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Mittwoch, 17. November 1920.

Morgen-Ausgabe.

Nr. 539. ♦ 68. Jahrgang.

Wegen des Bug- und Bettags erscheint die nächste „Tagdlatt"-Ausgabe am Dounerstagnachmittag.

M M in Die KMtttzm

Die in den letzten Tagen erfolgte Einigung zwischen Frankreich und England in der Entschüdigungssrage Uitzt allmählich klarer erkennen, in welcher Form die Festsetzung der Entschädigungssumme, die Deutschland uufbringen muß, erfolgen soll. Man kann nicht sagen, daß das ganze Verfahren sich durch Klarheit sonderlich auszeichne. Zu unterscheiden sind 4 Etappen, t. Eine Konferenz in Brüssel, bei der die alliierten Sachver­ständigen mit den deutschen Sachverständigen zu- sammenkommxn. Die Aufgabe dieser Konferenz ist es, das Problem in seinen wirtschaftlichen und finanziel­len Grundlagen zu klären. Die Sachverständigen wer­den dann ihren Regierungen Bericht erstatten und das Protokoll über die Konferenz der Wiedergutmachungs- lommission zur Kenntnisnahme übermitteln. Jeder Re­ps erung bleibt es also Vorbehalten, nach dieser ersten technischen Durchberatung ihre eigene Haltung zu be­stimmen. Die zweite Etappe bildet dann die Konferenz in Genf, an der die alliierten Minister teilnehmen und hei der Deutschland beratende Stimme hat. Diese Konferenz soll nach der Volksabstimmung in Ober­schlesien, spätestens aber in der ersten Hälfte des Fe­bruar 1921 stattfinden. Daraus ergibt sich als», daß die Abstimmung in Oberschlesien spätestens im Januar erfolgen muß. Aber auch in Genf werden noch keine endgültigen Beschlüsse gefaßt. Die Teilnehmer dieser Konferenz sollen ihren Regierungen ebenfalls Bericht erstatten und daraus werden die Regierungen die Fol- -erungen ziehen. Danach instruieren sie ihre Vertreter üci der Wiedergutmachungskommission. Als dritte Etappe tritt nunmehr die Wiedergutmachungskommis- s>cn in Tätigkeit, der es obliegt, den Gesamtbetrag und die Zahlungsweise für die Entschädigung festzulegen. Außerdem soll sie den Mächten einen Bericht über die Zahlungsfähigkeit Deutschlands übergeben. Als vierte and letzte Etappe tritt dann der Oberste Rat zusammen, »um alle noch nötig erscheinenden Maßnahmen, wie Sicherungen und Strafmatznahmen, zu prüfen".

Das sind also die verschiedenen Stationen des Lei­densweges, den Deutschland gehen muß. Die Verein­barungen zwischen England und Frankreich stellen er­sichtlich ein Kompromiß dar, denn von beiden Seiten sind nicht alle ursprünglich erhobenen Forderungen durchgesetzt worden. So hatte Frankreich bekanntlich vorgeschlagen, die Sachverständigen für Brüssel sollten der Wiedergutmachungskommission angehören. Die Wahl dieser sehr einflußreichen Persönlichkeiten ist jetzt frei. Wichtiger noch ist, daß die Konferenz von Genf erst zusammentreten wird, wenn über das Schicksal Oder­schlesiens entschieden ist. In Deutschland hat man sicherlich keinen Anlaß, die Prozeßform, so wie sie jetzt fejtgelegt ist, mit besonderer Freude zu begrüßen. Deutschland soll in Genf beratende Stimme haben, d. h. die deutschen Vertreter dürfen die deutschen Gründe und Anschauungen darlegen. Nachher jedoch — und das ist doch das Entscheidende — wird ein Urteil gefällt, gegen das es für Deutschland keine Berufung mehr gibt. Außerdem kann nach dieser Verurteilung auch noch der Oberste Rat „Sicherungen und Strafmaß^ahmen" fest-

