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Verlag Langsame 21

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Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatt«: Berlin XV. 40, Fürst Bismarckstratze 2. Fsnsprecher: Amt Hansa 1371-1373.

MsrrtSH, 3. Jaguar 1821.

SKÄW 8Mwm ZeiWrm um

W ZWWWM SW SSI.

W. T.-B. Berlin, 31. Dez. Wie der deutsche Botschafter in Daris merteilt, ist ihm beute eine Note der französischen Regierung xusegarrgen. in der die Behauptung ausgestellt wird, dag Dev.tichland in einer Reihe wesentlicher Dünne gegen die in Spa übernommenen Verpflichtungen verstoßen habe. Die Note schlieht:

Die französische Regierung nimmt, so weit sie beteiligt ist, schon jetzt Akt von diesen Vrrstöhen. die Deutschland gegen die feierlich übernommenen Bervilicktungen be­gangen hat. Die alliierten Regierungen werden über diese Verstöhe zu befinden haben.

Jack, dem Protokoll von Spa sollten die Kontrollkom­missionen darriber berichten, ob die deutsche Regierung die übernommenen Verpflichtungen loyal erfülle. Deutschland hat sich nach besten Kräften und in voller Loyalität bemüht, den Anforderungen des Protokolls gerecht zu werden. In den Landern der Alliierten ist der Erfolg dreier Bemühun­gen von Staatsmännern wie in Parlament und Presse an­erkannt worden. In der vorliegenden Note aber sollte onenbar. um den im Sva-Brotvkoll festgesetzten Termin vom 1. Januar zu wehren, alles znfamnrengsfabt werden, was nach Ansicht der Kontrollkommisiwnen überhaupt als Mangel oder Verfehlung in Betracht kommen könnte.

Die deutsche Abrüstung.

Br. Berlin. 31. Dez. (Eig. Drahtbericht.) Mit dem heu­tigen Tage ist die Der Minderung der deutschen Wehrkraft auf die durch den Versailler Vertrag und das Abkommen von Sva festgesetzte Zahl von 96 099 Mann und 4090 Offr- 3 im durckaombrt worden. Es fehlen sogar an dieser Stärke 19 000 Mann, da vas Wehrgesetz bisher noch nicht verab­schiedet werden konnte und viele die noch unsichere Zukunft m der Armee vermeiden und es uorzieden. sich im bürger­lichen Leben durchzuschlage«. Dis aSsemeine Wehrpflicht ist adgrschant. Eine Söldnertruvve. kaum dem achten Teil dar ^bengen Friedensarmec betragend. soll in Zukunft das Lcutiche Rerch vor äutzeren Feinden schützen. öS 900 Ge­schütze. 5 000 800 Handfeuerwaffen. 60 090 Maschiuensewebre lind zerstört. 14 000 Flugzeuge und 26 090 Flugzeugmotorsn augelieisrt oder gleichfalls zerstört worden. 40 MO Offiziere stad euüafsen, alle Offiziere und Aiannschasten des Be- urlaubteMandes ihrer miirtärischen Verpflichtungen ent­hoben. Unsere FMrmsen an der Westfront üsstÄen nicht mehr. Alle Anlagen und Unterstände sind gefpreust. Die Ka»erleZtMlK«r und militärischen Eisenbahnlinien sind im Abbau begriffen: allem die Stellungen an der Ost- und Süd-

Abend-Ausgade.

Nr. 2. 69. Jahrgang.

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0 Gesaruae bewilligt worden und. kerne schützenden Festun- e:r mehr haben dürfen. Für die Festungen an der Ostgreuze Mtten wir beantrqat: für Ksniasberg ISS (beschütze, d. h. den dkinen a-eil der rarbl. die eine moderne Festung größeren Umfangs erfordert (Kowno hatte seinerzeit 11600 Geschütze). Bewilligt wurden 29. Für Villau bekamen wir 36 statt 75. für Swinemünde alle 32. Für Küstrin, das nach dem über­lang der pofenichen und Weichselfeftungen in volnischen Besitz ,-en einzigen Schutz der Reichshauvtstadt bildet, ist von 168 TOÄn Leins bewilligt worden, ebenso von den 29 für Wogau. Für die Festungen an der Südgrenze hatten wir Fo5 Geschütze beantragt, bewilligt wurde keins. weder für Alm (beantragt 71) noch für Ingolstadt (beantragt 82). Die gesamte schlesische Front, die bisher durch die Fefüingen Wogau. Breslau. Neide und Elatz geschützt wurde, liegt wehrlos da. Auch dafür ist kein einziges Geschütz bewilligt worden. Ebenso ergeht es der Ostfront, denn init 20 Ge-, schützen ist Königsberg keine Festung mehr. Die Festungen Doyen und Lützen, dis durch ihre blotze Existenz seinerzeit die Schlachten bei Tannenberg und Masuren ermöglichten, tollen in Zukunft nicht mehr bestehen.

