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12 Ausgab

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Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin XIV. 40, Fürst Bismarckstratze 2. Fe

Montag, 10. Januar 1921.

vir MfüeÄiotf ®et Sie MüMra.

Br. Berlin, 10. Jan. (Eig. Drahtbericht.) Der Vorsitzende der deutschen Friedensdelegation in Paris bat der Botschafter ko nf er enz auf die Note vom 30. November 1920 in Sachen der Dieselmotoren eine Antwortnote zugehen lasten, in der es unter an­derem heißt:

„Die deutsche Regierung nimmt die Versicherung der Botschafterkonferenz, daß sie in keiner Weise Deutschlands wirtschaftliche Leistungsfähigkeit beein­trächtigen wolle, mit Freude entgegen und nimmt davon Kenntnis, daß die Botschafterkonferenz unter diesem Gesichtspunkt bereit ist, der f r i e d ! i ch e n Verwendung von Dieselmotoren keine Hinder­niste in den Weg zu legen. Die deutsche Regierung ist bereit, einen Bericht über den Standort der Motoren anzufertigen und die Kontrolle darüber in jeder Weise zu erleichtern, da sie keinen Grund hat, die Verwendung dieser Maschinen geheim zu halten, und da sie beweisen will, daß der deutsche Dieselmotor in der Tat ein Friedenswerkzeug ist. Die deutsche Regierung bemerkt aber schon jetzt, daß sie nicht die Gewähr dafür übernehmen will, daß die Motoren bereits bis zum 31. März 1921 alle für die friedliche Verwendung umgestellt sein werden."

, Die Note gibt dann die Schwierigkeiten dafür an. Die übernommenen Verpflichtungen bedeuten Ein­schränkungen, die sich die deutsche Regierung freiwillig auserlegt, weil auch sie den Wunsch hat, in dieser für die deutsche Wirtschaft so wichtigen Angelegenheit zu einer Verständigung mit den Alliierten zu gelangen.

Die Brüsseler Sachverständigenkonferenz abermals vertagt.

mz. Berlin. 9. Jan. Nach neueren Entscheidungen ist die zum 15. Januar geplante Wiederaufnahme der Brüsseler Eachverstandlgenkonferenz bis nack der am 19. Januar statt­findenden Zusammenkunft der Minister der Entente ver­tagt worden.

Ministerpräsident Leygues über die französisch- englischen Beziehungen.

mz. Paris, 10. Jan. Ministerpräsident Lengucs ge­wahrte einem Vertreter der ..Sunday Times" eine Unter­redung. m der er nach einem Bericht des „Times"-Korre- svorwenten u. a. sagte: Das englische und das französische Volk erwarten mit Ungeduld die Entscheidung der

Abend-Ausgabe.

Der amerikanische Kredit für Deutschland

« 9. Jan. Der ..Voss. Ztg.". die kürzlich eine»

Bericht der „Morning Post" über Verbandlungen brachte die wegen Vermittlung eines Kredits a Deutschland m den Vereinigten Staaten stattgefundo batten, wobei der deutschen Regierung die Absicht unter? Mben wurde, srcp der Amerikaner zu bedienen, um dt, «chnldzahllingen an die Entente zu entgehen. wird von zl sandiger Seite mitgeteilt: Mit W. U. Brauer haben alle!, omgs wegen Vermittlung eines Kredits seitens der Wal ei:"),??-? Corporation an Deutschland für den Bezug voif Rohstoffen und Lebensmitteln aus den Vereinigten Staater U ! n 9 t £ n stattgefunden, die bereits längere Zej: zuruckliegen. Daß Brauer ein Vertreter der deutschen Regie rung sei. ist nicht richtig, ebensowenig, daß die deutsche Regie .verlangt habe, daß bei Bezahlung bi &»mn Schuldbeträge an die Entente die amerikaniscll Anleihe einen unbedingten Vorrang erhalten müsse. Diess ^erlangen geht vielmehr von den amerikanischen Kreistj <»V! ^ese Kreditprojekte bearbeiten und naturgem« das Bestreben haben, die Kredite möglichst mit Vorrechte, an..zustatten. Die deutsche Regierung steht diesel Verlangen aber vollständig fern.

