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Samstag, 1. Januar 1921.
DM" Wegen des Neujahrsfestes erscheint die nächste „Tagblatt"-Ausgabe am Montagnachmittag.
1921 .
Was wird es uns bringen, das Jahr El? Eine Neuauflage der letzten drei Revolutionsjahre oder den Ansatz zu dem so oft verheißenen Wiederaufbau? Wir sprachen von den drei Revolutionsjahren, denn wir sind aus der Revolution noch immer nicht herausgekommen. Wir befinden uns im Zustand einer chronischen Krisis, so daß wir es kaum noch empfinden, wenn die Doppelkrise, nämlich die politisch-wirtschaftliche, in beängstigend kleinen Zwischenräumen akut wird.
Aber wir muffen endlich aus der Revolution heraus, ! unsere Kräfte verzehrt und unser Volkstum Mwer- nichten droht. Das ist freilich nicht irjit Aufrufen getan
und nicht mit schönen Reden und nicht mit Programmen Dergleichen haben wir bis zum Übermaß genoMr. Da ist uns verkündet worden, daß Sozialismus Arbtit fei, -vuid nun sehen wir, wie sich im Zeichen des SoziaAömus und der Sozialisierung der Arbeitseifer ständW^ver- ringer.t hat und Streiks an der Tagesordnung sistd, sogar in staatlichen und gemeindlichen, also in soziaMer- ten Betrieben! Da ist uns versprochen worden, , daß Sparsamkeit Trumpf sein soll, und man hat zu diesem Zweck sogar einen Sparsamkeitsdiktator ernannt. Aber auch hier hat es bisber bei Versprechungen und Programmen sein Bewenden gehabt, während in der Praxis darauf losgewirtschaftet wird, die Staatsbetriebe Milliardendefizite aufweisen und im privaten Leben, soweit es „dazu da ist", noch toller gewirtfchaftet wird.
Während wir uns ständig vor Augen halten sollten, daß wir ein verarmtes Volk stnd, das schwer um sein tägliches Brot und um seine Zukunft zu ringen hat, muffen wir mit Empörung ansehen, wie sich allenthalben ein widerwärtiges Schieber- und Protzentum breitmacht wie die Korruption blüht und gedeiht, wie die ehrliche Arbeit im Kurse sinkt und mühelos Millionengewinns eingeheimst und vergeudet werden als krasses Gegenstück zu der Not und dem El^rd in weiten Kreisen des Volkes. Eine Reinigung unserer von zahllosen Miasinen verseuchten sittlichen Atmosphäre ist die Forderung des Tages.
Sie ist nicht die einzige. Die zweite ist die sittliche Forderung, welche Earlyle in die Worte gefaßt hat: Arbeiten und nicht verzweifeln! Wir sind arm an Gütern durch fast ein Jahrfünft planloser Wertvernichtung, an die sich nach dem Weltkriege eine Übergangswirtschaft anschlvß, die noch immer fortdanert und sich allgemein zyr Untergangswirtschaft zu entwickeln droht. Auf diesem Wege muß Halt gemacht werden: denn er führt in den Abgrund. Wenn es ernst werden soll mit dem Wiederaufbau nach einer allzulangen Zeit des Niederreißens, dann muß der WMe zur Arbeit bei jedem einzelnen gestärkt und das Verantwortungsgefühl, das allzu stumpf aeworden ist. geschärft werden.
Es muß weiter — das ist die dritte Forderung — Schluß gewacht werden mit dem Kgmpf aller gegen alle, der dovpelt verwerflich ist in einer Zeit, wo noch immer die Phalanx unserer Gegner im Weltkriege geschloffen gegen uns steht. Auch die Freiheit will verdient werden: aber wir haben noch nicht bewiesen, daß wir ihrer würdig sind. Wir haben noch nicht den schweren Übergang von der Zügellosigkeit zu jener Freiheit vollzogen, die sich nur auf der Ordnung crufbauen kann.' Auch hier fehlt es am Aufbau!
Noch stehen wir im Kampf. Das Ringen um den deutschen Boden, von dem uns so viele so wertvolle Stücke entriffen worden sind, ist noch nicht beendet. Sch in bat der Kampf um ein weiteres, lebensnotwendiges Stück Deutschland eingesetzt, um Oberschlesien mit seinen für uns unentbehrlichen Koblenschcktzen. mit seiner betriebsamen. selbst da. wo der polnische Name vorherrscht, im Kern deutschen Bevölkerung. Die Volksabstimmung in Oberschlesien wird eine Probe auf das Exempel darstellen, ob wir noch Kraft genug haben, das festzuhalten, was unsere Norfahren erworben, was eine jahrhundertealte. ruhmreiche Geschichte uns zugesprochen hat. Auch hier gilt es aufzubauen.