*

rnz. Paris. 1. Jan. Havas meldet: Der Bericht, den Marschall Foch im Namen der interalliierten militärischen Kommission dem Botsch arterrat zugestellt hat. wurde einstimmig angenommen. Er gibt eine genaue Aus­stellung aller der Vor stütze, welche Deutschland gegen die militärischen. Echiffahrts- und Luftfahrtsbestimmunsen des Vertrags von Versailles begangen hat. und bestätigt in allen Punkten die Berichte der interalliierten Kontrollkommission unter General Nollet in Berlin. Die französische Regie­rung l»t heute der deutschen Regierung eine genaue Aufstellung aller dieser Unterlassungen zugestellt. Diese Mitteilung darf natürlich in keiner Weise als Anzeichen eines Canderschrtttes der Pariser Regierung aufgefatzt wer­den. welche die Bedeutung dieses Schrittes ihren Verbün­deten klar und deutlich angegeben bat. Es bafrvelt sich ein­fach mit eine Feststellung, dir in keiner Weife der endgültigen Entschkietzun« vorgroift. welche erst nach Befrasung aller unserer Verbündeten und in vollkommener Übereinsttnnnung mit ihnen getroffen werden wird.

mz. Paris, 2. Jan. Wie derTemps" meldet, liegt der Bericht des Marschalls Fach über die Entwaff­nung Deutschlands seit dem 31. Dezember den alliierten Regierungen vor. die ihn jetzt prüfen und sich später schlüssig machen werden über die Folgen, die ihm zu geben sind. Marschall Foch teilt die Ziffern des von der deutschen Regie­rung übergebenen und zerstörten Materials mit. sowohl im Augenblick des Waffenstillstandes wie seit dem Inkrafttreten des Versailler Vertrags, nämlich 41000 Kanonen und unter Hinzurechnung der Erfatzrohrs 70 909. Maschinengewehre nebst Ersatzlliufen 163 000. Handfeuerwaffen 2890 090. Flug- zcugniatoren 25 090, Flugzeugs 16 090. Die Fälle der Nichterfüllung des Frisdensvsrtrages und des Über­einkommens von Sva durch Deutschland erstrecken sich ins­besondere auf die Aufrechterbaltuug der Einwohnerwehren in Bayern und Ostvreutzen und auf die ungenügende Zer­

störung der Festungsartillerie an den Oll- und Südgrenzen Deutschlands, ebenso auf die Organisation der Sicherheits­polizei.

Wie der ..Demos" hinzufügt. hatte die französische Regierung vor Abseuduug ihrer Note an Deutschland, die diese Nichterfüllung hinsichtlich der Entwaffnung mit Ablauf des 31. Dezember fellllellte. Men Alliierten Kenntnis davon gegeben, dab sie eine Note dieser Art nach Berlin schicken wolle. Nach der Übergabe der französischen Note in Berlin hatte die französische Regierung überdies deren Text ihren Verbündeten mitgeteilt.

V. T.-B. Paris, 2. Jan. In einem Havas-Telegramm aus London wird fellgeftellt. dab der französische Not­schalter «esiern der englischen Regierung den Text der

_ , ie Entwaffnung mitgeteilt habe. Die

englische Regierung erwarte nunmehr noch den Bericht des Marschalls F o ch, Die Angelegenheit werde jedenfalls zu

letzten^ N o t e über die Entwaffnung mich

(aischai., .........