Der Friedenszustand mit Amerika.

D. Bafel, 10. Jan. (Eig. Drahtbericht.) Die Er­klärung des Friedenszustandes zwischen den Vereinigteil Staaten und Deutschland wird am 15. März erfüll iien, und am 1. Mai werden die amerikanische A o nsulatsvertret ungen wiederhergestellt wer^

Eine internationale Konferenz über die Entwaffnung

8 ‘ 3an, Wie die ..Ebicago Tribüne" auf Washington meldet, beabsichtigt Präsident Sardinß, alsbald nach der Übernahme seines Amtes am 1. März eine l?A ton Ä lt iii Konferenz zur Beratung der Entwaffnungs- Iww A enizuberufen. Zu dieser Konferenz

wurden alle Machte einberufen werden.

Alliierten in der O r i e n t f r a g e. Aber die Aufmerksam­keit der beiden Lander wird auf die wichtigste Frage, die Frage der Entwaffnung Deutschlands und die Ausführung der Be st immun gen des Frie­densvertrages gelenkt. Der Ministerpräsident svrach dann von den guten Beziehungen zwischen England und Frankreich. Es sei Notwendigkeit. Meinungsverschieden- bcnen zu vermeiden und die auseinandergebenden Ansichten auf ein Minimum zu beschränken. Die beiden Länder hätten nch soeben wieder über die wichtigsten Punkte und über die allgemeinen Linien ihrer Politik geeinigt, weil jeder der beiden Staaten sein lebhaftes Gefühl für Realitäten bei ber Prüfung von Problemen gezeigt habe. Schließlich be- merkte Levgues. Lloyd George sei der einzige Minister­präsident. der an der Ausarbeitung des Friedens beteiligt gewesen sei und der sich noch im Amte befinde. Deshalb Mb« er eine starke Stellung. Er habe gezeigt, daß er das Interesse Großbritanniens mit der Losung der Probleme. o>c Frankreich und anderen Ländern durch den Krieg gestellt worden seien, in Einklang zu bringen suche. Das Einver- a^bmen Zwischen den beiden Völkern und den Alliierten sei unerläßlich für ihre Sicherheit und ihre Entwicklung aber aum, für den Wiederaufbau, der die Grundlage des euro- vaischen Friedens bilde.

D London. 10: Jan. (Eig. Drabtbericht.) Der Ob­server stellt fest, daß die englische Politik Deutsch- „5 r- juehr 3 eit lassen will, als man es IN Paris gern steht. Er erklärt, die Franzosen sollten verstehen, daß die Partner eigentlich das. Recht hätten, nicht immer der gleichen Anstcht fein zu muffen. England sei entschlossen (Frankreich zu unterstützen und die vollständige Ent- V?Z'Nung Deutschlands innerhalb einer angemessenen Krist durchzusetzen. Es schlage vor. daß die Entente, wenn Payern nickt aufbören sollte. Schwierigkeiten zu machen -manchen besetze, aber nickt das Rubrbecken. wo die Eruben- Ictzen ™ ^ er B^öahaltung der Einwohnerwehren wider-

Ein englischer Offizier über die Entwaffnung » Deutschlands.

Dz -. Paris. 10. Jan. Der englische Generalmajor „.AP ■ h ez iich gegenwärtig in Deutschland aufhält, Eiitwaffnungsfrage Su studieren', schreibt in der „Daily Mail . es sei kaum zweifelhaft. daß die deutsche Regie- B”® >'8 bemühe, die Entwaffnung durchzu-

»rankreick lei zu einem Teil im Recht, wenn es die Auflösung der Einwohnerwehren verlange. Die einzige zwischen der sraiizofischen und der englischen Regie-

I\*Ä e i)er der. zweckmäßigen Mittel. Frank-

lange Zeit gewünscht, das Ruhrgebiet zu be- Jwt ^°?-.5.^^E^dnrchweg nach links gehe. Dies

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Deutschland z u stärken. Wenn das" deutsche "Volk dustr1^nv^^°qr daß die Wiederherstellnng der Jn- sn 8 tv a \!£ U!X ® der Teuerung von der genauen Füllung der Bestimmungen des Versailler Vertrages ab- ° wurde cs die Mittel finden, die gee gnet seien. fH ' e Bestimmungen auszuiühren. '

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Dr. Mayer bleibt.

