncfimen Toll. Diese Vorarbeit wird voraus» iichtlich brs Frertag beendet sein. Die Konferenz wird alsdann m Vollsitzungen die Ergebnisse durchberaten. zu denen die alliierten und die deutschen Sachverständigen «e° langt sind. Zu diesem Zeitpunkt werden — lagt btt Savas-Vertreter werter — wob! zweifellos die Schwierigkeiten von deutscher Seite aus beginnen. Lloyd George und Briand haben bereits gestern »re Zwangsmatznahmen geprüft, die im Falle der Wer- gerung des Deutschen Reiches rn Kraft treten werden.
Havas glaubt, zu wissen, dah die beiden Ministerpräst- denten im Lause ihrer Unterhaltung stch folgende iuri- sr.it che Vorfrage gestellt haben: Müssen die Alliierten bis zum 1. Mar 1821 warten, um den Deutschen ihre Rechnung für Revarations,wecke vorzulegen und um die An- nadme ihrer-Bedingungen zu verlangen? Cie werden ebenso die Rolle prüfen müssen, welche, .ie nachdem, die militärr-» ichen und die wirtichattlichen Zwangsmahnahmen spielex werden. D.e augenblickliche Auffassung neigt entsWen
SteilÄ" Ul ■&&&■ HK AIÄ? iS
NSWALAML-
Fochs Ankunft.
mz. Paris, 27. Febr. Nach einem Telegramm des Sonderberichterstatters der Havas - Agentur ist Marschall o ch, begleitet von den Eenerrrlrn W e xi- gand und Desticker. heute vormittag in London a n g e k o m m e n. Marschall Foch hat sich rof«zt mit > [einen Begleitern nach The Chequers begeben.