Jst man sich demnach über die Formalitäten der Verhandlungen einig, so gehen natürlich über die Ent­schädigungssumme selbst die Meinungen auseinander. Von dem Berliner Korrespondenten der „Times" ist gygar die Behauptung in die Debatte geworfen worden, man wünsche in Deutschland keine Fixierung einer Zahl, denil^ die Summe, die man deutscherseits vorschlagen könnte, würde soweit von der von der Entente gefor­derten abweichen, daß eine Einigung nicht zu erzielen Pin würde. Aus Bank- und Jndustriekreifen trat man diesen Behauptungen sofort entgegen. Tatsächlich hat ja auch Deutschland das größte Interesse daran, sobald als möglich die Höhe seiner Verpflichtungen kennen zu lernen. Ist doch die Aufstellung eines ordnungs­mäßigen Haushaltsplanes unmöglich, solange sich die Schuldsumme nur durch ein £ bezeichnen läßt.

Liest man freilich gewisse französische Blätter, so scheint die Kluft zwischen der deutschen Leistungsfähig­keit und den Ansprüchen unüberbrückbar zu sein. Rech­nete doch der .Petit Parisieu" kürzlich die nicht ernst zu nehmende Kleinigkeit von 2000 Milliarden Papier­mark für die deutsche Entschädigung aus. Die Fest­setzung der Summe ist und bleibt jedenfalls der entschei­dende Punkt. Von vornherein wird daran festzuhalten sein, daß Deutschland die Entschädigung in erster Linie durch Arbeit und Warenlieferung wird tilgen müssen. Vielleicht verliert damit auch die Festsetzung der

Summe ein wenig von ihrer ungeheuren Gefahr. Tat­sächlich ist ja Deutschland heute gar nicht in der Lage, irgend welche größeren Summen in bar aufzubringen. So hat auch der Leiter des Wiederaufbauministeriums, Staatssekretär Müller, einem Vertreter des „Matin" gegenüber erklärt: „Ich muß Ihnen auch

offen sagen, daß wir voraussichtlich genötigt sein wer­den, für die neben den Sachlieferungen zu leistenden Barzahlungen für die nächsten Jahre eine Karenzzeit zu fordern. Wir sind ja schon bei den alliierten Regie­rungen vorstellig geworden, uns im Hinblick auf die Anspannung unserer Zahlungsmittel die Varabdeckung der sich bei Verrechnung der gegenseitigen Privatfor- derungen im Ausgleichsverfahren ergebenden Salden vorläufig zu erlassen." Die beste Illustration für die Notlage Deutschlands gibt indessen der letzte Haushalts­plan. Auch in Frankreich und England scheint man mehr und mehr einzusehen, wie falsch es ist, anzu­nehmen, Deutschland gesunde, weil die Schornsteine wieder rauchen. Die „Times" hat ausdrücklich betont, man müsse es vermeiden, sich durch den Schein irre­führen zu lassen. Tatsächlich bedeutet ja auch ein rauchender Schornstein noch lange nicht, daß der Be­trieb voll arbeitet. Die deutsche Maschine läuft wohl, aber sie läuft leer, als Selbstzweck.

Was Deutschland zu leisten vermag, hängt anderer­seits auf das engste damit zusammen, inwieweit man ihm Lebensmittel und Rohstoffe zur Verfügung stellt. Ferner darf man das, was uns noch verblieben ist, nicht weiter schmälern. Hat man wirklich ein Interesse, eine Entschädigung zu erhalten, so muß man Deutschland auch leistungsfähig «erden lassen. Das sollte man auch auf seiten unserer flüheren Gegner niemals vergessen!

*

Staatssekretär Müller über die Wiedergutmachung.