Und so muß die Losung des neuen Jahres lauten: A u f b a u e n. Den Glauben an die deutsche Volks- kraft, an die Zukunft unseres Volkes dürfen wir nicht verlieren, und wir haben keinen Grund, die Hoffnung aufzugeben. Wie schwer auch die Krankheitserschsinun- gen on unserem Volkskörper sein mögen, wir wissen doch, daß die deutsche Nation im Kern gesund ist. Nur wer sicb selbst aufgibt, ist verloren. Nicht auf Hilfe von außen dürfen wir rechnen. Nicht auf die Unterstützung d,r Alliierten oder der Neutralen, mag es sich nun um Kreditaktionen oder anderes handeln, dürfen wir bauen,
Morgen-Ausgabe.
sondern nur auf unsere eigene Kraft. Dann wird uns ■ aus dSr jetzigen trostlosen Ära eines würdelosen Niederganges früher oder später ein neuer, wenn auch nur allmählicker Aufstieg beschieden sein. In diesem Sinne soll das Mahnwort des größten deutschen Dichters auch im neuen Jahre gelten:
Das ist der Weisheit letzter Schluß:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, .Der täglich sie erobern muß!
* ■*
Die Wünsche des demokratischen Parteiporfitzenden.
Br. Berlin, 31. Dez. (Eig. Drahtbericht.) Der demokratische Parteivorsitzende Petersen schließt einen Artikel mit dem Titel „Gedanken zur Jahreswende" durch folgende beherzigenswerte Worte: Eines aber tut uns not: Überwindung der leidenschaftlichen Behandlung der DivM durch eine nüchterne, gerechte Würdigung: ZurüW«lüng des Trennenden, Hervorhebung des Einigenden in unserer Volksgemeinschaft. So muß sich nationales Pflichtgefühl, so muß sich das Streben nach sozialer Gerechtigkeit auswirken. Zum Wiederaufbau unseres Vaterlandes werde der Geist wieder lebendig, der das Volk im August 1914 zusammenführte, als unser Vaterland vor die Überwindung der schwersten Gefahren seiner Geschichte gestellt wurde. Was damals möglich war bei der plötzlich vor uns auftauchen- den Gefahr, muß auch möglich sein, wenn zäher, sittlicher Wille darauf gerichtet ist, gus Erschlaffungd-und Erniedrigung sich emporzuarbeiten. Dieser kategorische Imperativ zur Erfüllung unserer sittlichen Pflicht als Deutsche beherrsche unser Leben und Streben im Jahre 1921! __
Die bisherige Wiedergutmachung.
Br. Berlin 31 Dez. (Eig. Drabtberrcht.) Von deutscher Seite wird die bisher geleistete Wiedergutmachung auf 21 Milliarden geschätzt. Eine Denkschrift darüber ist bereits fertiggestellt. die möglichst der Brüsseler Konferenz zugänglich gemacht werden soll. Die Summe kann sich freilich andern... da die Verurteilung der Werte heute eine schwankende ist.
Schleswigs Anteil an der deutschen Schuld.
mz Baris. 3». Dez. (Sanas.) In der heutigen Havas- Meldung. daß der Revarationskommisiion der dänische Anteil an der Schuld für Vas abgetretene Gebiet Schleswig- Holsteins übergeben worden fei. wurde die Summe infolge eines Telegrammfehlers mit 65 Milliarden angegeben, aber durch Fragezeichen gleich als unrichtig angedeutet. Nunmehr wird berichtigt, daß es sich um 6 5 Millionen bandle.
Die ASlisfcrung-der Flußschiffe.
mr. Paris. 31. Dez. (Savas.) Die Revarations- kom Mission teilt mit. daß nunmehr alle Unterlagen mit Bezug auf den 8 6 des Anhangs 3 des Versailler Vertrags zmammenerestellt fernt. In diesem Paragravben verpflichtet sich Deutschland, alle Flußschiffe. die seit dem 1. August unter irgend welchem Titel in fernen Besttz übengegangen sind, zurückzugehen oder zu ersetzen. Die Kommission teilt« dem in Art, 386 des Vertrags vorgesehenen Schiedsrichter und ebenso Deutichland die Gesamtzahl der Verluste mir, di« erstattet werden müssen. Der Schiedsrichter bat soeben der RevarationskommiVon das Reglement für di« Modalitäten der Übergabe mitgeteilt. Die Frage wird Mo in kurzer Zeit zur praktischen Lösung kommen.
Nr. 1. ♦ 69. Jahrgang.
Das deutsche Eigentum in Amerika.