Beginn dieser Woche vom Minister rat ewreut georüft wer­den. In ertskifchen diplomatischen Kreisen sei

_ .... » __ ___ ... man eintger-

maseit erstaunt darüber, dab die Angelegenheit so schnell aukgerollt worden sei. und datz die Kontrollkommission in Deutschland dis zum 23.' Dezember gewartet habe, um von der verwickelten Lage Kenntnis zu geben. Auf englischer Seite beabsichtige man sogar, zu verlangen, datz die Kon­trollkommission unter die Kontrolle des Botschafterrats ge­stellt werde, damit man künftig Hinweise und Aufklärun­gen lange vor dem Verfallstag erhalte, statt, wie es jetzt geschehe, sich gewrAermatzen erst am Vorabend der Ereignisse benachrichtigt zu sehen. Man vertrete die Meinung, datz die Engländer Zeit haben mutzte«, die geaenwärti« schwe­bende Frage zu studieren und über sie nachzudenken. damit nichts überstürzt werde. Man glaube deshalb, datz die Zu­sammenkunft der Mini st er Präsidenten von Eng­land. Frautreich. Italien und Belgien sowie des javanischen Botschafters in Paris nicht vor Ende der kommenden Woche llottfinden könne. Die Angelegenheit sei zu ernst, um von der Botschastarkonferönz beraten zu werden: sie müsse dem Obersten Rat überwiesen werden.

mz. Paris. 3. Jan. DerDemos" erklärte gestern abend, man habe bis jetzt noch keine autorisierte Rachricht erhalten über die Haltung, welche England in der Frage der Ent- wunoung Deuffchlo?ds ei nznnehm ea beabstchtise. Die Rachrtckl. Winfton Eburchill wolle nach Paris komme», die «er ..New Bork Herwld" verbreitete, sei bis jetzt nicht beitatzst worden. Man wisse auch nicht, wann die Zu­sammenkunft zwischen den Ministerpräsidenten der Entente, von der wiederholt gesprochen wurde, stattfinden werde.

Eine französische Note über die KriegsSeschuldiKte».

.W.T.-B. Berlin, 31. Dez. Der deutschen Friedensdele- satwn m Paris ist nachstehende Note von dem französi­schen Mnnster für auswärtige Angelegenheiten zugegangen:

I« einer Reibe von Schreiben aus der Zeit vom 30. Puni bis zum 17. Juli hat Herr Goeppert an meinen Amrsoorsanger das Ersuchen gerichtet, dem Oberreichsan- walt in Leipzig über eine Anzahl deutscher Reichsange- uvrrger, die von den deutschen Justizbehörden unter der Befchuldigung der Zuwiderhandlung gegen di« Kriegs- gefetze verfolgt werden, die von diesem gewünschten Aus­künfte zu erteilen. Ich beehre mich. Ihnen mitzilteilen, datz. da reine der in den erwähnten Schreiben genannten Personen auf der dein Schreiben vom 7. Mai 1829 beige- fugten Liste von Beschulbigten enthalten ist. hinsichtlich derer rm Protokoll von Sva vom 9. Juli ein besonderer Weg tur die Austtinftsbeschaffung vorgesehen ist. die fran­zösische Regierung dein Ersuchen keine F o l p-e geben kann. Uber die Fälle hinaus, auf die sich das eben ge­nannte Schreiben bezieht und für die dieser besondere Weg der Auskunstsdesthaffung zuselasse« ist. beabsichtigt die frmMNiche Regierung in der Auskunftserteiluns an die deutstgen Zusiizbeborden wicht von dem üblichen Verfahren abzugehen. Indessen wird dem Reckstshilfeersuchen der deutWen Justizbehörden und mehr noch ihrem Ersuchen um Auskünfte, so weit sie Beschuldigte betreffen, die auf der ani 3. crebruar 1820 übersandten Lifte der Schuldigen, nicht aber auf der besonderen Lifte in dem vorgenannten Schreiben vom 7. Mai behandelten 45 Fällen stehen, keine werden, da die französische Regierung hin­sichtlich ihrer die ihr durch Artikel 228 und 23 des Vrrttags von Berfailles zuerkannten Rechte unberührt auf­recht zu erhalten wünscht.

.d?ote befatzt sich dann mit der Frage des Rechts- bilfeersuchen des Oberreickisatnvalis in den Untersuchungen

rt ciVRcxtl hruv ü' vtrtftrr WaITS vl CI f!.. v ! . .