D. Paris, 13. Nov. (Eig. Drabtberickt.) Der Staats­sekretär Müller bat in seiner Eigenschaft als Platzhalter des Reichsministeriums für Wiederaufbau dem Berliner Vertreter des ..Matin" über die Wiedergutmachungsirgge folgende Erklärungen abgegeben:

Die Frage der wirtschaftlichen Entschädigung hat seit der Konferenz in Spa keine großen Fortschritte gemacht. Der Vorschlag für den Wiederaufbau, welcher einen gewissen Ein­druck gemacht hat. so weit ihn der Minister Simons in der ersten Sitzung auseinandergei^t hat. ist glatt zurückge­wiesen worden, ebenso der Vorschlag von Stinnes. Der Grund für die Ablehnung dieser Vorschläge liegt in der Befürch­tung. daß der von uns vorgeichlagene Wiederaufbau in der Form eines Syndikats organisiert werden könnte. Das ist aber ein Mißverständnis. Diese Organisationsform ist keineswegs unentbehrlich. Ich halte die Frage, wie die Entschädigung gelöst werden soll, für viel wichtiger. In der französischen Presse wird allgemein angenommen. Deutsch­land wolle nur in Gold zahlen. Ich bin aber im Gegenteil der Ansicht, daß Deutschland eher in der Lage wäre, inner­halb der Grenzen seiner Produktionsmöglichkeiten und seines Eigenbedarfs alle Erzeugnisse zu liefern, welche Frankreich wünschen könne, wobei diese Lieferungen Deutschland aut sein Entschädigungskonto gutgeschrieben würden. Frank­reich soll nicht ausschließlich in Gold bezahlt werden. Wo aoer die Rede von Zahlungen seitens Deutschlands ist. da ist das immer io gemeint gewesen, daß für diese Eoldzahlun- gen die ^ a hresraten mit einer Hochstzifier schon im voraus restgeictzt werden müssen. Der Kern der ganzen Frage liegt in dieser ziffernmäßigen Festsetzung. Jedoch ist dabei des weiteren folgendes zu beachten: Deutschland würde von Frankreich für die Eoldzahlungen. welche neben den Liefe­rungen tu natura geleistet werden müssen, eine Karenzzeit von einem >zahr verlangen können. Man kann gegen Deutsch­land keine Forderungen stellen, welche Deutschlands wirt­schaftliche und finanzielle Lage nicht berücksichtigen. Die Lage der deutschen I inb u st r i e wird im allgemeinen in Frankreich nicht in VeMübt gezogen. In Wabrbeit ist die deutsche Industrie ein Motor, der leer läuft, und die in­dustrielle Lage Deutschlands kann sich nur bessern, wenn man den Deutschen in ihren wirtschaftlichen Beziehungen mit allen anderen Ländern freie Hand läßt und namentlich die Einfuhr von Rohstoffen ermöglicht und ihnen nicht noch das Wenige wcgnimmt. was noch übrig geblieben ist. -

Die Verhandlungen über die Viehlieferungen.

W.T.-B. Sßcrlin, IS. Nov. An den Pariser Ver­handlungen über die B i e b l i e f e r u n g e n Deutsch­lands an Frankreich nehmen oeuticherieits teil: Wolf.

Referent im Reichsministerium illr Wiederaufbau, v. Oster­tag. Geh. Regierungsrat, Leiter der Biebablieierungs- kommiiiion, Burckhardt. E-eb. Regierungsrat. Dr. Günther, Mitglieder der Vichablieierungskommistion, Förster, Legationsrat im Auswärtigen Amt. Prof. Czerny . Direktor der Universitäts-Kinderklinik. Se id­le r. Landwirt. Beauftragter der Reichsstelle für Speise­fette und des milchwirtschartlichen Reichsverbands und Exzellenz v. Schorlemer-Lieier.

Fehrenbach und Simons in Köln.

, W.T.-B. Köln, 15. Nov. Heute vormittag 11 llhr„tr,aie- Reichskanzler Fehrenbach und der Minister des Äußern Dr. Simons, von Düsseldorf kommend, hier aus den, Hauvtbahnhof ein. Bei ihrem Emviang im Muscheliaale des Rathauses hielt Oberbürgermeister Dr. Adenauer emen Vortrag über die wirtschaftlichen Aufgaben der Stadt Köln. Reichskanzler Fehrenbach dankte für die herzliche V>'- grußung und den aufklärenden Vortrag des Oberbürger­meisters und gab seiner Meinung dahin Ausdruck, er ici überzeugt, daß die Stadt Köln die Hafenbauten und ihre sonstigen großen Vauvläne in hohem Grade im Interesse des Reiches vornehmen wolle. Er glaube, namens des ganzen Reichskabinetts versichern zu dürfen, daß es die Stadt Köln in dieser Hinsicht nach den besten Kräften fördern würde.