Sr. Berlin. 31. Dez. (Eig. Drabtberichi.) Der in'Berlin bevau^egebene ..Foreign Preß Service" teilt mit: Die endgültige Entscheidung über die Zukunft des deutschen Eigentums, das «inen Wert von ca. 700 Millionen Dollar repräsentiert, liegt in den Händen des amerikanischen Kongresses und wird nicht eher fallen, bis der Friedensvertrag zwt'chen Deutschland und Amerika unterzeichnet »der ein Sonderfrieden zwischen den beiden - Mächten abgeschlossen ist. Jedenfalls hält man aber ein« glatte Konfiskation des deutschen Eigentums ohne Entschädigung für ausgeschloffen. _
Hinausschiebung ^es Termins für die Vorlegung der Betriebsbilanz.
Sb. Berlin, 31. Dez. Nach 8 105 des Betriebsrätegesetzes vom 4. Februar 1926 ist. falls das Gesetz über die Betriebs- dilanz bis 31. Dezember 1820 nickt zustande kommt, dem Betriebsrat eine den Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs entsprechende Bilanz vorzulegen. Dieser Fall ist jetzt eingetreten. Der Betriebsbilanzgesetzentwurf ist bisher im Reichsrat und im Reichswirtsckaftsrat durchberaten: di« Beratung im Reichstag stebt noch aus. ste wird voraussichtlich End« Januar stattfindeu. Demgemäß bat der Reichstag in feiner letzten Sitzung vor den Ferien ein Gesetz verabschiedet, das eine Verlängerung der in 8 105 BRG. vorgesehenen Frist entüält, !o üoß Betriebsräte die Vorlage der gesetzlichen Bilanz unter Bezugnahme aus 8 105 BRG. ab 1. Januar 1921 nicht verlangen können.
Rücktritt des Generaldirektors des Norddeutschen Lloyd.
Br. Berlin, 31. Dtzz. (Eig Drabibericht.) Wie wir hören. legte Pbilivv H e i n e k e n das Amt als Generaldirektor des Norddeutschen Lloyd mit dem heutigen Tage nieder, um der im nächsten Jahr stattsindenden Generalversammlung zur Wahl in den Aufstchisrat. dem er schon vor seinem Eintritt in den Vorstand mehrere Jahre angebörtr. vorgeschlagen zu werden.
Legiens Vermächtnis.
Die deutsche Arbeiterschaft, insbesondere der etwa 8'A Millionen umfassende Block der freigewerkschastlich orga- niperlen Arbeiter, hat. durch den Tod Legiens einen schweren Verlust erlitten. Di« Eechichte und die in der ganzen Welt beiisviellos dastehende Entwicklung der von ihm geleiteten freien Gewerkschaften zeugt sowohl von dem glänzenden Organnationstalent wie auch von der überaus starken politischen Begabung des Mannes, der. aus den kleinsten Anfängen heraus, zunächst an die Spitze seiner engeren Bc- russvereinigungl getreten ist und dann, als nach Aufhebung des Sozialistengesetzes di« Gewerkichaften wie di« Pilze aus dem Boden schossen und sich eine Zentral« gründeten, als erster die Leitung dieser Zentrale, der Generalkom- mzssion, übernommen hat. Dieses Amt. das mit der Umgestaltung der EeneralkommWon in eine dauernde Einrichtung und mit der von Jahr zu Jahr wachsenden Zabl der Mitglieder an Bedeutung und Einfluß gewann, bat Legien bis zu seinem Tod innegebabt. Keineswegs unumstritten und unbckämvft: denn sein« bedächtig«, nüchterne, alles Pathos entbehrende Führung wurde von den Seißwornen der Partei und den revolutionären Draufgängern oftmals als Hemmnis empfunden und auf Parteitagen und Gewerkschaftskongressen zum Gegenstand erbitterter Defebdungen gemacht. Aber Legien hielt sich, gestützt von dem ibm im Wesen gerade entgegengesetzten Bebel und non allen den Kreisen in Partei und Gewerkschaft, di« gleich ihm sich den Blick für d:e Tatsachen und di« Entwicklungsbedingungen der Volkswirtschaft gewahrt hatten und sich nicht durch fromm« Wünsche u»d Utopistereien a»ss Glatteis der Unwirklichkeit locken ließen. Dank der gewaltigen Autorität, die Legien nach uno nach nickt nur innerhalb der freigewerkschentlich organisierten Arbeiterschaft, sondern mit wenigen, allerdings lehr ins Gewicht fallenden Ausnahmen genoß, konnte er es zu Kiiegsbegnin wagen, einen Bnick mit der gewerkschaftlichen Erundanschanung zu vollziehen und den Bungf'ieden mit dem Kapital zu verkünden. Er konnte während des Kriegs di« Arbeitsgemeinlschaft mit den Gewerkschaften anderer Richtung eingehen und schließlich, kurz vor dem Zusammenbruch. di« Ketzerei so weit treiben, daß er den berühmten Waffenstillstand mit dem organisierten Unternehmertum. Arbeitsgemeinschaft genannt, schloß.