Legen bi« Kriegs beschuldigten. Solche Ersuchen sind übrigens nickt erst snt dem 39. Juni, sondern schon seit Mitte März m Ströter Zahl von der Friedensdelegation gestellt worden. Die Note mrterscheidet drei Sorten von Fällen. «>er drplomatrsaw Weg soll dann eingeschlagen werden, wenn e- sich um Beschuldigte handelt, die weder auf der Liste der

4v Fälle, noch auf der groben ÄuSlieferungsliste vom 3.Lebr. stehen, gegen die aber der Oberreichsanwslt auf Grund anderen Materials das Verfahren eingeleitet hat. Der in Sva vereinbarte unmöttelbare Schriftverkehr zwischen dem Obemeichsanwalt und dom französischen Justizministerium wll dem Wortlautder Vereinbarung entsprechend auf die Me der am 7. ' "' _ *

hränkt bleiben.

Falle der am 7. Mai übersandten Liste der 45 Fälle be­schrankt bleiben. In Sachen der Beschuldigten, die zwar nicht auf der Liste der 45. wohl aber auf der groben Aus- licferunssliste stehen, wird keine Rechtshilfe geleistet. Die französische Regierung erklärt, sich den in dem Strafarttkrl des Frtedensverttases vorgesehenen Ansvruch aus die Aus­lieferung dieser Personen und ihrer Aburteilungdurch französische Gerichte wahren zu wollen. Sie glaubt diesem Anspruch etwas zu vergeben, wenn sie den Oberreichs- anwalt für das deutsche Untersuchungsverfahren Auskunft beschaffen liebe.

Die Volksabstimmung i« OSerschlefien.

W.T.tB. Berlin, 1. Jan. Die deutsche Friedens- deleaation in Paris hat gegen den Beschluß des Bot- schasterrates vom 27 . v. M. bezüglich der Abstimmung in OSerschlefien Verwahrung eingelegt. Die ein­gehende Beantwortung der Note des Botfchafterrates wird nach einer baldigst stattfivdenden Sitzung des Reichskabinetts erfolgen.

Reichskanzler a. D. v. Bethmann Hollweg f.

Br. Berlin» 3. Jan. (Eig. Drahtberjcht.) Reichs­kanzler a. D. v. Bethmann H o l l w e g ist nach kurzem Krankenlager auf seinem Gute Hohenfinow bei Eberswalde in der Nacht auf den 2. Januar gestorben,

Der frühere Reichskanzler, der das Weihnachtsfest im Kreise seiner Familie verlebt hatte, veranstaltete ain letzten Mittwoch seinen Angestellten und Euts- arbeitern ein Fest, dem er selbst beiwohnte und auf dem er sich offenbar die Krankheit sGrippe mit doppelseitiger Lungenentzündung) zugezogen hatte. Am nächsten Tage machte er noch seinen gewohnten täglichen Spaziergang in die weitere Umgebung Hohensinows und legte sich am Freitag, da sich ziemlich heftiges Fieber eingestellt hatte, zu Bett. Der behandelnde Arzt fand den Zustand so bedenklich, daß er Professor Lazarus aus Berlin be­rief, der jedoch auch nur feststellen konnte, daß wenig Hoffnung auf Erhaltung des Lebens des früheren Reichskanzlers vorhanden war. Im Laufe des Sams­tag steigerte sich das Fieber und der Kranke verlor gegen Mittag das Bewußtsein. Da die Herztätigkeit immer mehr nachließ, versuchte man durch künstliche Be­lebung die Blutzirkulatron zu erhöhen, jedoch ohne Er­folg. Gegen 2 Uhr nachts setzte die Herztätigkeit aus, und Herr von Bethmann verschied, ohne das Bewußt­sein wieder erlangt zu haben. An seinem Sterbelager weilten sein Zweitältester Sohn sowie die Schwester seiner verstorbenen Eattin, Fräulein v. Pfuel. Im Laufe des Sonntags wurde die Tochter des Herrn von Bethmann sowie Haus D o o r n telegraphisch vom Ab­leben des ehemaligen Reichskanzlers benachrichtigt. Die Beisetzung findet «rm Mittwoch 3 Uhr in her Familien» gruft in Hohenfinow statt.