Br. Köln, 16. Nov. (Eig. Drahtbericht.) Der Reichs­kanzler Fehrenbach und Außenminister Dr. Simons sprachen gestern abend im Gürzenich zu Köln. Nach einer Begrüßungsansprache des Oberbürgermeisters Dr. Ade n a u e r führte der Reichskanzler aus. daß er wisse, welche Sorgen die Rheinlands drücken. Aber die vaterländische Treue der Rheinlande werde auch in diesen schweren Tagen standbalten. Die Reichsregierung sei von ständiger Sorge iür die besetzten Gebiete erfüllt. Wenn sie nicht in allen Fragen den Wünschen der Rheinlands entgegenkommen könne, io liege das daran, daß das Reich vielfach keine Hil,e bringen könne. Der Reichskanzler ging dann auf die Kohlenfrage ein. Unter der Erfüllung des Svaab- kommens leide die Versorgung der Industrie und der Be­völkerung sehr. In der Frage der Teuerung und der Woh­nungsnot. die beide gerade in Köln einen besonders hoben Grad erreicht hätten, sei die Regierung nicht untätig. Sie sehe Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit, gegen die Finanznot. gegen die Überorganisation der Verwaltung und gegen den Wucher vor. Die Reichsregierung bringe dein Wunsche der Rheinlands nach Autonomie Verständnis entgegen. Der Ausschuß iür Neugliederung habe seine Arbeiten bereits ausgenommen. Aber die Frage dürste wegen der Besetzung nicht leichtsinnig angesaßt werden. Nach innen sei das Ziel der Reichsregierung die Verständigung und das Zusammenhalten aller Euigestnnten: denn mir so könnte Deutschland wieder aus dem Elend heraus­kommen. Nach außen sei das Ziel, den Vertragsgegnern von Versailles und Spa die Überzeugung beizubringen, daß Deutschland von dem ernsten Willen erfüllt sei. seine Ver- rilichtungen zu erfüllen. Den Krieg bat das deutsche Volk nicht gewollt! Die Reichsregierung und der deutsche Kaiser haben ibn nicht gewollt! (Stürmischer Beifall.) Unseren Anteil an der Schuld nehmen wir ehrlich aus uns. Aber wir erwarten auch von unseren Gegnern das gleiche. Die Hoff­nung auf die Zukunft brauchen wir nicht auirugeben. Er­schloß mit dem Rufe: „Alaaf Köln!"