Berlin. 10. Jan. (Eig. Drahtbericht.) Durch die Pres,e geht die Meldung, daß der deutsche Botschafter m Paris, Dr. Mayer, a m t s m ü d e sei. Dies trifft nicht zu. Er hatte zwar ursprünglich die Absicht, nid):: tanger cus ein Jahr in Paris zu bleiben, hat sich aber trotz Ablauf dieser Zeit entschlosten, bis auf wei­teres auf seinem Posten zu verbleiben.

Ern deutsches Fachbriratsmitglied für den Völkerbund

Br. Berlin, 10. Jan. (Eig. Drahtbericht.) In den Fachbeirat von Juristen und Kaufleuten, die den Rat des Völkerbundes fortlaufend unterrichten sollen, ist auch ein Deutscher, Franz ll r b i g, berufen worden, ^em Vernebmen nach sollen ferner der schwedische Bank­direktor Markus Wellenberg und der Holländer t e n M e u l e n zur Übernahme der gleichen Funktion aufgefordert werden.

Voraussichtliche Ablehnung der oberschlesischen Abstimmungsnote?

B. Paris, 10. Jan. (Eig. Drahtbericht.) Die Note der deutschen Regierung gegen die Abstimmungsordnuna für Ober>chlesien ist beim Sekretariat der Friedens­konferenz emgetroffen. Das „Echo de Paris" gibt feiner Überzeugung Ausdruck, daß diese Note keinen Er­folg haben wird. Die Alliierten seien der Ansicht, daß die von ihnen in dieser Angelegenheit getroffene Ent­scheidung den Grundsätzen der Billigkeit entspreche.

Die terroristischen Akte.

Br. Berlin. 10. Jan. (Eig. Drahtbericht.) Die Reichsreg:erung wird in den nächsten Tagen zugleich Mit der Note an die Botschafterkonferenz und an Gene­ral Lerond, in der sie Einspruch gegen das Ab­stimmungsreglement erbebt, das Material über di ^terroristischen Akte in Oberschlesien rerostentlichen.

Die Abstimmung im März.

mz. Chrifttania, 9. Jan. General Lerond er­klärte einem Vertreter von „Dagens Nvheter", der ihn in Beuthen besuchte, u. a.: über den Abstimmunqs-

ternun kann ich noch nichts sagen. Ich weiß davon nicht mehr a.s irgendeiner in Oberschlesien. Der B o t- s ch afte rr at hat die En t sch e id un g noch nicht getrillfen. aber ich glaube, daß die Abstimmung, nach

""ge der Dinge zu urteilen, nicht früher als im lächerlich^ Rätselraten der Zeitungen ist

Ausweisung des Vorsitzenden des oberschlesischen Lehrerv rrbankres.

2an. Die interalliierte Kommission m a n n nu5 Gleiwitz. der seit dnSlm" .öberschlesten tätig ist. mithin laut Abstim- mungsreglement, abstiminungsberechtigt ist. den A u s - w 1 e ^ l ^mestellt. Hartmann, der Vorsitzender

ist und durch sein sisatmss Auftreten für die deutsche Sache sich allgemeiner Beliebtheit erfreute. Irrt Oberschlesten bereits verlassen.

Proteststreik wegen der Schließung der Thyssen-Hütte.

mz. Essen, 9. Jan Als Protest gegen die Schließung der Thvssen-Hutte in Hamborn beschlossen die Syndikalisten in einer Belegschaftsversammlung der Zeche Westend. in einen Sympathiestreik einzutreten und die Arbeits­willigen am Einfahren zu verhindern. Vom Kampichacht lubr gestern nur die Hälfte der Belegschaft ein. Es ist be­absichtigt den Streik in das angrenzende Industriegebiet zu tragen. Am Montag findet eine Vertrauensmänner- l,onferenz aller Duisburger Werke statt, die über einen Sympathiestreik beschließen wird.