*

, Tbeobald v. Bethmann Hollrr,eg. des Deutschen Reiches fünfter Kanzler, wurde am 29. November 1856 in Hvüeiifliww (Kreis Oberbarnrm) geboren. Er entstammt einer Gelehrten- und Beamtenfaniilic. Sein Grobvater war der Kulttisminister Moritz August v. Bethmann Hollweg. Rach dem Besuch der Landesschule Pfvrta (Schulvsorta) ituoterte er 1875 bis 1879 in Strabburg. Leipzig und Berlin die Rechte, wurde Referendar beim riammergericht. ging aber bald zur Verwaltung über. 1886 wurde er Landrat des Kreises Oberbarnim. 1896 Oberoräsidenii in Potsdam. 1899 Regrerungsoräsident in Bromberg, drei Tflonate später Oberz ma.irdent von Brandenburg. Kurze Zeit gehörte er auch dem NeiÄstag an. Er wurde 1890 im Kreise Oberbarnim ge- wahlt. sMotz sich der Reickspartei an. legte das Mandat aber, schon am 21. Mai 1890 nieder. 1905 wurde er zum meubischen Minister des Innern ernannt (an Stelle des am J). Marz 1905 verstorbenen Frhrn. v. Hamniersiein). Am 24. Junr 1907 trat er an die Stelle des Grafen Posadowsky als Staatssekretär des Innern und am 14. Juli 1809 wurde

Fast auf den Tag acht Jahre lang hat Herr v. Bethmann Hollweg als oberster Beamter die Geschicke des Reiches ge­leitet und das Staatsfchiff durch die hochgebenden Wogen der inneren und auswärtigen Politik mit wechselndem Er­folg gesteuert. Bülows Sturz nach der Ablehnung der heitz umftrrttenen ErbanfMstener bei der ersten Finanzresorm brachte ihn an die Stelle des Reichskanzlers, nachdem ihn seine politischen Äuberungen bereits in den Ruf eines Philo- siwben gebracht liatten. eines Mannes von ungewöhnlicher Bildung. Tiefe der Erkenntnis und weitem Blick. Aber was hilft all« Eesimrung und theoretische Aufklärung, wenn sie mcht Fleisch u>rd Bern in der Praxis des Lebens gewinnen? Sern etttex Versuch zur Tat. seine Bemühungen um eine vreuhische Wahlrechtsreform im Jahre 1810. scheiterte. Der Marokkokonflikt und die Balkankrise boten ihm Gelegenheit, als Autzenvolitiker hervorzutreten. Und dann kam der grobe

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Kriegspsychose unterzuordnen. Nach Herkunft. Erziehung und eigener Veranlasung wurzelten seine volitilchen Grund­anschauungen in einem gemätzigten Konservatismus. Aber die rechtsstehenden Kreise mibtrauten ihm bald infolge seiner ablehnenden Stellungnahme gesenüber dem uneinseschränk- tcn Unterseebootskrieg (nachher gab er doch nach) und der Erkenntnis des Unrechts gegenüber Belgien. Er suchte und

-, , L . meisten geeignet schien.

Als dann aber s^n« Bereitschaft auf einen Frieden ohne Annexionen und Entschädigung rmmer deutlicher zum Aus, druck kam. wurde von Rechts Sturm gelaufen. Die National- l'.beralen, schleuderten ern Mitztrauonsvotum gegen ihn (10. 1917). Und dre Sozialdemokraten, auf deren

Unterstützung er bei seiner letzten Fahrt ins Ewtzr Hauvt- auartier sehofrt batte, lieben ihn diesmal fallen, da cr ihnen nickt deutlich genug gewesen war. Sein Rücktritt war nicht mehr aufzuhalten. Damals schon sollte Graf Sertling scm Nachfolger werden.^ Aber erst.muhte das deutsche Volk

Klara Zetkin wieder in Berlin.

Br. Berlin, 3. Jan. (Eig. Drahtbericht.) Es ist Klara Zstkm gelungen, auf demselben geheimnrs-, vollen Wege die Rückreise zu bewerkstelligen. Sie ist wieder in Berlin eingetroffen