Hierauf ergriff der Außenminister Dr. Simons das Wort zu einer eingehenden Darlegung Aber die rechtliche Natur und die Rechtsfolge der Besatzung. Bei der Beurteilung der völkerrechtlichenNatur der Besatzung sei zu berücksichtigen, daß sie aus einem Kompromiß entstanden sei. Es sei eine territoriale Besatzung, die aus friedlichem Vertrage und nicht auf kriegerischem Recht beruhe. Dieser Unterschied sei sehr wichtig. Denn bei der friedlichen Be­setzung bleibe im Gegensatz zur kriegerischen die Souve'-änit-^ beim alten Oberherrn. Die Quelle des Besatzungsrechts sei das Rbeinlandabkommen und die Bestimmungen oes Frie densvertrages. Mit dem Inkrafttreten des Friedensvcr trages regele sich auch die Frage der Besatzungsdauer. Die Kölner Zone werde am 10. Januar 1925 geräumt werden. Die Ansicht, die in Frankreich geäußert sei. daß die Fristen der Besatzung noch gar nicht zu lausen begonnen hätten, sei nicht richtig: denn der Streit über Erfüllung oder Richter füllung könne erst am Ende der Besatzungssrist ausgetragen werden. Aber Deutschland habe ja seine Verpflichtungen erfüllt. Nack dem Friedensvertrag haben wir bis zuin 1. Mai 1921 zwanzig Milliarden Goldmark zu leisten: bier bei sei aber anzurechnen, was wir an Nutzgütern, an Kohlen, Chemikalien. Handelsschiffen bereits geleistet haben. D. Simons berief sich hier auf das Zeugnis Lloy» Georges, der anerkannt habe. Deutschland sei bei der Erfüllung seiner Verpflichtungen auf der Höhe gewesen. Es sei anzuerkennen. daß die Zivil- und Militär-Okkupations- behörden iür unsere Lage Verständnis zeigten. Aber die Be­satzung selbst sei übermäßig geworden. Sie ziehe schwere wirtschaftliche Folgen nach sich. Die Finanzlasten des Reiches steigen auf ein übermäßiges. Aber auch für unsere Gegner habe die Besatzung schwere Folgen. Wenn das Revaratious- moblem zur Befriedigung gelöst werden soll, dann müsse zu­nächst die Besatzung in wirtschaftlich vernünftigem Sinne geordnet werden. Das deutsche und das rheinische Volk seien friedliche Genossen, aber man muffe sich hüten, sie durch über­mäßige Lasten zur Verzweiflung zu bringen.

Heute werden beide Minister nach Aachen reisen, um am Mittwoch noch eininal nach Köln zurückzukehren.

Eine Rede Hardings.

mz. Amsterdam. 13. Nov. Der „Telegraas" meldet, daß Harding bei der Feier des Waiienstillstandcs in Browns- ville an der mexikanischen Grenze einem zahlreichen Publi­kum. unter dem sich viele Mexikaner befanden, eine Rede hielt, in der er erklärte: Wir wünschen überall freund- 'chaftliche Beziehungen und wir fördern den Frie­den. doch wünschen wir Freiheit für unser eigenes Amerika. Ich glaube, daß die ehrenvolle Stellung Amerikas auf dem Meere und die Achtung, die es auf dem Gebiete des Handels enießt. dann sicher in der gesamten Welt einen größeren Einfluß haben. Zum Schluß erklärte Harding. Amerika kämvie. wie es dem freien Lande gezieme, indem es allen Haß und alle Habsucht aufgab. sobald der Sieg errungen war.

Das Ergebnis der sächsischen Landtagswah e .

Bb. Dresden. 15. Nov. Der neue sächsische Landtag wild folgendes Bild zeigen: 47 bürgerliche und 49 sozia­listische Abgeordnete, während die Volkskammer 39 bürgerliche und 57 sozialistische Abgeordnete zählte. Im einzelnen setzen sich die neuen Parteien zusammen: 21 Deutsch- nationale. 18 Deutsche Volksvartei. 7 Demokraten. 17 Zen­trum. 27 Mebrbeitsiozialisten. 13 Recktsunabhängigl- 3 Linksunabhängige. 6 Kommunisten. Die Wahlbeteiligung betrug 67 Prozent.

Die Heidelberger Tagung demokratischer Parlamentarier

W.T.-B. Berlin. 15. Nov. Den Blättern zufolge fand gestern m Heidelberg eine Tagung s ü d d e u l s ch e r demo- kiatllcher Pa c lanie nia r i e r statt. Der herrschende Gedanke war: Der Süddeutsche muß zum Reiche stehen, die Süddeutschen, bedürfen aber und beanspruchen sehr viel buie die Kräfte steigernde Selbstverwaltung IM Rahmen der Reichsvolitik. Sie verlangen die gleiche ge­rechte Berücksichtigung ihrer besonderen Bedürfnisse wie die ^ander liordens. Die Reichsanstalten sollen nicht immer »stoß nach Berlin kommen. Der bayerische Fraktionsführer

[aate laut „Voff. Ztg. : Die Tagung gelte der Z u i a m m e • a ^<L U .(19 der Kräfte Süddeutschlands, um sich im Reiche starker geltend zu macken und damit sowohl dem

Reiche als auch Süddeutsch land zu nütze».