Eine Besprechung der Finanzminister.

Br. Berlin. 10. Jan. (Eig. Drabtbericht.) In dieser Woche werden die Finanzminister der Länder z« einer Bewrechung. die Reichssinanzministcr Dr. Wirth vor- gejchlagen hat. zusammentreten. um darüber zu beraten, in welchem Maße die Erhöhung der Beamtenbesol- d u n g durchgefuhrt werden könne. Dr. Wirth beabsschtigt. alsdann dem Relchskabinett seine Vorschläge zur Deckung der dem Reich aus der Besoldung erwackisenden Ausgaben zu unterbreiten.

Berliner Demonstrationen.

Br. Berlin. 10, Jan. (Eig. Drabtbericht.) Die V. K. P. D. hatte gestern vormittag eine Versammlung einbzrufen. um gegen die Flensburger Vorgänge zu demon- trieren. wegen 15 000 Mann hatten sich versammelt. Jn- 'itoe des Regens und Wortgefrchten mit Anhängern der K. A. P. D. loste sich die Versammlung nach halbstündiger Dauer auf. Dasselbe wird aus L e i p z i g berichtet. Außer- dem fand vor dem Berliner vchloy eine Kundgebung von 6 0 0 0 Eisenbahnern statt, die gegen die ersolgte Einigung von Regierung und Beamten, protestierten. An den Hetzreden beteiligte sich auch der bekannte Elektrizitäts- arbciterfuhrer Sulz, der erklärte, daß die Elektrizitüts- arbelter bei einem Streik der Eisenbabner in einen Sym- vathlestreik eintreten würden. Die Kundgebung verlief ohne Zwischenfalle.

Ter Vorsitzende des Reichswirtschaftsratss.

Br. Berlin, 10. Jan. (Eig. Drabtbericht.) Nachdem die Funktionszeit des Unterstaatsiekretärs Edler v. Braun abgelaufen ist. müßte als Vorsitzender des Reichswirtschafts- rates nunmehr ein Arbeitnehmer seinen Posten über­nehmen. Aber der vorgesehene Nachfolger Karl Legten ist gestorben, so daß N e u w a h l e n nötig sind. Co lange führt Sraun den Vorsitz.

Schließung des Berliner Lvwewrrks.

„v Berlin, 9. San. Wie die Blätter melden, hat die Direktion der Firma Ludwig Löwe wegen Arbeiter- Fabrik geschlossen und sämtliche

Obstruktionen Sie Fa Arbeiter entlassen.

geschlossen und ..

Die. Arbeiter batten gefordert.

der Kurzarbeiter dem der Vollarbeiter sl-ichgestellt werden muffe. Als die Firma dies ablehnte, encknenen die Arbeiter stets vollzählig zur Arbeit und setzten die stillstehenden Maschinen eigenmächtig in Gang, so daß der, Firma kein anderer Weg übrigblieb, als das Werk zu schließen.

Vereinigung Badens und Württembergs?

,Br. Berlin. 10. Jan. (Eig. Drahtbericht.) Die Ver­einigung Badens und Württembergs wurde auf einer K o n- e Sozialdemokratie der beiden Länder

U v~L u ^ (. a d e r behandelt. Erschienen waren 20 badische tb wurttembergische Vertreter. Es bestanden nach der ..«chwabischen Tagwacht" grundsätzlich keine Bedenken gegen die Vereinigung. Einmütig erkannte die Konferenz ble Rorwendlgkeit der Vereinigung an. Einig war niau sich auch darin, daß der Vereinigungsgedanke von dem Willen der Volker beider Länder getragen sein müsse und daher von rer Sozialdemokratie nicht als Parteifrage behandelt wer- den solle. Die großen wirtschaftlichen und finanziellen Röte ,oer nächsten Zukunft würden in kurzer Zeit die Erkenntnis MM wememgut machen, daß man sich den Lurus getrennter Verwaltungen und Gesetzgebung nickt mehr leisten dürfe.