Dies geschah in einer der kritischsten Zeiten, die ie über die Eewerkichastsbewegun« hereingebrocken sind: auf der einen Seite der Ansturm des gewerks-baftlichsfeindlichen Radikalismus gegen di« der'besten ihrer Mitglieder beraubten Organisationen, auf der anderen Seite dir aus d-nn Feld heimflutrndcn Scharen . ungelernter, arbeitsloser Jugendlicher, oie zwar in dir Gewerkschaften hineinströmtrn. aber in ihre Disziplin- und Traditionslosigkeit mebr Schaden als Gewinn brachten. Zudem endlich ein« auf Auf- Mung aller wirtschaftlichen Organisationen. auf dir Diktatur des Proletariats und auf die Vernichtung der Kavi- talistrn eingestellte Masienstimmung. der jedes Paktieren mit dem verhakten Kapitalismus als illerrat an der geheiligten Sache der Revolution aalt. Daß Legien allen diesen Widerstünden zum Trotz nickt nur die Zügel in der Sand behielt, iondern auch das Abkommen mit den Arbeitgebern wagte und durchsetzte, muß ibm um so mebr zum beben und bleibenden Verdienst angerechnet werden, al« die Erhaltung der Gewerkschaften und der Abschluß der Arbeitsgemeinschaft uns damals vor dem völligen Chaos b"wahrt bat. Zweifellos bat ihn und feine Leut« dieser Schritt einige Überwindung gekostet: denn zu iebr haftete wohl noch in ibnen die Erinnerung an die jahrzehntelange. uns Heutigen gänzlich unverständliche Haltung der industriellen und gewerblichen Arbeitgeberschaft gegenüber den Gewerkschaften: gar zu lange batte es gedauert, ebe unsere Industrie sich daran gewöhnte, im den Gewerkschaften die Berufsvertretung der Arbeiterschaft zu erblicken und zu behandeln. Erst unter dem Druck der Not verstand man sich zu dieser Anerkenntnis, um sie dann freilich, wie die Gegenwart zeigt, zum Ausgangsund Mittelpunkt der aosamten Arbeiterpolitik zu macken. Die Genugtuung bat Legien noch erlebt, und er für seine Person bat bis zuletzt, trotz wachsenden Widerivrucks in den Reiben seiner Freunde, an dem Gedanken der Arbeitsgemeinschaft als einer Anerkennung der Gleichberechtigung von Kapital und Arbeit sestgebalten. -Mb seinem Tod ist dieses sein Werk stärker als je von der Auflösung bedroht. _
Eine Aussprache mit den Vertretern der Ruhrbergleute.
W. T.-B. Berlin, 30. Dez. In der Reichskanzlei fand gestern mit Vertretern der R u b r b e r g l e u t e. die anläßlich anderer Sitzungen, u. a. des Reickskoblenrats. in Berlin anwesend waren, eine Besprechung über die Verwendung von 5 Millionen Eoldmark aus dem Sva-Abkommen für die Verbesserung der Ernährung der Bergarbeiter statt. Dabei wurden auch andere Fragen besprachen. Den Vertretern der Bergarbeiter wurden von der Regierung kn vertraulicher' Aussprache eingebende Mitteilung über die voliti'sche Lage gemacht. Hierbei wurden, wie wir entgegen anderweitiger Angaben feststellen können, weder For-" derungen gestellt noch Zusagen gegeben. Die rückhaltlose Äussorache hat zu einem guten Einvernehmen und gegenseitiger Aufklärung wesentlich beigetragen. Dagegen wurde vereinbart, die Frage der Eoldmark mit den zuständigen Resiorts in nächster Woche.an Hand konkreter Unterlagen hingehend zu erörtern.
Die Streikabstimmungen der Eisenbahner.
Br. Frankfurt a. M.. 31. Dez. (Eig. Drabtbericht.) Nack den bisherigen Feststellungen über die Urabstimmung der Ciienbahnbeamten über einen eventuellen Eintritt in einen * Eisenbahnerstreik stebt bisber fest, daß sich 85 Prozent im Bezirk Frankfurt a. M. für den Streik erklärten. In einzelnen Dienststellen beträgt der Prozentsatz bis 95 Proz. Weiter wird gemeldet, daß der größte Teil der Lokomotio- iührer sich ebenfalls für den Streik entschieden hat.
